Beiträge von Linde66

    Hallo Arnulf, herzlich Willkommen hier.

    Einerseits konsequent, andererseits Bauchweh... diese Mischung ist häufig hier im Umgang mit den alkoholkranken Eltern zu sehen. Lies dich durch die einzelnen Threads, dir wird vieles bekannt vorkommen.

    Du beschreibst dich als Spinner, hört sich bissel abwertend an, ist es das? Wenn einer ver-rückt ist, mit Bindestrich!, finde ich das gar nicht so schlecht... Ver-rückt im Sinne von: ich geh meinen eigenen Weg, auch wenn der anders ist, als der Norm-Weg. Schreib ruhig bissel mehr über dich.

    Bei deiner Vorstellung hast du immer wieder deine Lebensentscheidungen und Entwicklungsschritte in Bezug gesetzt zu deiner Mutter, und immer wieder so formuliert, daß sie das als Anlaß genommen hat, für ihre Erkrankung, Sucht usw. Das mag so sein, aber auch nicht. Andere Kinder ziehen auch aus, und die Eltern müssen nicht in die Psychiatrie. Es ist ihr Weg. Es ist ihre Entscheidung mit allerlei Lebensumständen so umzugehen, wie sie es eben tut. Das hat nichts mit dir zu tun, und du brauchst dir diese Schuhe nicht anzuziehen.

    Wenn sie nicht einsichtig ist in ihren Alkoholismus und von sich aus einen Entzug machen möchte, ist jeglicher Zwang von außen völlig sinnlos. Der Rückfall wäre vorprogrammiert.

    Du kannst hier nur für DICH etwas tun. Nicht für sie. Hier kannst du öfter mal lesen: die beste Hilfe für einen Alkoholiker ist Nicht-Hilfe. Das hört sich erst mal egoistisch und unmenschlich an. Aber andererseits ist es so, daß wenn sie ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht, daß sie dann evtl. aus sich selber heraus etwas verändern möchte, für sich. Also ist Nicht-Eingreifen und Rückzug deinerseits vielleicht eine Chance für sie...

    Wie auch immer, du bist gerade mal 28, du studierst, dein Leben liegt vor dir. Merkst du was? Wo sind deine Prioritäten?

    Grüße, Linde


    P.S. was heißt denn bei dir untendrunter immer 'BA', interessiert mich...

    Hallo Esme,

    mir hilfe es, den allerkleinsten Impulsen in mir nachzugeben.

    Wenn ich mich bedeutungsschwanger hinhocke und nachdenke, was ich jetzt alles tun und angehen und ändern und anfangen und zu Ende bringen und sortieren und gestalten . . . . müßte, dann bin ich erschlagen, bevor ich überhaupt angefangen habe! :wink:

    Mit den kleinsten Impulsen meine ich: ein Hauch einer Ahnung von z. B. jetzt wäre ein Spaziergang schön: also geh ich paar Schritte vor die Tür, mal gucken, wie weit ich gehe, brauchen ja nur paar Minuten sein.

    Oder malen, dann nehm ich nen Stift und kritzel bissel, wer sagt, daß das ein riesentolles Bild werden muß?

    Oder aufräumen. Dann tue ich irgendwas von A nach B. und fertig. Morgen ist doch auch noch ein Tag, oder heute abend oder in 10 Minuten.

    Wenn ich Lust auf duschen habe nachts um 1:15, dann mach ich das, warum nicht? Ich hab auch schon nachts um 12 das Wohnzimmerfenster geputzt, weil ich Bock darauf hatte... ja und? War lustig. Und morgens war's toll...

    Einfach machen, was in dir drin grad dran ist zu machen, so schräg das auch immer ist...

    auch mal bissel spielen, spielerisch an eine Sache rangehen hilft auch. Aus Spiel wird Probehandeln, aus Probehandeln wird Handeln.

    Nicht so viel denken, warum weshalb wieso, wieviel schon mal gar nicht. Einfach tun, egal was, egal wie skurril, in Bewegung kommen. Morgens um 5 joggen, warum nicht? oder nachts um 23 Uhr Sterne gucken? toll. Bei Siffwetter spazieren gehen und durch jede, aber auch wirklich jede Pfütze trampeln.

    Einfach machen, dann kommt Bewegung rein und mal das Hirn ausschalten, dann gibt's Platz für neue bisher ungedachte Gedanken...

    Mal bissel ver-rückt sein. Ver-rückt mit Bindestrich! Sich selber verrücken in unbekannte Richtungen, wer weiß, ob's einem da nicht besser geht, wie auf den ausgelatschten bekannten Trampelpfaden...


    Linde

    Hallo liebe Heike,

    das was du da heute gesehen und erlebt hast, das hört sich an wie ein fürchterlicher Alptraum.

    Ich wünsche mir für dich, daß du es als Wendepunkt in DEINEM Leben ansehen kannst.

    Du kannst dich jetzt mit all deiner Energie um dich selber kümmern und die Weichen für dich stellen.
    Was er macht, das ist seins...


    Und wann immer du 'schwächelst' - denk an das Katerchen!!!

    Liebe Grüße, Linde

    Liebes Käferchen u. alle hier,

    mir geht's da grad richtig gut damit, mich als EKA in so vielem wiederzufinden. Und das Tollste ist die Entdeckung, daß vieles, was mal aus der Not heraus vom kleinen LindeKind zum Überleben entwickelt worden ist, mir jetzt als Erwachsene gut, gut helfen kann im Alltag. Echt toll.

    Ewige Jahre lang hab ich mich gefühlt, wie wenn ich die Arschkarte gezogen hätte mit meiner Biographie. Elisabeth Kübler-Ross schrieb mal so ungefähr, ich sag's mal mit meinen Worten: nimm die Schei**e und verwende sie als Dünger! - Ich hab so viel davon, da kann Linde bis in den Himmel wachsen, hihi.

    Danke für diesen Thread.

    Linde

    Hallo Manfred!

    Bist du wieder fit mittlerweile? Wie geht's deiner Hand?

    Ich habe heute frei und konnte beim Atemkurs mitmachen. Atemübungen nach Ilse Middendorf, das mache ich schon seit über 15 Jahren. Jedenfalls waren heute Übungen dran für Hände und Füße. Es sind Achtsamkeitsübungen, ein Lauschen nach Innen. Wo spüre ich Atem, Atembewegung, wo tut es weh, wo sind Räume, wie geht es mir in mir drin, was passiert, wenn ich winzige Bewegungsimpulse setze...?

    Ja, dann kam ich an meine rechte Hand, und das war bissel gruselig. Ich war so spürig, daß es mir vorkam, als ob ich die Knochenfragmente der zerbrochenen Hand alle einzeln spüre, jede Platte, jede Schraube, die Narbe. Der Unfall ist schon 3/4 Jahr her, aber heute früh war alles so präsent...

    Am Ende der 1 1/2 Stunden ging es mir wieder gut, ich fühlte mich innerlich 'rund' an. Hinspüren was da ist, auch wenn es sich erst mal schwierig oder beängstigend anfühlt, dann löst es sich auf. Und so war es bei mir heute morgen auch. Es ist ja so, daß der Arm tatsächlich zerbröselt war, aber inzwischen bekomme ich zunehmend wieder Vertrauen in meine Beweglichkeit und in meine Belastbarkeit. Nur ab und zu spüre ich noch die Bremse in mir - und die sitzt im Kopf, nicht im Arm!

    Selbstheilungskräfte sind etwas Wunderbares.

    Liebe Grüße, Linde

    eine Woche... :roll::shock::lol:

    Halte durch! und nachts hilft Ohropax...

    Ach so, direkt während der Rolligkeit sollte man nicht operieren aus folgendem Grund: die Organe sind während der Rolligkeit sehr stark durchblutet. Wenn man nun operiert ist das Risiko von Nachblutungen zu groß, daher wartet ein verantwortungsvoller Tierarzt die paar Tage ab, bis sich die Organe wieder rückgebildet haben.

    Und trotz lieblicher Frühlingstemperaturen: Türen, Fenster zu, sonst isse weg! Die Hormone sind stärker...

    Linde

    Hallo Lillith,

    ja, es wird Frühling, das Mädel ist im besten Alter, die erste Rolligkeit ist da...

    Wenn sie zur Zeit raus darf, kannst du davon ausgehen, daß sie geschwängert werden wird, also paß gut auf sie auf. Dein Tierarzt kann dir alles über Kastration erklären.

    Ach ja: Sterilisiert wird nicht bei Katzen, das wäre eine Unterbrechung der Eileiter. Die Katzen würden weiter rollig werden mit all den Begleitumständen. Davon hatten wir es ja bei den Katers neulich auch schon...

    Der Tierarzt kastriert die Katze, bei der OP wird die Katze seitlich rasiert, 1cm geschnitten und durch die seitliche Bauchdecke beide Eierstöcke entfernt. Ist ein Routineeingriff, dauert nicht lange und verheilt prima.

    Wichtig ist, daß die Katze vor der OP nüchtern ist, weil als Nebenwirkung des Narkosemittels Brechreiz kommen kann.

    Laß dich am besten von deinem Tierarzt/ärztin beraten, wann das gemacht werden sollte. Dann hast du und deine Katze Ruhe und noch 12 bis 15 schöne Jahre liegen vor euch. Unkastrierte Katzen, wie auch unkastrierte Kater, werden nicht so alt, meistens werden sie überfahren bzw. bekommen Infektionskrankheiten durch Bisse od. den Deckakt.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Käferchen!

    Delegieren ist das Zauberwort! Recht hast du! grins, und vielleicht mag ja wirklich jemand.


    Apropos delegieren:

    Als EKA bin ich eine prima Arbeitnehmerin! Ich nehme mir gerne und viel und viel zu viel Arbeit und Verantwortung, denn ich mache es lieber selber, als daß es nicht oder vermeintlich nicht so gut gemacht wird, wie ich es schnell und gut und überhaupt mache...!

    Oh Mann, das hab ich schon länger her mal durchschaut, und dann tunlichst bleiben lassen!

    EKA sind die, die Verantwortung übernehmen, weil sie als Kind schon Verantwortung übernommen haben in einer Familie, in der die Erwachsenen das eben nicht taten. Und einer muß ja den Laden schmeißen...

    Ich reagiere oft der Situation völlig unangemessen, wenn plötzlich etwas anders abläuft als geplant, dann ist es, wie wenn mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Ich hab es gerne übersichtlich und vorhersehbar, sonst komme ich ins Schwimmen, Trudeln. Panik.

    Das ist wohl ein Überbleibsel der alten Panik, die sich einstellte, wenn ich als Kind mich nie, aber auch wirklich nie auf irgendwas verlassen konnte, das brachte mich oft an den Rand meiner kleinen Existenz...

    In Beziehungen wurde das später zum Problem, weil ich immer alles überschaubar, planbar, kontrollierbar haben/halten wollte. Der Partner reagierte verständnislos bzw. fühlte sich eingeengt. Und ich raffte nicht, daß es da um etwas gaaanz altes ging.

    Heute ist heute und heute habe ich es immer noch gerne überschaubar, aber ich kriege nimmer so schnell Panik, ich kann alt und aktuell trennen und angemessener mit solchen Situationen umgehen, als noch vor wenigen Jahren.


    Linde


    P.S. @ Käferchen, wer vorschlägt, der darf...  :wink::lol:8)

    Ich hab als Kind nahezu hellseherische Fähigkeiten entwickelt, wie die Lage daheim ist. Was geht grad ab, wer mit wem, wer gegen wen, warum weshalb wieso, und vor allem wie viel. Hatte alles mit dem Überleben zu tun. Ich sammelte möglichst viele Info's, um irgendwie in diesem Chaos von Sucht und Mißbrauch zu überleben.

    Heute kommt mir diese Fähigkeit zu Gute. Ich kann sehr schnell Zusammenhänge erkennen, Dinge miteinander in Bezug setzen. Ich kann leicht rekonstruieren, was los war. Und ich kann leicht abschätzen, wie sich etwas voraussichtlich entwickeln wird. Ich hab einen guten Blick für Details. Ich nehme bei Menschen vieles wahr, es ist wie wenn ich zwischen den Zeilen lesen würde.

    Alte Überlebensstrategie, aber heute kann ich sie oft echt gut gebrauchen!

    Linde

    Hallo Harry,

    hab Dank für deine liebe Antwort.

    Weißt du, wenn man sich auf weite Reisen begibt, und die Reise in die Vergangenheit ist so eine, dann ist es gut, wenn man einen Ort hat, an den man gerne zurückkommt.

    Dein Thread hier mag so ein sicherer geborgener guter Ort für dich sein. Das wünsche ich dir. Bei mir ist es so geworden hier. Manchmal düse ich ins Universum, manchmal bin ich bei den kleinsten Teilchen unterwegs und im Moment bin ich oft bei den frühesten Anfängen unterwegs..., aber bei allem fühle ich mich gut geerdet. Nicht daß ich auf meinen Reisen ins Innerste verloren gehe...

    Alles Liebe,

    Linde

    Hallo Heike,

    du hast geschrieben

    Zitat

    es ist alles bei mir angekommen,auch wenn ich nach wie vor total traurig bin und innerlich nach einem *warum* suche


    Weißt du, du darfst auch traurig sein. Du darfst auch mit einem Auge nach dem "Warum" suchen.

    Aber mit dem anderen Auge kannst du derweil nach neuen Wegen Ausschau halten.

    Interessant ist das mit dem Frauenverschleiß und den Schlägen... Also liegt das Scheitern der Beziehungen nicht in der vermeintlichen Unfähigkeit der Frauen begründet oder ihrem mangelnden Einsatz... Man kann mit einem nassen Alkoholiker keine Beziehung führen, denn er führt ja schon eine: er hat sich für die Flasche entschieden und nicht für den Menschen vor seiner Nase. Leider ist das so. Darüber kann man traurig sein.

    Aber wie gesagt, halte Ausschau nach DEINEM Weg. Schön, daß du hier bist und hier schreibst.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Heike,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Du schreibst:

    Zitat

    ich weiss das alle mühe die ich in ihm stecke verlorene zeit ist.

    Das siehst du völlig richtig. Auch wenn das für dich erst mal schwer ist, so "egoistisch" zu denken. Es ist wirklich verlorene Zeit, denn er könnte, wenn er wollte selber etwas für sich tun. Will er aber nicht. Das hast du zu akzeptieren.


    Das entscheidende ist, daß du deine Kraft nimmst, und sie nicht mehr in ihn, sondern in dich und dein Leben steckst. Die Mühe und Kraft, die du in DICH steckst, die ist nämlich keine verlorene Zeit, sondern gewonnene Zeit FÜR DICH.

    Denke nicht, daß das was mit Egoismus zu tun hat, es ist einfach DEIN Leben, für das du verantwortich bist. Du bist nicht für sein Wohl und Wehe verantwortlich, sondern nur und ausschließlich für dich.


    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Löwenherz,

    jetzt hab ich ganz neugierig mal bei dir reingeschaut, nach deinem Besuch bei mir!

    Bei dir isses die Schwester, bei mir der Bruder...

    Mein Bruder ist Co und selber mehrfachsüchtig (trockener Alkoholiker, aber die Sucht auf anderes verlagert). Ich weiß nicht, wie viel du bei mir gelesen hast. Jedenfalls war das letzte Jahr auch das Jahr der Trennung von meiner Herkunftsfamilie. Und da gehört ja auch der Bruder dazu. So schwer wie bei ihm ist es mir mit keinem anderen gefallen.

    Er hat sich total mit unseren suchtkranken Eltern identifiziert, wurde zu ihren größen Fürsprecher. War schwierig für mich zu verstehen. Es gab Gespräche mit ihm, aber bei ihm keinerlei Bewegung im Denken und Fühlen. Also wählte ich den Abstand, sonst hätte mich sein Verhalten immer und immer wieder verletzt.

    Jetzt geht es mir gut. Ich bin frei. Suchtfrei. Suchtstrukturfrei. War ein langer Weg dahin. Ich bin froh, daß ich mich für mich und mein Leben entschieden habe. Die Sucht bei den einzelnen Familienmitgliedern ist wie ein schwarzes Loch. Es hat mich in sich aufsaugen wollen, hat mir jegliche Kraft geraubt. Hat mich daran gehindert, mein eigenes Leben lebendig zu gestalten.

    Jetzt habe ich mich für mich entschieden. Das heißt noch lange nicht, daß jetzt alles locker lustig ist, nein, sicher nicht. Aber ich habe die Möglichkeit, alles so zu machen, wie ich es gerne hätte, in meinem Tempo, mit den Leuten, die mir gut tun, mit Beschäftigungen, die mir gut tun... Alles ohne das Bauchweh, daß ein suchtkrankes Umfeld bei mir immer ausgelöst hat.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo liebe caro!

    Im Körpergedächtnis sind ALLE alten Gefühle, alle alten Erfahrungen gespeichert. Selbst wenn sich dein Kopf nicht konkret an etwas erinnern kann, dein Körper hat die Info gespeichert. (z. B. Ducken bei Schlägen, Magenkrämpfe bei Dauerstreß und Angst, angestaute Wut, die damals nicht rausdurfte oder eben Zähnezusammenbeißen u. Durchhalten des kleinen Mädchens das du mal warst).

    Wenn nun heute durch so eine Situation wie in dieser Nacht dieses besagte 'Türchen' in die Vergangenheit aufgeht, dann erinnert sich vielleicht dein Kopf an die ALTEN Ängste, die ALTE Verlassenheit, deine ALTE Wut. Aber auch der Körper empfindet mit und zeigt dir das in seiner Sprache: der Körper- bzw. Symptomsprache.

    Ich kann mir gut vorstellen, daß dein inneres Kind mit all seinen damaligen körperlichen Reaktionen sich gestern gemeldet hat. Du schreibst ja selbst:

    Zitat

    das was da in mir ist...ein kleines mädchen
    welches es nicht anders kennt als stark zu sein

    Und genau dieses Kind hat ja damals auch die Zähne zusammengebissen...

    Wenn man also heute diese Symptome wahrnimmt als Botschaft des inneren Kindes, dann kann man heute dem inneren Kind helfen. Ihm all das geben, was ihm fehlt. Und dann gehen auch die körperlichen Symptome weg.


    Ich hab das schon so oft selbst erlebt.

    Liebe Grüße, Linde

    Ja, kümmer dich um dein kleines Mädchen.


    Die Verspannugen im Gesicht, da melden sich wohl ALTE, sehr, sehr alte Spannungen... hinspüren und loslassen,

    dein Ausatem entweicht durch die Fußsohlen,

    und bei jedem Austatem entweicht ein bißchen der Spannung aus deinem Körper in die Erde unter deinen Fußsohlen.


    Schrei ins Kopfkissen... wenn du magst.


    Linde

    Hallo liebe caro!

    Sei tief im Innersten gewiß, daß da nur soviel hochkommt, wie du auch jetzt verarbeiten kannst. Auch wenn jetzt die Tränen fließen und du wegen der vielen Gefühle, die auf einmal da sind, völlig durcheinander bist.

    Weißt du, solche Gefühle wie Wut, die wir als Kinder ja nicht zeigen durften, die kommen erst dann hoch, wenn wir innerlich stabil sind. Es ist also als Zeichen deiner Heilung, deiner Stabilisierung, deiner Fortschritte zu sehen, wenn so ein jahrelang verbanntes Gefühl sich endlich an die Oberfläche wagt.

    Du hast deinen Sohn auf wunderbare Weise begleitet. Und ein inneres Kind in dir mag diese Situation mit der ALTEN Situation verglichen haben, und dann ging ein Türchen auf...

    Jetzt tut es weh, vielleicht ist es die Erinnerung an das ALTE Gefühl des Alleingelassenwerdens, dann lasse die Tränen fließen und tue dir was Gutes. Wenn die Traurigkeit gelebt werden will, dann ist das so, das können wir uns nicht aussuchen.

    Und wenn die Wut kommt, dann will auch die gelebt werden, das ist dann so und dann will sie raus! Mach, was dir einfällt, so skurril das auch ist. Hauptsache raus damit.

    Wut und Trauer sind Gefühle von unserer riesigen Gefühlspalette, leb sie einfach, und dann kommen auch schon die nächsten Gefühle hoch, vielleicht Freude oder Erleichterung. Magst du noch einen Spaziergang machen? Paar Schritte an der Luft tun manchmal gut, bissel Abstand, bissel Bewegung und schon geht's wieder besser.

    Alles Liebe, Linde

    Hallo Manfred,

    ich kenn das auch. Mir ist aufgefallen, daß es nicht wirklich eine Rolle spielt, ob die neuen Erfahrungen positiv oder negativ besetzt sind, die Reaktion ist oft ähnlich: abends brauche ich erstmal eine ganze Weile, um runterzukommen. Oft geistere ich bis 2 Uhr nachts noch im Häuslein umher, lese, mache irgendwas.

    Aber der Körper holt sich den fehlenden Schlaf wieder. Und inzwischen kenne ich ja die Zusammenhänge. Und die Müdigkeit und Erschöpfung, wodurch auch immer sie ausgelöst wurden, die lösen dann keine destruktive Kettenreaktion mehr aus, so wie früher öfters. Da war ich einfach müde oder hungrig und kam unglaublich rasch in eine Grundsatz-Geschichte mit mir selber rein... ziemlich destruktiv. Aber zum Glück ist das vorbei.


    Liebe Grüße, Linde