Beiträge von Linde66

    Hallo,

    wer möchte, kann gerne in den Weihnachts-Chat kommen! :D

    Auch alle aus den offenen Forenbereichen. Jeder ist herzlich eingeladen.

    Einfach oben CHAT und dann FEIERTAGE anklicken.
    Paßwort bracht man nicht.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Helen,

    mein aufrichtiges Beileid zum Tode deiner Mutter. Fühl dich umarmt, wenn du möchtest.

    Ich kann dich gut verstehen. Alles nur zu meinem eigenen Schutz weggedrückt, hast du geschrieben. Das ist bei mir auch so gewesen. Wie anders hätte es denn sonst auch gehen sollen für eine kleine Tochter, für eine Jugendliche oder junge Frau...? Heute, als Erwachsene, kann ich anders damit umgehen. Aber wenn man mit einer alkoholkranken Mutter aufwächst, dann greifen - hoffentlich bzw. zum Glück - die Selbstschutzmechanismen, sonst würde man emotional kaputtgehen.

    Ihr hattet 5 intensive Wochen von Annäherung, Liebe, Verständis und Verzeihen, macht es den Eindruck. Das wird ihr viel bedeutet haben, und euch ja auch. Schau aufs Jetzt, schau auf diese intensive Zeit. Die ist kostbar gewesen und eine kostbare Erinnerung. Deine Mutter, so wie meine Mutter auch, hat ihre Lebensentscheidungen so getroffen, wie sie sie getroffen hat - mit verdreckter Wohnung etc. Manchmal kann man nur Abstand halten, wenn man nicht mit kaputtgehen will. Aber schau, was in diesem Abstand in dir für eine innere Kraft gewachsen ist, sodaß du deine Mutter jetzt auf ihrem letzten Weg überhaupt begleiten können hast!

    Das Gefühl alleinegelassen worden zu sein, das ist soo ein starkes Gefühl. Als Kind in die stumpfen Augen einer betrunkenen Mutter zu schauen, das macht total Angst. Vielleicht resultiert daraus auch Verunsicherung, Lebensunsicherheit und Zweifel an der Möglichkeit bzw. eigenen Fähigkeit zu einer erfüllenden Beziehung und Bindung. Mich wundert das nicht mehr. Ich merke, wie tiefgreifend meine Persönlichkeit durch den jahrzehntelangen Alkoholismus meiner Mutter betroffen ist.

    Habe später lange das Gefühl gehabt, im Reparaturmodus zu sein. Manches kann nachreifen oder heilen. Manches ist wie es ist. Aber man kann sich aus der inneren Opferhaltung aktiv herausbewegen. Alleingelassen hat was von sitzengelassen worden zu sein. Aber sitzen ist so passiv. Ich könnte stattdessen jetzt alleine aufstehen und losgehen: In die Trauer, durch die Trauer, aus der Trauer heraus - was immer gerade dran ist. Das kann was sehr Lebendiges werden. Klar wäre es schöner gewesen, schon als Kind und Jugendliche lebendig geworden zu sein. Aber jetzt ist das Schritt für Schritt auch möglich. Hat sowas von Selbstverantwortlichkeit. Früher waren die Eltern verantwortlich, ob sie das wirklich waren, nun ja, nicht wirklich. Jetzt sind wir selber verantwortlich, das haben wir in der Hand.

    Von außen gesehen hattet ihr ein Happy End. Ihr seid euch so nah gekommen. Konntet euch eure Liebe zeigen. Und zur Liebe gehört glaube ich die Trauer dazu. Umgib dich mit Menschen die dir gut tun und deine Gefühle und die Veränderung deiner Gefühle so stehenlassen können. Es ist doch ein Prozeß. Ich habe früher auch ganz anders zu meiner Mutter gestanden als heute. Wäre traurig, wenn es nicht so wäre. Wer das nicht versteht...

    Lieber Gruß, Linde

    Zitat

    Ich glaube tatsächlich, ich werde mir Zeit nehmen für die weiche Stelle in mir und für das Weinen und es ist nicht schlecht, nicht negativ, nicht depressiv – eher wie ein sanfter Regen, der melancholisch macht und von dem man weiß, dass er wieder aufhört.


    von Katha

    Hallo Knuffie,

    Willkommen im Forum. :)

    Hm, er könnte wenn er wollte sofort wieder professionelle Hilfe bekommen. Gegen einen Bescheid der Rentenversicherung kann man Widerspruch einlegen. Eigentlich kein Grund also rückfällig zu werden.

    Bitte schau auf dich. Es hört sich furchtbar anstrengend an, wenn du jederzeit, also auch nachts mit halbwachen Kopf aufs Telefon lauerst, um für ihn da zu sein. Wenn aber jemand jederzeit ihm zuhört, wenn er über seinen "Absprung" fabulieren möchte, dann tut er ja nicht wirklich etwas konkretes... Konkret wäre es, wenn er morgen früh zu seinem Hausarzt geht und die erneute Entgiftung anginge.

    Bitte schau auf dich, daß du dich nicht hergibst.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo rotti,

    was für eine Geschichte. Danke, daß du dich so ausführlich und offen vorgestellt hast. Da kommt einiges zusammen, was das Thema Sucht angeht.

    Ich finde es gut, daß du dich mit anderen Leuten austauschen willst und dir einen Termin geben lassen hast. Wir unterstützen dich gerne bei deinen Dingen. Schreib einfach drauflos, was dir im Kopf herumgeht und was du fragen willst.

    Wie hat denn deine Frau reagiert? Vielleicht kann sie dich ja im Alltag unterstützen, z. B. beim Thema alkoholfreies Zuhause, alkoholfreie Aktivitäten usw. Aber die Hauptarbeit muß von dir kommen. Aber das weißt du ja selber.

    Viele Grüße und guten Austausch hier im Forum! Schreib ruhig auch bei den anderen mit oder stelle dort Fragen. Mit der Zeit wird der Erfahrungsaustausch intensiver.

    Linde

    Hallo Martin,

    super, daß es wieder einen Feiertags-Chat geben wird! Ich bin auf jeden Fall wieder dabei. Ich kann noch keine Termine festlegen, dazu ist es mir noch zu früh. Aber ich melde mich rechtzeitig.

    Lieber Gruß, Linde :D

    Hallo Wildflower,

    frag mal im Frauenhaus bzw. Frauenzentrum in deiner Nähe nach. Meistens können die jemanden empfehlen, die sich wirklich auskennt.

    Für gute Leute muß man teils längere Wartezeit in Kauf nehmen, das ist eben manchmal so. Schau, daß du auf eine Warteliste kommst. Und bis es losgeht, kannst du dich anderweitig um dich kümmern. Gibt ja vieles, was man parallel machen kann. Erst mal symptomatisch. Später kann es dann ans Eingemachte gehen.

    LG, Linde

    Zitat

    Morgen rufe ich eine Traumatherapeutin an, die ich selber bezahlen müsste. Zumindest das 1. Gespräch und dann kann ich versuchen, bei der Krankenkasse, diese Therapie bewilligt zu bekommen.


    Hallo Wildflower,

    rufe deine Krankenkasse vorher an und frage mal nach: Soweit ich weiß (bei mir jedenfalls war es so) werden Erstgespräche selbstverständlich über die Krankenkasse abgerechnet! Man nimmt sein Versicherungskärtchen mit, das wird eingelesen und darüber rechnet die Traumatherapeutin dann ab.

    Man hat freie Therapeutenwahl und es werden sogar mehrere Probegespräche bei verschiedenen Therapeuten bezahlt. Wenn man dann merkt, daß man "richtig" ist, dann stellt die Therapeutin einen Antrag bei der Kasse, soweit ich weiß erst mal für 25 Stunden.

    Aber bei Traumatherapie wissen die Kassen, daß das länger geht und bewilligen die Verlängerungen meist problemlos.

    Viele Grüße, Linde