Beiträge von Linde66

    Hallo Nicki,

    herzlich Willkommen hier bei uns Erwachsenen Kindern.

    Beim Lesen kamen mir gerade sehr viele Erinnerungen. Meine Mutter trinkt so lange ich denken kann. Mein Bruder und ich schaukelten uns auch stundenlang in den Schlaf, er schlug dabei 100 mal mit dem Kopf an die Bettumrandung, um sich zu betäuben. Auch er war Bettnässer. All diese Angst, das wochenlange Schweigen, das Schreien, das kenne ich gut.

    Komm in Ruhe hier an und schreib einfach weiter. Dann sortiert es sich innendrin. Wenn dir das hier zu öffentlich ist, da ja das ganze www mitlesen kann, dann komm in den geschützten Forumsbereich.

    In dem Thread Merkmale für ein EK haben wir einiges zusammengetragen, was dir vielleicht so manche Verhaltensweise erklären hilft.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo LaChela,

    du kannst mit einer Trauma-Therapeutin reden. Schau mal im Net nach "Traumatherapie nach Ilse Reddemann". Diese Therapeuten arbeiten mit ressourcenorientierten Verfahren, da wird nichts ans Licht gezerrt, sondern das begleitet, was von ganz alleine sich zeigen mag.

    Du kannst dich bei der Krankenkasse informieren, in einem Frauenzentrum oder den Psychotherapeutenverband anrufen. Dort bekommst du Namen von Therapeutinnen, die dich gut begleiten können.

    Ich kann gut verstehen, daß du dich erinnern willst. Ich habe inzwischen Vertrauen drin gefunden, daß nur so viel hochkommt, wie ich gerade bearbeiten kann. Das ist in Ordnung so. Es tut gut, gleichzeitig an der Stabilisierung zu arbeiten. Das stärkt. Ein Schritt nach dem anderen gehen.

    Wenn du magst, kannst du sehr gerne probeweise in den geschützten Forumsbereich wechseln. Wir sind einige Frauen, die sich gegenseitig begleiten und gut unterstützen bei der Aufarbeitung.


    Ich drück dich mal und schick dir ganz viel Kraft und Wärme.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Pati,

    das mit der eigenen Wohnung ist gut, da hast du ja etwas Abstand.

    Das mit dem Haus kann ich nachvollziehen.


    Ich meine halt, wenn ihr seit 6 Jahren auf ihn eingeredet habt, dann wäre es doch mal eine Idee, damit aufzuhören und zu schauen, was passiert... Wer weiß, wer weiß.

    Und vor allem, für dich/euch könnten sich da neue Aspekte auftun. Wiiiie schnell rutscht man als Angehöriger in eine sogenannte Co-Abhängigkeit rein. Alles dreht sich nur noch um den Alkoholiker und das eigene Leben rangiert gaaaanz weit hinten. Mir hat es gut getan, mal den Fokus nach all den Jahren auf mich zu lenken und da aufzuräumen und weiterzukommen.


    Bis denn, Linde

    Hallo Pati,

    herzlich Willkommen hier im Forum und speziell bei uns Erwachsenen Kindern.

    Wenn dein Vater keine Hilfe annehmen möchte, dann möchte er wohl nichts an seinem Alkoholismus verändern. Von außen kann man da nichts machen. Ich habe bei meiner Mutter, die nun schon über 40 Jahre trinkt, auch nichts erreicht, keiner aus meiner Familie... Mir blieb nur, ihre Entscheidung zu akzeptieren und für mich Abstand zu halten. Einfach war das nicht.

    Die Gründe für ihre Sucht liegen in ihrer Biographie vergraben, da sind Dinge, die sie sich wohl wegtrinken, betäuben muß. Es ist ihre Entscheidung, da nicht hinzuschauen.

    Ich kann deine Aufgewühltheit und Verzweiflung so gut verstehen, Pati. Man meint immer, helfen zu können oder helfen zu müssen und es ist fast nicht auszuhalten, wenn der andere partout die Hilfe nicht annehmen will.

    Aber die Eltern sind erwachsen und für sich selber verantwortlich, wie auch immer sie mit dieser Verantwortung umgehen...

    Ein Alkoholiker muß am persönlichen Tiefpunkt angelangt sein, um Hilfe annehmen zu können. Vielleicht ist das für deinen Vater der Verlust des Arbeitsplatzes oder wenn seine Familie aufhört, sich um ihn zu kümmern. Das kann seine Chance sein aufzuwachen. Hilfe durch Nicht-Hilfe sozusagen.

    Wie geht es dir sonst so? Wohnst du noch zuhause?


    Viele Grüße, Linde

    Hallo Mella,

    DU könntest doch verschwinden, wegziehen... :wink:

    Und dafür bräuchtest du dich auch nicht zu schämen, denn die Natur hat das so vorgesehen, daß Kinder flügge werden und ihr eigenes Leben leben.


    Die Co-Krankheit ist in der Gesellschaft weit verbreitet. Sie verläuft ja meistens unerkannt und funktioniert ja deswegen so gut, weil es Lob gibt und Selbstaufopferung und all sowas so hoch angesehen ist. Ganze Berufssparten funktionieren, weil die Mitarbeiter dort ihre Co-Abhängigkeit austoben können.

    Du kannst mit 40 oder 60 immer noch die Co deines Vaters sein. Du kannst ihm aber auch die Verantwortung für SEIN Leben überlassen und die Verantwortung für DEIN Leben übernehmen. Einfach mal sortieren, was ist Seins, was ist Deins.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo LaChela,

    fühl dich ganz lieb umarmt. Du machst das gut. Gehst behutsam mit dir um. Laß dir Zeit.

    Ein Buch kann dich begleiten, es heißt Trotz allem v. Ellen Bass/Laura Davis.

    Alle deine Gefühle sind in Ordnung. Und auch das Wirrwarr ist völlig in Ordnung. Laß dir Zeit.

    Linde

    Hallo Kerstin,

    Hebamme wollte ich auch mal werden! Kleine Lebewesen ins Leben begleiten, das finde ich schön. Geworden bin ich etwas ganz anderes. Ich freu mich mal mit dir mit, du bist wirklich eine gute Mutter.

    Vertrau darauf, daß deine Mutter in guten Händen ist und daß du auch in guten Händen bist, wir werden getragen. Manchmal ist es so wie es jetzt gerade ist, auch wenn wir das nicht verstehen oder annehmen können.

    Lieber Gruß, Linde