Beiträge von Wasser

    Hallo Biene

    Lieb, dass du an mich denkst und fragst wie's mir geht :D.
    Vorab: Ich hab weiterhin durchgehalten und bin bei Tag 16 angelangt.

    Leider kann ich immer noch nicht gut schlafen und hab Magenprobleme. Ein Gang zur Drogerie hat mir sehr gute Beratung eingebracht. Ich war dort, um ein Schlafmittel zu kaufen (Globuli oder etwas Pflanzliches). Der Drogist hat mich gefragt wann ich jeweils aufwache. Ich sagte zwischen 1h und 3h. Er meinte, das wäre der Zeitpunkt, zu dem die Leber/Galle aktiv würde - und ich müsse erst dieses Problem lösen, dann sollten auch die Schlaf- und Magenprobleme verschwinden. Ich hab jetzt Leber-Galle-Dragées erhalten und muss die (kurmässig) für mind. 1 Monat einnehmen. Nach einer Woche sollte Besserung eintreten. Ich bin sehr zuversichtlich.

    Wie geht's denn dir so?

    Liebe Grüsse, Wasser

    Wow Backmaus, Mai 2006! Das sind ja schon fast drei Jahre :shock:. Da kann ich nur von Herzen gratulieren. Hoffentlich kann ich das auch mal von mir sagen. Bist du immer noch mit deinem damaligen Partner zusammen?

    So jetzt aber ab ins Bett, Wasser! Der Wecker wird unerbittlich um 05:45 klingeln ... und ich will noch erfahren, wie mein Thriller weitergeht :D

    Hallo Frozen Tears

    Deinen Beitrag hätte ich jetzt fast übersehen … darauf möchte ich natürlich schon noch antworten!

    Also mein Mann hat ganz bestimmt keine Co-Abhänigkeit. Warum auch? Er glaubt ja auch nicht wirklich, dass ich Alkoholikerin bin. Verheimlicht hab ich ihm nie etwas. Er hat sogar schon literweise Sekt für mich angeschafft. Aber wie gesagt, er hat mich nie kotzen oder ohnmächtig rumliegen sehen. Ich hab mich recht gut unter Kontrolle. Am Ende einer Flasche hab ich mich ins Bett verdrückt, während er fern gesehen hat.

    Wie lange ich schon dermassen abhängig bin kann ich gar nicht sagen. Der Prozess hat wohl schleichend stattgefunden. Mit 12 hab ich angefangen zu rauchen und mit 14 hatte ich meinen ersten Suff.

    Du hast mit deiner Vermutung wohl ins Schwarze getroffen. Mein Partner hat mich schlicht und einfach in Ruhe gelassen. Wir haben auch genügen Platz bei uns zu Hause. Jeder hat seinen Freiraum. Er hat mir auch nie Vorwürfe gemacht. Oder nur, wenn ich wirklich ausfällig wurde. Er hat mich vor allem auch nie zu etwas gedrängt. Irgendwie haben wir trotz meiner Sucht ganz gut miteinander funktioniert.

    Meinen Tiefpunkt habe ich aus anderen Gründen gefunden. Unter anderem wegen meiner Liebe zum Job, den ich um keinen Preis verlieren will. Dann auch meine Gesundheit, deren ich mir nicht mehr so sicher bin. Eigentlich bin ich doch ein glücklicher Mensch – warum um alles in der Welt konnte ich das bis jetzt nicht einfach geniessen?!

    Danke für deine lieben Worte. Die tun mir gut. Aber gemeistert hab ich noch nicht viel – ich stehe noch am Anfang. Diesmal einfach viel, viel stärker als je zuvor. Mittlerweile weiss ich wie heimtückisch die Sucht ist. Vor welchem Selbstbetrug und welcher Selbstüberlistung man sich in Acht nehmen muss. Ich kann nur hoffen, dass ich diesmal wirklich klug genug bin.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Backmaus

    Wie lange bist du denn schon abstinent? Hast du auch einen Mann, der mit dir zusammen da durch ging?

    Meiner hat die Wette von gestern schon lange wieder vergessen. Seine Cola steht auf dem Tisch. Es riecht nach Kaffee. Ach manchmal wünsche ich, ich hätte auch ein so sonniges und unbesorgtes Gemüt.

    Ich hab immer gleich ein schlechtes Gewissen. Zum Beispiel heute, als ich den ganzen Tag gesurft habe. OK, das war auch nicht in Ordnung. Oder gestern, als ich früh nach Hause ging – obwohl ich meine Sollzeit erfüllt hatte. Warum das bloss? Vermutlich ist das eine meiner Charakterschwächen, die ich ständig versucht habe mit Alkohol zu betäuben.

    Was mich im Moment erstaunt ist die Tatsache, dass ich in den letzten Tagen eigentlich auch kaum einen Gedanken an Alkohol verschwendet habe. D.h. ich hab natürlich schon dran gedacht – aber eben nicht so wie vor dem 24.12.08. Damals ging es darum wo und wann beschaffe ich mir das Zeugs. Und wann ist endlich Abend, so dass ich die Flaschen öffnen kann. Ich hatte mir die Enthaltsamkeit viel schwerer vorgestellt. Ich hatte erwartet ich würde am Abend fast drauf gehen. Ist aber nicht so.

    Heute Abend war ich zwar ziemlich ruhelos und bin unruhig durchs Haus getigert. Trotzdem wäre ich nicht auf die Idee gekommen, mir Alkohol kaufen zu gehen. Na dann hoffen wir mal, dass das so bleibt.

    Ich hab heute noch lange über das Thema mit der SHG nachgegrübelt. Mal sehen, vielleicht reif da ja doch was in mir heran. Via Internet hab ich was hier in der Stadt gefunden. Scheinbar finden pro Woche zwei unterschiedliche Treffen statt. Aber beide in einem Restaurant?! Das finde ich ganz schrecklich. Das eine Restaurant hat einen etwas zwielichtigen Ruf und das andere ist mitten in der Stadt. Ganz nahe wo ich arbeite. Puh … ich kann das einfach nicht. Noch nicht.

    So, ich les jetzt noch ein wenig und geh dann früh schlafen. Ich hab Nachholbedarf.

    Liebe Grüsse und schlaf gut, Wasser

    Hallo Backmaus

    Ich bin jetzt auch endlich zu Hause. Wir mussten eine unserer beiden Katzen zum Tierarzt bringen. Sie hat eine offene Stelle am Po. Sie bekam eine Spritze und muss nun für mind. eine Woche Antibiotika schlucken. Armes Tierchen. Sie hat immer ziemlichen Stress, wenn sie zum Arzt muss.

    Ob all der Hektik hatte ich wenigstens keine Zeit um an Alkohol zu denken. Dafür hab ich ein schlechtes Gewissen, weil ich tagsüber zu viel im Internet war. Naja, es soll eine Ausnahme bleiben.

    Mal sehen, was so im Fernseher läuft. Irgendwie ödet mich das Programm ein wenig an.

    Wie geht's dir so Backmaus? Hast du heute auch kaum einen Gedanken an Alkohol verschwendet?

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Backmaus

    Ach ich wollte gar nicht mehr darauf eingehen - auf das SHG-Thema. Ich hab deswegen schon verschiedene Diskussionen geführt. Ich möchte es jetzt einfach erst mal ohne versuchen. Es ist ja nicht so, dass mir diese Option davonläuft.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Erdling

    Heute sind es bei mir "erst" drei Tassen. Den Konsum werde ich schon wieder in den Griff bekommen. Kaffee ist ja nicht grad mein Lieblingsgetränk. Im Moment hab ich grad einen Ingwer-Zitrone-Tee vor mir. Die Mischung ist gar nicht mal so schlecht.

    Apropos Kaffee: Mein Mann hat die Wette schlicht und ergreifend vergessen und seinen Kaffee gehabt. Somit ist das Thema wohl auch beerdigt.

    Eigentlich hatte ich gehofft, dass mein Mann mal eins meiner Alkohol-Bücher zu Hand nimmt, um sich schlau zu machen. Aber er liest ja auch sonst eher selten Bücher. Ich muss ihn jetzt einfach auf gewisse Gefahren hinweisen. Es ist ja nicht so, dass er mir nicht helfen will. Er nimmt das Ganze halt nicht so bitterernst wie ich. Warum auch? Ihn beschäftigt es ja auch nicht Tag für Tag.

    Als ich ihm das mit dem Sektglas erzählt habe, hat er gelacht. Er fand das jetzt total übertrieben. Aber ich hab ihm dann gesagt, wie wichtig es für mich ist, dass er das versteht und so respektiert er das nun auch.

    Puh, warum bin ich heute auch so faul? Ich bin heute nicht sonderlich motiviert zum arbeiten …

    Liebe Grüsse, Valser

    Hallo espoir

    Lass dich drücken. Das zwischen dir und mir ist irgendwie ein bisschen zu einer Hass-Liebe geworden :P. Mal sehen, wie oft du mir noch auf die Finger klopfen wirst … aber ich werde durchhalten. Allein schon um dir zu beweisen, dass ich keine SHG brauche *duck_und_weg*.

    So, und ich muss jetzt wirklich arbeiten. Bis später.

    Liebe Grüsse und guten Appetit, Wasser

    Hallo Backmaus

    Danke für deine Schilderungen. Dein Erfahrungsbericht ist wertvoll für mich. Auch ich musste lernen, dass ich kein einziges Glas mehr trinken WILL. Das ist wichtig. Wirklich unheimlich wichtig.

    Mein Mann hätte es auch nicht mitbekommen, wenn er zu Hause gewesen wäre, als ich den "Entzug" gemacht habe. Ich hab ihn vor zwei Tagen mal gefragt, ob er mit der neuen Situation klarkommt. Er fragte "was für eine neue Situation?". Ich sagte ihm dass ich ja jetzt nicht mehr trinke und viel öfter mit ihm vor dem TV sitze etc. Er meinte, das sei für ihn keine Veränderung. Ich fragte ihn dann, ob ihm nichts an mir aufgefallen sein, gegenüber vor dem Entzug. Irgendeine Veränderung. Er verneinte. Weiteres Nachbohren hat ergeben, dass ich vorher einfach im Bett hemmungsloser war. Toll.

    Ich bin ein Mensch, der sich extrem zusammenreissen kann. Auch nach einer Flasche Sekt kann ich noch völlig normale Diskussionen führen. Erst neulich, im Dezember, als ich 2 Fl. intus hatte, hat er mich gefragt, ob ich betrunken sei. Soviel hab ich aber normal nicht getrunken. 1 Fl. war an der Tagesordnung. Selbst nach 2 Fl. konnte ich noch normal geradeaus laufen. Das ist wohl der Grund, warum er mich nicht als Alkoholikerin sieht. Wir konnten damals wie jetzt (fast) jederzeit ernsthaften Themen diskutieren. Natürlich ging ich ihm mit 1 Fl. intus auch aus dem Weg.

    Ich bin sehr froh, dass mein Mann selber nicht trinkt. Es ist u.a. auch wirklich sehr fruchtbar mit ihm über alles zu sprechen. So hab ich bei meiner letzten Auszeit ständig nach Ausreden gesucht. Ausreden, die ich meinen Kollegen auftischen kann. Ausreden, warum ich nicht (mehr) trinke. Er meinte dann, warum ich mir denn Ausreden ausdenke … ich müsse mich doch vor gar niemandem rechtfertigen. Ich trinke nicht - und basta. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. So simpel das auch klingt. Es hat mir geholfen. OK, wenn man mal getrunken hat und die Leute einen nur so kennen, so ist es sicher schwieriger, als wenn man nie getrunken hat. Aber es hat mir deutlich gemacht, dass ich niemandem Rechenschaft schuldig bin. Und dass die Ausreden gar nicht an meine Freunde gerichtet werden, sondern an mich selber. Es hätte mir doch nur gefallen, wenn mir jemand einen guten Grund zum Trinken hätte liefern können.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo espoir

    Das hat verschiedene Gründe. Ich war früher schon mal in Therapie, wegen einer anderen Geschichte … darüber möchte ich hier aber nicht reden. Ich kann dir nur soviel sagen, dass es seinerzeit nichts gebracht hat. Der Erfolg hat sich erst Jahre später eingestellt - erst als ich in mich ging und das Problem auf meine Weise angepackt habe.

    Ich will es jetzt einfach noch mal versuchen. Wenn ich wieder versagen sollte, dann werde ich mir das mit der SHG ganz ehrlich und ernsthaft nochmals überlegen.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Mieken

    Ich bin froh, dass du nicht alle meine Beiträge gelesen hast ;-). Es sind auch schon unheimlich viele. Das war nicht Absicht. War aber lehrreich und so wurde es halt immer mehr.

    Es ist nicht immer einfach "etwas nicht persönlich" zu nehmen. Besonders im Moment nicht, wo alles noch ein bisschen frisch ist. Aber wie ihr alle so schön sagt: Geduld …

    Liebe Grüsse, Wasser (die eigentlich arbeiten sollte! ;-))

    Hallo espoir

    Danke für deine Worte. Ich mag nicht abhauen. Nicht mehr. Diese Zeit ist aus und vorbei. Ganz egal was ich nun über mich ergehen lassen muss.

    Eine SHG ist sicher für die meisten eine gute Sache. Aber ich kann nicht. Ich_kann_es_einfach_nicht. Bestimmt wirst du nun denken, dass das zeigt, dass ich noch nicht reif genug bin. Das ist mir egal. Bevor ich den Weg der SHG gehe, werde ich alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen.

    Ich würde mich freuen, wenn ich euch hier als SHG betrachten dürfte und ihr mir weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht. Wenn nicht, so habe ich mich halt getäuscht und bin hier wohl doch nicht am richtigen Ort gelandet. Aber das glaube ich eigentlich nicht.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallöchen Cora

    Bäh, ich bin unausgeschlafen, launisch und wohl auch wieder mal hypersensibel. Bin hin- und hergezogen zwischen Überzeugung und Selbstzweifel. Nicht was den Alkohol betrifft. Da bin ich felsenfest.

    Nein, das Forum will ich ihm nicht offenbaren. Das was ich hier durchlaufe ist für mich etwas sehr persönliches, anonymes. Aber wir können gut miteinander reden - und tun das auch. Damit wir auch weiterhin so gut miteinander funktionieren setze ich halt alle Hebel in Gange. Ich will, dass sich alte Fehler nicht wiederholen. Weder die von mir begangenen, noch die seinen.

    Du hast es richtig erkannt. Wenn er etwas getan halt, auch wenn es aus suchttechnischer Sicht falsch war, dann sicher nicht, um mir zu schaden, sondern um mir das Leben leichter zu machen. Aber eben grad deswegen ist es doch wichtig, dass er weiss, was er tun und was er lassen soll.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Biene

    Ach im Moment bin ich einfach nur traurig. Traurig immer falsch zu reagieren. Aber schwamm drüber. Das gehört halt wohl einfach zum Lernprozess.

    Ich will meinem Mann keine Sucht einreden und auch nicht die Verantwortung auf ihn abwälzen. Himmel nein, das will ich wirklich nicht. Wir beide lieben einander sehr und das seit vielen, vielen Jahren. Wir sind durch dick und dünn gegangen - immer. Es ist für mich deshalb so wichtig, dass er das alles versteht. Versteht, warum ich mir das jetzt antue … mit den schlaflosen Nächten. Mit den schmerzhaften Verstopfungen. Ich wünsche mir, dass er weiss, warum ich keinen Alkohol trinke … nur damit ich schlafen kann, oder damit ich zur Toilette kann. Weil er sich der Ernsthaftigkeit nicht bewusst war, hat er mir beim letzten Entzugsversuch eine Flasche Sekt gekauft - so quasi als Medizin - um mir zu helfen. Das darf nicht mehr vorkommen. Er weiss das nun natürlich … aber ich musste es ihm erst beibringen!

    Jaja die liebe Geduld … davon hab ich leider auch nicht viel. Es geht beim gemeinsamen Lernprozess mit meinem Mann auch nicht (nur) um Geduld, sondern in erster Linie um Aufklärung.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Danke für deine verständnisvollen Worte, Mieken. Ich bin noch nicht lange hier im Forum. Aber ich hätte mir schon so oft auf die Zunge beissen können. Hab mich aufgrund der Reaktionen geschämt, für das was ich geschrieben habe. Hab eingesehen, dass vieles was ich nun tue doof ist - und würde mich am liebsten dafür verstecken. Aber das werde ich nicht tun. Diesmal nicht. Ich will lernen, lernen, lernen.

    Zu deiner Frage: Ja ich habe den Ernst meiner Lage erfasst. Ich hab die letzten Wochen, Monate, Jahre nur zu oft versucht, vom Alkohol loszukommen. Jeder Rückschlag hat neue Erkenntnisse gebracht. Ich habe viel gelesen, hatte aber kaum die Möglichkeit, mich auszutauschen.

    Mein Mann muss mich nicht voll und ganz verstehen. Mein Ziel ist es, ihn zu sensibilisieren. Er muss verstehen, warum wir nicht mehr mit Traubensaft in Sektgläsern anstossen dürfen. Er muss verstehen, warum ich im Restaurant kein alkoholfreies Bier bestellen darf. Er musste lernen aufhören zu sagen, dass ich keine Alkoholikerin bin und mir das nur einbilde. DAS IST WICHTIG FÜR MICH! Früher war ich froh, als er das gesagt hat - es war das was ich hören wollte. Heute bin ich schlauer, heute weiss ich dass ein Alkoholiker so etwas hören will! Drum soll und darf er es nicht mehr sagen. So lieb er das wohl auch gemeint hat. Er muss akzeptieren, dass ich Alkoholikerin bin und nichts mehr anderes einreden.

    Scheinbar sind all meine Versuche immer nur stümperhaft und dumm. Sagt mir doch bitte, wie ihr das angehen würdet? Kritik ist OK, aber konstruktive Vorschläge und Tipps wären für mich noch viel hilfreicher.

    Danke dass ihr mir überhaupt zuhört und mir schreibt. Ich bin froh darüber.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo zusammen

    Warum hab ich bloss wieder so schlecht geschlafen? Gestern um 19 Uhr war ich total müde, wollte mich aber noch nicht hinlegen. Ich möchte mir einen etwas geregelteren Ablauf angewöhnen. So hab ich mich also bis 23 Uhr beschäftigt. Aber dann war ich gar nicht mehr müde. Es nagt.

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    Frozen Tears … das ist aber auch ein sehr tiefsinniger Name. Stimmt, Wasser habe ich bewusst gewählt. Es soll mich daran erinnern, Wasser und nicht Alkohol zu trinken. Heute ist mein 14. Tag angebrochen. Ich bin stolz, weiss aber, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. Ich habe im letzten Jahr schmerzlich gelernt, dass man nicht übermütig werden darf. Ich werde einen Tag um den andern neu angehen. Immer auf der Hut vor meinen eigenen Gedanken.

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    Ach das mit der Wette ist nicht so ernst gemeint. Mein Mann provoziert sehr gern. Er lächelt halt immer noch ein bisschen darüber, dass ich "denke" Alkoholikerin zu sein. Er hat von meinem Entzug nicht allzu viel mitbekommen, weil er gearbeitet hat und ich nicht ständig jammern wollte. Jedenfalls haben wir gestern mal wieder über das Thema gesprochen. Ich wollte ihm erneut deutlich machen, was es heisst auf einen gewohnten Stoff zu verzichten.

    Als ich ihm das anhand seiner Koffeinsucht erklären wollte, hat er gelacht. Das und weitere Worte haben mich aus der Reserve gelockt. Um ihm zu zeigen, was es bedeutet auf einen Stoff zu verzichten, an den man sich gewöhnt hat – von dem man süchtig ist, habe ich die Wette vorgeschlagen. Das Gelächter ging in Schallendes über.

    Er muss die Woche nicht durchziehen, das weiss er auch. Ich wünsche mir einfach, dass er endlich erkennt, dass ich süchtig bin. Was es heisst, süchtig zu sein und auf eine jahrelange Gewohnheit verzichten zu müssen. Warum ich keine Sektgläser mehr verwenden darf. Auch nicht für Traubensaft.

    Als er sich auf die Wette einliess hat er gefragt, ob er wenigstens koffeinfreien Kaffee trinken dürfe … naja, für mich war das dann irgendwo vergleichbar mit alkoholfreiem Bier. Es ist mir völlig klar, dass man die beiden Süchte nicht vergleichen kann. Mein Mann durchläuft im Moment, gemeinsam mit mir, einen Lernprozess. Er ist auf dem besten Weg zu erkennen, was abgeht. Aber manchmal merke ich halt einfach, dass er den Ernst der Lage noch immer nicht voll und ganz erfasst hat.

    Liebe Grüsse und einen guten Tag, Wasser