Ach Susi... *seufz*
Es gibt so Momente, da möchte ich jemanden einfach nur in den Arm nehmen. Gerade ging es mir so mit dir, als ich dein posting gelesen habe. Mann, Mann, Mann, du musstest auch schon ganz schön Dreck fressen in der Vergangenheit! ![]()
Dass ich so unverblümt nach deiner OP gefragt habe, tut mir jetzt schon wieder richtig Leid, im Leben wäre ich nicht darauf gekommen, dass es sich dabei um so eine intime, durch und durch private Angelegenheit handelt. Ich Idiot! Aber etwas Positives hat das Ganze ja nun doch - ich kann nun wenigstens einschätzen, wie komplex deine ganze Problematik ist...
Ich gehe jetzt einfach mal Punkt für Punkt durch. Das Haus scheint zumindest deinem Vater sehr viel zu bedeuten, oder? Immerhin nutzt ihr seine und deine Rente um es abzubezahlen. Wenn du dich selber fragst - ist es das wert? Was verbindest du mit dem Haus? Ich frage mich halt nur, ob es langfristig gesehen so sinnvoll ist, sich an Eigentum zu fesseln, von dem kein Mensch sagen kann, ob es in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren noch seinen Zweck erfüllt. Gleichzeitig kann ich leider aber auch nicht abschätzen, inwiefern es finanziell geschickt ist, wenn ihr das Haus verkauft und unabhängig voneinander in zwei kleinen Wohnungen zur Miete wohnt.
Für dich wäre eine räumliche Trennung mit Sicherheit von unschätzbarem Wert, nicht nur hinsichtlich deiner Trockenheitsarbeit.
Welche Gründe könnte deine Mutter gehabt haben, dir zu verstehen zu geben, dass du nicht willkommen bist? Du bist doch die Erstgeborene, das macht junge Eltern doch normalerweise enorm stolz. Warst du vielleicht "ein Unfall"? Sorry wegen des Ausdrucks, aber leider werden viel zu viele Ehen auch heute noch geschlossen, weil ein Baby unterwegs ist, das so gar nicht geplant war. Eine Mutter, die ihrem Kind stets zu verstehen gibt, dass es ihren Ansprüchen nicht genügt, muss m.E. selber deutliche Defizite haben. Weißt du was darüber? Hat dein Vater schon getrunken, als du geboren wurdest, oder kam das erst später? Eventuell erst bei oder nach der Scheidung?
Wie ging bzw. geht sie mit deiner Hauterkrankung um? Und den daraus resultierenden Folgen für dein Alltagsleben? Schon wieder so viel Fragen, ich weiß. Aber ich möchte doch nur verstehen, warum du dich so einsam fühlst und nicht weißt wohin mit dir selber.
Warst du schon im Nachbarbereich, bei den EKAs bzw. den COs? Selbst, wenn du dich keiner dieser beiden Gruppen vordergründig zugehörig fühlst, könnte es doch sein, dass du dich zumindest ansatzweise in der einen oder anderen Geschichte wiederfindest und etwas Hilfreiches für dich herauspicken kannst!?
Wenn du nicht so recht sprechen magst oder kannst, ist doch dieses Forum der ideale Ort für dich, findest du nicht? Ich selber spreche gerne und viel (mein Mann meint sogar, ich spreche zuviel...
), aber ich mag es auch gerne, mich schriftlich auszudrücken. Ich habe Zeit und Ruhe, meine Worte mit Bedacht zu wählen und notfalls meine Formulierungen zu überdenken. Ich möchte dich halt ermutigen, unbedingt hier am Ball zu bleiben. Hier gibt's ja nicht nur so Endlos-Beiträge wie die von mir, hier gibt es auch kurze knappe Antworten, die genauso ihren Zweck erfüllen - nämlich mich zum Nachdenken anregen.
Deshalb freue ich mich auch schon, wenn ich wieder was von dir lese!
Alles Liebe
espoir