Beiträge von Roa

    Hallo Carter!

    Ersteinmal Herzlich Willkommen, ich hoffe du wirst hier auf den Austausch treffen, der dich weiterbringt.

    Zitat von Carter

    Naja denke nach dem Umzug werde ich mir wohl mal eine Psychologen suchen damit ich alles aufarbeiten kann

    Ich glaube das ist keine schlechte Idee ;)
    Das ist ja ganz extremer Psychoterror den deine Mutter da durch zieht, meine mutter hat auch gern mal gesagt "es wär besser wenn ich unter der erde wär" aber nie so direkte drohungen und inszenierungen.

    An deiner Stelle würde ich den Kontakt zu deinen eltern komplett abbrechen, aber das musst du natürlich für dich selbst wissen.

    Auf jeden Fall würde ich deine kinder auf gar keinen Fall in ihrer Obhut lassen.


    Ich wünsch dir alles Gute!
    Liebe Grüße, Roa

    schön, dass das gespräch gut verlaufen ist :)

    aber die sache mit dem psychologie-studium kenn ich nur zu gut. Meine Mutter hat da selber einige insides, hat auch nich verhindert, dass sie in alkohol und depressionen verschwindet.

    und ich kenn so einige freundinnen, die psychologie studieren und selbst aus eher dysfunktionalen familien stammen. unterstütze ich nicht sonderlich. psychologie studieren um sich selbst zu therapieren...das wird nichts. oder die andre möglichkeit: therapeut werden, aber nie auch nur annähernd die eigenen probleme bemerken...auch nicht so wirklich das richtige.

    während ich alles so aufarbeite meinte ich mal zu einer freundin vllt hätte ich ja doch psychologie studieren sollen. ihre antwort gefiel mir sehr gut: "nein hättest du nicht. du musst nicht die theorie lernen. du wendest in der praxis an was dich für dein leben weiterbringt"

    einen guten start in die neue woche! Roa

    hallo ihr beiden :)

    auch noch so spät wach? habe gerade euer gespräch zum thema freundschaften mitgelesen.

    ich hab da natürlich solche erfahrungen noch überhaupt nicht gemacht.

    aber grundsätzlich sind meine besten freundschaften die in denen ich lernen durfte auch mal zu nehmen.

    verlieren kann man nie was wenn man sich wieder meldet. ich denke euch wird nichts anderes als freude entgegen gebracht wenn ihrs tut, also zu verlieren gibts da sicher nichts ;)

    ich hatte auch für "lange 8 Monate" nur wenig Kontakt zu einer sehr guten Freundin, weil wir beide eine zeitlang ganz unterschiedliche interessen verfolgt haben und ich find es ganz wunderbar die freundschaft jetzt wieder aufleben zu lassen auch wenn inzwischen ein paar km zwischen uns liegen.

    hoffe sehr, dass ich den kontakt nie verlieren werde, zu den ganz besonderen

    also merk ich mir schonmal: niemals den mann zur einzigen bezugsperson werden lassen, aber hatte ich eigentlich eh nie vor ;) mal wieder was was mich das schlechte beispiel meiner eltern gelehrt hat. miteinander nicht glücklich, aber keine freunde. und letzteres trägt zum ersteren nur bei.

    ich wünsch euch noch nen schönen abend!

    sorry, dass ich mal wieder so überraschend interveniere ;)

    grüße Roa

    Hallo Julia,

    was ist denn das für eine Kollegin, die soetwas gegen einen verwenden würde frage ich mich.
    Und vorallem wie will sie es gegen dich verwenden? Du trägst keine Verantwortung für die Taten deines Vaters, schon gar nicht für Sucht! Da kann sie dir gar keinen Strick draus drehen, wenn du mich fragst!

    Ich glaube, dass ich irgendwann auch offen dazu stehen kann. Allerdings werde ich wohl niemals einfach mal nebenbei rausrutschen lassen, meine mutter war alkoholikerin und meine kindheit nicht so wirklich leicht.
    wenn man sowas so ganz "locker" daher sagt, dann ist das vielleicht auch eher ein Hilfeschrei andrer art, du meintest ja schon häufiger, dass er immer versucht mit dir über seine probleme zu reden. vielleicht ist das seine art gesprächspartner auf zu tun, weil er so dringend jemanden zum reden braucht.

    grundsätzlich fängt glaube ich die offenheit dann an, wenn die scham nachlässt und wenn den eltern die verantwortung zurück gegeben wurde.

    Dennoch, als ich vor ein paar wochen mit einer freundin sprach, die ich erst seit 3 monaten kenne, ging es um das thema kindheit. sie erzählte mir davon, dass ihr vater sie geschlagen hat, ich hab mich auch gefragt, ob er auch ein alkoholproblem hatte. ich habe zwar dann auch offen gesagt, dass ich ein schlechtes und gespanntes verhältnis zu meinen eltern habe, das mit dem alkohol wollte aber nicht über meine lippen.

    ich denke da sollte man sich auch die zeit nehmen die man braucht.

    viele grüße zurück, Roa

    Hallo Mozarth,

    meine Mutter ist Alkoholikerin und trotz allem hatte ich zu meinem Vater den großteil meines bisherigen lebens das schlechtere verhältnis. die vertrauensperson war meine mutter.

    dennoch was die krankheit meiner mutter betraf, da sind wir uns nie in den rücken gefallen.

    inzwischen habe ich nur noch sehr wenig kontakt zu meiner mutter und ein besseres verhältnis zu meinem vater. ich habe sehen können, dass auch seine handlungen teil der familienkrankheit waren und nicht ausdrucks seiner nicht-liebe mir gegenüber.

    ich finde du und Olive ihr habt beide recht. Deine Frau kann so ihren Alkoholkonsum besser vor sich selbst rechtfertigen und gleichzeitig noch streit zwischen dir und deiner tochter entfachen. sie sieht mit sicherheit die gefahr, dass wenn du aus deinem co-dasein ausbrichst, auch deine tochter ihre rolle in der familienkrankheit aufgeben könnte und zumindest das kann sie so schon mal vorsorglich verhindern.

    manipuliert wird bei der familienkrankheit alkoholismus ständig.

    aber deine tochter ist 17 und im grunde in einem alter wo sie entscheidungen für sich selbst treffen kann. sie auf foren, selbsthilfegruppen, bücher hinzuweisen, das ist sicher nicht schlecht, die hilfe annehmen, dazu kann sie sich nur selbst entscheiden!

    aber wenn du deinen weg daraus findest, dann is das auch für sie das beste. wenn sie vor gelebt bekommt, dass man sich selber retten darf, dann wird auch ihr das leichter fallen, denke ich.

    Lieber Gruß, Roa

    Hallo Kermy!

    Es freut mich, dass dein Vater sich von sich aus für einen Entzug entschieden hat. Und ich wünsche dir, dass er das auch durchzieht.

    Trotzdem alarmiert es mich wie abhängig dein Wohlbefinden von deinem vater ist.

    Denn von Entzügen und Rückfällen kann hier jeder ein Liedchen singen (Meine Mutter war auch mal in einer Klinik). Was tust du wenn er nicht trocken wird? Wenn er rückfällig wird? Was tust du um dann mit dir und deinem Leben glücklich zu sein?

    Ich wünsche dir natürlich trotzdem, dass dein Vater es schafft.

    Ich sehe seit bald 20 Jahren wie der Alkohol meine Mutter zerstört, früher oder später wird er wahrscheinlich zu ihrem Tod führen. Keiner wünscht sich das, wir alle lieben unsere Eltern.

    Aber mich selbst zu lieben, das steht für mich im Vordergrund. Ich trage die Verantwortung für mein Leben und mein Wohlbefinden und nicht für das meiner Eltern.

    lg, Roa

    Achja, was das thema trennung als einzige lösung betrifft:

    Zitat von Kibitz50

    Ich stelle fest, dass hier die landläufige Meinung vor herrscht... verlasse deiner Partner oder Du bringst ihn letztendlich um!

    jeder schreibt hier von seinen erfahrungen -> viele die rausgekommen sind, schreiben davon, dass die trennung ihr weg in die freiheit, ins selbstbestimmte leben war -> diese erfahrungsberichte sind überwiegend -> es wird zur "landläufigen meinung"

    niemand sagt, dass das der einzige weg ist. aber viele sagen, dass es IHR weg war. dass dies die mehrheit ist, daraus könnte man schließen, dass es in den meisten fällen tatsächlich der beste, der gesündeste und vllt der einzige weg ist. musst du aber nicht, das bleibt jedem selbst überlassen was er aus diesem forum zieht.

    ich würd dir aber raten was das thema betrifft dich mal bei den alkoholikern durchzuklicken. da gibts das weitverbreitete thema, der trennung nach der trockenheit, weil der trockene alkoholiker nun mit der abhängigkeit seines partners nicht mehr klar kommt. sehr ausschlussreich, finde ich.

    wie gesagt für meinen vater würde ich die meisten chancen auf ein wieder glückliches leben in einer trennung sehen, aber es ist allein seine entscheidung, seine verantwortung, ich kann es ihm ans herz legen, vielleicht die idee entzünden, aber drängen und raten kann ich ihm nichts.

    Hallo Kibitz50,

    ich bin Erwachsenes Kind einer alkoholabhängigen Mutter (und von denen gibt es reichlich, mit sicherheit). Meinem Vater fällt also die Rolle der Co-abhängigkeit zu.

    Und wenn er seit 20 jahren an ihrer Seite lebt und sich all das antut, dann macht schon allein das ihn "abhängig".

    Aber er hat sich mit der Situation arrangiert schläft meist an seinem arbeitsplatz, ist kaum noch zu hause. redet nur das nötigste mit ihr. nur wenn familienfeste und offizielle anlässe anstehen sieht man die co-abhängigkeit deutlich, dann sorgt er sich, dass auch alles klappt das SIE nicht betrunken ist und und und.

    ja, er kommt schon klar, alles nimmt so seinen lauf.

    Und dennoch ich würde mir so sehr für ihn wünschen, dass er dem allen endlich mal ein Ende bereitet. auszieht, sein leben lebt, neue dinge ausprobiert.

    Er ist etwa in deinem Alter und ich weiß es gäbe noch so viel für ihn da draußen, aber seine co-abhängigkeit hält ihn gefangen.

    Ich würde ihm wünschen eine neue Frau kennen zu lernen, ein richtiges Familienleben kennen zu lernen.

    "arrangieren" das reicht NIEMALS, glaube ich...

    im übrigen denke ich ist das auch der grund warum es mehr co-abhängige frauen hier gibt. die meisten männer meinen sie können sich schon arrangieren, sie sind schließlich der starke mann im haus müssen alles regeln, dürfen nicht leiden. das macht sie nicht weniger co-abhängig, es fällt bloß nicht auf, weil das die von der gesellschaft anerkannte rollenzuteilung ist. die frauen die sich um ihren alkoholkranken mann kümmern, die all die arbeit übernehmen, denen wird eher verwunderung entgegen gebracht und es fällt ihnen selbst schneller auf, dass irgendwas nicht stimmt.

    es tut mir sehr leid mit deinem schlaganfall und ich kann natürlich nicht sagen in wie weit dich das das grundsätzlich von äußerer hilfe abhängig macht.

    aber ich lebe lieber mein selbstständiges leben weit weg von meinen eltern, als aus bequemlichkeit mich zu hause bekochen zu lassen, meine wäsche waschen zu lassen, meinen finanzkram regeln zu lassen und und und.

    liebe grüße, Roa

    hey!

    tut mir leid für dich, dass deine schwester da so weit drin ist, mir hilft es unheimlich mit meiner absolut einer meinung zu sein. da gibt es keinerlei vorwürfe zwischen uns.

    was die heirat meiner eltern betrifft, gesagt wurde es mir nie, aber ich weiß, dass meine mutter schon schwanger war bei der heirat und meine familie sehr konservativ. kann also gut sein, dass die schwangerschaft grund für die hochzeit war, vor allem, da das bei meinen eltern so ein on- off- ding über jahrzente war und beide dann schon sehr alt, also ziemlich unter druck zu heiraten.

    meine mutter hat auch mal gesagt sie hätte meinen vater verlassen wollen als wir klein waren. ja wieso hat sies denn da nicht gemacht?
    da schwang auch immer ein indirekter vorwurf mit denke ich

    ich hab es ihr aber auch vorgeworfen, warum sie das nicht getan hätte uns das leben mit unserm vater angetan hat. inzwischen glaube ich nich, dass es mir besser gegangen wäre mit einer allein-erziehenden alkoholkranken mutter, so hab ich wenigstens jetzt die chance einen zugang zu meinem vater zu finden.

    aber alles ihrer beider entscheidung: uns zu bekommen, zu heiraten, sich nicht zu trennen. ist ja noch nicht mal jetzt der fall, dass sie sich mal trennen. leider.
    also schuldig fühl ich mich nicht, hab ich auch dafür nie, zumindest nicht bewusst. (für die alkoholsucht meiner mutter, ja, aber das ist ein anderes thema)

    lg Roa

    Liebe Linde,

    Vollmond...wäre mir jetzt nicht aufgefallen, aber vielleicht wusel ich deswegen noch herum.

    ich will aber eigentlich nur kurz noch einmal auf das thema innere und äußere distanz eingehen.

    es kann schon sein, dass sich da viele was vormachen.

    aber ich habe mich ganz eindeutig schon lange bevor ich augezogen bin nach und nach von meinen eltern distanziert innerlich, anders hätte ich es gar nicht der durchgeschafft.

    aber ohne räumlichen abstand war die belastung die distanz auch aufrechtzuerhalten natürlich viel größer.

    also meine these: oftmals ist äußere distanz vorraussetzung für innere. zeitweilig kann aber auch zuerst von innen heraus als schutzmechanismus innerer abstand gewonnen werden, dieser bleibt aber meist nur dann erhalten, wenn auf die dauer auch räumlicher dazu kommt.

    ob es der frau nun ähnlich ging wie mir oder sich was vormacht, darüber kann ich nicht urteilen.

    eine schöne vollmond-nacht allerseits!

    Roa

    Liebe Caro,

    ich wünsch dir viel Erfolg und Kraft bei deinen neuen Plänen.

    Ich hoffe allerdings, dass du nicht meinst bisher auf dem falschen weg gewesen zu sein!

    Wenn er letztenendes nun doch zum endgültigen Kontaktabbruch führt, dann war auch jeder Schritt dazwischen!!

    Nur Mut und weiter gehts voran :) Roa

    Hallo,


    alleine bist du sicher nicht :) keine sorge, hier triffst du auf sehr viele menschen mit ähnlichen erfahrungen und lebenwegen.

    wow, du hast ja wirklich enorm viel durchgemacht und sehr viele verschiedene therapien ausprobiert.

    von deiner erfahrung da kann ich sicher profitieren und da fällt mir ein in Manfredsch's thread haben wir auf den letzten Seiten einiges über Rituale und Traumtherapie geschrieben, falls dich das interessiert.

    verantwortlich für meine schwester sein, hm, nicht in übertriebenen maße. sie ist mit sicherheit der wichtigste mensch in meinem leben und wenn es ihr schlecht geht, dann kann es auch mir nicht richtig gut gehen, aber ich weiß dass sie fähig ist richtige und gute entscheidungen ihr leben betreffend zu treffen. ich gebe ihr ratschläge, sage ihr was ich denke, wenn ich mir sorgen um sie mache oder sonst irgendwas. aber verantwortlich fühle ich mich nicht.

    ich würde ihr gern ihren kummer nehmen, hätte ihr gern eine krankheit abgenommen, weil ich der meinung war ich würde damit sicher besser klar kommen. und sowas eben.

    als wir jünger waren, war ich meist am diskutieren mit meiner mutter, habe sehr viel kraft investiert, sie in den arm genommen. die starke gespielt. momentan genieße ich es ihr gegenüber meine ängste einzugestehen, ihr nichts mehr vorspielen zu brauchen. sie ist der einzige mensch, bei dem ich mir immer und immer hundert prozentig sicher sein kann, dass sie mich so liebt wie ich bin.

    aber ich komme vom thema ab. verantwortung.

    ich weiß, dass sich meine schwester sorgen um meinen alkoholkonsum gemacht hat, sie hats nicht direkt angesprochen, ich hab es gespürt. und mir wars dann auch nicht mehr geheuer.
    ich hab erst seit ich 17 bin angefangen bin was zu trinken und zwischen meinem 18ten und 19ten geburtstag sehr viel und häufig. allerdings im vergleich zu einem großteil meines bekanntenkreises, war das nicht auffällig oder übertrieben. trotzdem mir wars genug.

    vielleicht kommt dein bruder ja auch zu dieser einsicht. es ist nicht deine verantwortung und du kannst ihm zu nichts überreden, vielleicht kannst du nichts tun außer den dingen ihren lauf lassen und immer signalisieren, du machst dir sorgen und bist für ihn da sollte er sich entscheiden etwas zu ändern.

    liebe grüße und einen schönen abend, Roa

    Liebe Jule,


    ich denke beide Faktoren, die du nennst, spielen eine Rolle. Viel entscheidender war aber glaub ich etwas anderes. Ich versuche dir das mal zu beschreiben, in dem ich Gedanken, die ich zu der Zeit hatte, wie sie auch in ähnlicher Form in Tagebüchern zu finden sind, aufschreibe.

    "Wieso hört Mama nicht auf zu trinken, sie liebt mich doch? Oder etwa nicht? Wahrscheinlich nicht, denn sie schafft es ja nicht. Und ich habe sie ja schon tausend mal darum gebeten aufzuhören und wenn es nur um meinetwillen wäre. Ich hab ihr gesagt, dass ich sie brauche. Aber es interessiert sie nicht. Wenn sie mir zu liebe nicht aufhört, dann kann sie mich ja gar nicht lieben. was mama und papa mir alles antuen tag für tag, das würden sie doch niemals tun, wenn ich ihnen nicht egal wäre. Und wenn mich schon meine Mutter nicht liebt, wie sollte mich dann sonst jemand gern haben, geschweige denn lieben. Is ja auch kein wunder, schau dich mal an, abgenommen haben wollte ich längst. und hässlich bin ich sowieso, schaut mich ja auch keiner an in der schule. und hinkriegen tust du auch nicht, kein wunder dass meine eltern nicht stolz auf mich sind."

    was mich zu meinem vater bringt...vielleicht hier mal ein gespräch:

    I: "papa ich hab meine Deutscharbeit zurück, ich hab eine 1"
    P: "bloß eine 1, nichts besseres"
    I: "in der mittelstufe gibt es keine 1+, ne 1 is das beste was ich bekommen kann"
    P: "Aja. Hast du denn dein Fahrrad mal repariert?"
    I: "Nein, dazu bin ich noch nicht gekommen"
    P: "Du faulenzt den ganzen Tag nur und Mama könntest du auch mal im Haushalt helfen, der ganze Abwasch steht schon wieder in der Küche rum."

    sein kommentar zu meinem abi mit schnitt im 1er bereich: "aha. na gut"

    nein, meine eltern haben mir nicht vermittelt, dass ich etwas wert bin. Meine mutter konnte den Alkohol nicht für mich aufgeben. Inzwischen weiß ich der Alkoholiker kann nur trocken werden, wenn er das für sich selbst will. Das niedrige Selbstwertgefühl verschwindet davon aber auch nicht schlagartig.

    Mein Vater, typisch co, hat nie die kraft aufgebracht mir die zuneigung und wertschätzung die ich so dringend brauchte entgegen zu brauchen. er selbst ständig unter dauer stress und selten zu hause, kann bei der kleinsten kleinigkeit die noch nicht erledigt wurde austicken. schulische leistungen waren grundsätzlich nicht gut genug und sowieso ich hätte mich doch auch sonst mal mehr engagieren können. mir fehlt der antrieb.
    meist der stille vorwurf dabei "du bist wie deine mutter" oder "eines tages endest du wie sie"

    so das wurde jetzt sehr ausführlich, tat aber auch gut, das mal nieder zu schreiben.

    ich bin nicht mehr wütend auf meine eltern, auch das war ich mal, das musste ich rauslassen. aber wie gesagt inzwischen verstehe ich auch vieles, warum sie wie gehandelt haben. und ich weiß es war nicht, weil sie mich nicht geliebt haben oder weil ich nicht liebenswert war.

    das zu verstehen, das war schon ein ganzes stück arbeitet. und hat mir auch schon ein ganzes stück selbstwertgefühl zurück gegeben, aber das bloße verstehen reicht nicht.

    ich weiß nicht, ob du das zufällig mitgelesen hast. aber in einem thread hier sprachen wir über rituale und kamen so auch darauf, dass wir jetzt wo wir erwachsen sind zurück denken an das kind was wir mal waren, es in unserem herzen lieben und beschützen, ihm das geben, was unsere eltern uns nie geben konnten. das ist ein weiterer schritt dabei mich selbst wert schätzen und lieben zu lernen.

    Liebe Grüße, Roa

    Hallo Erdling,

    Zitat von Erdling

    auf einen Menschen mit einem freundlichen lächenden Gesicht zuzugehen.

    du hast schon Recht, das ist immer von Vorteil und hat mir auch sehr geholfen meine Schüchternheit zu überwinden.

    Allerdings geht das schlechte Gefühl häufig noch sehr viel tiefer, bei mir jedenfalls. Es rührt von dem geringen Selbstwert, den mir meine Eltern mit auf den Weg gegeben haben. Und es kostet viel Kraft und Zeit, das zu ändern.

    Ein offenes Lächeln andren Menschen gegenüber ist da nur der erste vorsichtige Schritt.

    Roa

    hallo bookfriend,

    ohja, das kenn ich auch.

    es ist sehr paradox und es fällt mir immer schwer es anderen zu erklären.

    ich habe viele gute freunde und viele bekannte, bin vor allem im gegensatz zu früher (ich war sehr introvertiert und schüchtern) anderen leuten gegenüber sehr viel offener geworden.

    kein grund zu klagen eigentlich, aber dann sind da diese momente, die eigentlich gar nichts bedeuten, aber wo ich nicht eingeladen wurde, jemand nicht auf ein gespräch eingegangen ist, dass ich anfangen wollte. und jede solche kleinigkeit löst in mir ein riesen-gefühls-chaos aus (dabei muss die person mir noch nicht einmal was bedeuten). da fühl ich mich ganz schnell wieder wertlos und unwichtig.

    mit leuten die mir nur ab und zu über den weg laufen hab ich darum häufig arge probleme, weil ich jedesmal verzweifelt drum kämpfe von denen registriert, akzeptiert, gemocht werde.
    ich brauche lange bis ich da menschen wirklich vertrauen kann. dann habe ich allerdings keinerlei problem mit dabei.

    heute hab ich mitbekommen, dass ein typ, den ich sehr nett finde, gestern ne party gefeiert hat, die er mir gegenüber nicht mal erwähnt hat. bei sowas gehts mir richtig schlecht, auch wenn wir uns eigentlich erst kurz und kaum kennen und da eine einladung gar nicht unbedingt zu erwarten wäre.

    aber ich neige dazu jeden schritt meiner umgebung gegen mich zu interpretieren.

    naja, daran arbeite ich gerade, mein selbstwertgefühl so zu stärken, dass ich mich vor solchen downs besser schützen kann.

    was ich hier häufig lese, viele sind in keiner festen partnerschaft und sehr zufrieden damit.

    grundsätzlich bin ich ein unabhängiger mensch und bin sehr pro Scheidung und der gleichen, wenn es nicht mehr funktioniert. aber ich hab es noch nicht ein mal zu einer beziehung gebracht. das macht mich traurig, darum fühl ich mich einsam, auch im kreis meiner freunde, ich bin nicht allein, 'bloß' einsam.

    hm, da bin ich mal wieder abgeschweift, jedenfalls bist du nicht die einzige mit diesen gefühlen!

    liebe grüße, Roa

    Hallo Annika,

    ich finde Vaan hat recht "darauf warten" und "in der nähe bleiben", damit vergeudest du dein leben und es ändert auch an deiner mutter nichts.

    Zitat von ella87w


    ich glaube ich kann nicht mehr an sie glauben, das sie es schafft. ich hab ihr immer wieder geglaubt und immer hat sie mich enttäuscht. es heißt ja die hoffnung stirbt zuletzt.

    ich glaube die hoffnung stirbt langsam... :(

    ich weiß nur nicht ob das gut ist oder nicht?

    ja, das geht mir ähnlich. ich sehe das inzwischen so, die hoffnung meiner mutter betreffend ist der Realität gewichen, aber dafür kann ich meine Hoffnung jetzt in mich, mein Leben und meine Zukunft investieren. Das ist ein wirklich schönes Gefühl!

    Was die Hochzeit deiner Schwester betrifft, denke auch das war wohl besser so. Meine Mutter war nicht auf meiner Abizeugnisvergabe. Das hat mich schon verletzt. Inzwischen bin ich froh, denn so war es wenigstens kein Schauspiel, sondern spiegelte die reale Familiensituation wieder. Und ich musste mir keine Gedanken um sie machen.


    Liebe Grüße, Roa