Hallo Uwe,
willkommen hier im Forum.
Ich selber habe keine Kinder, ich kann nicht nachfühlen wie es ist, ein alkoholkrankes Kind zu haben. Bei mir ist es umgekehrt, meine Mutter trinkt.
Was vielleicht ähnlich ist, das ist, daß man innendrin versuchen sollte Abstand zu finden. Sonst geht man kaputt. Ich hab alles mögliche probiert, um die Mutter "zu retten". Keine Chance. Das ist ihr Ding. Und es ist auch ihrs, Hilfe anzunehmen und sich professionell begleiten zu lassen. Als Angehöriger kann man dem Elend kaum zuschauen und meint helfen zu müssen. Aber wenn keine Hilfe gewollt ist? Oder man nur abgewiegelt oder belogen wird? Es gibt Selbsthilfegruppen, reale oder z. B. unser Forum. Dann gibt es Suchtberatungsstellen und den Hausarzt. Da kann sich der Alkoholiker hinwenden. Da braucht es aber wohl den individuellen Tiefpunkt dazu.
Wenn man immer "hilft", z. B. mit Geld, dann verzögert man indirekt sogar den Tiefpunkt. Meine Mutter ist verantwortlich für ihr Leben, ich für meines. Ich kann ihr da nichts abnehmen. Und da mich das nur runterzieht mitanzuschauen, halte ich Abstand. Räumlich, zeitlich und vor allem innerlich. Das verändert sich innendrin bei mir immer mal.
Wenn du magst, lies auch bei den Co-Abhängigen und Angehörigen, da geht es zwar meist um Partner, aber vielleicht kannst du dir da was rausziehen, was für deine Situation paßt.
Es ist gut, daß du vorher angerufen hast. So mach ich das auch immer vor Besuchen.
Liebe Grüße, Linde