Beiträge von zerfreila

    Hallo Lobanshee,

    das sind die alltäglichen Situationen, in denen es um Zivilcourage geht, die Du gezeigt hast. Diese Form der Einmischung ist nicht grundlos, sondern notwendig, notwendige Zivilcourage, aus gegebenem, traurigem Anlass, sozusagen.

    Man könnte ja auch tausend Einwände finden, die dagegen sprächen. Vorwände. Unannehmlichkeit, Peinlichkeit, arme Kassiererin, lange Schlange, selbst nicht auffallen, sich selbst keinen Ärger einfangen... . Augen zu. Das ist aber keine Lösung, sondern unterstützt das Übel.

    Initiativ werden, Zivilcourage zeigen beginnt gerade im vermeintlich Kleinen, im Alltag.

    zerfreila

    Hallo Harry,

    ich bin vor vielen vielen Jahren auch einmal auf dieser schönen Insel gewandert. Ihre Schönheit, ihr Zauber, hat damals meine Sinne und meine Seele sehr bewegt und tut es noch heute durch die Erinnerungen.

    LG zerfreila

    Hallo Mieken,

    auch ich habe über Jahrzehnte nie regelmäßig gesoffen, sondern sporadisch. Wenn für mich alles gut war, habe ich kaum getrunken oder auch gar nicht. So waren bei mir abstinente Phasen von zwei Wochen bis drei Jahren möglich. In Krisenzeiten war mein Trinkverhalten so, dass ich zur vermeintlichen Erleichterung soff, auch nicht täglich, aber insgesamt eben häufiger. In meinem letzten Alk-Jahr soff ich so zweimal die Woche Vollrausch, ich konnte dann nicht mehr aufhören, damit war die Woche eigentlich gelaufen, da ich zwischen den Saufabenden mit Regeneration, körperlich wie seelisch zu genug zu tun hatte. Das gefiel mir nicht mehr, das war mir zu häufig und zu heftig. Ich fühlte mich niedergeschlagen und schwach. Das wollte ich nicht mehr. Es war mein eigener Entschluss, dauerhaft abstinent zu leben. Wieder die volle Lebensqualität zurückzugewinnen. Von außen gab es keinen Impuls, ich hatte mir ja auch angewöhnt, mich abends zuhause allein zu benebeln, während ich auf Feiern oder Veranstaltungen oft der einzige Nüchterne war. - Dass ich zu Saufzeiten keine Entzugserscheinungen, keinen Zittern und so kannte, nicht täglich und morgens saufen musste, war mir zum Zeitpunkt meines Entschlusses vollkommen unwichtig, früher war mir dies im Vergleich mit anderen Trinkern vielleicht Alibi, weiß ich aber nicht mehr so genau. - Durch die Arbeit und den Austausch hier im Forum kam ich eigentlich erst so nach und nach zu der Auseinandersetzung mit meinen Suchtstrukturen. - Gut, dass Du so interessante Themen eröffnest.

    -zerfreila-

    Hallo Weitsicht,

    schön zu lesen, dass Du Dein Kind vor der Weitergabe der Suchtstrukturen schützest und Dich selbst von ihnen mehr und mehr befreist. - Den Camino bin ich auch mal gegangen, nicht ganz, aber er hat mir soviel gegeben und wird mir immer in Erinnerung bleiben. Da habe ich viel über das Loslassen und Weglassen erfahren, wenngleich ich später im Alltag wieder vieles von dem ignorierte. Erst jetzt hier durch die Arbeit und den Austausch im Forum ist mir der Wert wieder klar und bewusst geworden.

    LG zerfreila

    Hallo doro,

    klar geht es auch um Lobbyismus, das hat zu tun mit Macht und Geld und Einflussnahme. So erscheint dann so manche Präventionskampagne doch eher halbherzig, abgeschwächt, von vorne herein.

    Es geht aber auch um Einzelverhalten eines jeden Bürgers. Verkauf von Alkohol an Kinder, Wegschauen, wenn Kinder durch die Gegend torkeln, Ignorieren, wenn Menschen betrunken mit dem Auto durch die Gegend fahren...

    Vielleicht nur eine Kleinigkeit: kürzlich stand ich an der Kasse eines mittelgroßen Lebensmittelgeschäfts (nebenan ist eine Schule), ein Junge, etwa zehn Jahre alt, war vor mir und forderte eine Packung Zigaretten, in seiner Hand hielt er das Geld und den Ausweis seines Lehrers, der ihn geschickt hatte. Ganz klar, legal, aber dass selbst ein Lehrer nicht so weit denkt und seinen Schüler zum Kippenholen schickt, damit er seine Sucht befriedigen kann. Nur mal so ein kleines Beispiel, das auch mit Vorbild und Verantwortung zu tun hat.

    -zerfreila-

    Hallo,

    Gestern Abend sah ich mir wieder eine TV-Diskussion zum Thema Kinder/Jugendliche und Alkohol an. Da ist eine Lawine im Rollen, die gewaltig und erschreckend ist. Alkoholindustrie beauftragt Werbewirtschaft, Werbewirtschaft hat Kinder und Jugendliche im Visir, Kinder und Jugendliche veranstalten Komasaufen, werden früh süchtig, abhängig. Sucht, Siechtum durch die Droge Alkohol. Volksdroge wird Alkohol ja auch genannt. Sie betrifft die Bevölkerung, die Gesellschaft. Da geht es auch um Jugendschutz, der in Gesetzen verankert ist. So sind auch Staat und Politik an dieser Problematik beteiligt.

    Kinder, Jugendliche, Eltern, Kindergarten, Schulen, Betriebe, Vereine, Gesellschaft, Staat, Politik, Industrie, Werbewirtschaft..., alle beteiligt. Demzufolge sind Verantwortung und Präventivmaßnahmen bei den Beteiligten gefragt und gefordert. Das geht von liebevoller Erziehung im Elternhaus über Aufklärung in den Schulen über Sanktionsmaßnahmen bis hin zu gesetzlichen Nachbesserungen.

    Suchtgesellschaft, man könnte auch sagen Drogengesellschaft: Drogensucht, Alkoholsucht, Nikotinsucht, Spielsucht, Esssucht, Magersucht, Mediensucht, Arbeitssucht, Gewinnsucht, Machtsucht, Kontrollsucht...... . Zwänge, Zwangsstörungen, Ängste. Was verbirgt sich hinter alldem?

    Heute Abend kommt im ZDF eine weitere Sendung zu diesem Thema, die ich mir ansehen werde.

    Wenn dreizehn vierzehn Jahre alte Mädchen und Jungen mit Schnapsflaschen durch die Gegend taumeln, in den Notstationen der Krankenhäuser landen und zum Teil an Überdosis Alkohol sterben, dann stimmt etwas nicht. Das hat Gesellschaft, Staat, Politik 'was anzugehen. Und Gesellschaft sind wir, Staat sind wir, Politiker sind vom Volk beauftragte Menschen, die sich um die Belange des Volkes, um unsere Belange kümmern müssen.

    Das ist kein Bagatell-Thema.

    schöne trockene Grüße, zerfreila
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    Ich habe mal meinen heutigen Beitrag aus dem offenen Alkoholiker-Bereich hierher zu den Eltern und Angehörigen von trinkenden Kindern geholt. Hier gehört er hin, eigentlich gehört er überall hin, aber hier hat er einen ganz guten Platz, wie ich finde.

    Welche Gedanken habt Ihr zu diesem brisanten Thema?

    Liebe Grüße

    zerfreila

    Hallo Linde,

    ich könnte mir vorstellen, dass auch das Geschlecht des erwachsenen Kindes eine Rolle bei den Überlegungen spielen könnte, was diese ungesunden Beziehungen mit ihren Auswirkungen sicher nicht leichter machen würde, sondern zu weiterer Differenezierung führen müsste.

    Ich werde mal über das Thema insgesamt nachdenken und später wieder aufgreifen. Das ist nicht so leicht, denke ich.

    Liebe Grüße

    zerfreila


    Hallo Peter, ich habe einfach mal Deinen Beitrag aus dem anderen thread hier platziert. Deine Argumentation zeigt mir, dass Du die Bedenken soweit nachvollzogen hast. Ich kann auch Deine hier zitierten Worte gut nachvollziehen.

    An einem Punkt bin ich allerdings hängengeblieben, und zwar an der Vorbildfunktion. Klar verstehe ich, dass Du sie nicht einnehmen willst, aber Deine fast 32 Jahre sind kein Pappenstiel und so sehen Dich zwangsläufig viele Menschen, speziell in einem Alkoholiker-Forum, als Vorbild. Ich auch in gewisser Weise.

    Und Du kannst Dir sicher vorstellen, dass (noch unsichere) Menschen dann beim Lesen auf den Gedanken kommen könnten, (z.B. diese Passagen zu Feierlichkeiten) *naja, wenn der Peter damit so gut und so lange mit klargekommen ist, dann könnte ich das ja auch so machen*. Und darum geht es, um diesen Nachahmungseffekt, und wenn nur ein Mensch durch das Lesen nachahmt und dadurch rückfällig wird, dann ist das ein Mensch zuviel.


    Ich würde mich freuen, wenn Du hier weiterschreiben würdest. Sicher wirst Du Dich über die Löschung geärgert haben, aber Dein zitierter Text zeigt doch, dass Du dies im Grunde und im Sinne von Schutz auch voll nachvollzogen hast.

    LG zerfreila

    Hallo Mittelstürmer,

    Du hast einen schönen Nick. Ein Mittelstürmer schießt bekanntlich Tore. Einem betrunkenen Mittelstürmer wird dies wohl kaum gelingen. Statt Tore zu schießen, schießt der betrunkene Mittelstürmer Eigentore. Und das ist nicht Sinn der Sache. Ich würde Deinen Alkoholismus jetzt in die Hand nehmen, mit Arzt, Therapie, SHG, alle Hilfen annehmen, Rumschlingern bringt Dich nicht weiter. Pack die Dinge an, die Dir wichtig sind. Du bist das Wertvollste, was Du hast.

    LG zerfreila

    Hallo,

    an Leitsätze, Mottos, Richtlinien, Bausteine, Weisheiten und so gehe ich offen heran und denke über sie in ihren Aussagen und Bedeutungen nach.

    Auch denke ich darüber nach, wenn ich hier und da ein besonderes Auflehnen oder sogar Aggressionen gegenüber den sogenannten Weisheiten und so bemerke.

    Das sind mir alles Hilfen bei meinen Überlegungen.

    zerfreila

    Hallo Claro,

    ich hatte Dir auf Deinen Beitrag in meinem thread "Land in Sicht" geantwortet, vielleicht steckt da schon ein bisschen Antwort drin.

    So würde ich an Deiner Stelle mit Deiner Tochter zusammen die Gefahren betrachten. Ihr habt m.E. insofern gute Voraussetzungen, als Deine Tochter Dir vertraut und Du auf entsprechende eigene Erfahrung ganz authentisch zurückgreifen kannst. Inwieweit ein striktes Verbot sinnvoll ist, möchte ich nicht beantworten.

    Viel Glück.

    zerfreila

    Guten Morgen,

    ich bins nochmal, zerfreila. Einfach hingepfeffert finde ich selbstverständlich blöd. Das erkenne ich aber und versuche trotzdem, den Kern einer Phrase mitzunehmen, so sie denn einen hat. Selbstverständlich ist für mich auch, dass z.B. der Abstand zum Glas ja nichts Messbares ist und auch dieses *gleichweit* muss ich ja nicht wörtlich nehmen. Es wäre müßig, sich darüber Gedanken zu machen, ob der Abstand nun gleich, unterschiedlich, unterschiedlich in welchem Maße u.s.w. wohl ist. Aber das Bild kann mir helfen. Aus einer Phrase hole ich mir den Kern und den Kern nehme ich mir als Bild mit.

    *Achte auf Deine Gedanken* und *Ein Rückfall beginnt im Kopf* sind mir auch dienliche Leitsätze. Ich sage mir auch, *Achte auf Deine Seele* und ein *Rückfall beginnt in der Seele*. Denn ein Rückfall hat m.E. viel mit Gefühlen zu tun und ist ja in den meisten Fällen wohl keine rationale Entscheidung.

    Diese Gedanken hier noch als Ergänzung zu meinen vorherigen Beiträgen.

    LG zerfreila

    Zitat von zerfreila

    gemeint ist sicherlich, dass immer eine potenzielle Gefahr zur Rückfälligkeit besteht

    Hallo Hartmut,

    ich zitiere mich mal selbst und möchte Dir sagen, dass ich die von Dir aufgegriffenen Worte bezüglich des Abstands zum Glas nicht als bloße Phrase sehe, sondern sie schon für mich einen wichtigen Kern enthält, nämlich, ich wiederhole mich, die potenzielle Gefahr zur Rückfälligkeit.

    Selbstverständlich kann ich durch gezielte und fortwährende Trockenheitsarbeit für mich ein Mehr an Stabilität erreichen, das ist klar, und gerade zur eigenen Trockenheitsarbeit gehört in meinen Augen eben auch, die potenziellen Gefahren als solche zu erkennen und wahrzunehmen und auch zu respektieren, alles andere ginge für mich in Richtung eigene Ignoranz oder auch Verharmlosung oder auch Gefühl von falscher Selbstsicherheit.

    LG zerfreila

    ps: tippst Du noch den 34. Spieltag?

    Hallo Bernd,

    ich denke, dass Du eine gute Entscheidung damit getroffen hast, Dich von diesem Arbeitgeber so frühzeitig zu trennen. Was ich auch gut finde, dass Du hier die Dinge so offen angesprochen hast. Hut ab. Und eine weitere gute Entscheidung sehe ich in der Fortsetzung Deines trockenen Weges. Vorwürfe und Selbstvorwürfe halte ich dabei eher für hinderlich.

    LG zefreila

    Hallo Hartmut,

    ich würde die zitierten Worte nicht auf die Goldwaage legen; gemeint ist sicherlich, dass immer eine potenzielle Gefahr zur Rückfälligkeit besteht, und zwar unabhängig davon, dass jeder auf seinem eigenen und individuellen Weg auf einer ganz bestimmten Etappe unterwegs ist.

    LG zerfreila

    Hallo Bernd,

    obwohl es ja nicht meine Sache ist, bin ich doch gerade beim Lesen sehr betroffen. Ich selbst habe auch schonmal eine ganz neue Arbeit nach ganz kurzer Zeit aufgegeben, als ich spürte, das passt nicht. - Pass jetzt gut auf Dich auf und gehe Deinen trockenen Weg weiter. Die Enttäuschung ist es nicht wert, dass Du jetzt Gift in Dich 'reinschüttest. Mach Dir keine Vorwürfe, dass Du Dich gegen diese Arbeit entschieden hast. Auch Vorwürfe wegen des Rückfalls würden Dich m.E. nicht weiterbringen. Statt in Selbstvorwürfen zu verharren, würde ich ganz klar nach vorne schauen und mich auf den trockenen Weg konzentrieren und begeben und ihn weitergehen.

    LG zerfreila

    Zitat von zhig

    .jetzt bin ich nicht glücklich.hab versucht,das Haus zu halten,aber das ist allein nicht möglich..

    hab eine kleine Wohnung angemietet,zentraler,60qm..da ist die Freiheit erst mal weg..

    .vier Wochen nichts getrunken!Sicherheit gibt mir meine Freundin,die zu mir steht.


    Hallo Siggi,

    ich würde den Begriff "Freiheit" nicht in Beziehung setzen zur Größe des Wohnraums. Du kannst in einer 30 qm-Bude frei und in einem 500 qm-Palast gefangen sein.

    Freiheit ist ein innerer Wert. *Vier Wochen nichts getrunken* würde ich allerdings schon mit dem Begriff "Freiheit" in Verbindung setzen und weiter darauf aufbauen.

    Vielleicht liegt ja auch schon ein Stück Glück in dem Loslassen des Hauses. Und wenn Du es eh nicht halten kannst, liegt doch nichts näher, als es loszulassen.

    Und 60 qm sind doch komfortabel. Und eine Freundin, die zu Dir steht, ist doch auch etwas sehr Wertvolles.

    Das sind meine Gedanken zu Deinen Angaben.

    Schöne Grüße

    zerfreila

    Hallo Linde, hallo Feuervogel,

    vielen Dank für Eure Beiträge und Hinweise, die ich erst gerade bemerkt habe.

    Biologisch, saisonal und nah, also regional ist mir schon ein bekannter Ansatz, den ich auch z.T. beherzige, aber dennoch bin ich noch entfernt davon, ihn voll umzusetzen, werde mich aber hier nach Hofläden umsehen.

    Auch den Hinweisen zu Recherche-Möglichkeiten werde ich nachgehen.

    Danke und schöne Grüße

    zerfreila