Beiträge von Linde66

    Hallo Assi und Guten Abend!

    Ich hab die ganze Zeit bei dir mitgelesen und bin jetzt gerade richtig froh, wie alles bei euch gekommen ist! Der Stein, der dir vom Herzen gefallen ist, den hat man bis hierher aufdotzen gehört...! :wink:

    Jetzt erhol dich erst mal von dem ganzen Streß der letzten Zeit und komme zu dir. Wenn die Anspannung von dir abfällt, ist das für dich eine Chance, deine Position zu bestimmen. Du warst ja glasklar dazu entschlossen, deinen eigenen Weg zu gehen, wenn sie sich nicht gegen den Alkohol entscheidet. Das würde ich nicht aus den Augen verlieren.

    Du kannst die Zeit jetzt auch für dich nutzen, ohne schlechtes Gewissen. Sie hat ja jetzt professionelle Hilfe und sie weiß dich im Hintergrund. Ich weiß nicht, ob ich mich bei IHRER Therapie so arg einspannen lassen würde. Die Gefahr, daß die eigenen Co.-Anteile aktiviert werden ist ja vorhanden...

    Nach was ist es DIR denn jetzt?

    Lieber Gruß von Linde

    Hallo almacya!

    Zitat

    bei der Einkaufsliste stehen aber eindeutig die Lebensmittel im Vordergrund, sie würde jetzt nie zu mir sagen geh und kauf Wein.

    Sie braucht das ja auch nicht zu sagen, du funktionierst ja bisher, wie eine perfekte Co-Abhängige eben funktioniert! Der Alkoholiker drückt aufs entsprechende Knöpfchen - und sein Co rennt los.... Aufpassen!!

    Wie wäre es für dich, einfach nur die Lebensmittel einzukaufen und den Rest der Einkaufsliste einfach zu ignorieren?!

    Sie ist selber für sich verantwortlich. Schön, wenn sie mal ein Buch aufschlägt, weniger trinkt... Aber mach dir keine Illusionen. Bei Alkoholismus gibt es kein "weniger", sondern nur: nasser oder trockener Alkoholiker.

    Der Alkoholismus ist IHR Problem. Es ist verführerisch, sich durch anderer Leute Baustellen von seinen eigenen Baustellen ablenken zu lassen.

    Wie geht's dir mit der Trennung? Schau jetzt auf DICH, das ist jetzt das Wichtigste.

    Liebe Grüße von Linde

    Na, da bin ich ja mal gespannt auf heute Abend, was du zu erzählen hast! :wink:

    Ich habe gerade nochmal 'zurückgeblättert' und gelesen:

    Zitat

    Sie riet mir, irgend ein Ritual zu finden, um ihnen quasi "noch mal zu begegnen", um Abschied nehmen und loslassen zu können, sie sagte mir, dass das ganz, ganz wichtig für mich ist.

    Rituale finde ich sind was Wunderbares. Ich habe selbst schon welche gemacht. Es kann eine sehr kraftvolle Angelegenheit sein.

    Ich habe mal am Fluß gesessen, hatte Filzstifte dabei. Ich hab Steine in die Hand genommnen, mir die Maserung angeschaut, nachgetastet. Dann mit den Filzstiften die Steine beschriftet. Und sie dann, als es für mich so weit war, ins Wasser geworfen. Und damit die Erinnerungen, die Gefühle im übertragenen Sinn dem großen Fluß des Lebens übergeben... Es war ein Loslassen, ein Überlassen, ein Reinigen, ein Entlasten, ein Abschließen.

    Für jeden ist das anders. Man kann aus sich selbst heraus ein ganz eigenes der Situation angemessenes Ritual finden. Es ist wie ein Symbol. Worte und Gedanken wurden bei mir zu einer Handlung. Und danach konnte ich erleichtert weitergehen.

    Liebe Grüße von Linde

    Hallo liebe Gatita!

    Ich hab auch irgendwann gemerkt, daß ich während meiner letzten Beziehung nur noch auf der Warteposition dahinvegetierte. Ein würdeloser Zustand. Den hab ich ewig durchgehalten... Leider.

    Ich hatte eine Fernbeziehung. Kommt er am Wochenende oder nicht? Ruft er an? Kann ich jetzt rausgehen? Er könnte ja anrufen... Ich hab mich prophylaktisch auf stand-by reduziert! Immer in der Hoffnung, daß er die Starttaste drückt. Und wenn er das tat, bin ich gehüpft. Ich sag's ja: würdelos.

    Ich hab lang dazu gebraucht, bis ich so viel Selbstwertgefühl entwickelte, das zu beenden. Ich habe es nicht geschafft, es innerhalb der Beziehung zu verändern. Die ganze Beziehung ging auseinander. Ich hoffe, daß ich es in einer zukünftigen Beziehung besser hinkriegen werde! Aber im Moment fühle ich mich wohler allein (wobei ich ja nicht wirklich allein bin!). Ich möchte erst diese ganzen co-Muster besser durchschauen, damit ich nicht sofort wieder in sie zurückfalle, sowie der nächste potentielle Kandidat am Horizont erscheint.

    Seit ich hier lese habe ich erst gemerkt, was für einen Mist ich in der letzten Beziehung gebaut habe! Ich könnte ein Buch über co. und EK schreiben...

    Mittlerweile mache ich viel für mich selbst, und zwar NICHT um die Wartezeit bis zur nächsten Beziehung zu füllen, sondern weil ich es wirklich FÜR MICH machen will. Ich mache verrückte Sachen! Tagelange Fernwanderungen zum Beispiel. Alleine ÜBERALL hingehen, weil mich etwas interessiert und weiterbringt. Kunstausstellungen zum Beispiel.

    Nee, mein Leben ist eben keine Wartezeit, sondern MEINE Lebenszeit! Und ich habe nur diese eine Lebenszeit. Ich bin der wichtigste Mensch für mich selbst auf dieser riesigen Erdkugel! Und ich bin meine Partnerin, meine Ratgeberin, meine Trösterin, meine Freundin. Wer, wenn nicht ich selbst, kann mir alles geben, was ich brauche?! Wenn ich autark bin, dann BRAUCHE ich den Partner in der Beziehung nicht, dann ist es einfach eine Bereicherung, wenn er DA ist.

    Ich hab mich gefreut, als ich dich gelesen habe.

    Alles Liebe von Linde.

    Liebe Julia,

    ich habe die Erfahrung gemacht, daß man eine Art eingebauten Selbstschutz hat.

    Damit meine ich folgendes: Es kommt nur das hoch, was man auch bewältigen kann. Ich fand mich bei meiner Therapeutin immer sehr gut aufgehoben. Dort konnte ich ganz behutsam mich dem annähern, was gerade für mich "dran" war. Mal viel, mal wenig, mal etwas Aktuelles, mal etwas Uraltes.

    In der Therapie habe ich auch gelernt, WIE ich mit Erinnerungen und alten Erlebnissen gut umgehen kann. Ich fühle mich heute nicht mehr hilflos ausgeliefert. In der Therapiestunde, in dem Therapiezimmer ist es wie in einer anderen Welt, einer anderen Zeitzone. Ein Raum, eine Stunde nur für mich, wo ich geborgen bin und aufgefangen werde, was immer gerade los ist.

    Wenn man die Gefühle, die hochkommen immer wieder verdrängt, dann verschwinden sie ja nicht. Sie kommen bei der unpassendsten Gelegenheit wieder. Also ist es vielleicht besser, man sucht sich einen geschützten Rahmen, wo man einfach so sein darf, mit all den chaotischen Gefühlen. Mit Arbeitskollegen würde ich nicht so sehr ins Detail gehen.

    Ja, vergiß nicht zu essen und schau auf die vielen Kleinigkeiten, die dir JETZT gut tun: spazierengehen, lesen, Musikhören, ein Bad nehmen...

    Alles Liebe, Linde

    Liebe cauchemar,

    habe dich gerade gelesen und möchte dir mein herzliches Beileid aussprechen.

    Es ist so traurig. Mutter und Vater innerhalb so kurzer Zeit zu verlieren... Und daß sie dir keine Fragen mehr beantworten können, daß ihr nichts mehr klären könnt, das ist wirklich sehr schade.

    Fühl dich umarmt.

    Liebe Grüße von Linde

    Hallo Manfred!

    Wohnst du auf einer Nordseehallig, daß du mal eben aus dem Dachfenster schreien kannst...? 8) Hier bei mir im Dorf wären die Leuts wohl ein bissel shocked! :shock: Wie auch immer, du bist glaub ich wirklich an deiner Wut dran! Hört sich gut an, was du schreibst.

    Ich merke gerade, daß ich mir selber schwer tue damit, 'Wut in Energie für mich selber umwandeln' griffiger zu erklären. Gefühlsmäßig erfasse ich es, aber wie in Worte fassen..?

    Du schreibst:

    Zitat

    Für mich ist es immer wichtig, aus der Opferrolle herauszugehen, die mir eher wie Wut gegen mich vorkommt. Ich merke auch, dass mich Menschen, die sich in er Opferrolle eingenistet haben, äußerst aggressiv machen.

    Die zwei Ansatzpunkte sind glaube ich ziemlich gut.

    An anderen Menschen fällt einem viel früher und viel leichter etwas auf, was bei einem selbst AUCH Thema ist. Wenn du aggressiv reagierst, wenn jemand offensichtlich die Opferrolle lebt, dann geht genau da entlang DEIN Weg für DICH SELBST. Dann ist das DEIN Thema. Bei jemand anderem mit dem Thema kommst du leichter in Kontakt mit dem Tabu-Gefühl 'Aggression' als bei dir selbst. Den Mechanismus kenne ich gut von mir selbst!

    Den Zustand, in der Opferrolle zu verharren, beschreibst du sinngemäß mit Autoaggression ("Wut gegen mich"). Und genau das ist es ja auch! Wenn man wider besseren Wissens und gegen jedes Bauchgefühl in der Opferrolle verharrt, ohne wirklich noch Opfer zu sein, dann ist das ein freiwillig gewählter selbstschädigender Zustand.

    Fakt ist, daß du erwachsen bist, dein eigenes Leben lebst. Du bist kein Opfer mehr. Du schreibst ja von 'Opferrolle'. Ein Schauspieler spielt eine Rolle. Du könntest jede andere Rolle spielen! Du könntest aber auch ganz einfach DU SELBST sein! Von dir selbst durchdrungen bis in die Haarspitzen... (manchmal krieg ich das schon ganz gut hin, aber leider nicht durchgehend).

    Es kostet ja Kraft, eine Rolle zu spielen. Wenn diese Kraft, die in einem drin für diese Rolle gebunden ist, endlich frei wird - was dann auf einmal möglich ist...! Genau hier findet glaube ich die Umwandlung statt: die Energie wird nicht mehr gegen sich selbst gerichtet, sondern wird frei. Und ist damit nicht mehr gebunden zur Aufrechterhaltung eines uralten, scheinbar festzementierten Opferzustandes! Die freigewordene Energie kann jetzt FÜR einen selbst genutzt werden. Und Sport, Musik, Malerei usw. sind ja absolut positive Betätigungen, die einem weiterbringen!

    Hey, ich glaube, durch dein Nachfragen habe ich das für mich selber jetzt auch bissel klarer gekriegt! Danke! :)

    Du hast noch das Single-Dasein angesprochen. Ich bin auch Single, und ich genieße es. Austausch habe ich reichlich, du ja auch. Klar fehlt DIE one and only Bezugsperson... Andererseits finde ich die Freiheit toll. Am Anfang meines Threads habe ich darüber geschrieben. Ich sehe es als Chance. Ich lerne meine Stärken u. Schwächen besser kennen, ich bin nicht abgelenkt. Und vor allem kann ich mein unkonventionelles Leben leben... :wink:

    Tschüß bis bald,

    fahre jetzt zu einem Herbstgrillfest meiner Ex-Arbeitsstelle. Bin schon mal gespannt... und freu mich auch drauf, die alten Haudegen wiederzusehen.

    Linde

    Hallo liebe Zukunftsmusik!

    Das freut mich sehr für dich, daß du dich offensichtlich gut aufgehoben fühlst bei deiner Therapeutin! Wie die anderen auch schon geschrieben haben: jede Therapiestunde ist anders! Mal kam ich raus und war völlig erschöpft, aber manchmal aufgekratzt und voller Tatendrang...

    Deine quietschorange-farbene Couch paßt ja gut zum Herbst! Und als Deko für den Wohnzimmertisch emfehle ich Hokkaido-Kürbisse, grins!

    Ja, ich komm auch sehr gern ins Forum, tut mir auch gut.

    Liebe Grüße, bis bald, Linde

    Hi,

    ich kann dir nur raten, dich nicht dazu mißbrauchen zu lassen, für sie den Alk zu besorgen. Wenn sie trinken will, ist das ihre Entscheidung und dann soll sie sich das Zeug selbst besorgen.

    Bei mir kommt gerade die Wut hoch! Ich war 12 Jahre alt, lebte damals bei meiner nassen Patentante, die schickte mich auch immer in den Supermarkt, Whisky zu kaufen... Ätzend.

    Gruß, Linde

    Hallo übern Teich!

    Ganz kurzes, aber dickes Lob an dich!!!! :arrow: Egozentriert statt partnerfixiert! Da hat es offensichtlich so richtig 'klick' gemacht! Hab ich bis hierher gehört, grins. Das mit dem 'zentriert' hört sich sehr gut an, und die Quelle, die da mittendrin sprudelt ist etwas Wunderbares!

    Bis morgen, liebe Grüße von einer müden, friedlichen Linde

    Hallo Assi,

    hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, was ist, wenn sie tatsächlich wieder zur Tür hereinkommt?

    Wie willst du damit umgehen? Ich meine vor allem, wie es für DICH dann ist.

    Gruß, Linde

    Hallo liebe Lume!

    Dein Vater hat bei dir jegliche Grenzen überschritten. Das hatte nichts, aber wirklich absolut nichts mit normaler väterlicher Zärtlichkeit, Begrüßung oder sowas zu tun! Und auch die Tatsache, daß deine Mutter abends nicht da war, rechtfertigt in keinster Weise, daß er dich, seine Tochter benutzt hat um sein ominöses Zärtlichkeitsbedürfnis zu befriedigen.

    Dein Gefühl hat dir das damals ganz eindeutig und richtig signalisiert, daß du seine Übergriffigkeiten nicht willst. Du hattest deine Überlebensstategien wie z. B. schlafend stellen. Dein Körper reagierte mit Herzrasen und innerer Erstarrung... Weißt du, jedes Kind möchte ja Zärtlichkeiten der Eltern, es möchte begrüßt, gestreichelt, gehalten, liebkost werden. Das sind völlig normale kindliche Bedürfnisse. Was kein Kind dieser Erde möchte, sind sexuell motivierte Zärtlichkeiten.

    Ich weiß ja nicht, ob du je diese Dinge, die dir da aufgezwungen wurden in einer Therapie angesprochen hast. Ich habe eine Traumatherapie gemacht, um das alles zu verarbeiten was mir selbst widerfahren ist.

    Es ist halt leider so, daß all diese beklemmenden Erfahrungen in jeder einzelnen unserer Körperzellen gespeichert sind. Und wenn man HEUTE in eine vergleichbare, ähnliche Situation kommt kann es passieren, daß man wie in einer Zeitmaschine rückwärts saust! Und plötzlich findet man sich mit seinen ganzen Gefühlen in der ALTEN Situation wieder.

    So wie bei dir gerade geschehen: du hast ein Rendez-vous, alles scheint soweit o.k., dann scheinbar wie aus heiterem Himmel steigst du aus der eigentlich ganz netten Situation aus. Es ist, wie wenn in dir drin dieses kleine Mädchen sich wieder schlafend stellt...

    Ich kann deine Reaktion auf die Annäherung des netten jungen Mannes absolut nachvollziehen. Zwei Fragerichtungen kann man gehen: was möchte die heutige Lume, was braucht sie? Weiter in Kontakt mit dem jungen Mann bleiben, weiter vorsichtig annähern? Die andere Richtung ist: was braucht das kleine Mädchen Lume jetzt? Rückzug? Grenzen dicht machen? Abstand?

    Übergehe die Kleine nicht. Sie ist lange genug übergangen worden! Solange sich das Alte und das Neue gefühlsmäßig vermischen ist es echt nicht so einfach, normal und unbefangen zu flirten. Bei mir hat die alte Geschichte auch immer wieder in meine Beziehungen reingefunkt..

    Ich finde es sehr gut, daß du hier so offen geschrieben hast, was dich so verstört und verunsichert. Alles was du geschrieben hast kommt mir sooooo bekannt vor. Etwa vom 4 bis zum 17 Lebensjahr wurde ich von meinem Vater sexuell mißbraucht. Er war nüchtern, meine Mutter war daheim, allerdings betrunken. Bei einer Traumatherapeutin habe ich die alten Dinge ganz behutsam und vorsichtig anschauen können und habe gelernt, sie von heutigen Situationen zu trennen.


    Wie geht es dir heute abend?

    Viele Grüße von Linde

    Hallo Zukunftsmusik,

    wie schön, daß du dich gemeldet hast! Und du hörst dich zwischen den Zeilen schon etwas gefestigter an. Die Trauer will jetzt gelebt werden. Und trotz dieser überwältigenden Trauer hast du die wunderbare Fähigkeit, dich an Kleinigkeiten zu erfreuen. Der Besuch bei den Kindern hat dir offensichtlich gut getan.

    Du hast da was Interessantes geschrieben:

    Zitat

    dann sind die Abstürze in Trauer und Leid viel schmerzhafter als früher, aber später dann sicher auch Liebe und Glück echter und tiefer.

    Genau so ist es! Wenn die Tür mal auf ist für die Gefühle, dann erlebt man Krisen als sehr aufwühlend bzw. schmerzhaft. ABER: man ist auch viel genußfähiger, lebendiger, aufnahmefähiger für die kleinen Glücksmomente!

    Und genau da setzt du ja unbewußt an: deine Entscheidung unter die Leute zu gehen war "sonnenrichtig"! Überleg dir, was tut dir sonst noch gut, worauf kannst du zurückgreifen?

    Weißt du, bei der Trauer ist es so: der Weg da raus ist der Weg mittendurch. Du schreibst da etwas, was mich sehr nachdenklich gemacht hat, vor allem die Tatsache, daß du es ganz weit unten und in Klammern geschrieben hast:

    Zitat

    (und ich habe meinen Vater und meine Schwester verloren, was auch in der letzten Zeit alles irgendwie hochkommt und ich einen Weg finden möchte, endlich von ihnen Abschied zu nehmen, denn damals habe ich das relativ rasch weggesteckt (scheinbar))

    Die aktuelle Trauer scheint der Türöffner zu sein für eine alte Trauer, die auch gelebt werden muß. Vielleicht kannst du im Moment gerade - vielleicht zum erstenmal - die alten Tränen weinen?

    Gut ist, daß du nicht wie viele hier ewig auf eine Therapiesitzung warten mußt, sondern daß du gleich morgen 'loslegen' kannst.

    Lies weiter hier, schreib weiter, das hilft die Gefühle zu sortieren. So geht's mir auch. Ich schreib im Forumsbereich "Erwachsene Kinder". Im Moment bin ich Single, aber alle meine Beziehungen waren bisher beeinflußt durch mein co-abhängiges Verhalten.

    Liebe Grüße, Linde

    P.S.
    Ach ja, das Zitieren geht so: mit der li. Maustaste über die Zeilen gehen, die du zitieren willst. Dann mit re. anklicken und KOPIEREN auswählen. Danach gehst zu wieder zurück in den Text, den du gerade schreibst. Oben klickst du QUOTE an, dann mit der re. Maustaste klicken und auf EINFÜGEN gehen. Danach nochmal oben QUOTE anklicken. Dann erscheint dein Zitat und ist eingerahmt vorne u. hinten mit Quote. Dann einfach weiterschreiben. Viel Erfolg!

    Hallo Pantari!

    Auch von mir "Herzlich Willkommen" hier im Forum! Was du beschreibst spielt sich so oder so ähnlich in sehr vielen Familien ab. Wenn du dich durch die Threads hier liest, wirst du viele Ähnlichkeiten entdecken.

    Was ich sehr gut finde ist, daß du nicht mehr daheim wohnst! Bewahre dir diesen räumlichen Abstand gut. Und an dem inneren Abstand, der wirklich sehr wichtig ist, kannst du weiter arbeiten.

    Deine Eltern haben es in der Hand, ihre Situation selbst zu verändern. Wenn sie es weiter so laufen lassen wollen, ist das ihre Entscheidung! Vielleicht fühlen sie sich entwurzelt hier und sind daher so instabil und suchtanfällig. Wie auch immer, du solltest dich da heraus halten. DEIN Leben ist jetzt wichtig!

    Viele Grüße von Linde

    Im Forum kannst du dich mitteilen. Schreib dir einfach alles von der Seele.

    Hallo liebe Sibi,

    dann bleibt ja nur noch "Gute Reise" zu wünschen!!!! Noch einmal schlafen, dann ist es soweit! :D Dein Programm hört sich ja seeehr vielversprechend an!

    Zitat

    Komisch, dass ich immer erst merke was ich geleistet habe, wenn die Belastung weg ist. Wahrscheinlich ein EKA Merkmal, oder?

    Ich könnte mir vorstellen, daß das anderen Leuten so ähnlich geht. Wenn man mittendrin steckt, voll am Rödeln, da hat man ja gar keine Zeit zum Nachdenken... Um so besser, wenn du jetzt, wo du bissel zum Durchatmen kommst, dich und deine Leistungen wertschätzen kannst! Du hast dich wirklich sehr tapfer da durchgekämpft die letzten Wochen!

    Du hast Recht, wir haben hier ein gutes Netz. Wenn jemand wirklich Hilfe braucht und auch annehmen will, hat es hier ziemlich viele Angebote. Zum Hausrenovieren fiel mir noch ein, daß das ja auch eine Art Abschluß-Ritual werden kann für dich.

    Also Sibi, lass es dir gut gehen!

    Bin schon jetzt gespannt, was du uns berichten wirst!

    Linde

    Zur freien Auswahl:

    Holz hacken - 1 Std. joggen - 1 1/2 Std. walken - Blumen umtopfen -
    Unkraut ausreißen - Straße kehren - TANZEN! - wilde große Bilder malen - singen - Elektrozaun f. meine Tiere umstecken - staubsaugen - Steine in den Fluß werfen (kann man auch vorher mit Filzstift beschriften..!) - 1 Std. radeln - in die Sauna gehen - Fenster putzen - 1 km schwimmen am Stück - Gartenbeete umgraben - flotter Spaziergang - Feuer machen - geschnittene Hecken in den Schredder stopfen - Boxsack - Sport aller Art ...

    Wohin mit meiner Wut? RAUS DAMIT! :wink:

    Ich hatte aber auch Zeiten, da habe ich einen Riesenstapel Zeitungen zerrissen, bis nachts um 3 oder 4 Uhr... Und ins Kopfkissen geschrien hab ich auch schon. Schreien geht auch gut im Auto. Fluchen, ausspucken, mit den Füßen aufstampfen, Steine vor sich herkicken.

    Bis auf den Boxsack hab ich alles im Repertoire. Irgendwie hab ich es hingekriegt, daß es nie destruktiv war, sondern ich einfach ruhig wurde/werde. Ausgetobt. Und in die innere Stille hinein kann dann mit der Zeit ein neues Gefühl hineinwachsen. Friede, Ruhe, Gelassenheit und vor allem Klarheit.

    Liebe Grüße zurück, Linde

    Hallo an alle,

    ich habe mir inzwischen den Film im Internet angeschaut.

    Erst dachte ich, daß ich so etwas trauriges, trostloses noch nie in meinem ganzen Leben gesehen habe.

    Dann kam auf einmal die Erinnerung hoch an meinen Opa. Bei ihm war es so ähnlich. Auch er hatte co-abhängige Familienangehörige, die um ihn gekreist sind und darüber ihr eigenes Leben vergessen haben. Er hat nie Entzug gemacht, geschweige denn eine Therapie. Und er ist jämmerlich verreckt, schreiend vor Schmerzen. Das war vor 32 Jahren. Ich war 10 Jahre alt. Mit mir und meinem kleinen Bruder hat nie jemand über das alles geredet.

    Ich hab bissel geweint - und es waren alte Tränen. Danke.

    Linde