Beiträge von Linde66

    Hallo,

    hier ist der Link zum Buch.

    Woititz hat auch noch ein weiteres sehr gutes Buch zum Thema geschrieben "Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit".


    Hallo Just,

    vielleicht ist es eine Art Schutz, so zu denken und v. a. zu fühlen? Wenn man als Kind alles in der ganzen Bedeutung verstanden hätte, wenn man das alles ohne Schutzfunktionen gefühlt hätte, da wäre man vielleicht kaputtgegangen. Bei mir war und ist es so, daß manche als Kind aus der Not und Überforderung heraus ausgebildeteten Schutzmaßnahmen, noch heute wirken. Also Vergessen, Verdrängen, Schönreden, nicht wahrhaben wollen, Hoffen usw., das ist ein Schutz vor Überforderung und als Kind muß man ja erst einmal irgendwie überleben.

    Es WAR schlimm. So langsam kann ich mit dieser Tatsache umgehen, hat aber viele Jahre Vorarbeit und Stabilisierung gebraucht.

    Grüße, Linde

    Hallo filzlaus,

    schreib dir die Wirrnis heraus, das hilf beim Sortieren.

    Als EK ist das so eine Sache mit der Selbstwahrnehmung. Wenn man damit aufgewachsen ist, die Sprüche der anderen über die eigene Wahrnehmung zu stellen...

    Wenn du magst, lies mal den oben angepinnten Thread "Merkmale für ein EK". Dort haben wir einiges zusammengetragen.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Clara,

    vielleicht ist das ja sogar ein gutes Einstiegsthema für das Gespräch? Daß du ansprichst, wie deine Gedanken rasen und du dadurch Probleme hast zu spüren, was jetzt wichtig ist und was nicht. Möglicherweise kann er dir dabei helfen.

    Daß du deiner Freundin abgesagt hast, hast du sehr gut gemacht. Ein Treffen in einem Café oder ein einfacher Spaziergang sind ja auch eine Möglichkeit. Kann sein, daß sich dein Freundeskreis verändert, lichtet. Dann ist das so und es eröffnet ja auch neue Perspektiven.

    Für heute mittag wünsche ich dir ein gutes Gespräch.

    Grüße, Linde

    Ich habe meine Kindheit wohl nur deshalb überstanden, weil sich mein Denken und Fühlen wie abgestellt hat. Ich war dabei und doch nicht, so eine Art standby-Betrieb des Systems.

    Wenn ich heute Kinder sehe, dann erschreckt es mich, WIE klein und zart die sind. Ich war ja auch mal so, da holen mich manchmal die alten Gefühle von Angst, Überforderung, Hilflosigkeit usw. ein. Wenn ich glückliche Kinder sehe, wie sie spielen, ihre Umgebung erobern, mit Freunden zusammen sind, da findet innendrin wie ein Abgleich statt. Und da liegen Welten dazwischen..., das tut weh. Heute kann ich darüber trauern, damals ging es ums Überleben, da war für Gefühle kein Platz.

    Grüße, Linde

    Hallo Himmelsengel,

    bei sowas ist es vielleicht gut, daß du dir von außen Info's und Unterstützung holst.

    Gibt es in eurem familiären Umfeld jemand, dem du dich anvertrauen kannst?

    Oder wie wäre es, die Klassenlehrer/in bzw. den Vertrauenslehrer/in einzuweihen?

    Manchmal sind der Kinderarzt, der Hausarzt, der Pfarrer gute Ansprechpartner.

    Dann fällt mir noch eine Suchtberatungsstelle ein, die beraten auch Angehörige. Es gibt sogar Gruppen für die Kinder von Alkoholikern.

    Jugendamt ist auch eine Anlaufstelle. Manchmal gibt es die Möglichkeit, daß die Kinder in eine WG ziehen können. Vielleicht wäre das eine gute Sache für deinen Bruder.


    Erst mal liebe Grüße,

    Linde

    Hallo Celeritas,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich bin mit 18 ausgezogen, meine Mutter trank damals schon und trinkt heute immer noch.

    Wie will man mit einer nassen Alkoholikerin "klarkommen"? Das geht nur auf Kosten des Kindes, die Mutter bekommt im betrunkenen Zustand ja gar nicht mit, was sie sagt und tut. Ich habe damals ziemlich viel probiert, um selber irgendwie klarzukommen oder sie trockenzulegen, das funktioniert aber beides nicht. Mir ging es sehr, sehr schlecht dabei.

    Mir hat nur Abstand geholfen, sprich: Auszug.

    Sie könnte jederzeit zum Arzt gehen, eine Entgiftung machen usw., tut sie aber nicht. Das ist ihre Entscheidung. Reden bringt 18 Jahre lang nicht, in meinem Fall sind das noch paar Jahre mehr. Man kann von außen niemand trockenlegen, es geht einfach nicht.

    Du schreibst, deine Schwester ist schon ausgezogen. Versteht ihr euch gut? Könnte sie dich unterstützen?

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo robli,

    mit 8 Monaten bist du auch noch in der Anfangszeit.

    Du setzt dich einem völlig überflüssigen Risiko aus, indem du dich im nassen Umfeld bewegst.

    Nur den Alkohol weglassen und trotzdem sich im altbekannten Umfeld weiterbewegen kann das Suchtgedächtnis so triggern, daß es beim nächsten Kneipenbesuch schief gehen kann.


    LG, Linde

    Hallo Bär,

    freut mich, daß du das mit dem Einkaufen gleich umsetzen konntest und noch dazu mit so einem zufriedenstellenden Ausgang!

    Bleib dran, manchmal sind es nur kleine Veränderungen im üblichen Ablauf, die schon helfen. Und bleib dran mit der Suche nach einer SHG. Hast du ein Auto? Vielleicht einfach mal paar Kilometer im Umland schauen?

    LG, Linde

    Hallo Bär,

    ein 4. Punkt könnte das Einkaufen sein. Das scheint dich zu triggern.

    Könntest du da Veränderungen vornehmen? Also z. B. einen völlig anderen Supermarkt nehmen bzw. in einem Supermarkt einkaufen bei dem die Getränke-Abteilung ausgelagert ist? immer zu zweit einkaufen? vorerst gar nicht mehr selber einkaufen sondern einkaufen lassen? Da wäre das Gespräch mit deiner Frau wichtig.


    Geht evtl. Walking bei dir? ganz vorsichtig anfangen mit 15 bis 20 Minuten?

    Liebe Grüße, Linde