Beiträge von Linde66

    Hallo Gatita!

    Hey, du weißt doch, daß Männer bissel länger brauchen... Wenn der wirklich Interesse hat, wird er seinen Hi... in Bewegung setzen und sich bei dir melden! Wenn du jetzt schon anfängst ihm "hinterherzurennen", wirst du nie erfahren, ob er WIRKLICH Feuer gefangen hat!

    Mach's ihm schwer, laß ihn zappeln, sich abrackern! Du bist ne tolle Frau, sei anspruchsvoll! Wenn er nicht von selber in die Puschen kommt, dann isser nix für dich!

    Und die Zeit bis zum nächsten Rendez-vous ist keine Warte-Zeit, sondern DEINE Lebenszeit, die du besser für dich selber nutzt: schwimmen, lesen, keine Ahnung was sonst noch...

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    Fast nix geht schneller, als mich selbst runterzumachen, wenn ich mich nicht sofort bestätigt fühle.

    Co, ick hör dir tapsen! Bestätigung kriegst du wunderbar und sofort und ganz viel von DIR SELBER! grins. Da brauchst du niemanden dafür! Wie war das nochmal mit den Grundbausteinen für Co's? grins

    Wenn du dich nur halb so toll finden würdest, wie ich dich finde... :D

    Bin bissel wild drauf heute abend merke ich gerade. Ich schieb mal alles auf die Beule...

    Viele liebe Grüße, Linde

    Hallo Zukunftsmusik!

    Habe gerade entdeckt, daß du in einem neuen Thread weiterschreibst.

    Weißt du, nach jeder dunklen Nacht kommt ein neuer Tag. Das ist schon seit paar Millionen Jahren so. :wink: Ich will nicht flapsig rüberkommen, sondern ganz im Gegenteil dir bissel Mut machen.

    Laß dir Zeit zu trauern. Das Ende einer Liebe ist immer sehr schmerzhaft. Daß ihr noch zusammenlebt macht es halt schwer, davon Abstand zu kriegen. Du wirst ja ständig daran erinnert. Wie willst du das weiter handhaben mit dem Zusammenwohnen? Das tut dir doch weh und ist kein Dauerzustand.

    Was ich gut finde ist, daß du am Donnerstag zu deiner Therapeutin gehen kannst. So ein Gespräch kann sehr gut helfen, sich zu sortieren und so eine Art 'Fahrplan' zu erstellen.

    Ich drück dir die Daumen und wünsch dir, daß du bissel zur Ruhe kommst.

    Liebe Grüße von Linde

    Hallo Ihr beiden!

    Danke für die Rückmeldungen.

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    Von daher kann ich keinen Groll gegen "meinen Alki" formulieren. Er hat seine Krankheit und ich hab meine. Vielleicht haben sie sich gegenseitig potenziert, auf jeden Fall aber meine sehr deutlich werden lassen.

    Ich bin Single, "mein Alki" ist meine Mutter. Deswegen bin ich überwiegend im Erw. Kind - Bereich des Forums unterwegs. Was du schreibst Ette, hat mir geholfen etwas zu klären. Ich merke gerade, wie ich zunehmend gelassener werde! Und wie sich mein Focus wieder auf MICH richtet. Schönes Gefühl.

    Es hat sowas von: "danke Alki, daß ich an dieser Situation lernen konnte, daß ich co-abhängiges Verhalten zeige." Das DANKE meine ich nicht ironisch, sondern wirklich so: Ich lebte die Co-Abhängigkeit ja nicht nur der Mutter gegenüber, sondern jahrelang unbewußt in meinen Beziehungen. Durch die angesprochene Potenzierung hat es endlich bei mir Klick gemacht und ich hab das Grundmuster erkannt. Der erste Schritt ist gemacht, daß ich zukünftige Beziehungen ohne Co. leben kann.

    Es ist nicht einfach, sich mit den ganzen Mustern auseinanderzusetzen, manchmal sehr schmerzhaft sogar. Aber ich begreife es als Chance zu wachsen.

    Hey Zukunftsmusik, ich freu mich riesig, dich wieder zu lesen! Dachte schon, du hast dich ganz zurückgezogen. Die Kraft ist da, genau wie die Musik, wir müssen sie bloß rauslassen... :D

    So, ich geh mal wieder "rüber",

    liebe Grüße, Linde

    Hallo Manfred,

    schön wieder von dir zu hören!

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    und dann bekomme ich Schuldgefühle, was ich Schlimmes vorhabe.

    schreibst du. Du hast nichts Schlimmes vor! Du hast vor, DEIN Leben zu leben, nicht mehr und nicht weniger.

    In einem Buch hab ich mal gelesen, so ungefähr, "die Grundlage deiner Heilung ist dein Zorn!" Wut ist eines unserer vielen Gefühle. Man darf wütend sein! Man darf keine Leute um die Ecken bringen, aber man darf wirklich einmal wütend sein! Die Wut ist ein Zeichen dafür, wieviel Kraft und Lebensenergie in dir steckt. Wenn du dich von dieser Kraft tragen läßt, verwandelt sie sich in Energie, die du FÜR DICH nutzen kannst.

    So war es jedenfalls bei mir. Als ich endlich in Kontakt mit meiner Wut kam, da bekam ich erst mal Angst vor ihr. Ich dachte, wenn ich dieses Faß aufmache, dann kriege ich da nie wieder einen Deckel drauf... Aber es kam so, daß ich über die Wut zu meiner inneren Kraft gekommen bin. Und wofür ich DIE nutze, ist ja meine Angelegenheit! :D Ich kann mich damit aufhalten, sie gegen irgendwen/was einzusetzen, oder aber: ich kann sie FÜR MICH einsetzen.

    Ich find's klasse, daß du wütend bist! Und so ein Gebrodel an allen Ecken und Enden ist nach der langen Phase der Erstarrung vielleicht genau richtig...

    Liebe Grüße von Linde

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    Es ist aber DEINE Krankheit und damit hat dein Ex überhaupt nichts zu, außer dass er sie sichtbarer machte.

    Hallo Ette,

    verstehe ich dich richtig: die Co-Abhängigkeit war schon vor der Partnerschaft da und wurde in der Partnerschaft erst sichtbar?

    Mit deinem Beitrag hast du bei mir ein Dominosteinchen angetippt, aber ich kriege es noch nicht richtig klar... Ich bin ein erw. Kind. und frage mich, ob der völlige Kontaktabbruch sein MUSS, oder ob ich nicht meine Problematik unabhängig davon, ob Kontakt besteht oder nicht, für mich selber ausheilen kann.

    Nachdenkliche Grüße, Linde

    Hallo Sibi!

    Noch 3 x schlafen, dann isses soweit! :D Ich freu mich für dich.

    Mir geht's wieder gut! Hatte 2 Tage vorher eine größere Zahnaktion bei meiner Zahnärztin, vielleicht waren das noch die Nachwirkungen... und mein Job ist körperlich ziemlich anstrengend, da kam wohl beides zusammen.

    Liebe Grüße von Linde

    Hallo Theodor!

    Herzlich willkommen hier im Forum! Wenn du hier bei den anderen Threads liest, wirst du feststellen, daß es vielen anderen Kindern von Alkoholikern ähnlich geht wie dir. Auch sind viele Leute in deinem Alter hier, die gerade Abi machen, studieren oder in der Lehre sind.

    Durch den Austausch hier wirst du sicher viele Anregungen für dich herauslesen! Schreibe hier, lese hier und vieles wird sich für dich klären. Wir alle - egal wie alt! - sind Kinder von Alkoholikern, und jeder hat es dadurch nicht einfach, SEIN EIGENES Leben zu leben. Aber darum geht es ja! Der Gedankenaustausch hier kann dich dabei gut unterstützen.

    Wie du selbst geschrieben hast:

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    ich finde dies sehr traurig , da ich dagegen nichts machen kann und sie anscheinend auch keine hilfe will.

    Du kannst tatsächlich nichts bewirken. Deine Mutter hat keine Einsicht in ihr Verhalten. Sie kann vom Alkohol loskommen, aber nur wenn SIE SELBST das wirklich für sich will. Ich kann gut verstehen, wie traurig dich das alles macht.

    Was ich gut finde ist, daß du instinktiv spürst, wo DEIN Weg langgeht

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    da ich auch mein eigenens leben leben will ( mache zur zeit mein abi etc.)

    Konzentriere dich auf dein Abi, so gut das irgend geht im Moment. Und lebe dein "etc." aus! Freunde, Hobbies, Tiere... was immer das für dich ist.

    Nochmal herzlich willkommen hier und bis bald, Linde

    Hallo gatita,

    es ist sicher kein Zufall, daß du das Wort Freund in Anführungszeichen gesetzt hast... :wink: Nee, ich denke nicht, daß er einer ist. Er ist ein Mensch, der auf dein Helfersyndrom angehupst ist - oder du auf ihn, wie auch immer. Daß er Hilfe dringend nötig hat, steht außer Frage.

    Die entscheidende Frage ist, ob du dich weiter aussaugen läßt. Er zehrt an deiner Kraft, deiner Zeit, deinem Geld. Du bietest ihm das Rundumsorglospaket. Du fühlst dich toll, gebraucht, kompetent, hilfsbereit, das ist wohl Zeichen für das berühmt-berüchtigte Helfersyndrom einer Co., hast du ja schon identifiziert.

    Die beste Hilfe für ihn wird wohl sein, daß du deine Hilfe sofort einstellst. Erst dann hat er die Chance mal richtig tief runterzukommen, um dann aus eigener Kraft aufzustehen, oder eben liegen zu bleiben. Seine Entscheidung! Du verlängerst seine Sucht, indem zu ihm hilfst. Helfen muß und kann er sich nur selber.

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    Ist man als EKA denn ein Magnet??? Wie kann man die Anziehung neutralisieren?

    Das mit dem Magneten find ich ein wunderbares Bild! Ich hab mal was gelesen, weiß nicht mehr wo: da schrieb eine Frau über sich, daß sie in einem Raum mit 50 Männern binnen 5 Minuten garantiert den psychisch kaputtesten an der Backe hätte...


    Ich denke, das was man ausstrahlt, darauf kriegt man auch Antwort. Und solange man das alte Muster ausstrahlt, sprechen auch die entsprechend gepolten Menschen darauf an. Deswegen ist es so wichtig, an sich selbst zu arbeiten und das dann nach außen zu tragen. Mit Sicherheit kommt dann ein Mensch auf uns zu, der zu der neuen gatita bzw. Linde paßt.

    Majo, was du geschrieben hast, das macht richtig Mut! Ich hatte auch schon solche schlimmen Beziehungen. Und im Nachhinein frage ich mich, warum ich die nicht schneller beenden konnte... per sms oder sonstwie! Egal, nur raus aus diesen destruktiven Beziehungen.

    Grüße von Linde

    Hallo gatita!

    Kann deine Entscheidungsfindung gut verstehen. Manchmal braucht es einen konkreten Ortswechsel und manchmal braucht es einen Wechsel der Sichtweisen in uns drin. Manchmal fällt beides zusammen.

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    Ist auch für mich ein Zeichen der Befreiung, dass ich mich erst jetzt mit dem Thema meiner Kindheit und meiner Eltern auseinandersetzen kann.

    Und einer der Gründe, warum du das JETZT kannst, ist wohl die Entscheidung für deinen jetztigen Ort gewesen. Ein sonniger Ort genau in der richtigen Distanz zu den Dingen...

    Ich merke gerade heute abend wieder, wie wichtig der Abstand ist! Ich war wieder bei meinen Tieren, alles lief ausnahmsweise bestens. Bruder und Vater suchten dauernd das Gespräch über dieses und jenes. Kein Wort mehr über die ätzenden Gespräche vor ein paar Tagen. Merkte, daß sie etwas nervös waren. Jedenfalls ging es mir wieder mal ganz gut da, und schon komme ich ins schwimmen, ob meine Entscheidung richtig war... Diese Achterbahnfahrt strengt an. Und ich will, daß das aufhört. Das ewige hin und her macht mich fertig.

    Bin bissel durcheinander merke ich gerade. Linde

    Hallo Weitsicht,

    was du da beschreibst ist ja furchtbar! Gehirnwäsche der allerübelsten Art, durchgeführt von einem 'gefürchteten Gottesmann'...

    Schrecklich, vor allem unter dem Aspekt, daß diese Art des Religionsunterrichts flächendeckend verbreitet war. Da sind mehrere Generationen hintereinander nicht erzogen, sondern manipuliert worden. Zu ängstlichen, manipulierbaren, schweigenden, autoritätsfürchtenden, schamhaften Menschen degradiert worden.

    Zum Glück kannst du dich heute davon distanzieren und gehst deinen eigenen Weg!

    'religio', im Sinne von Rückbindung! Das ist ein spannender Weg. Und je weiter zurück, desto freier wird er. Die Katholischen haben ja die Religion nicht erfunden. Die war ja schon vorher da, ohne all die Angstmacherei und die bunte Verpackung.

    Ich war auch katholisch, allerdings nur auf dem Papier. Bis auf eine kurze Lebensspanne war ich nie direkt dem Einfluß einen Pfarrers ausgesetzt. Ich bin schon lange ausgetreten.

    Was ich so traurig finde ist, daß wir als Kinder immer und immer wieder solchen angstmachenden Situationen ausgesetzt wurden. Und obwohl jeder es wußte, wir vielleicht sogar irgendwie unsere Ängste artikulierten, hat uns keiner geholfen. Wir haben Schule, Krankenhaus, ein destruktives Elternhaus usw. überlebt, aber mit Knacks.

    Ich versuche, mich in einen größeren Zusammenhang einzubinden als es meine kleine begrenzte Welt ist. Vielleicht finde ich deswegen in der Natur so gut meinen inneren Frieden. Und kann die alten Wunden ausheilen... Komischerweise habe ich im Wald nie Angst!

    Grüße von Linde

    Hallo ihr beiden,

    ich war auch im KH als Säugling, da war ich gerade mal 6 Wochen alt. Wochenlang von ständig wechselndem Personal betreut, die Einsamkeit muß grenzenlos gewesen sein. Und das Ausgeliefertsein. Ich mag es mir heute gar nicht mehr vorstellen!

    Nee, Ängste sind es bei mir nicht, die mich plagen. Eher manchmal so eine Art Abtauchen im Nebel, ich spüre mich dann nicht mehr. Steige aus einer unübersichtlichen Situation aus. Wenn ich dann 'aufwache', dann erschreckt mich das ziemlich. Dieses Im-Nebel-Abtauchen war eine Überlebensstategie, um die schlimmsten Geschehnisse von damals nicht mitzukriegen. Aber wenn es mir heute passiert (o.k., es wird weniger, freu!), dann befürchte ich, daß wieder ein altes Monster hinter der Tür lauern könnte...

    Grüße, Linde

    Hallo Blümchen!

    Hey, Sport und Badewanne hört sich gut an! Ich finde auch, der Herbst mit seinen Farben ist was Wunderbares. Ich mag ihn auch sehr, den Geruch, die bunten Blätter... Erntezeit! Habe vor ein paar Tagen meinen Quittenbaum abgeerntet. Die Kisten mit den Quitten darin stehen auf meiner Terrasse, ein prachtvoller Anblich, und wie das duftet...!

    Ja, mir geht's wieder besser zum Glück. Hab mich wieder gefangen. Und das Lesen und Schreiben hier tut mir einfach gut. Auch wenn manchmal viel in mir drin aufgewühlt wird. Aber es hilft mir beim Sortieren!

    Liebe Grüße von Linde

    Sibi, was du gerade leistest, das ist unvorstellbar schwer. Jahrelang ging es darum, sich abzugrenzen, sich ein lebenswertes Umfeld zu schaffen, sich nicht hineinziehen zu lassen, bei sich zu bleiben... DAS IST DIR GELUNGEN!!!

    Und jetzt? Die Grenzen scheinen zu verschwimmen. Wenn ich das lese, was du geschrieben hast, dann sehe ich hinter den Sätzen eine unglaublich starke Frau stehen. Die hat zwar vielleicht jetzt gerade eine rote Triefnase, grins, aber schon die Art WIE du schreibst zeigt deine Stärke.

    Du schreibst einen Punkt unter den anderen, siehst glasklar die abzuarbeitenden Angelegenheiten. Und das sind jede Menge. Aber die Art und Weise, WIE du das für dich strukturierst, birgt schon den Weg in sich: einen Punkt nach dem anderen abarbeiten. Eben NICHT den Riesenberg anstarren, sondern die einzelnen Stufen. Gut!

    Mir fällt auf, daß es sich bei den aufgezählten Sachen in deiner Wohnung - ich sag's mal so - um geschäftliche Dinge deiner Mutter handelt. Das muß alles bearbeitet werden, ja klar. Aber dein Abstand, deine Unabhängigkeit sind extrem wichtig, du spürst das, nicht umsonst schreibst du von Panik.

    Kannst du vielleicht die Sachen an einem Platz aufbewahren, der bissel weiter von DIR weg ist? Garage, Flur, Abstellraum, und sie dann hereinholen, wenn DU bereit bist, dich damit zu befassen? Mir würde das helfen, es hat so was Symbolisches: "hereinholen"... Dann bist du AKTIV, du entscheidest, wann du dich damit befaßt und wie intensiv. Und nicht PASSIV - dem Anblick der Kisten und Ordner ständig ausgeliefert! Kleiner Tipp von einer Hexe: stelle die Sachen an einen Ort und mache einen Kreidekreis darum, vielleicht reicht es, sich das vorzustellen. Dann bleibt deren Energie da drin. Und deinen Grenzen geht's wieder gut. Nee, ich bin net spinnert, aber manchmal helfen so symbolische Handlungen.

    Eine Freundin von mir, die ihre Mutter vor ein paar Jahren verloren hat, hat mir folgendes erzählt: sie hat mit ihren Brüdern zusammen die Wohnung aufgelöst. Jeder hat, falls er es überhaupt wollte, etwas Persönliches aus der Wohnung behalten. Alles andere haben sie wie in Stileben arrangiert und photographiert. Und dann weggegeben. Alles. Die Photos existieren noch. Und das Entscheidende war als sie sagte, daß sie die Photos AKTIV und absichtlich umgedreht hat, die weiße Seite nach oben. Und so liegen sie immer noch auf einem Stapel, in einem Kistchen, in einem Schrank. So hat sie verhindert, daß die Leben sich verschmelzen. Wann immer sie es will, kann sie die Photos herausholen, umdrehen und betrachten. Das wichtigste ist wohl, auch in einer Situation, die man erst mal so hinnehmen muß, seine Handlungsfähigkeit, seine Entscheidungsfähigkeit wiederzufinden.

    Integration, ja schon - aber du bist die Frau in deinem Haus! Es ist vorbei, du hast es überlebt und du hast das Beste daraus gemacht! Du hast über all die Jahre geschafft, das "abzuspalten", wie du schreibst. Jetzt bist du stark genug, dich näher dranzuwagen, aber bitte doucement! Kannst du vielleicht eine Reihenfolge festlegen, wann was drankommt? Und alles, was Zeit hat erst mal in den Keller stellen?

    Mich berührt das wirklich sehr stark, was du da geschrieben hast. Wahrscheinlich, weil mir das in ähnlicher Form in nicht allzu ferner Zukunft auch bevorsteht. Für mich als Überlebende vom Mißbrauch ist es eine Horrorvorstellung, daß meine Grenzen noch einmal überschritten werden könnten bzw. daß ich selbst sie nicht mehr klar spüre, weil sie sich auflösen. Andererseits ist es ja so, daß das Thema ja schon immer in uns war, eigentlich ja schon integriert IST. Nur jetzt betrachten wir es uns nicht mehr aus der kindlichen Opferrolle heraus, sondern als Erwachsene, als Überlebende.

    Liebe Sibi, ich drück dich an dieser Stelle mal ganz doll.

    Und ich danke dir für die Blumen, grins! Aber vor allem dir erst mal Gute Besserung! Erkältung paßt nicht nur gut bei dem Wetter, sondern auch zur Lage: die Nase voll haben, denen was husten wollen, etwas nicht mehr länger schlucken wollen... Manchmal kann man die Körpersymptome einfach "übersetzen". Hoffe, dir geht's bald wieder besser.

    Die liebe Verwandtschaft ist immer für eine Überraschung gut, gelle? Hab's ja selber grade erlebt...

    Schlaf gut,

    Linde

    Hallo Fabian,

    lies dich einfach weiter hier durch, und du wirst merken, daß es den anderen hier auch ganz schön schwerfällt, mit ihren alkoholkranken Eltern umzugehen.

    Jeder hat so seine eigenen Ideen, sein eigenes Tempo, wie er an die Sache rangeht. Da gibt es keine allgemeingültige Lösung...Mit dem 'in die Tat umsetzen' kannst du Stück für Stück anfangen, wie es gerade für dich gut ist. Das muß ja keine Hauruck-Aktion sein.

    Was aber immer wieder hier genannt wird, und was auch ich selbst gut finde ist, daß man endlich aufhören muß, um den alkoholkranken Elternteil herumzukreisen, ihn zu kontrollieren usw. Man darf sein eigenes Leben nicht zu kurz kommen lassen. Es ist toll, daß du eine Lehrstelle hast. Darauf kannst du dich jetzt konzentrieren.

    Und was auch gut ist, daß du kurzfristig zu deiner Schwester gehen kannst, auch wenn's dann mal bissel eng wird. Nutze ihr Angebot ruhig rechtzeitig, wenn du es daheim nicht mehr aushälst. Sonst zieht dich das alles zu weit runter. Manchmal braucht man einfach Abstand... Wie isses bei der restlichen Verwandtschaft - irgendwo ein Zimmer frei? Oder eine Lehrlings-WG mit deinen Leuten von der Berufsschule gründen, fällt mir gerade noch ein.

    Mach dir keinen Druck, daß da in den nächsten 5 Minuten eine Lösung her muß. Du bist ja an dem Thema dran; du merkst, daß dir daheim so manches nicht gut tut. Und dann wirst DU auch spüren, wie es für DICH weitergeht.

    tschüß, bis bald,

    Linde

    Hallo Gatita,

    nur ganz kurz, muß zur Arbeit.

    Ich meine so eine Art Innere Seßhaftigkeit, ich kann es noch nicht so genau beschreiben. Das ist es glaube ich, wonach ich suche. In mir drin seßhaft sein, was immer 'draußen' passiert oder ich mache/nicht mache. Durchdrungen sein von mir selbst bis in die Haarspitzen. So ungefähr...

    Bin am weitergrübeln.

    Erst mal ganz liebe Grüße, Linde

    Hallo liebe Gatita!

    Wie geht's dir? Jedesmal wenn ich sehe, daß du nachts um 2, 3, 4 Uhr geschrieben hast, kriege ich 'nen Schreck und denke: oh weh, sie kann nicht einschlafen. Aber dann fällt mir ein, daß es wohl die Zeitverschiebung ist.

    Seit du hier bist, lese ich bei dir mit. Was du über deine Kindheit schreibst, hört sich sehr beklemmend an. Eine Mutter, die ihr Kind wissentlich bei dem betrunkenen Vater läßt... Sie hat es sich damit ziemlich einfach gemacht. Sie ist gegangen und hat dadurch nicht Stellung beziehen müssen.

    Du hast geschrieben, ich hab was anderes gemacht. Beide haben wir in unserem Kinderzimmer eine ureigene Welt entstehen lassen. Das war eine Überlebensstrategie, dank derer wir uns unseren Kern bewahren konnten und ein Stück weit wachsen konnten. Auch in solch einem destruktiven Umfeld. Kinder sind wunderbare Überlebenskünster!

    Ich habe geschauspielert - so will ich es mal nennen. Ich bin in Rollen geschlüpft, habe ganze Geschichten erfunden und lebendig werden lassen. Die Heizung im Kinderzimmer war bis zum Anschlag aufgedreht, damit ich bis mitten in der Nacht nur mit dem dünnen Schlafanzug an, meine Geschichten spielen konnte. Fortsetzungsgeschichten, wochenlang... Wurde ich mal ertappt, weil ich zu laut geredet habe, dann kassierte ich einen Anschiß, aber kaum war die Tür wieder zu wisperte ich weiter meine Geschichten. So hab ich überlebt. So habe ich mir eine lebenswerte Welt erschaffen, in die ich jede Nacht eintauchen konnte.

    NOMADIN, das Wort geht mir seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf! In meinem Thread glaube ich war es, da habe ich über meine innere Unruhe geschrieben. Und daß ich jetzt so langsam in mir selber drin ankomme. 42 Jahre habe ich dafür gebraucht. Nomadin - das hat tief in mir drin was angesprochen. Ich danke dir für das Antippen dieses Dominosteinchens. Mal sehen, was da in mir drin weitergeschieht. Auf dem Jakobsweg war ich 2003. Das war das Beste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. In mir drin gärt aber was anderes, nur mal so als Idee: vielleicht diese Unverbundenheit, dieses sich nicht festlegen, dieses immer wieder neu an einem Ort ankommen, sich dort 'sattessen' und dann weiterziehen... Immer genau im JETZT sein...

    Wenn man das für sich innendrin schafft, dann ist das doch was Gutes oder? Dann braucht man eigentlich außen gar nicht mehr so einen Aktionismus zu leben...

    SEHR nachdenkliche Grüße über den Ozean,

    Linde

    Hallo Manfred,

    ich merke gerade beim Durchlesen, daß es mir ähnlich geht wie dir. Ich hab "außen" nicht gerade viele Gesprächspartner und bin mit aus diesem Grund vom Forum hier begeistert. So einen tollen Austausch wie mit euch hatte ich schon lange nicht mehr!

    Bei mir kam durch das Lesen der vielen Beiträge, durch das Anteilnehmen und Schreiben, so viel in Bewegung. Wohlgemerkt, da bin ich wirklich froh drum! Nur merke ich gerade, daß auch bei mir sich einiges schneller bewegt, als ich damit schritthalten kann. Die neuen Impulse müssen wohl erst verarbeitet werden. Ich würde einerseits am liebsten "Fakten schaffen", andererseits muß ich die Fakten und deren Konsequenzen auch leben können. Da muß die Geschwindingkeit noch synchronisiert werden...

    Nachdenkliche Grüße, Linde

    Off topic!

    @ Weitsicht und alle anderen Schafsfreunde hier, eine kleine Info:

    In großen Schafherden, die ja allermeistens aus WEISSEN Schafen bestehen, werden mit Absicht SCHWARZE Schafe dazugesellt. Und zwar je 50 weisse Schafe 1 Schwarzes! Somit kann der Schäfer ganz leicht feststellen, ob sich vielleicht unterwegs ein Teil der Herde verdünnisiert hat: Er braucht bloß die SCHWARZEN schnell durchzuzählen und x 50 zu nehmen. Dann weiß er was Sache ist! Zumindest ungefähr.

    Wenn er 1, 2, 3 , 4.... 857, 858... zählen müßte, dann würde er ja unterwegs dabei einschlafen, grins.

    Wenn sich natürlich die schwarzen Schafe zusammentun - so wie hier - und ihr eigenes Ding drehen... tja :wink: