Hallo seti!
Ich habe mit drei verschiedenen Therapieformen sehr gute Erfahrungen gemacht.
Ganz zu Anfang war ich in der Verhaltenstherapie bei einer Psychotherapeutin. Dort konnte ich zum allerersten mal Dinge aussprechen, an die ich mich alleine nicht ranwagte. Außerdem schauten wir immer gemeinsam darauf, daß ich meinen Alltag geregelt bekam. Zu der Zeit war ich mit so ziemlich allem überfordert und es tat mir gut von ihr begleitet zu werden.
Dann begann ich parallel dazu eine Körpertherapie. Im geschützten Rahmen einer Kleingruppe mit einer Therapeutin konnte ich über Jahre entdecken, daß mein Körper in Ordnung ist so wie er ist und daß er mehr ist als der Ort meines Traumas.
Die Verhaltenstherapie schloß ich irgendwann ab, da ich inzwischen sehr gut alleine zurecht kam. Die Körpertherapie mache ich bis heute, immer mal wieder eine kleine Abfolge von Stunden.
Als ich soweit stabilisiert war spürte ich, daß es soweit war mich um die ganz schlimmen Dinge die mir als Kind widerfahren sind zu kümmern. Vorher wäre das weder möglich noch sinnvoll gewesen. Doch dann kam der Zeitpunkt, da spürte ich, daß eine Trauma-Therapie mir helfen kann. Und genau so war es. Ich fand eine sehr gute hier in der Nähe und sie unterstützte mich dabei, die ganz schlimmen Punkte meiner Biographie anschauen und annehmen zu lernen.
Auch dies ist soweit abgeschlossen. Ich habe gelernt mir selbst zu helfen.
Für mich waren das immer gute Entscheidungen. Ich habe nie jemanden gebraucht, der mir sagt, was ich machen soll. Es ging mir immer darum, daß ich für den Weg, den ich genau JETZT gehe eine Begleitung an meiner Seite habe. Und da sind Profis allemal kompetenter und objektiver als Freundinnen oder Familienangehörige.
Für mich war auch immer sehr gut, daß ich für eine ganz bestimmte Zeit in der Woche an einem ganz bestimmten Ort mich mit meinen Themen ganz intensiv beschäftigen konnte. Der Rest der Woche war wichtig, damit ich das was in der Therapie besprochen wurde, im Alltag anzuwenden lernte.
Ganz am Anfang als ich eine Therapeutin suchte, da hatte ich bei einer sofort Bauchweh, da bin ich dann zu einer anderen. Das ist wichtig, es geht ja schließlich um mich.
Ich kann dir nur Mut machen, dir für deinen Weg jemanden an die Seite zu holen.
Lieber Gruß, Linde