Hallo Maria,
mach alles, was dir gut tut. Mit dem Hund rausgehen und spielen ist doch was Schönes!
Ich habe so nach und nach viele Puzzleteilchen zusammengetragen und mich wiedergefunden in einer Suchtstrukturfamilie. Es gibt und gab in jeder Generation Süchtige. Alkoholiker, Co's, Fernseh, Kauf, Putz, Freß- uvm. Die Geschwister meiner alkoholkranken Mutter sind ausnahmslos Alkoholiker.
Mich in diesem größeren Rahmen wiederzufinden, hat mich entlastet, weil es mir viele Erklärungen liefert. Warum manches so ist wie es ist und so schwer zu verändern ist. Aber das genau Hinschauen ist ein Schritt auf meinem Weg.
Der 1., später der 2. Weltkrieg hat die Menschen traumatisiert in den Alltag "zurückgeschickt". In diesen Generationen gab es meistens keinerlei Aufarbeitung, da ging es ums Überleben und ums Wiederaufbauen. Man hat funktioniert und die unverarbeiteten Anteile an die nächste Generation weitergegeben. In diesem Zusammenhang sehe ich den Alkoholismus, der in meiner Familie so derart präsent ist. Meine Mutter wurde Waise und landete im Heim, dort sind unsägliche Dinge passiert. Begann sie später zu trinken um zu verdrängen? Sie redet nicht darüber.
In den Biographien der Alten steckt zum Teil sehr viel Leid und Ohnmacht.
Heute sind wir eher bereit, uns Hilfe zur individuellen Aufarbeitung zu holen, in Form von Therapie oder Selbsthilfegruppen.
LG, Linde