Beiträge von Linde66

    Hallo Kernkraft

    Im März d. J. hast du geschrieben

    Zitat von Kernkraft

    Zum großen Glück, habe ich eine erkennbare Zukunft. Sie wird nicht mit ihm zusammen sein. Der Abstand wird immer größer und die Funkstille für drei Monate meinerseits hat mir gezeigt, wie schön das Leben ist. Ich kann mein Ziel ohne ihn viel besser verfolgen. Trotzdem liebe ich ihn. Doch ich liebe auch mich.

    Wie geht es denn nun bei dir weiter? Was machst du konkret?

    LG, Linde

    Hallo Elfi,

    wie will man da als Einzelner ein ganzes Familiensystem "knacken", was sich gar nicht ändern will? Geht so etwas?

    Wenn der Alkoholiker nicht trocken werden möchte, wenn seine Frau nicht aus ihrer Co-Abhängigkeit raus möchte, dann kann man das von außen nicht beeinflussen.

    Man kann nur lernen bei sich zu bleiben. Jeder von euch. Zum Beispiel nicht mehr hingehen, wenn er betrunken ist. Also nicht reden, sondern handeln. Nicht gegen ihn oder um ihn zu beeinflussen, sondern FÜR euch.

    LG, Linde

    Hallo Liju,

    sicher kannst du dir nicht sein, du wünschst dir das natürlich, kann ich verstehen.

    Meine Mutter hat immer getrunken...

    Schuldige gibt es tatsächlich nicht. Vielleicht kannst du sie kindgerecht informieren, daß Alkoholismus eine Suchterkrankung ist. Ich habe mir mit 8 ziemlich viel beängstigendes Zeug zusammengereimt, nachdem ich im Waschpulver die versteckten Weinflaschen gefunden habe. Und ich wollte, jemand hätte mit mir WIRKLICH darüber geredet. Das hätte es mir leichter gemacht.

    Ich finde einen kindgerechten, offenen Umgang mit dem Thema Alkoholismus sehr wichtig. Die Fragen werden ja nicht weniger! Bei mir war es so, daß ich schon von klein an mit Klassenkameradinnen darüber redete. Das ist ein Thema, was ja in so vielen Familien vorkommt! Und es ist gut, wenn die Kinder wirklich einen Ansprechpartner haben. Wirklich belastend für mich als Kind war nicht der Alkoholismus der Mutter, sondern die Tatsache, daß das tabuisiert wurde und ich niemanden hatte zum Reden. Das brachte mich zum Schweigen und ich wurde dann später eine gute Co.

    LG, Linde

    Hallo Tanja,

    es ist ja IHRE Verantwortung, wie sie das alles macht.

    Unterstützung ja, aber nicht die Verantwortung abnehmen also...

    Die Weinflasche aus dem Schrank nehmen würde ich nicht, es aber vielleicht ansprechen, ob sie sich vorstellen kann, die Trockenheit konsequent umzusetzen. Und ihre Antwort oder Nicht-Antwort dann akzeptieren.

    Wenn du mal bei den länger trockenen Alkoholikern liest, dann findest du immer wieder das Wort Risikominimierung. Sie gehen dann erst gar nicht auf solche Familienfeiern, weil das ob mit oder ohne Alk Saufdruck auslösen kann, einfach durch die Gruppensituation dort.

    Aber wie gesagt, daß ist IHRE Verantwortung.

    Klar kann man auch ohne Alk schön feiern.

    Gruß, Linde

    Hallo Uschi,

    du bist ja am Ball, das wird schon, da bin ich sicher bei dir. Ein Schritt nach dem anderen.

    Was Kathleen geschrieben hat, hab ich so ähnlich auch schon gedacht, das mit dem Strand. Wie wichtig der dir geworden ist.

    Schau, daß du dir einen guten Ort suchst, wo du leben kannst nach deinen Bedürfnissen. Das macht dich stark innendrin für alles.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Wolfgang,

    "das Leben" ist nicht beschissen, sondern die aktuelle Situation ist belastend für dich. Was ja auch nachvollziehbar ist!

    Ich kenne das von mir sehr gut, daß wenn so eine ungewisse Situation ist, daß ich das dann meistens auf das große Ganze übertragen habe, das passierte einfach und das machte mich völlig handlungsunfähig, da hinten in meiner Angstecke.

    Inzwischen kann ich da besser trennen. Also mein Leben ist soweit okay. Und ab und zu kommen Situationen, die ich zu meistern habe. Situationen, die von außen an mich herangetragen werden oder sogar auf mich einstürzen, so wie jetzt bei dir.

    Du hast ja jetzt Zeit. Die kannst du nutzen, um dich zu informieren. Mit Rente kenne ich mich nicht aus, aber vielleicht besprichst du dich als erstes mit deinem Hausarzt und mit deinem zuständigen Mensch von der Rentenstelle. Das verschafft dir Klarheit. Und dann kannst du die weiteren Schritte einen nach dem anderen angehen.

    Deinen Wert hast du ja in dir! Völlig unabhängig davon, wie der von außen wahrgenommen wird.

    Grüße, Linde

    Hallo fab,

    vielleicht hilft es dir, in den Threads der Co-Abhängigen zu lesen, das ist der Forumsbereich etwas weiter oben. Da geht es meistens um Partner oder Ehemann/frau oder Geschwister. Vieles könntest du vielleicht für deine Situation übertragen.

    Du kannst nix für oder gegen etwas tun. Das ist ja das, was ich auch gelernt habe: ich hab keinerlei Einfluß. Es ist egal wie ich mich verhalte, weil sie erst ihren Tiefpunkt erreicht haben muß, um Hilfe annehmen zu können. Wenn es egal ist wie ich mich verhalte, dann kann ich mich auch so verhalten, daß es MIR gut tut!! Also meinen Abstand verändern, meinen Weg gehen, konsequent sein.

    Grüße, Linde

    Hallo fab,

    ich bin Erwachsenes Kind einer alkoholkranken Mutter. Jahrelang habe ich zu helfen versucht mit dem "Erfolg", daß die Mutter noch mehr getrunken hat, weil sie das Thema damit abblocken konnte.

    Ich habe es dann komplett gelassen. Sie ist für sich selber verantwortlich, ich für mich. Lange Jahre habe ich sogar den Kontakt fast komplett abgebrochen, das hat uns beiden gut getan! Und heute ist es so, daß wir uns wieder gut begegnen können, es sind richtig schöne Mutter-Tochter-Gespräche möglich. Sie trinkt ja immer noch, ganz wenig, keine Ahnung wie sie das macht. Wenn sie trinkt, halte ich Abstand, wenn sie nüchtern ist, sind die Begegnungen lebbar. Das wichtigste ist, daß ich bei mir bleiben kann und meine Helferitis ad acta gelegt habe.

    Ich selber habe keine Kinder, ich kann dir also auch nicht wirklich was dazu schreiben. Stell es mir aber nicht einfach vor, was dich gerade umtreibt. Ich drück dir feste die Daumen, daß du konsequent bleiben kann. Es geht hier um DICH.

    Und er hat nur dann eine Chance trocken zu werden, wenn er tatsächlich für SICH trocken werden möchte und nicht weil er Druck von außen bekommt. Möglicherweise dreht er noch so einige Ehrenrunden, aber versuch bei dir zu bleiben, Achterbahnfahren ist nicht gesund, das hab ich als EK mit meiner Mutter auch hinter mir.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Finchen,

    ich habe mich hier im Forum freigeschrieben. Schreiben ist für mich DAS Medium überhaupt. Mein Tagebuch ist allerdings im geschützten Bereich, weil es irgendwann ans "Eingemachte" ging.

    Meine EK-Thematik habe ich im Forum viel besser verarbeiten und vor allen Dingen verändern können, als in der Therapie. Hier wissen die Leute ohne viele Worte worum es geht.

    Ich wünsche dir weiter einen guten Austausch!

    LG, Linde