Hallo Manfred!
Da ist ja einiges in Bewegung gekommen.
Du schreibst von Schlachten, und daß er losgeht, der letzte Krieg
. Hört sich martialisch an, aber ich kann es gut nachempfinden, wie es gemeint ist. 
In alkoholkranken Familien werden die ganz normalen, unvermeidlichen Kämpfe eben nicht da ausgetragen wo sie hingehören, nämlich draußen! Da wird nicht miteinander diskutiert und um einen gemeinsamen Nenner gerungen.
Grabenkämpfe gibt es und vermintes Gelände. Heimtückische Übergriffigkeiten und Grenzverletzungen. Dann beginnt die Verlagerung ins Innere. Alles, alles spielt sich dann im Inneren ab, selbst wenn es 'draußen' laut zugeht und geschrien wird. Selbst wenn man Kilometer Luftlinie dazwischen hat.
Die Kampfzone verlagert sich in den eigenen Körper hinein. Da gibt es Magenschmerzen bis zum Durchbruch. Rückenschmerzen bis kein Rückgrat mehr da ist und man nicht mehr aufrecht stehen kann. Da gibt es selbstverletztendes Verhalten, damit man überhaupt noch etwas spürt, nach alle den Schlägen und Grenzverletzungen. Man frißt sich 1000 Kilo Fett an als Schutzwall oder verweigert die Aufnahme, damit man ja nichts mehr in sich reinlassen muß. Man somatisiert.
Wie gut es dann ist, den Kampf da zu führen, wo er hingehört: draußen.
Brief schreiben, sms schicken, Postkarte schicken, anrufen, Zettel in den Briefkasten werfen, nachts die Hauswand mit knallroter Buchstaben bespühen
(naja, nicht ganz ernst gemeint!), sie an einem neutralen Ort treffen und ihnen sagen was zu sagen ist, oder aber einfach schweigen und weglasssen. Es ist egal. Hauptsache es ist deins. Es geht um dich.
Brief schreiben ist gut, Kopie machen nicht vergessen. 
Alles ist besser, als es nicht zu versuchen.
Auf in die Schlacht. Wann immer dir danach ist.
Liebe Grüße,
Linde