Das gilt aber auch für dich, gell!
Wie geht's dir denn heute bzw. jetzt gerade?
Deine Mitarbeiter sind ja wohl erst wieder am Montag ein Thema, also bleiben wir doch einfach bei dir!
Bist du noch abstinent?
Das gilt aber auch für dich, gell!
Wie geht's dir denn heute bzw. jetzt gerade?
Deine Mitarbeiter sind ja wohl erst wieder am Montag ein Thema, also bleiben wir doch einfach bei dir!
Bist du noch abstinent?
Na hör mal, warum solltest du das denn nicht hierher bringen?
Es geht doch schließlich um deine Arbeit und um dein tägliches Umfeld, und ich finde, das gehört genauso zu dir wie deine Gesundheit, um die du dir ja nun auch Gedanken machst.
Ich bin froh, dass du nicht sauer bist, schließlich bin ich noch neu hier und weiß immer nicht so genau, ob ich einfach so drauflos schreiben darf oder ob ich bestimmte Threads erst endlos lange beobachten muss, ehe ich mich äußere.
LG
espoir
Zitat von "didii
ich wollte eigentlich dieses tema garnicht hier hinbringen...ich denke das ich einen weg finden werde
lg dieter
Oh je, das klingt für mich, als wäre ich dir irgendwie zu nahe getreten.
Das wollte ich nicht. Sorry!
Lg
espoir
Hmmm, das macht die Sache natürlich auch nicht einfacher für dich. Und wie Erdling weiter vorne schon geschrieben hat, ist es ja auch bei uns in Deutschland oftmals sehr schwierig, sich abzugrenzen.
Trotzdem finde ich, dass du in diesem Punkt hartnäckig bleiben solltest, also, ich meine das mit dem Alkohol zur Brotzeit. Sind deine Mitarbeiter denn Einheimische oder ebenfalls Deutsche?
Weißt du, ich will auf folgendes hinaus: Selbst in Mittelmeerländern, die wir Deutsche ja so gerne im Urlaub besuchen, ist Alkohol keineswegs an der Tagesordnung. Natürlich trinken die z.B. Wein schon zum Mittagessen, aber hast du dir mal die Mengen angeschaut? Das ist 'n Witz! Da steht 'nem Achtele Weißwein ein halber Liter Wasser gegenüber, und wenn die nachbestellen, dann das Wasser!
Meine bescheidene Erfahrung ist einfach die, dass der Alkoholkonsum eher etwas mit der persönlichen Einstellung dazu zu tun hat. Es ist völlig egal, ob ich Deutscher oder Spanier bin, ob ich Handwerker oder Akademiker bin - Akohol am hellichten Tag (und demzufolge während der Arbeitszeit) lässt auf eine unangemessene Haltung schließen. Und wer da von "Gepflogenheiten" spricht, z.B. bei der Handwerker-Brotzeit oder dem piekfeinen Geschäftsessen, der lässt mich aufhorchen...
Deshalb Dieter - ich finde es super, wie du das machst, dass du dir so deine Gedanken machst, dass du erkannt hast, dass du etwas tun musst, und dass du merkst, dass es nur mit dem Beseitigen von Alkohol in den eigenen vier Wänden nicht getan ist. Sich seit 10 Jahren im Ausland zu behaupten, ein kleines Geschäft mit zwei Mitarbeitern zu haben - das alleine sollte es wert sein, da am Ball zu bleiben.
LG
espoir
Zitat von didiimoechte auf keinen fall an der lebensart der einheimischen ruetteln schon weil ich ihre lebenart mag....
Hallo didii,
nicht, dass ich dich falsch verstehe: Du bist tatsächlich der Ansicht, dass Rotwein oder Bier bei den Spaniern schon am späten Vormittag bzw. mittags zur Lebensart dazugehört?
Entschuldige, wenn ich diese - vielleicht blöde - Frage stelle...
LG
espoir
Zitat von LonchenIst es wiedersprüchlich, wenn ich sage, daß ich der Sucht den Kampf ansage, weil ich weiß, daß der Alkohol mich im Griff hat??
Hallo Lonchen,
ja, für mich ist das tatsächlich ein Widerspruch.
Wie kann ich jemandem den Kampf ansagen, der mich im Griff hat, also in der überlegeneren Position ist? Insofern ist das also nicht nur ein Widerspruch, sondern ziemlich unklug.
Ich habe viele Monate über den Begriff "Kapitulation" nachgedacht und wollte den für mich auch nicht gelten lassen. Der hatte für mich sowas Negatives, da kam ich irgendwie nicht so gut bei weg. Und ich wollte doch gut wegkommen, schließlich bin ich doch die Heldin, die Tolle, die Vernünftige, die endlich eingesehen hat, dass es so nicht weitergehen kann! Und das ist doch super, oder?
Tja, was ich dabei nicht bedacht hatte, war, mit was für einem Gegner ich es da aufnehmen wollte. Ich habe nicht im Geringsten abschätzen können, welche Register mein Gegner ziehen würde. Wie fies der ist, wie geschickt, wie hinterrücks, in welcher Tarnung er daherkommt, welche Fallen er mir stellen wird. Und so habe ich 13 elende Monate nach meiner Entgiftung damit verbracht, immer wieder eine auf's Maul zu kriegen, immer wieder den Kürzeren zu ziehen, immer wieder festzustellen, dass der einfach keine Ruhe gibt.
Es ging erst aufwärts, als ich mich selbst mit einem trotzigen Schulkind verglichen habe, das regelmäßig in der Pause von einem älteren Schüler verprügelt wird. Jede Pause kriegt der Senge, und zwar nicht zu knapp. Und dieses uneinsichtige Kind hat nichts Besseres zu tun, als den Älteren immer wieder zu reizen und zu provozieren, und der lächelt kalt und haut mal eben ganz nebenbei wieder zu. Tut dem Älteren nicht weh, ist auch nicht sonderlich anstrengend für den. Macht aber einen Heidenspaß, den Pimpf mal wieder zusammenzufalten.
Wie blöd muss man sein, wenn man dann dem Älteren nicht endlich aus dem Weg geht?
Ich persönlich habe u.a. erst den Vergleich mit dem Schulkind gebraucht, um endlich einzusehen, dass ich den Alkohol nie besiegen werde, der ist halt einfach stärker. Vielleicht liegt dir dieser Vergleich überhaupt nicht, auch andere mögen wegen meiner blühenden Phantasie schmunzeln. Aber ich kann dir eben nur ehrlich schildern, welche Gedankengänge ich hatte, und es war eben so.
Mittlerweile bin ich fast sechs Monate zufrieden abstinent und habe auch mit dem Begriff "Kapitulation" keine Probleme mehr. Aber an Begrifflichkeiten sollte es nicht scheitern, dazu ist das Ziel viel zu wichtig.
LG
espoir
Hallo zusammen,
in meiner Gruppe unterscheiden wir sehr wohl zwischen abstinent und trocken.
Trocken werden dort diejenigen genannt, die etwa ein bis zwei Jahre konsequent abstinent gelebt haben, weil man erst nach dieser Zeit alle möglichen typischen Situationen ohne Alkohol durchlebt hat, die einen eventuell an früher einnern. Das können also Feiertage oder Geburtstage, aber auch Urlaub oder so etwas sein.
Ich persönlich finde diese Einteilung durchaus einleuchtend. Nach einem Jahr mit all seinen Ereignissen (egal ob positiv oder negativ) kann ich einen Alkoholkranken durchaus als stabil bezeichnen. Und dieser Stabilität können dann eben weitere trockene Jahre folgen.
Aber natürlich habt ihr Recht, wenn ihr sagt, dass es letztendlich auf die persönliche Einstellung ankommt.
LG
espoir
Hallo,
ich bezeichne mich selber als Trinkerin.
Ich glaube, es hat damit zu tun, dass ich vor Jahren den Film "Der Trinker" mit Harald Juhnke gesehen habe und der mich unglaublich berührt hat.
Ansonsten, wenn ich über andere spreche, verwende ich "alkoholkrank", vielleicht als Ausdruck von political correctness, weiß nicht. Ich finde halt, das klingt höflicher als mein eigenes, fast schon derbes "Trinkerin".
LG
espoir