Beiträge von Doro

    Leute, ich versteh ja, dass WIR ALLE AN UNS ARBEITEN SOLLEN und ich denke, ich bin ja eifrig dabei, indem ich hier schreibe und reflektiere, Bücher zum Thema lese.
    Vielleicht irgendwann Therapie, Mutter-Kind-Kur.

    Trotzdem: Lasst doch mal bitte die Kirche im Dorf mit euren Gleichsetzungen Alkoholismus ist genauso schädlich wie Co-Abhängigkeit.
    Das macht mich echt langsam wütend, diese Gleichmeierei. Seht ihr denn die Unterschiede nicht?

    Mein Mann ist im nassen Zustand grade dabei, unsere und seine Existenz zu zerstören.
    Er macht alle um sich herum wahnsinnig.
    Er wird, wenn er so weiter macht, die Volljährigkeit der Kinder höchstens als Pflegefall erleben.
    Er ist in diesem Zustand absolut nicht in der Lage, alleine für Kinder zu sorgen.
    Das sind die Fakten.
    Ich acker mich hier kaputt, versuche nebenbei noch ne fröhliche Mutter zu sein, muss meinen Trennungsschmerz und meine Zukunftsangst irgendwie gebacken kriegen, versuche auch noch meine Fehler hier zu bearbeiten und dann bekomme ich zu hören, das ich mit meinen Co-Verhaltensweisen GENAUSO SCHÄDLICH SEI WIE MEIN PARTNER für die Kinder.

    Sorry, aber das ist einfach eine Unverschämtheit.

    Doro

    Jetzt würd ichs gerne doch mal genauer wissen, inwiefern co-abhängige Menschen ihre Kinder subtil misshandeln.

    Was Thelma schreibt, sind Verhaltensweisen innerhalb der Beziehung zum nassen Alkoholiker. Da geb ich ihr Recht, da habe auch ich (sogar mit trocknem Alkoholiker) Verhaltensweisen gezeigt, die für die Kinder schlecht waren, indem ich Sachen mitgetragen habe.
    Ich hatte im Grunde immer nur die Wahl: Ehestress (nicht gut für die Kinder) oder Mitmachen (auch nicht gut für die Kinder).

    So, jetzt bin ich getrennt.

    Vorausgesetzt, ich fange jetzt nicht demnächst die nächste kranke Beziehung an, worin genau besteht denn mein schädigender Einfluss auf die Kinder?

    Ich versuch mal selbst ne Antwort:
    Es gibt eine Reihe von Verhaltensweisen, die sicher nicht optimal sind als Vorbild:
    nicht genug Grenzen setzen, rumeiern usw.
    Daran sollte man arbeiten. Aber ist das wirklich vergleichbar mit dem, was die Alkoholkrankheit im Familienalltag anrichtet???
    Jedenfalls in den schwereren Fällen. Es sind eben offenbar keine Ausnahmen:
    Streitsucht, verbale oder sogar körperliche Gewalt, Aufs-Spiel-Setzen des Jobs als finanzielle Grundlage, betrunkenes Fahren, Kreisen um sich selbst, bis hin zu Gefährdung der Kinder durch Alkohol in Sprudelflaschen, Einschlafen usw.

    Das kann ich bei mir nicht erkennen!
    Da kann ich tonnenweise Asche nehmen und auf mein Haupt streuen!

    Ich muss mich sehr vorsehen mit Beziehungen, das sehe ich ein.
    Und im Zusammenleben mit meinem Mann war es für mich sehr schwer, eine gute Mutter zu sein (siehe oben). Das sehe ich auch als mein persönliches Versagen.

    Vielleicht könnt ihr die subtile Beeinträchtigung der Kinder durch Co-Abhängige nochmal genauer ausführen.

    Doro

    Also entweder muss ich die Frage mit "Ja" beantworten oder ich bin nicht an Co-Abhängigkeit erkrankt.

    Ich sorge gut für die Kinder, allein.
    Ich kümmere mich, in der ZEit, in der ich verantwortlich bin.
    Ich kann sie aber auch während meiner berufstätigen Zeit gut abgeben.
    Nein, ich kontrolliere nicht kontrollwütig.
    Nein, ich manipuliere sie nicht subtil.
    Ich rede auch nicht schlecht über ihren Vater.

    Manchmal telefoniere ich mit ihm und das kriegen sie mit, das muss ich allerdings noch abstellen.

    Ich bin nicht fehlerfrei und hab bestimmt auch die eine oder andere psychische Prägung, die den Kindern nicht immer optimal gut tut.
    Wie nahezu alle Menschen, perfekte Eltern gibts nur selten.

    Wieso sollen es die Kinder bei mir nicht gut haben?

    Wenn die Kinder bei meinem Mann leben würden:
    ... würde er sie die meiste Zeit sich selbst überlassen
    ... würde er sie täglich anbrüllen
    ... würde er sich mit allen anderen Leuten, die mit den Kindern zu tun haben (Tagesmutter etc.) anlegen
    etc.

    Provokation gelungen, gratuliere
    Doro

    Ich glaube, Chanells Bemerkung zur Straftat bei begleitetem Umgang ist etwas missverstanden worden. An anderer Stelle (bei Ayki) schreibt sie:

    Zitat

    Betreuten Umgang bekommt man auch nur wenn er bereits eine Straftat (kinder) begangen hat! so ist das Gesetz, und meine Informationen hierzu. Ist klar das das JA erst mal schaut das die KInder den Vater sehen können.

    Liebe Grüße
    Doro

    Charly,

    du liebst ihn so sehr, dass du ALLES für ihn tun würdest?

    Dann tu das, was ihm am meisten hilft!
    - Professionelle Hilfe!
    Und sei ganz ganz stark für ihn, noch stärker als in der ganzen Zeit.
    Die Stärke besteht jetzt darin, dass du NICHT mehr auf deinen Bauch hörst, sondern nur noch auf den Verstand, für eine Weile wenigstens.
    Und, dass du dir selbst Hilfe holst. Den TEufelskreis durchbrichst. Es geht nicht darum, Party zu machen, während er dahinsiecht. Das Für-sich-selbst-Sorgen kann auch etwas ruhiger ausfallen, denke ich.

    Stell dir vor, er hätte eine körperliche Krankheit, die nur durch eine Operation geheilt werden könnte. Und er hätte panische Angst vor der Narkose und würde dich auf Knien anflehen, ihn wieder abzuholen aus dem Krankenhaus. Würdest du ihn mitnehmen, obwohl du wüsstest, dass er so nie geheilt werden kann?

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Julchen,

    da ich mit dem Besuchsthema ja erst am Anfang stehe und meine Kinder sowieso viel kleiner sind, kann ich dir auch keinen Rat geben.
    Aber auf mich wirkt eure Regelung wirklich ziemlich maßvoll. Und da dir deine Tochter erzählt, was los war, könntest du ja reagieren, wenn es sich schlecht entwickelt.

    Mich würde noch interessieren, wie das so klappt mit euren Besuchen:
    Belastet es dich? (z.B. dadurch, dass du deshalb mehr Kontakt zu ihm haben musst)
    Hält er sich an Termine?
    Fordert er mehr Umgang?

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo an alle,

    bin auch drin in der Problematik und bin echt verunsichert, was ich mit meinen Kindern und meinem Ex-Mann machen soll.
    Meine Kinder sind 1 und 3 Jahre alt, die Trennung war vor 4 Monaten. Er trinkt natürlich noch. Lange Zeit hat mein Mann zum Glück keinen Kontakt angestrebt, aber seit einer Woche drängt er drauf.

    Im Prinzip wärs mir auch am liebsten, er hätte gar keinen Kontakt. Aber er hat doch das volle Sorgerecht wie ich???
    Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, wie ichs anstellen soll.
    Ich hab beim JA angerufen, und die haben erstmal relativiert, na ja, nicht jeder Alkoholiker ist unfähig, sich um seine Kinder zu kümmern.
    Also, da hab ich erstmal das Gefühl gehabt, total auf dem falschen Dampfer zu sein.

    Nun war er einmal für eine Stunde mit den Kindern zusammen und es war ganz okay, glaube ich.
    So auf der Basis wäre es, denke ich, kein Problem, aber wie ihr ja alle berichtet, wirds so nicht weiterlaufen, weil er sich natürlich an keine Absprachen hält, weil er auf seine normalen Umgangszeiten (ganzes Wochenende) pocht usw.

    Wenn das JA mich nicht unterstützt, wie soll denn das laufen mit dem Kontaktverbot? Und ist das wirklich der beste Weg für die Kinder?
    Wie gesagt, am liebsten wären mir feste Zeiten und eben beschränkt auf einige Stunden.
    Na ja, d.h. am sichersten wäre mir eigentlich null Kontakt, aber ich denke einfach, dass es schwierig wird, das so durchzusetzen.
    Er hat den Kindern ja noch nie was getan.

    Ich stehe erst am Anfang dieser ganzen Sache, aber ich weiß ehrlich nicht, wie ich am besten vorgehen soll.
    Meine Anwältin hat mir bisher auch noch nicht so den goldenen Tipp gegeben.

    Als wir in der akuten Trennung waren und er total durchdrehte, hatte ich auch schon mal mich ans Amtsgericht gewandt, weil mir jemand gesagt hatte, ich könnte das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen, damit er nicht die Kinder schnappt und abhaut, aber die haben mich auch erstmal auf den Boden zurückgeholt, so nach dem MOtto: Moment mal, er hat das gleiche Recht wie Sie, wer sagt denn, dass Sie Recht haben mit Ihren Behauptungen usw.

    Ist es denn wirklich so, dass man sein Recht auf (unbetreuten) Umgang mit seinen Kindern verwirkt hat, wenn man trinkt?
    Ich meine, sehen das alle Richter und alle Jugendämter des Landes so?
    Ich bezweifel das, nach den Reaktionen, die ich hier in der Gegend bisher bekommen habe.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Charly,

    über diesen Vergleich bin ich gestolpert:

    Zitat

    vergleichbar mit der liebe zu seinem kind, es muss ned bei einem sein, wichtig is nur, es geht ihm gut. ned mehr und ned weniger.

    Das trifft ganz gut das, was ich lange Zeit für meinen Mann empfunden habe. Es war und ist mir unheimlich wichtig, dass es ihm gut geht, aber nicht so sehr, dass er bei mir ist. :wink:
    Komische Liebe zwischen Erwachsenen. :shock:

    Bei mir kam das eigentliche Problem und mein Tiefpunkt auch eigentlich erst auf, als er zu mir nicht mehr nett war.
    Ich glaube, wenn er immer lieb zu mir gewesen wäre, hätte ich wirklich bis zum bitteren Ende ALLES für ihn getan. Aber mich dann auch noch anschnauzen und runtermachen zu lassen für den, für den ich so viel gemacht hab, da ist dann wohl meine Grenze.

    Was ich hier in deinem THread komisch finde:
    IRgendwie bekomme ich das Gefühl, dass du eigentlich doch ziemlich hinter dieser Beziehung stehst und richtig stolz darauf bist.
    Ich hab das Gefühl, du willst das absolut nicht aufgeben, du bist richtig verliebt in deine Rolle, so anstrengend sie auch ist.
    Und so lange das so ist, wirst du dich da kaum rausbewegen können.
    Da muss erst irgendein Punkt kommen, an dem du sagst: Jetzt bin ICH mir wirklich mal wichtiger als ER.

    Wie gesagt, bei mir fings an, als er anfing, mich schlecht zu behandeln, aggressiv zu werden, mich runterzumachen.
    Mit ein bisschen mehr Freundlichkeit hätte er mich ewig halten können.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Minchen,
    oje, das klingt ja alles wirklich ziemlich schaurig.

    Hast du mal versucht, dich irgendwo beraten zu lassen, dir Beistand zu suchen? Muss man das wirklich alles mitmachen?
    Redet er auch so mit den Kindern, wenn er mit ihnen alleine ist? Oder macht er nur vor dir die Show?

    Aber die Sache mit dem Heim ist doch wirklich Blödsinn, oder nicht?
    Dass er sie anbrüllt und dich vor ihnen runtermacht, das alles ist schon schlimm genug und vielleicht gibt es Wege, ihn da in die Schranken zu weisen, wenn man einen Anwalt, das Jugendamt oder sonsteine Stelle zu Rate zieht.
    Aber nochmal: Wieso sollte ein Behörde beschließen, dir die Kinder wegzunehmen, weil dein alkoholkranker (!) Mann das so will???
    Kinder werden nicht einfach so ins Heim gesteckt! Oder irre ich da?

    Ich glaub, Dagmar hat Recht, du musst mal mit jemandem Kompetenten reden, der dir genau erklärt, was von seinen Drohungen überhaupt realisierbar ist.

    Leider lasse ich mich auch schnell ins Bockshorn jagen.
    Aber bei meinem Mann stellt es sich allzuoft heraus, dass er nur ein Bruchteil von dem, was er ankündigt, in die Tat umsetzt. Oder noch weniger.

    Mein Mann ist jetzt im Suff so drauf, dass er ALLES, was ich sage oder tue, so umdreht, dass es gegen mich und für ihn als armes Opfer spricht. Das ist echt ganz erstaunlich zu beobachten.
    Ein Beispiel: Er war vorgestern unangemeldet an unserem Haus und hat mich rausgeklingelt. Da ich nicht alle Jalousien runtergelassen hatte, konnte er zufällig unseren Sohn von draußen sehen, der schlief und sich von der Decke freigestrampelt hatte. Seitdem erzählt er mir jetzt, ich würde den Jungen vernachlässigen.
    Könnte noch tausend weitere Beispiele nennen.
    Es verletzt mich trotzdem immer mal wieder, dass er mich so konsequent als böses Monster darstellt. Kein einziges gutes Wort bekomme ich mehr von ihm zu hören, nur noch Hass, Verachtung, Respektlosigkeit.
    Manchmal perlt es ab an mir, manchmal trifft es mich doch irgendwie.

    Jedenfalls hat das, was er erzählt, kaum noch was mit der Wahrheit zu tun. Er bedient sich in der Realität, um aus Bruchstücken der REalität etwas völlig Neues, frei Erfundenes zu schmieden. Ich nehme an, dass dein Mann ähnlich tickt.

    Ich wünsche dir viel Kraft (und mir selbst auch, sitze emotional im selben Boot :wink: ),
    Doro

    Hallo Katrine,

    ich glaube, es ist eine sehr gesunde Reaktion, dass bei dir erstmal alle Warnleuchten angehen.
    Dir gings gut vor dieser Bekanntschaft, du musst das nicht aufgeben, wenn sich herausstellt, dass dieser neue Mann eine Gefahr für deine Seelenruhe darstellt. Und vielleicht bist du inzwischen so sensibel, dass du das dann merkst. Das Forum hier ist da bestimmt eine gute Begleitung.

    10-Stunden-Telefonate: Das klingt für mich schon ein wenig nach Beziehungsrausch!
    Dass er nicht lallt am Telefon, hat nicht so viel zu sagen. Über meinen Mann sagen auch immer alle, man würde es ihm überhaupt nicht anmerken am Telefon, wenn er getrunken hat.

    Vielleicht kannst du einfach erstmal abwarten, bevor du dich endgültig für oder gegen ihn entscheidest.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Butterweich,

    sei froh über die Ruhe!

    Ich kann bei mir nur feststellen, dass ich so verschiedene Phasen durchgemacht habe in den jetzt ca. 3 Monaten, seit er nicht mehr hier wohnt. Eine Zeitlang habe ich ihn auch überhaupt nicht vermisst, aber doch irgendwie um ihn getrauert. Dann wieder doch plötzlich Gefühle, dass ich ihn vermisse. Jetzt wieder bin ich an einem Punkt, wo ich mehr mit ihm zu tun habe (meist telefonisch) und er mich wieder verletzt vom Feinsten und ich mich verletzen lasse und ihn einfach nur hasse.

    Also, was ich dir sagen will: Es muss ja nicht so bleiben. Vielleicht ist das jetzt erstmal so ein Durchschnaufen nach all der Aufregung, was sich wie Leere anfühlt. Oder Erschöpfung.

    Ich wünsche dir, dass du das Beste draus machen kannst, aus dieser Phase.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Karotte,
    ich hab auch mal drüber nachgedacht über Co-Abhängigkeit und meine Kindheit.

    Ich glaube eigentlich nach wie vor, dass ich wirklich gute Eltern hatte, die mich auch sehr liebevoll behandelt haben.
    Trotzdem: Natürlich gabs auch Mängel.
    Meine Eltern hatten untereinander viel Streit, für den ich mich mitverantwortlich fühlte (natürlich zu Unrecht).
    Außerdem hatte ich oft das Gefühl, es schwer zu haben, beachtet zu werden als jüngstes Geschwisterkind.
    Vielleicht war dieses Lieb-Sein einfach MEINE Strategie, meine Geschwister waren wieder anders.
    Und ich bin voll abgefahren auf die Selbstlosigkeits-Weltanschauung. Sich aufopfern für irgendetwas Gutes - das fand ich in jungen Jahren das Größte. Später hab ich gemerkt, dass mir der Preis doch zu hoch ist.

    So, das waren meine Nachtgedanken zum Thema
    Liebe Grüße
    Doro

    Zitat

    trotzdem schafft er es immer wieder mir angst zu machen!!!

    Hallo Minchen,
    ich erkenne mich sehr wieder in dem, was du schreibst.

    Bei meinem Mann ist das so, dass er in den Gesprächen immer ganz schnell hin- und herschaltet. Meist fängt er relativ vernünftig an: Wir müssen das noch klären usw. Wir sollten doch jetzt mal vernünftig reden.
    Und irgendwann fängt er an, zu provozieren oder irgendwelche Forderungen zu stellen, auf die ich nicht eingehen möchte und dann am Ende gehts los: Er droht mir an, mich anzuzeigen, er verdreht alles usw.
    Er sieht es tatsächlich so (oder tut so), dass ich ihn jetzt ins soziale Abseits befördert habe. Ich würde ihm die Kinder vorenthalten und alles Mögliche.
    Jedenfalls schafft er es, mir Angst einzujagen.

    Ich glaube, das ist seine Hauptwaffe, dieses Reden, Drohen usw.
    Das habe ich mir jetzt überlegt.
    Ich bin ihm in Gesprächen eigentlich immer unterlegen. Weil er einfach so penetrant ist, zur Not brüllt er mich einfach nieder oder redet wie ein Wasserfall. Zuhören tut er nie, allenfalls irgendwas aufgreifen und verdrehen, was ich gesagt habe.
    Aber im Handeln, da bin ich ihm haushoch überlegen. Weil er nämlich eigentlich nichts mehr auf die Reihe bekommt.

    Aber er ist mein Mann, ich habe ihn geliebt, es tut einfach sehr weh, wenn man so behandelt wird. Wenn einfach kein "gütliche Trennung" möglich ist. Das finde ich sehr sehr traurig. Ich würde mir wünschen, dass wir einfach respektvoll unsere Dinge regeln und für die Kinder beide weiter da sind. Aber das ist leider total unrealistisch.
    Aber das macht mir schon zu schaffen, ich kann mich noch nicht so recht damit abfinden.
    Es ist, als ob mit seinem Rückfall irgendjemand mit einer großen Schere den Gesprächsfaden einfach durchgeschnitten hätte und jetzt gibts nur noch destruktive Kommunikation.

    Ich hab mir schon überlegt, ob ich mir nicht einfach vorstellen soll, er sei gestorben. Der Mann, den ich geliebt habe, der existiert nicht mehr. Sein Körper wird bewohnt von irgendeinem anderen Wesen. Vielleicht könnte ich es dann betrauern, aber irgendwann akzeptieren.

    Jetzt hab ich viel über mich geschrieben, aber vielleicht hilft dir das auch, dass du siehst, wie es bei anderen ähnlich abgeht.
    Es ist alles eine jämmerliche Drohkulisse, hinter der nichts steckt als eine arme Seele, die vom Teufel besessen ist.

    Gute Nacht,
    Doro

    Er robbt sich wieder ran an mich und ich reagiere total uncool und falsch.
    :evil:

    Er hats gestern innerhalb von 24 Stunden tatsächlich mehrmals geschafft, mich aus dem Schlaf zu reißen, von dem ich derzeit nicht viel habe.
    Ich muss morgens früh aufstehen und abends, wenn die Kinder im Bett sind, habe ich oft auch noch was zu tun, so dass es spät wird.
    Nun ja, jedenfalls hat er vorgestern Nacht um 1 Uhr angerufen und mich damit geweckt und abends kurz vor Mitternacht erschien er plötzlich bei mir zu Hause und klingelte mich aus dem Schlaf. Und hinterher hatten wir noch Telefonkontakt, weil ich so wütend war und versuchte, es ihm verbal heimzuzahlen. Er hat aber gewonnen, ich komme nicht gegen ihn an bei diesen Gesprächen.
    Und nachmittags hab ich mich auch in ewige Gespräche verwickeln lassen...

    Diese Aktion letzten Freitag war wohl für beide Seiten irgendwie ein Dammbruch, hat zu viel Abstand aufgegeben.

    Fühle mich müde und von ihm missbraucht.
    So, wie ich mich früher immer gefühlt habe, wenn er mich mit seiner Streitsucht in stundenlange Diskussionen verwickelt hat, die nie friedlich endeten, sondern oft eskalierten. Und ich hab eigentlich immer verloren.

    Muss irgendwie diese Kontaktsperre wieder aufrichten, aber ich hasse es, diese Unverschämtheiten so stehen zu lassen. Aber das werd ich wohl müssen.

    Doro

    Julchen,

    coole Aktion mit der Bewerbung. 8)

    Gratuliere zu dieser Tatkraft, ganz egal, obs Erfolg haben wird oder nicht.
    Du hast echt Power, wenn du willst, wenn du sowas so durchziehst.
    Wer war das hier nochmal, der die Schulterklopfmaschine verwaltet?

    So, meine Kinder ertrinken gerade in der Badewanne, muss weg.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Charly,

    wenn ich es richtig verstehe, benutzt dein Freund den Alkohol als eine Art Medikament gegen seine psychischen Probleme?

    Ich glaub, mein Mann hatte auch psychische Probleme, die er ohne Alk stärker spürt.
    Aber das hilft alles nichts und wieder nichts.
    Dann muss er sich eben auf die Suche machen nach einem anderen Ventil.
    Sport zum Beispiel oder irgendwas anderes.

    Lange Jahre habe ich geglaubt, mein Mann (damals Freund) trinkt wegen seiner komplizierten sozialen Situation, die ich hier nicht näher ausführen möchte. Aber er hatte wirklich objektiv Probleme. Schulden usw.
    Ich habe damals lange geglaubt, wenn er diese Last nicht mehr hätte, könnte er mit dem Trinken aufhören.
    Die Ironie: Sein Rückfall jetzt kam zu einem Zeitpunkt, als sein Leben wirklich tadellos in Ordnung und er am Ziel aller seiner angeblichen Wünsche war.
    Nun, inzwischen hat er es geschafft, dass er tatsächlich wieder eine Reihe Probleme hat, sodass man meinen könnte, er hätte einen Grund zum Trinken. Frau weg, Kinder weg, Haus weg, vielleicht bald Job weg. Und niemand, der sich für ihn interessiert. Armer Teufel.
    Aber das sah vor seinem Rückfall ganz anders aus. Er trinkt nicht, weil er ein Problem hat, sondern in erster Linie hat er ein Problem, weil er trinkt.

    Solange dein Freund denkt, er habe einen Grund zum Trinken, kann er eigentlich nicht aufhören. Denn da ist ja noch dieser Grund, der in "zwingt".
    Erst wenn er merkt, dass es keinen Grund gibt, weil Trinken nie zu irgendwas nütze sein kann, erst dann kann er wirklich dauerhaft aufhören.

    Ich glaube: Erst muss er ernsthaft trocken sein wollen, dann kann er anfangen, seine Trinkgründe zu bearbeiten, nicht umgekehrt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Reichenau,
    sei nicht traurig wegen der SHG. Das wird schon noch irgendwie werden.

    Wenn du dir doch noch nicht sicher bist wegen der Trennung, dann musst du dich doch jetzt nicht unter Druck setzen?

    Es gibt ja hier im Forum auch Beispiele von Leuten, die es geschafft haben. Also das gibts schon. Aber leider muss man eben immer im Hinterkopf haben, dass es zum Rückfall kommen kann.

    Bloß schlecht wäre, wenn du nur ihm zuliebe bei ihm bleibst, damit er nicht rückfällig wird.

    Liebe Grüße
    Doro