Beiträge von Linde66

    Weinen ist gut, Seelenwaschanlage...

    Zitat

    Aber wirklich einsam war ich damals, als sich keiner für mich interssierte und mein Leben davon abhing.


    Jou, das hatte ich auch so, lange genug, und jetzt ist jetzt und jetzt kann ich mir die Menschen aussuchen, die mir gut tun, alle anderen lasse ich ihrer Wege ziehen, dann soll es halt nicht sein.

    Linde

    Zitat von Linde66

    Aber schlimm empfand ich, wenn mir das Herz vor Freude schier überlief, daß da niemand war aus dem familiären Umfeld, den das auch nur einen Pfennig interessiert hätte... schlimm.

    Beim nochmal lesen kommt mir ein P.S. in den Sinn.

    Schlimm empfand ich das damals. Heute nicht mehr. Heute kann ich das Desinteresse der Herkunftsfamile einfach so lassen wie es ist. Es ist halt so. Ich bewerte deren Verhalten nicht mehr, die dürfen so sein und so handeln wie sie wollen bzw. können. Wenn sie sich anders verhalten könnten oder wollten, dann würden sie das ja tun... Ich habe kein Recht darauf, daß Menschen sich auf eine bestimmte, mir wohlgesonnene Art und Weise verhalten.

    Ich freu mich für mich selber, mit mir selber und teile meine Gefühle mit Menschen außerhalb der Herkunftsfamilie. Ich kann unabhängig sein, das ist der Unterschied zu früher. Früher, da machte ich meine Gefühlslage davon abhängig, wie sich die Leute mir gegenüber verhielten und am schlimmsten war für mich Gleichgültigkeit.

    Linde

    Hallo trauriges Löwenherz,

    auch eine Löwin darf trauern! Das darf jetzt genau so sein, Trauer ist eines unserer viele Gefühle, die Palette ist groß und bunt und da hat es in der Ecke halt auch die Grauschattierungen... das ist jetzt genau so, bis es wieder anders ist, wenn es soweit ist.

    Das mit dem Loslegen im Sommer hört sich schön an, macht mal... :wink: und vorher schon fleißig üben, grins. Weißt du, ich denke gerade, daß es mir oft nachging, daß ich niemanden hatte, der mit mir die SCHÖNEN Momente des Lebens teilte, und da gehört ja eine erwünschte Schwangerschaft dazu. Bei mir war es so, daß ich über Probleme und Alltagskram immer irgendwelche Freundinnen hatte, mit denen ich das bereden konnte. Aber schlimm empfand ich, wenn mir das Herz vor Freude schier überlief, daß da niemand war aus dem familiären Umfeld, den das auch nur einen Pfennig interessiert hätte... schlimm.

    Das ist ja bis heute so geblieben, mit dem Bruder habe ich nie eine enge Beziehung aufgebaut, da er Co ist, sich nicht reflektiert und sich nicht von den Eltern distanziert. Er lehnt ab was ich mache, wie ich lebe und er tut mir nicht gut. Trauerphasen deswegen habe ich auch gehabt, ich kann das gut nachempfinden. In solchen Zeiten tut man oft das Naheliegende, sucht Kontakt zu denen, von denen man meint, es MUSS doch irgendwie machbar sein, es ist doch der Bruder, die Schwester... aber es geht halt eben nicht.

    Ich habe mir meine für mich wichtigsten Kontakte außerhalb der Herkunftsfamile gesucht und gefunden. Wegbegleiter, Menschen die mich mögen oder lieben und zwar freiwillig, einfach so - und nicht weil wir verwandt sind und sie sich verpflichtet fühlen.

    Wie geht's weiter?

    Zitat

    Wie soll ich nur damit umgehen - ausser lieb mit mir zu sein und mich zu pflegen???

    Genau so - und weiter auf deinen Bauch hören. Für die Zeit, die dir lang wird bis abends, vielleicht fällt dir da was Konkretes ein, Nachmittags-sms, eine Atemübung, paar Minuten Spaziergang... etwas nur für dich.

    Fühl dich umarmt,

    alles Liebe, Linde

    Hallo liebes Löwenherz,

    wie war deine Frühlingswoche? Meine war voll und viel und kühl und und und... und jetzt ist Sonntag, mir geht es gut, auch wenn das Drumherum im Moment bissel verquer ist.

    Nee, umbringen tut uns meistens zum Glück keiner hier, wenn wir eigene Denkwege gehen und sich aus dem eigenen Denken eigenes Handeln entwickelt. Zum Glück ist das so, es gibt Orte auf der Welt, wo das anders ist.

    Oft ist es aber so, daß wir meinen nicht leben zu können, wenn wir eigene Wege gehen, so sehr machen wir unsere Befindlichkeit von anderen abhängig. Wie schade das ist und wie sinnlos. Ich bin froh, meinen Weg gehen zu können, ohne die alte Abhängigkeit von der Herkunftsfamilie. Lange war es eine konkrete Abhängigkeit, danach bestand die weiter im Kopf, nun bin ich unabhängig.

    Schönes Ankommen wieder hier,

    lieben Gruß, Linde

    Hallo Doro!

    Mir ist da ein Satz bei dir aufgefallen:

    Zitat

    Hab ein paar relativ ruhige Tage gehabt, ruhig heißt: Ruhe vor ihm.

    Ist DEINE Ruhe von IHM abhängig?

    Weißt du, solange deine eigenen Befindlichkeit abhängig ist von äußeren Umständen und anderen Menschen, dann bist du wohl wirklich ein Grashalm im Wind... Wie fühlt sich das für DICH an, ein Grashalm zu sein?


    Könntest du dir vorstellen, daß tief in dir eine kleine Lichtung ist, ein Ruheort, oder eine Insel...? Ein ruhiger Ort, ganz für dich allein, völlig unbeeinflußbar von außen...?

    An diesen Ort tief in dir drin kannst du jederzeit hingehen, selbst wenn außenrum der Bär tobt...

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Nane,

    herzlich Willkommen hier im Forum!

    Möglicherweise wäre dein Thread bei den Erwachsenen Kindern besser aufgehoben, da bekommst du vielleicht mehr Resonanz.

    Vieles was du schreibst kommt mir sehr bekannt vor. Auch meine Mutter trinkt, so lange ich denken kann, Leberzirrhose usw., du kennst das ja.

    Aber es ist so, daß wir EK die Lebensentscheidungen unserer Eltern zu akzeptieren haben. Wir können nichts tun. Leider ist das so. Sie haben ein Recht darauf, sich zu Tode zu trinken...

    Ich kann dich gut verstehen, daß du so hin- und hergerissen bist.

    Aber helfen kannst du deiner Mutter nicht wirklich. Solange sie nicht aus sich selber heraus eine Krankheitseinsicht zeigt und ihre Alkoholkrankheit stoppen möchte, kann man von außen nichts machen, auch nicht durch 'Zwangmaßnahmen', der Rückfall ist vorprogrammiert.


    Wie geht es DIR?

    Wie möchtest DU leben?

    Welchen Abstand brauchst DU, damit es DIR gut geht?

    Weißt du, der einzige Mensch, für den DU verantwortlich bist, das bist DU selber.

    Du mußt eben nicht helfen. Das einzige was du tun solltest, ist auf deinen Bauch zu hören. Was sagt dir DEIN Bauch?

    Wir können dir hier keine Entscheidungen abnehmen, es gibt keine Rundum-Sorglos-Pakete... Wir können uns gegenseitig begleiten, das schon.


    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Caro,

    auch von mir nachträglich alles Gute und liebe Grüße!


    Das mit dem Löschen von den sms finde ich supi!! Haste gut gemacht! Du hörst dich kraftvoll an. Was für ein Start ins neue Lebensjahr...

    Bis denn, Linde

    Hi,

    wenn er dich ratlos anschaut, dann ist es vielleicht sinnvoll, 2 verschiedene Kommandos zu benutzen.

    Eines für MIT pinkeln, eines für OHNE pinkeln (für die Wohnung).

    Also z. B. "handstand" bzw. "aufauf!" oder "hep!" oder so ähnlich.

    Die Idee von Paolo ist gut. Ich gebe bei meinen Huftieren auch immer den Handlungen, die sie sowieso gerade machen, und die ich so festigen möchte, einen Namen. Wenn sie eh gerade sich drehen, sag ich "dreh", wenn sie stehen sag ich "steh", wenn sie Huf heben sag ich "Huf", wenn sie sich nach rechts wenden sag ich "rechts", usw. und lobe dabei mit der Stimme. Leckerlies gebe ich keine, denn da werden sie so gierig und unkonzentriert.

    Das ganze heißt 'positiv bestärken'. So kann man mit der Zeit die vom Tier freiwillig, manchmal zufällig angebotenen Verhaltensweisen festigen.

    Weiter viel Spaß beim Üben!

    Grüße, Linde

    Hi Manfred,

    Ideen hast du ja! Griiiiiins!


    Mit der Wut ist es vielleicht so, daß sie jetzt einfach dran ist zu leben. Kann ja sein, daß das mit den lauten Nachbarn schon auch Thema ist, aber daß auch etwas Altes mit reinspielt. Bei Lärm und sowas, da geht es ja auch um Grenzüberschreitungen... die gab es bei dir früher schon mal. Da mag sich etwas in dir daran erinnert fühlen. Und zu der aktuellen Wut kommt bissel ALTE Wut hoch? Ist eine Idee...

    Und noch eine andere Idee: wenn gar nichts hilft, hilt Abstand. Mit manchen Menschen kann man nicht wirklich reden, die machen sich unerreichbar. Da kann man auch nichts verändern.

    Was man immer verändern kann, ist der eigene Standpunkt. Man kann den Abstand zwischen sich und solchen Menschen verändern, im Kopf oder im Leben. Wer weiß, vielleicht ist das der Anlaß, mal über einen neuen Ort für dich nachzudenken. Jetzt, wo du dich freigeschaufelt hast...


    Grüße, Linde

    Hallo Manfred,

    du hörst dich kraftvoll und gut an, da dringt Entschlossenheit durch.

    Auch wenn gerade etwas bissel quer läuft um dich herum, aber du bist bei dir, drückst deine Gefühle aus und sagst, wenn dir was nicht paßt. Ich denke mal, daß man in Gefühle wie Wut und Ärger reinwachsen kann. Die waren ja nie erlaubt, sind also ungewohnt und fühlen sich seltsam an.

    Über deine Wut ärgerst du dich? Warum? Sie ist deine Triebfeder, dein Kraftquell, dein Motor für Veränderung... oder?

    Zitat

    Eigentlich habe ich das gut gemacht.

    Wie wäre es, das Wort 'eigentlich' einfach wegzulassen? Ich finde, du HAST das gut gemacht! Und Sport und Erdung, das hört sich auch gut an, Radfahren vielleicht auch noch...

    Hier geht's zum Wut-Thread ---> https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…topic15543.html


    Daß du einen neuen Thread angefangen hast, finde ich klasse! Ich dachte schon, daß du evtl. sogar in den geschützten Bereich kommst, jetzt wo dein Weg wirklich immer mehr zu DEINEM wird. Wie auch immer, ich freu mich sehr, dich wieder öfters zu lesen!

    Alles Liebe und bis bald, Linde

    Altes EKA-Merkmal: lieber selber machen, sich dabei kaputt machen, als um etwas zu bitten.

    Die Erfahrung war ja die, daß ich als Kind nie das bekommen habe, was wirklich not-wendig war, gleich wie ich um Hilfe gebettelt habe. Das sitzt tief.


    Mir ist das die Tage an meinem neuen Arbeitsplatz aufgefallen. Da bekomme ich jegliche Hilfe - wenn ich darum bitte! Das ist nicht einfach für mich, aber so langsam komme ich da rein.

    Und heute sagte ich, daß ich ja irgendwann nicht mehr der Frischling bin, sondern jemand anders das sein wird, dann kann ich das zurückgeben...

    Ach ja, und DANKE sagen, das gehört auch dazu.

    Bitte und danke. Zwei einfache Wörter. Wüßte nicht, daß ich die früher je gehört hätte. Da gab es böse Blicke, aus denen ich dann herausorakeln mußte, was nun genau der Befehl an mich war.


    Linde

    Hallo,

    ich hab damals 'Forum, Erwachsenes Kind' eingegeben und landete direkt hier.

    Habe glaube ich nicht mal 10 Minuten gelesen, und mich dann registriert.


    Inhalte hab ich nicht so wirklich wahrgenommen, dafür ging es mir damals zu schlecht.

    Mir hat spontan die Aufmachung gefallen, kein Atavare, kein Gedöns, klar strukturiert, gute Farbwahl, angenehme Schrift, all sowas.

    Ja, und dann begann ich zu schreiben...


    Gruß, Linde

    Hallo Löwenherz,

    solche Denkanstösse sausen erst mal im Hirn herum. Genau so soll das sein..., die ollen grauen Zellen mal aufmischen und andersrum denken, passiert ja erst mal nichts.

    Man kann einfach so nach und nach das Umsetzen, was man auch leben kann. Bringt ja nichts, sich dies oder das vorzunehmen, und wenn es noch so richtig ist - aber man kann es nicht konsequent leben...

    Mit der Zeit kann man immer mehr verfeinern:

    will ICH das? oder will JEMAND das...?

    bin ich näher an MIR oder an sonst wem?

    usw.


    Diese Angst vor der Entscheidungsfreiheit kenne ich sehr gut, ich war als wie gelähmt deswegen bzw. völlig überfordert. Dann ein Gang zurückschalten, langsam machen. Oder sogar eine Ehrenrunde drehen, alles halb so schlimm. Wichtig ist die Achtsamkeit.

    Liebe Grüße, Linde

    Hi Löwenherz!

    Und wenn du alles mal bissel umdrehst?:


    Sei dir selber nah, am nächsten.

    Die einzige, der du zutiefst verpflichtet bist, das bist du dir selber gegenüber.

    Nimm dir alles, was du willst.

    Was willst du für dich?

    Du hast das Recht auf Vollkontakt mit dir selber.

    Im Moment singen die Amseln so schön, das klingt doch in den Ohren viel schöner, oder nicht? :wink:


    Nur mal so paar Ideen...

    LG, Linde

    Zitat von Doro

    Dieses umfassendere Verständnis von Loslassen, sozusagen als Teil der Lebenshaltung, das gefällt mir.

    Hallo Doro!

    Ich denke mal, genau das ist es eigentlich:


    Loslassen als Lebenshaltung.

    Das Leben als beständiges Loslassen und Annehmen sehen können.


    Mir ist aufgefallen, daß viele sich schwer tun, etwas ganz bestimmtes loszulassen, die Kippen zum Beispiel, egal was. Loslassen geht aber ganz einfach, wenn man es nicht als Kraftakt auffaßt bei einer ganz bestimmten Angelegenheit, sondern als grundsätzliche Lebenseinstellung.

    Bei mir hat es Klick gemacht nach dem Jakobsweg 2003. Da kam ich heim und am selben Tag konnte ich jahrzehntelange Eßsucht loslassen, einfach so. Habe an dem Tag mein Häuslein von allem leergemacht, was nicht mehr ich war und angefüllt mit dem, was neu zu mir paßte. Es ging ganz leicht. Und so ist es bis heute geblieben, hat sich immer mehr verfeinert. Es geht mir gut dabei, im Fluß zu sein.

    Lieben Sonntagsgruß und danke für den Thread.

    Linde

    Mit jedem Loslassen üben wir für das ganz große Loslassen am Ende unseren Lebens.

    Da können wir festgehalten, gehamstern, gekrallt, gebunkert, aufgespart, deponiert, angehäuft, gesammelt oder sonstwas haben, am Ende müssen wir loslassen. Und das geht dann um so leichter und friedlicher, je leichter uns das vorher fiel.

    Man kann es ja auch so sehen: jede Beziehung endet im Schmerz, jede. Hier und heute, wenn man sich von einem Alkoholiker löst zum Beispiel. Aber auch die Beziehung zu einem liebevollen zugewandten Menschen nach 30, 40 Jahren lebendigen Miteinanders, wenn der eine stirbt...

    Um so wichtiger, daß man dann nicht den Schmerz festhält, sondern ihn als eines unserer vielen Gefühle durchleben, aber dann auch loslassen kann.


    Ich habe schon so viel losgelassen, den Schmerz, das Fett um mich herum, den Opferstatus in dem ich mich befand, die alten Muster, suchtkranke Freunde und Freundinnen, Erwartungshaltungen, Dinge, Tätigkeiten uvm.

    Es fiel mir zunehmend leichter. Loslassen empfinde ich als entlastend. Ich bin da im Fluß. Ich lebe das, was jetzt zu leben ist, sage Ja dazu. Dann kann ich das loslassen, was jetzt nicht mehr dran ist zu leben, das ist dann einfach so. Gleichermaßen bin ich offen für das Neue, was mir auf meinem Weg begegnen mag.

    Denn das ist es ja auch: je mehr ich festhalte, desto verschlossener bin ich selber und desto weniger bin ich offen für Neues. Und wie will ich bitte schon vorher entscheiden, daß das, was neu ist, schlechter oder weniger ist als das Alte, was ich da so heftig am Festhalten bin?


    Grüße, Linde