Unsere Ehe ist überschattet vom Alkoholmissbr, unsererEltern

  • Nachfolgenden Beitrag habe ich im Co-Abhängigen Bereich geschrieben:

    seitdem ich hier im Forum bin, erkenne ich, als Kind von einer alkoholkranken Mutter und eines Co-abhängigen Vaters, dass ich wieder mal anders bin als die Co-abhängigen hier in diesem Bereich, aber auch anders als ein Alkoholiker, stehe wieder wie früher zwischen beiden Welten.

    Ist für mich verständlich, denn ich habe schliesslich Alki-Verhalten, sowie Co-abhängiges Verhalten verinnerlicht. Möchte beides mir ansehen, und mich damit auseinandersetzen, um zu meinem eigenen Verhalten zu finden. Beides ist nicht gesund, das weiss ich.

    Ich kann mich gut in beide Verhaltensweisen einfühlen, kenne ich ja von meiner Kindheit her sehr gut, habe die Alkiseite mit der Muttermilch aufgesogen, und das co-abhängige Verhalten von meinem sehr geliebten Vater vorgelebt bekommen.

    Mit meiner Selbstverantwortung fing ich an zu lernen, wo meine eigenen Bedürfnisse sind. War schmerzlich und schwer herauszufinden, dank meines Therapeuten ist es mir gelungen Grenzen zu erkennen und sie anderen aufzuzeigen. Dazu muss ich aber täglich hinsehen, dass ich in meiner Mitte bleibe, weiss und fühle was ich möchte, in mich selbst horche, und der Satz: Was du nicht willst, was man Dir tue, das füge auch keinem anderen zu, ist mir ein wichtiger Hinweis geworden.

    Wenn man Kinder begleiten darf lernt man vieles, geht nicht in erster Linie darum konsequent zu sein, sondern dass ich mich einfühlen kann in meine Kinder und sie sich verstanden fühlen, erst dann ist Öffnung und anderes Verhalten möglich. Es werden Lösungen gefunden in denen sich jede/r wohlfühlen kann.

    Hier muss ich aufpassen, gerade wenn es um Kindererziehung geht, merke ich, dass ich oft zu emotional reagiere, scheinbar weil ich mich noch gut an den Schmerz und Unverstandensein meiner Kindheit in mir dann hochkommen spüre und ich allen Kindern dieser Welt, diesen Schmerz ersparen möchte.

    Durch Aufklärung schon in den Schulen wäre es auch möglich, anders unsere Kinder zu begleiten, liebe- und verständnisvoller. Woher kommen die ganzen Süchte, und wieso übernehmen Menschen keine Selbstverantwortung, weil man es ihnen weder vorgelebt hat, und sie mit Manipulation lieber unter Kontrolle hält, denn unabhängige Menschen lassen sich nicht von Staat, Wirtschaft und Kirche manipulieren. Ist meine feste Überzeugung.

    Wer es mit sich selbst aushalten kann, es liebt, gut für sich zu sorgen, dieser Mensch weiss, was Selbstverantwortung bedeutet.


    Dieser Beitrag lässt Fragen in mir hochkommen, denen ich in meinem Thread nochmal nachgehen möchte. Glaube hier Antworten und Lösungen für mein gegenwärtiges Leben finden zu können.

    Gehe jetzt erstmal auf den Weihnachtsmarkt, mir etwas Sinnliches zu schenken, liebe besonders die Düfte. :lol:

    Weitsicht

  • Zitat Weitsicht

    seitdem ich hier im Forum bin, erkenne ich, als Kind von einer alkoholkranken Mutter und eines Co-abhängigen Vaters, dass ich wieder mal anders bin als die Co-abhängigen hier in diesem Bereich, aber auch anders als ein Alkoholiker, stehe wieder wie früher zwischen beiden Welten.

    Ist für mich verständlich, denn ich habe schliesslich Alki-Verhalten, sowie Co-abhängiges Verhalten verinnerlicht. Möchte beides mir ansehen, und mich damit auseinandersetzen, um zu meinem eigenen Verhalten zu finden. Beides ist nicht gesund, das weiss ich.

    Ich kann mich gut in beide Verhaltensweisen einfühlen, kenne ich ja von meiner Kindheit her sehr gut, habe die Alkiseite mit der Muttermilch aufgesogen, und das co-abhängige Verhalten von meinem, von mir als Kind, sehr geliebten Vater vorgelebt bekommen.
    ____________________________________________________________


    Im Co-Abhängigen Bereich lese ich öfters, traue mich auch hier zu schreiben, aufgefallen ist mir, dass Frauen die mit einem alkoholabängigen Partner zusammen leben, öfters auch einen alkoholabhängigen Vater hatten.

    Ich weiss nicht ob man bewerten kann, was für ein Kind schlimmer ist, wenn die Mutter oder der Vater, der alkoholkranke Elternteil ist. Als Kind ist man besser versorgt, was Haushalt und Essen angeht, wenn die Mutter Co-abhängig ist. Wie gesagt, ich weiss es nicht.

    Ich frage mich gerade, ob Frauen besser geschützt sind, keinen alkoholkranken Partner anzuziehen, wenn die Mutter trinkt. Nicht umsonst weiss man, dass Töchter sich öfters einen Partner, wie der Vater ist/war, aussuchen.

    Mein Partner ist Co-abhängig, kann mich auf ihn 100 % verlassen, ist schönes Gefühl, zumal ich das nicht in meiner Kindheit hatte, mittlerweile haben wir beide uns unsere Geschichte angesehen und dazugelernt.

    Gesundes Verhalten hatten wir beide nicht vorgelebt bekommen, mussten wir uns selbst aneignen und uns darum kümmern. Streitigkeiten blieben hierbei nicht aus, war manchmal sehr heftig. Ehrlichkeit war uns beiden wichtig, auch wenn diese schmerzliche Gefühle hochkommen liessen.

    Kenne mich also im Co-Abhängigen Bereich, was meine Gefühle angehen, besser aus.

    Ich habe Schwierigkeiten im Alkoholikerbereich zu schreiben, denke mir, dass hier noch Unverarbeitetes was meine Gefühle zu meiner Mutter angeht, hier am Werk sind. Und ich hier noch viel unbewusstes verinnerlicht habe, und dieses mich im gegenwärtigen Leben noch einschränkt.

    Einfühlen und verstehen kann ich Alkoholiker schon, habe selbst Süchte (Rauchen, mit Essen kann ich mich auch trösten) entwickelt. Aber irgendetwas ist anders bei mir, als im Co.-Abhängigen-Bereich.

    Ich hoffe noch dahinter zukommen, wie geht es Euch so in den beiden Bereichen? Könnt ihr frei und unbefangen dort schreiben?. Fühlt ihr Euch dazugehörig?, oder eher im eigenen Bereich am besten verstanden?

    liebe Grüsse Weitsicht

  • Liebe Weitsicht,


    Zitat von Weitsicht

    Durch Aufklärung schon in den Schulen wäre es auch möglich, anders unsere Kinder zu begleiten, liebe- und verständnisvoller.

    ich erinner mich noch an einen ausflug in eine ausstellung zum thema sucht. ich glaube es wurden viele witze gemacht. ich weiß nicht wie es den anderen damit ging, ob es was genutzt hat. ich habe mir all die infos zu alkoholismus mitgenommen und dann noch den ganzen restlichen kram, damit es nicht auffiel, wonach ich schaute.

    mir hat das damals viel erklärt, ich glaub das war einer der punkte wo ich es eher als krankheit verstanden haben. danach haben wir alkoholismus nicht mehr durchgesprochen, zum glück, hätte mich glaub ich ziemlich fertig gemacht, mit allen klassenkameraden, während die ihre witze machen, die körperlichen auswirkungen durchzusprechen, aber an sich find ichs auch wahnsinnig wichtig das in die schulbildung einzubringen. um kinder die angst und scham zu nehmen und es vom witz zur krankheit werden zu lassen.

    Zitat

    Ich hoffe noch dahinter zukommen, wie geht es Euch so in den beiden Bereichen? Könnt ihr frei und unbefangen dort schreiben?. Fühlt ihr Euch dazugehörig?, oder eher im eigenen Bereich am besten verstanden?

    mir geht es auch so, hier fühle ich mich am besten aufgehoben. habe mich auch schon gefragt warum und finde deine erklärung sehr scüssig. wir haben was von beiden.

    und das war für mich auch ausschlaggebend bei der shg, habe mich in der für EKAs so viel wohler gefühlt.

    aber ich find es auch schön, an und dann mit den "anderen", den co-abhängigen zu schreiben, besonders als jule1 hier geschrieben hat. das kann einem auch sehr viel geben.

    allerdings kann ich mit dem forumsteil der alkoholiker nicht so viel anfangen. ich denke sie sind die größten und müssen die größten einzelkämpfer sein. es geht eben nicht darum, wie ihre familie sich bei allem gefühlt hat. ganz ganz vorne steht die bekämpfung ihrer sucht. das find ich auch richtig. aber ich weiß da auch nicht, was ich beitragen kann, wenn ich mich da einklinke. habe auch angst viel zu leicht vorwurfsvoll zu klingen, ohne das ich es will. ich denke "sie" fühlen sich auch schnell angegriffen, wenn man als kind schreibt, vermuten man wolle mit den trockenen hier abrechnen was man zu hause mit den nassen eltern nicht kann. das will ich gar nicht, aber ich hab gefühl das "vorurteil" is da und man muss sehr aufpassen mit der formulierung.

    das sind so meine ersten gedanken dazu, roa

  • Danke Roa für Deine Rückmeldung, mein Sohn war Klassensprecher, als er mit 14 Jahren auf einer Klassensprecher-Zusammenkunft war, sprach ein trockener Alkoholiker zu ihnen. Müssten mehr Menschen dazu bereit sein. Er erzählte seine Lebensgeschichte. Mein Sohn war von diesem Mann so beeindruckt, dass er keinen Alkohol getrunken hatte. War für uns als Eltern sehr beruhigend, wenn er draussen unterwegs war, gerade in der Pubertätszeit, inder so vieles, unklar und verwirrend ist. Und wenn die ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gesammelt werden.

    Mit 18 Jahren trank er auf seiner Abi-Feier sein erstes Glas Bier, und das wegen einer Wette mit einem Schulfreund, da es auf der Kippe stand ob er sein ABi schaffen würde. Als Anreiz dafür sollte mein Sohn bereit sein mal einen zu trinken, denn alle seine Schulfreunde wollten ihn mal erleben, wie er sich verhalten würde, wenn er etwas getrunken hatte.

    Mit 19 Jahren lernte er seine noch heutige Freundin kennen, in deren Freundeskreis gehörte Alkohol trinken, dazu. Seitdem trinkt er auch bei Feiern oder Weggehen Alkohol in Maßen.

    Wir hatten unsere Kinder immer aufgeklärt, da es in unserer beider Familien vorkam, dass der Alkohol unser Familienleben erheblich in unserem Leben einschränkte, und wir dadurch ungesunde Verhaltensweisen entwickelt hatten.

    Hoffe für beide, dass sie in ihrem Leben, niemals den Alkohol als Problemlöser einsetzen werden. Vorgelebt haben wir beide es ihnen, denke dass Suchtstruktur nicht ganz auszulöschen ist, man es unbewusst von Generation zu Generation, in irgendeiner Weise weitergibt (Wieviele Süchte und Abhängigkeiten gibt es heute?). Das macht mir etwas Angst, möchte deshalb mehr darüber wissen, und eigene Süchte (Rauchen)und Abhängigkeiten überwinden. Mehr als den Rücken stärken können wir als Eltern nicht tun, und in Vertrauen sie eigene Wege gehenzulassen.. Denn Kinder sind nicht unser Besitz, wir bekommen sie eine zeitlang anvertraut.

    liebe Grüsse Weitsicht

  • Nachtrag

    Habe es etwas missverständlich ausgedrückt, der Schulfreund meines Sohnes hatte Probleme und Bedenken, dass er sein Abi schaffen würde. Als Belohnung wollte er dafür meinen Sohn Alkohol trinken sehen. Was für blöde Wetten sich hier Jugendliche ausdenken und antun.

    Mein Mann und ich hätten unsere Kinder nicht einer Schulform ausgesetzt bei der sie überfordert gewesen wären.

  • Zitat Roa

    mir geht es auch so, hier fühle ich mich am besten aufgehoben. habe mich auch schon gefragt warum und finde deine erklärung sehr scüssig. wir haben was von beiden.


    Hi, Roa ist schon irgendwie Wahnsinn, es schmerzt heute noch, das dazwischen stehen. Und besonders schmerzt mich nachfolgende Aussage von Dir:

    es geht eben nicht darum, wie ihre familie sich bei allem gefühlt hat. ganz ganz vorne steht die bekämpfung ihrer sucht.
    __________________________________________

    das ist doch unmenschlich Hoch Drei, ich sollte doch wissen wollen, wie meine Familienmitglieder Fühlen und Denken und ihre Bedürfnisse altersgerecht stillen wollen und sie fordern und fördern. Wieso haben sie ansonsten Kinder gewollt. Das geht mir nicht in den Kopf. Und da hakt es bei mir noch.

    Wir sind suchtgefährdet und Co-Abhängig auf ungesunde Weise. Durch das Lesen und Schreiben hier im Forum, muss ich meinem Therapeuten zustimmen, dass meine Eltern liebesunfähig waren, da in erster Linie nur ihre eigenen Bedürfnisse und Süchte im Vordergrund standen. Ich einer Illusion aufgesessen bin, dass beide mich wegen ihrem ängstlichen und klammerndem Verhalten eigentlich nur lieben konnten. Hilft hier die Wahrheit, den Schmerz darüber auszuhalten, um gesündere Wege zu gehen?. Verschwinden dann auch Schuld- und Schamgefühle?

    Zitat Roa
    das find ich auch richtig. aber ich weiß da auch nicht, was ich beitragen kann, wenn ich mich da einklinke. habe auch angst viel zu leicht vorwurfsvoll zu klingen, ohne das ich es will. ich denke "sie" fühlen sich auch schnell angegriffen, wenn man als kind schreibt, vermuten man wolle mit den trockenen hier abrechnen was man zu hause mit den nassen eltern nicht kann. das will ich gar nicht, aber ich hab gefühl das "vorurteil" is da und man muss sehr aufpassen mit der formulierung.

    Hi Roa, beitragen können wir nur, dass wir offen über unsere Gefühle schreiben wollen, viele hier schreibende trockene Alkoholiker schreiben in der geschlossenen Abteilung. Sie öffnen sich hier im offenen Bereich nicht so, deshalb können wir ihre wahren Gedanken nicht kennenlernen. Das bedauere ich schon etwas, weil ich denke hier meiner Mutter näher zu kommen.

    Denn sie die Trinkende habe ich eher verurteilt als meinen Co-Abhängigen Vater, das ist von meiner Seite nicht in Ordnung gewesen. Beide hatten ihren Anteil, dass sie so reagiert haben, auf Herausforderungen ihres Lebens, wie sie es getan haben. Im Grunde liebte ich sie beide.

    Vielleicht sollten wir es doch mal wagen trockene Alkoholiker hier anzuschreiben, den ersten Schritt zu tun. Ich fand es auch hilfreich, dass Jule hier einen Thread geöffnet hatte, leider findet im Moment kein Austausch mehr statt.

    Und noch eines kommt mir gerade in den Sinn, wieso kommen beide Gruppierungen so wenig in den Kinderbereich? Sind es "Ängste"? Ängste sind überwindbar, wenn wir bereit sind, ohne Vorurteile, uns gegenseitig zu öffnen und uns zuzuhören.

    Roa ich danke Dir für Deine Offenheit und alles Liebe wünscht Dir Weitsicht

  • Liebe Weitsicht,

    Zitat von Weitsicht

    Danke Roa für Deine Rückmeldung


    ich danke dir, dass du das thema mal angeschnitten hast.

    Zitat

    sprach ein trockener Alkoholiker zu ihnen. Müssten mehr Menschen dazu bereit sein.

    ja, finde ich auch, dass würde unsere gesellschaft sehr viel weiter bringen. es ist und bleibt ein tabu-thema. und auch wenn andere drogen mehr in der öffentlichkeit diskutiert werden, wird alkohol gerne außen vorgelassen. "nimmt" ja schließlich jeder.
    wenn man mal was hört, dann über all die schlimmen jugendlichen, die alle nicht mit alkohol umgehen können und mist bauen. na, von irgendwo müssen sie es ja gelernt haben!! aber davon hört man nur sehr selten mal was in den medien.
    habe ich auch vorgestern in meinem thread geschrieben. wie mich eine freundin, nachdem ich erzählt hatte, dass ich nur noch wenig trinke nach ner zeit wo ich auch mal bis zu erinnerungslücken betrunken war, doch tatsächlich aus spaß alkoholikerin nannte. schon das wort hört man bei jugendlichen fast nie im ernsthaften gebrauch. so als ob es keine krankheit wäre eben.
    Das schlimme ist, genug der Leute haben selbst im Verwandten/Bekannten-kreis, ob engeren oder weiteren, irgendwie Erfahrung mit dem Thema, aber lieber machen sie die Witze mit, als das Thema mal ernsthaft anzuschneiden, da würde man ja nur blöde sprüche abbekommen.

    Find ich erstaunlich die Einstellung deines Sohnes. Gerade Jungs stehen ja unter noch größerem Druck mitzutrinken und für mich war der Druck schon zu viel in einem meiner Freundeskreise.

    Zitat

    Wir hatten unsere Kinder immer aufgeklärt, da es in unserer beider Familien vorkam, dass der Alkohol unser Familienleben erheblich in unserem Leben einschränkte, und wir dadurch ungesunde Verhaltensweisen entwickelt hatten.

    das finde ich sehr wichtig. Das habe ich auch vor, wenn ich mal Kinder habe.

    Zitat

    denke dass Suchtstruktur nicht ganz auszulöschen ist, man es unbewusst von Generation zu Generation, in irgendeiner Weise weitergibt (Wieviele Süchte und Abhängigkeiten gibt es heute?). Das macht mir etwas Angst

    Das geht mir auch so, ich hab Angst davor ein solches Verhalten weiterzugeben. Familienkrankheit bedeutet bei Alkohol auch eine Krankheit über Generationen hinweg.
    Und ja es gibt so unheimlich viele süchte und leicht zu erkennen sind sie bei weitem nicht, suchtverhalten ist eben auch irgendwie menschlich

    Zitat von Roa

    es geht eben nicht darum, wie ihre familie sich bei allem gefühlt hat. ganz ganz vorne steht die bekämpfung ihrer sucht.

    Zitat von Lorren1

    das ist doch unmenschlich Hoch Drei, ich sollte doch wissen wollen, wie meine Familienmitglieder Fühlen und Denken und ihre Bedürfnisse altersgerecht stillen wollen und sie fordern und fördern. Wieso haben sie ansonsten Kinder gewollt. Das geht mir nicht in den Kopf. Und da hakt es bei mir noch.

    ich erkläre es mir folgendermaßen: kinder wollen und vorhaben sich richtig um sie zu kümmern ist eine sache. wenn aber dann der alkohol ins spiel kommt und darum bei der kindererziehung versagt wird führt das erstmal zu schuldgefühlen. schuldgefühle holen dich aber auch nicht raus aus deiner abhängigkeit. ich denke um trocken zu werden ist es notwenidig durch und durch egoistisch zu sein.

    was ich nicht verstehe: manche hier sind auch schon jahre trocken und dennoch scheuen sie das thema kinder.

    man weiß natürlich häufig nicht in wie weit sie mit ihren eigenen dinge geklärt haben oder nicht, in wie weit sowas zu persönlich ist, als dass das hier in den offenen bereich geschrieben wird.

    dann wiederum: wenn sie trocken sind, wenn sie gelernt haben, verstanden, und nun ein gesundes leben führen - warum wollen sie das nicht auch im offenen bereich teilen? Is da scham? vielleicht besonders was die kinder betrifft?

    Das sind jetzt alles nur vermutungen, vielleicht unfair, ich weiß nicht, ob sie das hier auch mitlesen.

    Zitat

    Ich einer Illusion aufgesessen bin, dass beide mich wegen ihrem ängstlichen und klammerndem Verhalten eigentlich nur lieben konnten. Hilft hier die Wahrheit, den Schmerz darüber auszuhalten, um gesündere Wege zu gehen?. Verschwinden dann auch Schuld- und Schamgefühle?

    Mir schon, weg sind sie nicht, aber sie sind weniger dominant geworden, nachdem ich die Wahrheit akzeptiert habe. Und vor allem habe ich mir so selbst meine Selbstwertgefühl zurück gegeben. Es lag nicht an mir, dass mir meine Eltern keine Liebe geben konnte, wie ich sie brauchte, sie waren nicht dazu fähig und ich weiß aus welchen gründen. daraus kann ich für mich folgern, dass ich dennoch liebenswert bin. das ist unheimlich wichtig für mich.

    Zitat

    Denn sie die Trinkende habe ich eher verurteilt als meinen Co-Abhängigen Vater, das ist von meiner Seite nicht in Ordnung gewesen. Beide hatten ihren Anteil, dass sie so reagiert haben, auf Herausforderungen ihres Lebens, wie sie es getan haben. Im Grunde liebte ich sie beide.

    Ich auch, ich hab sie dennoch allem zum Trotze geliebt irgendwo, wir waren eben Kinder.
    Ich finde es auch schade, denn ich habe hier durch die Co-abhängigen meinen Vater, den ich sehr viel mehr verurteilte besser verstehen gelernt.

    Zitat

    Vielleicht sollten wir es doch mal wagen trockene Alkoholiker hier anzuschreiben, den ersten Schritt zu tun.


    das wäre vielleicht vor allem fairer, als das wir uns hier "hinter ihrem rücken" den kopf zerbrechen.

    Zitat

    Ängste sind überwindbar, wenn wir bereit sind, ohne Vorurteile, uns gegenseitig zu öffnen und uns zuzuhören.

    ja, du hast recht es wäre wünschenswert und sicher einen versuch wert.

    Liebe Grüße, Roa

  • mir ist jetzt klar geworden, wieso ich im Alkoholikerbereich nicht schreibe.

    Im Hinterkopf sind Vorwürfe noch bei mir vorhanden. Wie kann man das seinen Kindern antun?

    Ich habe auch grosse Angst davor, dass ich vielleicht durch unbedachte Worte sie/ihn verletzen könnte und er/sie dadurch wieder Trinken würde.

    Hier sitzen bei mir noch Schuldgefühle aus meiner Kindheit fest. Da ich mir die Schuld gegeben habe, dass meine Mutter getrunken hat.

    Oberflächliche Gespräche wären möglich, aber keine tiefer gehenden, meine Gefühle (Wut) kommen noch hoch.

    Da nutzt mir mein ganzes Kopfwissen nichts.

    Hoffe, dass Zeit und mitlesen meine Gefühle ändern, zumindest die Gefühle zu Menschen, die mir nichts, durch ihr ehemaliges Trinken, getan haben.

    Weitsicht

  • Liebe Weitsicht,

    jetzt wo dus schreibst werden mir auch meine Gründe klar

    Zitat von Weitsicht

    Ich habe auch grosse Angst davor, dass ich vielleicht durch unbedachte Worte sie/ihn verletzen könnte und er/sie dadurch wieder Trinken würde.

    Das ich da nicht früher drauf gekommen bin.

    Jahre lang hab ich ja vorgespielt bekommen, meine Worte können Auslöser für meine Mutter sein zur Flasche zu greifen.

    Warum also auch nicht bei anderen Alkoholikern, ob nun trocken oder nicht.

    Das Risiko wieder ungewollt für die Krankheit anderer Verantwortung zu nehmen, ist mir zu hoch.

    Ich halte mich ja auch im realen Leben fern von Menschen mit Alkoholproblemen, warum sollte ich hier gegenteilig agieren!

    Danke dir, dass du deine Gedanken darüber geteilt hast.

    Roa

  • nachtrag: wir lernen hier uns abzugrenzen von unsren alkholkranken elternteile.

    wir lernen den kampf gegen den Alkohol nicht in unserem erwachsenen Leben immer wieder zu kämpfen.

    Mich auch im Alkoholikerteil des Forums zu beteiligen wäre demnach destruktiv.

    Ich sage nicht, dass man nicht auch Einsehen in die Krankheit gewinnen kann -

  • @ Roa ich teile gerne meine Gedanken, bekomme dadurch viel zurück.

    Lernen sich abzugrenzen, ist um zu gesunden, eine wichtige Erkenntnis.

    Durfte hier lernen wie Alkoholiker und Co-abhängige in der Regel reagieren und handeln.

    Wiederfinden konnte ich mich hier im EKA-Bereich, hat mir für mein Weiterkommen gut getan, altes, vergessenes, wieder hochkommen lassen, das nochmal betrauert werden wollte. Tränen durften fliessen.

    Möchte jetzt die besinnliche Adventszeit nutzen, mir Gutes zu tun, ich lasse los und zu, was sich bei mir gerade ergeben wird. Mit der Zuversicht, dass alles seinen Sinn hat, was mir gerade an Worten oder Ereignissen zufällt.

    Ach ja, ich habe am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt einen Engel aus Glas gewonnen, der ein rotes Herz in der Hand hält. Für mich ein Handschmeichler und ein schöner Schutz. Kann ihm erzählen was mich so bewegt und glaube daran, dass es bei ihm gut aufgehoben ist.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Hi Loreen,

    lieb von Dir, Deine Nachfrage, ich habe im Moment gemischte Gefühle, hängt sicherlich mit der Adventszeit zusammen, ist alles irgendwie gefühls beladen.

    Manches was ich hier lese, geht mir sehr nahe, habe wiedermal Probleme mit dem abgrenzen.

    Frage mich, warum gehen wir Menschen so miteinander um. Wir wissen doch soviel und trotzdem tun wir uns so weh.

    Nicht Wildfremde, sondern in der Familie, wie wir täglich hier lesen können.

  • liebe weitsicht,

    das frage ich mich auch sehr oft, ich denk das leben hat uns so gemacht, unser weg soll so sein, die schlimmen erfahrungen lassen uns wachsen und reifen. dazu gehören leider auch dinge, die weh tun und verletzen. am ende der schmerzen sind wir dann wieder ein stück gereift, schlauer geworden, uns näher gekommen. jeder hier der schreibt, etwas als schlimm und fürchterlich wahrnimmt, wird daran größer, stärker, selbstbewusster. deshalb ist es gut das wir hier lesen und es uns nahe geht, denn nur so können wir lernen, das wir nichts ändern können für andere, sie selbst werden reifen daran, und wenn du das dann lesen kannst, war es auch für dich und für mich eine weitere erfahrung auf unserem weg.


    drückdich

    lg loreen

  • liebe weitsicht!

    undank ist der welten lohn,sagt man doch...

    wenn DU als einziger mensch diese oberflächliche einstellung änderst,lächel..dann ist es gut...und es kann andere mit sich ziehen...schöner gedanke ,nicht wahr?

    liebe grüsse caro

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Zitat Frozen Tears im Thread Einfach nur meine Geschichte

    Aber überlege selber einmal, was für Dich eigentlich Liebe bedeutet und ob das auf Deine Beziehung zutrifft. Zu oft verwechselt man gerne als Coabhängige dieses Gefühl. Wir sind ja nciht nur süchtig, sondern wir fühlen es ja auch, wir fühlen uns in unserer Abhängigkeit so sehr zu unserem Partner hingezogen, dass wir meinen, ihn so wahnsinnig zu lieben. Das ist wohl schon das erste Phänomenunserer Coabhängigensucht. Das kleine bißchen Bestätigung , was wir bekommen reicht meist schon aus, um unsere Gefühle zu befriedigen. Das sit garnicht mal so anders wie beim nassen Alkoholiker. Der kann nicht vom ALkohol lassen, vergißt alles um sich herum und läßt alles stehen und liegen für den Alk. Und so ist es mit jeder Sucht, wenn man noch dadrin steckt.
    Es hilft Dir sicher, Dich hier im Forum noch mehr zu informieren. Denn Du bist ja nicht die einzige, der es so geht. Nach und nach kannst Du aber lernen zu verstehen , wie es in den Köpfen von Coabhängigen tickt. Es gibt auch sehr schöne Threads, wo darüber diskutiert wird, ob ein nasser Alkoholiker überhaupt lieben kann. Immer wieder liest man, dass ein nasser Alkoholiker in erster Linie den ALkohol liebt, dass der für ihn an erster Stelle steht und das ist auch so und wird immer stärker. Du mußt bedenken, dass der ALkohol ja Gefühle betäubt und verfälscht. So auch die schönen Gefühle. Es bleibt meistens nur ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis. Beide Partner haben auf ihre Art immer mehr Angst vor dem Alleinsein. Denn jeder kann für den anderen gewisse Funktionen erfüllen. Ein liebender Mensch verhält sich auf jeden Fall anders. Fürsorglich, verantwortungsvoll, zuverlässig, ehrlich etc.
    Aber auch uns Coabhängigen fehlt die Liebe, die Liebe zu uns selbst. Wir müssen erst einmal davon überzeugt sein, dass wir die Liebe auch verdienen, die wir uns wünschen. Dann können wir sie auch überhaupt erst einfordern, dann sind wir nicht mehr zufrieden mit dem bißchen, was uns in diesen Abhängigkeitsbeziehungen noch bleibt. Und am nächsten Tag erdulden wir wieder Situationen mit Gewalt, Aggressionen, Streit, Verzweiflung, Wut, Betrogenwerden...Je mehr Du hier liest umso mehr erkennst und durchblickst Du die Muster der Abhängigkeitsbeziehung und findest es auch in Dir wieder, mehr oder weniger. Setz Dich nicht so unter Druck, denk nicht so viel über seinen Alkoholkonsum nach oder ob Du um Eure Beziehung kämpfen solltest. Um Liebe muß man nicht kämpfen. Entweder ist sie da oder nicht. Wenn sie nicht mehr da ist kannst Du auch nichts mehr tun. Versuche mal Deine Gedanken ein wenig zu ordnen und zu überlgen, was Du aus dieser Beziehung überhaupt gewinnst. Viel Mut und Kraft wünsche ich Dir.

    Hallo Frozen Tears,

    ich danke für diese klaren Worte, ich wünsche mir, dass ich diese Sätze oft fühlen kann, sie drücken Wahrheit und Klarheit aus.

    Und meine Sichtweise sieht gesünder aus. Danke Dir von Herzen. Fühle mich bestätigt und innerlich frei im Moment. Deine Sätze werde ich mit meinem Mann heute noch teilen.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Bilder und Erlebnisse von meiner Kindheit oder bisherigem Leben kommen automatisch hoch, wenn ich hier lese, und mich auf andere hier Schreibende einlasse.


    Scham, Schuldgefühle, negative Überzeugungen über mich selbst sind Überbleibsel früherer, nicht gelebter Emotionen. Es ist für mich wichtig, sich das Ereignis oder die Situation noch einmal zu vergegenwärtigen, die diese Gefühle hervorgerufen haben könnte, und verdrängte Wut, Angst, Schmerzen oder Traurigkeit zu fühlen.


    Nur so denke ich wird meine Selbstliebe wachsen können, sowie mitmenschlicher und liebevoller Umgang mit anderen zur Selbstverständlichkeit.

    Weitsicht

  • mir geht es gut, hatte ein schönes besinnliches Wochenende, Tochter mit Freund waren Nikolausgeschenke abholen, den Abend haben wir mit gutem Essen und Spielen gestaltet.

    Der Personaltrainer ist für mich spitze, trainiere fleissig, dass die Pfunde sich nicht vermehren, eher purzeln. Ist in dieser Zeit schwer, leckere Plätzchen verleiten mich zuzugreifen. Möchte diese Zeit nicht nur einschränkend für mich verbringen. Wie schnell ist jetzt 1. Januar 2009, jawohl dann werde ich konsequenter an meine Gewichtsreduktion drangehen. Das verspreche ich mir.

    Ach ja meinem Mann habe ich o.g. Sichtweise vorgelesen, er sieht sich nicht als süchtiger oder abhängiger Mensch an. Thema ist noch nicht ausdiskutiert, möchte ich nochmal, wenn wir mehr Zeit und Ruhe haben, hinsehen, schliesslich ist er auch EKA. Und ich weiss von seinen Schwachstellen hilfloser Helfer für andere, gewesen zu sein. Ist heute noch manchmal zu erkennen.

    Weitsicht

  • huhu liebe weitsicht,

    schön das dein pt endlich angekommen ist. und jetzt kannst du umsomehr plätzchen essen :) danach gleich weiter trainieren.

    wünsch dir einen schönen entspannten tag mit viel gutes für dich

    drückdich
    lg loreen

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