Hallo Halvar,
Zitat
Ich fühle mich nun aufgerufen, irgendetwas zu tun- zumal seine Frau (also meine Schwägerin) in letzter Zeit ebenfalls "durch die Blume" um Hilfe bittet.
Ich deute diese Situation so, dass nach dem Ausstieg der beiden erwachsenen Kinder aus dem System Alkoholismus nun die ganze Last an Deiner Schwägerin hängt; da diese mit der Situation selbstverständlich auch überfordert ist, versucht sie, Dich mit ins Boot zu ziehen.
Überlege 'mal, wie viele Menschen ein Alkoholiker in dieses System hinein zieht und umgekehrt natürlich auch, wie viele Menschen sich da mit hinein ziehen lassen.
Ich würde an Deiner Stelle zwar ein klares und deutliches Gespräch mit Deinem Bruder führen, aber frei von jeder Emotionalität.
Wenn überhaupt, dann sind klare Ansagen angesagt. Und ich würde auch keine Erwartungen in Richtung Einsicht hegen.
Dein Bruder selbst muss sich ändern und die Sache selbst in die Hand nehmen, sonst geht da nichts. Das kannst Du ihm ja vermitteln und auch z.B. auf Arztbesuch, Therapie, SHG, dieses Forum etc. hinweisen.
Du selbst nimmst ja zur Zeit, von Deiner Schwägerin beauftragt, sozusagen die Rolle des Stellvertreters der Stellvertreterin des Alkoholikers, Deines Bruders, ein.
Wenn Du Dir dies nun vor Augen führst, denke ich, dass Du selbst damit wohl auch nicht zufrieden bist bzw. sein willst.
Das ist 'mal grob meine persönliche Einschätzung.
PS: ich selbst bin erst wieder seit knapp acht Monaten trocken, hatte aber kürzlich mit einer ähnlich gelagerten Angelegenheit zu tun.