Hallo Merenda,
ja schön, dass du hier bist.
Ich finde, das hört sich doch alles sehr vernünftig und informiert an, was du schreibst.
Ich wünsche dir die nötige Stärke!
Ich habe mich ja vor 9 Jahren schon einmal von meinem jetzigen Mann getrennt, und bin erst 4 Jahre später zu ihm zurückgekehrt, als er wirklich trocken war.
Damals, bei der ersten Trennung, waren auch noch keine Kinder und keine gemeinsamen Verpflichtungen im Spiel und verheiratet waren wir auch nicht. Im Vergleich zu jetzt eine echte easy-Situation.
Trotzdem: Es war die Hölle für mich!
Ich hatte sooooo ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber.
Hatte das Gefühl. ihn total im Stich zu lassen, ihm den letzten Draht zum Leben zu nehmen, was weiß ich.
Und irgendwie wars ja auch so. Bloß dass ich ihm eigentlich gar nicht helfen konnte, auch durch mein Bleiben nicht.
Mir hat damals auch meine Ausbildung geholfen. Ich habs auch erst geschafft, als ich echt Angst bekommen habe, dass ich die Ausbildung nicht mehr packe, wenn ich bei ihm bleibe. Er oder ich - und da endlich konnte ich Ja zu mir sagen.
Habe keinen goldenen Tipp für dich.
Ich habe damals den Kontakt zu ihm auch nie abgebrochen, weil ich es nicht übers Herz gebracht habe. Vielleicht hätte ich damals radikaler sein sollen und auch selbst eine Therapie machen sollen.
Hätte hätte hätte...
Jedenfalls gings mir ziemlich gut ohne ihn, damals schon.
Klar, ab und zu haben wir uns gesehen und belastet hat es mich auch nach der Trennung immer mal wieder, was aus ihm wird.
Aber mir geht es auch jetzt, nach der zweiten Trennung, so, dass ich durch den Abstand seine Probleme irgendwie meistens fast vergesse. Es kommt dann immer mal wieder hoch, besonders natürlich wenn ich mit ihm am Telefon spreche oder wenn andere mich auf ihn ansprechen, aber sonst ist es oft total weit weg.
Vielleicht wirds dir genauso gehen.
Einfach Abstand wahren und drauf vertrauen, dass die Sorge nachlassen wird.
ich habe ihn damals auch nie in meine wohnung gelassen, das war mir ganz wichtig
Bei uns wars damals so, dass er den Mietvertrag hatte, worüber ich froh war.
Ich habe mir einfach eine neue Wohnung gesucht, es war so wunderbar, als ich den Schlüssel hatte und in dieser Wohnung endlich Ruhe hatte.
Trotzdem hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass er nun die Miete alleine tragen musste.
Irgendwie war es damals so: Es war schwer, total schwer, aber es ging einfach nicht anders. Das hat mich vorangetrieben.
Ich habe mir alle Gründe, warum ich ihn verlassen muss, warum es moralisch in Ordnung ist, damals aufgeschrieben und immer mit mir rumgetragen und immer wieder gelesen.
Im Gegensatz dazu habe ich diesmal moralisch weit weniger Bedenken.
Er hat mich so dermaßen enttäuscht und im Stich gelassen.
Er hat alle Möglichkeiten, ein gutes Leben zu führen, und macht alles kaputt, nur weil er sich nicht helfen lässt.
Bleib auf Kurs,
Doro