Beiträge von Linde66

    Hallo Paddy,

    er drückt Co-Knöpfchen, du läßt noch drücken. Da kannst du für dich ansetzen.

    Wenn er dein Suchtmittel war um die Co-Abhängigkeit auszuleben, dann kannst du an der Situation schauen, wieviel Abstand dir gut tut. Ihn kannst du nicht ändern, aber du kannst deinen Abstand verändern. Er macht seinen Kram, so gut oder schlecht er das kann.

    Und du machst deinen Kram, so wie du das magst.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo ihr beiden,

    das mit dem "im Stich lassen" ist so eine Sache. Wir Kinder wurden ja zuerst im Stich gelassen, irgendwie... Und jetzt lassen wir uns selber im Stich, indem wir uns nicht um unser eigenes Leben kümmern. Hm.

    Unsere Eltern sind für sich selber verantwortlich, nicht wir für sie.

    Wir dürfen und müssen uns um UNS kümmern.

    Leider ist es oft so, daß in alkohlkranken Familien die Verantwortlichkeiten umgedreht werden und die Kinder meinen, die Eltern retten zu müssen. Das ist aber nicht so. Alkoholismus ist eine Krankheit, die professionell von Ärzten und Therapeuten behandelt werden muß, wir Angehörigen sind da nicht zuständig und außerdem überfordert.

    Und wenn die Eltern nicht wollen, dann kann man sie auch nicht trockenlegen, das geht nicht.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Maria,

    ja, ruh dich auch mal aus, das tut doch gut.

    Das mit dem täglichen Telefonat, merkst du da das Muster? Wie oft ist denn dein Hund krank und wie oft telefonierst du, obwohl du es nicht willst? Was der Mann "braucht" ist die eine Sache, ob du dich "gebrauchen" läßt die andere... Einfach mal hinschauen.

    Lieber Gruß und einen ruhigen Abend,

    Linde

    Hallo Jessy,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Auch meine Mutter trinkt, solange ich denken kann. Ich habe mir immer Liebe und Beachtung und Unterstützung und Interesse gewünscht. Da war aber nichts. Einfach nichts. Das machte einen "Dauerhunger" nach Zuwendung bei mir.

    Wenn ich bis in alle Ewigkeit in dieser ausgehungerten Situation geblieben wäre, dann wäre ich daran kaputt gegangen. Ich habe den Kontakt einschlafen lassen. Ich habe einige ältere Freundinnen, ich lese Frauenbiographien, ich versuche mir "das Mütterliche" woanders zu holen und auch mir selbst zu geben.


    Manchmal ist es leider so, daß einem die Eltern eben nicht das geben können, was man als Kind so notwendig braucht. Sie kann es nicht, sonst würde sie es tun. Deine Mutter ist so wie sie ist.

    Fällt dir auf, daß du eine ähnliche Erwartungshaltung an deinen Freund heranträgst? Er ist anders als deine Mutter. Er ist so wie er ist.

    Du bekommst HIER Unterstützung. Wenn du magst, lies dir mal den Link hier durch.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Jessy,

    was möchtest du?

    Du mußt nicht leiden. Du kannst den Abstand tatsächlich wählen. Auch wenn es dir im Moment unvorstellbar vorkommt.

    Dein Freund ist ja nicht du, er kann das nicht verstehen. Wichtig ist, daß DU für dich etwas an der Situation veränderst, daß es dir besser geht. Das darfst du. Dir darf es gut gehen, auch wenn es ihr schlecht geht. Das ist Ihrs.

    Und dein Leben ist Deins.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Johanna,

    herzlich Willkommen hier bei uns Erwachsenen Kindern.

    Fühl dich wohl hier bei uns. Du bist hier nicht allein mit deinen Gefühlen. Vielen von uns geht es ähnlich wie dir.

    Wir Kinder können den Alkoholiker nicht vom Alkohol abbringen. Nur er selber kann seine Sucht zum Stoppen bringen, wenn er das möchte. Und wir können auch nicht den Ehepartner aus der Konstellation herausholen, wenn der/die das nicht möchte.

    Aber wir können unseren eigenen Abstand zu der Situation verändern, auch wenn das anfangs schwer vorstellbar ist.

    Schreib dir alles von der Seele, dann sortiert sich das in dir drin.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo und herzlich Willkommen hier bei uns EK.

    Vieles von dem was du geschrieben hast ähnelt meiner Biographie, als Kind einer alkoholkranken Mutter übernimmt man gewisse Muster.

    Wenn du magst, dann lies dich mal durch die Seiten des Threads Merkmale für ein EK. Vielleicht entlastet es dich ein wenig und hilft dir beim Sortieren. Wir haben so einiges zusammengetragen. Ich konnte darin erkennen, ich bin ein gaaanz normales EK, mit all seinen Schwächen, aber auch Stärken!

    Literaturtipps:

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…elbsthilfeun-21

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…elbsthilfeun-21


    Du kannst deinen Benutzernamen nochmal ändern lassen in einen, der heute gut zu dir paßt. Dann können wir dich auch ansprechen. :wink: Einfach eine PN an Karsten.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Phoenix,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Meine Mutter ist seit Jahrzehnten heimliche Spiegeltrinkerin, der Schein wird gewahrt, alles funktioniert so einigermaßen. Sie hat uns Kinder irgendwie großgekriegt. Irgendwie... Die Sucht wurde uns Kindern vorgelebt, wir haben sie verinnerlicht und sind alle süchtig geworden. Damit habe ich heute reichlich zu tun, da auszumisten, was nicht Meins ist.

    Wenn deine Mutter keine Einsicht zeigt, dann kann nichts und niemand sie Trockenlegen. Sie "darf" trinken, das ist ihre Entscheidung. Für deine Mutter kannst du nichts tun, wenn sie das nicht möchte.

    Vielleicht läßt du dich mal bei einer Suchtberatungsstelle bei dir vor Ort beraten wegen deiner Schwester. Auch das Jugendamt ist ein sehr guter Ansprechpartner.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Maria,

    im Jugendamt sind nicht die "Bösen". Manchmal ist es sinnvoll, sich einfach beraten und begleiten zu lassen. Da sitzen die Fachleute. Eure Familie ist sicher nicht die erste und auch nicht die letzte mit dieser Problematik. Oftmals ist es besser VORHER um Rat zu fragen, bevor alles verfahren ist oder gar eskaliert.

    Bei mir war es so, daß ich mit 10 Jahren aus meiner Herkunftsfamilie rauskam. Nicht ins Heim, aber zu einer Verwandten. Dort begann mein eigener Weg. Ich kam zwar immer wieder mal "nach Hause", aber ich begreife es im Nachhinein als DEN entscheidenden Schritt in mein Leben. Ich bekam nämlich Abstand. Klar war das als Kind für mich nicht einfach, aber ich lernte, daß es noch etwas anderes gibt, ich lernte ein völlig neues Umfeld kennen und ich ließ mich nie wieder so tief in die Alkoholikerfamilie hineinziehen. Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, daß das alles so war.


    Würde, würde, würde... das ist Kopfkino. :wink: Keiner kann wissen, wie sich das alles entwickelt.

    Was kannst du denn heute für DICH tun?

    LG, Linde

    Guten Morgen Maria

    Zitat

    Meine Idee jetzt: Ich such die Woche die Suchtberatungsstelle hier auf und lass mich beraten.

    Der Teil vom Plan ist bestens!

    Zitat

    Frag dann meinen Chef ob es eine Möglichkeit gäb mich für 3 Monate dort irgendwo in einen Laden zu versetzen.

    Möchtest du wirklich das Risiko eingehen, das mit der erneuten räumlichen Nähe einhergehen würde?

    Zitat

    Ich bin so froh dass ich den räumlichen und emotionalen Abstand mir in den letzten Jahren erarbeitet habe. Ich weiß nicht ob ich das schaffen würde.

    Aus dem äußeren und inneren Abstand heraus bist du handlungsfähiger.

    Zitat

    Und müsst sie dann "nur noch" davon überzeugen das es für sie gut wär in eine Entzugsklinik zu gehen

    Der Teufel steckt im Detail. Mit Überzeugungsarbeit erreichst du sie nicht. Von außen kann man einen Alkoholiker nicht trockenlegen, das funktioniert nicht. Die Einsicht muß aus ihr selber heraus kommen. Das geschieht oftmals nach dem persönlichen Tiefpunkt des Alkoholikers. Je mehr drumherum geholfen wird, desto einfacher ist es für den Alkoholiker einfach weiterzutrinken und eben NICHTS zu verändern. Du kannst den Kampf gegen den Alkohol nicht gewinnen.

    Zitat

    und ich kümmere mich dann solange mit meiner großen Schwester und meinem Vater um die kleine.

    Was meinst du mit "solange"...? Die Dinge laufen vielleicht nicht so, wie du es gerne hättest. Du schreibst, dein Vater redet sich alles schön, vielleicht ist er selbst co-abhängig. Und du bist nicht zuständig. In einer suchtkranken Familie drehen sich oft die Verantwortlichkeiten um und wie von Zauberhand fühlen sich die Kinder für die Eltern bzw. die ganze Familie verantwortlich. Und sind damit restlos überfordert und katapulitieren sich aus ihrem eigenen Weg heraus...


    Der Anfang deines Plans ist sehr gut. Und wen du auch um Rat fragen könntest, ist das Jugendamt. Einfach offen reden, genau wie hier bei uns.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Maria,

    mach alles, was dir gut tut. Mit dem Hund rausgehen und spielen ist doch was Schönes!

    Ich habe so nach und nach viele Puzzleteilchen zusammengetragen und mich wiedergefunden in einer Suchtstrukturfamilie. Es gibt und gab in jeder Generation Süchtige. Alkoholiker, Co's, Fernseh, Kauf, Putz, Freß- uvm. Die Geschwister meiner alkoholkranken Mutter sind ausnahmslos Alkoholiker.

    Mich in diesem größeren Rahmen wiederzufinden, hat mich entlastet, weil es mir viele Erklärungen liefert. Warum manches so ist wie es ist und so schwer zu verändern ist. Aber das genau Hinschauen ist ein Schritt auf meinem Weg.

    Der 1., später der 2. Weltkrieg hat die Menschen traumatisiert in den Alltag "zurückgeschickt". In diesen Generationen gab es meistens keinerlei Aufarbeitung, da ging es ums Überleben und ums Wiederaufbauen. Man hat funktioniert und die unverarbeiteten Anteile an die nächste Generation weitergegeben. In diesem Zusammenhang sehe ich den Alkoholismus, der in meiner Familie so derart präsent ist. Meine Mutter wurde Waise und landete im Heim, dort sind unsägliche Dinge passiert. Begann sie später zu trinken um zu verdrängen? Sie redet nicht darüber.

    In den Biographien der Alten steckt zum Teil sehr viel Leid und Ohnmacht.

    Heute sind wir eher bereit, uns Hilfe zur individuellen Aufarbeitung zu holen, in Form von Therapie oder Selbsthilfegruppen.

    LG, Linde

    Hallo Schneewittchen

    Zitat

    Ich bin zwar gerade dabei, herauszufinden, was ich nicht mehr will, aber ich habe keine Ahnung, was ich will. Ist das erst der nächste Schritt?

    Genau damit habe ich auch angefangen.

    Und dann: Weglassen, was mir nicht gut tut.

    Dann ensteht ja erst mal eine Lücke.

    Und in diese Lücke hinein entwickelte sich das Gespür für das, was wirklich zu mir gehört, was Meins ist, mein Weg. Es ist eine Entwicklung.


    Lieber Gruß, Linde

    Zitat von Kaleu


    Heisst das - als Metapher gesprochen - wenn ich raus gehe könnt es ja regnen. Und bevor mich der Regen, der vielleicht fallen könnte, mich nass macht, geh ich vorher lieber mit Sachen unter die Dusche und geh gleich nass nach draussen weil der Regen mir dann nichts anhaben kann?

    Hallo Kaleu,

    bei dem Thema geht es um die Art und Weise, wie man mit einer Ohnmachtssituation umgehen kann.

    Wenn man sich in einer aktuell überfordernden Situation als hilfloses, ohnmächtiges Opfer empfindet, dann ist das ja nur schwer auszuhalten. Manchmal geschieht es dann, daß man sich aus der Situation genau auf diese irrational wirkende Weise heraus nimmt.

    Das Vorwegnehmen des Schlimmstmöglichen gibt einem das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu bekommen. In dem Fall ist das "Lieber jetzt sich selber trennen, als daß der andere sich irgendwann von mir trennt" also ein Versuch, die Kontrolle über einen als Ohnmachtssituation empfundenen äußeren Zustand zu erlangen.


    LG, Linde

    Hallo Moppel,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Du bist nicht verantwortlich für deinen Vater. Wenn er alleine da wohnen würde, dann gäbe es ja auch Wege.

    Nun ist dein Vater ja erst mal untergebracht. In der Zwischenzeit kannst du dich beraten lassen. Auch eine Suchtberatungsstelle kann dir weiterhelfen bei so konkreten Fragen. Du kannst dich ebenso mal bei dem Sozialpsychiatrischen Dienst erkundigen. Je besser du dich informierst, desto klarer kannst du deine Entscheidungen treffen.

    Wichtig ist, daß du nicht mehr nur an deinen Vater denkst, sondern dich selber wieder wahrnimmst. Du möchtest wieder zurück nach Chemnitz, vielleicht läßt sich das ja machen. Aber vielleicht kannst du bis dahin erst mal im Inneren Abstand von der belastenden Situation bekommen.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Black Rose,

    mein Holz ist gestapelt, als ich mit der Terrasse anfangen wollte, begann es zu regnen. Hat mir aber gaaar nichts ausgemacht, grins.

    Manchmal ist es so einfach, wieder Bewegung innendrin zu spüren, einfach sich im Außen bewegen. Und was mir auch noch gut hilft ist viel Wasser oder Tee trinken. In Fluß kommen...

    Schreib, wann immer dir danach ist. Gedichte sind verdichtete Gedanken.

    Lieber Gruß, Linde

    Hier ist auch Winter und ich bin kaum aus dem Haus zu kriegen, aber das macht nichts, einfach losgehen. Und irgendwann in einen leichten Trab fallen... Mal jogge ich 15 Minuten, mal 45, danach noch dehnen und duschen. Tut mir gut. Da geht's einfach ums Tun. Das Tun ist der Erfolg, nicht die Dauer oder die Geschwindigkeit.

    Black Rose, alles kann nachreifen, kann weiter wachsen, auch die eingefrorenen Anteile. Das geschieht einfach. Hab Vertrauen in deine inneren Selbstheilungskräfte. Manches muß man gar nicht tun, sondern einfach geschehen lassen.

    Ich werde nachher Brennholz aufstapeln und noch ein bißchen auf der Terrasse herumräumen. Manches mache ich einfach gern. :wink:

    Grüße, Linde