Beiträge von Linde66

    Hallo Nina,

    ich wage mich da nicht, dir irgendeine Richtung zu empfehlen, aber eines möchte ich hier ganz vorsichtig trotzdem sagen:

    Auch 1 Stunde nüchtern ist er trotzdem Alkoholiker. Und lebt den Kindern die Suchtstukturmuster vor.

    Alkoholiker ist man immer: nass, nüchtern oder trocken. Ich finde, nur wenn einer trocken DENKT, trocken IST und trocken LEBT, kann er ein wirklich guter Vater sein.

    Linde


    P.S. wenn du magst, lies mal die letzten paar Seiten bei Roa (EK), die hat da ein vergleichbares Thema im Moment

    Hi Nina,

    du BIST doch gar nicht ratlos! Du WEISST doch schon die nächsten Schritte!

    Ruf an!

    Das mit dem Co ist so eine Sache. Wenn du jetzt geschrieben hättest:

    "nee, ich ruf nicht an, was sagen dann die Leute, und wie steh ich dann da, und das kann ich ihm doch nicht antun, und ich geb ihm die 398. Chance, und das wird alles von selber...." dann hätte ich gesagt: Co.

    Aber hier tust du ja nicht seine Erkrankung decken oder sowas, sondern du tust was für die Kinder, speziell für den Sohn.

    Als Co muß man rauskommen immer etwas für den Alkoholiker zu tun. Stattdessen muß man den Fokus wieder auf sich selber richten, sein eigenes Leben wieder in die Hand nehmen, für sich selber die Verantwortung übernehmen.

    Aber für minderjährige Kinder ist man verantwortlich ab der Sekunde, wo man ihr Leid mitbekommt. Ich wollte, bei mir selber hätte damals auch nur ein Erwachsener zum Telefonhörer gegriffen! Mir wäre einiges erspart geblieben. So haben sie alle gewußt und geschwiegen...

    Hör auf deinen Bauch. Wenn du die Kinder schützt ist das nicht Co., sondern verantwortungsbewußt. Und dann kommt's ja immer noch auf den Ton an, wenn du mit den entsprechenden Leuten dort redest. Wenn die merken, daß deine Motivation nicht Rache oder sowas ist, sondern echte Sorge, dann können die das auch annehmen.

    Ach ja, die Polizei 'merkt' sich auch Autonummern... vorbeugend... und guckt dann einfach mal so ins Seitenfenster zur Schnüffelprobe.

    LG, Linde

    Hallo Nina,

    wie wäre es nachher, wenn er sich auf der Heimreise befindet, mit einem kleinen Tipp an die netten grüngekleideten Herren? Einmal pusten, Führerschein weg. Und sein Sohn braucht nicht wieder in co-abhängiges Verhalten reinzugehen!!

    Sein Vater verhält sich verantwortungslos, das gehört zu seiner Sucht dazu. Du selber kannst ihn ja auch nicht vom Saufen abhalten. Wenn er nicht will, aus sich selber heraus, dann will er nicht.

    Ruf die Polizei an, die können mit sowas sehr gut umgehen. Die wissen, worum es geht. Das wäre mein Vorschlag.

    Ich denke im Moment hauptsächlich an die Kinder. Lieber momentan gar keinen Vater als einen besoffenen, der sie zulallt und noch dazu in Lebensgefahr bringt. Und dann mit den Kindern über die Krankheit reden. Den wichtigsten Schritt hast du ja schon gemacht: du hast begonnen, dich abzugrenzen.

    Alles Liebe, Linde

    Hallo liebe Nina,

    ich begrüße dich jetzt nochmal ganz herzlich in der Offenen. Lies dich ein hier, komm erst mal in Ruhe an.

    Dornröschen ist aufgewacht, war das nicht die, die 100 Jahre lang geschlafen hat? Da wird's ja Zeit! :wink: Und zum Aufwachen ist hier gar nicht mal der Schlechteste Ort. Hier sind schon viele aufgewacht...

    Schön, daß du gleich deinen eigenen Thread aufgemacht hast. Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Viele Grüße und einen schönen Montag,

    Linde

    Lieber Manfred!

    Also wenn ich mir einen Satz mal einrahmen und neben meinen PC stellen werde, dann ist es dieser:

    Zitat

    Ich bin sehr dankbar für die lieben Menschen in diesem Forum. Dass mir ein Ort im Internet so viel bedeuten könnte, hätte ich nie gedacht. Ich habe den Eindruck, es begegnen sich Seelen ohne Körper mit Äußerlichkeiten, die oft vom Wesentlichen ablenken.

    Dafür danke ich dir.

    Ich hoffe, daß es dir bald wieder gut geht. Andererseits ist so eine Zeit auch ein Signal von innen, es mal bissel langsamer angehen zu lassen. Ist halt manchmal so. Füße warmhalten, Wärmeflasche, viel trinken um die frechen Bazillen rauszuspülen 8) , schlafen, leise werden.

    Nicht wütend auf dich selber werden, weil du nicht 'funktionierst'! Das könnte eine verinnerlichte elterliche Stimme sein, die da in dir ärgerliche Dinge sagt. Du bist doch ein ganz Netter! Also sei doch mal nett zu dir! "Das ist ein Befehl! :lol: " würde Dani -knutscha- Summerdream jetzt sagen!

    Das mit dem 28.12. hab ich nicht gewußt. Kannst du uns da mehr drüber sagen? Ich nehme auf jeden Fall die Anregung auf, mein Kerzel brennt schon.

    Alles Liebe und gute Besserung von Linde

    Hallo Manfred!

    Da ist ja einiges in Bewegung gekommen.

    Du schreibst von Schlachten, und daß er losgeht, der letzte Krieg :shock: . Hört sich martialisch an, aber ich kann es gut nachempfinden, wie es gemeint ist. :wink:

    In alkoholkranken Familien werden die ganz normalen, unvermeidlichen Kämpfe eben nicht da ausgetragen wo sie hingehören, nämlich draußen! Da wird nicht miteinander diskutiert und um einen gemeinsamen Nenner gerungen.

    Grabenkämpfe gibt es und vermintes Gelände. Heimtückische Übergriffigkeiten und Grenzverletzungen. Dann beginnt die Verlagerung ins Innere. Alles, alles spielt sich dann im Inneren ab, selbst wenn es 'draußen' laut zugeht und geschrien wird. Selbst wenn man Kilometer Luftlinie dazwischen hat.

    Die Kampfzone verlagert sich in den eigenen Körper hinein. Da gibt es Magenschmerzen bis zum Durchbruch. Rückenschmerzen bis kein Rückgrat mehr da ist und man nicht mehr aufrecht stehen kann. Da gibt es selbstverletztendes Verhalten, damit man überhaupt noch etwas spürt, nach alle den Schlägen und Grenzverletzungen. Man frißt sich 1000 Kilo Fett an als Schutzwall oder verweigert die Aufnahme, damit man ja nichts mehr in sich reinlassen muß. Man somatisiert.

    Wie gut es dann ist, den Kampf da zu führen, wo er hingehört: draußen.

    Brief schreiben, sms schicken, Postkarte schicken, anrufen, Zettel in den Briefkasten werfen, nachts die Hauswand mit knallroter Buchstaben bespühen 8) (naja, nicht ganz ernst gemeint!), sie an einem neutralen Ort treffen und ihnen sagen was zu sagen ist, oder aber einfach schweigen und weglasssen. Es ist egal. Hauptsache es ist deins. Es geht um dich.

    Brief schreiben ist gut, Kopie machen nicht vergessen. :wink:

    Alles ist besser, als es nicht zu versuchen.

    Auf in die Schlacht. Wann immer dir danach ist.

    Liebe Grüße,

    Linde

    Hallo Tanja,

    dein Vater WIRD weiter abrutschen, so oder so. Also nimm dir ein Herz, nimm deine Beine in die Hand und gehe.

    Wenn dein Vater nicht aus sich selbst heraus seine Erkrankung zum Stoppen bringen will, wird ihn nichts und niemand, auch du durch deine Anwesenheit, davon abhalten können.

    Es hört sich vielleicht an wie Egoismus, wenn ich sage: Geh! Aber willst du wirklich mit ihm mitabrutschen? Oder willst du DEIN Leben leben?

    Er ist für sein Leben selbst verantwortlich. Wenn er möchte, kann er sich jegliche externe, professionelle Hilfe holen. Wir haben ja zum Glück ein gutes Netz und gute Ärzte.

    DU bist nicht für ihn zuständig. Du bist für DICH zuständig.

    Liebe Grüße, Linde.

    Zitat

    sobald ich nichts esse, habe ich etwas übersehen, etwas nicht für mich gut gelöst etc. Hast du das auch noch?

    Hallo Bopunty,

    um mal deine Frage zu beantworten: Sobald ich Freßdruck kriege, habe ich etwas übersehen...

    ich find's grad faszinierend: Eßsüchtige und eine Magersüchtige haben die gleichen Vokabeln.

    Aber das ist eigentlich logisch, denn allen Süchten zugrunde liegt das Suchtstrukturmuster, völlig wurscht, welche Sucht man hat.

    Klar habe ich nach überwundener Eßsucht noch manchmal Freßdruck gekriegt. Alle Warnlampen gehen auch heute noch an, beim leisesten Anzeichen dafür. Essen muß man als Freß- u. Magersüchtiger ja weiterhin, was heißt: WEGLASSEN, fernbleiben vom Küchentisch... geht alles nicht. Also: umgehen lernen mit der Suchtstruktur, Warnsignale des Körpers erahnen, den leisesten Druck bemerken und sofort hinschauen: Was ist genau jetzt hier los?

    Das ist Trockenheitsarbeit, diese Vokabel entnehme ich sehr gerne, treffender geht's nämlich nicht. Ich arbeite täglich an meiner Trockenheit. Ich begnüge mich nicht mit Fernsehabstinenz, Freßsuchtfreiheit usw., sondern ich will suchtstrukturfrei leben. Frei leben. Mein Leben leben.

    Linde

    Zitat

    Mmmh, ja, ich weiß! Ist eher ein Kriegsnebenschauplatz, mit dem ich Frieden finden muss.


    Ja, Frauen machen oft ihren eigenen Körper zum Kriegsschauplatz - und das ist voll daneben!

    Ich weiß, wovon ich rede. Stattdessen sollten wir die "Kriege" da kämpfen, wo sie hingehören: draußen! Und wenn wir noch so sehr Angst davor haben.

    Ich konnte mich nicht abgrenzen. Also packte ich 25 Kilo Fett um mich herum. Und? Hat nichts gebracht außer Rücken- und Knieschmerzen. Und heute? Ich hab das Fett losgelassen, und grenze mich selber ab. Und je besser ich das hinkriege, desto weniger Angst habe ich. Und das mit dem sich gut fühlen und sinnlich fühlen und fraulich fühlen, das hat mir ja sooooooo Angst eingejagt anfangs, damit verband ich wer weiß was. Dauert halt alles seine Zeit, bis ich nicht mehr somatisieren musste und meinen Körper "vorschickte", sondern selber handlungsfähig wurde.

    Und den inneren Frieden hab ich dann mit der Zeit quasi geschenkt bekommen... :D

    Linde

    Hallo idrial 29,

    Tränen sind gut, da kommt etwas in Fluss...

    Komm einfach hier an, lese und schreibe weiter und es wird sich in dir drin sortieren.

    Ich bin sicher, daß du den Weg finden wirst, der für dich gut ist. Wenn diese 'bedeutungsschwangeren' Weihnachtstage rum sind, sieht die Welt auch wieder anders aus.

    Ich find's gut, wenn du dich bei einer Beratungsstelle informieren willst.

    Alles Liebe, Linde

    Hallo liebe Bopunty,

    Fellknäule sind das Beste, was einem passieren kann. Sie leben einfach so und das kann uns Vorbild sein. Mach's wie deine Katze und damit wirst du wahrscheinlich gut fahren...

    Und das andere: Leben hat Gewicht.


    Lieber Gruß, Linde

    Liebe Alpenrose!

    Dann wünsche ich dir nachträglich von ganzem Herzen alles, alles Gute zum Geburtstag! :lol:

    Diesen Geburtstag wirst du in deinem Leben ganz bestimmt nie vergessen, denn er ist der erste, den du hellwach und trocken erleben durftest. Das ist doch das größte Geschenk von allen. Ich freu mich für dich.

    Alles Liebe, Linde

    Liebe Lulija,

    ich denke gerade an dich, wie es dir wohl geht...

    Hab einen ruhigen Abend, das wünsche ich mir für dich. Und wenn außenherum alles zusammenstürzende Fassaden sind...,

    wichtig ist, daß in dir drin ein lebendiges kleines Inselchen der Ruhe ist.

    Vielleicht magst du dir ja ein Kerzel anzünden.


    Alles Liebe,

    Linde

    Ach Sibi,

    an dich hab ich heut auch denken müssen! Wenn du und deine Geschichte nicht gewesen wäre... Deine Offenheit hat mir damals Mut gemacht, hat mich im Innersten berührt, sodaß ich den Mut fand, mich anzumelden. Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Danke dir dafür.

    Ich wünsch dir, deiner Familie und natürlich auch dem kleinen Rennschuh alles, alles Liebe. Habt eine fröhliche Weihnacht.

    Vielleicht schaust du ja mal hier rein. Dann wäre ich gerne Mäuschen... :D

    Fühl dich umarmt, es ist ein besonderes Fest, das erste ohne Mama...

    Viele Grüße, Linde