Ehrlichkeit und Offenheit
Dies sollte bereits in der ersten Phase der Erkenntnis geschehen, dass man sich ehrlich und offen eingesteht, selbst erkrankt zu sein. Dies dann dem Arzt und seinem Umfeld zu erklären, hilft dabei, sich nicht mehr hinter einem Helfersyndrom zu verstecken, die Sucht des Partners und die eigene Abhängigkeit zu verschleiern, und damit den oft Leidensweg zu verlängern.
Sich selbst und der Familie, Nachbarn etc. einzugestehen, dass der Einzelne an der Co-Abhängigkeit erkrankt ist, ist ein erster Schritt, den Ernst der Erkrankung zu erkennen und sich Hintertüren zu verschließen, die zu weiterem Selbstbetrug führen.
Dazu gehört an oberster Stelle, keine Androhungen von Maßnahmen auszusprechen, die nicht auch durchgeführt werden!
Durch das Bedürfnis des Co-Abhängigen, durch seine *Leidensfähigkeit* aufgrund der Sucht des Partners/ Elternteils von Außen Anerkennung zu bekommen, kann hier durch Offenheit entgegengewirkt werden, und die Bereitschaft gefördert werden, aus dem Umfeld Hilfe zu holen, um sich nicht weiterhin *aufzuopfern*. Dies führt dann zu weiteren Schritten, sich aus der Sucht zu lösen.
Durch die Offenheit und Ehrlichkeit dem süchtigen Partner/Elternteil gegenüber, dass die Sucht eine Belastung ist, sich derjenige Hilfe für sich suchen wird und an sich arbeiten wird, gibt der Co-Abhängige die Verantwortung für seine Verhaltensweisen an den Süchtigen zurück. Und dies führt dann zur Übernahme der Selbstverantwortung.
Durch Offenheit und Ehrlichkeit der eigenen Krankheit gegenüber gebe ich mir Raum, mich nicht mehr von anderen Dingen, wie das Helferbedürfnis, der Opferrolle, dem Schuldgefühl ablenken zu lassen, an mir selbst arbeiten zu müssen. Damit ist der erste Schritt in ein selbstbestimmtes Leben getan.