Beiträge von Linde66

    Hallo Dan,

    wenn du magst, dann schau mal hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php Vielleicht erkennst du ja ein paar der Muster, die in alkoholkranken Familien vorkommen.

    Dan, du kannst nur für DICH hier sein. Du kannst deinem Bruder oder deinem Vater nicht helfen, wenn sie keine Einsicht in ihre Sucht zeigen und Hilfe gar nicht annehmen möchten. Auch deine Mutter, die immer wieder den Beteuerungen ihres Sohnes glaubt, kannst du nicht helfen. Du würdest gegen Windmühlenflügel ankämpfen... Jeder ist für sich selber verantwortlich, also auch sie.

    Von Außen kann man keinen Alkoholiker trocken bekommen, jeglicher Zwang ist sinnlos gegen die Sucht, der Rückfall vorprogrammiert. Erst am Tiefpunkt angekommen und mit der Einsicht etwas für sich selber verändern zu wollen, kann dein Bruder die Suchterkrankung zum Stoppen bringen.


    Du kannst für DICH etwas tun: dich hier mit anderen Erwachsenen Kindern austauschen zum Beispiel um besser zu verstehen, was der Alkoholismus in deiner Familie mit DIR macht. Und wie du davon inneren Abstand bekommst, Schritt für Schritt.

    Lieber Gruß, Linde


    P.S. wenn du unten auf ANTWORT ERSTELLEN klickst, dann wird nicht immer der vorangegangene Beitrag nochmal mitabgedruckt.

    Hallo Daniela,

    ich war damals schon ausgezogen. Da ich trotzdem oft daheim war, fiel mir immer die angespannte Situation auf. Entweder schwiegen alle oder es wurde über ihn geredet, aber nicht mit ihm. Seltsame gedrückte Stimmung im Haus. Meine Mutter ist Alkoholikerin, trinkt "heimlich".

    Mein Bruder trank immer mit Freunden am Wochenende, wenn sie unterwegs waren. Irgendwie fand ich das damals normal, aber irgendwie auch nicht. Schwer zu beschreiben. Damals war ich nicht wirklich "wach", wie neben mir. Alles was mit Alkoholismus zu tun hatte blendete ich aus. Ich konnte ja auch das mit meiner Mutter nicht wirklich begreifen. Ich war damals völlig überfordert, auch unfähig für mich selber jemandem von "außen" um Hilfe zu bitten.

    Wegschauen, nichts sehen wollen oder können, Unbehagen, Scham, Überforderung, wenn ich nix sehe dann ist auch nix... Hm. So ungefähr war das für mich. Mit ihm geredet habe ich darüber nie, wir hatten eh nie wirklich guten Kontakt.

    Trocken wurde er nach einem Krankenhausaufenthalt. Er redet nicht über diese Zeit, alles wird totgeschwiegen, ausgeblendet, ignoriert. Wir haben so gut wie keinen Kontakt mehr.

    Beklemmend fand ich die Zeit und niederdrückend. Meiner Mutter versuchte ich eine zeitlang zu "helfen" ohne daß sie das wollte. Da sie daraufhin noch mehr trank, habe ich das gelassen...


    Ich bin die einzige aus der Familie, die aus diesem alkoholkranken System ausgestiegen ist. Die einen trinken, die anderen sind Co-abhängig oder haben Suchtverlagerungen entwickelt. Ich war jahrelang in Therapie.


    Wie geht es dir? Magst du ein wenig erzählen?

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo seti,

    wenn deine Mutter trinkt, dann bist du ja auch ein Erwachsenes Kind!

    Vielleicht magst du ja mal unser gemeinsames "Werk" anschauen, Merkmale für ein EK. https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…topic16098.html Der Thread ist oben angepinnt bei den EK-Seiten. Vielleicht kannst du da ja etwas für dich herausziehen.

    Ich bin ja selber ein EK und habe mich in vielem wiedergefunden. Das hilft mir, daß ich mich nicht mehr wie ein Alien fühle in meinem Verhalten, sondern merke: aha, ich bin ein gaaanz normales EK! :wink:

    Und da kann ich dann ansetzen.


    Ganz lieber Gruß, ach ja, kannst du deine Depression schon VOR der Reha behandeln lassen?

    Linde

    Hallo Harry,

    warum hast DU dich hier angemeldet?

    Ich frage, weil jeder hier nur FÜR SICH im Forum sein kann. Du schreibst hier eine Seite über deine (Ex-)Freundin, aber ob sie Alkoholikerin ist oder nicht und ob sie selber etwas für ihre Abstinenz tun möchte, das ist ihr Thema. Es ist an ihr, solche Fragen ihrem Arzt zu stellen. Wir können hier keine "Ferndiagnosen" stellen, wie der Alkohol auf sie wirkt und ob sie schon Alkoholikerin ist oder nicht.

    Du hast sie darauf angesprochen und ihr geraten zum Hausarzt zu gehen, mehr kannst du jetzt nicht tun für sie tun.

    Du kannst für dich hier sein und schauen, was das alles mit DIR macht.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Lütze,

    gibt es ja oft: andere schlecht darstellen, damit man selber besser dasteht...

    Hm. Wie damit umgehen? Kommt darauf an, ob es dir wichtig ist, da noch Energie reinzugeben. Denn durch sein Verhalten hat dein Freund sich ja gerade selber disqualifiziert. Ich bin bei sowas eher geneigt, Menschen einfach wegzulassen, es paßt wohl einfach nicht mehr. Und ich kann eh nie beeinflussen, was über mich geredet wird. Lieber wende ich mich zügig MEINEM Leben und meinem Alltag zu, da gehöre ich ja auch hin. Andererseits, bei Ärger im Bauch gibt es Bauchweh, also raus mit...!

    Ich sag mal freundlich 'hallo Lütze', lese schon länger bei dir.. 8) Hab nur noch nie geschrieben.

    Bis denn, Linde

    Hallo Isis,

    das liest sich sehr gut. Du hast da eine gute Entscheidung getroffen für dich und vor allem auch für die Kinder, sie sind dem ganzen ja hilflos ausgesetzt.

    DU kannst handeln, dabei begleiten wir uns hier im Forum ja gegenseitig: beim Schritte machen! Hier kann man nachdenken, schreiben, bei anderen lesen und sich austauschen. Aber die Schritte daheim im real life umsetzen, das muß jeder von uns so gut wie er/sie es halt gerade kann selber machen.

    Zitat

    So..nun gehts mir weiter gut..

    Und es geht immer weiter! :wink:

    Schlaf gut heut nacht, Neumond, da ist meist gut und tief ausruhen...


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Questor, guten Morgen.

    Zitat

    Das, was mich derzeit so erschüttert ist die die unerwartete Ohnmacht..

    Die unerwartete Ohnmacht, vielleicht für einen Mann noch schwerer annehmen zu können als für eine Frau? Ich weiß es nicht. Ich habe mich in meinem Leben mehr als einmal in Situationen wiedergefunden, in denen ich ohnmächtig und fassungslos einfach nur weiteratmen konnte.

    Man meint ja immer, man könne der Ohnmacht mit vermehrtem Tun begegnen. Aber es gibt Grenzen, da ist man handlungsunfähig. Ich kann nicht das Problem meiner Mutter lösen. Unmöglich. Und wenn ich mir noch so Mühe gebe, wenn ich mir noch so viel Kompetenz anlese, wenn ich mich bis zur Erschöpfung und Selbstaufgabe kompatibel mache für den alkoholgeschwängerten Familienkosmos... Illusion zu glauben, ich könne etwas verändern, was gar nicht verändert werden will.

    Was ich kann ist auseinanderdröseln: wo ist ihrs? wo ist meins? Und dann meins schnappen und da ansetzen. So komme ich auch aus dem Ohnmachtsgefühl heraus, gesünder sogar. Was habe ich immer darunter gelitten, daß im Haus meiner Herkunftsfamilie keine Kommunikation stattfand. An MEINEN Verbindungen kann ich arbeiten, Körper, Herz, Verstand, damit es MIR gut geht. Mir darf es nämlich gut gehen!


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Questor,

    ob deine Frau Alkoholikerin ist, das kann sie nur selber beurteilen. Und grundlos bist du sicherlich nicht hier gelandet, dein Bauch fühlt sich nicht wohl mit dem Ganzen. Bei sowas hör ich immer auf meinen Bauch...

    Ich bin EK, meine Mutter trinkt "heimlich", seit Jahrzehnten, sie managed den Haushalt, früher arbeitete sie sogar Vollzeit, sie hat ihren Pegel und keiner merkt etwas. Klar, inzwischen schon, der körperliche Verfall ist weit fortgeschritten.

    Nachdem ich als Kind zufällig in den Waschmittelkartons die vollen Flaschen fand war für mich nichts mehr so wie es vorher war. Mein Mißtrauen wuchs, ich suchte und fand Unglaubliches, Alk in leeren Putzmittelflaschen z. B., dann hörte ich auf zu suchen. Ich sprach sie irgendwann an, wurde mit irgendwelchen Sprüchen abgespeist. Dann begann ich ihr zu "helfen", legte ihr Zettel hin mit guten Adressen, sie fühlte sich entdeckt und in die Ecke gedrängt und soff noch mehr... Da hört ich auf zu helfen.

    In Liebe loslassen... Die beste Hilfe für einen Alkoholiker ist die Nicht-Hilfe. Erst wenn er auf dem Boden der Tatsachen liegt, kann - muß nicht - die Einsicht kommen sich selber Hilfe zu holen und etwas an dem Zustand zu verändern. Meine Mutter hat noch ihren co-abhängigen Mann, der ihre Sucht unterstützt, deckt, verheimlicht, der ihr ihren Dreck wegmacht, sie nachts ins Bett zurückträgt und uns Kindern erklärt, daß "es" doch gar nicht sooo schlimm ist.

    Alles kann sein, Questor, die Antworten siehst du ja mit deinen Augen. Ich weiß noch gut wie es bei mir war vom ersten sehen zum bewußtwerden... Ein schmerzhafter Prozeß. Aber daraus konnte dann Handlung entstehen, für mich.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Rivanna,

    das hier ist wichtig:

    Zitat

    Ein Kampf, aber nicht mehr mein Kampf.


    Es ist an ihm dafür zu sorgen, daß die Wohnung alkoholfrei ist.

    Es ist an ihm NEIN zu sagen.

    Er muß das Gespräch suchen zu seinem Suchthelfer.

    Es ist seine Sache, seinem Leben wieder einen Sinn zu geben.

    Wenn er trocken ist, kann er alles regeln, was zu regeln ist. Wenn er säuft halt nicht. Das ist aber seine Verantwortung, nicht deine.


    Hast du falls er rückfällig wird und tätlich wird einen Ort, wo du hingehen kannst? Hast du ein Handy mit dem du im Notfall die Polizei rufen kannst?


    Ich drück dich mal, wenn ich darf, paß gut auf dich auf.

    Linde