Hallo Manfred!
Wohnst du auf einer Nordseehallig, daß du mal eben aus dem Dachfenster schreien kannst...?
Hier bei mir im Dorf wären die Leuts wohl ein bissel shocked!
Wie auch immer, du bist glaub ich wirklich an deiner Wut dran! Hört sich gut an, was du schreibst.
Ich merke gerade, daß ich mir selber schwer tue damit, 'Wut in Energie für mich selber umwandeln' griffiger zu erklären. Gefühlsmäßig erfasse ich es, aber wie in Worte fassen..?
Du schreibst:
Zitat
Für mich ist es immer wichtig, aus der Opferrolle herauszugehen, die mir eher wie Wut gegen mich vorkommt. Ich merke auch, dass mich Menschen, die sich in er Opferrolle eingenistet haben, äußerst aggressiv machen.
Die zwei Ansatzpunkte sind glaube ich ziemlich gut.
An anderen Menschen fällt einem viel früher und viel leichter etwas auf, was bei einem selbst AUCH Thema ist. Wenn du aggressiv reagierst, wenn jemand offensichtlich die Opferrolle lebt, dann geht genau da entlang DEIN Weg für DICH SELBST. Dann ist das DEIN Thema. Bei jemand anderem mit dem Thema kommst du leichter in Kontakt mit dem Tabu-Gefühl 'Aggression' als bei dir selbst. Den Mechanismus kenne ich gut von mir selbst!
Den Zustand, in der Opferrolle zu verharren, beschreibst du sinngemäß mit Autoaggression ("Wut gegen mich"). Und genau das ist es ja auch! Wenn man wider besseren Wissens und gegen jedes Bauchgefühl in der Opferrolle verharrt, ohne wirklich noch Opfer zu sein, dann ist das ein freiwillig gewählter selbstschädigender Zustand.
Fakt ist, daß du erwachsen bist, dein eigenes Leben lebst. Du bist kein Opfer mehr. Du schreibst ja von 'Opferrolle'. Ein Schauspieler spielt eine Rolle. Du könntest jede andere Rolle spielen! Du könntest aber auch ganz einfach DU SELBST sein! Von dir selbst durchdrungen bis in die Haarspitzen... (manchmal krieg ich das schon ganz gut hin, aber leider nicht durchgehend).
Es kostet ja Kraft, eine Rolle zu spielen. Wenn diese Kraft, die in einem drin für diese Rolle gebunden ist, endlich frei wird - was dann auf einmal möglich ist...! Genau hier findet glaube ich die Umwandlung statt: die Energie wird nicht mehr gegen sich selbst gerichtet, sondern wird frei. Und ist damit nicht mehr gebunden zur Aufrechterhaltung eines uralten, scheinbar festzementierten Opferzustandes! Die freigewordene Energie kann jetzt FÜR einen selbst genutzt werden. Und Sport, Musik, Malerei usw. sind ja absolut positive Betätigungen, die einem weiterbringen!
Hey, ich glaube, durch dein Nachfragen habe ich das für mich selber jetzt auch bissel klarer gekriegt! Danke! 
Du hast noch das Single-Dasein angesprochen. Ich bin auch Single, und ich genieße es. Austausch habe ich reichlich, du ja auch. Klar fehlt DIE one and only Bezugsperson... Andererseits finde ich die Freiheit toll. Am Anfang meines Threads habe ich darüber geschrieben. Ich sehe es als Chance. Ich lerne meine Stärken u. Schwächen besser kennen, ich bin nicht abgelenkt. Und vor allem kann ich mein unkonventionelles Leben leben... 
Tschüß bis bald,
fahre jetzt zu einem Herbstgrillfest meiner Ex-Arbeitsstelle. Bin schon mal gespannt... und freu mich auch drauf, die alten Haudegen wiederzusehen.
Linde