Beiträge von Linde66

    Hallo Löwin,

    du bist schon drei Schritte weiter... Mit handlungs-fähig meine ich, überhaupt erst mal fähig zu sein zu handeln. Früher waren mir die Hände gebunden.

    Wohin, wie, wann, wo, mit wem usw. usf., das habe ich erst langsam für mich entdecken dürfen.

    Das ganz Entscheidende war die bahnbrechende Erfahrung für mich, daß ich fähig bin zu handeln. Das wurde mir früher entweder abgesprochen oder kleingeredet, es wurde ignoriert, zunichte gemacht. Irgendwann hatte ich die tausendfach gehörte Botschaft verinnerlicht: Du bist nichts, du kannst nichts, du wirst nichts. - War ein langer Weg, diese Introjekte zu entlarven und auf den Kompost zu befördern.

    Weite Teile meiner Kindheit liegen im Nebel der Dissoziation verborgen. Meiner Handlungsfähigkeit bewußt wurde ich erst als Erwachsene. Inzwischen genieße ich es, mein Leben selbst zu gestalten. Ich gebe mein Leben nicht mehr aus der Hand...

    Danke für die Spiegelgedanken.


    Lindengrüße :wink:

    Hallo Löwenherz,

    meine Körpertherapeutin hat mir mal gesagt: Das Schulterblatt ist das andere Ende der Hand.

    Sowie du also hand-lungsfähig wirst, lassen deine Schulterblattschmerzen nach... Zufall? :wink:

    Zitat

    Habe meinem Stiefvater heute nacht im Traum gesagt, was ich von ihm halte und das hat scheinbar sehr sehr gut getan.

    Genau da hast du wohl etwas loslassen können. Welche ent-lastung für deine Schultern!


    Ganz lieber Gruß, Linde

    Hallo shari,

    herzlich Willkommen hier im Forum!

    Du bist 3 Monaten mit einem Mann zusammen und alle deine Alarmglocken klingeln:

    Zitat

    gibt es einige wenige Ausbrüche von ihm- in verbaler Form- die mich tief gekränkt haben, weil er geringschätzig und herabwürdigend über mich spricht.

    daß er ein Problem mit Alkohol hat

    daß er vorbestraft ist wegen Körperverletzung.

    mal wieder zu einer Schlägerei provozieren lassen

    ist er einmal gegen seine Exfrau handgreiflich geworden.

    Ich weiß ja nicht, was du dir unter einer liebevollen Beziehung vorstellst, aber ist es DAS? Noch hast du keine Angst vor ihm, aber ihr seid ja auch erst 3 Monate zusammen... :roll:

    Du willst mit ihm zusammenziehen? Nach so kurzer Zeit? Und unter diesen Vorzeichen? Hm.

    Lies dich in den Threads hier ein, vielleicht hilft dir das, deine Entscheidung zu treffen. Für dich.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Uschi,

    wenn du 10 Leute fragst bzw. etwas erzählst, bekommst du x verschiedene Antworten.

    Jeder antwortet dir ja aus SEINEM eigenen Erfahrungsschatz. Da spielt es auch nicht unbedingt eine Rolle, ob jemand eine Erkrankung hat.

    Du triffst deine Entscheidungen ja für dich, du mußt mit ihnen leben und sie im Alltag umsetzen. Du! In deinem Tempo.

    Was die Menschen in deinem Umfeld darüber denken ist allein deren Sache. Du kannst dir das anhören und Anregungen aufgreifen, wenn du das für sinnvoll hälst. Ansonsten gehst du deinen Weg weiter.


    Lieber Gruß,

    Linde

    Hallo Lavandula,

    diese Rollenverdrehung ergibt sich in alkoholkranken Familien, wenn du hier liest, fällt dir das bei sehr vielen Biographien auf. Ich stehe für diese Verdrehungen nicht mehr zur Verfügung.

    Das mit der Stärke ist ein interessantes Thema. Überhaupt diese ganzen Facetten, die man an sich selber jetzt auf einmal wie in einem anderen Licht wahrnehmen kann! Find ich toll.

    Das Aufwachsen und Überleben in genau dieser verqueren Familienkonstellation hat in mir so einige Facetten zutage gebracht, die sich unter "einfacheren" Bedingungen wohl in dem Maße nicht entwickelt hätten. Nun HABE ich damals aber diese und jene Überlebenstechniken entwickelt. Heute kann ich manches davon nicht mehr brauchen, also lasse ich es weg. Aber auf so einiges greife ich inzwischen gerne zurück.


    Viele Grüße, Linde

    Hallo seti!

    Ich habe mit drei verschiedenen Therapieformen sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Ganz zu Anfang war ich in der Verhaltenstherapie bei einer Psychotherapeutin. Dort konnte ich zum allerersten mal Dinge aussprechen, an die ich mich alleine nicht ranwagte. Außerdem schauten wir immer gemeinsam darauf, daß ich meinen Alltag geregelt bekam. Zu der Zeit war ich mit so ziemlich allem überfordert und es tat mir gut von ihr begleitet zu werden.

    Dann begann ich parallel dazu eine Körpertherapie. Im geschützten Rahmen einer Kleingruppe mit einer Therapeutin konnte ich über Jahre entdecken, daß mein Körper in Ordnung ist so wie er ist und daß er mehr ist als der Ort meines Traumas.

    Die Verhaltenstherapie schloß ich irgendwann ab, da ich inzwischen sehr gut alleine zurecht kam. Die Körpertherapie mache ich bis heute, immer mal wieder eine kleine Abfolge von Stunden.

    Als ich soweit stabilisiert war spürte ich, daß es soweit war mich um die ganz schlimmen Dinge die mir als Kind widerfahren sind zu kümmern. Vorher wäre das weder möglich noch sinnvoll gewesen. Doch dann kam der Zeitpunkt, da spürte ich, daß eine Trauma-Therapie mir helfen kann. Und genau so war es. Ich fand eine sehr gute hier in der Nähe und sie unterstützte mich dabei, die ganz schlimmen Punkte meiner Biographie anschauen und annehmen zu lernen.

    Auch dies ist soweit abgeschlossen. Ich habe gelernt mir selbst zu helfen.

    Für mich waren das immer gute Entscheidungen. Ich habe nie jemanden gebraucht, der mir sagt, was ich machen soll. Es ging mir immer darum, daß ich für den Weg, den ich genau JETZT gehe eine Begleitung an meiner Seite habe. Und da sind Profis allemal kompetenter und objektiver als Freundinnen oder Familienangehörige.

    Für mich war auch immer sehr gut, daß ich für eine ganz bestimmte Zeit in der Woche an einem ganz bestimmten Ort mich mit meinen Themen ganz intensiv beschäftigen konnte. Der Rest der Woche war wichtig, damit ich das was in der Therapie besprochen wurde, im Alltag anzuwenden lernte.


    Ganz am Anfang als ich eine Therapeutin suchte, da hatte ich bei einer sofort Bauchweh, da bin ich dann zu einer anderen. Das ist wichtig, es geht ja schließlich um mich.

    Ich kann dir nur Mut machen, dir für deinen Weg jemanden an die Seite zu holen.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Uschi,

    da kommt man ja kaum noch hinterher mit dem Schritte zählen... :wink: Langsam kommst du auch voran, laß dir ruhig Zeit sodaß es innendrin für dich wirklich stimmt.

    Du schaffst dir da gerade einen eigenen Bereich, das hört sich gut an.

    Das mit dem Geld ist wichtig, es ist gut finanziell unabhängig zu sein. Vielleicht kannst du dich bei deiner Bank beraten lassen, wie eine gute, für dich passende Kontogestaltung aussehen könnte.

    Was mir in dem Zusammenhang noch einfällt ist deine Sicherheit. Du schreibst, du lebst auf einer Insel. Gut ist es, ein Netz zu haben oder sich eines aufzubauen. Wenn du ihm die Karte wegnimmst bzw. ihm kein Geld gibst weiß man nicht, wie er reagieren wird. Da ist es gut, wenn du ein Netz hast: Nachbarn, Freundinnen, Familie, Hausarzt, Suchtberatungsstelle, Pfarramt, Therapeutin... so ein Netz sieht ja für jeden anders aus. Es stärkt dir den Rücken und kann dich auffangen.

    Ich wünsche dir einen schönen Mittag am Strand.

    Micha, schön daß du hier bist, nachträglich noch herzlich Willkommen.


    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Uschi,

    mir tut das Schreiben hier gut, egal ob es drumherum gerade gut läuft oder nicht so gut, ich schreibe einfach weiter. Dann sortiert sich so vieles in mir drin. Und darauf kann ich zurückgreifen, wenn es mir mal nicht so gut geht.

    Du hast geschrieben, daß du zum erstenmal hier im Forum bleibst, obwohl er gerade nicht trinkt. Das ist jetzt schon das zweite, was du anders machst als die ganze Zeit vorher. Stimmt, das ist ein weiterer Schritt!

    Hier im Forum kannst du in den Phasen wo es bei dir daheim entspannter zugeht, für dich schon "vorarbeiten". Damit meine ich das was du am Schluß angesprochen hast: daß es dir dann beim nächsten mal leichter fällt damit umzugehen und das zu tun was du möchtest.

    Jetzt bist du etwas zur Ruhe gekommen, daheim ist es soweit ruhig. Da kannst du deine Kraft für dich gut nutzen und hier aufschreiben, sortieren, Ideen haben, Gedanken machen, Pläne schmieden.....

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Technik,

    auch von mir herzlich Willkommen hier.

    Wenn man wie ich selber ja auch in einer Suchtstrukturfamilie aufgewachsen ist bzw. noch lebt, dann ist das wie ein Mikrokosmos. Jeder in ihr hat seine Position. Alkoholismus betrifft ja nicht nur den Alkoholiker, sondern jedes einzelne Familienmitglied.

    Da gehen mitunter Jahre oder Jahrzehnte um, man ist da drin und kann sich weder innerlich noch äußerlich distanzieren. Um es überhaupt auszuhalten schaltet man seine Gefühle ab oder redet sich die Situation schön oder anderes. Ich habe mich abgeschaltet, habe gar nichts mehr gefühlt, damit mich das ganze Elend nicht überflutet.

    30 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Da verändert man sich und auch in guten Beziehungen kann es sein, daß man einfach nichts mehr füreinander empfindet. Selbst wenn er jetzt trocken werden würde, dann wäre er niemals wieder der Mann, der er vor 30 Jahren war... Den würde sie so oder so nicht "zurückbekommen". Deine Schwiegermutter darf genau diese Gefühle haben die sie hat. Es darf ihr egal sein, sie darf sich innerlich abgrenzen, sie darf vergessen, verdrängen, alles. Sie kann sich auf den Weg machen, die Verantwortung für ihr Leben selber zu tragen und ihm die seine für sein Leben überlassen. Das sind Entwicklungen, die sie machen kann, aber nicht muß.

    Zitat

    Man muß doch wissen für was man sich entscheidet??

    Von außen mag das einfacher aussehen als es ist. Kannst du das immer so schnell? Ich nicht.

    Zitat

    Ich habe ihr gesagt,das wir diesen Schritt nicht gegen ihn machen sondern für ihn.

    Du kannst auch keine Schritte für ihn machen, du kannst ihm nichts abnehmen. Er ist alt genug um selber zu laufen, wenn er es denn will.

    Du kannst nur Schritte für DICH machen. Wie er und ob er darauf reagiert ist seine Sache. Du bist vor 7 Jahren in diesen Mikrokosmos von außen hereingekommen und jetzt kommt dadurch plötzlich ein Impuls, etwas Neues. Jeder wird anders damit umgehen.


    Lieber Gruß,

    Linde

    Hallo Uschi,

    vielleicht ist das ja jetzt genau der Anfang: du beginnst genau hinzuschauen - und schweigst zu dem was er sagt.

    Wenn man plötzlich etwas mal ganz anders macht als die ganze Zeit vorher, dann ist das wie eine Unterbrechung einer jahrelangen Endlosschleife. Und es ist die Chance hinzuschauen, was der nächste Schritt sein könnte. Ganz kleine Schritte machen, damit sie auch wirklich gangbar sind, wo man sich sicher dabei fühlen kann.

    Es darf dir gut gehen, wenn es ihm schlecht geht. Er könnte ja etwas verändern, wenn er das möchte.

    Wenn es dir nur dann gut geht, wenn es ihm gut geht = er trinkt gerade mal nicht, dann machst du dich ja pausenlos von ihm und seinem Zustand abhängig. Dann saust du genau in seinem Rhythmus rauf und runter. Aber du bist doch eine ganz eigene Person!


    Ganz liebe Grüße, Linde

    Hallo Lavandula,

    im Kontakt mit meiner Wut zu sein hat mich anfangs sehr verängstigt. Ich kleines EK darf doch nicht wütend sein! Ich habe zu funktionieren und meine Gefühle und Gedanken zum familiären Umfeld zu verschweigen bzw. zu unterdrücken. Nach paar Jahren ist das weitgehend geschafft, ich fühlte irgendwann gar nichts mehr, war nur noch müde. Immer.

    Irgendwann im Laufe der Zeit lernte ich gaaaanz langsam die ganze riesige Gefühlspalette zu leben, auch die "bösen" Gefühle wie die Wut. Inzwischen habe ich sie wie eine Brücke genommen, hin zu meiner Kraft.

    Über die Wut zu der eigenen Lebenskraft kommen... und die dann für sich selber nutzen und das eigene Leben leben.

    Zitat

    Das muss sich kein Kind anschauen!!

    Jetzt nicht mehr, liebe Lavandula, wir sind ERWACHSENE Kinder. Damals mußten wir es uns tatsächlich anschauen, wir waren mittendrin und hatten keine andere Wahl. Wir haben mehr über-lebt als ge-lebt. Aber das ist vorbei, heute haben wir die Wahl. Die Selbstverständlichkeit, mit der über uns im 'Familienkosmos Suchtstrukturfamilie' verfügt wurde, heute können wir ihr Grenzen setzen.

    Du liest dich klasse, da ist viel Kraft zu spüren, ich mag deine bildreiche Sprache.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Manfred,

    ist doch o.k. wenn du das alles aufschreibst! Deine Gedanken, Gefühle, Entscheidungen, Wege...

    Ich schreibe hier, weil ich mich entschieden habe mich von der Familienkrankheit Alkoholismus zu lösen, da arbeite ich jeden Tag dran. Hier ist der richtige Ort für mich. Zwischen Menschen, die sich auf NEUE Wege machen, die Alkohol eben nicht als Lösung ansehen, auch nicht "nur einmal"...

    Du kannst trinken, du kannst ungesundes Zeug essen, keiner verbietet es dir, mir kann es gleich sein.

    Aber bist das wirklich du?


    Gruß, Linde

    Zitat von Manfredsch

    Manchmal weiß ich nur, dass ich die Leiderei satt habe. Dieses eeeewige Geleide...


    Hallo Manfred,

    das ginge mir genaus so. Aber meinst du wirklich DAVON geht's weg??

    Zitat von Manfredsch

    Ich habe mir heute Bier und eine sauungesunde Tüte Chips gekauft. Ich will leben. So.

    Ich lebe nicht so. So ist das auch kein Leben, sondern eine Flucht. Du machst dich dicht mit Alk, vergräbst dich in der Wohnung, packst dir 'ne Wampe um die Mitte, mit Chips und Bier geht das schnell.

    Klar "hilft" dir das, kurzfristig.

    SO hat bei vielen der Alkoholismus angefangen.

    Du schreibst hier im Alkoholikerforum. Ich kann nur sagen, ich geh einen anderen Weg, auch wenn er manchmal nicht einfach ist.

    Was machst du eigentlich, wenn die Wirkung des Biers nachläßt? Die nächste Flasche auf?

    Oder setzt du deinen Hintern in Bewegung und wirst aktiv?


    Gruß, Linde