Beiträge von Linde66

    Hallo Fritzl,

    ich kenne das sehr gut was du schreibst.

    Jeder in der alkoholkranken Familie hat so eine Art Rolle, in der er drinsteckt. Wie in einem Theaterstück.


    Gut ist es, daß du dir jetzt alles mal anschauen kannst.

    Das mußt du auch nicht alleine machen. In der Klinik kennen sie das.

    Dann kannst du auch mal versuchen herauszufinden, ob dir deine Rolle gefällt.


    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Matthias,

    du schreibst, deine Frau hat den Schnaps weggeschüttet. Wenn sie einfach so aufhört zu trinken, dann macht sie einen Kalten Entzug und das kann lebensgefährlich werden.

    Es wäre besser, wenn sie bis zu einer ärztlich begleiteten Entgiftung weitertrinkt.


    Das mit dem gemeinsamen Termin hört sich gut an. Willst du da mit hingehen?

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Löwenherz,

    nach deinem letzten Beitrag hab ich mir auch Zeit gelassen mit der Antwort. Da kam viel hoch.

    Immer an so bedeutungsschwangeren Tagen fällt auf, daß da eben keine Familie mehr ist, mit denen man eben diese Tage verbringen möchte. Weihnachten, Geburtstage, Ostereiersuchen, all sowas.

    Was mich nachdenklich machte war, daß das ja nicht nur heute so ist, wo ich das genau so haben will. Sondern daß das früher auch so war. Da war ich Weihnachten in der Familie und doch allein. Da hatte ich xyz. Geburtstag und es gab kein Fest, nichts. Da kam ich mit dem Abi-Zeugnis heim und keinen hat es interessiert. Diese fehlende Resonanz bei so wichtigem Kinderkram, die hab ich damals nicht als schmerzhaft empfunden, ich war ja dissoziiert, der Schmerz war ausgeblendet um zu überleben. Aber im Nachhinein kam die Trauer und auch die Wut über ihr ignorantes Verhalten, über ihre Unfähigkeit zur Empathie.

    Viele schreiben, wie sehr sie den Rückhalt der Familie vermissen, wenn es ihnen mal schlecht geht. Ja, das auch... Aber da konnte ich mir immer irgendwie helfen, Hilfe von außen holen oder in die Bücherwelt/Tagebuchwelt eintauchen. Aber wenn mir das Herz überlief vor Freude, ich heimkam und da waren zwar "Gestalten", aber keine mir zugeneigten empathischen Familienmitglieder, das war schlimm.

    Frauenbiographien habe ich viele gelesen. Mir Mutter-, Großmutter-, Tantenvorbilder im Außem gesucht und gefunden. Habe immer Freundschaften gepflegt. Mich vernetzt, das ist wichtig.

    Für die schwierigen Phasen gibt es gute Netze hier, Hilfestellung allerorten. Schwierig war eher, meine Freude 'an den Mann zu bringen...' Da hab ich Glückzettelchen geschrieben und in einem hohlen Baumstamm versenkt, am Jahresende herausgenommen und alle gelesen. Boah! Soviel Glück!

    Gut wenn man unabhängig vom Außen ist. Schön wenn man Glück teilen kann.

    Ich drück dich mal.

    Lieber Gruß, Linde

    Ach ja, wie geht's dem Löwenkind?

    Hallo Manfred, guten Morgen.

    Hat alles seine Zeit, braucht alles seine Zeit. Aufflammende Schmerzen, da steckt Energie drin, wenn du das innere Feuer FÜR dich nutzen lernen kannst, dann geht was!

    Ich freu mich für dich, daß du wieder einen Schritt weiter gehen konntest in DEIN Leben. Was ist schon eine Wohnung? Eine Gegend?

    Ich habe von der Familie den roten Teppich ausgelegt bekommen, hätte einen ganzen Bauernhof haben können... Ja und? Ich hätte schweigen müssen und die Luft anhalten, der Arzt hätte mir für die nächsten 50 Jahre Magenweh-Tabletten verschreiben dürfen... Nee, will ich nicht.

    Ich lebe hier weit weg von allem, habe zu allen den Kontakt einschlafen lassen. Es geht mir immer besser damit. Die letzten Monate als der Kontakt noch bestand, da brachte es mir sehr wohl etwas, nämlich den berühmten letzten Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt. Das waren die verbalen Übergriffigkeiten des Vaters, die Lügerei, der Alkoholismus und die Ignoranz der Mutter und die eindeutige Stellungnahme pro Elternhaus meines Bruders. Das alles geballt innerhalb weniger Wochen, da war Ende bei mir.

    Da legte ich den Fokus auf MICH, viel stärker noch als zuvor. Ich guckte nimmer auf ihre Befindlichkeit, sondern fragte mich, was tut mir jetzt gut. Und die Antwort war immer gleich: Abstand. Die ganze Kiste einfach weglassen und ABSTAND.

    So ein Umzug in eine Ecke, die DU dir aussuchst! Mmmh. Schätze mal, das geht jetzt ganz schnell, jetzt wo innendrin bei dir alles klar ist. Das ist meistens so, daß dann wie von Zauberhand die Türen aufgehen, wenn der Zeitpunkt reif ist.

    Das Forum ist nicht teuer, ich hab ja auch kein Geld. Die 10 € im Monat gehen immer irgendwie bei mir. Wenn ich dran denke, was ich an Geld für meine Freßsucht in die Supermärkte getragen habe... :roll: Andererseits ist es hier anonym genug, da kann man schon auch viel an sich arbeiten, hab ich ja auch gemacht hier im Offenen.

    Schritt für Schritt, das wird sicher alles zur Ruhe kommen bei dir, und du sorgst ja gut für dich. Im neuen Umfeld kannst du es dir ja so gestalten, wie du das magst. Ich überlege gerade, ob solche Ängste nicht auch die Funktion haben können, so eine Art Wegweiser zu sein.

    Zitat

    Immer habe ich gleich Angst vor schweren Krankheiten oder davor, dass störende Symptome nie wieder weggehen.

    Vielleicht gehen sie weg, wenn DU weggehst?! 8)

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Anna,

    den Vorstellungsbereich können nur die User des geschützten Bereichs lesen.

    Bitte kopiere einfach deinen Text und stelle ihn hier in deinem Thread in der Offenen ein! :wink:

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Fritzl,

    auch von mir herzlich Willkommen hier im Forum!

    Du und deine Frau, ihr habt jetzt sehr viele Jahre so gelebt, gut und schlecht, mit Höhen und Tiefen, immer gemeinsam.

    Jetzt hat deine Frau Abstand, mal sehen, wie sie die Situation diesmal für sich nutzen kann.


    Wenn sie es schaffen will wirklich trocken zu leben, dann wird sie ihr ganzes Leben ziemlich umkrempeln müssen. Vielleicht sagt sie deswegen das mit der Trennung auf Zeit... Sie braucht Zeit für sich, um richtig mit der Krankheit Alkoholismus umgehen zu lernen, wenn sie es ernst meint.


    Du Fritzl, du bist ja auch ein eigener Mensch, wenn deine Frau mal NICHT da ist! Du bist immer noch Fritz, bist immer noch Vater und vieles mehr. Vielleicht kannst du die Zeit ohne deine Frau jetzt FÜR DICH nutzen. Und mal schauen, was DU für DICH verändern möchtest.

    Man muß sich nicht pausenlos anrufen. Wenn dein Bauch dir sagt, nö, ich will jetzt nicht telephonieren, dann brauchst du das auch nicht zu machen. Und so kannst du immer auf deinen Bauch hören.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Kämpferherz!

    Wach auf! möchte ich dir zurufen... Wenn jetzt schon alle Alarmglocken bei dir klingeln, ja was muß dann noch alles dazukommen, daß du auf deinen Bauch hörst?

    Wenn er heute kifft, was macht er morgen? Sucht kann sich verselbständigen, wenn er sie nicht stoppen will und so wie es aussieht will er ja nicht.

    Zitat

    ...oder will ich mich jetzt nur in eine solche Beziehung stürzen, damit ich mich nicht um mich selbst kümmern muss und damit ich mich nicht mit meinen eigenen Problemen auseinander setzen muss?

    Das ist eine interessante Frage.

    Hast du da mal weiter drüber nachgedacht?

    Lieber Gruß, Linde

    Zitat

    und irgendwie war bei den co´s nicht genug Resonanz.

    Hallo dicke Katze,

    bei den Co's bist du im Februar offen empfangen worden, es gab über ein Dutzend Menschen, die sich mit dir austauschen wollten. Eine ganze Menge, wie ich finde. Du bist dann Mitte März ausgestiegen. Das war deine Entscheidung.

    Weißt du, hier kriegt niemand eine "Lösung" auf dem Tablett präsentiert, selbst wenn dir 100 Leute schreiben, ist DIE perfekte Lösung für dich nicht dabei.

    Sich aus seiner Abhängigkeit zu befreien, das ist Arbeit an sich selber, das ist Hinschauen bei sich selber, das ist Fokussieren auf sich selber.

    Dazu eine Frage:

    Zitat

    Der Anlast ist aktuell und ich frage mich ob ich nur noch bleibe um das Ende der Geschichte zusehnen.

    Meinst du damit den Tod deines Freundes?

    Wenn ja, dann folgendes dazu: selbst wenn er tot ist, davon geht ja deine Co-Abhängigkeit nicht weg.


    Hast du die Grundbausteine schon gelesen? https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php

    Gruß, Linde

    Hallo dicke Katze,

    es ist immer der einfachste Weg, bei einem anderen hinzuschauen, als bei sich selber.

    Bei deinen Betrachtungen können Tage Wochen Monate rumgehen, wo du nicht bei DIR bist.

    Warum du nicht wegsehen kannst? Weil du dann bei DIR hinschauen müßtest..., meine Meinung.


    Was gibt es bei DIR zu sehen, was du nicht sehen möchtest?

    Gruß, Linde

    Hallo Lilian!

    Laß dich einfach mal bissel drücken, wenn du es annehmen kannst.

    Chaos im Kopf ist vielleicht gar nicht so schlecht. Da wird im Moment alles was jahrelang ungeschriebenes Gesetz, Status quo, schon immer so war, mal aufgewirbelt und infrage gestellt. Dann kannst du alles betrachten, sortieren, aussortieren, neu gestalten. Ich kann mich gut daran erinnern, wie überfordert und durcheinander ich mich anfangs fühlte.

    Hier gibt es einen interessanten Thread, vielleicht magst du ihn ja mal lesen: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…topic16098.html Merkmale für ein EK. Es haben viele Vieles aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet, ein Querschnitt durch die Familienkrankheit Alkoholismus, in der wir aufgewachsen sind, durch die wir mehr oder weniger tief in unserem Werdegang beeinflußt worden sind. Vielleicht hilft es dir, dein Kopfchaos bissel aufzuräumen.


    Da habe ich eine Frage zu:

    Zitat

    "Zusammenbruchs"

    Das Wort Zusammenbruch hast du gestern in Anführungszeichen gesetzt. Deine Threadüberschrift heißt 'Wenn einem alles zu viel wird'.

    Dein Körper, dein Bauch, die haben dir schon deutliche Hinweise gegeben, oder? Vielleicht kannst du ja die Anführungszeichen weglassen. Jeder von uns kommt bei seinem alkoholkranken Elternteil an die Grenze, wo es einfach nimmer geht. Der Alkoholkranke sollte sich, wenn er wirklich aufhören möchte, von professionellen Kräften begleiten lassen. Als Angehöriger hat man weder das notwendige Wissen noch die professionelle Distanz zum Patienten.

    Deine Mutter ist ja im Moment gut aufgehoben. Vielleicht empfindet sie das, was gerade passiert als ihren persönlichen Tiefpunkt und kann endlich professionelle Hilfe annehmen. Das wäre schön.


    Nicht EINEM wurde hier alles zu viel, sondern DIR. Das darf so sein! Du bist das Kind. Du bist kein Arzt.

    Meine Mutter trinkt seit ungefähr 40 Jahren. Sie hat sich für den Alkohol und gegen eine Therapie, gegen ein lebendiges Leben, gegen ihren Mann und gegen uns Kinder entschieden. Sie vegetiert so vor sich hin. Unmöglich, das von außen zu beeinflussen... Ich habe ihre Entscheidung akzeptiert, liebe sie wie sie ist - und halte Abstand. Nein, das ist kein Egotrip, sondern mein Gesunden von der Familienkrankheit Alkoholismus.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Lilian,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Du schreibst:

    Zitat

    Würdet ihr zu ihr fahren? Würdet ihr, obwohl ihr wisst, dass es euch nicht gut tut fahren?
    Ich habe diesen Konflikt schon öfter mit mir ausgefochten und habe mich jedesmal dazu entschlossen zu ihr zu fahren. Es hat aber trotzdem nicht den (von mir) gewünschten "Erfolg" gebracht - nämlich dass sie in die Klinik geht.

    Wie wäre es also, wenn du dich DIESMAL einfach mal ANDERS verhalten würdest?

    'Erfolg' hättest du wohl diesmal auch wieder nicht.

    Und ein 'Erfolg' von Außen kann keiner auf Dauer sein. Wenn sie von sich selber heraus eine Krankheitseinsicht hat und ihre Krankheit zum Stoppen bringen will, für sich selber, dann kann ein Erfolg möglich sein. Aber jegliche Einflußnahme von außen, wenn sie eben nicht will, da ist der Rückfall so gut wie vorprogrammiert.

    Es ist ihre Entscheidung, ihre Verantwortung. Wie gut oder schlecht sie für sich sorgen kann ist ihre Sache.

    Du bist für dich und deine eigenen Baustellen zuständig. :wink:

    Was tut dir gut?


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Löwenherz,

    grüße mir das Löwenkind und kraule es bissel hinter den Ohren! :wink:

    Freut mich, daß es dir besser geht. Einsamkeit ist ein Gefühl, das man nur dann bekommt, wenn man sich in Relation zum Umfeld setzt. Wenn dann das Umfeld nicht so ist, wie man meint, daß das so sein müßte, dann kommt sowas hoch.

    Wie befreiend, wenn man in seiner Befindlichkeit unabhängig vom Umfeld ist.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Backmaus,

    Es hat ja soooo viele tolle Vollwertbackrezepte!

    Wenn ich backe, dann backe ich das Grundgerüst nach Rezept, die Finessen sind freestyle.

    Mir ist aufgefallen, daß wenn man Honig statt Zucker nimmt, daß man da meist erheblich weniger nehmen kann als die angegebene Menge. Die Süßkraft von Honig ist nämlich sehr gut.

    Linde

    Hallo Löwenherz,

    Zitat

    es waren Bedürfnisse, keine unverschämten Forderungen, die ich meinen Erzeugern gegenüber hatte, als kleines Mädchen.

    deine Bedürfnisse waren zu der Zeit völlig gerechtfertigt.

    Vielleicht ist es ja das kleine innere Kind in dir, das da im Moment so traurig ist.

    Wenn du dieselben Bedürfnisse heute noch an deine Eltern herantragen würdest, wärst du noch im alten Ohnmachtsgefühl gefangen. Heute ist heute. Heute bist DU selber für die Befriedigung deiner Bedürfnisse zuständig. Kann ja auch schön sein, das Leben selber so zu gestalten, daß man unabhängig wird von dem, was man von jemandem bekommt.

    Wenn man dann trotzdem was bekommt, wie schön.

    Zitat

    Hab ich hier was falsches gesagt?


    Wie kommst du darauf?

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Charly,

    ich wünsche dir eine gute, erholsame Nacht.

    Leer fühlst du dich. Vielleicht kannst du es so sehen, daß du diese Leere mit DEINEM lebendigen Leben füllen kannst. Es gibt sooo viel...

    Aber erst morgen! :wink:

    Gut nacht. Linde