Mit jedem Loslassen üben wir für das ganz große Loslassen am Ende unseren Lebens.
Da können wir festgehalten, gehamstern, gekrallt, gebunkert, aufgespart, deponiert, angehäuft, gesammelt oder sonstwas haben, am Ende müssen wir loslassen. Und das geht dann um so leichter und friedlicher, je leichter uns das vorher fiel.
Man kann es ja auch so sehen: jede Beziehung endet im Schmerz, jede. Hier und heute, wenn man sich von einem Alkoholiker löst zum Beispiel. Aber auch die Beziehung zu einem liebevollen zugewandten Menschen nach 30, 40 Jahren lebendigen Miteinanders, wenn der eine stirbt...
Um so wichtiger, daß man dann nicht den Schmerz festhält, sondern ihn als eines unserer vielen Gefühle durchleben, aber dann auch loslassen kann.
Ich habe schon so viel losgelassen, den Schmerz, das Fett um mich herum, den Opferstatus in dem ich mich befand, die alten Muster, suchtkranke Freunde und Freundinnen, Erwartungshaltungen, Dinge, Tätigkeiten uvm.
Es fiel mir zunehmend leichter. Loslassen empfinde ich als entlastend. Ich bin da im Fluß. Ich lebe das, was jetzt zu leben ist, sage Ja dazu. Dann kann ich das loslassen, was jetzt nicht mehr dran ist zu leben, das ist dann einfach so. Gleichermaßen bin ich offen für das Neue, was mir auf meinem Weg begegnen mag.
Denn das ist es ja auch: je mehr ich festhalte, desto verschlossener bin ich selber und desto weniger bin ich offen für Neues. Und wie will ich bitte schon vorher entscheiden, daß das, was neu ist, schlechter oder weniger ist als das Alte, was ich da so heftig am Festhalten bin?
Grüße, Linde