Beiträge von desperateS

    Liebe Emma,
    ich weiß, worauf Du hinaus willst.
    Funktioniert eine Beziehung mit einem Alkoholiker, wenn man selbst einfach nicht mehr Co ist?

    Die Frage habe ich mir auch gestellt. Und ich habe sogar angefangen, so zu leben!
    Ich bin ausgezogen, habe ihn machen lassen (einen Kasten Bier hingestellt habe ich allerdings nicht...), ihn nicht mehr unterstützt, wenn er Dinge wegen des Saufens verbockt hat, seinen Behördenkram usw usw habe ich auch nicht mehr erledigt.

    Das war quasi sowas wie eine halbe Trennung.
    Soll ich dir sagen, was passiert ist?
    Ich habe immer klarer gesehen, wie krank er wirklich ist.
    Seit ich weg war folgte ein Absturz nach dem anderen.
    Ich musste mir anhören, dass ich ihn hängen lasse.
    Dabei habe ich das gar nicht. ER hat sich hängen lassen.

    Am Ende war es so schlimm, dass ich nicht mehr anders konnte, als endgültig zu gehen.
    Selbst die Tatsache, dass ich mich immer mehr distanziert habe, hat ihn nicht davon abgehalten, zu trinken. Im Gegenteil!
    So tief unten wie im Moment war er noch nie. Er sagt, es liegt an seinen anderen Problemen...

    Ich habe ihn vor die Wahl gestellt, er hat sich entschieden, und zwar nicht für mich.

    Glaub mir, auch wenn Du dieses "emazipierte" Leben führst, wirst Du nicht weniger Co. Irgendwann übermannt es Dich, und Du kannst gar nicht mehr anders, als ihm wieder zu helfen, die Sucht aufrecht zu halten. Der Therapeut der Suchtberatung hat mir das alles schon prophezeiht.
    Er hat gesagt, selbst wenn ich mich nicht sofort loslösen kann, soll ich doch langsam den Marsch in MEINE Richtung antreten. Schon alleine, um zu merken: Es gibt noch viel mehr auf dieser Welt als diesen Mann, die Sucht, die damit zusammenliegenden Probleme. Es sollte sozusagen sowas wie ein Rehabilitationsprogramm für mich sein, weil er gemerkt hat, dass eine sofortige, konsequente Trennung für mich wohl noch zu viel gewesen wäre. Und er wollte mir wohl auch nicht die Hoffnung nehmen, dass mein XY doch irgendwann genug hat vom Alk. Die besteht ja immer noch, aber nicht mehr mit mir!

    Der Therapeut hat mir unmissverständlich klargemacht, dass es nur die Chance auf Heilung für alle Beteiligten gibt, wenn ich endlich anfange, an mich zuerst zu denken.
    Denn ersten erkenne ich dadurch eben, dass es noch was anderes gibt als Aufopferung (wodurch dann das Lösen viel einfacher wird), und zweitens ist es für meinen XY die einzige Chance, weil er merkt, dass das Trinken Konsequenzen hat und, weil das Leuchten in meinen Augen, das kommt, wenn man mal wieder was Schönes erlebt, auch meinem XY auffallen wird und er sich dann evt. (ganz vielleicht!) auch fragen könnte, ob es nicht doch noch mehr gibt in diesem Leben als das Trinken.

    Die Rechnung ging übrigens auch auf:
    Ich weiß jetzt, dass ich gut alleine klarkomme (wenn es mir auch im Moment noch schwerfällt, damit umzugehen), und meine Augen leuchten tatsächlich immer mehr. ;)

    Meinen Ex interessiert das alles nicht. Er hat die Flasche gewählt, aber das geht mich nichts mehr an, weil ich mir endlich die Chance gebe, glücklich zu werden.

    Hi Feeli!
    Ich fühle mich nicht persönlich angegriffen. Unverstanden aber teilweise schon.
    Ich weiß, viele hier haben es schon geschafft. Aber es muss ja nicht unbedingt bedeuten, dass es nur einen einzigen Weg gibt.
    Und der Grundstein ist doch gelegt. Ich bin immer noch konsequent.
    Und wie gesagt: Dass mir das schwerfällt, ist der Grund, weshalb ich hier bin.
    So blöd es vielleicht klingt: Das Geheule und bewusste Trauern ist etwas, das ich für mich getan habe.
    Ich will das nicht verdrängen, weil ich weiß, irgendwann kommt es ja doch um die Ecke. Und dann haut es mich vielleicht aus den Socken.

    Wenn jemand, der nicht Co ist, sich von seinem Nicht-Alkoholiker-Partner trennt, erlaubt man ihm doch auch eine Trauerphase.
    Für mich ist es im Moment so, als würde ich jetzt erst die Trennung verarbeiten, die schon vor über einem Jahr stattgefunden hat, als ER sich entschieden hat, zu gehen.
    Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.
    Dass er schon lange weg ist und ich schon lange allein, habe ich erst jetzt richtig verstanden. Und das will ich so verarbeiten, wie ich eben eine Trennung verarbeite.
    Und die Heulerei hat auch was Gutes:
    Ich hatte seit dem keinen sonderlich tiefen Tiefpunkt mehr. Genaugenommen konnte ich schon direkt danach beginnen, mir wieder Gedanken um meine Zukunft zu machen.
    Ich habe mir überlegt, wie es denn weitergehen soll, was ich noch vorhabe usw.
    Ich glaube, das hätte ich nicht gekonnt, wenn ich nicht vorher all das negative zugelassen hätte.
    Es musste quasi erst was raus, bevor wieder Neues rein konnte.

    Was für mich so schwer zu verstehen ist: Einseits sagt man mir: Her mit dem Gejammer, das erleichtert Dich und alle verstehen es. Andererseits heißt es: Hör auf zu jammer und mach weiter.
    Natürlich will ich weitermachen. Aber wie Du schon schriebst: Meine Wunden sind noch frisch.

    Ich bin doch weiterhin konsequent! Es ist ja nicht so, dass ich das, was ich schreibe, dann tatsächlich auch tue.
    Natürlich überlege ich immer mal wieder, zu ihm zurückzugehen. So geht es doch den meisten hier, oder?
    Das genau ist doch mein Problem! Aber ich tu es nicht!
    Ich finde es auch ein bißchen unfair, mir zu sagen, ich würde keine Ratschläge annehmen. Das stimmt nämlich nicht.
    Ich lenke mich ab, lerne neue Leute kennen, tue viel für mich. Aber zwischendurch habe ich schlechte Phasen. Und das finde ich völlig normal und auch ok, weil es dazugehört.
    Ich habe ja ein schlaues Buch, in dem ich immer wieder lese. es geht zwar nicht gezielt um Co-Abhängigkeit, aber es handelt von Trennung, dem Drüber-hinweg-kommen und vor allem von Beziehungssucht und Abhängigkeit vom Partner.
    Und durch dieses Buch habe ich gelernt, dass es nicht gut ist, alles zu verdrängen und auf Teufelkommraus die Gefühle wegschieben zu wollen.
    Man muss sie zulassen, damit man sie loswird. Das ist sicher Ansichtssache, aber für mich ist es ein guter Weg.
    Ich will mich jedenfalls nicht selbst unter Druck setzen damit, dass ich mir sagen: Jetzt darfst Du aber nicht mehr heulen. Ich will mich auch nicht selbst kritisieren, weil ich so empfinde Ich will das zulassen, weil es für mich wichtig ist, um abzuschließen.


    Ja, in der Theorie weiß ich bestens Bescheid.
    Aber das geht uns ja eigentlich allen so, nicht wahr? ;)
    Und zum Umsetzen: Ich bin dabei! :)

    Zitat

    Was tust Du heute für DICH?


    Mit meiner Mutter Kuchen backen, endlich den Brief an meine Tante schreiben, Haare färben, Badewanne, DVD schauen und dabei Tee trinken und heute Abend vielleicht mit meiner Freundin treffen. Sie weiß aber noch nicht, wie lange sie arbeiten muss.

    Und du? :)

    Zitat von n i c i

    Klar muss man auch die negativen Gefühle verarbeiten, und es ist auch richtig ihnen Raum zu geben, aber meiner Meinung nach, gibst Du ihnen definitiv zuviel Raum, und den positiven zu wenig.

    Ich denke, dass es sehr richtig von mir war, diesen negativen Gefühlen Raum zu geben.
    Wenn Du nochmal nachliest, wirst Du feststellen, dass ich mir jeden Abend nach der Arbeit Ablenkung geschafft habe und diese auch genossen habe, um mein eigenes Leben langsam wieder aufzubauen.
    Ich war mit meinen Arbeitskollegen aus, obwohl ich erst keine Lust hatte. Und dann habe ich es genossen.
    So, wie ich es mir vorher schon gedacht habe.
    Heulen, jammern, Angst vor dem Einknicken, das sind völlig normale und verständliche Dinge, die jeder hier kennt. Dachte ich zumindest.
    Man sagt mir immer: Schreib, wenn es Dir schlecht geht. Das habe ich getan.
    Das ist MEIN Weg, damit umzugehen. Ich habe nicht vor, mich hängen zu lassen, 3 Monaten nur rumzuheulen und dann doch zurückzugehen.
    Ich sitze auch nicht wie ein kleines Mädchen im Matsch. Ich will von niemandem hier Mitleid, aber ich dachte, ich könnte hier über meine Ängste, meine Trauer usw schreiben, es loswerden, so wie alle anderen es auch tun.
    Wenn jemand im Matsch sitzt und sich das Bein gebrochen hat, sollte man dann mit dem Rausziehen nicht so lange warten, bis das Bein nicht mehr ganz so sehr wehtut?

    Zitat

    Vielleicht musste ich einfach konsequenter sein in meinem Tun, weil Kinder auch mit die Leidtragenden waren.


    Wer sagt, dass ich nicht konsequent war?
    Die Kontaksperre halte ich nach wie vor ein, auch wenn ich Phasen habe, an denen es mir schwerfällt.
    Und wenn es mir nicht schwerfallen würde, wäre ich nicht hier.
    Ausgezogen bin ich übrigens schon vor 5 Monaten. Nur den letzten Schritt habe ich erst jetzt tun können...
    Vielleicht ist es auch einfach so, dass jeder sein eigenes Tempo hat???

    Mir tat es gut, die alten Fotos und Lieder zu hören, weil ich damit abschließen möchte. Katharsis nennt man das wohl.
    Ich möchte nicht noch in einem Jahr einen Kloß im Hals haben, wenn mir ein Bild in die Hände fällt oder ein Lied im Radio läuft.

    Zitat

    Liebe DesperateS ich bin mir sicher, dass es immer noch ein "Sicherheitsnetz" gibt.... ein Netz bestehend aus helfenden Händen, die in Zeiten schlechter Beziehungen oft vergessen oder ignoriert werden.... kann das sein???

    Liebe Dagmar, natürlich gibt es das. Aber das ist dünn besiedelt, was wie gesagt nichts mit der Beziehung zu tun hatte, sondern schon vorher gebröckelt hat.
    Die Menschen, die mir nahestehen, werden das auch weiterhin tun. Sie sind schon sehr lange an meiner Seite, und durch verschiedene Erfahrungen weiß ich, dass sie das auch bleiben werden.
    Es werden auch wieder neue Menschen in mein Leben treten, die ein Netz für mich sein werden, und ich eines für sie.
    So ist das Leben.[/quote]

    Liebe Joanne,

    ich kann Dich so gut verstehen!
    Natürlich hat jeder Alkoholiker einen bzw. mehrere Auslöser, weshalb er überhaupt mit dem Trinken angefangen hat.
    Bei meinem XY war es vielleicht die Kindheit. Wer weiß das schon.
    Und es gibt auch IMMER einen Grund, wenn er trinkt. Und wenn der auch noch so blöd ist.

    Fakt ist: Irgendwann wurde das Trinken zur Krankheit. Und es ist eine Krankheit, die jeden treffen kann.
    Es ist keine Schande, krank zu sein. Aber es ist eine Schande, sich nicht behandeln zu lassen.

    Wenn Dein Mann unter diesem Kriegstrauma leidet, hat dafür doch jeder Verständnis.
    Aber man kann doch kein Verständnis dafür haben, wenn er dagegen nichts tut, oder?
    Die Möglichkeiten sind doch da!
    Aber der Weg ist wahrscheinlich zu beschwerlich. Da spielt wohl große Angst eine Rolle.
    Ist doch wie bei uns! Wir wollen, dass sich etwas ändert, aber wir haben riesen Angst, den ersten Schritt zu tun, weil wir nicht wissen, was da auf uns wartet.
    Aber irgendwann, liebe Joanne, wird bei einem von Euch das Leiden größer werden als die Angst.
    Und dann geht Ihr den ersten Schritt. Und das wird wehtun, Angst machen, schwer werden, aber das ist die einzige Chance auf Heilung.

    Du möchtest so gern, dass Dein Mann etwas ändert.
    Was, wenn er es NIE tut?
    Begib Dich nicht weiter in die Opferrolle!
    Werde aktiv!
    Nur dann gibt es die Chance, dass sich etwas ändert, auch bei ihm!
    Und wenn sich bei ihm nichts ändert, so ändert sich aber doch was bei Dir.
    So oder so wirst Du diesem Teufelskreis entrinnen.

    Joanne, Du bist keine Psychotherapeutin. Und das musst Du auch nicht sein.
    Das kann niemand von Dir verlangen, auch Du selbst nicht.
    Sicher will man gerne helfen. Aber bei bestimmten Sachen KANN MAN ES NICHT.
    Das einzige, was einem übrigbleibt, ist, Wege zur Selbsthilfe aufzuzeigen. Und das hast Du getan! Entweder, Dein Mann nimmt diesen Hinweis an, oder es bleibt, wie es ist.
    Du hast alles Dir mögliche getan, um IHM zu helfen.
    Jetzt bist DU dran!!!

    Zitat von Heinrich64

    . Nach der dann (freiwilligen) Entgiftung hat es genau drei Stunden, gerechnet nach der Entlassung, gedauert, bis ich sie wieder völlig betrunken dort abliefern konnte. Großes Kino also!

    Es ist für mich immer noch unfassbar, welch riesengroße Macht der Alkohol über die Menschen hat.
    Du als trockener Alkoholiker weißt da sicher besser Bescheid.
    Was geht in solchen Situationen in einem Alkoholiker vor?
    Sieht man einfach nicht, dass man dadurch alles riskiert, was man hat?
    Oder sieht man es schon, aber es ist zu dem Zeitpunkt egal?
    Ich kann das einfach nicht vestehen.
    Andererseits ist es bei meiner Abhängigkeit ja nicht anders.
    Lange habe ich gar nicht gesehen, dass ich mich selbst zugrunde richte. Und selbst als ich es dann gesehen habe, habe ich die Augen davor verschlossen. Selbst bei der körperlichen Gewalt, die zum Glück "nur" 5 mal vorkam und nicht sonderlich schlimm war im Vergleich zu manch anderen Geschichten, die man hier liest.
    Ich habe immer geglaubt: Jetzt ist sowas schreckliches passiert, jetzt MUSS er es doch sehen!
    Und dabei habe ich gar nicht gemerkt, dass ICH es endlich hätte sehen müssen.

    Ich bewundere Deine Konsequenz sehr.
    Du klingst so stark, aber ich glaube auch, dass bei Dir eigentlich vieles ähnlich ist bzw. war wie bei mir.
    Nur, dass Du viel schneller aus dem Karussell ausgestiegen bist.

    Zitat

    Der Witz an der Sache ist, dass ich ihr (als z. Zt. nicht praktizierender Alkoholiker) JEDES einzelne Ereignis, das dann kommen sollte, vorher genau erklärt habe! Ihr Problem war, dass sie mir nicht ein Wort geglaubt hat. Nun muss sie es nicht mehr. Das Kind ist im Brunnen.

    Selbstredend habe ich genau das bei meinem Ex auch getan.
    Ich habe ihm 1000 Links geschickt, wo schwarz auf weiß erklärt wird, was der Alkoholismus mit ihm anstellt. Ich habe ihn zur Beratung geschleift, dort hat er dann wieder Broschüren bekommen (und er hat auch mal 5 ganze Tage ein Trinktagebuch geführt...) usw usw.
    Er hat nichts angenommen. Und er muss es auch nicht mehr. Das Kind ist im Brunnen. ;)

    Zitat

    Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man an sich selbst denken muss, um nicht kaputt zu gehen. Auch das tut weh, ist aber nicht so schlimm, wie zu sehen, wie sich der andere zugrunde richtet.


    Der Zeitpunkt kam bei mir erst, als mein Leidensdruck größer wurde, als die Angst, für immer allein zu bleiben. Eben wie bei einem Alkoholiker!

    Ich denke schon länger darüber nach, ob ich dankbar dafür sein sollte, weil er meinen Geburtstag so in den Dreck gezogen hat. Sonst wäre es vielleicht nie zu der Trennung gekommen.
    Aber ich glaube, es ist andersherum: Ich sollte MIR dankbar sein, dass ich endlich den letzten Schritt gegangen bin.

    Ich werde mit Sicherheit noch eine ganze Zeit lang an der Vergangenheit hängen, darüber nachdenken und mir die ewige Frage des Warums stellen, aber gerade jetzt fühle ich wieder, wie sich Vorfreude auf die Zukunft in mir regt.
    Habe heute viel geweint, aber auch wieder Pläne geschmiedet und mir die Vorzüge eines Lebens ohne Abhängigkeiten vor Augen gehalten.

    Ja, die Stimmungsschwankungen... furchtbar anstrengend, aber wohl leider "normal".
    Wichtig ist nur, dass ich damit umgehen kann. Die Heilung kommt dann ganz von selbst.

    Hallo Heinrich!

    Zitat von Heinrich64

    Was treibt uns eigentlich an, so zu denken und uns mit Gedanken in alle Richtungen zu quälen?

    Ich glaube, mir geht es so ähnlich wie Dir.
    Es ist aber nicht mehr das Umsorgen. Das hat mich vielleicht früher gehalten. Seit meinem Auszug ging es mir nur noch auf den Keks.

    Was ich aber in der Tat merke, ist die Angst vor der Einsamkeit.
    Dabei ist das genaugenommen völliger Quatsch, denn ich war ja sowieso allein, auch mit meinen Problemen (zumindest in 90% der Fälle).
    Ich habe glaube ich Angst, dass ich allein nicht zurechtkomme.
    Dass ich irgendwann zusammenbreche, und da dann niemand ist, der mich auffängt.
    Aber auch das ist Quatsch. Eigentlich müsste mir klar sein, dass mein XY mich nicht auffangen könnte, selbst, wenn er wollte.
    Und es ist ja auch furchtbar ungesund, wenn man so abhängig von einem Partner ist.

    Trotzdem: Er war immer sowas wie mein Sicherheitsnetz, zumindest habe ich mir das eingebildet.
    Im Prinzip braucht das ja jeder Mensch. Einen anderen Menschen, der einen auffängt, wenn man es wirklich braucht. Unter anderem deswegen haben wir doch Freunde und Familie, oder?

    Es ist nicht einfach, wenn man plötzlich ohne so ein Netz da steht, auch wenn es eigentlich gar nicht da war. Man ist auf sich allein gestellt, und man muss erst lernen, damit zurecht zu kommen.

    Wie sieht es denn eigentlich bei Dir zur Zeit aus, Heinrich?
    Ich werde mal Deinen Thread suchen, vielleicht hast Du da ja was geschrieben. Mein letzter Kenntnisstand war, dass Deine XY nicht mehr getrunken hatte, aber jetzt klingt es für mich anders?

    Liebe Nici,
    Es ist nicht mal eine Woche her, dass ich mich getrennt habe.
    Jeder andere hier sagt mir: Schreib, wenn es Dir schlecht geht.
    Ich habe mehrfach deutlich gemacht, dass mir dieses Forum hier so sehr hilft, gerade WEIL hier alle diese Stimmungsschwankungen kennen, weil sie wissen, wie das alles ist.
    Und so schön es acuh für Dich ist:
    ICH BIN WOHL NOCH NICHT SO WEIT WIE DU!

    Natürlich brauche ich Zuspruch! Aber da geht es mir doch wohl nicht alleine so, oder?
    Und den Zuspruch brauche ich nicht, weil ich MITLEID haben will, sondern weil ich auf meinem jetzigen Pfad bleiben möchte!
    Ich habe mir selbst eine Kontaktsperre auferlegt.
    Und diese möchte ich auch einhalten. und gerade deshalb schreibe ich HIER! Weil ich hier alles aufschreiben kann, was mir durch den Kopf schießt, ohne meinen Ex anzurufen und mit IHM darüber zu reden.

    Ich schreibe hier jeden Tag. Und zwar auch die postiven Dinge. Die Sachen, die ich für mich tue, um mich abzulenken.
    Siehts Du das nicht??

    Liebe Doro,
    schön, dass Du mal wieder vorbeischaust! ;)

    Zitat

    Eine gute Freundin hat mir sehr geholfen, sie hat gesagt: Du trauerst , das ist normal. Jede Trennung - egal wie schlecht die Beziehung war - ist so ähnlich wie ein Tod. Man trauert.

    Ich glaube, genau so ist es. Ich trauere.
    Und das würde ich auch tun, wenn mein Ex kein Alkoholiker und ich nicht Co wäre.
    Sowas gehört dazu, und jeder braucht für sowas seine Zeit. Ich stecke mittendrin!

    Liebe Aurora,

    Zitat

    Dich hier austauschen, einfach dich hier ausheulen und Frust abladen. Hey, her mit dem Frust und dem Geheule , lass es hier, dann ist es erstmal bei dir weg...


    Vielen Dank für Deinen Zuspruch.
    Ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich hier jedes Mal schreibe, wenn ein tief da ist und frage mich, ob ich vielleicht doch besser allein damit klarkommen sollte.

    Zitat

    Nun zerren die Teufelchen (so nenn ich die immer) da kräftig in dir rum.


    Genauso empfinde ich das auch. Das trifft den Nagel auf den Kopf.
    Ich führe regelrechte Dialoge in meinem Kopf. Gründe für und gegen die Trennung, positive gegen negative Erinnerungen usw usw.
    Und das ist furchtbar anstrengend. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ich darüber hinwegkomme und es diesmal wirklich hinkriege. Ich glaube, ich habe eigentlich alles, was ich dazu brauche. vielleicht wären noch ein paar mehr Freunde ganz hilfreich, aber da sieht es leider im Moment mau aus, was aber nichts mit meiner Beziehung zu tun hatte.
    Meine sogenannten "Freunde" haben sich damals vor 2 Jahren von mir distanziert, als sie erfuhren, dass ich wegen einer Depression in psychiatrischer Behandlung war.
    Im Grunde bin ich froh darüber, denn so hat sich quasi die Spreu vom Weizen getrennt, aber manchmal wäre es doch ganz schön, noch weitere "Alternativen" zu meiner besten Freundin zu haben. Aber ich denke, auch das wird sich wohl mit der Zeit ergeben.

    Hallo Feeli!

    Zitat

    Halte durch, bald geht es Dir wieder besser. Ich war auch immer ein eher ausgeglichener Mensch. Aber gerade unmittelbar, nachdem ich wirklich beschlossen hatte, mich zu trennen, waren meine Stimmungsschwankungen echt extrem!


    Das tröstet mich ein bißchen. :)
    Man kommt sich schon selbst dumm dabei vor. Es ist ein bißchen wie damals in der Pubertät.
    Ich hoffe, dass dieses Wochenende, auch wenn es vielleicht schwer wird, mir am Ende zeigt, dass ich in der Tat so stark bin, wie Du es sagst.
    Dass ich mir quasi selbst beweisen kann, dass ich stark genug bin.

    Hallo Asketin,

    Zitat

    Denn das ist dein Hauptproblem- du kannst es nicht akzeptieren - vielleicht nur aus gekränkter Eitelkeit
    Wer weiß? Sowas soll es auch geben.

    Ich glaube, da ist viel Wahres dran. Natürlich ist mein Stolz gekränkt.
    Aber ich bin ja selber schuld daran. Ich hätte nicht so lange an der Beziehung festhalten müssen. Niemand hat mich gezwungen!
    Und ganz ehrlich, ob co oder nicht co: Wer hört denn schon gern, dass dem Partner andere Dinge (nicht zwangsläufig Alkohol!) wichtiger sind?


    Mir geht es ein bißchen besser. Ich habe Rotz und Wasser geheult, mich absichtlich selbst gequält mit alten Fotos, Musik und sms aus glücklichen Zeiten.
    Ich habe mir bewusst Zeit genommen, mich davon zu verabschieden.
    Und mir ist klargeworden, dass ich gar nicht der Beziehung hinterherweine, die ich bis vor ein paar tagen hatte, sondern der Beziehung, die ich vor einem Jahr hatte.
    Mein Ex hat sich schon vor langer Zeit von mir getrennt. Das ist mir aber erst in den letzten Wochen klargeworden.
    Ich habe nie wirklich darum getrauert, weil ich immer in der Illusion gelebt habe, dass er irgendwann zurückkommt.
    Und jetzt trifft es mich umso härter.
    Und ich werde mir mit dieser Trauer auch Zeit lassen, so wie man jedem Menschen, der sich trennt, Zeit dafür lässt.
    Ich werde mich nicht eingraben, aber ich werde diese Gefühle zulassen, damit ich endlich abschließen kann.

    Hallo Joanne, hallo nici!

    Ich habe gerade wieder einen fetten Tiefpunkt.

    Ich bin so furchtbar traurig. Ich kann das einfach nicht akzeptieren!
    STändig denke ich darüber nach, was ER tut, was ER jetzt wohl fühlt.
    Und insgeheim wünsche ich mir, dass er´genauso leidet wie ich.
    Nein, ich will, dass er MEHR leidet als ich.

    Und ja: Ich schreibe über ihn! Weil ich es loswerden muss! Und weil ich es nicht zu IHM sagen will!
    Ich bin noch ganz am Anfang, ich kämpfe mit mir selbst und gegen mich. Ich kann das alles nicht glauben. Was ist bloß mit mir, mit ihm und mit uns passiert???!

    Es ist wirklich zum kotzen, sorry.
    Einerseits bin ich froh, dem Teufelskreis entstiegen zu sein, andererseits will ich nichts mehr, als wieder einsteigen.
    Ich frage mich ununterbrochen, was genau mich dort hinzieht.
    Der Impuls zur Trennung kam doch von mir!
    Ich war unglücklich in dieser Beziehung!
    Und dann kommen wieder tage wie dieser, an dem ich heule, jammere und nur eins will: Zurück zu ihm.
    Manchmal glaube ich, ich bin einfach noch nicht so weit.
    Ich kann das nicht schaffen!
    Ich fühle mich einsam, sobald es zu ruhig wird um mich rum.
    Und dann kommen eben wieder die Rückfallgedanken.
    Dann fehlt er mir entsetzlich, dann kann ich kaum widerstehen, mich bei ihm zu melden.
    Ich tu es dann aber doch nicht, weil ich denke, er ist jetzt dran. Wenn ihm etwas an mir liegen würde, würde er sich auch melden.
    Und dann bin ich traurig, weil ich glaube, ihm egal zu sein.
    Und das kann ich dann wieder nicht glauben, nicht akzeptieren.
    Dabei hat er es mir ja unmissverständlich klargemacht:
    Alkohol ist seine Nummer Eins auf Lebenszeit!
    Und dann hole ich mir alle negativen Erlebnisse wieder hoch, und wenn das immer noch nicht hilft, denke ich daran, dass diese Trennung die einzige Chance ist (wenn es ÜBERHAUPT EINE GIBT!), um ihm zu helfen.


    Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, um es mit Goethe zu sagen.

    Die Beziehung war schlecht in den letzten Monaten!
    Ich war unglück, habe mich kein bißchen von ihm angenommen gefühlt.
    Ich kann doch nicht ewig an etwas festhalten, dass es schon lange nicht mehr gab!

    Wann hört das alles endlich auf????

    Guten Morgen!

    Zitat von desperateS

    Irgendwo doch schon etwas wie unterlassene Hilfeleistung... :?:

    Damit meine ich, dass ich so lange daneben gesessen habe und zugesehen habe, obwohl ich schon längst hätte wissen müssen, dass ich ihm damit nicht helfe, sondern im Gegenteil: alles noch schlimmer mache.

    Sprich: Das Nicht-gehen als unterlassene Hilfeleistung, sowohl auf ihn, ala auch auf mich bezogen.
    Ich hoffe, ich konnte das jetzt irgendwie verständlicher machen. :)


    Der Tag begann leider nicht so entspannt. Bin schon mit der blöden Unruhe wachgeworden.
    Habe auch viel von meinem XY geträumt.
    Habe Angst, dass das das ganze Wochenende so weitergeht und ich dann doch noch einknicke...
    Aber ich gebe mein bestes und versuche, mich abzulenken.

    Hi Melly!

    Schön, dass Du hergefunden hast.

    Zu allererst:
    Das, was Du da geschrieben hast, kennen hier eigentlich alle.
    Und ja, es ist "normal" für einen Co-Abhängigen.

    Dein Mann ist also in einer Klinik?
    Wie sieht es denn bei Dir aus?
    Hast Du therapiemäßig irgendwas geplant?
    Geht das mit der Suchtberatung noch weiter, oder war das nur ein einmaliger Termin?

    Um Dich ein bißchen zu beruhigen:
    Es gibt auch Wege aus der Co-Abhängigkeit!
    Wir alle hier gehen sie oder sind noch auf der Suche, aber alle hier haben das selbe Problem, und glaub mir, wenn Du hier ein wenig länger dabei bist, wirst Du merken, dass Du nicht allein bist, und dass es eine Menge Menschen gibt, die Dir auf DEINEM Weg eine Stütze sind.

    Zitat von n i c i


    Liebe Desperate,

    da hast Du Dich, glaub ich, verschreiben.
    Es sollte bestimmt heißen :


    Na, da wünsch ich Dir viel Spaß, neue Eindrücke, neue Freunde, neue Erfahrungen.
    Du bist noch so jung, die Welt steht Dir auf.....nimm sie.

    Liebe Grüße,
    nici :wink:

    Liebe Nici,
    da hast Du natürlich Recht.
    ICH habe mich entschieden, zu gehen. Er hat er die Entscheidung dann nur noch untermauert. ;)
    Nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich immer noch über ihn schreibe. Ich muss mich erst noch mit der neu gewonnenen Freiheit anfreunden, und ich glaube, vieles, was früher geschehen ist, erscheint mir jetzt erst langsam richtig klar.
    Fakt ist: Ich komme erstaunlich gut mit der neuen Situation zurecht.
    Genau genommen hatte ich schon wieder einige Glücksmomente heute.
    Ich merke also: Ganz so übel bin ich gar nicht, und es kann durchaus Spaß machen, meine Zeit mit MIR zu verbringen.
    Und auch, wenn ich bei mir bleiben soll, habe ich häufig den Gedanken, was wäre, wenn ich jetzt bei ihm und alles beim Alten wäre.
    Und ehrlich gesagt: So groß ist die Verlockung gar nicht.
    Statt einer schönen Unterhaltung, die ich gerade mit meiner Freundin hatte, hätte ich neben ihm auf dem Sofa gesessen und (im besten Fall) dabei zugesehen, wie er sich zuschüttet.

    Es ist ein Lernprozess, und ich bin mitten drin.
    Und ich weiß auch, dass ich erst richtig abschließen kann mit all dem, wenn ich alles geregelt habe (sprich: Möbel usw. alle raus da).
    Dann habe ich auch schlichtweg keinen Grund mehr, mich bei ihm zu melden oder ihm beim Sterben zuzusehen.
    DAS hab ich leider viel zu lange getan. Irgendwo doch schon etwas wie unterlassene Hilfeleistung... :?:

    Zitat von Marinchen

    Hallo Nici und Aurora,

    vielen Dank für Eure schnellen Antworten. Ich habe hier so einige Geschichten schon gelesen und das fest gestellt das sich einiges ähnelt. Ich habe auch eingesehen das ich erst einmal abstand brauche. Was ich einfach nicht verstehen kann ist, dass der Alkohol einen Menschen so verändern kann. Man hat sich doch mal geliebt und hat immer zusammen gehalten und jetzt was ist davon übrig geblieben. Ist ein nasser Alkoholiker nicht mehr in der Lage zu Lieben? Sieht er überhaupt noch das er einen Partner noch hat? Es sind so viele Fragen im Kopf die man sich nicht beantworten kann.

    Marinchen :(

    Hallo Marinchen!
    Genau diese Fragen haben wohl wir alle uns schon gestellt. Und ich weiß leider auch keine Antwort darauf.
    Alkohol setzt wohl alle uns vorher bekannten Regeln ausser Kraft.
    Er hat unsere Partner bzw. Ex-Partner voll im Griff, und zwar so fest, dass es für uns keine Möglichkeit gibt, den Partner dort rauszuholen.
    Aber wir können UNS da rausholen.
    Hör auf Deinen Bauch.
    Nimm dir den Abstand, den Du brauchst.
    Dein Mann hat auch einen Schluck aus der Flasche genommen, wenn er ihn brauchte, egal, was dabei mit Dir passiert.
    Sei Du bitte auch so egoistisch!

    Zitat von aino

    Ich habe auch noch etwas geschafft, auf das ich sehr stolz bin:
    :!: Ich bin seit 3 Tagen RAUCHFREI :D

    Glückwunsch!
    Ich wünsche Dir, dass Du durchhälst!
    Ist ja nicht einfach. Habe es selber einmal versucht und auch für 1,5 Jahre geschafft, dann aber wieder angefangen.
    Und jetzt gehts mir ja ganz ähnlich mit der Trennung von meinem Ex. ;)

    Aber wo ein Wille ist....!!!

    Liebe Feeli,


    Zitat

    Ich habe echt gedacht, das kann jawohl nicht wahr sein - ich kämpfe Jahre für uns und er kämpft überhaupt nicht um mich?


    Den Gedanken habe ich auch sehr oft. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man so kalt sein kann. Aber er kann es. Hat es oft und lange genug bewiesen.

    Zitat

    Es ist mir auch deshalb schwergefallen, weil er ja tatsächlich einige Trinkpausen eingelegt hat. Jedes Mal dachte ich - hoffte ich! - vielleicht schafft er es ja und ich habe ihn ganz unnötig von mir weggestoßen?


    Genauso lief es bei mir und meinem Ex auch. Erst als ich hier im Forum begann zu lesen, und ich gemerkt habe, dass es überall so abläuft, habe ich begriffen, was da eigentlich bei uns vor sich geht. Dass das ein Symptom ist. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich wirklich Co bin.

    Zitat

    Wir hatten guten S.. - aber wie ich im Nachhinein begriffen habe, hatte er meist was intus. Was ich oft vermisst habe, waren Küsse. Ich-hab-Dich-lieb-Küsse, Du-bedeutest-mir-was-Küsse, ich-finde-Dich-erotisch-Küsse. Wenn es welche gab, waren es immer nur ich-bin-grad-rattig-Küsse. Ich wusste immer schon gleich Bescheid. Das hat die Erotik dann doch ganz schön reduziert.


    Der S... war bei ihm und mir auch sehr gut und ganz lange etwas, das uns sehr verbunden hat.
    Aber ich habe schon früh bemerkt, dass nur etwas lief, wenn er nicht getrunken hatte.
    Das letzte halbe bis dreiviertel Jahr lief so gut wie gar nichts mehr, denn ich kam erst abends von der Arbeit, und da war er ja schon mit seiner Geliebten, der Flasche, beschäftigt.
    Ich habe mich zum Glück nie hinreissen lassen, etwas in die Richtung mit ihm zu tun, wenn er voll war.
    Und es wäre wohl auch gar nicht gegangen...
    Schade eigentlich. Im Bett haben wir immer harmoniert. Zumindest bis zu meinem Auszug. Und das komische ist: Er hat immer gesagt, er sieht das genauso.
    Aber der Alkohol macht ja träge. Und der ist auch so wichtig, dass man seine Freundin dann doch links liegen lässt.

    Zitat

    Normalerweise kam ich irgendwann von der Arbeit (ICH habe ja welche), habe dann noch gekocht, wir haben vor dem Fernseher gegessen (keine Gespräche, nie), dann habe ich neben ihm gesessen, während er in die Glotze gestarrt hat. Ich habe mich ihm immer so nah gefühlt, aber das war eine reine Projektion meiner Wünsche. Tatsächlich gab es keinen Austausch mehr, keine Nähe, kein sich gegenseitig stützen, keine Partnerschaft.

    Als hätte ich es selbst geschrieben!!!
    Wie oft saß ich neben meinem besoffenen Partner und habe drauf gewartet, dass er mal von sich aus Nähe sucht!!!
    er hat es NIEMALS getan. Bevor er angefangen hat, regelmäßig zu trinken, haben wir oft abends den TV ausgeschaltet, uns unterhalten, Musik gehört und gekuschelt.
    Und auch regelmäßig S... gehabt.

    Aber dann... bis vor einer Woche saß ich abends neben ihm, er hatte sein Bier vor sich, und man konnte zusehen, wie er immer benebelter wurde.
    Er hat eins nach dem anderen gekippt. Ich habe ihn oft beobachtet, minutenlang. Keine Regung, nichts!
    Ich glaube, ihm wäre gar nicht aufgefallen, wenn ich nicht dagewesen wäre.
    Umso mehr erstaunt mich, dass er am So. gesagt hat, dass ihm die gemeinsamen Abende fehlen... Weshalb denn? Ich versteh's nicht.


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    Lief es bei mir auf der Arbeit mies oder hatte ich irgendein negatives Alltagserlebnis, wollte er nichts davon hören. Er aber hatte immer irgendwelche Ausbrüche, ich durfte mir stundenlange Monologe anhören, was bei ihm alles los war.

    Ich habe es ja schon geschrieben: Ich stand irgendwo in der Pampa mit seinem Auto und wusste nicht, wie ich heimkommen sollte, und er saß saufend zuhause.
    Und weshalb hat er gesoffen???
    Weil es für ihn ein Weltuntergang war, dass sein Auto hin ist!!!
    An mich hat er nicht einen Moment lang gedacht...
    Wenn es mir schlecht ging, hat er mir immer absicht unterstellt, weil ich nicht wollen würde, dass er "raus geht".

    Zitat

    In die Rolle der Superfrau hat er mich gedrängt. Selbst wenn ich gerne auch mal Schwäche gezeigt hätte, das wurde immer gleich im Keim erstickt.

    Für meinen Ex war ich nur die Superfrau, wenn er nach einem Totalabsturz ein schlechtes Gewissen und Verlassensängste hatte.
    Ganz selten durfte ich mich bei ihm ausweinen. Und das hat er mir dann wochenlang aufs Brot geschmiert.
    Sein Lieblingssatz ist übrigens: "Ich tue doch alles für Dich!!!"

    Zitat

    Oh je, ich habe ganz schön viel schmutzige Wäsche zu waschen, nicht wahr?


    Ich glaube, eine Art Abrechnung ist normal. Und wohl auch wichtig. Man muss es irgendwie verarbeiten und es loswerden.
    Mir tut es im Moment unheimlich gut, an all die negativen Dinge zu denken, weil es mir immer wieder in Erinnerung ruft, weshalb ich ihn verlassen habe.


    Hallo Nici! (endlich! ;))

    Zitat

    Wir bekommen es mit Desperate, und wir reagieren auf Dich, und versuchen Dich zu begleiten. Zurück auf den Weg zu DIR. Und raus aus den Erinnerungen.
    Matthias, Feeli, Asketin, Heinrich, Nanni, Emma, Joanne, Nele,.....und ich,
    wir machen uns Gedanken um Dich, gehst Du wirklich auf unsere Denkeinstösse ein ? Arbeitest Du an Ihnen, oder schaust Du wieder nach dem was war. Und was hätte sein können.
    Bitte bleib bei Dir.

    Ich bin so unendlich dankbar für dieses Forum und alle, die mir schreiben und Mut machen.
    Ich gebe zu, ich nutze dieses Forum besonders dann, wenn es mir schlechtgeht.
    Weil ich mir vorgenommen habe, den Kontakt erstmal abzubrechen. Und trotzdem soviel loswerden möchte!
    Deshalb schreibe ich jeden noch so blöden Gedanken hier auf. Es muss raus! Und es tut so gut, wenn Ihr mir hier zuredet und mich unterstützt.
    Vielleicht wäre ich sonst schon längst wieder rückfällig geworden.

    Das Wort "Rückfall" ist übrigens mehr als treffend, wie ich finde. Ich habe heute lange darüber nachgedacht, und ich bin der Meinung, auch ich habe eine Sucht zu bekämpfen. Die Sucht, mit ihm zusammen zu sein.
    Ich habe immer alles von meinem Ex abhängig gemacht. War er nicht da, war ich unruhig. Wenn ich irgendwo unterwegs war, musste ich immer schnell heim, um bei ihm zu sein. Ich kann nciht mal genau sagen weshalb. Dass er trinken würde, war ja sowieso klar.
    Irgendwas hat mich immer in seine Nähe gezogen.
    War er schlecht zu mir, ging es mir schlecht. War er schlecht drauf, musste ich 10 mal nachfragen, was denn los ist.
    Ich wollte ihn immer verstehen, alles ausdiskutieren, Lösungen finden, alles wissen, ihm in jeder Lage helfen.
    Je länger ich darüber nachdenke, umso schlimmer finde ich mein Verhalten.

    Und jetzt, wo ich mich endlich dazu durchgerungen habe, mich zu trennen, habe ich immer noch Phasen, in denen ich an meiner Entscheidung zweifle. Das Schlimme ist ja: Ich weiß eigentlich, dass das Unsinn ist.
    Wenn jemand anderes mir all das erzählt hätte, was zwischen mir und meinem Ex vorgefallen hätte, hätte ich dieser Person geraten, da ganz ganz schnell zu verschwinden. Sowas hat doch niemand nötig!!!
    Aber trotzdem kommen diese Rückfallgedanken. ER ist mein Suchtmittel!!!!
    Aber, und das freut mich:
    Mit jedem Tag werden diese Rückfallgedanken weniger.
    Und ich merke, wie gut es tut, mal wieder was für mich selbst zu tun. Ohne irgendeinen Kommentar zu hören, ohne irgendwem Rechenschaft ablegen zu müssen.
    Ich habe nicht mehr so viel Angst vor der Einsamkeit, und ich denke, die Restangst wird auch irgendwann schwinden.


    Hallo Aufbruch!

    i

    Zitat

    Er hat dich als Dreckstück beschimpft, Dich angelogen, dich nicht unterstützt, dich an deinem Geburtstag hängen lassen. Er hat dir zu verstehen gegeben, dass für ihn der Alkohol eine höhere Wertigkeit hat als eine Partnerschaft mit Dir. Körperliche Aggressionen hatte er für Dich übrig, - an denen DU natürlich Schuld hattest... Wer sonst? Auf welche Signale wartest du eigentlich noch?


    Ich glaube, ich habe es schon mehrfach geschrieben: Was will ich denn noch hören?
    Er hat ganz klar Position bezogen. Der Alkohol steht über mir, und zwar so weit über mir, dass er mich dafür gehen lässt.
    Du hast mit allem Recht, was Du schreibst.
    Aber wie schon gesagt, manchmal verdrängt man all das schlimme. Und ich frage mich, wieso das immer noch so gut klappt nach allem, was passiert ist! Das ist ein unglaublich interessanter Vorgang. Wenn es noch Liebe wäre, die ich für ihn empfinde, würde ich fragen: Macht Liebe wirklich blind?
    Aber ich habe mittlerweile begriffen, dass ich wohl nur noch eine Hülle liebe. Der Inhalt besteht eigentlich nur noch aus Bier.

    Der heutige Tag ist ganz gut verlaufen. Keine Tränen, kein ewiges an ihn denken, nur kurzzeitig mal innere Unruhe.
    Ich war heute kurz bei ihm Zuhause. Und zwar nicht aus einem Vorwand heraus, sondern mit einer Berechtigung:
    Es ist so kalt, und ich hatte meine Winterjacke noch bei ihm. Er war zum Glück nicht da.
    Ich habe schnell die Tür aufgeschlossen (und dabei einen Puls von 120 gehabt), bin reinmarschiert, habe kurz den Hund gestreichelt, meine Jacke gesucht und sie war nicht da. vermutlich ist sie im Keller, aber ich wollte nur noch eins: RAUS DA!
    Und so bin ich nach 1 min wieder verschwunden.
    Ich merke, sowas tut mir nicht gut. Auch, wenn er gar nicht da ist.
    Ich war vorher auch schrecklich nervös, dabei wusste ich, dass er vermutlich noch bei der Arbeit ist und hatte mir auch vorgenommen, gar nicht erst anzuhalten, wenn sein Auto dort steht.

    Nein, die Kontaktsperre ist schon ganz richtig so. Auch, wenn ich das vielleicht in 10 min. wieder ganz anders sehen könnte.

    Heute Abend gehts zu meiner Freundin, DVD schauen.
    Ich freu mich schon.
    Habe morgen (leider) frei, d.h. ich habe ein langes Wochenende. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, aber meine einzigen Freundinnen haben am Wochenende keine Zeit, und ich habe Angst, dass ich wieder ins Grübeln komme und dann doch wieder rückfällig werde.
    Andererseits ist das ja eine sehr gute Gelegenheit, mir zu beweisen, dass ich doch gut mit der Situation fertig werde.

    Irgendwie bekomme ich das Wochenende schon rum.
    Vielleicht fällt mir ja auch noch was Schönes ein?!

    Zitat von silberkralle


    mach photos

    Hallo Matthias!
    Ob Du es glaubst oder nicht:
    Das hab ich! :D
    Ich hab mein noch in Geschenkpapier verpacktes Parfum fotografiert.
    Ist vielleicht etwas bekloppt. aber ich hab mich so gefreut! :D
    Auch heute geht es mir recht gut.
    XY ist nicht mehr ununterbrochen in meinem Kopf, aber er schafft es immer wieder, doch mal dort zu erscheinen.

    So, und nun schnell an die Arbeit!
    Bis später! ;)

    Hallo Aino!
    Genau darüber habe ich heute auch nachgedacht.
    Das Herz und auch der gesunde Menschenverstand sagen einem doch, man sollte helfen.
    Und da sich die wenigsten mit der Alkoholkrankheit vorher so intensiv auseinandersetzen, wie wir es dann irgendwann aus gegebenem Anlass tun, wissen sie gar nicht, dass hier eben nur Hilfe durch nicht helfen funktioniert (wenn überhaupt).

    Und ich glaube auch, das macht es so schwer für uns, uns abzugrenzen.
    Der Partner hat sich schleichend verändert. Der Co erkennt vielleicht schon viel früher als der Alki, dass es ein Problem gibt.
    Aber, so war es zumindest bei mir, man realisiert zunächst nicht, dass man machtlos ist.
    Man appeliert an den Verstand des Trinkenden, weil man die Sache eben aus einem ganz anderen Blickwinkel sieht.

    Und deshalb glaubt man auch immer noch, seinen Partner zu lieben, obwohl der schon längst fort ist.
    Weil man immer irgendwie hofft, dass alles gut wird.
    Ich glaube, wenn der Alkoholismus schleichend kommt und nicht von vornherein da ist, hat man kaum eine Chance, nicht Co zu werden (oder meinetwegen zumindest die Co-Symptome zu zeigen), denn man sieht immer noch den Menschen, den man liebt, nciht mehr den Süchtigen, für den die Flasche mittlerweile den höchsten Stellenwert hat.

    Das waren meine Gedanken dazu. Morgen würde ich gerne auch meine Stichworte des Glücks hier aufschreiben. Darf ich? :)

    Hallo zusammen!
    Vielen Dank erstmal für den Zuspruch.
    Ich weiß, ich jammere im Moment furchtbar viel, und das tut mir auch leid.
    Aber es tut so gut, endlich mal verstanden zu werden. Endlich mal das Gefühl zu haben, man redet mit Menschen, die das selbe durchgemacht haben, und die wissen, wie schwer sowas sein kann.

    Aber jetzt habe ich etwas Positives zu berichten!
    Ich habe sozusagen gerade einen Höhenflug! :D

    Ich weiß, der wird sich auch wieder legen, und die Phase der Trauer und Wut ist noch nicht vorbei, aber: Er ist da!

    Der Abend mit meinen Kollegen war schön.
    Und das hatte ich schon geahnt, aber trotzdem war mir anfangs nicht danach.
    Ich wollte lieber heulen.
    Aber wenn ich eins gelernt habe in meiner Therapie vor 2 Jahren, dann, dass es nichts besseres gibt auf der Welt als ABLENKUNG!!!

    Und weil ich das weiß, habe ich mir die ganze Woche abends vollgepackt.
    Morgen gehts zb. zu einer Freundin zum DVD gucken.

    Wie dem auch sei: Der Abend hat mir gutgetan. Und auf dem Nachhauseweg habe ich natürlich wieder nachgedacht.
    Aber diesmal eigentlich durchweg gute Gedanken.
    An MEINE Zukunft. An die Freiheit, die ich haben werde.
    Ich war in den letzten Monaten immer schlecht drauf. Dabei ist das übrigens immer besser geworden, seit ich ausgezogen bin... woran's wohl liegt?? :)
    Und ich glaube, ich werde bald nicht mehr diese große Sorgenfalte über der Stirn tragen.
    Ich werde neue nette Menschen kennenlernen. Und irgendwann auch mal einen Mann, der NICHT TRINKT!

    Es klingt völlig bescheuert: Aber heute Abend habe ich erst wieder gemerkt, dass es solche Männer gibt!
    Es gibt tatsächlich Männer, die trinken keinen Alkohol, nur weil man gesellig beisammen ist.
    Die trinken COLA!!!

    Ihr solltet mich gerade sehen! Es ist total verrückt, aber ich muss herzhaft darüber lachen, weil ich mich so sehr über eine bestellte Cola freue.
    Dabei ist es ja eigentlich traurig, dass ich sowas total vergessen hatte.
    Ich kannte es nur so, dass mein XY bei jeder sich bietenden Gelegenheit Bier bestellen musste.
    Und wenn wir weiter weg unterwegs waren, musste ich grundsätzlich fahren. Da gabs gar keine Diskussionen. Das war selbstverständlich.

    Wie dem auch sei, ich habe gerade einen Moment, in dem ich mich gut fühle.
    Und der wurde vorhin noch gekrönt durch ein Paket, das angekommen ist.
    Zum Geburtstag habe ich mir mein Lieblingsparfum mit dazugehöriger Bodylotion und Duschgel gegönnt.
    Ich habs im Internet bestellt und verpacken lassen. Und dann hab ich mir noch selbst eine Grußkarte schicken lassen! Auf der steht: "Für Dich! Weil Du es wert bist!" :D
    Ich hab mich riesig gefreut!

    Und als ich das Paket geöffnet habe, fand ich -Oh Wunder!!- ein Geschenk der Parfümerie darin.
    Und zwar eine Reisetasche!
    Überaus passend, wo ich vorhin auf der Autofahrt noch über meine Zukunftspläne nachgedacht habe und beschlossen hatte, mehr Städtereisen einzubauen. Die konnte ich nämlich mit XY nicht machen.
    Und das allerbeste:
    Der karton ist so groß, den kann ich perfekt als Umzugskarton nutzen! :D

    Also, wenn das kein Wink des Schicksals ist! :D

    Ihr Lieben, ich danke Euch allen sehr!
    Weil Ihr mir helft, weiter auf meinem Weg zu bleiben und mithelft, gegen die Co-Stimmen in mir zu reden.

    Ich bin jetzt furchtbar müde und werde gleich ins Bett gehen.
    Ich werde morgen auf Eure Beiträge antworten (vorallem auf Nicis! Ich hab schon ein ganz schlechtes Gewissen, aber es war mir gar nicht bewusst, dass ich Dir nie antworte. War wirklich keine böse Absicht!).
    Vermutlich ist morgen wieder Jammern angesagt. Aber immerhin hatte ich nach 2 Tagen schon ein erstes Hoch! :)

    DANKE AN EUCH!

    Liebe Nici,

    Zitat

    nici
    ( der Du wahrscheinlich eh wieder nicht antworten wirst, warum auch immer )


    Das war mir gar nicht bewusst?!
    Aber hier ist der Grund:

    Zitat von desperateS

    Bin gerade im Büro, deswegen kann ich nicht viel schreiben, aber heute Abend antworte ich Euch ausführlicher.

    Ich muss jetzt leider los, aber heute Abend werde ich antworten.
    Ich gehe jetzt gleich mit meinen Kollegen los.
    Obwohl ich keine Lust habe.
    Ich bleibe bei mir!