Beiträge von Linde66

    Hallo Anonymia,
    es ist eines der typischen Alkoholiker-Verhaltensmuster, aber es ist ist auch eines der typischen Co-Verhaltensmuster, das du gerade durchläufst.

    Eine nicht-Co-Frau würde auf solche Sprüche gar nicht anspringen. An ihr würden seine Sprüche abgleiten wie Regenwasser an der Fensterscheibe. Die würde nicht an sich selber zweifeln, sondern ihr Ding machen.

    Das Gute ist, wenn einem das auffällt, daß es nicht um den Ex geht, sondern ums eigene Verhaltensmuster, in das man immer wieder zurückfällt. Und das Gute ist, daß man das stoppen kann. Ihn kann man nicht ändern, aber an sich selber kann man arbeiten, daß man nicht wie ferngesteuert auf jeden Satz anspringt.

    Viele liebe Grüße, Linde

    Hallo,
    wie kommt ihr mit der aktuellen Kälte klar?
    Ich tue mir dieses Jahr richtig schwer damit.
    Obwohl es teils echt schön sonnig ist, zieht mich nichts raus.
    Mir tun Kopf und Gelenke weh.
    Bin eine Mimose, ich geb's zu.
    Grüße, Linde

    Hallo 19eleveneleven,
    du könntest das mit den Stimmungsschwankungen bei deinem Arzt ansprechen. Vielleicht kann er dir helfen oder dir Tipps geben.
    Mir hilft Vitamin D und Lavendel, aber beides habe ich mir nicht im Drogeriemarkt geholt, sondern auf Rezept vom Doc, damit die Dosis und Art der Anwendung stimmt.

    Was genau ist dein Hamsterrad? Ich habe im Ohr, daß du mal geschrieben hast, wie schwer es ist, die Freizeit auszufüllen. Bist du aktuell im Beruf oder der Familie so eingespannt?

    Schreib ruhig etwas ausführlicher, denn für viele der Alltagsdinge können dir die länger Trockenen hier helfen.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo,
    heute gab es bei mir Mangoldgemüse, Kartoffeln und Spiegelei. :)
    Ab und zu esse ich gerne Mangold anstatt Spinat...
    Mangold schmeckt ein bißchen "strenger" als Spinat.

    Hat jemand ein gutes Mangoldrezept??
    Heute hatte ich das Gefühl, daß irgendwas gefehlt hat, vielleicht Muskatnuss?

    Grüße, Linde

    Hallo Anonymia,
    mir ist vor Jahren aufgefallen, daß ich in der Peripherie ziemlich fit war, aber je näher ich mir selber gekommen bin, um so schwieriger wurde es. Es fiel mir leichter, an anderen herum zu tüfteln, als meine eigenen Dinge zu regeln.

    Ich habe dann herausgefunden, daß es etwas damit zu tun hatte, daß ich mich selber nicht fühlen konnte oder wollte. Denn aus Kindheitserfahrungen heraus sind meine eigenen Gefühle ein Minenfeld. Irgendwann war es "leichter" gar nichts mehr zu fühlen, als die ganzen schlimmen Gefühle meiner Kindheit.

    Je mehr etwas mit mir selber zu tun hatte, desto beängstigender wurde die Situation und desto unvorstellbarer wurde es, daß ich selber etwas an meiner Situation verbessern konnte. Komplette Handlungsunfähigkeit ist kein schönes Gefühl. Genausowenig wie das Ohnmachtsgefühl, das sich eingestellt hat, weil man ja nichts tun kann, wenn man nichts spürt.

    Von daher bewegte ich mich leichter in der Peripherie, im Außen, bei anderen... jahrelang: in den Beziehungen, am Arbeitsplatz, in der Familie. Ich war überall, nur nicht wirklich bei mir.

    Der Rückweg zu mir selber hat lange gedauert und war und ist tägliche Aufgabe. Es ist nicht einfach, den Fokus zu verändern, wenn man die eigene Mitte nicht spürt. Ich hatte panische Angst mich zu spüren. Wenn ich das Fensterchen aufgemacht hätte für schöne Gefühle, wären ja gleichzeitig durch diese Öffnung auch die schlimmen Gefühle dagewesen. Davor hatte ich zu große Angst. Also dichtmachen und weit, weit weg von mir aktiv werden...

    Es ist ein Prozeß. Ich habe Vertrauen darauf, daß irgendwas in mir drin richtig tickt und weiß, wo der Weg lang geht. Immer wieder hinspüren, wie sich was anfühlt. Mir hat es geholfen zu schauen, ob ich grad im Hier und Heute bin, oder ob ich gerade in einer alten Zeitschleife festhänge. Denn HEUTE kann ich ja tatsächlich was bewegen, damals nicht.

    LG, Linde

    Hallo Coca,
    herzlich Willkommen hier im Forum! :)
    Ich bin auch als EK hier.
    Bei mir war es im Ergebnis so, daß ich als Kind keine Chance hatte, irgendwas zu bewirken.
    Es wurde einfach immer, immer schlimmer, völlig egal wie ich mich verhalten habe.

    - Ich habe mich einer Vertrauenslehrerin anvertraut - es wurde verharmlost.

    - Ich war bei einer Beratungsstelle, da saß ein Student - der rückte mir immer näher auf die Pelle und legte seine Hand "beruhigend" auf meinen Oberschenkel.

    - Ich redete mit dem Hausarzt meiner Mutter - der schmiss mich aus der Praxis und sagte was von Rufmord und meine Mutter ist keine Alkoholikerin.

    - Ich redete über die Jahrzehnte mehrmals mit ihr selber - es wurde immer abgestritten und hinterher zur "Beruhigung" zwei Wochen wesentlich mehr getrunkten.

    - Einmal fuhr sie bei mir im Auto mit, offensichtlich betrunken, das ganze Auto stank nach Wein. - Sie stritt es ab mit den Worten: "Du riechst verkehrt."

    usw. usw.

    Ich hatte als Kind keine Chance und auch nicht später. Wenn der Alkoholkranke keine Krankheitseinsicht hat und von sich aus nicht aufhören möchte, dann kann niemand ihn aus der Suchtkrankheit rausholen. Es ist unmöglich.

    Die Sucht muß der Süchtige selber stoppen wollen, die Hilfe annehmen wollen.
    Dann wiederum können Angehörige, (trockene!) Freunde, Arbeitskollegen, Ärzte, Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen usw. usw. tatsächlich unterstützend sein. Aber das Entscheidende ist, daß die Verantwortung beim Alkoholiker liegt, ob er aufhören möchte, und nur wenn er die Entscheidung für ein trockenes Leben selber in die Hand nimmt, dann kann das was werden.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Inka,
    kannst du mal fragen, ob du dir den Urlaub ausbezahlen lassen kannst, weil du weiter arbeiten möchtest?
    Ansonsten brauchst du einen Plan B, wie du die Woche ausfüllst.

    Zitat

    und DA fing er dann an zu reden. Männer...

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Männer nicht gern irgendwo "festgehalten" werden und sei es am Küchentisch. Die reden nur, wenn sie die Möglichkeit zur Flucht haben, das scheint so ein Steinzeitding zu sein... Also lieber zwischen Tür und Angel oder gleich in der Fußgängerzone... Das ist nicht ganz ernst gemeint. :wink: Aber Beziehungsgespräche sind glaube ich nie einfach.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Anonymia,
    ich nochmal. Ist aber nicht böse gemeint.
    Ich finde es super, daß du dich zusätzlich an eine Suchtberatungsstelle gewandt hast.

    Zitat

    Mein Leben lang hab ich mir Männer als Partner ausgesucht, die ich "retten" musste. Mein aktueller Ex ist nicht der erste Suchtkranke in meinem Leben. Allerdings hatte ich noch nie einen Alki. Meine anderen Exen hatten entweder mit Koks oder Haschisch zu tun oder hatten eine psychische Störung. "Normale" Männer haben mich irgendwie nie interessiert. Mein Freundeskreis besteht sowieso fast ausschließlich aus Leuten, die mehr oder weniger kaputt sind.. ich fühle mich dort einfach zu Hause. Man kann tiefgründige Gespräche führen. Oberflächlichkeit war mir schon immer verhasst.
    Bin halt selber kaputt, so wie es aussieht...


    Diesen Absatz von dir aus einem anderen Thread hatte ich beim Schreiben im Hinterkopf, als ich das mit deinem Sohn angesprochen habe. :?

    Keiner hier will dir was Böses. Was vorbei ist ist vorbei. Und jetzt setzt du dich mit dem Thema auseinander und machst konkrete Schritte in deinem Alltag. Das ist doch gut.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Bagelinchen,
    man kann ja mehrere Gefühle gleichzeitig haben. Einerseits Liebe, andererseits Sicherheitsabstand.
    Ihn zu betreuen wäre ein Vollzeitjob. Allein seinen Monologen zu zuhören und ihm dauernd hinterher zu putzen...
    Er ist schon erwachsen.
    Da gibts jemanden, der dich wirklich braucht, dein Baby.
    Heute ist ein neuer Tag. Laß dich von deiner Familie betüddeln und unterstützen.
    Viele Grüße, Linde

    Hallo Peter,
    bei mir hat EMDR erheblich dazu beigetragen, neben etlichen anderen Techniken (Lesetipp, div. von der Traumaforscherin Luise Reddemann), das Trauma zu integrieren und mich insgesamt zu stabilisieren.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Anonymia,
    diese beiden Sätze von dir sind mir aufgefallen:

    Zitat

    Schade, dass du mir unterstellst,...

    Zitat

    Tut mir leid, dass dich mein Fall triggert.

    Geh davon aus, daß ich dir weder was unterstelle, noch daß dein Fall mich triggert.
    Ich bin ganz bei mir und überlasse den Co-Spezialisten hier das Feld. :wink:

    Viele Grüße, Linde (EK)

    Zitat

    Schade, dass du mir unterstellst, ich würde "immer weiter Gründe suchen, damit weiterzumachen" und dass ich meinem Kind "krasse Partnerschaften zumute"... würde ich immer weiter Gründe suchen, wäre ich jetzt nicht getrennt. Und ich wusste nicht, dass es eine krasse Partnerschaft sein würde, die ich meinem Sohn zumute.


    Hallo Anonymia,
    ich bin erst später bei dir mit dem Lesen eingestiegen und dachte, ihr seid noch zusammen.
    Was ich geschrieben habe, meint die vergangenen beiden Beziehungen, also die mit dem Sozialbetrüger und die mit dem Alkoholiker. Klar weiß man vorher nie genau, ob und wie krass es wird. Gut, wenn die Alarmanlagen funktionieren und man schnell reagiert.

    Viele Grüße, Linde

    Zitat

    Nun war ich richtig zerrissen zwischen meinem Freund und meinem Sohn...


    Hallo Anonymia,
    ich selber habe keine Kinder, von daher kann ich nicht wirklich mitreden. :oops: Aber ist es nicht so, daß bei Müttern die Kinder an allererster Stelle stehen? Wenn man als Elternteil den Kindern mehrfach solche krassen Partnerschaften zumutet und immer weiter Gründe sucht, damit weiterzumachen, das verstehe ich nicht. Es ist kein Vorwurf, sondern ich dachte einfach, daß das quasi biologisch einprogrammiert ist, daß man seine Kinder schützt. Oder hoffst du, daß mit viel persönlichem Einsatz die Parter so werden, wie du sie eigentlich gerne hättest?

    Ich habe großen Respekt vor deinem Sohn, er scheint eine wirklich gesunde, starke Kraft in sich zu haben, daß er so eine klare Haltung einnehmen kann und den Typ rausgeworfen hat. Aber andererseits tut er mir leid, weil kein Kind überhaupt in solch eine Lage kommen sollte, sowas tun zu müssen. Ich bin selber erwachsenes Kind aus einer Alkoholikerfamilie und war sowas jahrzehntelang ausgesetzt. Ich bin klein, krank und defensiv geworden. Irgendwie komme ich heute klar, aber mir fehlt leider diese gesunde Durchsetzungsfähigkeit, die dein Sohn in sich hat.

    LG, Linde