Beiträge von espoir

    Huhu rowi, das finde ich toll, dass du dich kurz meldest! :D

    Ja, ich kann nicht leugnen, dass ich mir langsam so meine Gedanken gemacht habe, warum wir denn so gar keinen Kontakt mehr haben... Aber keine Sorge, ich nehm's nicht persönlich, ich weiß ja, dass du viel um die Ohren hattest in der letzten Zeit. Ging mir übrigens nicht anders, ich mag aber auch nicht mehr so viel dazu schreiben, nur soviel: Ich konnte meinen Urlaub vorverlegen!

    Vielleicht treffe ich dich ja heute Abend hier irgendwo noch einmal?!
    Ich würde mich freuen! :D

    Bis dahin alles Liebe
    espoir

    Hallo Micha,

    ich finde deinen Beitrag einfach klasse! Vielen Dank dafür!
    Ich selber schleiche schon seit ein paar Tagen um diesen Thread herum und mache mir so meine Gedanken, wie ich denn nun auf Werbung reagiere. Ich meine mich erinnern zu können, dass ich in meiner aktiven Zeit überhaupt nicht darauf angesprungen bin. Warum auch? Der Kühlschrank war ja stets gut gefüllt, da konnte die Werbung keine Bedürfnisse wecken, als ich sie geschaut habe, war ich ja schon längst dabei, diese zu stillen... :(

    Direkt nach der Entgiftung habe ich Alkohol-Werbung eher staunend verfolgt, im Sinne von "Meine Güte, dauernd wird gesoffen!". Der berühmte Tunnel-Blick eben, ich habe nur noch trinkende Menschen um mich herum gesehen.
    Mittlerweile habe ich etwas mehr Abstand dazu. Bier-Werbung triggert mich tatsächlich absolut nicht, das war ja auch nicht mein Suchtmittel. Je nach Tagesform fällt mir diese Prosecco-Werbung auf, in der die junge Frau den Stau auf der Brücke umgeht, indem sie sich auf verschiedenen Gondeln über den Kanal hangelt, um dann bei ihren Freundinnen zu landen, die schon mit den Gläasern auf sie warten. Mal bin ich entspannt, kann mich sogar zu einem Grinsen hinreißen lassen und den Mädels ihren Spaß gönnen. Ich habe mich aber auch schon dabei ertappt, dass ich so etwas wie Wehmut empfinde, dann muss ich tatsächlich bewusst gegensteuern. Nach deinen Ausführungen befinde ich mich dann also in Phase "D" :wink: .

    Hammermäßig finde ich übrigens die Werbung für einen Weinbrand, ich weiß aber leider im Moment nicht, ob die überhaupt noch läuft. Da treffen sich junge Erwachsene um miteinander zu kochen und sich einen schönen Abend zu machen und ein jeder kriegt vom Gastgeber diesen Weinbrand auf eine andere Art serviert, mal pur bei Zimmertemperatur, dann mit Eis, mit O-Saft, und was weiß ich nicht noch alles. Das finde ich ziemlich krass, denn Weinbrand ist ja nun tatsächlich nicht jedermanns Sache, und auf diese Art und Weise wird mir suggeriert "Keine Bange, dich kriegen wir auch noch soweit! Auch du wirst eine Möglichkeit finden, unseren Weinbrand toll zu finden!" :shock:
    Das erinnert mich stark an die Story mit den Alkopops, bei denen der Schnaps einfach nur möglichst süß angeboten wurde, damit ihn schon Teenager "lecker" finden...

    LG
    espoir

    Jo, da ist auch Streusel darauf, so'n richtig schöner gleichmäßiger, den habe ich ausnahmsweise mal mit Wiener Grießeler gemacht, weil ich keine neue Packung 405er aufmachen wollte, und siehe da: ein Traum von schönen gleichmäßigen Streuseln! :wink:

    Liebe Backmaus,
    schön, dich hier anzutreffen! :D
    Du hast - wieder einmal :wink: - Recht: Manchmal kommt einfach ein bisschen viel zusammen. Und mittlerweile glaube ich dir auch deine Hormon-Therorie, denn Vollmond und PMS, na das konnte ja nicht gut gehen... :?
    Wie dem auch sei, die Tränen sind getrocknet und ich kann wieder durchschnaufen. Die "Back-Therapie" hat auch geholfen, nicht nur konnte ich nach 4 kg Zwetschgen vorbereiten ein bisschen abschalten, nein, es hat auch noch geschmeckt! *stolzbin* Ich würde dir gern ein oder zwei Stücke rüberschicken, allein wegen deines fachmännischen Urteils... :wink:

    LG
    espoir

    Mir auch nicht! :D

    Liebe rowi,
    ich möchte dir auch gerne ein paar Grüße da lassen!
    Ich kann sehr gut verstehen, dass du das Thema "Arbeit" ruhen lassen möchtest, nicht nur, weil du Urlaub hast, sondern einfach so. Das geht mir nicht anders. Immer nur schreiben zu müssen "Es ist halt sehr viel und ich bin todmüde!" geht mir mittlerweile auch auf den Wecker. Ich überlege lediglich, ob ich meinen Urlaub nicht um eine Woche vorverlege, aber das muss ich natürlich erst mit den anderen besprechen.

    Ich freue mich, dass es dir ansonsten aber - halbwegs - gut zu gehen scheint und auch deine Schwägerin längst nicht so eine Belastung ist, wie du es vielleicht befürchtet hattest. Also, "Belastung" ist vielleicht das falsche Wort, ich meinte es eher wie "Herausforderung". :wink:

    Magst du denn sonst noch ein bisschen von dir erzählen?

    Alles Liebe
    espoir

    Sodala, wieder mal ein kleiner Zwischenbericht aus dem Hause espoir...
    Heute geht es mir schon bedeutend besser als die letzten beiden Tage, wo ich fast schon den Eindruck hatte, dass ich mir vor lauter Sorgen und schweren Gedanken selber ein Bein stelle und mich zu Fall bringe. :(

    Seit Donnerstag sind mein Mann und ich wieder im Gespräch miteinander, was ich sehr erleichtert zur Kenntnis nehme, denn bis dahin war es wohl doch eher ein Austausch von Floskeln und Belanglosigkeiten, oder aber dann gleich Auseinandersetzungen. Wenngleich wir am Donnerstagabend selber gar nicht einmal so sehr über uns oder das Arbeitszimmer gesprochen haben (Gott sei Dank auch nur ganz am Rande über seine Arbeit :wink: ), so haben wie doch den Freitagabend entsprechend ausgiebig genutzt. Und gestern haben wir nur das Nötigste zum Wochenende eingekauft und sind dann allen Ernstes zu einem nahegelegenen Vergnügungspark gefahren, der nun sehr klein ist und eher auf seine herrlichen Parkanlagen setzt als auf spektakuläre Fahrgeschäfte. Es war einfach schön, wie ein junges Paar zu bummeln, Eis zu schlecken und sich die eine oder andere Sache anzuschauen, zu kommentieren oder sogar mitzufahren. Jahaaa, wir sind sogar mit einer Achterbahn mitgefahren (allerdings so'ne harmlose, ohne Loopings... :wink: ) und hatten ebenso Spaß wie die Fünfjährigen um uns herum... :oops:

    Auf dem Heimweg hatten wir noch Gelegenheit, im Sommerschlussverkauf günstige neue Sitzauflagen für unsere Balkonmöbel zu kaufen, denn die alten waren schon sehr alt, an manchen Stellen zerschlissen und aufgerissen und von der Sonne recht ausgebleicht. Den Abend haben wir dann ganz friedlich auf dem Balkon verbracht, erst ab 22 Uhr frischte es etwas auf. Die Hoffnung, dass es nun etwas kühler werden würde, musste ich allerdings begraben, denn selbst, obwohl es wohl in der Nacht geregnet hat, haben wir hier heute schon wieder 28 Grad. Ich will nicht meckern, aber mit der Zeit geht mir die ewige Hitze doch nun ein wenig auf die Nerven.

    Welches Fazit ziehe ich nun?
    Schwer zu sagen, denn aus der Fülle an eigenen oder euren Gedanken muss ich mir ja erst einmal das herauspicken, was für mich hilfreich ist. Backmaus hatte es ja schon als erste vorgeschlagen, am Wochenende einen Tag definitv als "Paartag" zu bestimmen, der dann aber auch "unerbittlich" eingehalten werden muss. Das finde ich einen super Vorschlag, etwas Ähnliches hatte auch mein Therapeut gesagt, hat einfach damit zu tun, dass wir uns sonst schlicht und ergreifend als "Mann & Frau" aus den Augen verlieren und mehr zu einer WG verkommen. In dieselbe Richtung geht ja auch Schattenspringers Vorschlag, "Gesprächsverabredungen" zu vereinbaren, einfach um klarzustellen, dass wir uns und unsere Gefühle und Gedanken nicht unter den Tisch fallen lassen bzw. unter Alltags- oder Jobkram begraben. Und last but not least muss ich wieder dringend zur Ruhe kommen. Ruhe nicht im Sinne von Stille oder süßem Nichtstun, sondern im Sinne von Gelassenheit.

    Ich weiß ja auch nicht, was in dieser vergangenen Woche so derartig an mir gezerrt hat, dass ich zum Schluss fast jeden Tag geweint habe. Das muss ich jetzt erst noch herausfinden. Vielleicht ist es das, was ich rowi vor einiger Zeit mal geschrieben habe, die Sache mit den versetzt laufenden S-Kurven. Ich gerate in ein Stimmungstief, dessen Ursachen nicht auf Anhieb klar erkennbar sind, weil sie schon etwas zurückliegen. Auf jeden Fall möchte ich an dieser Stelle einfach danke an Backmaus und Schattenspringer sagen - denn ohne das feedback von euch hätte ich wohl auch weiterhin "im eigenen Saft geschmort", wie es Schattenspringer so schön in ihrem Thread beschrieben hat! :wink:

    So, und nun bete ich, dass mein Zwetschgen-Kuchen was geworden ist...
    Schön ausschauen tut er ja! :D

    Alles Liebe
    espoir

    Hallo guten Abend ihr Lieben,

    ja, die Sache mit dem Co-Dasein...
    Die hat mich heute doch den ganzen Tag beschäftigt.
    Ich habe mich gleich nach meiner Anmeldung hier Ende November bereits mit dem Thema befasst, weil ich so erstaunt war, wie strukturiert und vor allem stark frequentiert der Angehörigen-Bereich dieses Forums doch ist. Ich kam für mich zu dem Schluss, dass ich ja nicht nur EKA bin, sondern - und meines Erachtens gerade deshalb - auch in gewissen Grenzen Co. Natürlich erlebt die Tochter den trinkenden Vater auf einer anderen Ebene als die Ehefrau den trinkenden Ehemann, aber dennoch weiß ich sehr genau, dass ich als Teenager meine Mutter tatkräftig dabei unterstützt habe, zumindest nach außen den Anschein einer halbwegs intakten Familie zu wahren. Auch fühlte ich mich eine Zeit lang zu deutlich älteren Männern hingezogen, die ohne Weiteres mein Vater hätten sein können - ein überdeutlicher Hinweis auf die gestörte Verbindung zu meinem Vater, besonders in der sensiblen Phase der Kindheit und frühen Pubertät.

    Erst mit meinem Mann konnte ich dieses ungute Schema "junge Studentin - älterer Sugardaddy" durchbrechen und hatte darüber hinaus noch jemanden gefunden, den ich ohne zu zögern als meinen "Fels in der Brandung" bezeichnen konnte. Erst im Laufe der Jahre erkannte ich, dass mein Mann genauso Opfer der Umstände wurde wie ich. Sein Vater starb tragisch und viel zu früh, und damit war klar, dass er seine Mutter unterstütze. Er gestand mir irgendwann, dass er das gar nicht so wollte, immer den "Mann im Hause" zu spielen, anstatt als junger Kerl seinen eigenen Interessen nachzugehen, aber mei, was willste machen? Genauso wie er sich dank der moralischen Verpflichtung nicht traute, eigene Wege zu gehen, genauso wenig traute ich mich ja. Auch an mir sind einige Dinge vorbei gegangen, die für junge Frauen normal sind, die ich mir aber aus falsch verstandener Loyalität versagte.

    Meine durchaus vorhandenen Co-Anteile begründete ich - wenn überhaupt - mit meiner EKA-Vergangenheit. Im Leben wäre ich nicht darauf gekommen, dass sich meine Geschichte wiederholt. Jetzt kämpfe ich nicht um die Liebe eines Mannes, der alkoholkrank ist. Jetzt kämpfe ich um die Liebe meines Mannes, der arbeitssüchtig ist.

    Gestern war ich wieder einmal zum Einzelgespräch bei meinem Therapeuten. Wenig erfreulich. Was ich als besonders bedrohlich empfunden habe, ist die Tasache, dass er mir vorschlug, die Terminfrequenz vorerst noch nicht zu verringern. Etwa zur Halbzeit des Gespräches merkte ich an, dass ich diese belastende Situation nicht durchstehen könnte, würde ich noch trinken. Und deshalb sei ich so dankbar, dass ich eben nicht mehr trinke und hellwach und aufmerksam bin. Er dagegen meinte am Ende des Gespräches, er hätte einen anderen Eindruck, und so eine Situation - so sie denn dauerhaft sei - könne durchaus äußerst gefährlich sein...

    Das macht mich nun auch nicht gerade glücklich.
    In mir wirbeln so viele Gedanken herum.
    Ich weiß nicht, was ich tun soll.
    "Denk' an dich, tu' dir selber was Gutes, mach' auch mal was alleine!"
    Das wird den Cos ja gerne geraten.
    Ja Himmel, aber genau das will ich doch gar nicht!
    Ich würde viel lieber wieder mal was mit meinem Mann unternehmen.
    Aber was denn, wenn er nie Zeit hat bzw. sich die Zeit nicht nimmt?
    Soll ich das als deutlichen Hinweis auf seine Einstellung mir gegenüber werten?
    Lieber nicht, oder?

    Ich bin eine Alkoholikerin. Und ich liebe meinen Mann. Das eine hat mit dem anderen doch gar nichts zu tun.
    Das habe ich schon vor Monaten hier geschrieben. Wenn ich getrunken habe, habe ich dabei nicht an meinen Mann gedacht.
    Ich habe nicht darüber nachgedacht, was ich ihm antue. Und vor allem wollte ich ihn niemals für irgendetwas strafen.
    So wird's wohl mit ihm auch sein. Er ist ein Workaholic. Und er liebt mich.
    Wofür sollte er mich strafen wollen? Dafür, dass ich endlich mit dem Trinken aufgehört habe?

    Boah, Kinners, ich brauch' ein Päuschen.
    Ich fange an, Blödsinn zu denken.

    Bis später!
    espoir

    Stichwort "Workaholic" - bin ich eine Co?
    Der Gedanke daran geistert mir ja schon seit längerem durch den Kopf, gerade eben habe ich einen Ausflug zu den Co-Bausteinen gemacht und folgende, für mich fast schon erschütternde, Sätze gefunden:

    Verhaltenssymptome der Co-Abhängigkeit:

    Andere zum Mittelpunkt im Leben machen - meinen Mann
    Selbstwahrnehmung durch Aufopferung in der Umwelt( Familie, Job, Partner) - Job und Mann definitiv
    Süchtig nach Anerkennung von Außen (Perfektionismus, Im Vordergrund stehen müssen) - im Vordergrund nicht unbedingt, aber perfekt wäre ich schon gerne...
    Aufopferung bis zur Selbstaufgabe - nicht immer, aber immer öfter
    Manipulation des Partners - ja leider, das auch :roll:
    Verleugnen der eigenen Krankheit und der des Partners( Lügen für süchtigen Partner) - "Er hat halt so viel zu tun" anstatt "Er hat das nicht im Griff"
    Helferrolle wird eingenommen, Bedürfnis, andere retten zu *müssen* bis zum Märtyrertum - Märtyrertum nicht, helfen aber ja
    Kontrollsucht gegenüber dem Partner - hm... nicht unbedingt
    Hassgefühle dem trinkenden Partner oder Elternteil gegenüber - manchmal
    Veränderte Wahrnehmung, Zustand sei normal - :roll:
    Ständiges Ablenken von sich - zu viele Du-Botschaften? Ja leider
    Perfektionismus nach außen,um nicht auf die schlimme Situation aufmerksam zu machen. - definitiv

    Schön.
    Dann weiß ich ja, worüber ich jetzt nachdenken darf. :?

    Bis heute Abend!
    LG
    espoir

    @Schattenspringer und Backmaus - bitte seid nicht böse, dass ich mich jetzt erst einmal darauf beschränke, ok? :wink:

    Hallo, guten Abend ihr Lieben,
    ich habe mich gerade erst eingeloggt und wollte zum "gemütlichen Teil" übergehen (lesen-nachdenken-antworten), da kommt doch glatt der Herr espoir nach Hause. :shock:
    Nicht krank, nicht fristlos gefeuert, einfach so... *kopfschüttel*
    Wer meine momentane Situation kennt, wird verstehen, dass ich mich sofort wieder Acker mache. Aber ich melde mich eventuell später am Abend noch einmal, ok?

    Alles Liebe euch!
    espoir

    Hallo Schattenspringer,

    ich empfinde genauso wie du.
    Auch mir ist erst neulich aufgefallen, wie ruhig es hier geworden ist. Sicherlich hat es mit den Sommerferien zu tun, denn nun haben auch die letzten Bundesländer Ferien bekommen (wir hier in Bayern z.B.), während die "Frühstarter" noch nicht wieder zurück sind. Die Daheimgebliebenen genießen sicher das momentane tolle Wetter, das gerade abends nach draußen und nicht etwa an den PC lockt. Kurz und gut, ich glaube sehr wohl, dass es tatsächlich mit der Jahreszeit zu tun hat. Lass uns abwarten bis September, da wird es bestimmt anders. Hoffe ich zumindest. Wissen kann ich's nicht, denn ich war letztes Jahr im Sommer noch nicht hier, ich habe erst Ende November hierher gefunden.

    Außerdem glaube ich, dass die veränderten Zugangsbestimmungen hinsichtlich der Freischaltung einen Rückgang der User-Zahlen bewirkt haben. Ich halte es für eine ausgesprochen gute Idee, den potentiellen neuen Teilnehmern gerade am Wochenende Zeit zu geben, sich in Ruhe zu überlegen, ob sie sich anmelden möchten oder nicht. Wer es bis Montag nicht aushält oder - noch schlimmer - Montagmorgen erst einmal seinen Kater auskurieren muss, ist möglicherweise ohnehin noch nicht in der Lage, reflektierte Beiträge zu schreiben. Und das sollten Beiträge nun einmal sein, wenn sie denn einem vernünftigen Austausch dienlich sein sollen.

    Wenig dienlich hingegen empfinde ich folgende Aussage:

    Zitat

    Momentan überlege ich, ob ich mich wegen meiner ohnehin begrenzten Zeit hier nicht komplett zurückziehe und mich auf den geschützten Bereich beschränke, da die eigentliche Feinarbeit ohnehin dort erfolgt....


    Ich hoffe, du gestattest mir einen Anflug von leichter Kritik - aber als ich das gelesen habe, fiel mir spontan ein Sprichwort ein, das da lautet: "Ehe ich über die Dunkelheit schimpfe, zünde ich lieber eine Kerze an!" Ich will damit nur sagen, Schattenspringer, dass der Austausch im Forum im Allgemeinen und in deinem Thread im Besonderen nicht besser oder lebhafter wird, wenn du dich nun zurückziehst.

    Ich persönlich würde deinen Rückzug als herben Verlust empfinden und wünsche dir (und mir :wink: ), dass du die nötige Geduld aufbringst, die sommerbedingte Trägheit, die hier gerade herrscht, durchzustehen.

    Alles Liebe dir!
    espoir

    Guten Morgen, Backmaus,
    Mensch, wie blöde ist das denn?
    So manches Mal, wenn ich mich morgens einlogge, sehe ich deinen Namen, aber noch ehe ich dich ansprechen kann, biste schon wieder wech... :(

    Ich möchte mich kurz entschuldigen, dass ich gestern Abend nicht mehr geschrieben habe, denn zum einen war das Wetter einfach derartig schön, dass ich nach der SHG den ganzen Abend auf dem Balkon gesessen habe, zum anderen gab es tatsächlich noch nichts Neues zu erzählen. Die "Fronten" sind wohl nicht verhärtet, aber die Situation als solches ist immer noch sehr angespannt. Daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern. *Geduld* ist wohl auch hier wieder einmal das Zauberwort. :roll:

    Was ich dich noch fragen wollte - was ist denn beim Arzt rausgekommen? Hat er dir helfen können? Und irgendwo hast du erzählt, dass du beim Friseur warst - und? "Wie immer, bitte!" oder "Heute bin ich mal mutig!" ? :wink:

    LG
    espoir

    Liebe Schattenspringerin,
    ich werde das mal vorschlagen. Es klingt ja "eigentlich" ganz viel versprechend, aber erst die Praxis wird zeigen, ob wir das durchhalten, so "verabredete" Gespräche zu führen...
    Ich bin dann mal kurz weg, im Hause espoir gibt es jetzt (schon) was zu futtern...

    Bis später! :D
    espoir

    Liebe Schattenspringerin,
    dein Beitrag hat mich gerade riesig amüsiert - genau das richtige, was ich jetzt brauchen kann! :wink:
    Lieben Dank dir für deine herzerfrischenden Zeilen, was die Farbe *Liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilaaaaaaaaaaaaaaa* :roll: angeht, und die Schoko-Nikoläuse...

    LG
    espoir

    Zitat von Schattenspringer

    Alles, was Recht ist, aber ich fragte mich beim Lesen, ob die langen Arbeitszeiten Deines Mannes nicht einer genaueren Betrachtung bedürfen. Flucht? (vor was auch immer, da müsste er dann mal selbst hinschauen)


    Liebe Schattenspringerin,
    wie schön, was von dir zu lesen! :D
    (Obwohl ich zugeben muss, dass mir der neue Nick immer noch fremd vorkommt... :oops: )
    Ja, du hast Recht, ganz "normal" ist das mit den langen Arbeitszeiten tatsächlich nicht. Angefangen hat das ja vor Jahren, als ich im Rahmen meiner Trinkerkarriere auf der Zielgeraden ankam und jeden, aber auch wirklich je-den Abend betrunken war. Lediglich der Pegel bot noch Überraschungen... :( Aber ansonsten? Was sollte er denn zu Hause? Im Nachhinein verstehe ich ja, dass er sich in die Arbeit gestürzt hat. Es wurde dann ja auch wieder besser, die Heimkehr pendelte sich so bei 20 Uhr ein. Das ist in seiner Branche völlig üblich. Dort kommt man nicht vorwärts, wenn man um 17 Uhr den Schreibtisch verlässt.
    Mittlerweile jedoch ist er in einer Führungsposition, leitet eine ganz neue Abteilung mit einem neuen Aufgabengebiet, nach wie vor viele Auslandsaufenthalte und jede Menge neuer Leute mit allen ihren Eigenheiten. Das ist natürlich nicht leicht, da reinzuwachsen. Die arbeiten alle schon seit Jahren zusammen, er ist der Neue - und dann auch noch deren Chef... :?

    Was ich als besonders schlimm empfinde, ist, dass wir uns wegen seiner Arbeit zoffen. Er kommt heim, erzählt nur eine Kleinigkeit und ich begehe den Fehler nachzuhaken. Genau das möchte er aber nicht. Er möchte das notfalls einfach nur loswerden, ohne dass ich das kommentiere. Und das habe ich bisher noch nicht geschafft. Ein Gespräch, bei dem ich nur "Echt jetzt?" oder "Ach komm'!" oder "Nee, ne?" oder "Ja, Wahnsinn!" sagen darf, ist für mich kein Gespräch. Aber so in der Art würde er sich das wohl wünschen, hat er jedenfalls gesagt. Ob er das wirklich so meint, ist natürlich wieder eine andere Frage... :?

    Womit ich wieder bei meiner Aussage von vorhin wäre - ich finde es schwierig, immer genau zu wissen, wann ich was sagen darf (im Sinne eines Gespräches) und wann ich nur zustimmen soll (im Sinne eines... äh... ja was ist das dann eigentlich, wenn der andere nur verständnisvoll nickt...? :roll: ) Ach Kinners... das ist alles so schwierig... *seufz*

    Aber du hast natürlich Recht, Schattenspringerin, ich werde meinen Wunsch nach Veränderung nicht grundsätzlich in Frage stellen!

    LG
    espoir

    Zitat von Julchen148

    Einen guten Rat hab ich leider auch nicht, red doch einfach mit ihm und versuch zu erklären, wie du dich dabei fühlst.


    Hallo Julchen,
    bitte entschuldige, ich habe gar nicht geguckt, ob in der Zwischenzeit was Neues gekommen ist... :oops: Wenn du meinen Beitrag liest, wirst du feststellen, dass wir durchaus miteinander reden - aber erst, nachdem wir uns gezofft haben...

    LG
    espoir

    Meine liebe Backmaus,

    ich bin immer wieder geplättet, wie oft du aus deinem Leben erzählst und ich mich dabei ertappe, dass ich beim Lesen eifrig nickend vor dem Rechner sitze und mir denke: "Jawoll, genau so isses!" *drückerchen* :wink:

    Ich habe also das erste Jahr meiner Abstinenz genau wie du in sehr engen Kreisen erlebt, soll heißen, ich war sehr mit mir selber beschäftigt. Ich glaube, das ist auch gut so. Mein Leben spielt sich ja nun um mich herum ab, wobei ich der Mittelpunkt bin, der Dreh- und Angelpunkt sozusagen, und wenn ich nicht an mir arbeite, dann können alle Bemühungen, Dinge außerhalb meiner selbst zu verändern, nur scheitern. Also habe ich mich mit mir selber beschäftigt, mit meinem Seelenleben, mit meiner Gefühls- und Gedankenwelt, und bin mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo ich allen Ernstes behaupten würde: "Liebe espoir, des passt schon so, wie du des machst!" Das feedback anderer - besonders im Job bei Kunden, aber auch bei Freunden und Kollegen - gibt mir ja recht. Sooo falsch kann ich also mit meinen Meinungen, Ansichten und Äußerungen wohl nicht liegen.

    Darüber hinaus habe ich äußerlich eine "Wandlung" vollzogen. Nicht nur, dass ich mir im Februar die Haare wieder blondieren ließ, ich habe zunächst durch den Trink-Stopp auch einiges an Gewicht verloren. Gut, der Ehrlichkeit halber will ich nicht unerwähnt lassen, dass da mittlerweile auch wieder was dazugekommen ist :roll: , aber ich sehe das ganz pragmatisch. Dank meiner Abstinenz und des ADs empfinde ich ja wieder so etwas wie Lebensfreude, ein für mich lange Jahre gänzlich unbekanntes Gefühl. Im Halbdunkel meiner stets benebelten Sinne habe ich ja nur noch stumpf vor mich hingebrütet, völlig unfähig, Freude zu empfangen geschweige denn auszustrahlen. War doch immer alles Kacke, nur Probleme, soweit das trübe Auge reicht, ach Gott, ich arme Sau, mein Gott, ich bin doch jung und gesund :roll: , und dann führe ich so ein Leben?

    Heute kann ich mich über so vieles freuen, so vieles genießen, und sorry, da gehört für mich Essen und Naschen einfach dazu. Ich bin ja nicht ständig bei McDoof, aber wenn ich mal essen gehe, bestelle ich mir garantiert keinen Salatteller, sondern was Ordentliches...

    Tja, und nachdem ich mich selber wieder so halbwegs gefangen habe und ein völlig normales Leben führe, fällt nun mein Blick auf meine Partnerschaft. Und hier merke ich, wie unzufrieden und enttäuscht ich bin. Ich habe - subjektiv - den Eindruck, dass mein Mann und ich uns immer weiter auseinander entwickeln. Er ließ mir völlig freie Hand, als ich noch gesoffen habe. Und er ließ mir völlig freie Hand bei meinem Kampf um die Abstinenz. Hin und wieder kam Zustimmung, aber ich wurschtelte eben so vor mich hin. Jetzt mittlerweile habe ich ja so gar nichts mehr von ihm. Er arbeitet meistens bis etwa 21 Uhr, kann gerne auch später werden, und wenn er dann nach Hause kommt, ist er verständlicherweise fertig und völlig ausgelaugt. Ich verstehe das ja, mir ginge es ja nicht anders, würde ich so viel arbeiten wie er, aber ich fühle mich zunehmend wie ein verheirateter Single. Ein Single weiß wenigstens, warum ihm keiner zuhört.

    Ich traue mich schon gar nicht mehr, ihm irgendwas zu erzählen, was ich so tagsüber erlebt habe, denn obwohl ich genauso hart arbeite wie er, komme ich mir immer so vor, als wäre meins Käsekram im Vergleich zu seinem. Kleinigkeiten erzähle ich schon gar nicht mehr, aber es tut mir weh, es nicht erzählen zu können. Ich habe ihn schon öfters darauf angesprochen, warum er denn so gar nicht reagiert, aber dann heißt es nur müde: "Sorry, da weiß ich jetzt nicht, was ich groß drauf sagen soll." Ich dränge ihm weder ein Gespräch über Quantenphysik auf noch langweile ich ihn mit Geschichten aus der Rubrik "Was Mutti heute Aufregendes zwischen Waschküche und Mülltonne erlebt hat!".

    Tja, und dann passieren solche Sachen wie neulich.
    Er hat ja schon öfters angedeutet, dass das Arbeitszimmer dringend renoviert werden müsse, denn ich habe darin in den letzten neun Jahren viel geraucht, außerdem haben unsere Katzen Gefallen an der Raufasertapete gefunden. Es ist tatsächlich nicht mehr schön, aber mei, es ist mein Arbeitszimmer, in dem ausschließlich ich arbeite. Er hat wohl auch einen Rechner dort, aber das ist mehr so eine Notlösung, da daddelt er bestenfalls am Computer. Ich dagegen habe dort alle meine Unterlagen für den Job sowie gefühlte 1500 Bücher, da ich gerne lese. Juni und Juli sind bei uns die schlimmsten Monate, da geht es hoch her und ich weiß kaum, wo mir der Kopf steht. Also nehme ich's mit dem Aufräumen nicht so genau und lege auch schon einmal Unterlagen auf verschiedene Stapel am Boden. Auf dem Schreibtisch ist schließlich kein Platz mehr... :wink: Und nun ist er förmlich explodiert. Ich habe erst recht ruhig reagiert, ich würde das sehr wohl auch so empfinden, und er hätte ja Recht, da müsse dringend was passieren, aber eben nicht jetzt, weil ich den Kopf nicht frei habe. Als er aber nicht locker ließ, bin ich auch langsam sauer geworden und habe wütend darauf hingewiesen, dass er sich das ja wohl auch nicht bieten ließe, wenn ich ankäme und ihm vorschreiben würde, wie er seinen Arbeitsplatz zu gestalten habe.

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Ich habe am Wochenende - an dem er sich nonstop am Laptop im Wohnzimmer aufhielt (!) - über seine Kritik nachgedacht und angefangen, vor mich hinzuträumen. Das Zimmer sähe ja wirklich geil aus, wenn es aufgeräumt und geputzt wäre, dazu ein neues Bücherregal, Laminat für den Boden und die hellen Möbel passen sicher hervorragend zu einem freundlichen Kornblumenblau an den Wänden... Dann heute Morgen meine Frage: "Duuhuuu, wenn was renoviert wird, was macht man dann zuerst? Erst die Wände und dann den Boden oder umgekehrt?" Seine Reaktion: :shock:

    Nach einer Schrecksekunde hatte er sich wieder gefangen, ging mit mir ins Zimmer und ich erklärte kurz, was ich mir so vorstelle. Aber egal, was ich auch sagte, er hatte an allem etwas auszusetzen. Abwehr pur. Im Grunde genommen die gleiche Reaktion wie bei mir, als er mich neulich so überraschte und ich mir nur Freiraum verschaffen konnte, indem ich deutlich wurde - was ich ja eigentlich gar nicht wollte. Und mir schien, als sei seine größte Angst, ich könne die erforderlichen Maßnahmen hinter seinem Rücken einleiten (Kostenvoranschlag für den Maler einholen, Büromöbelprospekte studieren und notfalls was ordern...) :roll:

    Es ist ja keine wirkliche Katastrophe, aber ich sage ganz ehrlich, dass ich mich mittlerweile mit unserer Beziehungsarbeit überfordert fühle. Ich habe den Eindruck, dass - egal, was ich sage oder wann ich es sage - es immer falsch ist. Und danach geht dann die mühsame Schadensbegrenzung los. Dieses Sich-erklären-müssen und Missverständnisse-beseitigen. Ich empfinde das als sooo anstrengend und zermürbend.

    Liebe Backmaus, bitte erzähle mir noch ein bisschen, wie du das mit deinem Backmäuserich auf die Reihe gekriegt hast! Und falls noch ein Angehöriger mitliest - bitte, ich bin dankbar für jedwedes feedback auch von "eurer Fraktion"! :wink: Vielleicht sehe ich ja vor lauter lauter Bäumen den Wald nicht, vielleicht tue ich meinem Mann auch Unrecht. Das möchte ich natürlich nicht. Aber ich weiß bald nicht mehr weiter. Ausziehen ist für mich keine Lösung. Und für ihn sicher auch nicht. Wer wäscht ihm denn dann seine Socken und krault ihm zum Einschlafen den Po? :wink:

    LG
    espoir

    Hallo ihr Lieben,

    nun wird's aber doch Zeit für ein schnelles Lebenszeichen zwischendurch!
    Lieb von euch, dass ihr mal nachgefragt habt, wo ich denn stecke! :D
    Die Erklärung ist natürlich schnell gefunden - die letzten Tage oder Wochen im Job waren recht anstrengend, das wusste ich ja vorher, das ist ja jedes Jahr so, und nun wird es langsam besser bzw. ruhiger.

    In letzter Zeit habe ich auch das Forum als sehr ruhig empfunden, oftmals trudelte nur alle halbe oder alle ganze Stunde mal ein Beitrag ein, klar, das hatte sicherlich mit dem schönen Wetter zu tun, und dann krampfhaft etwas zu schreiben... naja, das liegt mir dann auch nicht so bzw. war ich nicht entspannt genug.

    Na jedenfalls geht's mir gut und ich beobachte mit Spannung, dass sich auch etwas in meinem Privatleben tut, ich kriege u.a. Lust auf diverse Renovierungsarbeiten in der Wohnung. Meinem Mann scheint das irgendwie nicht so zu gefallen, dass ich da so vereinzelte Überlegungen anstelle, er hat grundsätzlich nichts dagegen, ganz im Gegenteil, er mag es, wenn der Impuls zu solchen Planungsgesprächen von ihm kommt. Aber ich hatte in der letzten Zeit einfach nicht die Ruhe (und auch nicht das Bedürfnis), mir vorzustellen, wie hier alles im Chaos versinkt. Also habe ich ihm ehrlich gesagt, dass das jetzt kein guter Zeitpunkt sei. Darauf reagiert er gern mit bockigem Schweigen, frei nach dem Motto, ich würde hier alles blockieren etc pp.

    Wenn's aber von mir ausgeht, wir z.B. heute Morgen, dann isses auch wieder nicht gut. Dann reagiert er fast schon hektisch. Scheint diese typische Co-Geschichte zu sein, wo der Angehörige einen gehörigen Schrecken kriegt, wenn der stillgelegte Trinker plötzlich :wink: aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und mitreden will.

    Naja, heute Abend habe ich mehr Zeit, da erzähle ich euch, was ich meine, vielleicht hat der eine oder andere ja ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben, Trost spenden, mich zurückpfeifen oder ganz andere Vorschläge machen...

    Ich freue mich auf euch!
    LG
    espoir