Beiträge von Linde66

    Hallo Sonnenstrahl,

    je weiter du gehst auf deinem Weg raus aus der Suchtstruktur, desto klarer fallen dir solche Muster auf.

    Zitat

    Ich habe mich ja immer durch Job oder Krankheit definiert.

    Ja, und vorher sind wir definiert worden als EK. Ganz früh programmiert auf Problemlöser, Mülleimer, Puffer, Aufpasser und all sowas. Klar, daß da später so lange die entsprechenden Leute bei uns "andocken", wie wir unsere alten EK-Arme ausstrecken...

    Sowie du raus bist aus dem Muster, wechselt der Bekanntenkreis ganz erheblich, hin zu souveränen, selbstbewußten, lösungsorientierten, fröhlichen Menschen.

    Umgib dich mit Leuten, die dir gut tun, den Satz hab ich vor Jahren verinnerlicht. Selbst wenn erst mal "Freundinnen" wegfallen, in die Lücke wachsen gesunde, gute Freundschaften nach.

    Viel Spaß bei deiner Aktion heute abend!

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Silberschweif,

    das mit dem Ablenken, Verdrängen, das kann alles sein...

    Du darfst dich aus einer Situation herausnehmen!

    Es gibt Situationen, die kann man nicht beeinflussen. Aber man kann den eigenen Abstand dazu selber wählen.

    Alle deine Gefühle sind in Ordnung. Die Gefühlspalette ist nicht nur pastell, da gibt es auch die ganz heftigen Farben...Vielleicht verwandelst du den Hass in Energie FÜR DICH. Da ist pure Energie, die ist im Moment noch gebunden, aber du kannst sie dir wieder holen und für dich verwenden.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo LostSoul,

    bei uns EK geht es ganz oft um Grenzen.

    Als Kinder wurden die bei uns überschritten, aber heute können wir unsere Grenzen anders setzen. Wir können lernen uns abzugrenzen, Nein zu sagen oder uns aus einer Situation herauszunehmen. Alles gute Möglichkeiten.

    Das mit morgen mußt du nicht einfach so über dich ergehen lassen. Du hast die Wahl, den für dich richtigen Abstand zu bestimmen.

    Und das mit der Wohnung, da will dein Bauch dir doch was sagen...


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo LostSoul,

    du kannst ihr heute abend oder morgen früh sagen, daß wenn sie sich besoffen mit dem Auto auf den Weg macht, du umgehend bei der Polizei anrufen wirst. Es geht hier nicht nur um sie, sondern auch um andere Verkehrsteilnehmer.

    Und das dann auch tun, wenn sie betrunken Auto fährt!

    LostSoul, wieso läßt du sie überhaupt zu dir kommen? Da schreit doch alles ABSTAND, oder? Einen nassen Alkoholker anzuschreien nützt absolut nichts, vor allem wenn er/sie gerade besoffen ist. Da hilft nur Abstand. Du kannst nichts ändern, nur deinen Abstand dazu wählen und auf dich schauen.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Emma,

    was ist in dem halben Jahr bei dir gelaufen? Was hast du für dich getan, für deine Stabilisierung?

    Und wann hat dein Rückfall angefangen?

    Gab es einen Auslöser dafür?

    Geht eine instinktsichere Frau mit einem gesunden Egoismus freiwillig noch einmal in solch eine Situation rein?


    Viele Fragen, ich weiß... :wink:

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Margo,

    nö, nicht zu viel für einen Post, ich hab eher den Eindruck, wie wenn es jetzt etwas griffiger wird.

    Als ich in mir immer mehr ver-ortet war, da wurde ich zunehmend unabhängiger vom Umfeld. Da muß es auch nicht DER eine Mensch oder DIE eine Situation sein, in der in komplett und ganz und gar und überhaupt mit allem... ankommen kann. Da kann ich hier diese meiner Facetten leben und dort jene und wieder woanders die anderen Facetten... Und es ist gut. Weil ich in mir drin meinen Ort habe.

    Mir hat die Traumatherapie nach Ilse Reddemann sehr gut geholfen. Diese arbeitet mit imaginativen Verfahren und ist resourcenorientiert.

    Zitat

    Mein Körper sitzt verlassen und steif auf dem Stuhl und wird ignoriert. Aber um den geht es doch.

    Wer sitzt da auf dem Stuhl? Und was braucht sie genau jetzt? Sollte ich sie aus der Situation herausnehmen und an einen sicheren Ort bringen? Welcher Ort wäre das? Was tut ihr gut?... Das sind Fragen, die eine Traumatherapeutin stellen würde.

    Ich mag in der Therapie begleitet werden, gehen tu ich ja selber. Und wenn gerade die inneren Anteile sich zeigen, dann begleitet meine Traumatherapeutin diese inneren Anteile und ich lerne, mit ihnen umzugehen.

    Willst du denn ein Haus bauen...?

    Ich drück dich mal, schreib einfach weiter.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Maryanne,

    warst du inzwischen mal in der Beratungsstelle oder auf der Internetseite vom Frauenhaus?

    Selbst wenn dir das Leben im Moment wie ein Berg vorkommt, so ein Berg besteht auch nur aus aufgehäuften Sandkörnern. Und die kann man bewältigen. Bitte lass dich im real life begleiten und unterstützen.

    Bist du in psychotherapeutischer Behandlung?

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Martigro!

    Zitat

    das ist wohl wie Entzug......

    Genau das ist es.

    Der Alkoholiker ist süchtig nach Alkohol.

    Der Co-Abhängige ist süchtig nach dem Alkoholiker. Beziehungssüchtig, und wenn die Beziehung noch so schädlich ist...


    Im Moment bettelst du, daß er zurückkommt, das ist ähnlich, wie wenn der Alkoholiker um Alkohol bettelt.

    Du kannst dich und dein Leben, was sich im Moment leer anfühlt, mit Leben füllen.

    Deine Kinder sind deine Kinder, sie können nicht dein soziales Netz ersetzen. Das kannst du selber knüpfen mit anderen Erwachsenen in einer Selbsthilfegruppe, im Sportverein, in einer kirchlichen Gruppe, im Chor, es gibt so viel.

    Wonach ist dir?


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Lost Soul,

    Alkoholismus kann ein Nicht-Süchtiger nicht mit dem Verstand durchdringen....

    Du bist da auf dem richtigen Weg:

    Hilfe durch Nicht-Hilfe.

    Auch mal Polizei verständigen, wenn sie betrunken Auto fährt, sie gefährdet dadurch ja nicht nur sich! Wenn der Führerschein weg ist, wachen manche Alkoholiker auf. Manche..


    Und das wichtigste: Dir Unterstützung in jeglicher Form holen!

    Alles Liebe, ich drück dich mal.

    Linde

    Hallo Biene,

    nochmal herzlich Willkommen hier bei uns EK's. Schreib dir alles von der Seele, egal wie wirr sich das im ersten Moment anfühlt. Mich hat das Schreiben hier sehr gut sortiert innendrin. Wenn dir das hier zu öffentlich werden sollte, dann kannst du jederzeit in den geschützten Forenbereich wechseln.

    Ich weiß inzwischen auch, wie laut ich schreien kann. Alle unsere Gefühle sind in Ordnung, es gibt so viele auf der Gefühlspalette. Auch die Wut, die Verzweiflung, die Hilflosigkeit. Gefühle wollen artikuliert werden, kann können sie weiterziehen und es gibt Platz für neue...

    Ich war wirklich der Überzeugung, daß nach all den Jahren des Schweigens und Vertuschens in meiner Familie, mein heftiger Gefühlsausbruch die Welt aus den Angeln hebt... Und was geschah? Nichts... Einfach nichts. Alkoholismus verschluckt alle Gefühle. Nur so kann er sich selbst erhalten.

    Ich habe inzwischen den Kontakt einschlafen lassen und wahre den Abstand. Gegen den Alkoholismus kann ich nichts tun. Ich kann etwas für MICH tun, nämlich mich aus dieser belastenden Situation herausnehmen. Und in dem gewonnenen Abstand MEIN Leben leben.

    Es ist gut, daß du anfängst an dich zu denken. Dir darf es gut gehen. Und er ist für sich selbst verantwortlich, er ist erwachsen.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Zampano,

    bei mir war es so, daß der Vater bei der alkoholkranken Mutter geblieben ist. Er lebte uns vor, wie ein guter Co funktioniert: vertuschen, schweigen, Gefühle runterschrauben... Er hätte mit uns zu einer Suchtberatungsstelle gehen können. Hat er aber nicht. Die Verhältnisse sind seit über 40 Jahren einzementiert. Ich erlebe meinen Vater trotzdem als abwesend, weil er eben NICHT für mich da ist. Er ist wie innerlich aus der Situation ausgestiegen...

    Dein Vater hat sich zum Gehen entschieden. Ohne dich. Sowas erschüttert Kinder bis in die Grundfesten und wirkt sich auf das weitere Leben aus. Gut, daß du diesen starken Schmerz jetzt anschauen kannst.

    Ich hab in meiner Biographie unsäglichen Schmerz erfahren. Aber ich habe gelernt, ihn in mein Leben zu integrieren.

    Manchmal, wenn es mir HEUTE nicht gut geht, dann frage ich mich: Ist das gerade der aktuelle Schmerz oder ist es die Erinnerung an einen ALTEN Schmerz...? so konnte ich schon vieles für mich auflösen, wurde wieder handlungsfähig im Heute.

    Die Eltern trafen ihre Entscheidungen aus ihrer aktuellen Lebensituation und aus ihrer jeweiligen Biographie heraus. Das haben wir zu akzeptieren. Leider sind dabei oft für uns sehr schmerzhafte Erfahrungen daraus erwachsen. Aber eine schmerzfreie, glatte, perfekte Biographie gibt es wohl nie. Es gilt, die Erfahrungen zu integrieren und zu verwandeln.

    Hier noch ein weiterer Buchtipp: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…elbsthilfeun-21 Auch das 2. Buch "Um die Kindheit betrogen" ist sehr hilfreich.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Lolli,

    nasse Alkoholiker drücken Knöpfe. Die wissen nach den Jahren des Zusammenlebens genau, wie sie reden müssen, damit ihr Umfeld weich wird und springt.

    Alkoholismus läßt sich eben NICHT daheim im stillen Kämmerlein mit paar Tabletten und der Ehefrau als liebevolle Krankenschwester "heilen" und danach ist die Welt wieder rosarot.

    Eine Suchtkrankheit wie Alkoholismus läßt sich mit einer Krebserkrankung gar nicht vergleichen.

    ABER: Mit beiden Erkrankungen geht man zum Arzt. Familienangehörige sind da NICHT zuständig.

    Alkoholismus ist auch nicht heilbar. Krebs schon, in vielen Fällen. Alkoholiker bleibt er den Rest seines Lebens. Das heißt, es geht um viel mehr, als nur den aktuellen Entzug. Es geht darum, suchtmittelfrei ein eigenes Leben aufzubauen. Das heißt auch, unabhängig von der Partnerin zu werden.

    Wenn er seine Trockenheit von DIR abhängig macht, übergibt er die Verantwortung an DICH. Er muß für sich selber trocken werden, mit eigener Kraft und, ja klar, mit Hilfe von außen. Hilfe von Profis und/oder einer Selbsthilfegruppe. Möchtest DU für seinen nächsten Rückfall verantwortlich gemacht werden, nur weil ihm mal die Suppe nicht geschmeckt hat oder du mit einer Freundin im Schwimmbad warst?

    Man darf keinen im Schnee erfrieren lassen, wenn man da jemand liegen sieht, das wäre unterlassene Hilfeleistung. Aber du darfst dich gegenüber einem nassen Alkoholiker abgrenzen, der gerade alle Register zieht. Er kann zum Arzt gehen!

    Hilfe durch Nicht-Hilfe ist nicht nur erlaubt, sondern sogar sinnvoll. Vielleicht wird er ja wach. Ein Entzug in einer Klinik und die anschließende Therapie kann eine Chance sein. Daheim vorm Fernseher kann er nicht wirklich neue, trockene Wege erlernen.


    Aber wichtiger ist, daß es DIR und den Kindern gut geht durch den Abstand. Es ist gut, wenn die Kinder ihn nicht nass oder im Entzug erleben.

    Manchmal kommen nicht sofort Antworten, ist ja kein Chat. Und auch nicht jeder kann zu deinem Thema schreiben. Ich drück dich mal. Ich wünsch dir einen schönen Sonntag, vielleicht schaust du nochmal in dich, welcher Abstand sich für DICH im Moment am besten anfühlt. Für DICH.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Nadja,

    herzlich Willkommen hier bei uns Erwachsenen Kindern!

    Ich kann sehr gut nachempfinden, wie es dir geht, auch meine Mutter trinkt, auch mein Vater schaut weg. Das Thema wird totgeschwiegen...

    Ich habe auch erst hier im Forum einen Ort gefunden, wo ich mich mit Menschen austauschen kann, die wissen, worum es bei uns EK geht.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch. Schreib dir alles von der Seele, es ist fast immer jemand online. Selbst wenn nicht gleich jemand antwortet, du wirst verstanden!


    Lieber Gruß, Linde