Liebe Weitsicht,
Zitat von Weitsicht
Danke Roa für Deine Rückmeldung
ich danke dir, dass du das thema mal angeschnitten hast.
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sprach ein trockener Alkoholiker zu ihnen. Müssten mehr Menschen dazu bereit sein.
ja, finde ich auch, dass würde unsere gesellschaft sehr viel weiter bringen. es ist und bleibt ein tabu-thema. und auch wenn andere drogen mehr in der öffentlichkeit diskutiert werden, wird alkohol gerne außen vorgelassen. "nimmt" ja schließlich jeder.
wenn man mal was hört, dann über all die schlimmen jugendlichen, die alle nicht mit alkohol umgehen können und mist bauen. na, von irgendwo müssen sie es ja gelernt haben!! aber davon hört man nur sehr selten mal was in den medien.
habe ich auch vorgestern in meinem thread geschrieben. wie mich eine freundin, nachdem ich erzählt hatte, dass ich nur noch wenig trinke nach ner zeit wo ich auch mal bis zu erinnerungslücken betrunken war, doch tatsächlich aus spaß alkoholikerin nannte. schon das wort hört man bei jugendlichen fast nie im ernsthaften gebrauch. so als ob es keine krankheit wäre eben.
Das schlimme ist, genug der Leute haben selbst im Verwandten/Bekannten-kreis, ob engeren oder weiteren, irgendwie Erfahrung mit dem Thema, aber lieber machen sie die Witze mit, als das Thema mal ernsthaft anzuschneiden, da würde man ja nur blöde sprüche abbekommen.
Find ich erstaunlich die Einstellung deines Sohnes. Gerade Jungs stehen ja unter noch größerem Druck mitzutrinken und für mich war der Druck schon zu viel in einem meiner Freundeskreise.
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Wir hatten unsere Kinder immer aufgeklärt, da es in unserer beider Familien vorkam, dass der Alkohol unser Familienleben erheblich in unserem Leben einschränkte, und wir dadurch ungesunde Verhaltensweisen entwickelt hatten.
das finde ich sehr wichtig. Das habe ich auch vor, wenn ich mal Kinder habe.
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denke dass Suchtstruktur nicht ganz auszulöschen ist, man es unbewusst von Generation zu Generation, in irgendeiner Weise weitergibt (Wieviele Süchte und Abhängigkeiten gibt es heute?). Das macht mir etwas Angst
Das geht mir auch so, ich hab Angst davor ein solches Verhalten weiterzugeben. Familienkrankheit bedeutet bei Alkohol auch eine Krankheit über Generationen hinweg.
Und ja es gibt so unheimlich viele süchte und leicht zu erkennen sind sie bei weitem nicht, suchtverhalten ist eben auch irgendwie menschlich
Zitat von Roa
es geht eben nicht darum, wie ihre familie sich bei allem gefühlt hat. ganz ganz vorne steht die bekämpfung ihrer sucht.
Zitat von Lorren1
das ist doch unmenschlich Hoch Drei, ich sollte doch wissen wollen, wie meine Familienmitglieder Fühlen und Denken und ihre Bedürfnisse altersgerecht stillen wollen und sie fordern und fördern. Wieso haben sie ansonsten Kinder gewollt. Das geht mir nicht in den Kopf. Und da hakt es bei mir noch.
ich erkläre es mir folgendermaßen: kinder wollen und vorhaben sich richtig um sie zu kümmern ist eine sache. wenn aber dann der alkohol ins spiel kommt und darum bei der kindererziehung versagt wird führt das erstmal zu schuldgefühlen. schuldgefühle holen dich aber auch nicht raus aus deiner abhängigkeit. ich denke um trocken zu werden ist es notwenidig durch und durch egoistisch zu sein.
was ich nicht verstehe: manche hier sind auch schon jahre trocken und dennoch scheuen sie das thema kinder.
man weiß natürlich häufig nicht in wie weit sie mit ihren eigenen dinge geklärt haben oder nicht, in wie weit sowas zu persönlich ist, als dass das hier in den offenen bereich geschrieben wird.
dann wiederum: wenn sie trocken sind, wenn sie gelernt haben, verstanden, und nun ein gesundes leben führen - warum wollen sie das nicht auch im offenen bereich teilen? Is da scham? vielleicht besonders was die kinder betrifft?
Das sind jetzt alles nur vermutungen, vielleicht unfair, ich weiß nicht, ob sie das hier auch mitlesen.
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Ich einer Illusion aufgesessen bin, dass beide mich wegen ihrem ängstlichen und klammerndem Verhalten eigentlich nur lieben konnten. Hilft hier die Wahrheit, den Schmerz darüber auszuhalten, um gesündere Wege zu gehen?. Verschwinden dann auch Schuld- und Schamgefühle?
Mir schon, weg sind sie nicht, aber sie sind weniger dominant geworden, nachdem ich die Wahrheit akzeptiert habe. Und vor allem habe ich mir so selbst meine Selbstwertgefühl zurück gegeben. Es lag nicht an mir, dass mir meine Eltern keine Liebe geben konnte, wie ich sie brauchte, sie waren nicht dazu fähig und ich weiß aus welchen gründen. daraus kann ich für mich folgern, dass ich dennoch liebenswert bin. das ist unheimlich wichtig für mich.
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Denn sie die Trinkende habe ich eher verurteilt als meinen Co-Abhängigen Vater, das ist von meiner Seite nicht in Ordnung gewesen. Beide hatten ihren Anteil, dass sie so reagiert haben, auf Herausforderungen ihres Lebens, wie sie es getan haben. Im Grunde liebte ich sie beide.
Ich auch, ich hab sie dennoch allem zum Trotze geliebt irgendwo, wir waren eben Kinder.
Ich finde es auch schade, denn ich habe hier durch die Co-abhängigen meinen Vater, den ich sehr viel mehr verurteilte besser verstehen gelernt.
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Vielleicht sollten wir es doch mal wagen trockene Alkoholiker hier anzuschreiben, den ersten Schritt zu tun.
das wäre vielleicht vor allem fairer, als das wir uns hier "hinter ihrem rücken" den kopf zerbrechen.
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Ängste sind überwindbar, wenn wir bereit sind, ohne Vorurteile, uns gegenseitig zu öffnen und uns zuzuhören.
ja, du hast recht es wäre wünschenswert und sicher einen versuch wert.
Liebe Grüße, Roa