Hallo Nordstern, hallo Manfred,
na dann bin ich die Dritte im Bunde: ich bin auch das schwarze Schaf, auch ich habe einen Vorzeigebruder mit Frau, Kindern, dickem Auto, Haus und gut bezahltem Beruf. Wie es bei ihm hinter der schönen Fassade aussieht, will keiner wirklich wissen... Und ich bin ja nur Single, hab nix auf dem Konto usw.
Manfred, daß du woanders wohnst ist richtig gut. Bewahre dir diesen Abstand! Du mußt da nicht hin! Such dir Menschen, Orte und Aktivitäten, die DIR gut tun.
Frag dich doch mal: wie würde ICH dieses Jahr gerne mal Weihnachten verbringen? Nach was ist mir? Paar Tage in die Berge fahren mit 'nem Kumpel? Die Insel Amrum im Dezembersturm ist WAAAhnsinn, einfach nur toll! Das Entscheidende ist: Du hast die Wahl - immer!
Und Vorwürfe, Beschimpfungen und Besäufnisse - ist das deine Vorstellung von Familienleben? Sicher nicht. Dann lieber keine Familie, als so eine... Laß die in ihrem Sumpf hocken und lästern, das tun sie auch ohne dich.
Ich bin inzwischen ein Weltmeisterin im Weglassen. Alles, was mir nicht gut tut lasse ich weg. Klar ist dann erst mal eine Lücke. (Ich habe schon etliche Weihnachten, Geburtstage ohne meine Herkunftsfamilie gefeiert.) ABER: in die Lücke, die du dir geschaffen hast, kann ja auch was Gutes reinkommen. Neue Menschen, die gut zu dir passen, neue Ideen, neue Aktivitäten... Ich habe es gewagt und den Kontakt völlig abgebrochen und habe es keine Minute bereut. Inzwischen bin ich so stabilisiert, daß ich denen anders, stärker, erwachsener begegnen kann - wenn es denn mal sein muß...
Du schreibst du hättest Angst vor ihnen. Aber die reden nur. Die "tun" ja nix (im Sinne von: mit 'nem Messer auf dich losgehen). Worauf ich hinaus will ist die Frage, wovor du wirklich Angst hast. Die Angst, dein Leben anzugehen? Die Angst, die Not-wendigen Schritte zu tun?
Grüße von Linde