Beiträge von Linde66

    Hallo Randy,

    es ist nicht sinnvoll, hier einzelne Kliniken, Ärzte o. ä. namentlich zu empfehlen.

    Denn was für dich ein guter Ort war, kann für jemand anderen einfach nicht passen - und umgekehrt.

    Wenn jemand wirklich für sich weiterkommen möchte, wird er selber fündig. Die Möglichkeiten, sich zu informieren und im Realen nachzufragen sind groß.

    Grundsätzlich stimme ich dir zu, was Verhaltenstherapie und Traumatherapie angeht, du hast die Inhalte gut auf den Punkt gebracht.

    Für manchen mag im Laufe der Zeit noch Körpertherapie dazukommen.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Löwenherz,

    das Kinderkriegen, das kannst du ja auch deinen Körper entscheiden lassen. Da brauchst du dich eigentlich gar nicht einzumischen. Wenn dein Körper ja sagt, dann kommt das von so tief innen heraus, ist so unbeeinflußt, dann ist es auch in Ordnung.

    Ganz schöner Aufruhr bei dir momentan. Kann mir gut vorstellen, daß deine neue Situation im Kopf Assoziationen auslöst. Dann kommen aus der hintersten Ecke so verinnerlichte Sprüche hervor.

    Gut, daß du da hinschauen kannst. Was ist deins, was ist ihres? Was ist jetzt, was ist Verinnerlichtes von anno dazumal?

    Lieber Gruß, Linde

    Hi Kopfmensch,

    mir hat in schwierigen Phasen geholfen, wenn ich mir klarmachte, daß das, was vor einer Minute war Vergangenheit ist.

    Und JETZT ist jetzt, und genau jetzt kann ich es anders machen als vorher.

    Wenn ich meinen Fokus auf genau Jetzt lege, dann kann ich ja meine Kraft auf's hier und heute bündeln. Dann geht auch was!

    Nicht aber, wenn ich mich mit "hätte dies oder jenes..", "warum hab ich nicht..." usw. befasse. Das war gestern.

    Jetzt bist du hier, kannst dich reflektieren und austauschen.

    Grüße, Linde

    Hallo Andrea,

    nochmal Willkommen im offenen Teil des Forums!

    Zitat

    Aber aus der Anzahl der bisher eingegangenen Antworten, nämlich 0, könnte man ja auch schon Rückschlüsse ziehen

    22 Minuten... warum so ungeduldig? :wink:

    In manche Themen muß man sich erst reinfühlen, bevor man schreiben kann.


    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Kopfmensch,

    Willkommen zurück!

    Du hast da schon richtig genau hingeschaut.

    Zitat

    In den Vorgesprächen wurde mir erneut bewusst, dass alles (Verhaltensmuster, Wunden) in meiner Kindheit gewissermaßen „vorprogrammiert“ wurde und ich unbewusst immer wieder die alte Problemsituation mittels gestörter Partner herzustellen versuche, um diese endlich (Sehnsucht) zu lösen und meinen Frieden zu finden. Logischerweise werde ich nie Frieden finden, wenn ich so weitermache.

    Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Gut, daß du das schon so sehen kannst.

    Die hinterherhinkenden Emotionen können einem manchmal ganz schön ausbremsen... :roll:

    Aber du kannst ab jetzt hinschauen, du kannst ab jetzt konsequent sein, ab dieser Minute!

    Ich wünsche dir hier einen guten Austausch.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Fritzl,

    ich finde es gut, daß du rausgehst! Und wenn du regelmäßig zu den Treffen gehst, dann lernst du ja dort mit der Zeit die Leute kennen.

    So wie dir ging es den anderen am Anfang ja auch, man muß einfach den ersten Schritt machen.


    Lieber Gruß,

    Linde

    Hallo Fritzl,

    eine gute Rechtsberatung bekommst du halt nur von einem Anwalt. Wir können hier ja nur spekulieren und jeder Fall ist ja bissel anders...

    Ich schick dir auch eine Portion Mut. Wenn du die allerersten Schritte mal gemacht hast, wird es sicher einfacher für dich werden.

    Und ich denke es ist auch sinnvoll JETZT hinzugehen und nicht erst, wenn du eine Aufforderung bekommst. Wenn du selber hingehst, dann zeigst du dein Interesse und deine Ernsthaftigkeit.

    Wenn du beim Jugendamt bist vergiß nicht zu erwähnen, daß deine Frau die großen Kinder mit ins Bett nimmt.


    Viele Grüße, Linde

    Hallo Bleegle,

    ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch hier im Forum!


    Darf ich fragen was sind denn das für persönliche Gründe, die dich daran hindern aus diesem immer wiederkehrenden Spiel auszusteigen?

    Du kannst es nimmer ertragen, fühlst dich ganz weit unten...

    Spielball zu sein in einem Spiel ist sicher kein angenehmes Gefühl.

    Über den persönlichen Tiefpunkt deines Mannes kann man nur spekulieren, das bringt ja aber nichts. Die Frage ist, wann ist für dich der Punkt erreicht, wo du für dich und dein Kind die Initiative ergreifst?


    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Evvi,

    was mir auffällt ist, wie sehr du deine Gefühle davon abhängig machst, wie sich die anderen Menschen um dich herum verhalten. Wenn sie trinken geht es dir schlecht, wenn sie nicht trinken geht es dir gut.

    Und um kein Risiko einzugehen, ziehst du dich weitgehend zurück.

    Ich bin ja auch lieber allein auf Achse, als mit Trinkenden zusammenzusein, da bin ich sehr konsequent. Und es gibt Veranstaltungen, wo eben nicht getrunken wird. Da lernt man auch entsprechend die passenden Menschen kennen. Im Schwimmbad, bei Ausstellungen, auf dem Flohmarkt... gibt sooo viel.


    Könntest du dir vorstellen, das bissel auseinanderzudröseln? Den anderen ihrs bei denen lassen und DEINS für dich sein? Du bist doch ein ganz eigener Mensch!

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo liebe Evvi,

    auch von mir herzlich Willkommen hier bei uns Erwachsenen Kindern!

    Ich bin 43 Jahre alt und meine Mutter trinkt solange ich denken kann. Da war und ist von meiner Seite her nix, aber auch gar nix zu machen... das ist leider so.

    Mich hat das Thema auch sehr geprägt. Meine Mutter trinkt, der Vater ist Co., mein Bruder auch... Das war ganz schön schwer, da MEINEN Weg zu finden.

    Scheue dich nicht, dir jegliche Hilfe mit ins Boot zu holen die dich jetzt unterstützen kann.


    Wie geht's dir heute abend?

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo liebe Kathi,

    NEIN ist eines der wichtigsten Wörtchen, das je erfunden wurde! :wink:

    Meine Mutter ist auch Alkoholikerin und wenn ich mit ihr telephoniere, was nur noch sehr, sehr selten vorkommt, dann rufe ich früh am Vormittag an, weil da der Pegel erfahrungsgemäß noch nicht allzu hoch ist.

    Wenn ich merke, daß sie betrunken ist, breche ich das Gespräch ab. Da mache ich gar keine Worte drum, ich tue es einfach.

    Und warum?

    Um mich zu schützen. Mir geht es nicht gut dabei, also lasse ich das weg.

    Du merkst ja, daß du aggressiv wirst, da ist viel Energie im Spiel. Oft ist es so, daß EK's diese Energie dann gegen sich selber richten, Bauchweh kriegen, nicht mehr schlafen können, unruhig und fahrig werden...

    Das kann man sich alles ersparen indem man das wegläßt, was einem aus eigener Erfahrung nicht gut tut.

    Da heißt es, dem Bauchgefühl wieder vertrauen zu lernen, auch und gerade weil es die eigenen Eltern sind. Ich hab auch gemeint, weil es doch meine Mutter ist muß ich mich übergehen, meine Warnsignale überhören, dem lieben Frieden zuliebe, der Familie zuliebe...

    Nö. Mir zuliebe lasse ich weg, was mir nimmer gut tut. Hört sich egoistisch an, ist aber die gesunde Form des Egoismus.

    Meine Mutter hat ja meine Telephonnummer, sie könnte wenn sie wollte hier jederzeit nüchtern anrufen, tut sie aber nicht, warum, weil sie nie nüchtern ist. Ihre Verantwortung.


    Viele Grüße und herzlich Willkommen hier im Forum! :D

    Linde

    Hallo liebe Weitsicht!

    Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende und viel Spaß beim Walken!


    Du hast geschrieben:

    Zitat

    Bin dankbar, dass ich an die Kraft der Liebe heute dennoch glauben kann. Das konnte selbst dieser Pfarrer nicht zerstören.

    Weißt du, mich gab es ja schon VOR dem Mißbrauch, VOR dem alkoholgeschwängerten Umfeld, VOR der Lieblosigkeit....

    Es gibt da einen Kern in mir, den gab es schon VORHER, egal wie kurz diese VORHER war. Es gibt da etwas Reines, Unberührtes, Heiles, Ganzes in uns, davon bin ich zutiefst überzeugt.

    Und in all den Jahren bin ich zu diesem Kern vorgedrungen, bissel Licht Luft und Liebe ran... und schon beginnt der Kern in mir zu wachsen.


    Lieber Gruß,

    Linde

    Hallo Fritzl!

    Mit Tablettenentzug kenne ich mich nicht aus. Deine Frau ist ja jetzt dort in guten Händen. Du kannst über das Thema besser einen Arzt fragen.

    Wenn sie ihren Klinikaufenthalt als Chance nimmt, dann kann es sein, daß sie gerade anfängt ihr ganzes Leben umzukrempeln. Sie wird über alles mal nachdenken. Vieles in Frage stellen. Zu vielem Nein sagen, wo sie immer Ja gesagt hat - oder umgekehrt.

    So ein Klinikaufenthalt ist ganz schön aufwühlend. Kann sein, daß sie dich jetzt im Moment nicht sprechen möchte, weil sie so sehr mit sich selber beschäftigt ist.


    Du kannst anrufen wenn du magst oder du kannst es bleiben lassen. Höre einfach auf deinen Bauch.

    Auch für dich ist diese momentane getrennte Situation eine Chance mal hinzuschauen, FÜR DICH, wie du weiterverfahren möchtest. Was ist für dich jetzt am wichtigsten und wie kannst du das für dich in Angriff nehmen?

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie aufwühlend das alles jetzt ist. So aus dem normalen Alltag herausgerissen zu sein. Jetzt ist zwar schwierig für dich, aber der Alltag, den du die ganze Zeit hattest, der war ja nicht so schön für dich.

    Also kannst du das jetzt in die Hände nehmen, erst mal für dich.


    Erst mal viele Grüße, Linde

    Hallo Fritzl,

    wie geht's dir?

    Hast du oder jemand anderes mal mit den Kindern über die Krankheit Alkoholismus geredet?

    Du könntest dir Rat beim Jugendamt holen oder bei einer Suchtberatungsstelle. Oft ist es ja so, daß Alkoholismus die ganze Familie betrifft, also auch die Kinder. Die Berater kennen sich damit aus.


    Lieber Gruß,

    Linde

    Hallo ihr beiden,

    danke für's Drücken, geht mir doch gut jetzt.

    Heute kann ich hinschauen, da bin ich froh drum. Diese alten Zusammenhänge anschauen und verstehen zu können hilft mir, heute genau hinschauen und handeln zu können.

    Denn heute kann ich handeln, ich kann gestalten und vor allem kann ich weglassen und kann Nein sagen. Ich bin froh darum. Wenn ich heute wahrnehme, daß jemand verstrickt ist in Suchtmustern, da kann ich den Abstand herstellen, der mir gut tut. Das konnte ich früher nicht. Da meinte ich Leute retten und aufklären zu müssen. Oder ich verlor mich in unguten Beziehungskonstellationen, spürte mich dabei nicht.

    Mein Weg zu mir als erwachsene Frau war sehr schwierig, Frausein war lange Jahre unmöglich für mich. Da war ich eher ein Neutrum, so sah ich auch aus. Heute bin ich höchst lebendig, weiblich, gerne Frau. Klar fehlte mir die Mutter als Identifikationsmöglichkeit, als Vorbild, als Ansprechpartnerin. Da bin ich in die Bücher eingetaucht und habe überall wo ich war Frauen angeschaut, mir hier was und dort was rausgepickt, was mich in meiner Entwicklung weiterbrachte.


    Liebe Grüße, Linde

    Da gab es auch keine Zärtlichkeiten, kein Schmusen, kein Kuscheln, nichts. In ihre Nähe zu kommen fand ich widerlich, der saure Geruch nach Wein war abstoßend. Von sich aus berührte sie mich nie. Nur die 3, 4 mal, und das war mit Schmerz verbunden.

    Das war so schlimm für mich, ich war so ausgehungert nach körperlicher Nähe. Körperlich nah kam mir mein Vater, aber das war verknüpft mit etwas, was ich weder brauchte noch haben wollte. Mit 6.

    Später sprang ich auf einen Mann an, der mich 6uell mißbrauchte. Da bekam ich Zärtlichkeit, jede Menge, um zu verbergen, daß er mich 6uell mißbrauchte. Er war 6süchtig.

    Vorher gab es andere Beziehungen, immer mit Süchtigen, ein trockener aber nass handelnder Alkoholiker war auch dabei. Dann war ich sehr lange allein. Lieber das, als nochmal diese verstörenden Mischungen. Damit meine ich, daß ich immer auf Partner ansprang, die ambivalent waren. Ich tat alles, um das ALTE Bedürfnis nach körperlicher Nähe und nach emotionaler Resonanz erfüllt zu bekommen. Zahlte den hohen Preis des erneuten körperlichen Mißbrauchs als Erwachsene.

    Heute kann ich trennen. Die gesunden, normalen, kindlichen Bedürfnisse, die nie befriedigt wurden. Dann gab es das, was ich bekommen habe, diese verquere Mischung aus Nähe und 6. Das machte mir es unmöglich, später gesunde lebendige Beziehungen zu leben.

    Heute kann ich das. Jetzt ist jetzt. Und jetzt stopfe ich keine ALTEN Löcher mehr. Nachdem ich da genau hinschaute bin ich weitergegangen. Ich gebe mir selber was ich benötige, was mir gut tut. Also kann ich einem anderen Menschen frei begegnen, niemand braucht mir meine Bedürfnisse zu befriedigen, die aktuellen nicht und die alten schon gar nicht.

    Das Sortieren war schwierig für mich. Einerseits war da immer dieser Nebel, dieses mich selber nicht spüren. Dann dieses Desinteresse in meinem Umfeld. Zum Sortieren brauchte ich Hilfe, ich fand sie in der Therapie, Körpertherapie und Gesprächstherapie.


    Linde

    Hallo!

    Meine Mutter trinkt, so lange ich denken kann. Im Alltag funktionierte sie, hatte einen 38 St. Beruf mit Leitungsfunktion. Wir Kinder waren bei den Großeltern geparkt, der Opa soff sich zu Tode, die Oma war Co. Mein Vater ist das Kind dieser Großeltern, selber Co. und hat eine Alkoholikerin geheiratet. Uns Kinder hat er schon ganz früh begonnen zu mißbrauchen.

    Unter dem Mißbrauch habe ich damals weniger gelitten als unter dem Alkoholismus der Mutter. Der Mißbrauch verschwand im Nebelmeer der Dissoziation. Ich stieg innerlich aus. Mein Hirn löschte seehr großzügig alles aus dem Gedächtnis, mir fehlen da ganze Jahre, gut so. Ich erinnere mich nicht daran, daß ich damals dabei Gefühle gehabt hätte, die konnte ich erst Jahrzehnte später zulassen während der Therapie.

    Worunter ich wirklich litt, was mir wirklich sehr, sehr weh tat damals war, von der Mutter keine Resonanz zu bekommen. Da war einfach nichts. Es war, wie wenn ich in tote Augen schaue. Sie funktionierte, kochte, machte alles mögliche, aber es fand kein emotionaler Austausch mit uns Kindern statt. Da war nichts. Einfach nichts. Da kam ich heim, voller Freude oder Frust und konnte reden was ich wollte, keine Resonanz. Irgendwann erstarb ich auch. Das war schlimm.

    Mädchenfragen zu stellen völlig unmöglich. Mich ihr anzuvertrauen wg. des Mißbrauchs noch viel unmöglicher. Sie war anwesend aber nicht präsent. Da war wie ein schwarzes Loch um sie herum, das ich von mir aus zu überbrücken versuchte, sehr lange. Ohne Erfolg, ich habe mich dabei emotional völlig erschöpft. Wenn sie mich mal berührte, was in der ganzen Kindheit 3 oder 4 mal vorkam, dann war das mit Schmerz verbunden. Mir Pickel ausdrücken oder die Haare bürsten, aber so, daß sie ausgerissen wurden, sie hatte da kein Gefühl für. Wie auch, sie hatte ja keines für sich selber...

    Sie fragte mich nie nach irgendetwas, sie interessierte sich nicht für uns Kinder. Dieses grandiose Desinteresse, darunter habe ich glaube ich am meisten gelitten. In der Mutter keinen Ansprechpartner zu haben für all die vielen kleinen Kindergeschichten. Geburtstage wurden nie gefeiert, nie. Nie kamen andere Kinder ins Haus. Es fand auf keiner Ebene ein Austausch statt.

    Ich fühlte mich völlig isoliert, völlig alleingelassen und verschwand im Garten oder in der Bücherwelt. In Büchern fand ich Lebensentwürfe, da las ich Frauenbiographien, Familiengeschichten, ich las hunderte von Büchern über alles und jeden. Diese kleine tote Welt um mich herum konnte doch nicht alles sein...

    Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann erinnere ich mich an unglaubliche Erschöpfung, an Hoffnungslosigkeit, an Müdigkeit und Freudlosigkeit. Armut, große Armut an Emotionen. Wir hatten Kinderzimmer, wir hatten was zu essen. Aber ansonsten war da einfach nichts. Und das was war, das war von der Mutterseite her wie tot. Und vom Vater kamen Grenzüberschreitungen, Schläge, 6ualisierte Gewalt und Psychokisten. Eine davon bekam ich mit 12 zu hören: DU bist schuld, daß die Mutter trinkt. Wenn du nicht immer so schlau daherschwätzen würdest, dann müßte sie nicht trinken... Jou. Das habe ich im Bauch als falsch empfunden aber dann doch geglaubt, denn ein Erwachsener muß es ja wissen.

    Der Vater ist Co., hat uns da nie herausgeholt, hätte er ja machen können. Aber er hat immer schön weggeschaut, gelogen, verheimlicht, all sowas. Außerdem ist eine trinkende Frau ja die optimale Gefährtin, wenn man die Kinder mißbraucht.


    Keine Mutter zu haben, das war für mich schlimmer, als einen mißbrauchenden Vater zu haben.

    Heute ist die Konstellation noch immer gleich, sind paar Jahrzehnte dazugekommen. Ich bin erwachsen und brauche meine Eltern nicht mehr. Damals hätte ich sie gebraucht, wie jedes kleine Kind auch. Ich habe keinen alten Hunger mehr, den ich mit Fressen stopfe. Ich habe keine alte Sehnsucht mehr, die ich mit Suchtmitteln stopfe. Ich habe keine Erwartungen mehr an die beiden.

    Es ist vorbei. Es ist gut jetzt. Ich lebe glücklich meine Verantwortung für mein Leben und gestalte es mit wachsender Freude.

    Nach der Begegnung mit den beiden EK's fragte ich mich, wie es wohl gewesen wäre, wenn der Vater getrunken hätte und die Mutter die Co. gewesen wäre, so wie bei meinen Großeltern väterlicherseits. Es wäre anders gewesen für mich. Der Vater ist ja eh meist abwesend, sei es im Beruf oder emotional. Die Mutter ist die erste Adresse für mich als Kind, einmal weil sie DA ist und weil sie mir als Mädchen näher ist. Eine Co. als Mutter, so wie meine Oma, das wäre wohl leichter gewesen. Ich weiß es nicht. Meine Mutter konnte ihre Mutterrolle nicht leben. Wir Kinder waren oft bei der Oma. Ein Segen, daß es sie gab.

    Als junge Frau, selber in Beziehungen lebend, da war es für mich unvorstellbar selber Kinder zu bekommen. Ich hatte nie lebendiges Frausein vorgelebt bekommen. Unvorstellbar für mich, daß ich mein Frausein selber gestalten könnte...

    Hat 40 Jahre gedauert.


    Linde