Beiträge von jule1

    Hallo Dagmar,

    da geht es mir wie Dir, ich hab auch keine Lust, mich mit jemandem auseinander zu setzen, der mir jedes Wort im Mund herum dreht, Dinge vergessen hat, die irgendwann mal besprochen wurden etc..

    Bleibt mir nur leider nichts anderes übrig, solange die Kinder hin wollen. Es kann sich nur noch um Jahre handeln, irgendwann sind die Kinder auch groß!

    Aber wie gesagt, ich muß ihn wieder auf sein Plätzchen des Kindsvaters zurücksetzen, er darf nicht mehr so viel Raum in meinem Leben innehaben. Mich wieder auf mich und die Dinge meines Lebens und des Lebens der Kinder konzentrieren. Das füllt mich vollkommen aus und verbraucht all meine Zeit. Gebe ich ihm zuviel, muß ich uns vernachlässigen! So einfach ist die Rechnung. 5% für ihn, mehr nicht! Vielleicht schon zuviel..

    Schönen Sonntag, Jule

    Liebe Elocin,

    wenn das so einfach wäre und wenn ich das nicht schon alles probiert hätte. Die Verfahrenspflegerin ist "neu" im Spiel und erst mal von seiner Opferrolle geblendet. Da kriegt er erst einmal tausend neue Chancen und darf sich wieder bewähren, während ich 5 Schritte zurück gehen muß, um ihr die Gelegenheit zu schaffen, zu verstehen wie er tickt. Er manipuliert ohne Ende und es dauert meist eine Weile, bis die Leute verstehen, was er da für ein Spiel spielt.

    Jetzt darf er nicht mehr schimpfen über mich, sonst setzt sie den Umgang aus. Sie hat mit den Kindern vereinbart, dass sie sich bei ihr melden, wenn er es wieder tut. Nur - welches (coabhängige) Kind verrät schon seinen Vater? Da muß es schon weit kommen.

    Aber es geht mir wieder etwas besser. Es tut mir gut, hier im Forum mitzulesen. In diesen Tagen habe ich für mich herausgenommen, dass ich mein Gedankenkarussell mit Gewalt abstellen muß, mich umpolen muß. Notfalls ablenken. Das gelingt mir manchmal, nicht immer.

    Ich war wieder Kleinmäuschen, ausgeprägte Harmoniesucht wütet immer noch in mir. Und Angst, etwas falsch zu machen. Keiner soll mich anprangern können, immer soll mein Handeln fair von frei von Fehlern sein. Dazu regt mich natürlich auch die Verfahrenspflegerin an. Aber es kann auch nicht sein, dass ich stundenlang darüber nachdenke, ob ich den Satz an ihn jetzt so oder so schreibe, ob er so falsch verstanden werden könnte...

    Die Kinder wollen zu ihm. Und haben das auch schon mehrfach bei Gericht oder Jugendamt zum Ausdruck gebracht. Trotz allem. Er ist ihr Vater und sie sind bereit, einen hohen Preis für wohl immer noch manch schöne Stunde mit ihrem Vater zu bezahlen. Leider ist auch viel Mitleid dabei, je nachdem, wie er sich aufführt. Und er bekommt immer wieder eine Chance! Das muß ich wohl akzeptieren.

    Was ist bei Dir, Elocin? Ich finde keinen thread von Dir, bist du im geschlossenene forum?

    LG Jule

    Zitat von Vivien

    Mit meinem Mann haben wir auch versucht zu reden. Nur macht er absolut dicht. Lebt in seiner eigenen Welt und hat seine eigene Denkweise. Mir wäre sehr daran gelegen, so gut es geht alles mit Vernunft, Fairness und Anstand über die Bühne zu bringen. Nur er schaltet auf stur.

    Liebe Vivien,

    als auch-Co kann ich gut verstehen, dass Du im Guten auseinander gehen möchtest. Du willst ja geliebt werden! Aber das ist wirklich zuviel verlangt! Für diesen Schritt kann er Dich jetzt nicht umarmen, Vivien!

    Vergiß jetzt erst mal den Frieden, den bekommst Du jetzt nicht! Bleibe Du einfach fair und zieh Dein Ding jetzt durch. Schütze Dich, damit es nicht zu Eskalationen kommt.

    Mehr geht leider in dieser Situation nicht!

    LG JUle

    Liebe Vivien,

    sei Dir einfach bewußt, dass Deine Tochter auch coabhängig ist, wenn sie das lange Jahre mit euch mitgemacht hat! Da kann sie es natürlich nicht sehen, wenn ihr Vater leidet.

    Wenn Du gerade eine Kraft in Dir spürst, die Dich nach Wohnungen umsehen läßt, dann nutze sie. Sie wird Dich verstehen. Lies mal bei den erwachsenen Kindern der Alkoholiker nach. Das hat mir geholfen. Da ist oft auch ganz viel Wut dabei, dass die Mütter sich alles gefallen lassen und nicht konsequent handeln.

    Auch wenn sie jetzt wütend ist und Dir Vorwürfe macht, Du hilfst ihr! Du bist ihr ein Beispiel, zeigst ihr, dass Dir Dein Leben so viel wert hast, dass Du etwas ändern kannst und möchtest...

    Liebe Grüße, Jule

    Wir hatten eine schöne Zeit in den Bergen, die Kinder sind viel geritten und ich war viel spazieren und hatte viel Zeit zum Nachdenken...

    Kaum wieder da, geht der Alltag weiter..

    Jetzt mal eine Frage an Euch: wie kommuniziere ich denn nun mit einem nassen Alkoholiker? Wir haben Kinder, haben noch das gemeinsame Sorgerecht (steht auf der Kippe) und die Kinder besuchen ihn fast regelmäßig.

    Da gibt es manchmal Dinge zu regeln. Eine normale Kommunikation ist leider nicht möglich. Jedes email ist mit Vorwürfen gespickt, Beschimpfungen mittlerweile nicht mehr, da die Verfahrenspflegerin immer in cc steht. Worte werden mir im Mund herum gedreht, Dinge projeziert und gespiegelt..

    Augen zu und durch? Alles abprallen lassen, Beleidigungen einfach ignorieren?

    Bin immer auf der Hut, ihn nicht zu sehr in Rage zu bringen. Das bekommen sonst die Kinder bei ihrem Besuch wieder ab. Immer die Worte gut wählen, auch so, dass die Verfahrenspflegerin sie nicht als Provokation empfindet. Immer nur allen recht machen...

    Schwelge ich jetzt schon wieder im Selbstmitleid? Aber wie bitte soll ich hier den Fokus auf mich lenken? Der Kinderausweis muß beantragt werden, das Konto eröffnet werden..

    Ich hab das alles so satt!

    Jule

    Liebe Dagmar,
    mir geht noch etwas durch den Kopf, was zu Deinem Satz, dass Du nicht mit seinen Aggressionen, die er gegen Dich richtet, zurecht kommst.

    Das ist ein Teil der Coabhängigkeit, wir können es nicht aushalten, wenn uns die Anderen nicht lieben, nicht gut behandeln. Wir machen doch immer alles richtig, wir bemühen uns doch so.

    Danke Dagmar, das habe ich heute mit Dir kapiert. Ich kann das auch nur ganz schwer ertragen, dieses Gefühl, dass ich doch eigentlich alles gemacht habe, um ihm zu genügen. Gedreht und gewendet habe ich mich, meine eigenen Bedürfnisse unterdrückt oder heimlich befriedigt. Und das reichte immer noch nicht... Tief drin weiß ich, dass ich tun könnte, was ich wollte, und es wäre ihm immer noch nicht recht. Er würde immer etwas Neues finden.

    Ich habe mir auch lange Vorwürfe gemacht, dass alles nur so gekommen ist, weil ich "heimlich" ausgezogen bin, ihn nicht früh genug davon unterrichtet habe. Diesen Satz bekomme ich auch jetzt noch nach 3 Jahren von Freunden oder Bekannten zu hören. Jedem so, wie er es braucht. Dann nehme ich ihn, den Satz, und lasse ihn in mir wirken. Fatal jedes Mal, Schuldgefühle!! Aber es stimmt nicht ,das weiß ich mittlerweile auch. ICH HÄTTE ES NICHT ANDERS GESCHAFFT, DA WEGZUGEHEN. Ich war schon zu klein, aufgelöst.. Damit muß ich leben. Das ist ein Teil von mir.

    Hauptsache, ich bin weg. Und meine Kinder dürfen wieder lachen und ich auch. Und das tun wir auch - ohne Zensur!

    LG Jule

    Zitat von dagmar007

    Hey Jule,
    Ich habe für die EV das Problem, dass mein Handy nur den letzten Anruf speichert, also keine dauerhafte Liste der Anrufer. Somit muss ich alles in meinem Tagebuch nachlesen obwohl ich die meisten Anrufe nicht eingetragen habe. Davon mal abgesehen erfolgen die jetzigen mit Rufnummernunterdrückung.

    Liebe Dagmar,
    sammle gut, mache ein Tagebuch. War denn die Polizei da, solange er da war oder erst danach? Wann war das denn, als es so eskaliert ist? Wenn die Fakten nicht reichen, dann warte bis sie reichen. Hier geht das, ich mußte nur geduldig sein, der Tag an dem er einen Fehler machte, kam beide Male. Und dann gleich zum Amtsgericht.

    Die Polizei hat mir nicht wirklich viel gebracht. Hab ihn schon 4 oder 5 mal angezeigt, das wurde aber jedes Mal aus fehlenden öffentlichem Interesse aufgehoben. Immerhin mußte er immer wieder zu Verhören und ich hoffte so, dass ihm das irgendwann zu blöd würde. Aber selbst danach fühlt er sich noch im Recht, das ist unglaublich.

    Zitat


    Ich selber kann es nicht verkraften dieses Aggressionspotentail zu spüren und zu wissen, dass ist eine solche Person, die überwiegend Wut und Ärger in sich spürt. Ich frage mich, was habe ich früher gesehen und was alles übersehen??

    Dagmar, das brauchst Du nicht, das klingt nach Selbstvorwurf, auch schon in Deinem letzten Beitrag zu spüren. Die Vergangenheit solltest Du annehmen, wie auch ich. Wir hatten nicht die Kraft dort wegzugehen. Aber jetzt sind wir weg, das ist es, was zählt.

    Seine Aggressionen sind seine, vielleicht weil Du eine Änderung herbei geführt hast. In irgendeinem der vielen Suchtbücher, die ich gelesen habe, stand einmal, dass ein Alkoholiker keine Veränderungen möchte, es soll alles so bleiben, wie es ist, der Alkohol soll fließen, eine Änderung stellt eine Gefahr dar.
    Wahrscheinlich setzt er sich auch erst jetzt, wo Du weg bist, mit der Trennung auseinander. Laß das bei ihm und schütze Dich (EV!)!

    Ich kann gut verstehen, dass Deine Kräfte verpuffen bei all dem, was Dir geschieht. Aber es kommen neue, immer wieder!

    Bin die nächsten Tage leider nicht online, da Ferien sind und ich mit den Kindern weg fahre. Halt die Ohren steif, immer nur einen Tag ins Visier nehmen, das schaffst Du. Und morgen ist dann ein neuer Tag!

    Weißt Du, eine meiner Freundinnen hat mal zu mir gesagt "sei froh, dass er nicht winselt", das wäre noch schlimmer. Ein Vorteil hat es ja, wenn sie so aggressiv sind, es stellt sich nicht mehr die Frage der Umkehr!

    In diesem Sinne, liebe Grüße, Jule

    Liebe Olive,

    man kann Deine Angst spüren... und trotzdem solltest Du Dir bewußt machen, dass alles nur noch schlimmer werden wird. Hier gibt es kein Entrinnen, er wird immer mehr saufen und Deine Kräfte werden immer noch weniger werden und Dein Verhältnis zu Deiner Tochter immer schlechter...

    Was ist denn Dein Haus noch wert, wenn Du ständig bedroht wirst?

    Mir hat zum Ausziehen eine SHG geholfen. Jede Woche bin ich hin und konnte dort sehr viel Kraft und Bestätigung bzw. Verständnis tanken. Dieses Nicken der Köpfe, wenn ich von meinem Leben erzählt habe, hat mir so gut getan. Endlich mal wurde es nicht verharmlost!

    Die finanziellen Dinge sind unangenehm, aber ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, das relativiert sich mit der Zeit. Es geht immer weiter, halt mit weniger Geld, dafür aber mehr Ruhe!!

    LG Jule

    Liebe Dagmar,

    Du stehst ja noch ganz am Anfang, aber ich spüre sehr viel Kraft bei Dir. Die Kraft hatte ich auch am Anfang und ich war so befreit, so froh, dass ich endlich meine Ruhe hatte und dass die Spannungen endlich weg waren. Die Kinder lebten auf, ich auch, was war ich glücklich, wieder das reden zu können, was ich wollte, kein Blatt mehr vor den Mund nehmen zu müssen. Keine Zensur, kein Mann ,der abends aggressiv von der Arbeit heim kam und nach Streit geradezu suchte.. Im Nachhinein denke ich, dass mein Blutdruck ab 16 Uhr hoch ging, ich hatte immer so einen Druck in der Brust ab nachmittags..

    Wenn Du so am Anfang bist und viele Beweise für sein Fehlverhalten hast, dann schau, dass Du die EV bald bekommst. Meine erste wurde zuerst abgewiesen, weil ich zulange mit der Beantragung gewartet hatte! Da sei es mir auch zuzumuten, noch länger zu warten! Nach einem Polizeieinsatz direkt oder wenn Du Zeugen hast zum Amtsgericht. Das kann man auch selbst machen, man braucht, wenn man genug Beweise hat sowieso nicht, nicht unbedingt den RA.

    Ich weiß auch um meine Beteiligung, Dagmar. Ich bin auch zu lange geblieben, war zum Mäuschen erstarrt in der Beziehung. Immmer schön alles recht machen, damit er nicht böse wurde. Nur kein Aufsehen erregen.

    Und Du hast recht, es kann uns egal sein, ob sie es bewußt machen oder nicht, Fokus auf uns! Uns geht es damit schlecht, deshalb müssen wir etwas ändern.

    Hast Du Kinder, Dagmar? In dem Fall sei froh, dass Du keine hast, so kannst Du die Verbindungsschnur zu ihm ein für allemal kappen.

    Das mit Deinem kranken Tier tut mir leid.

    LG Jule

    Zitat

    Ich für mich habe begriffen, dass dieser Mensch einfach seine Mitbeteiligung (harmlos ausgedrückt) an seinem eigenen Leben nicht tragen will. Somit ist es einfacher die Schuld für die eigenen Probleme einer anderen Person in die Schuhe zu schieben. Ist ein anderer "schuld", dann muss der Betreffende auch nichts ändern.

    Das kann ich gut nachvollziehen, dieses Gefühl habe ich auch immer, dass er einen Schuldigen sucht, ein Ventil für seine Aggressionen. Dann zieht er los in der Hoffnung, mich zu treffen...
    Aber was mich mal interessieren würde und vielleicht kann uns hier ja ein Alkoholiker Antwort geben: ist es ihm bewußt, dass er die Schuld weitergeben will oder ist seine Wahrnehmung wirklich so verkappt, dass er denkt, dass er keinerlei Verantwortung für all das, was passiert, hat?

    Zitat

    Mich hat früher die Wut ebenso gebunden wie die Hilflosigkeit. Nun bindet mich zwar die Angst, aber ich versuche damit klar zu kommen. Ich werde ruhiger wenn es keine Angriffe gibt, erfolgt wieder ein Angriff, so bin ich zurückgeworfen und muss wieder an meiner Stabilität arbeiten.[quote]

    Genau so ergeht es mir auch. Wut hab ich manchmal. Wut ist gut, finde ich, Wut gibt mir Kraft. Hass ist etwas anderes und den habe ich Gott sei Dank nicht. Wut verraucht dann auch wieder. Ich glaube, mich bindet noch das schlechte Gewissen, die Schuldgefühle, dass ich ihn vielleicht hätte nie heiraten dürfen, weil es von Anfang an Schwierigkeiten gab. Nicht dass ich weggegangen bin, das empfinde ich als richtig, denn die Kinder hätten soviel leiden müssen, wäre ich geblieben. Und ich auch.

    Dagmar, wie lange bist du denn schon weg?

    [quote]Aber wir können beginnen uns Stärke zu erarbeiten, was lange, lange (zumindest bei mir) dauert. Ich bin noch lange nicht da wo ich hin will.

    Das scheint mir auch so. Verdammt kleine Schritte und immer wieder auch Rückwärtsschritte...

    Ich glaube nicht mehr daran, dass Polizeieinsätze ihn fern halten. Wenn er getrunken hat, hält ihn das nicht mehr zurück. Dann wird ihm alles egal!

    LG JULE

    Zitat


    also meine Eltern stehen am Anfang von dem was du wohl schon zum Teil durchmachen musstest. Meine Mutter versinkt aber leider in der Opferrolle, lässt sich superviel von meinem Vater gefallen aus Angst er könnte ihr das Auto wegnehmen, er könnte für das Auto nicht mehr zahlen etc.

    Das klingt für mich nach Angst. Vielleicht vor mehr als nur das Auto wegnehmen?

    LG Jule

    Zitat von fuego


    vorab eine frage: denkst du, es kann eine suchtverlagerung geben da ER dir nicht deine ruhe lassen möchte ? du schreibst: "es geht um macht- und kontrollverlust", dies würde mich brennend interessieren deine meinung hierzu.
    darf ich fragen ob ER (noch) trinkt, weiterhin nass denkend unterwegs ist ?

    Hallo Fuego,
    ja, er trinkt noch. Wieviel weiß ich nicht, aber sicherlich eher mehr als damals als ich weg bin. Die Dame vom Jugendamt hat mir schon des öfteren bestätigt, dass er morgens zum Termin mit Restalkohol erschien. Außerdem habe ich ihn ja öfters ums Haus schwanken sehen..

    Macht- und Kontrollverlust, weil er Macht haben möchte, immer schon. Er wollte mir immer sagen, was ich zu tun habe. Mir Dinge verbieten auf subtile Weise. Er hatte immer zweierlei Maß, mir stand weniger zu als ihm. Und ich hatte immer mehr Angst, habe angefangen, Dinge zu verheimlichen, mein eigenes Leben neben ihm zu führen. Feige war ich oder eben voller Angst.

    Es war sicherlich ein harter Schlag für ihn vor 3 Jahren, als ich ihn von heute auf morgen verlassen habe, aber ich hatte es immer mal wieder anklingen lassen, er hat mir nur nicht geglaubt, mich nicht ernstgenommen. Auch den Brief, in dem ich ihn vor die Wahl gestellt habe "Alkohol stop oder ich gehe" hat er nicht ernst genommen.

    Nicht mehr normal ist, dass er heute nach 3 Jahren kein Stück weiter gekommen ist. Vor Gericht sagt er genau die gleichen Sätze wie vor 3 Jahren, er hat nichts verarbeitet. Und gibt mir die komplette Schuld (100% Originalton).

    Kontrolle, weil er wirklich kontrolliert, ob ich zuhause bin am Abend oder nicht. Oder ob ich Besuch habe. Es passierte auch schon einige Male, dass er vor dem Haus auf und ab ging, bis ich nach Hause kam. Dann beschimpfte er mich.
    ich wage zu denken, selbst wenn du auf den zugewinnausgleich verzichten würdest, würde er keine ruhe geben.ich denke nicht dass es IHM um geld geht, nein ?
    immer wieder krass "diese rosenkriege"..hmm..
    ziehe es für dich und die kinder durch, dir steht der zugewinn gesetzlich zu..daran is nichts zu rütteln..wieso verzichten ?

    Zitat von fuego

    was tust DU im moment für DICH ?
    haben dir deine therapien was gegeben ?
    kannst du das "erlernte / erfahrene" dort umsetzen im JETZT und HEUTE.....?

    Manchmal gehe ich noch zu AlAnon. Ich lese in Büchern über Coabhängigkeit, bin wieder gläubig geworden, versuche loszulassen.
    Aber was bleibt, ist, dass es mich Tag und Nacht beschäftigt, als ob er immer noch Macht über mich hätte, als ob es mir nicht zustünde, ein neues Leben anzufangen. Er ist immer noch zu präsent in meinem Leben.

    Er beschäftigt mich ja auch unentwegt, indem gar keine Absprachen möglich sind, in dem er jetzt z.B. die eingesetzte Verfahrenspflegerin manipuliert. Er ist so gut im Opfersein, da muß ich so kämpfen, dass man mir glaubt... Und das kostet soviel Kraft, läßt mich nicht los.

    Zitat von fuego

    woran glaubst du im bezug auf IHN?
    sag es..lass es hier raus....

    Ich spüre keinen Hass. Ich glaube, dass er sehr krank ist. Aber ich kann ihm nicht helfen. Das weiß ich und das versuche ich auch garnicht mehr. Die anderen wie jetzt z.B. die Verfahrenspflegerin glauben, dass er einfach so aufhört zu trinken, wenn sie ihn vor die Wahl stellen "entweder Sorgerecht oder Alkohol". Ich glaube da nicht dran, muß meine Meinung aber zurückstellen, sonst werde ich als negativ denkend dargestellt. Sie müssen es selbst erfahren.. Das kostet wieder soviel Zeit und Nerven.

    Hallo Fuego, hallo Almacya,

    danke für Eure Antworten! Auch für den Wink, nicht im Selbstmitleid zu baden, dazu neige ich leider immer wieder...

    Ich laße gerne alles hier raus, heute abend.. bin heute den ganzen Tag unterwegs.

    Und Almacya, Du bist mir mit Deiner Sicht ganz wertvoll, die Sicht des Kindes. Ich weiß, dass ich kämpfen muß, für mich, das schaffe ich nicht immer, aber für meine Kinder! Die Opferrolle nicht an sie weitergeben, zeigen, dass man sich wehren kann!

    LG Jule

    Ach Tihaso, ich kann Deine Ängste gut verstehen! Aber ich denke, das war ein Aufflammen, er wird sich jetzt nicht plötzlich geändert haben, wenn er noch trinkt..

    Ich hab mich viel mit diesen Ängsten auseinander setzen müssen. Mein Ex trinkt nicht soviel, dass man ihm einen begleiteten Umgang "zumuten" würde. Aber er trägt diese vom Alkohol her rührende Aggression und Willkür in sich, die die Kinder immer mal wieder abbekommen. Und doch wollen sie hin, wie auch Deine Kleine.

    Es ist ihr Vater. Damit müssen wir klarkommen. Sie werden selber entscheiden, was sie aus ihrer Beziehung mit ihrem Vater machen. Wir können ihnen nur vorleben..

    LG Jule

    Liebe Forummitglieder,

    weiß gar nicht, wo ich anfangen soll..

    Bin schon seit 3 Jahren von "meinem" Alkoholiker weg, wir waren 15 Jahre ein Paar, davon 10 Jahre verheiratet und haben 2 Kinder (12 und 10 Jahre alt).

    Er war nicht so ein Säufer, wie ihr hier viele beschreibt. Er trank zwischen 5 und 8 Bier am Tag (mehr habe ich nicht mitbekommen, vielleicht auch mehr?), das aber jeden Tag. Weg bin ich, weil gar keine Kommunikation mehr möglich war, nur noch Spannungen, Schuldzuweisungen und am Schluß eine Angst vor ich-weiß-bis-jetzt-nicht-wovor.

    Ich bereitete heimlich den Umzug vor, wollte es ihm eigentlich sagen, verschob den Termin der Wahrheit aber Tag um Tag - vor Angst. Obwohl er mich nie geschlagen hat, dafür aber mit Worten vernichtet. Am Tag vor dem Auszug sagte ich es ihm in Begleitung meines Bruders und am nächsten Tag zog ich aus.

    Dann ging es erst richtig los. Schon am Tag des Auszugs schlug er hier die Scheibe ein. Dann begann er uns zu beobachten, was er bis heute tut. Wenn der Alkoholpegel hoch genug war, beschimpfte er mich über den Gartenzaun. ..und zog seine Runden um das Haus hier.

    Heute läuft die 2. einstweilige Verfügung ab, ab morgen darf er hier wieder vorbeifahren.

    Alles mußte per Gericht geregelt werden: Unterhalt, Zugewinn (läuft noch), Umgang, jetzt auch Sorgerecht. Ich war schon an die 10x vor Gericht.

    Ich soll aufhören, finanzielle Forderungen an ihn zu stellen. Dann will er mich in Ruhe lassen. Dabei kämpfe ich nur um das ,was uns zusteht.

    Er ist das Opfer. Und ich die Täterin, XXXbittekeineSchimpfwörterS.Käferchen

    Die Kinder zieht er immer wieder in die Sache hinein. Schimpft über mich, wenn sie bei ihm sind. Sie wollen aber immer wieder hin. Immer, wenn sie mal ein paar Wochen nicht bei ihm waren, vergessen sie und die Sehnsucht nach ihm wird so groß, dass sie wieder hin wollen. Dann lasse ich sie wieder gehen.

    Ich habe 2 Jahre regelmäßig AlAnon besucht. Aber jetzt ist mein Thema so gar nicht mehr wirklich passend, dort sitzen meist Frauen, die noch mit dem Alkoholiker zusammenleben.

    Immer wieder meldet sich mein schlechtes Gewissen, immer wieder packen mich die Schuldgefühle.

    Ich möchte so gern ein normales Leben führen, ohne diese asozialen Einflüsse. Nachgeben, auf den Zugewinn verzichten.... Aber hätte ich dann meine Ruhe? Ich glaube nicht, ich glaube, er würde dann ein neues Thema finden, um sich mit mir zu reiben. Hauptsache Kontakt! Von Liebe ist hier keine Rede, hier geht es um Macht- und Kontrollverlust!

    Es wäre schön, wenn es hier jemanden gäbe, der diese Wege nachvollziehen kann und mich ein Stück weit begleiten könnte... Mir den Kopf immer wieder zurecht rückt, wenn ich nachgeben mag und an den Frieden glauben will..

    LG Jule