lieber OF,
wie oft haben uns unsre eltern gesagt, sei nicht so aggressiv. sei nicht so traurig. weine nicht. schrei nicht rum.hab keine angst. sei anständig brav, lieb, nett, höflich, freundlich, anständig, ruhig.
später dann mit diesen hinweisen sind wir ins leben rein. anständig, lieb, brav, höflich, freundlich all das lernte ich und das ist auch fein so.
aggressiv, böse traurig, hilflos,ängstlich, wütend sein das machte mir zu schaffen.
doch der mensch hat das in sich, alles und das eine was ich ausleben konnte waren die von mir so gelobten und so gepriesenen eigenschaften, bei welchen ein positives gefühl dahinter steht, weils positiv geprägt wurde. die andere seite ist unangenehm die lehte ich ab.klar ist das der ursprung und heut bin ich erwachsen. ich kann das also heute sehen, als erwachsene und mir erklären warum.
natürlich will ich nicht als aggressiver wütender überängstilcher mensch durch die gegend laufen und das zu meiner intension machen nur so zu leben. nein aber ich will es mir anschauen und auch das leben können, weils dazu gehört und mich deswegen nicht schlecht fühlen.
ein einpendeln ist das, ein sich zentrieren und wahnehmen und jedem dieser gefühlen einen raum lassen. so viel wie es braucht um anderen menschen nicht weh zu tun, mir aber genügend spielraum lässt es zu leben.
strategien sind da für mich wichtig. bei wut mal raus gehen und um den block rennen oder holz hacken. auch mal nen brüller los lassen, weil es menschlich ist. ich brül ja nicht den ganzen tag.
das schlimmste war für mich ein friede freude eierkuchen spielen und innerlich zu weinen. ein nicht ausleben dürfen.
das beste was mir passieren konnte das mich wahrnehmen und annehmen meiner gefühlswelt. meiner angst und panikstörung sei dank das ich das was ich spüre auch leben kann. heute. ich hab sie nicht mehr. weil die angst ihren platz, ihre berechtigung hat in meinem leben. sie darf sein. nun wo sie sein darf, gelebt werden kann ist sie nicht mehr da in der form der panikattacken. sie muss nicht mehr nach daseinsberechtigung schreien und überdomminant sein, sie hat keinen grund dazu.ich habe angst. immer wieder. so wie jeder andere auch.ich leb damit und lebe gut inzwischen.
ich schleich nicht mehr um den heissen brei herum. seit ich das nicht mehr mache gehts mir super gut.
gruß
melanie