Beiträge von espoir

    Super, hat geklappt, also weiter.

    Drei Monate nach der Entgiftung kam dann das erste Zusammentreffen mit mehreren Leuten und ich war so wenig gefestigt und von mir und meiner Abstinenz überzeugt, dass ich - mit 'nem richtig blöden Gefühl im Bauch - tatsächlich wieder Sekt trank. Halbherzige Proteste halfen nicht: "Hä? Wie jetzt, du bist mit dem Auto da? Du hast doch früher auch getrunken und bist noch gefahren!" :roll: Äh...ja... das stimmt leider. Also nix war's.

    Ab dann ging's abwärts. Mehrere Wochen nichts getrunken (stets die Faust in der Tasch), im Urlaub - na klar doch. Muss ja keiner wissen... Bei Konzerten? Aber hallo! Zu Weihnachten? Na klar doch, ist ja schließlich Weihnachten. Das blöde Gefühl im Bauch sagte zwar immer noch: "Mensch, hör' auf, deine Entgiftung war doch für die Katz'!", aber ich wollte es nicht hören. Im Gegenteil. jetzt wurde mein bis dahin recht unspektakuläres Leben erst richtig spannend, jetzt galt es, den wenigen Eingeweihten vorzutäuschen, dass alles OK wäre.

    Wieder kurze Pause - nur sicherheitshalber...

    Huhu Backmaus,

    also ich weiß ja nicht, ob es dich überhaupt noch interessiert, aber ich werde dir jetzt ein zweites Mal versuchen zu erzählen, was es mit meiner Heimlichtuerei so auf sich hat. Sollte ich - ähnlich wie du - trotz Häkchen erneut rausfliegen, dann war's das für heute und ich gehe morgen nicht zum Sport, sondern zum Baumarkt und kaufe mir einen schönen tragfähigen Strick... :wink:

    Also, als ich damals gemerkt habe, dass mit meinem Trinkverhalten etwas nicht stimmt, habe ich mir als erstes überlegt, wie wohl mein Chef bzw. meine Kollegen reagieren würden, wenn ich frank und frei bekannt gebe, dass ich eine Trinkerin bin und nun einen Entzug anstrebe. Leider war die einzige Erkenntnis, dass ich mich dann auch gleich erschießen könnte. Ich habe einfach zuviel mitbekommen, wie das so läuft, wie jemand stigmatisiert wird, obwohl er doch eigentlich das Richtige tut, und in zwei konkreten Fällen wusste ich, dass das in die Akte mitaufgenommen wurde und tatsächlich auch die Beurteilung mitbeinflusst hat. Nun strebe ich nicht unbedingt einen höheren Posten an, aber trotzdem, der Gedanke, dass mich das alles bis ans Ende meiner Tätigkeit verfolgen wird, also nee, das wollte ich nicht. Ich wollte einfach nur mein Ding machen, den ersten Schritt unternehmen und das möglichst unbehelligt von meinem Chef, möglicherweise den Kollegen oder sonstigen Menschen, mit denen ich zu tun habe.

    Also habe ich alles generalstabsmäßig geplant und dann in die Wege geleitet. Alles, was ich brauchte, waren die bereits erwähnten 14 Tage Ruhe, und danach ging - zumindest rein äußerlich - alles seinen gewohnten Gang.

    Im Laufe der folgenden Wochen habe ich sehr zurückgezogen gelebt. Du musst wissen, dass meine Kolleginnen z.T. auch meine Freundinnen sind, mit denen ich mich auch abends gerne mal getroffen habe. Aber dann hat sich der Ton im Job verschärft und die Konsequenz war, dass wir uns privat weniger gesehen haben, einfach, weil jeder froh war, seine Ruhe zu haben. Hinzu kommt, dass ich in einer anderen Stadt arbeite, als ich wohne, also hatte ich das zusätzliche Argument der ewigen Fahrerei. Es fiel also nicht weiter auf, dass wir uns zunehmend weniger gesehen haben - und ich auch noch ganz dankbar darüber war.

    Ich mach' mal sicherheitshalber 'ne Pause und schicke das hier los, OK?

    Doch, bestimmt.
    Geh mal nach ganz oben auf die Leiste, wo Logout und dann dein Nick in eckigen Klammern steht. Dann auf "Logout". Und dann wieder auf "Login", wo du deinen Nick und dein Password eintippen musst. Daneben - oder darunter? - wirst du gefragt, ob du automatisch eingeloggt sein willst oder bleiben möchtest oder ... äh, also da musst du das Häkchen machen!

    *lach*

    Zwei Blöde, ein Gedanke, gell? :D

    Also, habe jetzt rausgefunden, dass man beim Einloggen so'n niedliches Häkchen setzen muss, so'n kleines, feines. Dann bleibt man drin, es sei denn, dass man sich selber ganz bewusst ausloggen will.

    LG
    espoir
    (die sich schon wieder halbwegs eingekriegt hat...*lach*)

    Ich fasse es nicht!

    Da habe ich Backmaus eine - zugegebenermaßen - etwas umfangreichere Antwort schreiben wollen, und als ich auf "Absenden" gehe, fliege ich raus! :evil:

    Liebe Backmaus, sorry, ich werde - sobald meine Enttäuschung weg ist - eine neue Antwort starten, jetzt erst einmal nur soviel: nein, von meiner Alkoholvergangenheit wissen tatsächlich nur meine Mutter, meine Geschwister mit deren Familien und meine beiden engsten Freundinnen.

    LG
    espoir

    Hallo Lena,

    wie schön, dich wieder zu lesen!

    Ich freue mich für dich, dass du die Feiertage so gut überstanden hast, war ja nicht ganz so easy für uns, gell? Dein Mäuschen ist ja süß, ich hoffe aber, dass sie nicht so ganz mitgekriegt hat, warum Oma und Opa für dich so anstrengend waren...

    Du hast Recht, ich habe genau wie du aus beruflichen Gründen keine LZT angestrebt. 8, 12 oder gar 16 Wochen hätte ich niemals fehlen können, selbst die mir durchaus angebotenene Variante von nur 6 Wochen empfand ich als zu lang. Für die Entgiftung hatte ich genau 14 Tage Zeit, davon reichten 4 Tage auf der akuten Entgiftungsstation und 7 auf der Motivationsstation desselben Hauses.
    Kollegen, die anschließend freundlich gefragt haben, wie denn der Urlaub so gewesen sei, habe ich eiskalt angeflunkert und erzählt, dass wir leider nicht richtig weg waren, Spanien oder so, weil mein Mann beruflich unabkömmlich gewesen sei, aber wir hätten uns vereinzelt mit einigen netten Tagesausflügen über Wasser gehalten, und das Wetter war ja auch so traumhaft, da hätten wir auch viel auf dem Balkon ausgespannt... laberrharbarberfaselbla... :roll: Hat aber prima funktioniert! :wink:

    Damals dachte ich echt, ich sei feige.
    Heute weiß ich, dass ich halt den unbequemen Weg gewählt habe.
    Es wäre mir manches erspart geblieben, hätte ich die Karten auf den Tisch gelegt und gesagt: "So, ihr Lieben, geahnt hat es ja vielleicht schon der eine oder andere, aber jetzt gebe ich es bekannt - ich bin eine Trinkerin und mache einen Alkoholentzug mit anschließender Therapie."

    Was es mir ein bisschen leichter macht, ist die Tatsache, dass ich mich noch nicht um Kopf und Kragen gesoffen hatte, Job, Führerschein, Auto, Wohnung und vor allem das wichtigste: mein wunderbarer Ehemann!, das war alles noch da, ich musste also rein äußerlich nicht bei 0 anfangen. Und mittlerweile habe ich sowieso den Eindruck, dass ein leichtes, bisher noch kaum spürbares Umdenken in der Gesellschaft eingesetzt hat. Da, wo ich mich aufhalte - und das sind halt nunmal nicht gerade die schäbigsten Bahnhofskneipen - , ist es völlig normal, dass ich wie selbstverständlich einen Kaffee, ein Wasser oder sonstwas bestelle. Und im privaten Kreis kann ich ein mitleidiges "Ach du Arme, heute musst wohl du fahren?" einfach mal so stehen lassen und mein Mann und ich grinsen uns dann nur an...

    Es geht alles.
    Wenn man denn wirklich will.
    Und wir wollen, gell?

    Liebe Lena, in diesem Sinne wünsche ich dir von Herzen einen sonnigen Sonntag und einen richtig schönen und fröhlichen Kaffee-Klatsch!

    LG
    espoir

    Zitat von Mandy2


    Schön das Du nun auch hier schreibst :wink: Wie lange bist Du nun trocken, habe das bestimmt überlesen.

    Grüß dich Mandy,

    erst einmal lieben Dank dir für deine nette Begrüßung!
    Nein, du hast nichts überlesen, denn ich habe bestenfalls mal nebenbei erwähnt, dass ich seit einem halben Jahr konsequent abstinent bin. Ich füge immer gerne dieses "konsequent" mit ein, weil ich davor sage und schreibe 13 Monate rumgeeiert habe. Erst mit der Einnahme eines ADs ist es mir leicht gefallen, tatsächlich überhaupt keinen Alkohol mehr anzurühren. Und das ist jetzt eben ein halbes Jahr bzw. 24 Wochen her. Kalendarisch gesehen habe ich erst am 07.01. mein "Halbjähriges"... :wink:

    Für dich ist ja nun der 05.01. auch ein wichtiges Datum, gell?
    Wo gehst du denn hin?
    In meiner SHG wird Tönisstein immer sehr lobend erwähnt, aber ich kenne mich da nun überhaupt nicht aus, weil ich "nur" ambulant eine Therapie mache, das aber nun seit anderthalb Jahren.

    Ich wünsche dir - und natürlich auch allen anderen - einen wunderschönen sonnigen Sonntag!

    LG
    espoir

    ... ich - nicht nur heute - stärker auf mich höre und gerade jetzt, so nach dem angeblichen Weihnachtsstress, sehr zufrieden mit mir bin.

    Allerdings wundere ich mich ein bisschen, dass so wenige von euch Lust haben, mal zu erzählen, wie es ihnen so geht und was sie sich selber Gutes tun.

    Tut ihr euch etwa nichts Gutes? :shock:

    Nee, ne?
    Ratlose Grüße
    espoir

    Zitat von lena004


    Mit meinen Eltern werde ich auf jeden Fall nicht mehr weiter über dieses Thema reden genau wie Du weil sie es gar nicht verstehen wollen!

    Liebe Lena,

    ich freue mich, dass dir meine Gedanken hilfreich waren, aber deinen letzten Satz möchte ich so nicht stehen lassen, denn es geht mir weniger darum, nicht mehr mit meiner Mutter darüber zu reden, sondern eher darum, zu akzeptieren, dass sie mich nicht verstehen kann.
    Ich habe es da ja auch ungleich einfacher als du, denn sie kommt trotzdem gerne zu mir und erwartet wohl auch keinen Alkohol, weil ich von Anfang an klargestellt habe, dass meine Wohnung alkoholfreie Zone ist und ich das auch so brauche, um mich wenigstens in meinen eigenen vier Wänden "sicher" zu fühlen.
    Da du deinem Vater nicht vorschreiben kannst, was er zu tun und zu lassen hat, würde ich dir vorschlagen, dich künftig bei deinen Eltern zu treffen. Da bist du dann nämlich Gast, und der Gast ist König und kann notfalls gehen, wenn ihm die Situation zu heikel wird.
    Klingt vielleicht grob, ist aber meiner Meinung nach die beste Methode, etwaigen Risiken zu umschiffen.

    Liebe Lena, ich wünsche dir und deinem Mann noch einen schönen Rest-Abend - wir lesen uns!

    Alles Liebe
    espoir

    Hallo, guten Abend, ihr Lieben!

    Ich war gestern Abend nicht mehr hier, weil ich ja bekanntlich meine Mutter zu Gast hatte, und nachdem mein Mann die gegen 21 Uhr nach Hause gefahren hat, habe ich den Abend einfach nur Revue passieren lassen und war nicht mehr so in Stimmung, sofort zu erzählen, wie's war. Ich fand's summa summarum einfach schön, auch wenn es zwischendurch eine längere Phase gab, in der die Diskussion um meine Krankheit hitzig zu werden drohte. Wer mag, kann's bei Lena nachlesen, da habe ich ihr heute Morgen bzw. Mittag erzählt, dass ich mit meiner Mutter eine ähnliche Erfahrung gemacht habe wie sie mit ihren Eltern. Mei, was soll ich sagen? Es gibt nichts Schlechtes, das nicht auch was Gutes hätte - und für mich war das eben die Erkenntnis, dass ich meine Mutter mit ihren über 70 Jahren nicht mehr ändere, und ein bisschen Nachsicht ihr gegenüber steht auch mir nicht schlecht zu Gesicht.

    Die Gans hat super geschmeckt - zumindest das, was davon übrig geblieben ist. Wir hatten uns nämlich ein bisschen verschätzt, was die Bratdauer in Relation zum Gewicht angeht... :roll: Na jedenfalls löste sich nicht nur die Haut sondern sogar das Fleisch selbständig vom Gerippe, mein Mann hat ein Foto davon gemacht, sieht echt aus wie aus einem dieser Splatter-Filme, oder kennt jemand "Aliens"? Wo der Typ auf dem Tisch liegt, und nach etlichen Zuckungen sein Brustkorb aufplatzt und so ein quiekendes Etwas aus ihm herauszischt? Der Rest von dem Typ war natürlich Matsche, aber meine Gans sah auch nicht vertrauenerweckender aus. Aber das Fleisch war sehr zart und lecker, ehrlich! :D

    Letzten Endes war das für mich von Vorteil, weil unter diesen Umständen haben mein Mann und meine Mutter ihre Erwartungen hinsichtlich der Ananas-Torte um 300% zurückgeschraubt. Die war aber auch gut. Schade, dass Pia wohl doch verhindert war... :wink:

    Tja, und das Fazit für Weihnachten 2008?
    Es war ungewöhnlich und damit reizvoll für mich. Ich habe viel nachgedacht, viel hier gelesen, meine Haltung hinsichtlich meiner Familie überdacht, ein paar - nicht wirklich nennenswerte - Niederlagen einstecken müssen, habe dank des heutigen Sonnenscheins schon ein bisschen vom Frühling geträumt und bin zufrieden mit mir und meiner kleinen Welt.

    Die nächste Herausforderung wird Silvester werden. Aber da mache ich mir jetzt erst einmal noch keine Sorgen. Bis dahin sind's ja noch ein paar Tage, und dann habe ich ja auch noch euch!
    Ach ja, übrigens, ich wollte auch einfach mal "Danke" sagen, danke für eure lieben Antworten und eurer Kompliment, dass ich wohl 'ne ganz nette Schreibe habe. Da freue ich mich aufrichtig drüber!

    Alles Liebe
    espoir

    Zitat von rowi


    Treffe ich dort evtl. auf Leute die ich oder die mich kennen ? Wenn ja, dürfte mir das etwas ausmachen ?


    Grüß dich, rowi!

    Ich musste schmunzeln, als ich deine Frage las, denn genau das habe ich mich auch gefragt, als ich mich zur stationären Entgiftung entschloss. Ganz einfach: Breit grinsen und sagen: Cool, du tust auch was dagegen?! De facto habe ich aber niemanden getroffen, also niemanden, den ich kannte.

    Dasselbe gilt aber auch für dieses öffentliche Internet-Forum.
    Ich bemühe mich natürlich auch, meine Erzählungen so neutral zu formulieren, dass sie auf viele weibliche Trinker meines Alters passen könnten. So what? Sollte mich doch jemand erkennen, muss der sich doch auch fragen, was er in einem Alkoholiker-Forum tut, oder? :wink:

    LG
    espoir

    Liebe Lena,

    dein Beitrag hat mich stark angesprochen, denn eine ähnliche Szene habe ich gestern auch erlebt. Es ging um meine eigene Alkoholkarriere und um meinen Vater, der seinerzeit auch Trinker war.

    Du schreibst:
    Aber kapiert haben sie gar nichts.

    Den Eindruck hatte ich bei meiner Mutter auch.
    Meine beiden wichtigsten Fragen waren: Hast du jemals auch nur ein einziges Fachbuch zum Thema gelesen? Hast du jemals mit Papa beratschlagt, was ihr an eurem Leben bzw. in eurer Ehe ändern könnt? Beide Fragen hat sie mit einem definitiven "Nein" beantwortet und ich spürte instinktiv, dass ich sie nicht mehr erreiche. Warum auch?

    Das Problem ist, dass ich meine Eltern sehr liebe und beide schon weit über 70 sind.

    Ich habe beschlossen, in dieser Hinsicht großzügig zu sein und da nicht weiter zu intervenieren. Meine Mutter ist ebenfalls Mitte 70 und wird das nicht mehr lernen. Welches Recht habe ich als Tochter, ihr da noch das Leben schwer zu machen? In meinen Augen keins!
    Wem bringt es irgendetwas, wenn ich sie quäle, sie zwinge, sich auf meinem Niveau mit dieser Krankheit auseinanderzusetzen, wenn ich sie zutexte und ihr Vorträge halte über Dinge, die sie vermutlich nicht mehr verstehen wird oder will.
    Wenn sie mir sagt, dass die wichtigste Aussage meine Vaters für sie gewesen sei, dass sie nicht der Grund für seine Sauferei war, dann sträuben sich mir zwar die Haare, aber ich muss es einfach mal so stehen lassen. Von daher habe ich nicht nur an Heiligabend Frieden mit meinem Vater geschlossen, sondern gestern auch mit meiner Mutter.

    Für dich, Lena, sieht das Ganze natürlich ein bisschen anders aus, ich weiß.

    Ich stelle es mir unendlich schwer vor, jemanden, den man auch noch liebt, vor den Kopf stoßen zu müssen, der eigenen Abstinenz zuliebe. Vielleicht hilft deinem Vater die Vorstellung, dass er doch auch nicht in die Wohnung eines Nichtrauchers geht, sich dort genüsslich eine Zigarette anzündet und dann sagt: "Ist schon OK, dass du mir keine anbietest, aber ich habe ja meine eigenen dabei."
    Außerdem stellt sich mir die Frage, ob du nicht einfach aus der Not eine Tugend machen könntest. Du schreibst:

    ...und wenn mich das stören würde dann würde ich es so oder so nicht schaffen.

    Ja, richtig.
    Gerade am Anfang ist es eben immens schwierig, sooo tough da durchzumarschieren, da bist du eben dankbar für jede Unterstützung. Jemand auf Diät geht ja nun auch nicht gerade ins Kaffeehaus, jemand mit Gips geht nicht joggen, ... Beispiele lassen sich gewiss viele finden, die einem unbedarften Menschen - ohne Klugscheißerei und erhobenen Finger - klarmachen, dass es oft gerade die Kleinigkeiten sind, die so unglaublich wichtig sind auf dem Weg in die Trockenheit.

    Und sieh mal, du hast ja offenbar einen wunderbaren Schwiegervater, der ganz offen und ohne Berührungsängste mit unserer Krankheit umgeht. Nimm das einfach als "Mutmacher", wenn die Enttäuschung über deinen Vater immer wieder zwickt.

    LG
    espoir

    Huhu guten Morgen ihr Lieben!

    Ich wünsche euch einen wunderschönen friedlichen und vor allem relaxten 1. Feiertag!

    Mir persönlich geht's prima, nachdem ich vorbildlich um 8 Uhr in der Küche stand und die Gans fürs Gänse-Solarium fertig gemacht habe. Nun liegt die Gute in ihrem stylishen schwarzen Bräter und tut was für ihren Teint...

    Jajaaa, das Drama mit der Sahne...
    Ich hab' die also später dann noch aus dem Kühlschrank geholt und wollte sie mit Hilfe von Sahnesteif nochmal flott aufschlagen, aber selbst dazu bin ich zu doof. Kippe also dat ganze Päcksche da rein - und es bilden sich Klumpen in einer milchig-gelben Flüssigkeit, wovon die unmittelbare Umgebung (sprich: ich und meine Küche) dank des Mixers auch noch was hatten. :evil:

    Ruhig Blut, meine Liebe, du hast ja noch 2 Päckchen Sahne, also das Procedere von vorn. Diesmal klappt's, ein Traum von Sahne, zum Abfotografieren schön. Also her mit der Ananas-Creme, da soll die nämlich rein. Die Creme hatte ich sicherheitshalber in den Kühlschrank gestellt, weil ich ein ähnliches Drama wie mit der Sahne befürchtet hatte, ihr wisst schon, Küche zu warm und so...

    Die versierte Hausfrau kennt sich mit dem artspezifischen Verhalten von Gelatine in Kombination mit Ruhe und Kühle aus - ICH NATÜRLICH NICHT! Die Creme konnte ich nicht einmal mehr umrühren, die war nämlich fest. Jetzt bin ich dann doch langsam sauer geworden, habe mit wilder Entschlossenheit die Creme losgeprockelt (boah ey! :twisted: ) und unbeirrbar die Sahne untergehoben, das Ganze auf dem Teigboden verteilt, Fruchtstückchen drauf, ab in den Kühlschrank.

    Und siehe da: Die weiße Fläche ist zwar ein bisschen uneben, aber sie macht einen festen und damit schnittfähigen Eindruck! :wink:

    Tja, und wie Gretchen richtig schreibt - das ist für mich wieder ein kleiner Erfolg. Und zwar nicht die Tatsache, dass ich nichts getrunken habe, auch nicht, dass ich nichts gewollt hätte, sondern, dass ich es nicht gebraucht habe! Ein bisschen Rumtoben, meinem armen Mann ein Ohr abkauen und immer wieder hier reinspitzen hat mir gereicht, um wieder "runterzukommen"! *stolzbin* Ich lerne ja gerade erst, auch meine schlechten Stimmungen zu akzeptieren. Und nach dem Heckmeck wäre wohl auch ein gesunder Mensch mehr oder weniger sauer gewesen, warum sollte ich nicht sauer sein dürfen, bloß weil ich eine Trinkerin bin? Nee, ne?

    In diesem Sinne alles Liebe
    espoir

    Liebe Caro,

    nun ist der berühmte "Heilige Abend" schon fast rum und ich möchte so kurz vor knapp doch noch einmal schnell die Gelegenheit ergreifen und dir schöne und erholsame Weihnachtsfeiertage wünschen.
    Nach deiner freundlichen Begrüßung seinerzeit im Vorstellungsthread haben sich unsere Wege noch nicht wieder gekreuzt... und das wollte ich hiermit gerne ändern!

    Ganz liebe Grüße
    espoir

    Liebe Yvonne,

    ich freue mich riesig, dass auch du was geschrieben hast!

    Ja, die Trockenheitsarbeit...
    Als ich noch ganz am Anfang stand, hat mich dieses Wort schon ganz schön eingeschüchtert (ungefähr so wie das Wort Kapitulation), aber ich glaube, ganz blöde gesagt, man wächst da rein und kapiert erst im Laufe der Zeit, was eigentlich damit gemeint ist.

    Gerade eben zum Beispiel habe ich mal wieder eine kulinarische Ohrfeige gekriegt, ich wusste nicht, dass man nur kalte Sahne schlagen kann, nicht aber welche mit Zimmertemperatur (ich mag nämlich gar keine Sahne und habe demzufolge noch nie welche geschlagen...). Was soll's, ich hab' sie eben wieder in den Kühlschrank gepackt, werde noch ein Weilchen warten und dann noch ein Sahnesteif reinkloppen, und dann... ja, naja, dann sehen wir mal...

    Früher wäre das ein willkommener Anlass gewesen, völlig entnervt den ganzen Krempel hinzuschmeißen und mich schmollend mit meinem Sekt zu verkrümeln. Au weia! :roll:

    LG
    espoir

    Hallo Gretchen,

    auch dir lieben Dank für deine Antwort!

    Ja, du hast Recht, diese leidige Schuldfrage stand mir immer im Wege, egal, ob ich mich mit meinem Vater oder mit mir selber beschäftigt habe. Ich habe erst in der Therapie gelernt, dass ich im Zusammenhang mit meiner Trinkerei nicht von Schuld sprechen sollte. Und erst jetzt klärt sich langsam der Blick, erst jetzt kann ich - nachdem ich mich intensiv um mich selbst und meine Befindlichkeiten gekümmert habe - auch mal auf meine Familie blicken und da langsam Frieden in meine Ansichten bringen. Ich werde da nichts mehr ausrichten können, weder bei meiner Mutter noch bei meinen Geschwistern, ich kann nur noch etwas für mich tun.

    LG
    espoir

    Feengesicht : Nur zu, du bist herzlich willkommen! :wink: