Beiträge von desperateS

    Hallo Ho-Chi!

    Du beschreibst das alles sehr gut. Dein Beitrag ist für mich sehr wichtig.
    Ich erkenne das alles auch bei mir wieder.
    Ich habe mich seit der Trennung sehr oft dabei erwischt, wie ich mich irgendwie gelangweilt fühlte, ohne eine "Aufgabe".
    Um ehrlich zu sein: Die Ansicht, dass wahre Liebe bedeutet, von jemandem angenommen und geliebt zu werden, ohne das ich etwas dafür tun muss, die habe ich erst durch das Forum hier erhalten.

    Im Prinzip ist die Co-Abhängigkeit eine Angsterkrnkung. Man hat Angst vor sich selbst. Davor, mit sich selbst allein sein zu müssen.
    Was soll man auch mit sich selbst anfangen?

    Ich bin gerade auf dem Weg, mit mir selbst gut klarzukommen.
    Am Ziel bin ich noch nicht, aber ich bemerke eine Menge Fortschritte. Und es macht mir mittlerweile sogar Spaß, mich nur noch um mich selbst zu kümmern. Ich glaube, die Phase, die ich gerade durchmache, ist enorm wichtig für mein weiteres Leben. ich stelle gerade die Weichen für ein UNABHÄNGIGES Leben.
    Das ist ein gutes Gefühl, auch wenn die alten Gewohnheiten immer noch dann und wann vorbeischauen.

    Liebe MissPiano!

    Ich freue mich, dass es Dir gut geht. Ich freue mich auch für Deinen XY, dass er 2 Wochen ohne Alk auskommt.
    Ich will Euch diesen Erfolg nicht madig machen, aber trotzdem klare Worte finden.

    Ein Alkoholiker ist noch lange nicht trocken, nur weil er nicht trinkt.
    Genau genommen:
    Mein Ex hat viele solcher Trinkpausen hinbekommen, ohne mit der Wimper zu zucken. Und teilweise hat er sogar 6 oder 8 Wochen ohne Alk ausgehalten.
    Aber irgendwann fing er immer wieder damit an.
    Das Tückische an solchen Pausen ist, dass sowohl der Alkoholiker, als auch der Partner dadurch denkt, so schlimm kann die Sucht ja gar nicht sein, wenn er es so lange ohne Stoff aushält.
    Das macht dann wieder Hoffnung (für den Co) und verhindert die tatsächliche Krankheitseinsicht beim Alkoholiker.
    Mein Ex hat damals bei jedem Rückfall gemeint, dass er jetzt trinken könnte wie ein Nicht-Alkoholiker. Also nur hin und wieder mal.
    Aber dabei blieb es nie. Im Gegenteil: Der erste Alkoholkonsum nach so einer "Durststrecke" wurde dann exzessiv ausgekostet.

    Ich will damit nicht sagen, dass es bei Euch genauso sein muss.
    Ich möchte nur sagen, dass es meiner Meinung nach nicht damit getan ist, nur nicht mehr zu trinken. Zur wirklichen Trockenheit gehört viel mehr. U.a. auch eine Partnerin, die sich von ihrer Co-Abhängigkeit befreit. Das bedeutet Arbeit, auch für Dich. Um ehrlich zu sein: Ich persönlich (aber das ist nur meine Meinung) glaube, dass es so gut wie unmöglich ist, trocken zu werden ohne irgendeine Form der Therapie, und sei es auch "nur" die SHG.

    Deshalb hier - rein vorsorglich- mein Appell an Dich:
    Wenn es schief geht, sei bitte bitte konsequent. Alles andere verlängert nur das Leid auf BEIDEN Seiten!
    Denn wenn der eine nicht konsequent ist, wird es der andere auch nicht sein. Und Du verlangst doch von Deinem Partner Konsequenz, oder?

    Ich wünsche Euch beiden alles Gute!

    Liebe Sonne,
    mir geht es genauso, und das, obwohl ich schon so lange getrennt bin.
    Sobald ich von meinem Ex was höre, zieht es mich runter.
    Das dauert dann immer ein paar Tage, und dann geht es wieder.
    Ich denke dann immer, dass das vielleicht genauso ist wie bei einem Süchtigen.
    Man ist sooo lange abstinent, aber dann wird man mit dem Suchtmittel konfrontiert und will es wiederhaben.
    So in etwa stelle ich mir das zumindest vor.
    In solchen Augenblicken sage ich mir dann:
    Das ist nur die Co-Abhängigkeit, die aus Dir spricht. Also hör schön weg! :)

    Im Ernst, ich fühle mich im Grunde sehr gut, so wie ich jetzt bin. Ich weiß auch, dass die Trennung das einzig richtige war - nicht nur wegen der Trinkerei.
    Mein Ex und ich, wir passten einfach nciht zusammen.
    Und trotzdem habe ich immer wieder dieses komische Gefühl, es könnte doch ein Fehler gewesen sein. Insbesondere jetzt, wo er tatsächlich in Therapie ist.

    Ich werde mir weiterhin die schlechten Momente (und davon gab es mehr als genug!) vor Augen halten und mir immer wieder vorbeten, dass das komische Gefühl nur mein "innerer Schweinehund" ist, den ich bekämpfen muss.

    Mir hilft es übrigens sehr, hier zu lesen und zu wissen, dass ich nicht die einzige mit diesem Problem bin.

    Hallo Sonne!

    Da sind wir wohl schon zwei. Ich spüre heute auch eine große innere Leere, aber das hat weniger mit dem Ex zu tun als mit meiner Unfähigkeit, etwas mit mir selbst anzufangen.

    Direkt nach der Trennung hatte ich aber das selbe Problem wie Du.
    Mir hat es dann oft schon geholfen, mir vor Augen zu halten, was ich alles NICHT mehr ertragen muss.
    Da fühlte ich mich gleich wieder wohler in meiner Haut und wusste, mir geht es jetzt bedeutend besser als vorher.

    Lenk Dich ab! Tu was für dich. Man sagt doch, der Hunger kommt beim Essen. Ich glaube, so ist es auch mit dem Glücklichsein.
    Man muss leben, damit man das Leben spürt.

    Liebe MissPiano!

    Glaub mir bitte, niemand kann sich mehr in dich hineinfühlen als ich.
    Das, was Du hier schreibst, hätte damals alles von mir stammen können.
    Umso mehr ist mir daran gelegen, tatsächlich etwas dafür zu tun, dass sich Deine Augen öffnen.

    Zitat

    Er würde sich Tod saufen, ganz ehrlich.


    Er ist doch schon dabei!!!

    Zitat

    Ich bin fast der einzige Sinn in seinem Leben.


    Solange er trinkt, wirst du immer nur auf Platz 2 der Rangliste stehen.
    Wer oder was ist denn eigentlich DEIN Sinn im Leben?
    Denk doch darüber bitte mal nach.


    Zitat

    Zudem bin ich immer noch der Meinung, was ich auch viel gelesen habe, dass die Krankheit ihn ja zu dem macht, wie er sich derzeit verhält.


    Das stimmt nur zum teil. Natürlich zeigt er die typischen Symptome. Aber er ist ja noch bei klarem Verstand, oder?
    Er könnte SOFORT etwas gegen diese Krankheit unternehmen, wenn er wollte.
    Wenn ein Erwachsener Mensch mit einem gebrochenen Bein nicht zum Arzt geht, würde doch auch jeder sagen: Selber schuld! Er hat ja die Möglichkeit, sich behandeln zu lassen. Oder?

    Zitat

    Er kann einfach nicht aufhören bzw. sein Problem voll eingestehen und dadurch den Willen zur Änderung aufbringen. Das liegt ja an der Sucht und nicht daran, dass er mich nicht liebt und deswegen nichts ändern möchte/kann.


    Zu allererst:
    Saufen hat nichts mit Liebe zu tun, genauso wenig wie das Aufhören.
    Für einen Alkoholiker hat eines höchste Priorität und steht über allem (und zwar auch über dir), und das ist das TRINKEN.

    Zitat

    Ich weiß, da spricht überall voll meine Co-Abhängigkeit, doch habe ich auch während meiner kirchlichen Arbeit gelernt, dass man einen Menschen nie aufgeben soll, besonders nicht, wenn er auf Hilfe angewiesen ist.


    Ich befürchte, Du verkennst da die Situation.
    Er braucht keine Hilfe, zumindest nicht so, wie Du Dir das vorstellst.
    Die Hilfe, die im Moment für ihn nützlich ist, bist Du. Weil Du ihm weiterhin ermöglichst, zu trinken.

    Stell Dir das mal so vor:
    Dein XY ist abhängig. Natürlich ist so eine Sucht stark.Sonst könnte er sich ja relativ leicht selbst heilen.
    Tut er aber nicht, denn für ihn ist der Alkohol derzeit überlebenswichtig.
    Wichtiger als Essen, Familie oder eben Partnerin.

    Leider wirkt sich so eine Sucht aber auch früher oder später auf das alltägliche Leben aus.
    Das ist dann der Punkt, an dem ein Alkoholiker selber merkt, dass etwas nicht stimmt. Das gibt er aber nicht zu!
    Denn das wäre ja quasi so, als ob er sagen würde, sein Lebenselexir schadet ihm.
    Oder so, als würdest Du sagen: "Ich liebe meinen Partner, aber ich muss mich trennen, weil er mir nicht gut tut."
    Das trifft es ziemlich genau auf den Punkt, denn der Partner ist das Suchtmittel der Cos.
    Als Ausweg aus bedrohlichen Situationen (und seien sie auch nur gedanklich) hilft sich ein Alkoholiker dann im allgemeinen mit noch mehr Alkohol. Ein Teufelskreis, denn wenn er schon weiß, er kann nciht aufhören und dann noch merkt, er trinkt immer mehr, entstehen Schuldgefühle, die wiederum mit Alkohol betäubt werden.

    Aber das alles ist ja auch gar nicht sooooo dramatisch, denn auch, wenn Du als Partnerin immer wieder mit Diskussionen um die Ecke kommst:
    Konsequenzen ziehst Du nicht.
    Der Alkoholiker hat also nichts zu befürchten!!!
    Egal, wieviel er trinkt: Du bleibst bei ihm, also kann es so schlimm gar nicht sein.
    Verstehst Du, worauf ich hinaus will?

    Solange niemand Konsequenzen zieht, wird Dein XY es auch nicht tun.

    Und so wird weiter rumgeeiert.
    Er verspricht, dass er weniger trinkt und landet dann bald beim alten Pegel (der immer höher steigen wird, davon kannst Du jetzt schon ausgehen. Alkoholismus ist eine Krankheit, die früher oder später tödlich endet, wenn man sie nicht stoppt.), und alle Diskussionen fangen von vorne an.
    Und diese Diskussionen belasten ihn, weshalb er noch mehr trinkt.
    Irgendwann wird er dir das vielleicht sogar vorwerfen. So war es dann zumindest irgendwann mal bei mir und meinem Ex.

    Liebe MissPiano,
    es bleiben dir nur wenige Möglichkeiten:
    1) akzeptiere es und lass ihn saufen
    2) setz ihm ein Ultimatum, das Du konsequent durchziehst
    --> entweder, er sucht sich professionelle Hilfe, oder du gehst. Konsequent.
    3) Spiel das Spielchen weiter und gehe daran zugrunde.


    Abschließend nochmal der Hinweis:
    Ich habe in genau der selben Situation gesteckt, deshalb die klaren Worte.
    Und glaub mir: Ich habe anfangs auch geglaubt, bei UNS ist alles anders, wir kriegen das gemeinsam hin, er braucht mich doch usw.
    Das war aber leider eine sehr verzerrte Wahrnehmung und gehört zum Krankheitsbild der Co-Abhängigkeit.

    Liebe Lotte,

    Ich hatte auch oft den Gedanken "Wenn er doch nur eine andere kennenlernen würde!".
    Ich habe wohl gedacht, dann wäre er versorgt, jemand würde sich um ihn kümmern, und ich wäre quasi fein raus und müsste nicht mehr dafür sorgen, dass sein Leben in Ordnung kommt, weil er ja dann eine andere dafür hätte.

    Jetzt hat er eine andere dafür, und ich glaube, sie wird mit ihm untergehen.
    Aber das alles interessiert mich nicht mehr.

    Heute geht es mir schon wieder bedeutend besser.
    Allerdings muss ich sagen:
    Der bevorstehende Auszug macht mir jetzt noch mehr Magengrummeln.
    Ich habe vielleicht Angst davor, dass mich doch wieder alte Gefühle einholen, wenn ich dann in meinem alten Zuhause stehe. Egal, ob er dann anwesend ist, oder eben nicht.
    Der Gedanke daran wühlt mich schon sehr auf.

    Naja, mal sehen. Ich denke, ich werde mir ein paar Menschen suchen, die mir beim Auszug helfen, und sei es nur als moralische Unterstützung.

    Liebe Christine,

    wenn Dein Mann in den Trinkpausen zittert, ist das kein gutes Zeichen. Ich bin keine Fachfrau, aber ich würde einen solchen Entzug nicht ohne ärztliche Begleitung durchführen.
    Er will also zum Arzt, das ist ein Anfang. Der allererste Schritt.
    Vielleicht spricht er ja mit dem Arzt über seine Abhängigkeit. Vielleicht reicht dieses Gespräch auch schon aus, um ihn davon zu überzeugen, dass es "ein bißchen Alkoholiker" nicht gibt und damit auch kein kontrolliertes Trinken.

    Vielleicht.
    Ich an Deiner Stelle würde jetzt dennoch nicht zu euphorisch sein. Alkoholismus ist eine schlimme Krankheit, und nur die allerwenigsten schaffen es, sie ohne Hilfe zum Stillstand zu bringen.
    Und: Eine Trinkpause ist noch lange keine Trockenheit.

    Hallo Petra,

    so eine Aktion hat mein Ex auch schon gebracht. Ich habe nicht reagiert, und siehe da: Ihm gehts gut.
    Das ist nicht mehr als ein Ausdruck purer Verzweiflung: Die alten Knöpfe drücken bringt nichts mehr, also legt man noch eine Schüppe drauf, damit die liebe Co wieder ihren Job macht.

    Den Vorwurf, ihm mit der Trennung den Boden unter den Füßen weggerissen zu haben, habe ich auch oft gehört.
    Ich habe ihn mir aber nicht zu Herzen genommen. Mein Ex hatte lange genug Zeit, sich gegen das Trinken zu entscheiden. Hat er aber nicht, also habe ich mich getrennt.
    Im Prinzip ist es ja ganz einfach.

    Schön, dass Du nun endlich Ruhe vor ihm hast.
    Sollte wider Erwarten wieder so eine Situation auftauchen, ruf einfach die Polizei und schildere, was los ist.
    Dann kannst du dir nichts vorwerfen lassen und behälst trotzdem Deinen Abstand.

    Hallo Jatoma,

    ich verstehe, dass es Dich sehr mitnimmt, dass Dein Schwiegervater sich für den Alkohol und damit gegen die Familie entscheidet.

    Dir wird dabei die unglaubliche Ohnmacht deutlich. Nicht mal solch schlagende Argumente halten ihn vom Saufen ab.
    Ich habe das mit meinem Ex auch erlebt. Glaub mir, es ist kein schönes Gefühl, wenn Dir jemand ins Gesicht sagt:
    "Ich werde den Alkohol niemals aufgeben, also wenn es Dich stört, geh bitte."
    Ich bin damals nicht gegangen. Und das war einer meiner größten Fehler.

    Dein Schwiegervater hat sich entschieden. Er hatte die Wahl, und er ist ein erwachsener Mensch.
    du und Deine Familie habt das Richtige getan.
    Es war EURE Entscheidung, das Spiel nicht mehr mitzuspielen. Und nur so hat Euer Schwiegervater die Chance, zu erkennen, dass der Alkohol sein Leben zerstört.
    Das, und nur das, ist der erste Schritt zur Heilung. Für ihn und für Euch.
    Und deshalb bleibt bitte so Konsequent in Eurem Handeln.

    Ich weiß, wie weh es tut, einen Menschen an den Alk zu verlieren. Den meisten hier geht es so. Schreiben hilft da ungemein, das durfte ich gerade auch wieder einmal erfahren.

    Alles Gute!!!

    Hallo zusammen!

    Da hatte ich eigentlich gerade eine Phase, in der ich mich stabil fühlte und glücklich war, und plötzlich kratzt doch wieder etwas an mir.
    Xy hat mir gestern per sms mitgeteilt, dass er jetzt doch total glücklich ist, weil er eine neue Freundin hat.
    (Zur Erinnerung, letzte Woche wollte er mir noch die Sterne vom Himmel holen...)

    Zuerst hat das in mir nur eins ausgelöst: Erleichterung.
    Als ich aber dann im Bett lag, konnte ich nicht einschlafen.
    Mich beschäftigt das Ganze doch sehr.
    Es ist nicht die Tatsache, dass er jemand anderes hat.
    (Obwohl ich zugeben muss, dass ich mich über die Neue schlau gemacht habe und dabei herausfand, dass er sie wohl in der Psychiatrie kennengelernt hat, weil sie schwer depressiv ist, was mir wieder ein Gefühl der Genugtuung gab. Ich weiß jetzt schon, dass SIE ihn auch nciht ändern wird, und dass auch diese Beziehung zum Scheitern verurteilt ist.)
    Es ist vielmehr die Tatsache, dass er mich seit der Trennung anhimmelt, mich zur Rückkehr bewegen will und dann innerhalb von ein paar Tagen genau das tut, mit dem ich gerechnet hatte: Schnell eine Neue zulegen!

    Ich weiß nicht, ob Ihr versteht, was ich meine.
    Ich habe irgendwo das Gefühl, dass diese ganze "Komm-zurück-Aktion" eine Lüge war (das war mir eigentlich schon immer klar), und nun bestätigt er mich in meiner Ansicht, das Richtige getan zu haben. Denn wer kann schon so schnell von "Ich liebe meine Ex und will sie zurück" zu "Ich bin frisch verliebt" switchen?
    Mir kommt es gerade so vor, als wäre die ganze Beziehung eine Lüge gewesen. Vermutlich war sie das auch, aber... ach, keine Ahnung. Am liebsten würde ich ihm schreiben, wie armselig ich das alles finde und dass mir die Neue jetzt schon leid tut.
    Natürlich tu ich das nicht. Über den Punkt bin ich schon lange hinweg.
    Trotzdem, irgendwie geht mir diese neue Beziehung gegen den Strich. Als ob mein Stolz verletzt wäre, dabei weiß ich gar nicht, wodurch.
    Es hat wohl eher mit meinem Verständnis für Moral oder Anstand zu tun als mit Emotionen.

    Ich hoffe, diese Gedanken werden so schnell verschwinden, wie sie aufgetaucht sind.

    Ich habe also wieder eine neue Etappe auf dem Weg zum Ziel:
    Die neue Beziehung meines Exfreundes akzeptieren lernen. ;)
    Ich merke aber jetzt schon:
    Darüber schreiben hilft ungemein.

    Hallo!
    Ich weiß gerade gar nicht, woher Du diese Theorie nimmst, aber ich bin derzeit auch nicht so aktiv im Forum wie früher.

    Meine Tipps für Cos, egal ob männlich oder weiblich, lauten:
    Nimm es hin oder ändere was AN DIR.

    Alkoholikern werde ich definitiv keine "Ratschläge" geben, weil ich mittlerweile der Meinung bin, dass ich maßgeblich zur Aufrechterhaltung der Sucht meines Ex beigetragen habe.

    Ich sehe keine Unterschiede zwischen männlich und weiblich, aber mich würde interessieren, wie Du darauf kommst.

    Hallo Miss Piano!

    Zitat

    Vor allem die guten Zeiten halten mich noch hier, und natürlich das Versprechen für ihn da zu sein.


    Das kenne ich nur zu gut!
    Ich habe 1,5 Jahre damit vergeudet, an den guten Zeiten zu hängen. Die sind aber VERGANGENHEIT!
    Der Ist-Zustand ist es, den Du beachten musst, und nichts anderes.
    Dein Xy hat sich verändert, genau wie Du auch.
    So, wie er jetzt ist, ist er. Nicht so, wie er damals mal war.
    Und er wird auch nie wieder so sein, selbst dann nicht, wenn er wirklich aufhört zu trinken.
    Wenn Du das begriffen hast (und glaub mir, der Tag wird kommen!), dann fallen Dir die meisten Antworten auf Deine Fragen ganz von alleine ein.
    Ich habe 1,5 Jahre lang den Mann geliebt, der mein Ex mal war.
    Aber diese Person gibt es nicht mehr. Das zu begreifen, hat Zeit gekostet und dann unendlich geschmerzt, aber dadurch wurde mir klar, dass ich gar nicht an meinem Freund, sondern an der Vergangenheit hing. Und die kommt nie wieder zurück.

    Zitat

    Mal abgesehen von mir, wenn ich mich trenne, ruiniere ich sein Leben völlig. Er würde nie damit klar kommen, dass ich ihn verlasse. Er ist da sehr sensibel und liebt mich abgöttisch. Jetzt kommt wieder die Aussage, wenn er dich so liebt, dann würde er was gegen seine Sucht unternehmen.


    Nein, jetzt kommt die aussage: Das wäre aber eine sehr kranke Beziehung, wenn Dein XY ohne Dich nicht lebensfähig wäre, oder?
    Glaubst Du allen Ernstes, Du hättest die Macht, ein Leben zu ruinieren?
    Glaub mir, liebe MissPiano:
    Das kann nur derjenige selbst, und sonst keiner.
    ER ruiniert SEIN Leben mit seiner Sauferei. Und DU ruinierst DEINS, wenn Du weitermachst wie bisher.
    So ist es und nicht anders.

    Zitat

    Deswegen bin/war, ich weiß auch nicht im Moment, ich er Meinung, dass man dies Problem gemeinsam lösen muss, also auch die schlechten Zeiten.


    Und wie willst DU das lösen?
    Er will doch gar nichts ändern. Du bist doch diejenige, die mit der Sauferei nicht klarkommt, oder?
    Das ist aber gar nicht Dein Problem! Und Du kannst es deshalb auch nicht lösen!
    Verabschiede Dich gleich von diesem Gedanken!
    ER allein kann aufhören zu trinken. Und das nur, WENN ER WILL!!!

    Im Gegenteil: Dadurch, dass DU immer für ihn da bist, unterstützt Du seine Sucht noch. Sehr oft ist eine Trennung nicht nur für den Co das Beste, sondern vor allem auch für den Alki.
    Wenn Du nicht handelst, wird er es auch nicht tun, denn er hat ja keinen Grund dazu. Es läuft doch alles bestens...

    Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Mir ging es ganz genauso. Deshalb meine klaren Worte.
    Lass ihn trinken, bis er schwarz wird. Er wird es sowieso tun. Leb damit, oder fang an etwas zu ändern.
    Und vor allem stell Dir jeden Tag die Frage:
    Was will ICH?

    Liebe Trauerweide,
    meinst Du nicht, Du würdest Deinen Kindern vielleicht sogar einen Gefallen tun, wenn Du sie nicht mit einem Alkoholiker als Vater aufwachsen lässt?
    Lies dich doch mal bei den EKA ein oder denk an deine eigene Kindheit.
    Da wirst Du die Dinge vielleicht doch anders sehen.

    Heutzutage hungert niemand mehr in unserem Lande, auch nicht mit 4 Kindern.
    Es gibt eine Menge Unterstützung, gerade für Alleinerziehende.
    Im Zweifelsfall kann "Frau" sich immer an ein Frauenhaus wenden.
    Die kennen sich wirklich aus und helfen dabei, die ersten Schritte zu gehen.

    Glaub mir, wenn Du dieses Leben nicht mehr leben willst, musst Du es auch nicht.
    Die Frage ist nur, was Du wirklich willst...

    Liebe MissPiano,


    Was versprichst Du Dir vom Besuch bei der Suchtberatung?
    Solltest Du nicht viel eher sagen: Ich möchte, dass Alkohol in meinem Leben keinen Platz mehr einnimmt?

    Versteh mich nicht falsch: Ich war in der selben Situation wie Du.
    Ich habe es irgendwann sogar geschafft, meinen Ex zur Suchtberatung zu schleifen.
    Für ihn war das aber nur ein weiterer Versuch, mich zu beschwichtigen.
    Nach 3 Tagen hieß es plötzlich, die Leute dort haben keine Ahnung, er wäre ja gar nicht SO ein Alkoholiker, und überhaupt: Guck Dir den und den an! DER ist Alkoholiker! Aber ich krieg mein Leben doch noch auf die Reihe!

    Fakt ist: 3 Monate später hat er gar nichts mehr auf die Reihe gekriegt. Wenn ich ihn gesehen habe, war er voll. Egal, zu welcher Tageszeit.
    Und wenn er dann doch mal arbeiten gegangen ist, dann musste er am Wochenende doppelt Gas geben, als Belohnung.


    Das Gespräch mit der Familie hatte ich übrigens auch.
    Glaub mir, die Eltern wissen sicherlich bescheid, aber ganz ernst nehmen sie das Problem wohl nicht.
    Wieso auch? Ihr Sohn kann kein Alkoholiker sein! Der kriegt sein leben doch bestens auf die Reihe!

    Liebe MissPiano,
    tu Dir selbst den Gefallen und überlege, ob Du das alles wirklich willst, vielleicht bis ans Lebensende.
    Denn eins ist klar: Wenn er nicht VON SICH AUS in Therapie geht, wird sich nichts ändern. Es sei denn, DU änderst was!!!

    Hallo MissPiano!

    Ich stimme Aurora vollkommen zu.
    Sicher, es dreht sich immer um Individuen, aber Alkoholismus und Co-Abhängigkeit sind Krankheiten, und da sind die Symptome immer gleich.

    Ob es gleich eine Trennung sein muss, das kannst nur Du entscheiden.
    Hast Du Deinem Mann schon mal vor die Wahl gestellt? Alkohol oder Ehe?
    Wenn ja: Was ist danach passiert?

    Hallo Empty!

    Schau mal:

    Zitat von empty

    aber ich nehm auch kein Kontakt auf, weil da denn doch eine Grenze ist die ich nicht überschreiten will

    Das ist doch schon mal ein großer Fortschritt, oder??!

    Sei nicht so ungeduldig mit Dir.
    Der Tag, an dem Dir Dein Ex ganz egal ist, wird kommen. Bleib bitte am Ball, Du machst das sehr gut!!!

    Wie wäre es, wenn Du mal eine Liste machst mit den negativen Erlebnissen, die Du schon mit Deinem Ex gemacht hast?
    Ich weiß, da gibt es eine Menge.
    Und jedes Mal, wenn Du an ihn denkst, holst Du diese Liste hervor und hälst Dir vor Augen, dass Du ruhigen Gewissen behaupten darfst, das Richtige getan zu haben.
    Und dass Du DAS nie mehr willst!

    Alternativ dazu könntest Du auch jedes Mal, wenn die Grübelei wieder losgeht, etwas für Dich selbst tun.
    Kino, eine Freundin anrufen, spazieren gehen oder auch nur ein STückchen Schokolade genießen.
    Tu doch einfach mal, wonach DIR ist. Etwas, dass DIR guttut.
    Denn eins ist doch klar:
    Dein XY tut Dir nicht gut.

    Meine Schwester sagt immer: Mach' es Dir nett, sonst macht's Dir keiner. :)

    Kopf hoch, auch aus diesem Tief findest Du wieder heraus!
    Fühl Dich gedrückt.

    Liebe Sonne,
    willkommen im Forum!

    Auch ich hatte lange Zeit Probleme damit, meine Gedanken wegzulenken vom Ex.
    Was mir schon länger zu denken gibt:
    Wenn unsere XYs NICHT alkoholabhängig gewesen wären, sondern sich "einfach so" zu dem Menschen entwickelt hätten, der sie heute sind, und wenn all die unschönen Erlebnisse auch ohne Alkoholeinwirkung passiert wären:

    Würde es uns dann immer noch so schwerfallen, uns von ihnen zu trennen?
    Ich glaube nicht.

    Wir machen viel zu gern den Teufel Alkohol verantwortlich für unsere schlechten Erfahrungen.
    Und dadurch sprechen wir unsere (Ex-) Partner von jeglicher Verantwortung frei.
    Ich glaube, dass das ein Fehler ist.

    Mein Ex hat mich geschlagen, verbal aufs Übelste runtergeputzt, ist fremdgegangen, hat gelogen, dass sich die Balken biegen.
    Und ich habe alles dem Alkohol zugeschrieben. Der arme Mann! Er konnte ja nicht anders, er war ja voll bis oben hin!

    Ich hätte viel früher über mein eigenes Verhalten nachdenken sollen.
    Wieso habe ich mich schlagen lassen? Wieso habe ich mich anlügen, betrügen und erniedrigen lassen? Ein gesunder Mensch hätte das nicht mit sich machen lassen.
    Es tragen immer zwei Menschen die Schuld an sowas.
    Ich habe - viel zu spät!- entschieden, dass ich so nicht mehr mit mir umgehen lasse.
    Und an dem Punkt bist Du auch gerade.
    Sei stolz auf Dich, dass Du Dich endlich aus Dir selbst befreit hast!!!

    Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis Du über all das hinweg bist.
    Aber das erfordert Konsequenz, auch, wenn es schwerfällt. Brich den Kontakt ab, das ist das beste Heilmittel. Und hör/sieh weg, wenn der Ex zur Sprache kommt. Dann wirst Du merken, dass Du die richtige Entscheidung getroffen hast und er ganz allein für sich verantwortlich ist.
    Ich habe es geschafft, obwohl ich es mal für unmöglich gehalten habe, also wirst Du es auch schaffen.
    Das schlimmste ist ja schon längst überstanden!

    Hallo Sonnenschein!

    Mir hat es ungemein geholfen, den Kontakt zu meinem Ex auf ein Minimum zu reduzieren.
    Das fiel mir erst schwer, aber dann, als ich einige Zeit lang konsequent geblieben bin (und das habe ich geschafft, indem ich mich abgelenkt habe. in schlimmen Fällen musste ich mir auch mal all die negativen Aspekte der Beziehung ins Gedächtnis rufen, das hat mich dann wohl abgeschreckt...), fiel mir immer öfter auf, dass mich der Kontakt zu ihm nur runterzieht. Ab da fiel es mir nicht mehr so schwer, keinen Kontakt zu haben.
    Und je mehr Abstand ich hatte, umso mehr merkte ich auch, dass ich überhaupt keine Liebe mehr für ihn empfunden hatte. Auch nicht, als wir noch zusammen waren.
    Das war irgendwas anderes. Schuldgefühle vielleicht.

    Wichtig ist wirklich, dass Du konsequent bleibst und den Kontakt minimierst oder am besten ganz abbrichst.
    Stell Dir vor, Du wärst Alkoholiker und Dein XY ist Dein Suchtmittel.
    Denn im Grunde verhält es sich meiner Meinung nach mit der Co-Abhängigkeit genauso wie mit der Alkoholabhängigkeit.
    Wir sind nur nicht süchtig nach der Flasche, sondern nach dem Partner bzw. dem Drang, ihn zu retten und kontrollieren.