Beiträge von Roa

    Hallo Tina,

    ich kann Insulaner nur in allen Punkten zustimmten. Es ist wirklich nicht leicht als außenstehender zu beuteilen, ob eine sucht vorliegt, aber von deiner Beschreibung her halte ich das für sehr wahrscheinlich. Schon allein, dass es dir aufgefallen ist, dass du hier gelandet bist deutet daraufhin.

    Zitat von tina22

    Beim Abendessen, nachdem sie lange Zeit alleine in der Küche, bei geschlossener Türe war ist sie nicht wiederzuerkennen. Sie hat total müde, glasige Augen und sieht auch so total fertig aus. Wenn sich die Familie am Tisch über ein bestimmtes Thema unterhält, dann wirft sie immer ganz wirre Sachen ein und kapiert überhaupt nicht mehr um was es eigentlich geht. Ich möchte nicht sagen, dass sie lallt beim reden, aber sie redet dann auch immer ganz komisch. Wenn sie in diesem Zustand ist, dann ist sie auch immer total auf Konfrontationskurs, sie fühlt sich bei jedem Thema angesprochen und angegriffen und würde am liebsten einen Streit vom Zaun brechen. In dieser Situation ist sie überhaupt nicht mehr die Frau die ich kenne, sie ist so zerbrechlich und so wehrlos, fast lächerlich...In diesem Moment hasse ich sie richtig und ich schäme mich wahnsinnig!

    das könnte wort für wort von mir stammen...

    und auch ich würde dir gern an herz legen: sprich es an, bei anderen familienmitgliedern und bei deiner mutter. das ist sicher nicht leicht, aber das wirkunsvollste mittel co-abhängigkeit zu vermeiden.

    lieber gruß, Roa

    Hallo erstmal!

    das sind in der Tat so einige Fragen, ich fang einfach mal oben an und schau was mir so einfällt ;)

    Was das thema vererbbar betrifft, das ist so weit ich weiß ziemlich umstritten, such mal hier im Forum ich glaub da hab ich bei den allgemeinen info-threads irgendwo mal was zu gelesen. In jedem Fall aber ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder von Abhängigen selber abhängig werden größer, schließlich hat man das jahrelang vorgelebt bekommen.

    Ich denke du hast Recht was deine Brüder betrifft, Abwesenheit war ihr Schutzmechanismus, ihre Chance zu überleben! wie ist dein verhältnis zu ihnen?

    "abgeguckt" da beschreibst du das was ich am Anfang schon erwähnte, für uns Erwachsene Kinder von Alkoholikern ist das Verhalten unsrer Eltern das einzig 'normale' Familienleben was wir kennen gelernt haben. deswegen meiner meinung nach also, ja, viele lernen keine anderen methoden mit stress und problemen klar zu kommen. aber das kommt auch ganz stark auf die situation an (gab es andere erwachsene vorbilder...etc.)

    Was du schreibst klingt alles relativ nüchtern, NICHT gefühlslos, aber du schreibst wenig ÜBER gefühle (ich hoffe das kommt jetzt richtig rüber)
    wie geht es dir mit all dem? hast du das gefühl es beeinflusst dich? hast du das gefühl dazu zu neigen in abhängigkeit zu geraten von suchtmitteln, liebe, essstörungen gibt es da irgendwas?
    ich bin vielleicht aus gar nicht so anderen gründen als du hier gelandet, ich weiß nicht mehr wo ich das geschrieben hab aber überflieg wenn du magst vllt mal die ersten seiten in meinem thread "die ersten schritte auf einem langen weg" da schreib ich einiges zum thema eigener "alkoholkonsum = alkoholmissbrauch?"

    deine sorge um deinen Zwilling kann ich sehr gut nachvollziehen, ich frage mich all solche fragen auch immer für meine schwester mit. wobei ich allerdings momentan die größeren inneren kämpfe auszutragen hab.

    was tu tun kannst denke ich deinem zwilling hilfe und anstoß zur selbshilfe geben. vor alllem offen über das thema alkoholismus reden . in den meisten familien mit alkoholikern wird verschwiegen und vertuscht, das beste mittel gegen den mechanismus familienkrankheit ist meiner meinung nach offenheit.

    hast du selber schon mal über therapie, selbsthilfegruppe oder ähnliches unabhängig von diesem forum hier nachgedacht? vielleicht bücher gelesen? deinem zwilling bücher zu empfehlen, das ist immer eine gute möglichkeit der hilfe. die entscheidung bleibt der person selbst überlassen ob er/sie das auch lesen will.

    ich hoffe du findest hier viele antworten und viele neue fragen, die dich weiter bringen! lieber gruß, Roa

    was das thema "borderline" betrifft, das würde ich auch an einen therapeuten weitergeben, das zu beurteilen. ich hab ja schon in deinem thread bei den EKAs geschrieben, dass stimmungsschwankungen sehr weit verbreitet sind bei alkohlikern, das kommt mit dem krankheitsbild. ob da noch mehr ist, etwas schon vorher da war, ist unheimlich schwer zu beurteilen glaube ich und macht auch irgendwie keinen so wahnsinnigen unterschied, meinst du nicht?

    Zitat von jule1


    Almacya,

    was würdest Du Dir denn von Deiner Mutter wünschen?

    so ähnlich hast du mich das auch schon gefragt. und ich finde almacyas antwort darauf sehr schön.

    Zitat von almacya

    nicht viel. eigentlich nur dass sie mich liebt.

    ich glaube ich hatte meine antwort ziemlich ausgeführt, aber das trifft den kern

    lieber gruß in euren bereich :wink: Roa

    Hallo Manfred,


    ich bin da ganz Linde's meinung. auch wenn ich mich jetzt was kürzer gefasst hätte ;)

    unsere schuld ist gar nichts, zu verstehen helfen uns solche menschen und um zu verzeihen. verpflichten tut uns das zu nichts.

    zum thema therapien: ich glaube 100% unsrer gesellschaft könnten aus therapien so einiges ziehen und lernen, natürlich für jeden nicht gleichakkut, aber über das leben und über sich selbst zu lernen auf so eine intensive art das bringt doch jedem was.

    Was die Frau aus deine shg meinte, lass dich davon nicht zu sehr beeinflussen, wie du selbst sagst sie kennt nicht alles. sie hat schon recht die innere trennung ist die letztendlich entscheidene, aber manchmal ist eine räumliche trennung, bzw. ein kontaktabbruch erst die vorraussetzung die sowas möglich macht. vielleicht brauchte sie das nicht. lass dich von sowas nicht von deinem weg abbringen-

    alles gute, Roa

    Liebe Melanie,

    oh mann, das tut mir wirklich Leid. Ich wünsche dir ganz viel Kraft das alles durchzustehen.

    Wenn ich das so lese, werde ich das gefühl nicht los, dass mir das auch früher oder später bevor steht.

    liebe Grüße, Roa

    Hallo ihr Alle!

    Zitat von jule1

    Hab mir auch Gedanken gemacht, ob ich denn im Gegenzug dann auch etwas geben kann

    selbstverständlich: die andere seite kennen lernen zu verstehen , schon allein das hilft ungemein. es vervollständigt das bild und hilft somit die familienkrankheit besser zu durchschauen.

    und es ist schön zu hören, wie ihr euch um eure kinder kümmert, wie ihr ihnen versucht so gut wie möglich alles zu erleichtern. denn auf irgend eine weise repräsentiert das unsre co-abhängigen eltern, wenn sie es doch geschafft hätten raus zu kommen oder wenn sie es eines tages schaffen.

    außerdem ist es schön zu wissen, dass die eigene geschichte irgendwelchen kindern dort draußen vielleicht zusätzlich ein klitzekleines stück helfen kann, nicht verloren zu gehen im sog dieser krankheit.

    "persönlichkeitsgestört". ich denke in den seltensten fällen liegt vorher eine störung vor, meist ist es resultat der sucht. auch meine mutter konnte liebevoll und toll sein, jemand auf den ich mich verlassen kann. aber sie war auch die mutter, die ich nachts ins bett brachte und die treppe hinauf stützte. da schlimmste ist vielleicht die ungewissheit "welche der beiden erwartet mich heute". man muss lernen sich auf alles einzustellen, nicht zu vertrauen, die hoffnungen niedrig halten...das alles übernahm ich auch in mein restliches leben, manches mehr manches weniger.

    Zitat

    jetzt bist Du die zweite, die mir das hier bestätigt, dass diese Bücher-/Phantasiewelt etwas mit ihrer Herkunft aus einer Alkoholfamilie zu tun haben könnte. Das gibt mir zu denken...

    ja, bücher...ich hab auch immer gern gelesen, und mir häufig eine parallelwelt erträumt, ganz viele tolle geschichten, mit mega-happy-end :) tu ich immer noch manchmal :wink: meine eltern kriegen aber keinerlei rolle mehr darin. ein bisschen fantasie ist ja nicht schlecht.

    natürlich ist es auch eine art flucht, aber keine so ungesunde denk ich, zumindest nicht vergleichbar mit der entwicklung eigenes suchtverhaltens (bei jungen mädchen besonders häufig das essverhalten betreffend). aber ein anzeichen ist es wahrscheinlich nichts desto trotz.

    Zitat

    Aber wir sind draußen, Elocin. Allein das ist Gold wert für unsere Kinder, dessen bin ich mir gaanz sicher. Damit tröste ich mich. So haben sie die Wahl, was sie vorher nicht hatten!

    viel mehr braucht es nicht. die sucht ihres vaters, daran lässt sich nichts ändern, dass ihr da alle reingeraten seid auch daran nichts, es gibt auch nur extrem wenige möglichkeiten dem zu entrinnen. EKAs gelingt das vielleicht durch frühe aufarbeitung und der entwicklung eines "frühwarnsystems" und kindern aus funktionierenden familien, die gegen die abläufe der familienkrankheit eher resistent sind, weil sie für sie unnatürlich, unnormal sind.

    verzeih dir, dass es nicht früher gelungen ist, dass es so weit kommen konnte. das ist alles nicht mehr vordergründig. JETZT seid ihr da ja raus. keine sorge, deine kinder werden das genauso sehen. schuldzuweisungen bringen keine familie weiter, die kinder wissen das meist am besten.
    wie oft habe ich meiner mutter gegenüber schon den satz geäußert "vergiss es einfach, dass es alles vergangenheit.", hat sie allerdings nie aus ihren depressionen rausgeholt. für mich ist es das, vergangenheit, ich will meinen eltern nicht bitter und mit vorwürfen entgegentreten.
    trauern um das was mir meine eltern nicht geben konnten, das tu ich. aber das muss ich auch können, um abschließen zu können um voran zu kommen.

    Was die Offenheit über das Thema betrifft. ich glaube wenn du immer offen mit ihnen spricht, dann werden sie ganz von sich auch offen darüber reden können. wenn ihnen deutlich wird, sie müssen sich nicht schämen, es ist eine krankheit. lebe ihnen diese offenheit vor, das wird ihnen da raus helfen. und was die beste freundin betrifft, in dem alter hab ich meiner damaligen besten freundin auch zum ersten mal von allem erzählt, das war ein unheimlich wichtiger schritt für mich.

    ich finds toll, dass du dich so mit dem thema auseinandersetzt und was du dir alles für gedanken machst. aber du selbst schreibst es in deinem letzten beitrag, das wichtigste hast du längst getan :)

    gruß, Roa

    Liebe Annika!

    ich denke in deinen Texten stecken schon ziemlich viele Antworten auf deine Fragen:

    Zitat von ella87w

    wirkliche konsequenzen hat es ja nicht. ich weiß nur einfach nicht ob ich sie sich selbst überlassen kann und darf??

    ja, das darfst du! sie ist eine erwachsene frau, die ihre entscheidungen selber treffen kann. sie ist suchtkrank, ja. aber es ist eine krankheit, bei der "gewöhnliche behandlungsmethoden" wie eben sich kümmern nicht weiter helfen. im gegenteil lies dich mal bei den trockenen alkoholikern hier ein. die worte "persönlicher tiefpunkt erreichen" werden dir häufig ins auge sprungen. und dieser wird meistens erst dann erreicht, wenn der abhängige von allen im stich gelassen endlich einsehen muss, dass er vor den trümmern seines lebens steht und hilfe braucht. so lange sein leben noch funktioniert, gelangt er selten zu dieser einsicht.

    und in den meisten fällen führt alkoholismus in den tod, so schrecklich es ist.

    Zitat

    wohnzimmerfenster in ihres um zu gucken ob die vorhänge offen sind, das fenster offen ist, licht brennt, einfach nach anzeichen dafür das sie lebt. es ist wie ein zwang aus dem fenster zu gucken, und zu gucken was tut sich? lebt sie überhaupt noch? nach dem tot von ihrem mann habe ich angst um sie das sie sich etwas antut. und angst wie ich reagiere wenn sie nicht mehr ist. in manchen momenten wenn ich richtig wütend bin weil sie mich mit sich runter zieht wünschte ich sie wäre bereits tot. dann hasse ich mich für diese gedanken. und denke was bin ich für ein mensch? darf ich sowas überhaupt denken?

    jedes einzelne dieser worte könnte von mir stammen! und ich glaube da können sich noch so einige hier anschließen. ich habe immer in ihr zimmer geschaut, abgewartet bis ich erkennen konnte sie atmet noch oder sie einen ton von sich gegeben hatte. und das mach ich auch immer noch, wenn ich mal da bin. und zur selben zeit wünschte ich mir manchmal einfach nur es wär alles vorbei. die gedanken gehen nicht weg...

    warum trotzdem loslassen, die distanz suchen? DARUM:

    Zitat

    ich will nicht mit ihr untergehn!!! ich hab auch so viele schöne dinge in einem leben und sie macht mich kaputt! das will ich nicht!

    was die katzen betrifft: kannst du die zu dir nehmen, die sollten natürlich nicht darunter leiden, dass deine mutter keine verantwortung übernehmen kann.

    die liebe Hoffnung. "vielleicht wird ja doch alles wieder gut". Hoffnung ist was schönes, was wichtiges, etwas das uns EKAs vielleicht das leben geredet hat als Kind. Aber ich stecke meine Hoffnung nicht mehr in meine mutter! ich hoffe: dass ICH ein wunderbares leben führen kann, glücklich und so wie ICH es will, dass ICH die schrecken meiner kindheit für mich aufarbeiten kann und das beste daraus ziehen kann für MICH.
    ganz unabhängig davon, ob meine mutter nass ist, stirbt oder trocken wird und lebt...auch wenn mich all das natürlich trifft und berührt.

    Zitat

    ich merke grade das ich nur an sie denke! mir nur sorgen um sie mache! ich denke nicht an mich und meine beziehung.

    was du da erkannt hast, schreib dir das auf, oder merk dir das ;). wenn du das im kopf behälst, dann wirst du dich auch lösen können von deiner mutter, die distanz schaffen können. das ist nicht leicht, für keinen und es braucht seine zeit und bei jedem ist die dauer unterschiedlich. und es ist ein schwerer weg, aber er lohnt sich, denn du gehst ihn nur für dich.

    ich hab mich zuerst emotional von meiner mutter distanziert. versucht mich weniger verantwortlich zu fühlen für sie und ihre krankheit. mir klar gemacht es ist nicht meine schuld, nicht meine verantwortung. mich damit auseinander gesetzt, dass wenn ich nun loslasse, dass es nur noch zwei möglichkeiten gibt. entweder sie rettet sich selbst, wird trocken, fängt wieder an zu leben. oder sie arbeitet weiterhin daran sich ins grab zu bringen und stirbt früher oder später. der nächste schritt war mir bewusst zu sein, dass wenn letzteres eintritt, meine entscheidung mich nicht immer und immer wieder darum zu bemühen (bitten, weinen, drohen, überreden) dass sie eine therapie macht NICHT der grund dafür ist. dass ich NICHT SCHULD bin.

    ja schuldgefühle loswerden und verantwortung zurück an die eltern geben, verstehen wie die Familienkrankheit inklusive Co-abhängigkeit funktioniert (Bücher), das hat mir geholfen.

    ich bin mir sicher du wirst auch deinen weg finden :)

    ich wünsch dir alles gute, Roa

    Hallo Jule,

    na du legst ja ein tempo vor :lol: Find ich gut, dass du Worten gleich taten folgen lässt :wink: !!

    und ich denke da liegst du absolut richtig, dass was du tuen kannst ist mit deinem verhalten zu signalisieren, sie können zu dir kommen.

    Zitat von simmie

    also ich persönlich würde auf die art der treffen mehr einfluss nehmen und zusehen, dass dies an die bedingung nüchtern geknüpft ist bzw. die kinder nicht alleine ihrem vater überlassen.

    wie vorher schon erwähnt. ich würde auch treffen nur unter der voraussetzung arrangieren, dass du sicher weißt, dass er nüchtern ist und dass falls er dann was trinkt die kinder jederzeit da weg können. vor allem, dass sie auch wissen, dass sie sich in so einem fall melden sollen.

    so nun zu deiner frage jule

    Zitat von jule1


    Wie hättest Du es Dir denn gewünscht, dass Dein Vater mit Dir spricht?
    LG Jule

    das ist wirklich nicht leicht zu beantworten. und mag auch vielleicht auf deine kinder überhaupt nicht zutreffen! da ist jeder anders!!!

    ich glaube für mich wäre es wichtig gewesen, dass mein vater sich nicht zufrieden gibt mit meiner antwort alles sei in ordnung. dass er es mir glaubt, weil er es für sich glauben will.
    in dem alter deiner töchter kreisten meine gedanken oftmals um einen satz "ich will sterben", ich bin auch vor überforderung einfach mal umgekippt, später habe ich mich selbst verletzt, als ich vllt 14 war und lügen erzählt woher die narben kämen. meine hilfeschreie wurden nicht ernst genug genommen.

    ich denke aber, dass das auf die situation deiner kinder weniger zutrifft, da sie ein gesundes elternteil haben und dem anderen nicht dauern ausgesetzt sind, ich will dir hier keine angst machen.

    Was du vllt eher aufnehmen könntest: ich hätte mir gewünscht mein vater hätte das alles deutlicher ausgesprochen weniger umschifft. natürlich muss man nicht eiskalt und knallhart zu seinem kind sein.

    aber, es wurde so viel vertuscht "wie ging es mama heute" wurde gefragt, das sagte schon alles. aber ein offenes "war mama heute betrunken" ich glaube das wäre mir lieber gewesen. und auch nach außen hin, die lügen vor seiner familie "mama gings nicht gut, die wollte nicht mit" das hat mir gar nicht gut getan.
    Inzwischen versuche ich offener darüber zu reden mit meinem Vater. auch das Wort Familienkrankheit das fällt von meiner seite häufig.

    ich hätte mir aber gewünscht, dass es nicht aus meiner initiative heraus erst zu einem offenen dialog kommen kann.

    also: offen sein, ehrlich sein (ohne zu verängstigen natürlich) das ist meiner meinung nach das beste, was man für seine kinder tuen kann. und sensibel sein dafür wie es ihnen geht. sich nicht immer von einem "mir geht es gut" abwimmeln lassen, wenn man eigentlich spürt, dass das nicht stimmt. sich auf sein gefühl verlassen und nicht das was man gerne fühlen will. natürlich ohne zu viel druck auszuüben oder gar zu 'nerven'.

    von dem was du erzählst, habe ich aber das gefühl, dass du das meiste davon schon sehr gut meisterst, mach dir also nicht zu viel sorgen, aber bleib dran ;)

    und wie gesagt. feste vereinbarungen was die besuche betriffr, ich denke da liegt simmie absolut richtig, dass macht unheimlich viel aus.

    und versuche ihnen zu vermitteln, dass sie jederzeit sagen können, dass wenn sie ihren vater nicht mehr sehen wollen, sie jederzeit den kontakt abbrechen dürfen und sollen.

    kinder von alkoholikern übernehmen viel zu schnell verantwortung für die eltern, wahrscheinlich in deinem fall nur für ihren vater, aber vielleicht denken sie "wenn ich nich hingehe gehts papa noch schlechter, er braucht mich" versuch das mal heraus zu finden, denn wenn das der fall ist, dann solltest du ihnen verbieten ihren vater zu sehen. Ihnen die verantwortung diese entscheidung zu treffen abnehmen!!!!

    ich weiß man soll hier eigentlich nicht so direkte und konkrete ratschläge geben. aber deine kinder haben unheimlich glück, dass sie eine mutter haben die sich und sie befreit hat aus diesem teufelskreis.
    und meinen eltern die verantwortung für ihr leben zurück zu geben, dass war der wichtigste schritt für mich aus all den schlimmen zeiten (siehe oben) herauszukommen, dass is der einzige weg für mich gewesen glücklich und gesund zu leben. niemals sollten deine kinder mit der begründung hingehen, sie wollen ihrem vater helfen, er wäre dann glücklicher oder sonst irgendwas!!

    alles gute, Roa

    Liebe Jule,

    Zitat von jule1

    Ich glaube, sie fühlen sich geliebt, geschützt und aufgehoben bei mir.

    Das ist das allerwichtigste und beste was du für sie tun kannst

    Zitat

    Natürlich gibt es immer wieder schwierige Momente, weil ihr Vater noch mit aller Macht versucht, Einfluß auf unser Leben zu haben, aber die bekomme ich fast immer nach kurzer Zeit wieder in Griff.

    Wenn sie eine gesunde Familie haben zu der sie immer nach Hause kommen können, wenn sie ihren Vater nicht ertragen, dann ist das der beste Schutz den du ihnen geben kannst und ich bin mir sicher, dann kommen sie aus all dem ziemlich unbeschadet raus.

    Freut mich dass ich dir mit dem Tipp was Bücher betrifft weiter helfen konnte.

    Ich würde nicht aufgeben sie darauf anzusprechen, ab und an, irgendwann werden sie darauf eingehen, denke ich.
    Versuch es vielleicht mal in dem du auf deine Wortwahl achtest "Die Krankheit eures Vaters" so dass du gleich signalisiertst, du willst dich nicht über ihn aufregen. Irgendwie sowas, nur ne Idee.
    Ich fand es auch immer schwer mit meinem Vater betrefflich meiner alkholkranken Mutter zu reden, er hat sich da leider nie sehr angeschickt angestellt und ich wünschte manchmal er hätte es auf noch andere Weisen versucht, auch wenn ich weiß er hat getan was er konnte.

    Einen schönen Tag wünsch ich dir! Roa

    Hallo Annika!

    Was hat es für dich für Konsequenzen, wenn deine Mutter die Gänge zur Behörde nicht macht?

    Ich kann mich schwer in deine Situation reinversetzen, ich musste mich zum Glück nie um sowas kümmern.

    Aber eins wird klar, du scheinst dich ganz dringend endlich mal um dich kümmern zu müssen.

    Gibts vielleicht eine Möglichkeit, dass du ihr Schritt für Schritt die Verantwortung zurück gibst? Erstmal nur noch die wichtigsten Gänge mitmachst, die die auch dich indirekt betreffen könnten?

    Lieber Gruß, Roa

    Liebe Jule,

    erst einmal, schön dass du dich aus deiner Co-abhängigkeit gelöst hast, oder dabei bist!

    Das sich Kinder eine Vaterfigur in ihrem Leben wünschen ist ja verständlich, da nimmt man so einiges in Kauf.

    Ich denke wichtig ist immer offen über die Alkoholkrankheit zu sprechen, natürlich altersgerecht, aber auch 10 und 12jährige verstehen da ja schon so einiges. Denn gerade verleugnen, den Schein wahren, all das ist so ein großer Teil der Familienkrankheit.

    Vielleicht gibt es eine Alateengruppe in eurer Nähe, aber ich vermute, dass deine Kinder das in dem Alter noch nicht wollen. Ich zumindest habe sowas immer abgelehnt als ich jünger war.

    Lesen die beiden denn gerne? Es gibt sicher auch Bücher für Kinder in dem Alter, die können vielleicht auch schon so einiges vermitteln.

    Am allerwichtigsten ist aber für deine kinder dass sie eine gesunde und glückliche mutter haben . Je mehr du für dich tust und ausgeglichen bist, je mehr Energie und Kraft du dann hast um mit deinen Kindern herumzutoben, um so besser. Ganz abgesehen, ob sie immer noch zu ihrem Vater wollen oder nicht. Sie werden sicher irgendwann für sich selbst die richtige Entscheidung treffen. Vielleicht könnt ihr eine Vereinbarung treffen, dass sie dich anrufen können wenn es Streit gibt oder ER was getrunken hat und du sie in dem Falle direkt abholst?

    Liebe Grüße, Roa

    Zitat von Steffi1301

    Nach jeder Vorlesung, die ich mal sausen lasse (und das sind echt wenige...) hab ich ein schlechtes Gewissen und frag mich ca. 1000 Mal, ob ich da jetzt nicht doch irgendwas furchtbar Wichtiges verpasst habe.

    :lol: das kenn ich, also eigentlich hab ich noch keine vorlesung sausen lassen....aber von der schule her kenn ich das zumindest noch, wie gesagt.

    so sind sie die co-abhängigen, auch das ist eine krankheit . Trotzdem gut, dass du das tust was für dich am besten ist :)

    Zitat von Marya

    Aber das ist nicht "unsere" EKA-Baustelle

    na den satz kann ich nur unterschreiben!

    Alles Liebe, Roa

    Liebe Linde,

    das klingt so schön mit den kleinen Ritualen und ist nicht das "verrückte" das tolle daran. all dieses anpassen, das haben wir doch in unsrer kindheit schon zur genüge zu sein. zeit wir selbst zu sein

    Zitat von Linde66


    Ich hab mal unsäglich getrauert um ein inneres Kind, ein kleines Mädchen, das ich mal war und das mißbraucht worden ist. Ich hab für die Kleine ein Weidenkörbchen gestaltet mit Goldpapier beklebt. Innendrin sind weiße Federchen und Goldfäden. Es ist ein sehr zartes feines goldenes Bettchen geworden. Darin habe ich -symbolisch -das kleine Mädchen geborgen. Wenn jemand in meine Wohnung kommt, denkt er vielleicht, das ist Kunst. Nur ich weiß, was es wirklich bedeutet.

    ich bin vorhin in dem buch was ich gerade gelesen hatte zu der stelle gekommen wo es darum geht, dass wir nun als erwachsene dem kleinen kind das wir mal waren die liebe und geborgenheit geben können, dass es nie bekommen hat. ich denke, dass war deine art es zu tun. mir ist dabei aufgefallen, dass ich gar nichts in meinem zimmer habe was mich an das kleine kind, dass ich mal war, erinnert. wenn ich weihnachten zu hause bin, werde ich mir fotos und vllt kinderzeichnungen mitnehmen und ihnen einen besonderen platz geben, genauso wie das kleine kind einen besonderen platz in meinem herzen einnimmt.

    lieber gruß, roa

    Hey Caro,

    da schließ ich mich an was das wetter betrifft ;)

    wie ist das eigentlich mit so einer mutter-kind-kur, kann man die immer beantragen, müssen da bestimmte umstände vorliegen? würde mich mal interessieren und freut mich natürlich für dich, dass das klappt.

    Gruß, Roa

    Liebe Malinca,

    ich hab mir gerade deinen thread durchgelesen und kann dir auch nur sagen, dass du wirklich stolz auf dich sein kannst, wie du das alles durchgezogen hast!!

    Nur weiter so und das entspannen nicht vergessen! Dir was gutes tun, das hast du dir wirklich verdient (mal abgesehen davon, dass man das immer verdient hat ;) )

    Ich wünsch dir viel Erfolg dabei weiterhin so konsequent deinen Weg zu gehen.

    :) gruß, Roa

    Zitat von Insulaner

    Ich muss vorher nochmal schnell vor den Spiegel, "Nein" sagen üben.

    :lol: sehr gut, richtig so. Kann ich gut nachvollziehen, dass du dich da nicht reinziehen lassen willst. Viel Erfolg dabei!

    ohja in der tat, ich würde mir das weihnachtsfest auch recht gern sparen. aber lieber zu hause, meine schwester wieder um mich haben, alle freunde wieder sehen, als absolut allein in der neuen heimat.

    da ist das erstere doch immer noch die situation in die ich mich lieber bringe...

    aber weihnachten war mir nie lieb, bedeutete, immer krach und tränen und vor allem enttäuschte erwartungen "wie kann mami an so einem tag nur trinken" ging hand in hand "aber ich hätte lieber dies oder jenes geschenk bekommen".

    vielleicht mache ich es so und treff mich später am abend noch mit freundinnen som gemütlichen geschenkeaustausch in wohlfühl-atmosphäre.

    wie hast du vor weihnachten zu gestalten, Caro?