Beiträge von Kämpferherz

    Hallo Speedycar,

    ich kann dich verstehen, mir tut es auch sehr weh, wenn ich meinen Vater sehe und merke, dass er durch den Alkohol immer kränker wird. Und es kommt noch die Angst dazu, dass er irgendwann richtig (arbeitsunfähig) krank ist, vielleicht sogar stirbt...

    Nur helfen, dass musste ich auch erst begreifen, dass kann ich ihm nicht. Auch du wirst deinem Vater nicht helfen können, deiner Mutter auch nicht. Es gibt einfach Dinge, mit denen man selbst klarkommen muss. Solange dein Vater sich selbst noch vorspielen kann, kein Problem zu haben, hat er kein Grund aufzuhören. Er muss das selbst merken.

    Das einzige was du tun kannst, ist etwas für dich selbst zu tun. Ich weiß wie schwer es ist, aber du musst innerlich Abstand von deinen Eltern gewinnen. Versuche einfach, für dich zu sorgen.

    Viel Erfolg
    Kämpferherz

    Hallo Weitsicht,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Mir machen Betrunkene Menschen immer noch wahnsinnig viel Angst, vor allem, wenn sie in Gruppen auftreten, wie z. b. in ner Disko.

    Meine engen Freunde trinken alle gar keinen oder sehr wenig Alkohol, so wie ich auch. Es sind die weitläufigen Bekannten, die aber eigentlich auch immer mit dabei sind, wenn wir ausgehen, die sehr viel trinken. Ich habe das Gefühl, dass eh auf jeder Party oder Disko total viel gesoffen wird.

    Meine engen Freunde wissen teilweise über meine Vergangenheit Bescheid, anderen wissen nur, dass ich es nicht mag, wenn sie sich in meiner Gegenwart etwas trinken und lassen es dann.

    Mein Problem ist, dass ich völlig überreagiere, wenn in meiner Umgebung ein oder mehrere sehr Betrunkene rumlaufen, egal ob ich die kenne oder nicht. In mir steigt dann Panik auf. Auf dem Geburtstag war z. B. auch nur eine Person, die richtig voll war, die meisten anderen hatten, so wie ich nur wenig Alkoholisches zu sich genommen. Trotzdem habe ich Angst bekommen.

    Ich weiß da echt nicht, wie ich damit umgehen soll.

    Gruß
    Kämpferherz

    Hallo Casa,

    erst mal herzlich willkommen hier.

    Es ist wirklich schwer zu akzeptieren, aber du wirst deinen Eltern nicht helfen können. Die können sich nur selbst helfen.

    Wie willst du es denn machen? Willst du kontrollieren ob sie was trinken, es ihnen verbieten? Würden sie sich an ein Verbot von dir halten? Wohl eher nicht.

    Ich weiß, wie schwer es fällt, aber du musst es akzeptieren. Ich habe auch Angst, dass mein Vater sich mit seiner Trinkerei bald selbst zerstört hat, ich liebe ihn, obwohl er mich früher sogar geschlagen hat. Aber ich kann nichts tun.
    Meiner Mutter habe ich schon so oft angeboten bei mir zu wohnen, sie reißt sich bald ein Bein aus, um den Schein nach außen zu wahren, ist ständig am Arbeiten, weil mein Vater (hat ne eigene Firma) oft Mittags noch im Bett liegt und nix macht.

    Mir persönlich hat es geholfen, daheim auszuziehen, jetzt baue ich mir nach und nach mein eigenes Leben auf. Du kannst deinen Eltern nicht helfen, du kannst nur dir selbst helfen.

    Hast du schonmal darüber nachgedacht, wie es dir selbst geht? Du schreibst in deinem Beitrag nur über deine Eltern und die Sorgen um sie. Aber du musst auch an dich denken. Wie geht es dir denn? Gibt es irgendetwas Gutes, dass du DIR tun kannst?

    Ich wünsche dir ganz viel Glück und Kraft.
    Kämpferherz

    Liebe Forenmitglieder,

    meine Therapeutin hat meine Therapie als beendet erklärt, schon nach 5 Monaten. Mir ging es in den letzten Wochen auch wirklich gut, bis vor einem Erlebnis vor kurzem.

    Ich war auf einen Geburtstag eingeladen und es war auch alles schön, ich habe mich gut unterhalten, sogar ein Glas Sekt getrunken. Dann, kurz nach zwölf habe ich bemerkt, dass ganz in meiner Nähe eine Person war, die schon sehr viel "über den Durst" getrunken hatte. Und ich bekam sofort wieder riesige Angst, sogar Panik, fühlte mich bedroht, wollte nur noch heim, hatte Herzrasen und habe gezittert. Ein Freund hat mich dann nach Hause gefahren.

    Normalerweise meide ich Situationen, wo ich auf stark alkoholisierte Personen treffen könnte, das ist aber nicht immer so leicht, weil viele meiner Freunde doch gerne einen trinken. Ich habe oft das Gefühl, dass sehr viele Jugendliche gerne einen trinken gehen.

    Was mich interessiert ist, wie es euch als EKAs geht, wenn ihr auf Betrunkene trefft. Wie geht ihr mit ihnen um? Macht euch das auch Angst? Ekelt ihr euch?

    Viele Grüße
    Kämpferherz

    Hallo liebe Forenmitglieder,

    ich habe gedacht, dass ich mit der Angst klar komme und dass ich mich durchsetzen kann.

    Gegen die beschriebene Mitarbeiterin konnte ich mich jetzt durchsetzen, es war auch gar nicht so schwer. Ich habe einfach gesagt, dass dieses kurzfristige Schichttauschen nicht geht, und sie hat es nicht mehr versucht, sondern hält sich an den Plan.

    Ich schildere mal grob die heutige Situation. Es gibt eine Person in meinem Arbeitsumfeld, vor der fast alle Kollegen Angst haben. Das heißt, es wird auch viel über diese Person gesprochen und gerätselt, was sie wieder boshaftes im Schilde führt. Aber ich bin die einzige, die sich zu einer Vorgesetzten dieser Person traut.

    Diese Person hat die Eigenschaft, sich Leute zu krallen und dann richtig boshaft auszuquetschen. Ich war lange ein Opfer von ihr, bis eine andere Kollegin kam, die aber jetzt wieder das Unternehmen verlassen hat. Also wusste ich, dass ich wieder Opfer sein werde und habe mich mit Bücher über Schlagfertigkeit, Mobbing, Rhetorik etc. vorbereitet und war überzeugt, ihr diesmal die Stirn bieten zu können.
    War nix. Die hat mir einmal in die Augen geguckt, da hab ich mich gefühlt, wie ein kleines Kind. Ich hab zu allem ja und amen gesagt, was sie gesagt hat, allerdings es geschafft mich diesmal nicht über andere Kollegen ausquetschen zu lassen, habe immer mit "weiß ich nicht"/"keine Ahnung" geantwortet.

    Gibt es nicht irgendein Trick, in kritischen Situationen nicht sofort in Panik auszubrechen, sondern sich einen halbwegs kühlen Kopf zu bewahren? Es gibt doch hier bestimmt mehr Personen, die vielleicht bisschen schüchtern sind. Was macht ihr dagegen? Ich hab schon gegoogelt, ob es irgendwelche VHS-Kurse gibt (Bücher haben nix gebracht, in den Übungen mit einer Freundin war ich super, total schlagfertig. Aber vor einer Freundin hab ich auch keine Angst). Wenn ich am PC chatte oder so, dann bin ich schlagfertig. Wenn mich am Telefon jemand anschreit, ausfällig wird oder so, dann habe ich kein Problem damit. Ich bleibe ruhig, argumentiere sachlich, setzte mich durch. Steht jemand vor mir und schreit, dann kann ich nichts mehr.

    Oh Mann
    Julia

    Hallo Manfred,

    ich hab jetzt sehr lange über deinen Beitrag nachgedacht.

    Mir ist folgendes klar geworden: Immer dann, wenn ich z. B. nach der Arbeit total müde und erschöpft war und es kam noch jemand mit irgendwelchen Problemen zu mir, dann hab ich tatsächlich nein gesagt - zu mir! Das ging teilweise soweit das ich KEINE ZEIT ZUM SCHLAFEN hatte, weil ich nächtelang irgendwelche Leute in meiner Wohnung oder am Telefon hatte, die mir ihre Probleme aufgehalst haben.

    Ich frage mich mittlerweile auch, ob meine körperlichen Probleme damit zu tun haben. Mir geht es seit Mai, also seit ich mir eingestanden habe, dass mein Vater Alkoholiker ist, sehr schlecht, bin dauernd krank und es wird von Mal zu Mal schlimmer. Ich werd immer schwächer und müder, habe kaum Abwehrkräfte und mein Arzt findet nix körperliches. Mittlerweile komme ich auch im eine Mandel-OP nicht mehr drum herum, obwohl ich panische Angst davor habe.

    Darüber hab ich mit meiner Therapeutin gesprochen, es ist mir was sehr interessantes klar geworden: Ich habe nicht Angst vor der OP an sich, sondern davor, dass ich die KONTROLLE VERLIERE durch die Vollnarkose. Ich bin den Ärzte hilflos ausgeliefert! Das gleiche Problem auch die Flugangst, ich habe kein Kontrolle, was der Pilot da vorne macht! Mein Leben liegt in seinen Händen.
    Noch was anderes ist mir in diesem Zusammenhang sehr klar geworden: Ich habe mich in letzer Zeit immer darüber beschwert, dass mein Ex-Freund so wenig gemacht hat und ich sehr viele Arbeiten für ihn erledigt habe. Dabei hat er das nie von mir verlangt, ich kann mal ein Beispiel nennen, wie das bei uns immer war: Er hat seine Bewerbungen geschrieben, ich habe sie Korrektur gelesen, und dann gesagt: Das ist doch alles Scheiße, du kannst gar nichts, blabla.... und dann hab ich angeboten, es für ihn zu übernehmen. So war ich immer!!!!!!!!!!! Natürlich hat er irgendwann nix mehr gemacht, denn mir war ja nichts recht zu machen.

    Komischerweise wurde mein Verhalten seit Mai immer schlimmer, vor allem der Kontrollzwang und der Perfektionismus. Dabei müsste man eigentlich denken, dass es sich bessert, nachdem ich mir eingestanden habe, dass mein Vater Alkoholiker ist. Aber das Gegenteil war der Fall: Ich hab mich noch mehr um andere gekümmert, noch mehr gearbeitet, versucht alles noch besser zu machen und andere, vor allem Kollegen, kontrolliert bis zum geht nicht mehr.

    Jetzt sitz ich hier, bin körperlich krank und total schwach. Und ich merke, dass die Welt sich weiter dreht, wenn ich nicht gebe, sondern mal nehme. Und wisst ihr, wer sich um mich kümmert? Mein Ex-Freund! Dem ich immer vorgeworfen habe, mich nur auszunutzen.

    Meine Eltern, die rufen noch nicht mal an! Wenn mein Ex-Freund und meine zwei besten Freundinnen nicht wären, dann könnt ich hier wochenlang tot in meiner Wohnung liegen und es würde keinem auffallen. Normal ist doch Familie, dass man sich gegenseitig hilft? Bei uns ist es so, dass ich immer meiner Familie helfe, es kommt aber nix zurück.

    Das musste mal raus.

    Julia

    Hallo Weitsicht,

    danke für deine Antwort.

    Meine Therapeutin ist bisher die einzige in meinem "realen" Umfeld, mit der ich wenigstens etwas detaillierter über meine Vergangenheit rede. Aber ich werde wohl noch ein bisschen Zeit brauchen, bis ich alles verarbeitet habe.

    Ich war im Dez./Anf. Jan. länger krank, in der Zeit hat sich vieles geändert in der Firma. Ich wusste noch nicht mal, dass ich die Stelle jetzt habe, auf die ich mich davor beworben hatte (im Dez.)
    Kam im Jan. wieder und hab gestaunt ;)
    Mein Chef ist aufgestiegen, mit dem hab ich nix mehr zu tun (beruflich), sitzt auch woanders in der Firma. Die Abteilungsleiterin ist ganz weg.

    Naja, jetzt stehe ich vor der Herausforderung, eine kleine Abteilung zu führen, wie ich es mir immer gewünscht habe. Nur dass es Leute gibt, die einem so auf der Nase rumtanzen, nur weil ich kein Machtwort spreche (sprechen kann), damit hätte ich nicht gerechnet. Vor allem, bei so einer kleiner Abteilung nicht.

    Hm, sehr deprimierent.
    Julia

    Hallo, da bin ich mal wieder.

    Ich weiß nicht, ob mein Problem mit meiner Vergangenheit zu tun hat, vermute es aber.

    Ich kann mich überhaupt nicht durchsetzen, gebe immer dem Willen anderen nach, auch wenn das noch so unfair ist. Ich vermute, dass es damit zu tun hat, dass ich mich früher zu Hause nicht behaupten konnte, weil mein Vater in Diskussionen oft zugeschlagen hat - und ich war körperlich unterlegen.

    Heute ist es so, dass ich mich auch überhaupt nicht behaupten kann, wenn mir einer Unrecht tut, weder in meinem privaten noch beruflichen Umfeld. Es ist so, dass ich mich sehr oft ausnutzen lassen, weil ich mich nicht traue, nein zu sagen.

    Wenn mich jemand beleidigt oder anschreit, dann sage ich nichts, weil ich Angst habe, dass derjenige noch wütender wird.

    Ein konkretes Problem habe ich derzeit auf der Arbeit: Seit Anf. Januar führe ich ein kleines Team, bestehend aus mir und zwei weiteren Personen. Eine der beiden hört überhaupt nicht auf mich, sondern kommt z. B. einfach zur Frühschicht, obwohl sie mit Spät dran gewesen wäre. Dann lügt sie auch noch dreist unserem Abteilungsleiter ins Gesicht und behauptet, es sei mit mir abgesprochen.
    Ich habe dann zwar nachweisen können, dass meine Darstellung stimmt (betreffende Person hat mir am Abend vorher um ca. 23:00 Uhr per SMS mitgeteilt (nicht gefragt), dass sie am nächsten Morgen früh kommt und ich habe zurückgesimst, dass das nicht geht), aber ich habe mich nicht getraut, betreffender Person die Meinung zu geigen. Die tanzt mir auf der Nase rum und ich kann mich nicht wehren!!!!!!!!!!

    Was soll ich da bloß machen? Ich will auf keinen Fall gleich mit der Teamführung scheitern und wieder abgesägt werden. Das ist in der Firma schon öfter passiert. Außerdem sagt der Abteilungsleiter immer, dass er darauf vertraut, dass ich das Problem in den Griff bekomme, er aber im Notfall eingreifen wird. Ich schließe aus dieser Aussage, dass er es lieber hätte, wenn ich lerne mich durchzusetzen.

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo!

    Soll ich ihm jetzt eigentlich von meinen Erlebnissen aus der Kindheit erzählen oder lieber nicht? Ich würde gerne, aber ich traue mich nicht, weil ich mich so schäme.

    Vor allem, WIE sagt man sowas?

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo Nina, Hallo Steffi,

    vielen Dank für die Antworten.

    Vom Gefühl her bin ich sicher, dass ich ihn zurück will. Nur hat mal jemand zu mir gesagt, es wäre meist so, wenn man wieder zusammen kommt, dass es dann nur für eine kurze Zeit wäre und danach ein Rosenkrieg ausbricht. Davor hab ich Angst.

    Ich möchte auch vor allen Dingen ein ständiges Hin und Her vermeiden, heute zusammen, morgen getrennt, dann wieder zusammen, wieder getrennt...
    Das hat er nicht verdient.

    Mit der Zeit einfach so verbringen habe ich Schwierigkeiten, weil ich sehr ungeduldig bin. Ich wüsste eben gern sofort, ob die Beziehung Zukunft hat oder nicht. Dann weiß ich in manchen Situationen nicht, wie ich mit ihm umgehen soll, ob ich ihn umarmen darf etc. Im Moment telefonieren wir viel und sehen und selten, das Telefonieren tut mir auch unheimlich gut, weil ich da besser reden kann, als von Angesicht zu Angesicht.

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo Momo,

    man kann deine Traurigkeit und deine Ängste ja regelrecht aus den wenigen Sätzen rauslesen :(

    Ich kann dich so gut verstehen. Ich bin vor fast 7 Jahren ausgezogen und habe immer noch ein schlechtes Gewissen und ich habe immer Angst, dass mein Vater bald stirbt, und ich ihm nicht mehr sagen kann, dass ich ihn trotz allem liebe.

    Mir hilft die Therapie etwas, die ich im Oktober angefangen habe. Hast du dir diesen Schritt mal überlegt? Und mach bloß nicht den Fehler wie ich zu denken, dass nur Bekloppte zu Therapeuten rennen! Leute mit Problemen gehen da hin, aber Leute, die die Stärke besitzen, etwas an ihrer Situation zu ändern.

    Mir ist der Satz aufgefallen: Das würde mein Vater so runter ziehen, ich weiß nicht, ob ich ihn aus dem Loch wieder raus bekomme.
    Wieso musst du ihn aus dem Loch rausholen? Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich (ich weiß, wie schwer es ist, das auch zu akzepterien).

    Vielleicht solltest du auch überlegen, ob DU damit leben kannst, wenn dein Vater besoffen einen Unfall baut und sich selbst und/oder andere verletzt. Denk nicht immer an ihn, denk auch mal an DICH! Vielleicht hilft dir das, eine Entscheidung zu treffen. Es ist beides ein schwer Schritt. Nichts zu unternehmen wird schwer sein, weil du dann ständig Angst hast. Wenn du die Polizei informierst, wirst du mit deinem Gewissen kämpfen.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und ganz viel Glück!

    Julia

    Hallo!

    Ich habe vor ein paar Monaten schon mal geschrieben, als meine Vergangenheit in mir hochkam.

    Damals hatte ich mich gerade von meinem Freund getrennt, nach vier Jahren. Ihm hatte ich nie von meiner Vergangenheit erzählt bzw. hat er nie mitbekommen, dass mein Vater heute noch trinkt. Ich habe das nicht wegen mangeldem Vertrauen so gemacht, sondern, weil ich dachte, mit meinem Auszug zu Hause, alles hinter mir gelassen zu haben.

    Die Trennung kam von meiner Seite, auch sehr überstürzt und ohne viel nach zu denken. In den letzten Monaten ist mit aber folgendes bewusst geworden:

    - er fehlt mir sehr, vor allem die Gespräche mit ihm fehlen mir sehr

    - vieles was bei uns in der Beziehung nicht so toll lief, ist auf Grund meiner Vergangenheit schlecht gelaufen, das wird mir durch die Therapie bewusst. (Beispiel: ich habe grundlos Streit mit seiner Mutter angefangen, oder völlig überreagiert, wenn wir irgendetwas vereinbart hatten, es aber in letzter Sekunde z. B. wg. Schlechtwetter umgebplant wurde). Könnte da noch tausend Beispiele aufzählen.

    - der Trennungsgrund: ich wollte nicht so enden wie meine Mutter. Und das wäre bei meinem Ex-Freund nicht passiert, aber irgendwie dachte ich zu diesem Zeitpunkt, dass alle Männer so werden, wie mein Vater. Dabei ist mein Ex ganz anders, trinkt nicht regelmäßig, sondern eher selten (max. nimmt er einmal pro Monat Alkohol zu sich, dann aber nur ein bis zwei Gläser Bier), er ist hilfsbereit, Hausarbeit wurde geteilt etc. Bei uns zu Hause ist das alles ganz anders, meine Mutter macht alles, mein Vater nix (außer trinken). Wieso hatte ich nur so Angst, dass mein Freund auch so wird?

    Mittlerweile ist es so, dass ich wieder sehr guten Kontakt zu meinem Ex-Freund habe, ihm jetzt endlich von meinem Vater erzählt habe und er viele Verhaltensweisen an mir besser versteht. Wir verbringen wieder mehr Zeit miteinander, gehen weg oder reden miteinander. Auf sexueller Ebene läuft nichts, weil ich mir erst sicher sein will. Ich will auf jeden Fall vermeiden, dass wir uns alle paar Monate trennen und wieder neu zusammen kommen.

    Ich fühle mich immer noch sehr zu ihm hingezogen, ihm geht es genauso. Ich weiß aber jetzt nicht, was ich machen soll, vielleicht liebe ich ihn ja doch nicht, sondern mache mir wieder nur selbst was vor. Wenn ich wieder mit ihm zusammen komme, will ich mir auch sicher sein, dass ich ihn wirklich liebe. Ich denke jetzt zwar, dass die Trennung ein Fehler war, aber bin mir nicht sicher, ob ich in paar Monaten nicht wieder anders denke.

    Hat irgendjemand ein paar Tipps, wie ich selbst Klarheit über meine Gefühle bekommen kann?

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo Momo,

    ich kann mir vorstellen, dass die Polizei rufen, dir schwer fallen wird. Aber wenn es keinen anderen Weg gibt, als diesen, musst du diesen schweren Schritt gehen.

    Hast du die Möglichkeit, ihm den Schlüssel wegzunehmen, so dass er nicht mehr fahren kann?

    Du schreibst, dass euer Verhältnis nicht das beste ist, da gehe ich mal davon aus, dass du nicht mit ihm drüber sprechen willst oder kannst. Im Prinzip bleiben dann nur die zwei krassen Schritte: Schlüssel weg oder Polizei informieren.

    Und bitte: mach dir dann keine Vorwürfe, wenn du diesen Schritt gegangen bist und dein Vater einen auf den Deckel bekommst. Er ist erwachsen, er kann für das was er tut auch die Verantwortung übernehmen!

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo Tanja,

    du bist zu der Person geworden, die du bist, durch die Art und Weise, wie du aufgewachsen bist und was du bis jetzt in deinem Leben erlebt hast. Alle diese Dinge haben dich geprägt, auch der Alkoholismus deines Vaters.

    Mein Vater war schon vor meiner Geburt Alkoholiker und er war nur für ein Jahr mal trocken (da war ich 13 oder 14). Ich habe sehr viele Verhaltensweisen eines Alkoholiker-Kindes, aber die sind nicht alle schlecht, es kommt darauf an, wie ausgeprägt die sind.

    Mir hat es sehr geholfen zu Hause rauszukommen, ich bin vor 6 Jahren ausgezogen. Aber es gibt Verhaltensweisen, die man nie ganz ablegen wird.

    Das größte Problem habe ich mit Nähe zu anderen Menschen, ich kannte das von zu Hause nicht, dass man füreinander da ist, um mich hat sich nie jemand gekümmert. Ich war immer auf der Suche nach Mr. Right, der es schafft mir Nähe und Geborgenheit zu geben, aber wenn ich eine Beziehung hatte, habe ich dem Mann nicht vertraut, nichts über mich erzählt und ihm somit nicht die Chance gegeben, mich kennen zu lernen und Nähe aufzubauen.
    Ich habe auch keine einzige wirklich enge Freundin, einfach weil ich niemanden an mich ranlassen kann. Für mich gibt es mich, mir geht es schlecht und alle anderen als Gruppe, zu der ich nie gehören werde.

    Ein weiteres Problem ist bei mir, dass ich für alles und jeden die Kummerkastentante bin. Auch Leute, die ich kaum kenne, schütten mir ihr Herz aus und ich bin immer für jeden da, manchmal geht das soweit, dass ich selbst kaum noch zu was komme, d. h. ich finde z. B. die Zeit nicht mehr, meinen Haushalt zu erledigen, weil sich immer irgendwer bei mir ausheult.

    Ich sehe das auch irgendwie positiv, dass ich so hilfsbereit bin, aber ich sollte mehr aufpassen, da es gerade in letzter Zeit sehr ausgenutzt wurde.

    Ein weitere Aspekt, den ich an mir fest gestellt habe, ist mein Perfektionismus. Natürlich hat mich das in der Schule und auch beruflich voran gebracht, weil ich dadurch bessere Leistungen als andere erziele, aber ich mache mich selbst schon wegen dem kleinsten Fehler total verrrückt.

    Ich würde dir auch das Buch "Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit" von Janet G. Woititz empfehlen, da kannst du erkennen, welche Eigenschaften auf dich zutreffen und wie du besser damit umgehen kannst. Denn meiner Meinung nach kann man sich auch ändern, wenn man dies möchte, und so auch schlechte Eigenschaften vermindern oder sogar ganz ablegen.

    Ich wünsch dir viel Glück auf deinem Weg

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo Idrial,

    ich kann den anderen nur zustimmen, eine Therapie tut wirklich gut.

    Auch ich habe lange gebraucht, um mir überhaupt einzugestehen, dass ich Probleme habe. Verdrängen ist so einfach...

    Ich merke erst jetzt, wie viele typische Verhaltensweisen ich an den Tag lege. Leider musste es erst so weit kommen, dass ich regelrecht zusammen gebrochen bin, weil ich es einfach nicht mehr geschafft habe.

    Ich habe jahrelang nie an die Sachen von früher gedacht, dann kam nach meiner letzen Prüfung, als ich endlich Zeit für mich hatte, alles hoch. Mir blieb da nur noch die Therapie, ich habe nie im Leben über mein Problem geredet, mit der Therapeutin kann ich das endlich mal. Das tut so gut. Ich fühle mich verstanden.

    Das du weinen kannst, finde ich gut, dass konnte ich lange nicht. Lass es raus! Weinen kann so erleichternd sein.

    Bei mir war es übringens eine Freundin, die mich zur Therapie "gezwungen" hat, die hat mir auch eine Therpeutin gesucht. Aber du kannst dir auch eine Liste von deiner Krankenkasse schicken lassen, dann kannst du sicher sein, dass die Kosten auch übernommen werden. Mir haben die eine Liste mit 9 Seiten geschickt und alle Therapeuten ins im Umkreis von rund 40 km.

    Also viel Glück!

    Julia

    Erstmal vielen Dank für eure Antworten!

    marinajako : über dieses Thema habe ich gestern auch mit meiner Therapeutin geredet. Ich fühle mich schuldig, auch wenn ich nichts für das kann, was mein Vater gemacht hat. Gestern ist herausgekommen, dass ich immer schon dachte, dass EKAs irgendwelche asozialen Penner sind, die irgendwo einfach nur abhängen und nix auf die Reihe bekommen. So dachte ich immer, dass ich das einzige EKAs bin, dass sein Leben halbwegs auf die Reihe bekommt.

    Dann noch so eine verkorkste Überzeugung von mir: Alle anderen, außer ich, sind glücklich, selbstbewusst, haben keine Probleme, ja sind einfach viel besser wie ich.

    Ich weiß vom Verstand her mittlerweile, dass diese Gedanken ganz falsch sind, aber ich fühle mich trotzdem immer noch minderwertig.

    Deshalb will ich auch nicht, dass in der Firma darüber gesprochen wird.

    @ Karsten: Okay, ich werde die Situationen versuchen, allgemeiner zu beschreiben.

    @ Bopunty: Wie oben schon geschrieben, habe ich gestern in der Therapie schon gemerkt, dass ich mit einigen Gedanken sehr auf dem Holzweg bin. Wie die Kollegen reagieren, die es durch die eine Kollegin jetzt sowieso wissen, werde ich nächste Woche sehen. Zwei haben gestern angerufen, haben aber nur gefragt, ob sie mir irgendwie helfen können und mir was gutes tun können. Vielleicht reagieren alle so im Büro? Dass ich dann einfach nur, wenn ich auf die Gerüchte angesprochen werde, sage: Ja, mein Vater ist Alkoholiker, nein, ich will jetzt nicht drüber reden, ja, es geht mir gut, und jetzt arbeiten wir weiter.

    Wie oben geschrieben habe ich auch die Angst, dass ich dann als „asozial“ abgestempelt werde. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich in meinem Kopf oft Horrorseznarien abspielen, die im Nachhinein überhaupt nicht der Realität entsprachen. Ich stell mir immer vor, was alles Schlimmes passieren kann, z. B. in Prüfungssituationen.

    Ich sollte mir jetzt vielleicht vor Augen halten, wie die zwei reagiert haben, die gestern hier angerufen haben. Die haben toll reagiert. Mir gesagt, dass sie es toll finden, wie stark ich bin und dass sie mir helfen, wenn ich Hilfe brauche. Dann hab ich vielleicht nicht mehr so Angst, wenn ich nächste Woche zur Arbeit gehe.

    caro1969 : die hat ihre eigenen Probleme, nämlich überhaupt kein Selbstbewusstsein, noch weniger wie ich. Deshalb versucht sie, andere runterzumachen, um selbst besser da zustehen. Ich werde versuche, mir zumindest nicht anmerken zu lassen, dass sie mich getroffen hat. Im Notfall muss ich eben in die Offensive gehen und sagen: „Ja, es stimmt, mein Vater ist Alkoholiker, aber ich werde trotzdem genauso gut weiterarbeiten wie in den letzten Jahre auch. Es hat nichts mit meiner Arbeit zu tun.“

    Ich würde dieser Kollegin gerne sagen, wie sehr sie mich nervt. Sie kommt mit jedem Problem (und ihre Probleme sind für mich Kleinigkeiten) zu mir, und labert mich voll. Ich kann das nicht mehr hören und traue mich aber nicht, das mal zu sagen, da ich absolut konfliktscheu bin. Da muss ich noch einen Weg finden.

    @ summerdream: Meine Therapeutin meint, ich soll auf jeden Fall mit meinem Chef reden, allein schon, dass er mir die Angst nimmt, dass meine Vergangenheit negative Konsequenzen auf der Arbeit haben wird.
    Ich glaube, ich will auch mit ihm reden, um uns beiden zu helfen. Ich bin sowieso ein Typ, der sich immer um alle Probleme von allen anderen kümmert. Der Herr ……….. war zur Abwechslung mal jemand, der sich in den letzten Monaten, in dem meine Beziehung zerbrochen ist, auch um mich gekümmert und gesorgt hat. Und auch das war für mich überraschend, weil das noch nie jemand gemacht hat. Ich bin immer die, die für andere da ist und mit eigenen Problemen allein klarkommt. Ich habe auch für mich beschlossen, nicht mehr wahllos für alle da zu sein. Aber er ist einer, der es verdient hat.
    Auch wenn es mein Chef ist, es ist einer der ganz wenigen, denen ich wirklich vertraue. Und dieses Vertrauen ist schon lange da, lange bevor ich wusste, dass auch er ein EKA ist.

    Frage mich nur, ob es für ihn gut ist, wenn ich mit ihm rede und ihn damit belastet. Denn er ist einer, der auch nicht nein sagen kann und dann für jeden da ist.

    Viele Grüße und nochmals vielen Dank.
    Julia

    Hallo!

    So, jetzt ist es schon so weit: Am Donnerstag hat diese Kollegin rausbekommen, was mein Problem ist, heute weiß es schon die ganze Firma.
    Wieso habe ich denn auch so doof auf die Aussage meines Chefs reagiert? Ich bin so sauer.
    Ich habe Urlaub, bin heute aber von drei anderen Kolleginnen angerufen worden, die das auf der Arbeit erfahren haben. Und ich will doch noch gar nicht drüber reden!

    Überlege jetzt, ob ich meinem Chef ne kleine Nachricht schreiben sollte, so von wegen, dass ich das gleiche Problem habe wie er und dass ich glaube, dass auch seine Eheprobleme damit zu tun haben. Ich glaube nämlich, dass er glaubt, mit dem Thema abgeschlossen zu haben. Aber er zeigt sämliche Verhaltensweisen eines Alkoholikerkindes. Auch in seiner Beziehung, da hat er mir ja genug von erzählt.
    Bin mir aber unsicher, ob die Idee gut ist, denn ich weiß nicht, ob ich ihn damit nicht nerven würde. Kann das immer sehr schlecht einschätzen, wie andere Leute zu mir stehen.

    Naja, werde jetzt aufhören über die dämliche Pute von Arbeitskollegin und angeblicher Freundin zu grübeln und mal ins Bett gehen.

    Viele Grüße
    Julia

    Die Kollegin ist eine fiese Kuh, die hat mich schon öfter vergeblich beim Chef versucht schlecht zu machen. Die weiß nicht, wie gut unser Verhältnis ist und er hat sie wohl abblitzen lassen. Sie hat ihm erzählt, ich würde alle anderen im Büro mobben. Ich verstehe mich mit fast allen sehr gut! Der Chef hat auch nix geglaubt.
    Aber ich habe Angst, da sie jetzt etwas von mir kennt, mit dem ich selbst nicht zurecht komme, dass sie es für ihre Zwecke missbraucht. Sie bräuchte ja nur so Gerüchte in die Welt setzen, von wegen der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ich trinke nie Alkohol. Sie könnte es auch einfach nur erzählen, das wär mir schon unangenehm genug.

    Es kann sein, dass es wirklich ein Hilfeschrei von meinem Chef war, denn es geht ihm wirklich sehr schlecht in letzter Zeit. Habe sogar paar Mal Tränenspritzer auf seiner Brille gesehen. Der ist total ausgelaugt, weil er sich permanet für andere aufopfert und sich selbst null Freizeit gönnt. Außerdem hat er Eheprobleme, will sich scheiden lassen, traut sich aber nicht, weil er Angst um seine Kinder hat. All das erzählt er mir, weil ich die einzig unparteiische wäre. Ansonsten hat er mit seinem besten Freund geredet, aber da wohl nur Pauschal-Antworten bekommen, von wegen, er soll die "Schlampe" in den Wind schießen.

    Ich persönlich denke, dass seine Eheprobleme mit seinem Vater zu tun haben. Ich werde ihn darauf ansprechen, wenn er wieder da ist. Jetzt ist er erstmal im Urlaub, allein, auf mein Anraten.

    Vielleicht hat er mir aber irgendwie auch angemerkt, dass ich das gleiche Problem mit meinem Vater habe. Ich habe es ihm auch angemerkt, einfach weil er mir so ähnlich ist, gleiche Verhaltensweisen (Perfektionismus, konflicktscheu, hilfsbereit bis zur Selbstaufgabe und noch viel mehr) an den Tag legt wie ich. Vielleicht hat er auch einfach nur germerkt, dass wir uns sehr ähnlich sind und fühlt sich verstanden.

    Wie gesagt, ich werde ihn ansprechen, wenn er wieder da ist. Könnte ihm zwar auch ne Mail schreiben, habe aber Angst, seinen Urlaub zu versauen. Denke, dass ich ihm erzählen werde, dass mein Vater auch trinkt, er wird das verstehen. Aber das werde ich erst machen, wenn er wieder da ist.

    Vielen Dank für die Antwort und ebenfalls viele Grüße
    Julia

    Hallo!

    Bei mir ist wieder viel passiert in der letzten Zeit.

    Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich einen Chef habe, mit dem ich mich super verstehe und dem ich mich sehr nahe fühle. Seit zwei drei Wochen bin ich davon überzeugt, dass das so ist, weil er auch ein Alkoholikerkind ist. Natürlich habe ich nicht nachgefragt.

    Letze Woche waren wir mit der Abteilung essen und er hat von seiner Jugend und seiner Kindheit erzählt und hat dabei einfach so, ganz locker erwähnt, dass sein Vater ein Säufer war und ihn als Kind so verschlagen hat, dass er tagelang Schmerzen hatte.

    Mir ist das Essen fast im Hals stecken geblieben. Ich habe mein ganzes Leben den Alkoholismus und die Gewalttaten meines Vaters verheimlicht. Wie kann man nur so locker darüber reden?

    Einer Kollegin ist aufgefallen, dass ich auf diese Thema sehr seltsam reagiert habe, bei diesem Essen und sie hat es rausgefunden. Ich habe jetzt natürlich Angst, dass sie dieses Wissen gegen mich verwenden wird. Sie ist nämlich so eine.

    Wie kann man nur so selbstverständlich über so ein Thema reden? Mich hat er total geschockt damit, auch wenn ich auf Grund seines Verhaltens (sehr ähnlich meinem eigenen) schon vermutet habe, dass er das gleiche Problem hat.

    Wie komm ich nur dazu auch irgendwann mal dazu zu stehen und mich nicht mehr zu schämen oder schuldig zu fühlen?

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo da bin ich wieder,

    vielen Dank für die Antwort.

    Zum Thema Nr. 1: Ich suche irgendwie auch das Gespräch mit meiner Familie, wir haben jetzt lange genug geschwiegen. Trotzdem ziehen mich so Gespräche total runter. Ich will es jetzt endlich verarbeiten, denke, es gehört dazu, mit der Familie zu sprechen.

    Zum Thema Nr. 2: ich habe heute mit der Kollegin gesprochen, zum wiederholten Mal. Weil ich ein sehr konfliktscheuer Mensch bin, habe ich mich extremst freundlich ausgedrückt, viele meiner Fehler eingestanden. Aber sie ist trotzdem total ausgetickt. Außerdem habe ich heute von meinem Chef persönlich gesagt bekommen, dass sie sich schon gestern über uns (komplettes Team) beschwert hat, wir würden sie ausschließen. Und das stimmt überhaupt nicht.
    Morgen um 8:00 ist Gespräch mit meinem Chef, egal ob ich will oder nicht.

    Es ist für mich das erste Mal im Leben, dass ich mich dagegen wehre, ausgenutzt zu werden. Ich weiß ja auch nicht, wieso ich so bin. Die Kollegin hat das wieder gut hinbekommen, mir ihre Probleme aufs Ohr gedrückt, ihre komplette Arbeit auf mich abgewälzt und ich decke die auch noch monatelang vorm Chef, weil sie mir leid tat.

    Habe ihr heute sogar angeboten, wieder eine Teamarbeit mit ihr auf die Beine zu stellen, hat sie abgelehnt. Sie ist sehr ausfällig geworden. Das ist also der Dank dafür, dass ich mir monatelang den Arsch für sie aufgerissen habe. Muss mich morgen überwinden, und mit dem Chef reden.

    Viele Grüße
    Julia