Beiträge von Kämpferherz

    Hallo zusammen,

    ich habe mich enstschieden: am Samstag gehe ich zur Selbsthilfegruppe. Ich habe meinem Freund und meiner besten Freundin von dem Vorhaben erzählt, so sehe ich mich dann gezwungen, wirklich da hin zu gehen. So zwinge ich mich, jetzt endlich, nach dem ich seit Mai 2008 darüber nachdenke, auch endlich mal wirklich hinzugehen. Vielleicht begleitet mich auch meine beste Freundin bis vor die Tür.

    Ich habe auch dafür gesorgt, dass ich danach nicht alleine sein muss. Traue mir selbst nicht. Habe Angst, dass ich dann wieder so einen extremen Selbsthass entwickele, dass ich mich wieder selbst verletzte oder noch Schlimmeres.

    Werde nach dem Treffen sofort zu meinem Freund fahren. Der weiß über meine Vergangenheit Bescheid, meinen beiden Ex-Freunden hatte ich das ja komplett verheimlicht.

    Die neue Beziehung ist für mich auch sehr schwierig, gestern waren es genau 4 Wochen. Früher hab ich einfach irgendjemanden genommen, den ich kaum kannte. Jetzt bin ich zum ersten Mal mit dem Mann zusammen, in den ich verliebt bin und schon fangen die Probleme auch wieder an.

    Ich habe extreme Angst, dass er mich verlässt. War ja vorher recht depressiv, habe mich heute fast von ihm getrennt, damit ich mich nicht abhängig von ihm mache und nicht verlassen werden kann. Dann denke ich immer, ich wäre nicht gut genug für ihn. Er sieht wirklich sehr gut aus, ist ein extrem schüchterner und hilfsbereiter Mensch. Ich bin mit meiner Figur sehr unzufrieden, weil ich viel abgenommen habe, sehe aus wie magersüchtig. Krankheit ist zwar jetzt besser, habe auch schon 3 kg zugenommen, aber sehe immer noch schlimm aus.

    Dann habe ich immer Angst, dass ich ihn vielleicht überrumpelt habe, denn den ersten Schritt habe ich unternommen und ihn einfach geküsst. Es fällt mir so schwer zu glauben, dass er mich wirklcih mag. Er sagt es immer, wenn ich frage.

    Dazu kommt noch die Angst, dass er mich eventuell ausnutzen könnte. Bin ein Mensch, der gerne und viel gibt. In mir steigt jetzt schon wieder Panik hoch, wenn ich nur dran denke, dass die Möglichkeit besteht, dass er mir nur was vorspielt.

    Ich kenne ihn schon seit 3,5 Jahren, aber die Beziehung war nur freundschaftlich/kameradschaftlich, wir haben zusammen studiert, zusammen gelernt und hin und wieder über private Sachen gesprochen. Ich schätze ihn als sehr ehrlich ein, aber trotzdem nagt die Angst an mir, dass ich auf gut Deutsch verarscht werde. Ich kann mir so schwer vorstellen, dass er mich toll findet.

    Danke fürs Lesen, hat schon mal gut getan, sich das von der Seele zu schreiben.

    Kämpferherz

    Hallo Martha,

    vielen Dank für deine Nachricht, die zwei Bücher kenne ich und habe sie beide schon mehrfach gelesen, in "Sehnsucht nach Lieben und Geborgenheit" erkenne ich mich sowas von wieder ...

    Hallo Skye,

    ja, im Prinzip weiß ich, dass auch EKAs glücklich sein können, nur habe ich momentan das Gefühl, als könnte ich es nicht. Es macht Mut, zu lesen, dass du dieses Gefühl wohl auch hattest.

    Tja, die Angst vor der Therapie, die quält mich schon, ich kann überhaupt nicht über meine Vergangenheit reden, bzw. mittlerweile hab ich schon mal so ein/zwei Sätze fallen gelassen, z. B.: "Mein Vater ist Alkoholiker, deshalb will ich nicht auf dieses od. jene Party, weil da sehr viel getrunken wird und ich dann Angst bekomme.", so wissen 3 enge Freunde Bescheid, aber richtig reden kann ich nicht, also über Erlebnisse/Gefühle etc.

    In die SHG hier in Mainz traue ich mich auch nicht, weil ich es schon nicht ertragen kann, hier alles zu lesen, was andere erlebt haben. Ich habe da Angst, regelrecht zusammen zu brechen, wenn da andere von sich erzählen, hier kann ich die Seite schnell wieder schließen, wenn ich was nicht lesen will/was nicht verkraften kann. Aber dort kann ich mir ja schlecht die Ohren zu halten.

    Danke und Grüße
    Kämpferherz

    Hallo zusammen,

    ich mache mir in den letzten Wochen viele Gedanken, wahrscheinlich wieder viel zu viele.

    Ich frage mich, ob ein EKA jemals glücklich sein kann. Wir haben so viel schlimmes erlebt, so viel Schmerz und Demütigungen erfahren, haben so Probleme, anderen zu vertrauen. Können wir jemals Nähe zu lassen und glücklich werden?

    Mittlerweile habe ich für mich erkannt, dass kein Weg an einer Therapie vorbei führt. Habe seit Okt. gesundheitliche Probleme, gestern dann die Diagnose: Depression. Na, ganz toll. Irgendwie ist das jetzt so, wie ein Stempel: "verrückt".

    Ich habe sehr viel Angst, vor dem was auf mich zukommt, in der Therapie. Ich habe Angst, Menschen, die ich liebe, zu verlieren, wenn ich demnächsten vielleicht manchmal nicht mehr funktioniere. Ich habe Angst, was an Gefühlen auf mich zukommen, an alten Erinnerungen etc., vielleicht schaffe ich es nicht. Führt denn kein Weg daran vorbei, sämtliche Wunden wieder aufzureißen?

    Es ist so lange her, ich bin schon seit 8 Jahren zu Hause weg, warum kann ich nicht einfach vergessen. Gut, es war scheiße, aber jetzt, mein Leben könnte doch so schön sein, wenn ich Nähe und Vertrauen zulassen könnte. Warum kann ich das nicht einfach?

    Ich will doch einfach nur glücklich sein und mich irgendwann mal sicher und beschützt fühlen.

    Gruß, Kämpferherz

    Hallo zusammen,

    ich weiß, dass es in meiner Heimatstadt Mainz zwei Therapeuten gibt, die sich u. a. auf das Thema Therapie für Angehörige von Suchtkranken spezialisiert haben. Nachdem ich mich endlich entschlossen habe, auf Drängen meines Hausarztes, nohcmal eine Therapie zu machen, will ich auch einen Therpeuten, der mich versteht und dem ich keinen Blödsinn erzählen kann, wie beim letzten Mal.

    Nur wie find ich den, ich google, frag mein Hausarzt, Krankenkasse etc. , nur kann mir da keiner so richtig weiterhelfen. Irgendwo muss das doch rauszufinden sein? Oder ist es vielleicht nicht so wichtig, dass ich nen Therapeut mit "passendem" Spezialgebiet habe?

    Gruß
    Kämpferherz

    Hi Chrissi,

    ich kann dich so gut verstehen.

    Es ist nicht kindisch, dass du das ausziehen nicht über dich gebracht hast, wäre mir nicht anders gegangen. Ich kann nur aus eigenen Erfahrung sagen, dass es besser ist, wenn du Abstand zu deinen Eltern gewinnst, das geht nur, wenn du ausziehst. Es ist normal, dass erwachsene, und die bist mit 19 erwachsen ausziehen. Das geht auch ohne Streit.

    Bitte denke einfach mal an dich. Willst du so weiterleben, wie es jetzt ist? Das ständige Hin und Her? Die Gewalt?

    Deine Eltern sind erwachsen, du kannst ihnen nicht helfen. Ich weiß wie schwierig es ist, diesen Satz anzunehmen. Aber: deine Eltern müssen und werden auch ohne dich klar kommen.

    Ich wünsche dir viel Kraft und natürlich einen wunderschönen Weihnachtsurlaub.

    Kämpferherz

    Hallo!

    ich muss dieses Thema wieder aufrollen. Ich weiß, es kann mir keiner helfen, ich muss mich selbst zwischen Angst und schlechtem Gewissen entscheiden.

    Ich fühl mich einfach total beschissen. Ich habe einen ziemlich anstregenden Job, Chef ist jetzt im Urlaub, ich seine Vertretung, dadurch 6-Tage-Woche, zig Überstunden und ich brauch einfach mal Zeit für mich. Dann Weihnachen, zwar frei, aber ich fühle mich verplichtet, zu meinen Eltern zu fahren. Sonst würde ich zu Hause/bei Freunden sitzen und vor schlechtem Gewissen fast vergehen.

    Zu Hause fühle ich mich aber überhaupt nicht wohl, schutzlos, bedroht und so extrem einsam. Ich habe richtig Angst/Panik davor. Mein Vater trinkt immer noch und wird dann auch gewalttätig. Ich will da eigentlich nicht hin. Aber was ist dann mit Oma und Mama?

    Das musste einfach mal raus. Ich fühle mich einfach so ausgelaugt, fertig, hoffnungslos. Wie jedes Jahr vor Weihnachten. Ich bin so froh, wenn endlich Januar ist.

    Grüße
    Kämpferherz

    Hallo Sonnenstrahl,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Richtig verreisen kann ich nicht, zum einen fehlt mir das Geld, um zweimal zu verreisen, zum anderen muss ich zwischen den Jahren arbeiten. Über Silvester werd ich wegfahren.

    Liebe Familienangehörige kann ich an Weihnachten nicht an anderen Orten treffen, die glucken permanent zusammen und Probleme gibts nicht, alles ist toll. Ich bin im Prinzip das "Schwarze Schaf", ich bin als einzige ausgezogen. Meine Schwester wohnt z. B. noch zu Hause, obwohl sie sich nicht wohlfühlt und es sich ohne Weiteres leisten könnte, auszuziehen.

    26. + 27. Dez. hab ich mich schon mit Freunden verabredet, was ich am 24. + 25. mache, keine Ahnung. Entweder stehe ich das Familienfest durch, oder ich geh schön essen, vielleicht gibt es ja hier in Mainz, wo ich wohne irgendwelche schönen Weihnachtsveranstaltungen.

    Nur ist es nicht meiner Oma unfair, die wird weinen, wenn sie mich nciht sehen kann an Heiligabend?? Die Oma und die Mama, die beschäftigen mich am meisten, dann sind die doch allein. Mein Vater geht nach dem Essen immer sofort einen Trinken an Heiligabend und meine Schwester fährt zu ihrem Freund.

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Antworten.

    Ich überleg schon länger, in eine SHG zu gehen, hier wäre einmal im Monat eine...
    Irgendwann werde ich mich trauen, aber ich glaube, jetzt bin ich noch nciht "reif".

    Eine andere Frage beschäftigt mich. Ich habe oben schon beschrieben, wie sehr mir der Kontakt zu meinen Eltern zu schaffen macht. In den letzten Jahren war es so, dass ich mich an Weihnachten trotzdem hingeqäult habe und spätestens am 25. nachmittags wieder nach Hause bin und mich dort mein Reizdarm geqäult hat.

    Was soll ich nur machen? Wenn ich nicht hinfahre, dann hab ich ein schlechtes Gewissen, vor allem wg. meiner Mutter und meiner Oma (wohnt auch im Haus). Außerdem will ich an Weihnachten weder allein zu Hause sitzen, noch zu Freunden, weil ich die nicht nerven will. Weihnachten ist für mcih das Schlimmste Fest, das es gibt.

    Gruß
    Kämpferherz

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Antworten.

    Das mit dem Mobbing auf der Arbeitsstelle kenne ich. Bei mir hieß es immer: Was soll man auch von jemandem mit so einem Vater erwarten. Das hat mir mein Chef fast täglich gesagt ...

    Deshalb bin ich auch woanders hingegangen, wo mich keiner kennt. Zum ersten Mal habe ich überhaupt Freunde, wenn auch größtenteils recht oberflächlich. Ich weiß, dass viele Kinder früher von ihren Eltern vor uns gewarnt wurden bzw. den Umgang untersagt bekamen.

    Ich habe nur ein EKA in meiner Umgebnung, von dem ich weiß. Ich vermute, es sind noch mehr, muss ja allein wenn man die Statistiken betrachtet, wie viele es von uns gibt.

    Dieses EKA ist eben mein früherer Chef, aber wir haben immer noch einen gutes, freundschaftliches Verhältnis. Er weiß jetzt auch Bescheid, aber wirklich geredet haben wir nicht. Er hat nur gefragt, was mit mir los ist, ich war wieder so schlecht drauf, weil ich bei meinen Eltern sein musste. Ich paarmal tief durchgeatmet und habe gesagt, mein Vater trinkt, er hat gesagt, aber der hat dich hoffentlich noch nie geschlagen, ich hab gesacht, doch, sogar ziemlich oft.

    Dann habe ich das Gespräch abgebrochen, weil ich die Tränen kaum noch zurückhalten konnte. Mir kommen da immer sofort die Tränen und ich kann/will vor anderen nicht weinen...

    Irgendwie habe ich Angst, jemanden nahe an mich ranzulassen, auf der andere Seite kann ich mir nie vorstellen, dass jemand mich mag oder freiwillig seine Zeit mit mir verbringt. Ich weiß zwar, dass es nicht stimmt, aber ich fühle trotzdem so.

    Ich merke langsam, dass ich reden muss. Wenn nur wüsste wie. Das ist für mich so schwierig. Wieso muss immer alles so schwer sein?

    Viele Grüße
    Kämpferherz

    Hallo ihr alle,

    in den letzten Monaten hab ich hier immer mal wieder gelesen, aber auch das fällt mir sehr schwer. Ich merk dann richtig, wie ich innerlich abschalte, also alle Gefühle abschalte.

    Ich kann immer noch mit niemandem offen über meine Vergangenheit reden, Therapie habe ich beendet, ohne der Therapeutin was von meinem Vater erzählt zu haben. Hier gibt es auch eine Selbsthilfegruppe, aber ich traue mich nicht hin. Ich habe Angst, dass ich da in Tränen ausbreche oder sogar aus dem Raum laufe, weil ich die Themen, die dort besprochen werde, nicht ertragen kann.

    Sobald mich jemand auf die Probleme mit meinen Eltern anspricht (wenige enge Freunde wissen, dass es Probleme gibt, aber nicht welcher Art, nur zwei ganz enge wissen mehr), fühle ich Panik in mir aufsteigen und meine Kehle ist wie zugeschnürt und ich kann nur mit Mühe meine Tränen zurückhalten.

    Ein weiteres Problem ist der Umgang mit meinen Eltern. Ich weiß nicht, ob ich da nicht den Kontakt besser abbreche. Aber: ich liebe meine Mutter sehr und habe ein extrem gutes Verhältnis. Dann wohnt noch meine Oma mit im Haus, die möchte ich nicht im STich lassen. Aber: wenn ich zu Besuch fahre, muss ich über Nacht bleiben, weil es zu weit ist, gleich heim zu fahren. Und ich fühle mich überhaupt nicht wohl da.
    Mein Vater trinkt immer noch, teilweise auch heimlich und ich fühle mich sofort bedroht, wenn ich merke, dass er was getrunken hat. Ich hab richtige Angst, mein Herz rast, ich kann nicht schlafen, komme nicht zur Ruhe. Schon nach wenigen Stunden bei denen fühle ich mich erschöpft und ausgelaugt. Mein Vater hat mich früher geschlagen und ich fühle mich eigentlich genauso wie damals als Kind, schrecklich einfach.

    Mit meiner Mutter kann ich trotz des guten Verhältnisses nicht sprechen, nur so ganz schwammige Andeutungen. Ich merke aber immer, wie gut sie mich kennt, sie bekommt alles mit, wie ich mich fühle und so und reagiert sehr verständnisvoll. Ihr geht es auch nicht gut, sie muss meinen Vater immer zur Arbeit antreiben (selbstständig) und arbeiten selbst sehr viel, bis fast zur Erschöpfung, weil auch riesige Geldprobleme dazukommen, weil mein Vater nicht arbeitet.

    Was soll ich machen? Ich habe das Gefühl, als wäre die Vergangenheit mit dem Alkohol in mir eingeschlossen und würde mich von innen zerstören. Ich habe auch zu meinen "engsten" Freunden eigentlich nur ein oberflächliches Verhältnis, das sind nur zwei Menschen, die sich von meiner "harten äußeren" Schale nicht haben abschrecken lassen und sich die Mühe gemacht haben, ein bißchen davon abzukratzen. Über meine Gefühle wissen sie trotzdem kaum was, aber ich hab zumindest den Satz gesagt: "Mein Vater ist Alkoholiker und hat mich und meine Schwester geschlagen", mehr nicht. Wieso vertraue ich keinem?????????

    Kämpferherz

    Hallo Dream,

    manches kenne ich auch von mir, auch diese fehlenden Jahre.

    Bei mir war es sogar so, dass ich jahrelang überhaupt nicht dran gedacht habe, was zu Hause passiert ist, alles vollkommen ausgeblendet habe und jedem von meiner wundervollen Kindheit erzählt habe.

    Nach außen gebe ich mich auch heute noch stark und unbesiegbar, Fehler habe ich natürlich auch keine, ich bin toll, wunderbar und kann alles. In Wirklichkeit fühle ich mich schlecht, gut, mein Körper ist ganz okay, aber ich fühle mich dumm, nervend, ängstlich.

    Ich habe auch erst letztes Jahr, als mir bewusst wurde, dass mein Vater Alkoholiker ist, jemandem davon erzählt, aber nur ganz wenigen, ich habe immer noch Schuldgefühle und fühle mich angreifbar, wenn jemand diesen "Mangel" an mir entdeckt. Ich weiß natürlich, dass es nicht meine Schuld ist, aber ich fühle was anderes.

    Weiß dein Mann von deinen Problemen, Gefühlen? Oder hast du ihm nur gesagt, dass deine Eltern Alkoholiker waren, aber du kein Problem damit hast und stark bist un dir es nichts ausmacht? Oder hast du es ganz verschwiegen, so wie ich mit NIEMANDEM geredet, nicht mal deiner Therapeutin/deinem Therapeut?

    Reden, das hab ich für mich rausgefunden, kann einem eine ganz schön große Last abnehmen.

    Alles Gute
    Kämpferherz

    Hallo liebe Forenmitglieder,

    ich muss dieses alte Thema wieder "auferstehen" lassen.

    Diese Kollegin ist wirklich der Graus, ich habe jetzt mitbekommen, dass sie mich hintenrum bei Vorgesetzten schlecht macht, mit Lügen. Und das, obwohl ich über ein Jahr ihre Faulheit vor den Vorgesetzten gedeckt habe.

    Sie hat zuerst mich, dann einen anderen Kollegen ausgenutzt, aber so richtig ausgenutzt. Sie kann gut "das kleine, arme Opfer spielen" und alle damit einwickeln.

    Ich bin so enttäuscht und auch so sauer, aber ich kann das gar nicht rauslassen. Wenn ich mit ner Freundin aus dem privaten Bereich darüber rede, dann fallen zwar so Sätze "der schlag ich in die Fresse" etc. aber in Wirklichkeit mach ich wieder nichts, weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.

    Dabei sollte die ruhig mal merken, dass es reicht. Wenn man ruhig mit ihr redet, was meine Art ist, das bringt nichts.

    Es ist auch generell mein Problem, dass ich mir so viel gefallen lasse, extrem viel und mich nie mal wehre. Ich weiß gar nicht, wie das geht. Wäre es denn schlimm, wenn Wut in mir kocht, die einfach mal rauszulassen? Zu schreien im schlimmsten Fall? Aber das traue ich mich ja doch nicht.

    Gruß
    Kämpferherz

    Hallo Statistik,

    es ist sehr sehr schwer darüber zu reden, das weiß ich selbst.

    Auch ich habe meinem Partner 3,5 Jahre verheimlicht, dass mein Vater Alkoholiker ist. Gab natürlich auch Probleme.

    Ich denke, deine Ex-Freundin hat Angst, dass durch das Reden riesige Wunden aufgerissen werden, aber auch die Angst, sich zu offenbaren. So ist es bei mir gewesen, ich habe immer versucht (oft auch erfolgreich), als sei ich perfekt, diese Maske müssen wir durch reden aufgeben, und das tut keiner gern.

    Das Buch "Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit" von Janet G. Woititz geht sehr auf die Beziehungsthemen von EKs ein, ich persönlich halte sehr sehr viel von diesem Buch, habe mich oft darin wiedererkannt.

    Ich wünsche dir viel Kraft!

    Grüße
    Kämpferherz

    Ich denke, ihr hab schon recht.

    Ich kenne ihn schon fast seit 3 Jahren und habe erst jetzt mitbekommen, dass er kifft. Man merkt ihm da auch nicht viel an, er ist auch ein Arbeitskollege, immer pünktlich, sieht immer top aus, nicht so, wie ich das von meinem Vater kenne. Ich wäre nie dahinter gekommen, wenn er es nicht selbst gesagt hätte.

    In den letzten Jahren ist schon eine sehr starke emotionale Bindung entstanden, da er mir sehr geholfen hat. Ich kenne kaum einen hilfsbereiteren Menschen.

    Er weiß auch, dass ich sein Kiffen nicht gut finde, das habe ich ihm gleich gesagt, als er mir davon erzählt hat. Er weiß auch, dass er ein Problem hat, hat schon paarmal versucht aufzuhören, geht zur Drogenbeartung und zum Psychologen deshalb.

    Ich hab nur so ne riesige Angst, dass ich emotional zu sehr mit reingezogen werde. Um mich zu lösen, ist die Freundschaft in den letzten drei Jahre zu tief und zu innig geworden. ich will ihn nicht verlieren.

    Ich hab nur keine Ahnung ob und wie ich ihm helfen soll, er startet ja gerade wieder ein Versuch aufzuhören. Bisher mische ich mich da nicht ein, sondern höre nur zu, wenn er reden will.

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Ich weiß immer noch nicht, wie ich mich verhalten soll.

    Bis jetzt sind wir ja nur Freunde, ich weiß ja garnicht, ob er auch eine Beziehung will. Wenn ich seinen Drogenkonsum anspreche, weicht er entweder aus, oder meistens gibt er zu, dass er große Probleme damit hat, kann ohne zu kiffen nicht schlafen, ist nicht leistungsfähig etc.

    Ich werde das ganze mal langsam auf mich zukommen lassen. Mich nicht zu sehr an ihn hängen, ich versuche, locker zu bleiben.

    Wird wohl das beste sein, auch wenns schwerfällt. Wir hängen in letzter zeit ja dauernd zusammen rum.

    Hallo zusammen!

    Ich habe bisher nur im Forum Erwachsene Kinder geschrieben, da mein Vater Alkoholiker ist.

    Mir geht seit Wochen eine Frage in Kopf herum: ich glaube, ich habe mich in einen Mann verliebt, aber er kifft fast täglich.Für mich ein Problem, das weiß er auch.

    Eine Beziehung haben wir nicht, bisher nur Freundschaft. Ich bin mir meiner Gefühle so unsicher. Liebe ich ihn wirklich oder will ich mich jetzt nur in eine solche Beziehung stürzen, damit ich mich nicht um mich selbst kümmern muss und damit ich mich nicht mit meinen eigenen Problemen auseinander setzen muss?

    Ist es nicht der totale Wahnsinn, sich auf eine abhängige Person einzulassen?

    Wenn wir zusammen was machen und das ist sehr, sehr oft, dann kifft er nicht, nur wenn ich weg bin. Die Unternehmungen sind auch immer sehr schön, er ist extrem einfühlsam, merkt immer, wenn mit mir was los ist. Er ist auch die einzige Person, mit der ich über meinen Vater rede. Ich kenne ihn auch schon länger, wir waren schon länger lose befreundet.

    Wie kann ich mir wenigstens über meine eigenen Gefühle klar werden? Bin total durcheinander. Ich will nicht co-abhängig sein/werden.

    Gruß
    Kämpferherz

    Hallo Rebecca,

    mein Vater hat kein Alkoholproblem, sagt er zumindest. Ich vermute sogar, dass er das selbst glaubt.

    Und das, obwohl er seit über 10 Jahren KEINEN EINZIGEN TAG nüchtern war. Ich wohne nicht mehr zu Hause, aber wenn ich zu Besuch bin, überall wo ich hinlange, sind leere und volle Flaschen versteckt.

    Die Blutwerte sind sehr schlecht (er geht ja wenigstens noch zum Arzt), aber das liegt auf keinen Fall am Alkohol, der ist ja total harmlos.

    Naja, was ich damit sagen will: Ich kann natürlich von hier aus nicht sagen, ob deine Mutter ein Alkoholproblem hat, aber es hört sich danach an. Du hast auch schon alles getan, was du tun kannst.

    Meine Mutter redet ständig auf meine Vater ein, das bringt nix. Alkoholiker müssen selbst merken, dass sie ein Problem haben.

    Du kannst dich nur um dich selbst kümmern, etwas gutes für dich tun. Das ist traurig und schwer zu begreifen. Aber es gibt leider keine anderen weg.

    Viele Grüße
    Kämpferherz

    Ich hatte ja in diesem Beitrag viel über meinen Chef geschrieben.

    Mit ihm hab ich nicht geredet und ich bin irgendwie auch froh darüber. Mein bester Freund ist kein EK und er hilft mir wirklich sehr, seit er es weiß.

    Das Verhältnis zu meinem Chef ist schon immer gut gewesen und wir haben uns schon immer alle möglichen Probleme erzählt, ich würde sagen, wir sind auch Freunde, sind auch in etwa gleich alt. Ich bin nur trotzdem froh, ihm nichts gesagt zu haben, weil ich noch nicht soweit bin, mit IHM von EK zu EK zu reden. Denke, wenn das mal soweit ist, dann werden bei uns beiden auch wieder Wunden aufgerissen.

    Außerdem sorgt er sich trotz eigener Probleme sehr um mich. Und ich denke, wenn wir drüber reden, dann wird er sich um mich kümmern, ich mich um ihn und wir werden beide nicht mehr an unsere eigenen Probleme denken, also ist es für uns beide schlecht (im Moment noch).

    Ansonsten ist der Alkoholismus meines Vaters auf der Arbeit nicht lange Thema gewesen, es redet schon lange keiner mehr darüber. Die Kollegin hat es rumerzählt, hat sich damit selbst geschadet, meine Kollegen haben es zur Kenntnis genommen und behandeln mich genauso wie früher. Thema also erledigt.

    Grüße und noch einen schönen Abend
    Kämpferherz

    Hallo liebe Forenmitglieder,

    ich hab es geschafft.

    Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Menschen richtig über mein Problem geredet. Bisher habe ich immer noch so Andeutungen gemacht, von wegen: "Du weißt doch, der Vater von .... ist Alkoholiker und wie schlimm so was ist und blabla und dann mal kurz beigefügt: Ja und bei mir ist das auch so.

    Die Woche habe ich es endlich mal ausgesprochen: Mein Vater ist Alkoholiker. Ich habe dabei zwar am ganzen Leib gezittert und mir war eiskalt und schwindlig, aber nach diesem Gespräch habe ich mich sehr gut gefühlt: erleichtert, so als hätte mein bester Freund einen Teil meiner Last von mir genommen, ich habe mich entspannter gefühlt und auch ein bißchen glücklich, dass es jemand gibt, der für mich da ist.

    Das wollte ich mal loswerden. Ich hoffe, ich habe auch die Kraft, bald zur Selbsthilfegruppe zu gehen...

    Viele Grüße
    Kämpferherz

    Hallo,

    ich finde es auch am besten, wenn du den selten (überwachten) Umgang mit dem Vater des Kindes ermöglichst.

    Was ich aber ganz, ganz wichtig finde: Kinder, und sind sie noch so klein, spüren sehr viel, d. h. dein Kind wird die Sucht seines Vaters spüren (auch wenn der Vater immer gerade nüchtern sein sollte, wenn dein Kind bei ihm ist), dein Kind wird merken, dass etwas nicht in Ordnung ist, aber nicht verstehen was.

    Für mich ist das Schlimmste an meiner Kindheit, dass nie über den Alkoholismus gesprochen wurde, ich kann es heute noch nicht (im realen Leben). Ich kann nur hier schreiben.

    Damit es deinem Kind nicht so geht, rede mit ihm, aber eben kindgerecht. Jetzt, nicht erst in ein paar Jahren. Vielleicht gibt es irgendwo Tipps, wie man einem Kind so etwas kindgerecht beibringen kann. Dadruch gibst du dem Thema nicht die Chance zum Tabu-Thema zu werden, dadurch wird dein Kleiner sich nicht schämen, weil eben offen mit dem Thema umgegangen wird. Und was ganz wichtig ist, es bewahrt dein Kind davor, sich schuldig zu fühlen. Sehr viele Kinder fühlen sich hier schuldig, an der Sucht der Eltern.

    Aber zum Abschluss noch mal ein dickes Lob: Du überlegst, was für dein Kind am besten ist! Super!!!!!!!!

    Grüße
    Kämpferherz