Beiträge von Linde66

    Hallo Andi, hallo Monka,

    ihr seid ja beide neu hier und ganz frisch trocken. Auch wenn ihr euch bald PN schicken könnt nach der Freischaltung für den geschützten Bereich, ist die Frage, ob es sinnvoll ist, gleich in die Vollen zu gehen?

    Warum schaut ihr nicht erst mal jeweils auf eure eigene Stabilisierung, bevor ihr euch mit dem anderen befaßt? Warum sofort die Anonymität aufgeben? Die Anfangseuphorie, das "geteilte Leid ist halben Leid", dem anderen "helfen" wollen, usw. usw. usw. ist die eine Seite. Die andere Seite ist die, daß man sich evtl. etwas nimmt, wenn man ganz neu dabei ist und nur noch umeinander kreist. Irgendwann schreiben andere vielleicht nicht mehr bei euch.

    Auch privates Kennenlernen so ganz am Anfang kann sehr destabilisierend wirken, v. a. wenn einer einen Rückfall baut oder Hormone ins Spiel kommen.

    Nee, ich bin nicht die Spaßbremse. Es sind einfach Erfahrungswerte von vielen Jahren Forum und einfach mal zum drüber nachdenken.

    Grüße, Linde

    Hallo Steffili,

    ich kann dich so gut verstehen mit deinen Gefühlen. Ich bin damals sogar schon mit 18 ausgezogen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Jetzt, nach zig Jahren, komme ich mit meinen Eltern recht gut klar. Aber dazu hat es erstmal Abstand gebraucht und daß ich meinen eigenen Weg gegangen bin.

    Hör dich doch mal in der Berufsschule um, ob nicht noch ein, zwei andere Leute Lust hätten, eine WG zu gründen. So habe ich damals auch angefangen, das war gar nicht teuer. Und lustig obendrein. Allein schon, daß sich beim Kochen abgewechselt wurde und ich so Sachen zu essen bekam, von denen ich gar nicht gewußt habe, daß es sie gibt. :lol:

    Heute gibt es sogar das Ausbildungs-Bafög, also eine finanzielle Unterstützung. Gibt es in deiner Berufsschule einen Vertrauenslehrer oder in deinem Betrieb einen Betriebsrat? Oft sind das ganz gute erste Ansprechpartner, die man mal fragen kann, was es sonst noch an Unterstützung für Auszubildende gibt.

    Viele liebe Grüße, Linde

    Hallo,

    danke für eure Beiträge. Zwei ganz wichtige Punkte: Zum einen, daß schon Schubsen und Zerren schlimme Grenzüberschreitungen sind, da sollten die Alarmglocken klingeln.

    Das zweite sind die Nachbarn, die geholfen haben. Das ist einfach toll gewesen!


    Jede/r kann jederzeit Zeuge/Zeugin von häuslicher Gewalt werden.

    Manchmal sieht man eine Nachbarin oder Kollegin mit Sonnenbrille einkaufen gehen, während die Regenwolken gerade den Himmel verdunkeln. Warum trägt sie eine Sonnenbrille?

    Manchmal gehen Frauen plötzlich nicht mehr ins Schwimmbad, in die Sauna oder ins Fitneßstudio. Man könnte die blauen Flecken sehen.

    Manchmal hört man etwas in der Nachbarswohnung. Oder man sieht abends beim Gassigehen mit dem Hund eine Silhouette in einem beleuchteten Fenster, die sich vornüber beugt und schlagende Bewegungen macht. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Gestalt gerade den Teppich ausklopft?

    Wird eine Frau von ihrem Begleiter kontrolliert, überwacht? Hat sie plötzlich keinen Zugriff mehr auf ihre Post, ihr Handy, ihr Konto?

    Wenn man etwas mitbekommt, könnte man bei in einer ruhigen Gelegenheit das Gespräch mit der Frau suchen. Man kann ihr anbieten zuzuhören. Es kann sein, daß die Frau vehement den Verdacht auf häusliche Gewalt abstreitet. Es kann sein, daß sie anfängt zu weinen, daß sie völlig erstarrt oder daß sie sie sich umdreht und geht. Man kann versuchen ihr einen Zettel zu geben mit der eigenen Telefonnummer oder der einer Beratungsstelle oder dem Frauenhaus. Dazusagen, daß sie den Zettel in die kleine Tasche vorne rechts in die Jeans stecken kann. Man kann ihr vorschlagen, sie sofort zu begleiten, sie sofort aus der Situation zu holen. Man kann ihr anbieten, sie ins Krankenhaus, ins Frauenhaus, zur Polizei, zu einer Freundin, zu Verwandten begleiten.

    Manchmal ist es aber sinnvoll, zum Telefonhörer zu greifen und die Polizei anzurufen. Vor allem, wenn man sich selber in Gefahr bringen würde.


    Wenn es um häusliche Gewalt geht, sind oft auch die Kinder betroffen.

    Verhalten sich Kinder anders als sonst: Verschreckt, schweigend, überdreht, se6ualisiert, nervös, lügend, abweisend, abwesend, passiv, prügelnd; fällt ihre schulische Leistung ab, wollen sie nicht mehr nach Hause gehen, zeigen sie selbstverletzendes Verhalten, kommen sie nicht mehr aus ihrem Zimmer heraus, verschwinden sie in Bücher- oder PC-Welten... das alles können Hinweise sein.


    Zivilcourage kann Leid verkürzen und manchmal sogar Leben retten. Bitte nicht wegschauen. Bitte sich nicht selber in Gefahr bringen. Bei manchen Sachen ist es besser, wenn die Profis eingreifen. Die 110 wählen und sagen wo Hilfe benötigt wird und was los ist.

    LG, Linde

    Hallo alle,

    nun tut mal bitte aufhören, über Renate zu reden und vor allem über Renate zu mutmaßen. Sarkasmus und roll-eye-Smilies über andere bitte einfach weglassen und versuchen, bei sich selber bzw. sachlich zu bleiben.

    Wenn es soweit ist: Lieber wieder mit-einander reden als über-einander reden. :)

    Liebe Grüße und danke fürs Danke,

    Linde

    Hallo Andreas,

    kann ich verstehen. Aber ich bitte zu bedenken, daß es auf Renates Wunsch hin war, denn sie hat in den letzten Wochen doch sehr viele private Details aus dem Leben ihrer Angehörigen in öffentliche Internet geschrieben. Daß sie ihren Thread daher komplett hat rausnehmen lassen, ist zu deren Schutz.

    Ein Tagebuch zu schließen ist sowas wie eine Zäsur. Ein neues zu eröffnen macht das alte Leben ja nicht ungeschehen, aber man kann einen Neuanfang machen mit Neuausrichtung auf sich selber. Gerade für Co-Abhängige ist es wichtig zu lernen, den Fokus auf sich selber zu legen. Das ist ein Prozeß.

    Den Thread rausnehmen zu lassen mindert in keinster Weise die Wertschätzung für diejenigen, die in ihm die ganze Zeit geschrieben haben. :)

    Viele Grüße und Bitte um Verständnis,

    Linde

    Hallo Monka,

    ich bin grad völlig baff und total stolz auf dich, wie du die Grundbausteine umsetzt. Dickes Lob!

    Zitat

    ich habe den Termin für Mittwoch abgesagt.

    Ich hab das deshalb so früh wie möglich getan, um mich nicht für das Wochenende mit Gedanken zu belasten oder womöglich mich selbst wieder umzustimmen.

    Im Sinne der Risikominimierung hast du das ganz toll gemacht. Erstens daß du es abgesagt hast und zweitens, daß du dir keine Hintertürchen offengelassen hast übers Wochenende.

    Zitat

    Aber ich habe kapiert, dass ich mit meinen Gedanken nicht weiterkomme, sondern darauf hören muß, was mir hier geraten wird.

    So kann Selbsthilfe funktionieren! Man muß doch nicht bei 0 anfangen und herumexperimentieren, sondern man kann von den Erfahrungsberichten der schon länger Trockenen profitieren.

    Zitat

    Meine Freundin sagte: "Oh, das ist aber schade, denn auch andere haben schon abgesagt."

    Wie gut, daß du dich jetzt an erster Stelle stellen kannst.

    Zitat

    Aber ich habe mich dazu entschlossen, offen zu sein, und habe ihr gesagt....

    Ein erstes Gespräch am Telefon und ein weiteres demnächst beim Spaziergang, du machst das prima.

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    Auch gegen leere Weingläser habe ich schon was. Meine habe ich noch abgewaschen und in den Schrank weggestellt.

    Wofür hebst du sie auf? Wenn nicht für dich, dann für Gäste? Aber das würde dem alkoholfreien Zuhause widersprechen. Eigentlich könntest du die Gläser komplett wegtun, oder?

    Zitat

    dass ich in den nächsten Monaten Feiern meiden muß und werde.

    Klara Ansage.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Monka,

    prima! Dann wünsche ich dir einen guten Einkauf morgen!

    Und daß du dich einer Freundin offenbarst hast, ist auch ein Grundbaustein der Risikominimierung.

    Vorab kannst du ihr ja sagen, was bei dir eventuell Saufdruck auslösen könnte und was dir ganz konkret beim Einkauf wichtig ist.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Monka,

    ich finde es super, daß du dir ganz konkrete Gedanken machst, wie du im Alltag Risikominimierung betreiben kannst! Vielleicht kannst du ja jemanden darum bitten, mit dir gemeinsam einzukaufen? und dabei gleich einen neuen Laden entdecken..

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Nys,

    ich habe vor Jahren schon den Stromanbieter gewechselt und habe vor, nächstes Jahr auch den Gasanbieter zu wechseln (vorher geht nicht, weil ich einen Vertrag mit entsprechender Laufzeit unterschrieben hatte).

    Obst und Gemüse gibts aus dem eigenen Garten und da ich dort nicht alles anbaue, ergänze ich mit Frischem aus dem Supermarkt. Dort gibt es ein überraschend breites Bio-Sortiment. Es lohnt sich, dort erst etwa eine oder eine halbe Stunde vor Ende der Öffnungszeit einzukaufen, weil dann viele Waren der Obstabteilung runtergesetzt werden, obwohl sich noch gut sind.

    Ich kaufe mir keine Bücher mehr, sondern nutze die Bücherei hier im Ort. Was die nicht haben, können sie per Fernleihe bestellen, also auch die aktuellen Schmöker.

    Ich habe alle Abonnements und Mitgliedschaften durchgeschaut, ob ich die WIRKLICH noch haben möchte und siehe da, bis auf eine Zeitschrift ist alles gekündigt.

    Meine Versicherungen habe ich nach einigen Jahren zum erstenmal wieder durchgeschaut und auf die aktuelle Situation angepaßt, so konnte ich auch Geld sparen.

    Den Telefonanbieter habe ich gewechselt und beim Neuen nutze ich eine kombinierte Internet- und Telefon-Flatrate.

    Vor einem Jahr bin ich umgezogen in eine günstigere Bleibe.

    Zusätzlich zur Gasheizung wurde ein Holzofen aufgestellt. So kann ich Gas sparen. Und das Feuerchen im Ofen mit Glasfenster macht eine heimelige Wärme und ist im Wohnzimmer schön anzuschauen.

    Wenn es trocken ist, lasse ich das Auto oft stehen und nutze das Fahrrad oder das Mofa.

    Ein Spritspartraining würde mich noch interessieren, aber hier in der Nähe habe ich nichts dergleichen entdecken können. Allerdings finden sich im Internet zum Thema 'Spritsparen' viele gute Beiträge.

    Grüße, Linde