Tockenes Resümee eines Co's

  • Liebe Dagmar, ähnliche Geschichten höre ich gerade viele um mich her...doch ich bin der Überzeugung es wird etwas anderes kommen wenn es denn so sein sollte... Auch Du wirst, falls es soweit kommt, etwas anderes finden. So gut wie Du drauf bist...Liebe Dagmar, dich nehmen die Arbeitgeber bestimmt mit Kußhand. Hast jetzt doch auch wieder ein Stück mehr Selbstbewußtsein durch die gute Erfahrung, oder?

    Alles Liebe Dir von Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo, liebe Karotte,
    da hast Du ganz sicher recht: dadurch, dass die Zeit dort schön war und ich ja selber bestens weiß, wie die Einnahmen zurück gehen könnte ich nachvollziehen, wenn im Bäckereibereich eine Büroangestellte "freigesetzt" wird.

    Nun, mit der Kußhand, das wird wohl nichts aufgrund meiner Teenager-Spätlese. Mit 48 habe ich schon die "Abwrackprämie" intus, nur gibt es bei mir keine Euronen wenn ich aus dem Verkehr gezogen werde ;)

    Was auch wichtig ist, Ihr Lieben, die Arbeiten, die ich dort getätigt habe waren eigenständig, sind im Netz als Referenz zu besichtigen und erhöhen meine Spezifikation. Davon alleine kann ich mir nichts kaufen.... logisch, aber schaden kann es auch nicht.

    Während der gesamten Zeit habe ich den Kontakt zu einer Leasingfirma, die meines Erachtens eine der wenigen ist, die akzeptabel sein dürfte, aufrecht gehalten. Das mache ich auch weiterhin - derzeit geht dort auch nichts, keine Frage! Aber ich werde auch Anfang Juni wieder Blindbewerbungen lossenden. Meine Homepagexxx ist auf aktuellem Stand und meine Unterlagen auch.

    Meine Kollegin, die schon den Verlängerungsvertrag für mich geschrieben hat (den ich aber nicht bekommen habe obwohl er seit zwei Wochen fertig ist) war recht erstaunt als ich ihr sagte: ich würde mich freuen hier bleiben zu dürfen. Da ich aber keinen Verlängerungsvertrag habe führe ich nächste Woche das Gespräch mit dem Arbeitsamt und bewerbe mich auf alles, was möglich erscheint.

    In diesem Sinne, abwarten und erfreuen an Blumen und Sonnentagen :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    xxxBitte keine Eigenwerbung :wink: Danke S.Käferchen

  • Dagmar ich kenne ja deine Brotseite, und die finde ich echt toll. Vielleicht wäre es eine Möglichkiet Dich nebenbei Selbstständig zu machen und deine Dienstleistungen anzubieten...gerade denen die z.B. schlechte Seiten oder Werbung haben...? Wenn Du Hartz bekommst darfst Du ja etwas dazuverdienen und den rest hast Du dann eben Ausgaben für Werbung, Material etc... bis Du vielleicht soviel verdienst das Du Wohngeld beantragen kannst...und den Rest Selbstständig erwirtschaften...
    Du hast doch auch noch soviel andere Talente...
    Drück Dir ganz feste die Daumen.
    Ich würde eine Mitarbeiterin mit Erfahrung schätzen...und da bin ich sicher nicht die einzige!
    LG Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Zitat von dagmar007


    Mit 48 habe ich schon die "Abwrackprämie" intus, nur gibt es bei mir keine Euronen wenn ich aus dem Verkehr gezogen werde ;)

    Während der gesamten Zeit habe ich den Kontakt zu einer Leasingfirma, die meines Erachtens eine der wenigen ist, die akzeptabel sein dürfte, aufrecht gehalten.

    Hallo Dagmar,

    verstehe ich nicht, willst Du Dich verleasen?

    Ich bin 50 Jahre und kann mit meinen Kindern körperlich noch ganz gut mithalten, vielleicht nicht mehr lange. Gestern traf ich wieder ein Gruppe Älterer Damen und Herren aus unserem Fach, die haben mir bis 30 Jahre voraus, da kann ich noch lange nicht mithalten.

    Es gibt für jedes Alter eine Zeit und wenn Du Dich mal beim Verwerter umsiehst, dann stellst Du fest: die Neuen verlieren in kürzester Zeit enorm an Wert, die aus dem 50ern und 60ern sind teuer, begehrt und unfallfreie oder gut reparierte landen nie beim Altschrott.

    Ausbebeult und gut verspachtelt bist Du doch und am Feintuning bist Du doch fleißig dran.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Ja, liebes Kaltbllut,
    ich selber sehe mich auch als "Teenager-Spätlese" ebenso wertvoll wie manch ein Weinchen, aber bestimmt "ungefährlicher".

    Ja, es gibt keine Abwrackprämie aber einen Vertrag, bzw. eine weitere Verlängerung bis Jahresende. Das ist schon viel rür mich und ich freue mich sehr darüber.

    Eine Arbeit, die mir Spaß macht, Kollegen die ich schätze und wie mir gesagt wurde wird meine Arbeit geschätzt. Kein noch so hohes Gehalt kann das bezahlen. Denn das ist sehr, sehr mini und reicht kaum zum überleben. Aber: wenn es mir gut geht fällt das sparen so viel leichter als würde es mir schlecht gehen.

    Gottvertrauen ... Urvertrauen ... und wieder einmal hat das Leben für mich "gerichtet" und wieder einmal (was ich 47 Jahre nicht kannte) mir ein schönes Ergebnis präsentiert :)

    Da empfinde ich einfach nur ein "Danke" und eine Freude darüber, wie mein Leben jetzt ist.

    Lieben und dankbaren Gruß von Dagmar

  • Ja, Ihr Lieben,
    ich spüre erst jetzt langsam, ganz langsam, wie sich dieser Druck abbaut, der doch erheblich größer war, als ich es mir selber eingestehen wollte.

    Wobei ich eines sagen muss: innerlich hatte ich schon Abstand genommen und war fast auf dem Level der inneren Kündigung angekommen. Also im Prinzip für beide Seiten ein recht gefährlicher Vorgang.

    Ich hatte so ein bischen das Gefühl, als würden sich genau die Spiele vom Dezember 08 wiederholen, als vieles neue in die Wege geleitet wurde. Alles neue Dinge, die das Ablegen von alten Mustern bedurften.
    Allerdings schien es diesen "Durchgang" nicht mehr so heftig zu sein.
    Es wirkt auf mich gerade so, als wiederholen sich Dinge, Vorgänge, Kontakte, Entscheidungen - wobei je mehr der Focus auf mir liegt - diese leichter zu "tragen" sind.

    Lieben Gruß von einer scheinbar sehr erleichterten Dagmar, die erst langsam begreift, dass sie ruhiger werden darf.

  • Hallo Dagmar!

    Ich wünsche dir ein wunderschönes, erleichtertes Wochenende!!!
    Sonne (?!), Blumen, Garten und die Gewissheit, wenigstens noch ein paar Monate mehr Kleingeld besitzen geniessen!!!
    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Ihr Lieben,
    ja, ich hätte auch nichts dagegen, wenn es "einfacher" wäre und nicht ständig Hürden auf meinem Weg liegen würden.

    Auf der anderen Seite ist es doch wohl so, dass ich meinem Ex mal sagte er könne trinken wie er wolle und solle sein Leben führen wie er es für richtig halte, ich muss meines und meine kranke Beziehung zu ihm "behandeln".

    Und genau das erzwingen diese Hürden auf meinem Weg. Immer wieder erinnern sie mich aufs Neue, an welch seidenem Faden mein Leben damals hing und wieviel stabiler dieser Faden doch nun geworden ist. Wer weiß, wenn ich meine Lektionen einmal richtig beherrsche, vielleicht kommen dann keine Hürden mehr? Vielleicht sind dann diese Geschehnisse des Alltags für mich keine Belastung mehr?

    Während ich früher über Jahre im voraus dachte - und alles doch anders kam wie gedacht. Freue ich mich nun einfach dass die Arbeit erstmal weitergeht. Dass im Anschluss daran (falls keine weitere Unbefristung folgen würde) wieder ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. Somit dann ein Jahr keine Gefahr auf Hartz 4.

    Unsere genesenden Alkoholiker dürfen auf jede 24 Stunden ohne Stoff stolz sein, ich bin glücklich über jeden kleinen Zwischenschritt der mich in der Selbständigkeit belässt.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Guten Morgen Dagmar

    schläfst du nie richtig aus? Du bist immer so früh dran, es ist Wochenende!

    Bei mir kam früher auch alles anders als gedacht, weil mein Mann anders als ich gedacht hat! Jetzt kann ich meine Entscheidungen selber treffen und es klappt meistens irgendwie.
    Genau wie du hab ich nicht viel Geld, aber auf das bisschen Geld bin ich stolz! Weil ich Lösungen such, mir nicht zu schade bin auch nicht so bequeme Arbeiten zu machen. Mein Mann sitzt daheim, redet von Hartz VI in einem halben Jahr, Arbeit kriegt man ja eh nicht.
    Ich freu mich für dich, dass dir deine Arbeit erstmal erhalten bleibt. Aber viel Sorgen hätt ich mir nicht um dich gemacht, du hättest wieder ein Weg gefunden.

    Schönen Sonntag

    julchen

  • Hallo Dagmar,

    es gibt wunderschöne gerade Wege und Straßen. Wir suchen uns die Steinigen aus. Müssen tun wir das nicht.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hm, liebes Kaltblut, sitze ich auf meiner Leitung? Denn die Hürde Arbeitsplatz, die hätte ich leider nicht gerader gehen können.... wäre mir echt lieber gewesen....

    Ansonsten bin ich nämlich "tunlichst bemüht" Steinchen wie Beziehung oder Ärger oder oder oder ganz behutsam auf die Seite zu legen und zu sagen "derzeit nicht".

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Ihr Lieben,
    ein weiterer Schritt in Richtung "Outing" und so ist mein Leben stand heute auf dem Programm. Logischerweise gibt es Menschen, die uns beide kannten. Nunmehr musste ich beruflich auf einer öffentlichen Veranstaltung anwesend sein. Somit trifft man Menschen, die mit dem Expartner verbunden sind/waren und denen natürlich andere Geschichten aufgetischt wurden als die Realität. Nun zwei Menschen gab es noch, die ihm unterstützend zur Seite standen. "Gab" deshalb weil zumindest einer der beiden das nicht mehr tut.

    Hat dieser wohl einiges an Werkzeugen ausgeliehen, die er wohl nicht wieder sieht und es scheint auch noch anderes vorgefallen zu sein. Derjenige ist nämlich jemand, der nie über Dinge oder Personen sprach, die nicht anwesend sind. Der aber auf meine Frage wie es ihm ginge gleich antwortete: "Mir gut, im Gegensatz zu anderen".

    Ich musste feststellen, ich wollte keine Details aus dem Leben des Ex erfahren und habe ebenfalls festgestellt, dass ich mich sehr entfernt habe von dem Menschen, mit dem ich mal zusammen war. Der einen normalen Vornamen hat, den ich nicht mehr aussprechen will. Der Vorname gehörte zu einem Menschen, was ich am Schluss genoss war eine Maschinerie, die nicht richtig geölt war. Ich merkte dass ich diesen Namen nicht mehr verwenden möchte und auch nicht mehr über diese Person sprechen möchte.

    Es war ein nettes Gespräch, welches sich sofort in eine ganz normale Richtung bewegt hat und in welchem der Exler komplett ausgelassen wurde.

    Ich habe mich gefreut die anderen zu sehen, kurz zu quatschen, die berufliche Lage bei denen zu erfahren und deren erstaunte Gesichter wo ich nun arbeite und das schon seit Monaten ohne dass es ihnen zu Ohren gekommen war. Hihi, war auch schöner dass ich es zeigen konnte :)

    Für mich war das ein imens wichtiger Schritt dazu zu stehen dass es aus ist, es mir gut geht, ich mein Leben lebe - mich wohl fühle in meinem Leben und ein Gespräch führen kann weit weg von dem Menschen, der einmal Bindeglied war.

    Es war mir so wichtig zu sagen: Schaut, jetzt nach 10 Jahren fühle ich mich hier zu Hause. Nun, wo ich mein Leben selber in die Hand genommen habe bin ich glücklich. Das aber war schon bemerkt worden, weil derjenige mit dem ich sprach öfters an meinem Häuschen vorbeifährt.

    Ein weiterer Schritt also, dem wohl noch andere folgen werden.

    Ach ja, bei einer Feier konnte/durfte/musste ich registrieren, daß Alkohol in Verbindung mit manchen Menschen (die mir selber erzählt haben daß sie konsumieren) bei mir eine Abstandshaltung erzeugt. Nicht bei stabil wirkenden Menschen mit normaler Persönlichkeit - aber sehr wohl bei Menschen, die depressiv oder ständig missgelaunt wirken.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar

    du hast vorhin geschrieben, du liest immer wieder gern bei mir. Da hab ich mir Gedanken drüber gemacht, das konnt ich gar nicht so annehmen.

    Ich les gern bei euch allen, nehm mir was mit und lern draus. Aber das jemand auch bei mir was mitnehmen kann, daran hab ich noch gar nicht richtig gedacht. Ich fühl mich doch gar nicht so, dass jemand auch aus meinen Erfahrungen lernen kann.

    Aber es ist ja so und da freu ich mich jetzt drüber! Danke schön dafür!

    julchen

  • Oh doch, liebes Julchen,
    denn wir sind an ähnlichen Punkten - machen uns ähnliche Gedanken (wie auch noch ein paar andere, wo wohl einfach die Chemie passt und das Grundgerüst von uns etwas ähnlich ist). Da hilft es ganz imens vom anderen etwas zu erfahren. Manches, was mich bewegt, bringe ich gar nicht groß in Worte oder Zeilen weil ich es zuweilen selber nicht als roten Faden erkenne. Wie oft ist dann jemand anderer, der diesen Faden schon angefangen hat zu spinnen, der dann auch bei mir dafür sorgt, dass etwas Farbe in meine Selbsterkenntnis kommt.

    Du fühlst Dich vielleicht nicht so, liebes Julchen, aber Du gehst ganz straight Deinen Weg (mit aller erlaubter Trauer, allem zaudern, fragen und sich selber in Frage stellen und allen Gefühlen alles, aber auch absolut alles falsch zu machen). Genau diese Gefühle hat man/frau/du/ich eben phasenweise wenn man/frau/du/ich/wir im Lernen sind.

    Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel, liebes Julchen. Jetzt mal im Ernst: hast Du Dir mal nicht nur neutral betrachtet was sich an Eurem Leben geändert hat sondern einfach mal betrachtet als DEINE LEISTUNG??? Einfach mal wertgeschätzt, welchen mutigen Weg DU gegangen bist auszusteigen??? Hast DU DIR schon mal auf die Schulter geklopft????

    Nein??? Dann tu das mal!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Zitat

    Nur ... irgendwann wurde ich selber erwachsen und musste für mich selber entscheiden was richtig und falsch ist, wie ich leben möchte und wie nicht. Mir ist es zu einfach gewesen, einfach das zu übernehmen, was mir eingeimpft und vorgelebt wurde. Nein, ich will nicht einfach "nachmachen" und einer Spur im Schnee folgen, bei der ich mir dann die "Haxen verstauche" weil ich in ein Loch getreten bin, so wie mein Vorläufer (dessen Spur ich gefolgt bin).

    natürlich kann ich sagen, ich kenne es nur so und es wurde mir so vorgelebt und er ist schuld und meine Eltern und und und .... Dabei ändert sich aber für mich rein gar nichts. Also muss ich entweder jammern oder mein Leben selber reflektieren und in meine Hände nehmen - abgekoppelt von allen Erwartungen anderer.

    Spielchen der Erwachsenen - egal ob Alkoholiker oder nicht - egal, ob krank oder gesund : darauf habe ich keinen Bock mehr! Ich habe es selber nicht nötig sie zu spielen und lasse diese auch nicht mehr mit mir spielen.

    Liebe Dagmar,

    Dein Post hat mich inspiriert mich mal vor Dein Hexenhäuschen zu setzen und Deinem Bach zu lauschen.

    Die Vorstellung alleine tut mir gut, einfach dazusitzen das Wassergeplätscher wahrzunehmen, sowie Deine Katzen zu beobachten, wie sie sich im Augenblick wohlfühlen und in der Sonne räkeln. Und sich an ihrem DA-SEIN freuen.

    Es ist einfach erholend bei Menschen Rast zu machen, die solches Denken, wie Du geschrieben hast, auch leben und fühlen können.


    Übrigens habe ich Dein Schreiben vermisst, liebe Dagmar wie geht es Dir denn so ?

    Ich werde mich wieder still und leise auf meinen Nachhause-Weg begeben, ich finde es beruhigend bei Dir gewesen zu sein und höre noch etwas in mein Inneres, was es mir heute noch so zu dem Input was ich hier heute alles gelesen habe, so sagen möchte.

    Denn das ganze möchte verdaut werden und einen Ausdruck finden.

    Wie gehst Du mit den ganzen Infos um?

    Alles Liebe und einen entspannenden Abend wünscht Dir Weitsicht

  • Hallo, liebe Weitsicht,
    mir geht es gut, aber mein Lebensstil (Wasser vom Brunnen, Garten und Kochen im Holzherd, da ich ja Holz geschenkt bekam und das billiger ist) kostet ein zeitliches Attribut. Ich falle abends oft müde um - möchte aber um keinen Preis tauschen :)

    Im Moment freue ich mich über die Sonne, die aber bedeutet rund 150 l vom Brunnen auf dem Gartengelände zu verteilen. Dafür aber blühen schon die ersten Ringelblumen, die Stockrosen kommen, Himbeeren, Trauben und Erdbeeren sagen in Minimengen hallo.

    Vor rund einer Woche hat dieser Lebensstil mir eine sehr böse und große Verbrühung am Oberschenkel gebracht, die meine Kleiderauswahl etwas einschränkt und somit das Waschvolumen erhöht. Nur leide Hosen, damit die Wunde geschont wird. Anfänglich gingen ja die Brandblasen auf, d.h. dann oftmals auch am Arbeitsplatz Klamotten wechseln.

    Und dann war da noch etwas anderes...

    Es gab hier einiges an Beiträgen, wo ich irgendwann mal dachte, Mensch, kümmere Dich um Deine Pflanzen, die entwickeln sich wenigstens weiter ;) Nicht böse gemeint, aber ich hatte einfach das Gefühl, dass einige sich gegenseitig runterziehen --- und damit auch andere, die gerade an sich arbeiten und durch Trennungen und Neuaufbauten gehen ----

    Ich habe definitiv ein Problem und muss mich beherrschen mich in solche Diskussion nicht einzubringen weil es mich nichts angeht, wenn jemand auf der Stelle stehen bleibt. Zeit kann jeder haben so viel wie er benötigt, auch bei mir ging die Entwicklung nicht von heute auf morgen, aber immer dieses "er hat" "er will" einfach das weg von sich selber. Es kann jeder so handhaben wie er/sie will, aber ich vermisste in dieser Zeit den positiven, aufbauenden Weg, den ich oft bei vielen lesen durfte (der aber dieser Tage wieder eingekehrt ist).

    Ja, liebe Weitsicht, Brunnen, Bach, Grillen, Vögel und meine Rasselbande - es ist ein schönes, ruhiges Leben welches doch so viel bietet. Und sei es nur, dass es mir gelingt eine Eidechse vor den Katzen zu retten ;) Oder die Katzen alle ins Haus zu holen weil Fütterungszeit für Meisen und Schwalben ist, die hier am Haus nisten :)

    Ja, meine vielen Informationen, die ich neu bekommen, die wirken anfänglich wie Dampfhämmer, dann muss ich be- und verarbeiten um dann mein kontinuierliches Verhalten zu überlegen. Der Holzschenker, der eine Affaire wollte, das hat mich geärgert. Denn so billig bin ich nicht ;) Damit muss ich lernen umzugehen und auch damit einem Menschen nunmehr Ablehnung entgegenzu bringen weil ich nicht möchte, dass er sich auch nur die geringste Chance erahnt.

    Dieses Alk-Erlebnis mit jemandem mir nahestehenden war erstmal schockierend für mich, zu sehen wie schnell ich erschrocken bin und auf Abstand gehe. Entweder bin ich ein offenes Buch oder die Gegenseite hat das gespürt. Rund drei Wochen später brachte er das Thema auf den Alkohol und seine Meinung dazu. Grundsätzlich gut (Alkohol ist Stimmungsverstärker und ist bei ihm nur erlaubt wenn es ihm gut geht). Dennoch kommt das "aber" er müsse sich eventuell auch den Stempel aufsetzen, da er jeden Abend ein Bier trinke.

    Wir hatten ein Gespräch zum Thema, welches für mich sehr sehr wichtig und markant war. Ich konnte feststellen, dass ich sehr wohl in der Lage bin, meine Meinung zu vertreten ohne mit dem Finger "Du trinkst" zu sagen. Alle Möglichkeiten vom Genußtrinken bis zum schleichenden Suchtfaktor in den Raum zu stellen, nicht auf eine Person zu fixieren und mich abzugrenzen - vom Thema und von den Entscheidungen der Trinkenden.

    Dieser Mensch, der so ganz anders ist als ich - ich der Gefühlsmensch, er der absolute Realist - ist für mich (ohne dass er es weiß) ein sehr, sehr wertvoller Lehrmeister. Nicht nur, dass mein Intellekt gefordert ist, gerade die Psyche ist es umso mehr. Habe ich doch früher in solche Menschen Eigenschaften hineininterpretiert, die ich gerne an ihnen gesehen hätte, so bin ich jetzt bereit diesen Menschen so zu nehmen und kennen zu lernen, wie er ist. Was sich dann anweiteren Charakterzügen zeigt das ist interessant, aber nicht in meinem Oberkastl entstanden.

    Ja, es ist ein Lernweg! Nein, leicht ist er weiß Gott nicht! Dennoch: er bringt mich immer wieder ein Stückchen weiter zu mir, aber auch zu meinen Mitmenschen, wie sie wirklich sind.

    Lieben Gruß von Daggi

  • Hallo Dagmar

    hoffentlich tut das Bein nicht so arg weh, aber Brandverletzungen sind ja leider schmerzhaft.

    Es hat mich ein bisschen beruhigt, dass du auch auf alkoholtrinkende Menschen "anders" reagierst als normal.

    Mein Sohn trinkt auch ab und zu ein Bier, soll ihm gegönnt sein, so auch gestern. Als er dann aber im Auto neben mir saß wurde mir schlecht. Mir hat es richtig den Magen umgedreht.

    Schöne Grüße und gute Besserung

    julchen

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