Lieber Bernd,
recht herzlichen Dank für Dein einfühlsames Feedback auf meinen gestrigen Beitrag.
Hiermit hast Du sicherlich nicht ganz unrecht:
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bestimmt schwierig von einer schönen zweisamkeit, in die Einsamkeit oder alleinsein, zurück zu gehen.
Als ich von meinem Seminar zurückkam und diese innere Unruhe und Unzufriedenheit realisierte, habe ich auch daran gedacht, dass ich ja nach den gemeinsamen Ostertagen und nach dem Seminar, bei dem ich auch den ganzen Tag von Menschen umgeben war, nun wieder allein in meinen 4 Wänden war. So ganz stimmt das mit dem "Alleinsein" ja auch nicht, denn es gibt ja noch meine Tochter und unseren vierbeinigen männlichen Beschützer. Ich hatte das Gefühl, dass er heftig Anteil nahm, als die Tränen endlich kamen. Vielleicht ist es zum Teil Projektion, aber ich bin überzeugt, dass Tiere ein Gespür für Stimmungen haben unddarauf reagieren.
Ich habe versucht, mal aufzudröseln, worin dieser "Kloß" im Hals bestand.
Erst heute kann ich die Antwort darauf schreiben, denn heute habe ich das Mosaiksteinchen auf dem Weg der Erkenntnis gefunden, das mir gestern noch verborgen war.
Meine miese Stimmung hing zu einem sehr großen Teil damit zusammen, dass ich in puncto Bewerbung noch immer nichts gehört hatte und unheimlich genervt über dieses "in der Luft hängen" war. Ich komme besser mit einer Absage klar -die ja möglich ist- als mit der derzeitigen Unklarheit, in der ich gar nichts planen kann. Lieber nehme ich die Dinge selbst in die Hand, indem ich tätig werde, als so untätig darauf zu warten, wann es denen beliebt, mir das Ergebnis mitzuteilen. (Ohnmachtsgefühle, Kontrollverlust?)
In dieser Gemengelage blöder Gefühle fing ich aujf einmal an, an meiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Bis jetzt hatte ich ein durchaus positives Gefühl, denn ich weiß ja *eigentlich*, was ich kann und was ich bei der Vorstellung in die Waagschale werfen konnte. Die Reaktionen aus meinem Umfeld haben mich bis dato auch in dieser Ansicht bestärkt.
Auf einmal war diese Sicherheit wie weggeblasen - je mehr Zeit verging, desto unsicherer wurde ich. Anrufen wollte ich aber dort auch (noch) nicht, denn die wollten sich melden ("so schnell wie möglich"
)
Ich habe noch eine weitere Bewerbung bei derselben Behörde (allerdings anderer Standort) seit Anfang März laufen. Da ich bisher von dort nichtmal den Eingang der Unterlagen bestätigt bekam, habe ich mich dort heute telefonich ganz freundlich nach dem Sachstand erkundigt (hat mich unheimlich Überwindung gekostet) und bekam die Auskunft, dass das "Verfahren noch nicht ganz abgeschlossen" sei. Ich könne in ca. 2 Wochen mit Nachricht rechnen (was immer das heißen mag, aber egal)
Nach diesem Gespräch war mir klar, dass die mit einem ganz anderen Zeitbegriff arbeiten, als ich es getan habe. So langsam, wie dort die Mühlen mahlen,kann ich gar nicht denken
Ja, ich habe mich tatsächlich total von dem Zeitfaktor unter Druck setzen lassen und dabei alle positiven Gefühle, die ich seit der Vorstellung hatte, total ausgeblendet. Die Stelle, an der ich so stark interessiert bin, soll(te) zum 01.05.2009 besetzt werden - bei dem Tempo völlig utopisch.
Nach den Erfahrungen aus diesem Telefonat werde ich nun im Laufe der nächsten Woche bei der anderen Behörde anrufen und nach dem Resultat fragen, da ich ab Ende April auch 2 Wochen Wanderurlaub machen möchte. Ich denke, dass nun meine in den letzten beiden Tagen etwas verzerrte Sicht wieder klarer geworden ist.
Wichtig für mich festzuhalten ist noch, dass ich bei diesem gedanklichen Kampf um Gelassenheit und gegen meine Ängste den Alkohol nicht als "Lösungsmittel" gesehen habe. Und nun geht`s weiter auf dem Weg, denn
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und überhaupt.....es wird alles wieder gut.
Das Beste kommt noch 
Lieber Bernd, ich habe Dir hier so ausführlich geantwortet, weil ich es selbst für mich nochmal festhalten wollte. Diese Gefühle suchtmittelfrei aushalten zu können, sind die Basis auf dem weiteren Weg der Trockenheit.
Dass Du Dich bei all Deiner Rennerei und Organisiererei nach geistiger Ruhe und einer Rückzugsmöglichkeit, um mal abzuschalten sehnst, kann ich gut nachvollziehen.
Sicher kannst Du Dir auch an diesem Wochenende einige Minuten der Stille nur für Dich abzweigen...
Bevor Du am 17. Mai wieder "aufsteigst", werden wir uns sicher noch öfter lesen.
Ich wünsche Dir ein stressfreies und erholsames Wochenende,
RoteLampe