Beiträge von Linde66

    Hallo Morgana,

    ich habe deine letzten beiden Texte editiert, sodaß die Zitate jetzt als Zitate erscheinen.

    Bitte einfach unter dem Textfeld, in dem du schreibst, das Häkchen entfernen, daß bei "BBCode in diesem Beitrag deaktivieren" ist.

    Lieber Gruß, Linde :)

    Hallo Lea,

    hm, ich finde es gerade beim Lesen ziemlich krass, wie jemand, der die Schwarze Pädagogik so eindrucksvoll beschrieben hat, dann später auf sowas wie eine Primärtherapie kommen kann.

    Ich lese hier mal gespannt weiter mit, denn ganz verstanden habe ich es immer noch nicht. :?

    Zitat

    Der Patient wird daher in diesen Zustand zurückversetzt


    Allein da stellen sich bei mir schon alle Igelstacheln. Denn eben genau durch dieses Procedere wird der Patient erneut zum Opfer gemacht, selbst wenn er das selber vom "Primärtherapeuten" so abverlangt und auch bezahlt. Ich mag das absolut nicht, wenn man als Patient sich in die Hand eines anderen begibt, wenn man passiv wird, wenn man die Handlungsfähigkeit abgibt - auch wenn es für einen "höheren Zweck" ist.

    Ich halte es für sinnvoller, schonender und nicht-retraumatisierend, wenn Traumatherapie das begleitet, was eh hochkommt und das dann mit schonenden Ansätzen wie z. B. Bildschirmtechnik, Beobachtertechnik, Tresortechnik usw. zu integrieren versucht. Also wenn man eben NICHT durch irgendwelche Methoden den Patienten künstlich triggert und Material hochholt. Das ist in meinen Augen ein höchst gefährliches Spiel mit großen Gefahren für den Patienten.

    Traumatherapie braucht viel Zeit und ohne gleichzeitige Ressourcenstärkung, Stabilisierung und Festigung neuer Alltagsstrategien halte ich es für verantwortungslos, einen Patienten künstlich zu triggern - wie gesagt: Auch wenn er das selber so will, vielleicht um "es" schneller hinter sich zu bringen.

    Grüße, Linde

    Hallo schnuffig,

    danke für deine Antwort.

    Ich halte alles, was massiv eingreifend oder forcierend ist, für möglicherweise retraumatisierend. Und das ist ja kontraproduktiv. Viel schonender ist gegebenenfalls eine Traumatherapie nach Luise Reddemann.

    Ich kenne von Alice Miller die drei Bücher 'Das Drama des begabten Kindes', 'Am Anfang war Erziehung' und 'Du sollst nicht merken'. Ich las sie so Mitte 20, glaube ich. Später kamen dann viele weitere Autoren dazu. Die Mischung machts wohl und daß ich mir überall das rausholte, was ich gerade zum Weiterkommen brauchte.

    Viele Grüße, Linde

    Lieber zerfreila,

    herzlichen Glückwunsch zu 5 Jahren Trockenheit. :D Ich wünsche dir, daß es dir gesundheitlich bald wieder besser geht und du deine Radtour antreten kannst.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Sabine,

    die Bilder gehen ja durch alle Medien, wie es teilweise im Land aussieht. :shock:

    Ich drücke euch gaaaanz fest die Daumen, daß euer Haus nicht überflutet wird!!

    Habt ihr Sandsäcke? Habt ihr schon alles wichtige hochgestellt?

    Viele Grüße, Linde

    Hallo akoya,

    Willkommen hier im offenen Forum. :)

    Ich glaube, daß es für Eheleute und Partner schon schwer ist loszulassen, aber sein Kind loszulassen? :? Hm.

    Insgeheim weißt du vermutlich, daß man ihr nur helfen kann, wenn sie von sich aus aktiv wird und Hilfen annimmt, sei es Arzt, Selbsthilfegruppe oder eben Familie. Sie scheint ja völlig abzublocken.

    Das glaube ich dir sofort, daß unglücklich und voller Sorge bist.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Nys, hallo Lindi,

    nee, über die Forenleitung läßt sich nichts machen. :wink:

    Wenn, dann müßtet ihr euch mit weißer Nelke im Knopfloch oder buntem T-Shirt auf dem Pferd sitzend irgendwie verabreden, so wie Correns und Garcia.

    Grüße, Linde

    Hallo cookie,

    aus eigener Erfahrung weiß ich, daß meine Co-Abhängigkeit nur "schläft". Wenn ich aktiv in eine Situation reingehen würde, in der die alten Muster greifen könnten, dann würde ich früher oder später wieder voll drinstecken. Also halte ich Abstand zu allen Leuten und Situationen, bei denen ich sowas wie "Helferitis" bekommen könnte. Sogar hier im Forum passe ich gut auf mich auf, daß ich mich nirgends zu sehr reinhänge oder jemand bestimmten zu "retten" versuche. Ich versuche bei mir zu bleiben.

    Dieses sich etwas mehr für einen Alkoholiker engagieren könnte schon als Rückfall in die alte Co-Rolle angesehen werden.

    Denn wo ziehst du die Grenze?

    Manchmal hilft nur kompletter Abstand. Ich kenne jemandem, bei dem ich nach über 20 Jahren vermutlich wieder voll in die alte Schiene reinrutschen würde. Daher halte ich konsequent Abstand.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Morgenrot,

    ja, ich denke schon, daß ich zur Co erzogen worden bin. Man kommt ja als Kind nicht co zur Welt. Von klein auf wurden wir Kinder darauf getrimmt, das große Familiengeheimnis (die Mutter trinkt) zu vertuschen. "Es" durfte nicht ausgesprochen werden, nicht in der Familie und schon gar nicht außerhalb. "Es" mußte in der Familie bleiben. Wir Kinder wußten nicht wohin mit dem beklemmenden Gefühl, mit der Überforderung, den Ängsten.

    Irgendwann so zwischen 10 und 12 nahm mich der Vater zur Seite und sagte todernst zu mir: Wenn du nicht immer so schlau daher reden würdest, dann müßte die Mutter nicht trinken. :shock: Es fühlte sich zwar völlig verkehrt an, aber ich glaubte ihm. Und hörte auf zu reden. (Ich hatte mal gewagt, über irgendeinen Zeitungsartikel mich austauschen zu wollen, klar daß ich dann Schuld bin an ihrem Alkoholismus... :roll::cry: )

    Später mußte ich den Alkohol im Supermarkt einkaufen, damals ging das noch ohne Altersnachweis an den Kassen.

    Usw. usw. usw.

    Da sind viele schlimme Dinge passiert. Die Mutter trank (und trinkt immer noch), der Vater verhält sich völlig co-abhängig, ich habe nichts anderes vorgelebt bekommen als Sucht und das Umkreisen der Sucht.

    Ich habe immer suchtfreie Elternhäuser, also die meiner wenigen Schulfreundinnen bewundert. Da wurde bei Tisch einfach so miteinander geredet über den Alltag. Bei uns wurde sich angeschwiegen oder ritualisierte Floskeln losgelassen, völlig verkrampft. Es war quälend und fühlte sich falsch und vor allem unheimlich anstrengend an.

    Von klein auf überlegten wir Kinder unbewußt, wie wir uns verhalten müssen, damit sie weniger trinkt oder damit wir unsichtbar werden, falls sie doch getrunken hat. Wir konnten keine Klassenkameraden einladen, nie. Ein unbeschwerter Alltag war unmöglich. Es interessierte nie, was wir für Noten hatten, was wir erlebt haben in der Schule, nicht die schlimmen Sachen aber was viel mehr weh getan hat, es interessierten auch nicht die tollen Erlebnisse. Wir waren mit allem allein und hatten keine Ansprechpartner. Alles kreiste ausschließlich um die trinkende Mutter. Darum, wie wir Streß für die anderen vermeiden, wie wir nicht am Schweigen kaputtgehen, wie wir uns Trost, Zuwendung und Präsenz woanders herholen können. Das ging über Süßigkeiten und Fernsehen. Ich war glaube ich mit ca. 12 schon eß- und fernsehsüchtig.

    Wie rette ich sie? Irgendwann kam ich darauf, daß meine kindlich naiven Rettungsversuche, z. B. einen Zettel mit einer Beratungsstellen-Tel-Nr. hinzulegen, nur bewirkte, daß sie mehr trank, also ließ ich das irgendwann. Aber ich konnte damals nicht verhindern, daß ich mir immer wieder zu rettende Partner suchte. Das waren nicht unbedingt Alkoholiker, sondern anders Süchtige, das ist egal. Denn die Co-Abhängigkeit kann man überall ausagieren, wo eine Person oder ein System (z. B. Arbeitsplatz, Verein) das zuläßt.

    Wir Kinder sind von klein auf zu "guten Co's" getrimmt worden. Wir haben jeweils süchtige Partner gewählt und sind selber süchtig geworden. Was war ich früher stolz darauf, nicht auch Alkoholikerin geworden zu sein. Bis ich mal genau hinschaute und locker auf 10 Süchte, Zwänge oder Abhängigkeiten kam, sei es Co, Fernseh, Fressen, Vereinstätigkeiten, PC usw. Inzwischen habe ich viele der Muster erkannt und kann mich heute anders verhalten. Aber die Suchtstruktur habe ich bis in die letzte Zelle verinnerlicht, da heißt es immer wachsam bleiben, um nicht wieder voll in irgendwas reinzurutschen.

    LG, Linde

    Hallo Co2013,

    Willkommen hier im offenen Forenbereich.

    Deine Vorstellung ist nicht öffentlich, d. h. das www kann den Vorstellungsbereich nicht einsehen.

    Wenn du möchtest, eröffne bitte einfach hier ein Thema, in dem du dich nochmal kurz vorstellst. Wichtig ist, daß es schwerpunktmäßig um einem selber und nicht um die trinkenden Angehörigen geht.

    Viele Grüße und einen guten Austausch!

    Linde :)