Hallo Dagmar,
zu später Stunde sehr schwere Kost...
Zitat von Dagmar
Aber Speedy, welche Chance hätte ich einem solchen Menschen klar zu machen dass er und sein Leben sinnvoll und wertvoll sind auch ohne Extremsport, bis an die Grenzen gehen, Provokationen oder Alkohol"Genuß". Hier kann doch eines durch das andere ersetzt werden, einfach durch den Wunsch des Kicks, der Zufriedenheit die bisher nicht gefunden wurde. Und wohl auch weiterhin so nicht gefunden werden kann....
Nein Dagmar, Du hättest wohl keine Chance und es ist auch nicht Deine Aufgabe, irgend jemandem klar zu machen, dass es so oder so nicht richtig ist (egal, ob Extremsport oder Alkohol).
Du musst für Dich wissen, inwieweit Du damit umgehen kannst. Ich möchte auch nicht immer Angst haben, weil mein Partner z.B. Fallschirmspringer ist. Aber wenn er den Kick braucht, werde ich nicht versuchen, ihn davon abzubringen. Entweder ich komme damit klar oder eben nicht und dann muss ich die Konsequenzen ziehen (genau wie beim Alkohol)
Als mein Mann noch getrunken hat dachte ich, wenn er nur aufhört, dann wird alles gut.
Ja genau... Pfeiffendeckel - erstmal hat er sich in ein Schneckenhaus zurückgezogen, hat nicht mit mir geredet und ich verstand gar nix mehr.
Ich musste erst mal lernen, dass es für ihn auch ein Abnabelungsprozess ist. Und... ich mussste erstmal wieder lernen auf mich selbst zu hören.
Das hatte ich in den ganzen Jahren total verlernt. Mein ganzer Fokus ging auf andere (nicht nur auf meinen Mann). Ich musste lernen loszulassen, Nein zu sagen, nicht mehr blind zu vertrauen.
Es war ein langer und schwerer Prozess, aber ich habe gelernt.
Es hat mich viele Tränen und schlaflose Nächte gekostet, aber heute (jetzt) kann ich sagen, ich bin ich und jeder ist selber für sein Leben verantwortlich. In erster Linie ich für mein Leben!
Ich habe es in der Hand, ob ich zufrieden oder unglücklich bin. Ich muss keinen mehr missionieren.
Heute bin ich sehr viel entspannter im Alltag, als ich es in fast 30 Jahren war und das wirkt sich auch auf mein Umfeld aus.
Co-Abhängig.... bin ich es immer noch? Ich weiss nicht wo die Grenze ist.
Ich kümmere mich gerne um andere Menschen, aber ich lasse mich nicht mehr vereinahmen von ihnen.
Ich helfe, wenn ich helfen kann - wenn das Co ist, dann bin gerne Co.
So... nun bin ich aber sehr weit abgekommen vom Thema (oder auch nicht)
In den letzten 3 Jahren habe ich ganz viele Glücksmomente und auch Enttäuschungen erlebt... das reicht für ein ganzes Leben.
Aber heute kann ich sagen.... ich bin zufrieden und glücklich!
Wer kann das schon sagen?
Lieben Gruss
Speedy