Liebe Feeli,
Zitat
Ich habe echt gedacht, das kann jawohl nicht wahr sein - ich kämpfe Jahre für uns und er kämpft überhaupt nicht um mich?
Den Gedanken habe ich auch sehr oft. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man so kalt sein kann. Aber er kann es. Hat es oft und lange genug bewiesen.
Zitat
Es ist mir auch deshalb schwergefallen, weil er ja tatsächlich einige Trinkpausen eingelegt hat. Jedes Mal dachte ich - hoffte ich! - vielleicht schafft er es ja und ich habe ihn ganz unnötig von mir weggestoßen?
Genauso lief es bei mir und meinem Ex auch. Erst als ich hier im Forum begann zu lesen, und ich gemerkt habe, dass es überall so abläuft, habe ich begriffen, was da eigentlich bei uns vor sich geht. Dass das ein Symptom ist. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich wirklich Co bin.
Zitat
Wir hatten guten S.. - aber wie ich im Nachhinein begriffen habe, hatte er meist was intus. Was ich oft vermisst habe, waren Küsse. Ich-hab-Dich-lieb-Küsse, Du-bedeutest-mir-was-Küsse, ich-finde-Dich-erotisch-Küsse. Wenn es welche gab, waren es immer nur ich-bin-grad-rattig-Küsse. Ich wusste immer schon gleich Bescheid. Das hat die Erotik dann doch ganz schön reduziert.
Der S... war bei ihm und mir auch sehr gut und ganz lange etwas, das uns sehr verbunden hat.
Aber ich habe schon früh bemerkt, dass nur etwas lief, wenn er nicht getrunken hatte.
Das letzte halbe bis dreiviertel Jahr lief so gut wie gar nichts mehr, denn ich kam erst abends von der Arbeit, und da war er ja schon mit seiner Geliebten, der Flasche, beschäftigt.
Ich habe mich zum Glück nie hinreissen lassen, etwas in die Richtung mit ihm zu tun, wenn er voll war.
Und es wäre wohl auch gar nicht gegangen...
Schade eigentlich. Im Bett haben wir immer harmoniert. Zumindest bis zu meinem Auszug. Und das komische ist: Er hat immer gesagt, er sieht das genauso.
Aber der Alkohol macht ja träge. Und der ist auch so wichtig, dass man seine Freundin dann doch links liegen lässt.
Zitat
Normalerweise kam ich irgendwann von der Arbeit (ICH habe ja welche), habe dann noch gekocht, wir haben vor dem Fernseher gegessen (keine Gespräche, nie), dann habe ich neben ihm gesessen, während er in die Glotze gestarrt hat. Ich habe mich ihm immer so nah gefühlt, aber das war eine reine Projektion meiner Wünsche. Tatsächlich gab es keinen Austausch mehr, keine Nähe, kein sich gegenseitig stützen, keine Partnerschaft.
Als hätte ich es selbst geschrieben!!!
Wie oft saß ich neben meinem besoffenen Partner und habe drauf gewartet, dass er mal von sich aus Nähe sucht!!!
er hat es NIEMALS getan. Bevor er angefangen hat, regelmäßig zu trinken, haben wir oft abends den TV ausgeschaltet, uns unterhalten, Musik gehört und gekuschelt.
Und auch regelmäßig S... gehabt.
Aber dann... bis vor einer Woche saß ich abends neben ihm, er hatte sein Bier vor sich, und man konnte zusehen, wie er immer benebelter wurde.
Er hat eins nach dem anderen gekippt. Ich habe ihn oft beobachtet, minutenlang. Keine Regung, nichts!
Ich glaube, ihm wäre gar nicht aufgefallen, wenn ich nicht dagewesen wäre.
Umso mehr erstaunt mich, dass er am So. gesagt hat, dass ihm die gemeinsamen Abende fehlen... Weshalb denn? Ich versteh's nicht.
Zitat
Lief es bei mir auf der Arbeit mies oder hatte ich irgendein negatives Alltagserlebnis, wollte er nichts davon hören. Er aber hatte immer irgendwelche Ausbrüche, ich durfte mir stundenlange Monologe anhören, was bei ihm alles los war.
Ich habe es ja schon geschrieben: Ich stand irgendwo in der Pampa mit seinem Auto und wusste nicht, wie ich heimkommen sollte, und er saß saufend zuhause.
Und weshalb hat er gesoffen???
Weil es für ihn ein Weltuntergang war, dass sein Auto hin ist!!!
An mich hat er nicht einen Moment lang gedacht...
Wenn es mir schlecht ging, hat er mir immer absicht unterstellt, weil ich nicht wollen würde, dass er "raus geht".
Zitat
In die Rolle der Superfrau hat er mich gedrängt. Selbst wenn ich gerne auch mal Schwäche gezeigt hätte, das wurde immer gleich im Keim erstickt.
Für meinen Ex war ich nur die Superfrau, wenn er nach einem Totalabsturz ein schlechtes Gewissen und Verlassensängste hatte.
Ganz selten durfte ich mich bei ihm ausweinen. Und das hat er mir dann wochenlang aufs Brot geschmiert.
Sein Lieblingssatz ist übrigens: "Ich tue doch alles für Dich!!!"
Zitat
Oh je, ich habe ganz schön viel schmutzige Wäsche zu waschen, nicht wahr?
Ich glaube, eine Art Abrechnung ist normal. Und wohl auch wichtig. Man muss es irgendwie verarbeiten und es loswerden.
Mir tut es im Moment unheimlich gut, an all die negativen Dinge zu denken, weil es mir immer wieder in Erinnerung ruft, weshalb ich ihn verlassen habe.
Hallo Nici! (endlich! ;))
Zitat
Wir bekommen es mit Desperate, und wir reagieren auf Dich, und versuchen Dich zu begleiten. Zurück auf den Weg zu DIR. Und raus aus den Erinnerungen.
Matthias, Feeli, Asketin, Heinrich, Nanni, Emma, Joanne, Nele,.....und ich,
wir machen uns Gedanken um Dich, gehst Du wirklich auf unsere Denkeinstösse ein ? Arbeitest Du an Ihnen, oder schaust Du wieder nach dem was war. Und was hätte sein können.
Bitte bleib bei Dir.
Ich bin so unendlich dankbar für dieses Forum und alle, die mir schreiben und Mut machen.
Ich gebe zu, ich nutze dieses Forum besonders dann, wenn es mir schlechtgeht.
Weil ich mir vorgenommen habe, den Kontakt erstmal abzubrechen. Und trotzdem soviel loswerden möchte!
Deshalb schreibe ich jeden noch so blöden Gedanken hier auf. Es muss raus! Und es tut so gut, wenn Ihr mir hier zuredet und mich unterstützt.
Vielleicht wäre ich sonst schon längst wieder rückfällig geworden.
Das Wort "Rückfall" ist übrigens mehr als treffend, wie ich finde. Ich habe heute lange darüber nachgedacht, und ich bin der Meinung, auch ich habe eine Sucht zu bekämpfen. Die Sucht, mit ihm zusammen zu sein.
Ich habe immer alles von meinem Ex abhängig gemacht. War er nicht da, war ich unruhig. Wenn ich irgendwo unterwegs war, musste ich immer schnell heim, um bei ihm zu sein. Ich kann nciht mal genau sagen weshalb. Dass er trinken würde, war ja sowieso klar.
Irgendwas hat mich immer in seine Nähe gezogen.
War er schlecht zu mir, ging es mir schlecht. War er schlecht drauf, musste ich 10 mal nachfragen, was denn los ist.
Ich wollte ihn immer verstehen, alles ausdiskutieren, Lösungen finden, alles wissen, ihm in jeder Lage helfen.
Je länger ich darüber nachdenke, umso schlimmer finde ich mein Verhalten.
Und jetzt, wo ich mich endlich dazu durchgerungen habe, mich zu trennen, habe ich immer noch Phasen, in denen ich an meiner Entscheidung zweifle. Das Schlimme ist ja: Ich weiß eigentlich, dass das Unsinn ist.
Wenn jemand anderes mir all das erzählt hätte, was zwischen mir und meinem Ex vorgefallen hätte, hätte ich dieser Person geraten, da ganz ganz schnell zu verschwinden. Sowas hat doch niemand nötig!!!
Aber trotzdem kommen diese Rückfallgedanken. ER ist mein Suchtmittel!!!!
Aber, und das freut mich:
Mit jedem Tag werden diese Rückfallgedanken weniger.
Und ich merke, wie gut es tut, mal wieder was für mich selbst zu tun. Ohne irgendeinen Kommentar zu hören, ohne irgendwem Rechenschaft ablegen zu müssen.
Ich habe nicht mehr so viel Angst vor der Einsamkeit, und ich denke, die Restangst wird auch irgendwann schwinden.
Hallo Aufbruch!
i
Zitat
Er hat dich als Dreckstück beschimpft, Dich angelogen, dich nicht unterstützt, dich an deinem Geburtstag hängen lassen. Er hat dir zu verstehen gegeben, dass für ihn der Alkohol eine höhere Wertigkeit hat als eine Partnerschaft mit Dir. Körperliche Aggressionen hatte er für Dich übrig, - an denen DU natürlich Schuld hattest... Wer sonst? Auf welche Signale wartest du eigentlich noch?
Ich glaube, ich habe es schon mehrfach geschrieben: Was will ich denn noch hören?
Er hat ganz klar Position bezogen. Der Alkohol steht über mir, und zwar so weit über mir, dass er mich dafür gehen lässt.
Du hast mit allem Recht, was Du schreibst.
Aber wie schon gesagt, manchmal verdrängt man all das schlimme. Und ich frage mich, wieso das immer noch so gut klappt nach allem, was passiert ist! Das ist ein unglaublich interessanter Vorgang. Wenn es noch Liebe wäre, die ich für ihn empfinde, würde ich fragen: Macht Liebe wirklich blind?
Aber ich habe mittlerweile begriffen, dass ich wohl nur noch eine Hülle liebe. Der Inhalt besteht eigentlich nur noch aus Bier.
Der heutige Tag ist ganz gut verlaufen. Keine Tränen, kein ewiges an ihn denken, nur kurzzeitig mal innere Unruhe.
Ich war heute kurz bei ihm Zuhause. Und zwar nicht aus einem Vorwand heraus, sondern mit einer Berechtigung:
Es ist so kalt, und ich hatte meine Winterjacke noch bei ihm. Er war zum Glück nicht da.
Ich habe schnell die Tür aufgeschlossen (und dabei einen Puls von 120 gehabt), bin reinmarschiert, habe kurz den Hund gestreichelt, meine Jacke gesucht und sie war nicht da. vermutlich ist sie im Keller, aber ich wollte nur noch eins: RAUS DA!
Und so bin ich nach 1 min wieder verschwunden.
Ich merke, sowas tut mir nicht gut. Auch, wenn er gar nicht da ist.
Ich war vorher auch schrecklich nervös, dabei wusste ich, dass er vermutlich noch bei der Arbeit ist und hatte mir auch vorgenommen, gar nicht erst anzuhalten, wenn sein Auto dort steht.
Nein, die Kontaktsperre ist schon ganz richtig so. Auch, wenn ich das vielleicht in 10 min. wieder ganz anders sehen könnte.
Heute Abend gehts zu meiner Freundin, DVD schauen.
Ich freu mich schon.
Habe morgen (leider) frei, d.h. ich habe ein langes Wochenende. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, aber meine einzigen Freundinnen haben am Wochenende keine Zeit, und ich habe Angst, dass ich wieder ins Grübeln komme und dann doch wieder rückfällig werde.
Andererseits ist das ja eine sehr gute Gelegenheit, mir zu beweisen, dass ich doch gut mit der Situation fertig werde.
Irgendwie bekomme ich das Wochenende schon rum.
Vielleicht fällt mir ja auch noch was Schönes ein?!