Beiträge von Linde66

    Hallo Karl,

    für mich hat die Frage, welche Schäden die Kinder davontragen keine Priorität, sondern die Tatsache, daß sie welche davontragen. Je länger der Zustand andauert, desto mehr zementieren sich die Strukturen. So viele Kinder von Alkoholkranken Elternteilen beginnen später selber zu trinken oder werden Co, sprich: Sie nehmen sich irgendwann suchtkranke Partner, die sie jahrelang verzweifelt versuchen trockenzulegen.

    Mit aus dem Grund spricht man auch von suchtkranken Familien bzw. von generationenübergreifender Suchtstruktur.

    Wenn du möchtest, lies bitte den Thread Merkmale für ein EK, der inzwischen auf über 30 Seiten angewachsen ist.

    Zitat

    Würde ich die Kinder nehmen, müsste ich mich gegen meinen Beruf entscheiden.

    Ja, manchmal ist das so bzw. es erfordert erhebliche Einschnitte, Lebensveränderungen oder logistischen Aufwand. Wie sieht es mit Opa, Oma, Tanten, Onkel aus? Wer könnte euch unterstützen? Wie sieht es mit Teilzeitarbeit aus? Kindergeld? Hast du das Jugendamt schon um konkrete Beratung und Hilfen nachgefragt?

    LG, Linde

    Hallo liebe Forenteilnehmer/innen!

    Aaalle Jaaaahre wiiiieeeder.... unser traditioneller Feiertags-Chat rückt näher! :D

    Wer möchte ist herzlich eingeladen, sich im offenen Feiertags-Chat mit anderen Menschen zu treffen.

    Der Chat wird am Heiligabend, am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr stattfinden.

    Eine Bitte an User/innen, die sich an diesen Tagen neu hier im Forum registrieren: Bitte eröffnet zuallererst im Vorstellungsbereich einen eigenen Thread, wo wir euch Willkommen heißen. :)


    Unten ist die Liste, in die sich jedes erfahrene Forenmitglied eintragen lassen kann, selbstverständlich auch User aus dem offenen Forenbereich!

    Wer sich zutraut, für einen gewählten Zeitraum den Chat zu betreuen, schreibt uns einfach, welchen Zeitraum sie oder er übernehmen möchte. Gerne können sich auch zwei Leute die Aufgabe teilen.

    Ab und zu ergeben sich im Chat Probleme, z. B. wenn jemand Saufdruck hat oder betrunken ist. In dem Fall könnt ihr so gut wie jederzeit einen von uns Moderatoren dazurufen und/oder die betreffenden Teilnehmer bitten, im Vorstellungsbereich weiter zu schreiben. Dort kann dann intensiver auf die Probleme eingegangen werden.

    Die Liste unten wird nach euren Termin-Angaben ständig aktualisiert!


    Heiligabend

    10:00 bis 12:00 Speedy 53
    12:00 bis 14:00 liv
    14:00 bis 16:00 viola
    16:00 bis 18:00 -> viola, ab 17 Uhr sue
    18:00 bis 20:00 sue05
    20:00 bis 22:00 Bruce
    22:00 bis 00:00 ClaudiA


    1. Feiertag

    10:00 bis 12:00 Viola
    12:00 bis 14:00 Mohn
    14:00 bis 16:00 consuela
    16:00 bis 18:00 Clärchen
    18:00 bis 20:00 Mohn
    20:00 bis 22:00 Bruce
    22:00 bis 00:00 ClaudiA


    2. Feiertag

    10:00 bis 12:00 inbetween
    12:00 bis 14:00 Martin
    14:00 bis 16:00 viola
    16:00 bis 18:00 Clärchen
    18:00 bis 20:00 röschen15
    20:00 bis 22:00 liv
    22:00 bis 00:00 ClaudiA


    Silvester

    10:00 bis 12:00 Speedy 53
    12:00 bis 14:00 Penta
    14:00 bis 16:00 consuela
    16:00 bis 18:00 Martha66
    18:00 bis 20:00 Spanijoggel
    20:00 bis 22:00 viola


    Neujahr

    10:00 bis 12:00 viola
    12:00 bis 14:00 liv
    14:00 bis 16:00 Mohn
    16:00 bis 18:00 Clärchen
    18:00 bis 20:00 Spanijoggel
    20:00 bis 22:00 Günter


    Viele Grüße und einen schönen Advent,

    das Forenteam :D
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    Wer das Forum unterstützen möchte

    Hallo Hartmut,

    je mehr man sich selber einbringt in anderen Threads, desto mehr Antworten bekommt man in seinem eigenen Thread, habe ich die Erfahrung gemacht.

    Bei den Alkoholikern und den Co-Abhängigen klappt es ja meist ziemlich gut mit dem Austausch.

    Aber bei den EK fällt mir schon länger auf, daß sich die meisten im Vorstellungsbereich mit einem erheblichen Leidensdruck anmelden, dann einen Thread eröffnen, ausschließlich ein oder zwei Beiträge bei sich selber schreiben und nirgendwo sonst. Verstehe ich nicht. Im Vorstellungsbereich wird sich reger Austausch gewünscht, aber selber schreiben sie meist nur bei sich ein oder zwei Beiträge und bleiben dann weg.

    Als ich hier vor Jahren als EK ankam im offenen, habe ich immer in den aktuellen EK-Threads geschrieben, bekam daraufhin auch bei mir Antworten. Das war richtig gut, wenn 8 oder 10 Leute hin und her schrieben. Keine Ahnung, warum heute "jeder" nur passiv in seiner Ecke hockt und darauf wartet, daß die anderen aktiv werden. Vielleicht ist Passivität ein typisches EK-Problem: Warten daß jemand anders sich um mich kümmert.

    Ich glaube, daß die eigene Aktivität viel dazu beitragen kann, daß man selber in seinem Thread auch Antworten bekommt.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Loti,

    mein Beileid zum Tod deines Vaters. :(

    Viel Kraft für die kommende Zeit. Wenn du möchtest, schreib hier wieder eine Weile. Vielleicht hilft es dir. Viele von uns EK haben ja schon Elternteile verloren und können nachempfinden, wie es dir im Moment geht.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Nathan,

    fühl dich mal gedrückt, wenn du es annehmen magst.

    Was für eine schlimme Geschichte. Ich kann gut nachempfinden, wie belastend das ist. In meiner Familie kommt Krebs leider gehäuft vor. :( Von daher kenne ich diese Ungewissheit und Ohnmacht. Drei meiner Angehörigen hatten Krebs und alle leben noch. Es gibt immer Hoffnung! Und der Körper hat ja auch Selbstheilungskräfte. Habt Geduld.

    Du bist für sie da, das spürt sie.

    Viele liebe Grüße, Linde

    Hallo Karl,

    man sollte aber keinesfalls jemanden dazu animieren, von jetzt auf gleich den Alkohol wegzulassen, um irgendwas "zu beweisen".

    Wenn er/sie Alkoholiker ist, dann wäre das ein lebensgefährlicher Kalter Entzug. Eine Entgiftung sollte immer unter ärztlicher Begleitung erfolgen, also ambulant oder stationär. Erster Ansprechpartner für den Alkoholkranken ist z. B. der Hausarzt.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Karl,

    mein Rat, sei so ehrlich wie möglich. Schon der Zweijährige hat damals die Wahrheit ausgesprochen. Rede mit ihnen, sag ihnen, ihre Mama ist alkoholkrank, die Krankheit liegt in ihr selber begründet und macht Verhaltensveränderungen. Und sag ihnen, daß selbst wenn ihre Mutter oder andere Verwandte sowas behaupten, sie nie und nimmer einen Anteil an ihrem Trinken haben. Sag ihnen, daß sie recht haben mit ihren Gefühlen, daß alle ihre Gefühle in Ordnung sind, egal ob Wut, Trauer, Angst, Ohnmacht. Sag ihnen, daß sie dich jederzeit alles fragen und dir alles sagen dürfen. Sag ihnen, daß es für dich selber auch eine schwierige Situation ist, aber du dir externe Hilfe mit ins Boot nimmst. Heul dich auf gar keinem Fall bei ihnen (dem/r Ältesten) aus. Damit würdest du ihn/sie zum Co heranziehen. Ich würde auf jeden Fall die Klassenlehrer informieren und mit ins Boot nehmen.

    Eines der schlimmsten Erlebnisse für mich als Kind war, daß mein Vater mir mit ca. 12 J. gesagt hat, mit todernster Miene: Du bist Schuld daß die Mutter trinkt, wenn du nicht immer so schlau daherschwätzen würdest, dann müsste sie nicht trinken. :shock: Das Gespräch fand im Auto statt, auf einem Feldweg. Ich wollte flüchten, aber wohin... :cry:

    Ich war 12. Ich wußte in der hintersten Ecke meines Hirns, daß das Blödsinn ist. Aber da ich schon 11 Jahre lang darauf konditioniert worden bin, an meiner gesunden Wahrnehmung zu zweifeln, hat sich seine Aussage in mich reingefressen wie Säure. Ich bin hochbegabt. Ich hatte immer nur Einser und Zweier. Und heute bin ich Frührentnerin wegen PTBS und hatte zum Schluß nur Hilfsarbeiterjobs. Ich habe damals, nach diesem Gespräch, aufgehört "schlau daherzuschwätzen" = eine gute Schulausbildung, später Berufsausbildung u. Karriere anzustreben. Ich habe Schulklassen wiederholt, mit Absicht 4er, 5er, 6er geschrieben, obwohl ich alles kapiert habe, habe nix aus meinem Abi gemacht, habe nicht studiert und nur schlechtbezahlte Jobs angenommen. Diese Bürde, die mir mein Vater damals aufgepackt hat, zu allem, was er sonst noch an mir verbrochen hat, hat mich damals gebrochen. Ich habe nie wieder an mich glauben können, keinen Sinn darin gesehen, um etwas oder um mich zu kämpfen. Es gab ja noch andere Vorfälle, alles in allem war ich mit 12 schon lange resigniert, depressiv und dissoziiert.

    Wenn ein Kind, so war das damals bei mir auch, die Schuld des Trinkens bei sich selber annimmt, dann ist das der ungelenke Versuch, aus dem Ohnmachtsgefühl rauszukommen. Man kann leichter damit leben, wenn man selber schuld ist, wie wenn man ohnmächtig ist. Das ist so eine verquere Hilfskonstruktion des traumatisierten Menschen, um ein Stück weit die Kontrolle wiederzuerlangen. In dem Sinne: Nicht die Mama ist schuld, sondern ich bin schuld, weil ich dies oder jenes falsch mache. Also muß ich nur alles alles alles perfekt und richtig machen, dann muß die Mama nicht mehr trinken... Und dann tun und machen sie, richten ihr kleines Leben nach dem Alkoholiker aus, vergessen daß sie Kinder sind und irgendwann ist die Kindheit unwiederbringlich um und sie sind prima Co's geworden. Man hat auf einmal die Illusion von Handlungsfähigkeit. Das erscheint allemal "besser" als das furchtbare Ohnmachtsgefühl gegenüber der Sucht des trinkenden Elternteils.

    Als Erwachsene docken sie beim nächsten Patienten an, den sie zu "retten" versuchen, einem suchtkranken Partner/in. Es ist zwar nicht gelungen, die Mama trockenzulegen, aber wenn ich mich noch noch noch mehr anstrenge, dann bekomme ich meinen Partner/in trocken...

    Funktioniert nicht.

    Ich wollte, auch nur einer in meiner Herkunftsfamilie hätte damals die Wahrheit gesagt und sich um mich gekümmert.

    Lieber Gruß, Linde


    P.S. Habe in meinem ersten Beitrag oben noch paar Sätze ergänzt.

    Hallo Just,

    wir sind ja da reingewachsen und als Kind lernt man erst über die Jahre die Leben der anderen Kinder mit dem eigenen Leben zu abzugleichen. Die fürchterlichsten Situationen können erst einmal zur "Normalität" werden.

    Ich weiß noch gut, wie ich immer bei meiner Schulfreundin war. Sie stammt aus einem gebildeten Elternhaus. Bei Tisch wurde über alles mögliche miteinander geredet und gelacht, niemand schmatzte, das Essen war nicht versalzen. Ich sog die Atmosphäre auf wie ein trockener Schwamm. Bei mir daheim war es sooo anders. Bei Tisch wurde sich angeschwiegen. Das Essen war super oder völlig verwürzt, je nach Pegelstand der Mutter. Ich hatte pausenlos Magenschmerzen vor Anspannung. Ich hielt mir unter den langen Haaren mit dem Finger das dem Vater zugewandte Ohr zu, damit ich ihn nicht so furchtbar schmatzen hörte. Usw. usw. usw.

    Ich merkte ja ganz früh schon den Alkoholismus. Aber dadurch daß die Mutter "heimlich" trinkt und alles dafür getan wird, um den schönen Schein aufrecht zu erhalten, ist das ja nicht verwunderlich, daß man als Kind dieses kranke Familienleben erst mal als normal annimmt. Früh merkte ich, daß etwas nicht stimmt, daß gelogen wird, daß vertuscht wird, daß die Familienangehörigen "nicht echt" waren. Das verunsicherte mich, machte mir eine tiefe Angst und Zweifel, vor allem auch Zweifel an mir selber. Kann ich meiner eigenen Wahrnehmung trauen, wenn der Hausarzt meiner Mutter, den ich als ca. 15jährige mal angesprochen habe, mir sagt, daß ich eine Lügnerin bin und meine Mutter nicht verleumden solle? Urvertrauen und Liebe habe ich nicht vermittelt bekommen. Auch von den Großeltern nicht. Das eine Großelternpaar war tot (auch Alkoholiker), das andere Großelternpaar war er Alkoholiker und Schläger und sie Co.

    Wo auch immer ich hinkam, begann das Abgleichen. Mit der Zeit merkte ich, daß auch in der Familie meiner damaligen Freundin nicht alles perfekt ist. Auch in anderen Familien schaute ich mir an, wie man sich anders verhalten kann. So habe ich viel gelernt. Ich hatte sowas wie externe Mütter und externe Väter, also Erwachsene außerhalb der Kernfamilie, von denen ich mir Sozialverhalten abschaute.

    Lieber Gruß, Linde

    Angst, Angst, Angst. Bin schmutzig. Auf keinen Fall Freundinnen mit heimbringen, das wäre peinlich und die müßte ich ja auch noch schützen. Bin im falschen Film. Zweifel. Dauermagenschmerzen. Dauerverspannungen im Nacken. Flucht in Bücher, in Schulaufgaben. Völlige Isolation. Niemand freut sich mit mir. Keine Ansprechpartner haben. Völliges Desinteresse der Eltern an MIR, also mir als Mensch den man wertschätzt, das hat mich zerbrochen, weil es schon als Säugling angefangen hat und nie anders geworden ist.

    Mich verstecken, im Zimmer einschließen, stundenlang im Garten oder Wald verschwinden. Maximale Geräuschempfindlichkeit, wer tut gerade was, bin ich in Gefahr, wie ist die Stimmung. Dauerstreß. Überforderung. Hoffentlich sieht mich keiner, ich brauche eine Tarnkappe. Angst angefaßt zu werden, Ekel vorm Angefaßtwerden. Sehnsucht nach echter Berührung.

    Ganz früh schon Sachbücher und Fachartikel verschlungen. Verzweifelte Versuche zu verstehen. Keine fröhlichen, lebendigen Freundinnen gehabt, sondern ausschließlich welche, mit denen man Psychogespräche führen konnte. War Einserschülerin, aber ich hab mit 18 schon lange innerlich schon aufgegeben gehabt und nie "etwas draus gemacht".

    Ganze Kindheit müde gewesen, Dauererschöpfung. Resignation. Gefühl verkrüppelt zu sein. Auf allen Photos habe ich tote Augen und lächle eigentlich nie. Fühllos geworden, abgestumpft, damit ich irgendwie überlebe und gleichzeitig dauerhellwach bis zur völligen Erschöpfung.

    Habe nie gespielt, nie getanzt, nie gesungen, so gut wie nie gelacht. Verstehe keinen Spaß. Bin so gut wie immer sehr ernstes Kind/Jugendliche gewesen. Alles von anderen auf mich bezogen, mich nicht gesund abgrenzen können. Entweder totale Verschmelzung, innerliches Aussteigen oder maximale Abwehr. Von klein auf mich um Tiere gekümmert, ihnen Biotope hergerichtet, damit sie es gut haben.


    Hallo Just,

    kommt ganz schön was zusammen an Erinnerungen.

    LG, Linde

    Hallo atze,

    es geht um den Kalten Entzug. Laß es bitte abklären, ob du einfach so aufhören kannst oder Medikamente brauchst. Das ist wichtig.

    Und wenn deine Hausärztin keine Zeit hat, dann ruf bei der Suchtberatungsstelle an und frage nach einem anderen Arzt.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo atze,

    solche Briefe und Streßsituationen könnten ja jederzeit kommen, das ist ganz normaler Alltag. Wie du schon sagst, es ist wichtig, daß du andere Wege findest, sowas zu meistern.

    Was könnte dir denn vorab helfen, falls demnächst nochmal Post kommt?


    Geh bitte auch nochmal zu deiner Ärztin. Rede nochmal mit ihr.

    Grüße, Linde