Hallo Lavendelfuchs,
ich bin keine Alkoholikerin, aber habe andere Baustellen. Mit einer dieser Baustellen (Eßsucht) war ich vor bald 20 Jahren in einer realen SHG. Mir die Geschichten der anderen Menschen anhören zu "müssen", hat mich dermaßen runtergezogen, durcheinandergebracht, belastet, getriggert..., daß ich jedesmal danach Eßanfälle hatte. Damit war das Thema Selbsthilfegruppe für mich erledigt. Ich wollte ja nicht, daß es mir nach den Terminen schlechter geht als vorher.
2008 entdeckte ich das Internet (Spätzünder
) und bald danach das Forum. Ich bin EK (erwachsendes Kind einer alkoholkranken Mutter) und habe schnell gemerkt, daß mir das online lesen und schreiben leichter fällt als reale SHG-Aktivitäten. Hier kann ich triggernde Tagebücher außen vor lassen, hier kann ich zu jeder Tageszeit reinkommen, hier lenken mich keine Dialekte, Kleidung, Frisuren usw. ab. (Wobei das ja auch alles zu einer Person dazugehört.).
Viele Leute hier nutzen reale und online - SHG parallel. Ich finde es gut, wenn man sich jegliche Hilfe mit ins Boot nimmt, um aus der Suchtspirale rauszukommen. Aber man muß halt schauen, womit man am besten klarkommt und da dann tiefer einsteigen und an sich arbeiten. Für den einen ist das online, den anderen reale und für den nächsten ist es eine Kombi aus online und realer SHG bzw. Beratungsstelle. Das kann sich im Laufe der Zeit auch mal ändern.
Vielleicht habe ich jetzt bissel am Thema vorbeigeschrieben... 
Aber wenn dich jegliches Telefonat zum Saufdruck führt, dann würde ich mich jetzt nicht fragen, warum das so ist, sondern erst mal eine Weile aufhören zu telefonieren. Vielleicht kannst du mit der Beratungsstelle emails schreiben? Schau daß es dir gut geht, stabilisiere dich.
LG, Linde