Hallo fmk,
hab heute morgen mir deine Geschichte durchgelesen. Meine Mutter ist Alkoholikerin, mein Vater Co, aber leider einer von der Sorte, der nie seinen A* in Bewegung gesetzt hat. Er hat nie um uns gekämpft. Er hat sich keine Sekunde Gedanken darüber gemacht, uns und sich selbst aus der Situation herauszuholen. Er hat sich arrangiert und nach außen den Schein gewahrt. Und weggeschaut.
Was hätte ich als Kind darum gegeben, wenn ich auch nur einmal das Gefühl vermittelt bekommen hätte, da kämpft einer für mich und mein Wohl! Was ich damit sagen will ist: auch wenn du jetzt im Moment keine schnellen "Siege" erreichen kannst, dein Sohn bekommt 100%ig mit, daß da einer um ihn kämpft, ihn liebt, für ihn da sein will, das Beste für ihn erreichen will. Und genau diese Erfahrung speichert er in jeder einzelnen Körperzelle: mein Vater kann zwar nicht alle Übel dieser Welt von mir fernhalten, aber er tut was, er begleitet mich durch diese schwere Zeit. So gut es irgend geht.
Kein Kind wächst heutzutage unbeschadet auf, aber die Erfahrung geliebt zu werden und zu sehen, da kämpft einer für mich, das verinnerlicht dein Kind und gibt ihm ganz tief drinnen Halt in dieser schwierigen Zeit.
Wie auch immer das in der nächsten Zeit weitergeht: du bist für immer für ihn der Vater, der für ihn gekämpft hat! Und das fällt ihm wieder ein, wenn er mal in 10, 20, 30 Jahren deinen Rat braucht. Klar wünscht man sich keinem Kind so eine destruktive Kindheit, aber ich spreche jetzt für mich: ich bin daran gewachsen und stark geworden.
Erst mal viele Grüße,
Linde