Beiträge von desperateS

    Zitat von Joanne

    hr erklärt mcih bestimmt für verrückt,in dem einen Absatz schreibe ich das wir zusammen bleiben das er und wir es schaffen
    und im nächsten schreibe ich das ich mir was für später aufbaue wo ich mit meiner Tochter alleine lebe

    Liebe Joanne,
    wenn das verrückt ist, bin ich es auch gewesen.
    Und im Prinzip stimmt es ja auch:
    Ver-rückt. Wir sehen die Dinge verzerrt.

    Was da bei Dir passiert, ist wohl sowas wie der Kampf der Co-Abhängigkeit mit dem neuen Leben.
    Deine Co-Abhängigkeit ruft: Bleib! es gibt noch Hoffnung!
    Dein neues Leben (und nenne wir es ruhig: Die Vernunft ;)) schreit dagegen an:
    Es wird nicht mehr gut, er hört nicht auf.
    Mein Leben soll sich ändern, ich will selbstständig sein!

    Ich weiß sehr gut, wie es Dir geht, denn ich war in der selben Situation.
    Das Problem ist nur:
    Durch das Aufschieben und warten passiert nichts.

    Wenn Dein Mann tatsächlich sagt:
    Du ziehst aus, also muss ich nicht mehr aufhören zu trinken,
    dann hat das Ganze sowieso keine Zukunft, denn er muss für SICH aufhören wollen.
    Alles andere könnte evt. zu einer Trockenheit führen, aber die dauert dann mit Sicherheit nicht lange an. Und was hast Du dann davon?
    Er muss den vielzitierten Tiefpunkt erreichen, dann erst wird er aus Überzeugung handeln.
    Und den erreicht er eher, wenn Du und Deine Tochter weg seid.
    Und Euch um Euer Leben kümmert.

    Denk noch mal drüber nach, ob eine eigene Wohnung nicht vielleicht doch ganz nett sein könnte. ;)

    Liebe Melanie,

    in der Theorie weiß ich bestens Bescheid.
    Aber in der Praxis...

    Ich bin mir sicher, dass ich mir unbewusst immer wieder Typen aussuche, die eben nur bereit sind, zu nehmen, statt auch mal zu geben.
    Und diese Typen suchen sich mich aus, weil ich ein mensch bin, der gibt, gibt, gibt, in der Hoffnung, das alles mal zurückzukriegen.
    Was natürlich bescheuert ist, denn wer bei klarem Verstand ist, würde niemals SO VIEL geben.

    Interessant ist: Je weniger ich bekomme, umso mehr gebe ich.
    Weil ich immer noch glaube, man muss sich Liebe erarbeiten.
    Das finde ich ganz furchtbar traurig, und ich weiß nicht mal, ob ich das jemals überwinden werde und lernen kann, wie es gesund ist.

    Ja, es ist schwer. Und heute habe ich wieder einen Hänger. Alles ist so anstrengend.
    Trennen alleine reicht immer noch nicht. Das Muster muss bekämpft werden.
    Und da haben wir wieder die Parallelen zum Alkoholiker:
    Nur nicht trinken reicht nicht.

    Hallo Melanie!

    Zitat

    was ich lese sind viele erwartungen die du an ihn hattest.


    Ja, da hast Du Recht. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass eine gesunde Beziehung davon lebt, das beide zu gleichen Teilen geben und nehmen.
    Meine Beziehung war da sehr einseitig.
    Natürlich, mich hat niemand dazu gezwungen, ihm alles recht zu machen und sein Leben/Saufen zu "erleichtern".
    Aber er hat es auch sehr gut drauf gehabt, mich dahingehend zu manipulieren.
    "Ich krieg das doch nicht hin, ich bin doch so ein minderwertiger Mensch, Du hast das alles im Griff, also füll doch bitte den Antrag aus."
    Und einen Moment später hieß es dann, dass ICH der minderwertige Mensch bin. Dass ich übertreibe mit meinem Gejammer usw.
    Rückblickend sieht man das alles viel klarer.


    Zitat

    ich wiederhol das so oft, jeder ist für seinleben, sein glück , seine zufriedenheit selbst verantwortlich.


    Der Satz klingt so einfach und logisch, aber was er wirklich bedeutet, habe ich erst viel zu spät kapiert.

    Zitat

    so viele menschen kenn ich, die meinen der andere hat einem was zu geben, der hat sich zu kümmern. das geht meisstens schief und geht mit vorwürfen einher, die da sind"du hast mir zu helfen, du bist mein partner".


    Dazu kommt mir gerade ein ganz interessanter Gedanke:
    Ich habe von meinem Ex immer gehört: du hast mir zu helfen, du bist mein partner
    Und von mir selbst habe ich gehört:
    Du hast ihm zu helfen, du bist sein Partner.

    Und das habe ich auch getan.
    In allen Bereichen.
    Und zwar auf einer Ebene, die für andere wohl deutlich übertrieben war.
    Und das Schlimmste ist:
    Ich habe selbiges auch immer von XY erhofft.

    Der hat sich aber nicht mehr gerührt.
    Absolut keine Hilfe, nicht mal ausheulen durfte ich mich am Ende bei ihm.
    Da gab es sofort Vorwürfe.

    Ich glaube, ein Mittelmaß von meiner Hilfe und seiner Nicht-Hilfe, das könnte in einer gesunden Beziehung herrschen.

    Denn ganz ehrlich: Man führt doch eine Beziehung auch vor allem deshalb, weil man der Meinung ist, dadurch Krisen besser bewältigen zu können.
    Allerdings möchte ich mir jetzt erstmal beweisen, dass ich Krisen auch allein bewältigen kann!!!

    Da liegt noch so ein langer Weg vor mir. Ich bin ehrlich gesagt ein bißchen müde von all dem Co-Zeugs.
    Am liebsten wäre es mir, wenn ich morgen aufwachen würde, und wäre nicht mehr Co. :cry:

    Hallo Welia!

    Zitat von Welia

    Hallo Desperate,

    Warum sollte uns jemand die starke Schulter anbieten, wenn wir unsere Bedürnisse nicht zeigen?


    Das ist es ja gerade!
    Ich habe meinem Ex sehr sehr oft gezeigt: Jetzt brauche ich mal eine Schulter zum Anlehnen. Jetzt habe ich ein Problem, und ich brauche Hilfe für die Lösung.

    Anfangs war er tatsächlich da für mich.
    Am Ende hat er mir vorgeworfen, ich würde mir absichtlich etwas aus den Fingern saugen, weil ich ihn belasten will (und vom "Rausgehen und Saufen" abhalten will).
    Ganz oft hat er mir vorgeworfen, dass ich immer dann schlecht drauf bin, wenn es mit uns mal wieder besser lief.
    Ich glaube, ich bin vielleicht deshalb erst mit meinen Problemen auf ihn zugekommen, wenn es besser lief, weil ich dachte:
    Wir verstehen uns gerade gut, er beachtet mich wieder, vielleicht kann ich ihm wieder Vertrauen schenken und auch mal Hilfe von ihm erwarten.

    War aber nicht so.
    Nie.

    Im Gegenteil. Oft hat er dann erstrecht gesoffen. "Deine Probleme ziehen mich runter" hieß es dann...

    Und wieder frage ich mich, was mir diese Beziehung gegeben hat, dass ich es so lange dort ausgehalten habe...

    Liebe Joanne!

    Ich kann dich sehr gut verstehen, das schon mal als allererstes. :D
    Aber ich denke, das, was Aurora schreibt, klingt für mich sehr vernünftig.

    Du fühlst Dich gerade in der Zwickmühle, weil Dein Partner Dich mit der Einhaltung Eurer Verabredung manipuliert.
    Weißt Du, mein Ex war sogar mit mir bei der Suchtberatung, und anschließend noch einmal alleine. Er hatte einen ambulanten Therapieplatz und die Anträge für eine stationäre Therapie.
    Es sah alles bestens aus.
    Und dann, als der erste Therapietermin anstand, ist er nicht hingegangen.
    Mit der Begründung, er möchte es nochmal "alleine versuchen".
    Wie Du weißt, er säuft heute immer noch.
    Und sowohl er als auch ich wussten schon vor dem Besuch bei der Suchtberatung, dass er dadurch nicht aufhören würde. Wir haben nie darüber geredet, aber ich weiß, dass er nie ans Aufhören gedacht hat.
    Das alles war nur ein weiterer Co-Knopf. Den Schein wahren, um Zeit zu schinden.
    Hat ja auch geklappt.

    Ich glaube, mit Deinem Mann ist es ähnlich.
    Und selbst wenn ich irre:

    Mal angenommen, er würde eine Therapie machen und trocken werden:
    Du bist aber immer noch Co. Du versuchst langsam, Dich freizustrampeln, aber Du schreibst auch, dass Du vieles von den Dingen, die Du für Dich tust, eigentlich nur deshalb machst, um ihn wachzurütteln.

    Er ist aber nicht wachgeworden, immer noch nicht. Er trinkt weiter, tut nichts für Dich und Deine Tochter.
    Er nimmt Deine Drohung auch nur halb so ernst, wie er es eigentlich tun sollte, vielleicht auch, weil Du sie nur halb so ernst meinst?

    Wenn er trocken wäre, wäre dann die Beziehung zwischen Euch wieder in Ordnung?
    Da wäre dann ja immer noch sein unbehandeltes Trauma. Und vor allem: Die schlechte Vergangenheit, die Euch beide begleitet.

    Ich glaube, Du solltest jetzt wirklich Nägel mit Köpfen machen.
    Wenn er WIRKLICH eine Therapie macht, könnt Ihr, so wie es Aurora schrieb, immer wieder zusammenziehen.
    Aber ich denke, nur eine räumliche Trennung kann Dir helfen, wieder zu Dir zu kommen.
    Und sie wäre auch sehr nützlich für Eure Tochter.

    Und zum Thema Tochter noch eine Frage:
    Wieso bekommt sie nicht mehr so oft mit, wenn er trinkt?
    Liegt es vielleicht auch daran, dass Du dabei hilfst, es vor ihr zu verbergen?

    Hallo Emma!

    Wir alle knüpfen eine Beziehung an Bedingungen. Das ist auch richtig so.
    Irgendwas muss uns eine Beziehung ja auch geben, sonst würden wir keine führen wollen.
    Insofern ist ein wenig mehr Egoismus schon der richtige Weg.

    Zitat von Emma2010

    Ich erwarte mir vom Exmann, wenn er mich wirklich zurückhaben will, dass er sich in die Beziehung einbringen kann.
    Ich erwarte mir, dass er meine Vorstellungen respektiert.
    Ich erwarte mir, dass ein Partner an mir echtes Interesse hat.


    Nach allem, was Du über ihn berichtet hast, erfüllt er derzeit nicht eine einzige dieser Bedingungen.


    Zitat

    Vielleicht ist es besser, wenn ich mich aus seinem Leben mal raushalte, es gibt doch bestimmt auch noch andere wertvolle Menschen.


    Davon gehe ich doch aus. Und es gibt sicher auch Menschen, die keinerlei Hilfe von einem Partner benötigen, um ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. ;)

    Hallo Meem!

    Schön, dass du hergefunden hast.
    Ich glaube, in diesem Forum hier sind eher wenige Menschen vertreten, bei denen Alkoholismus und Co-Abhängigkeit gemeinsam bekämpft wurden.

    Das soll Dir aber nicht unbedingt die Hoffnung nehmen, dass es bei dir nicht trotzdem funktionieren könnte.
    Die Voraussetzung ist aber, dass 1. Dein Mann den Alkohol bezwingen möchte und 2. Du Deine Co-Abhängigkeit.

    Auf Deinen Mann hast Du keinen Einfluss. Aber auf Dich selbst. ;)
    Den ersten Schritt hast Du ja jetzt getan.

    Zitat von dagmar007

    Ja, liebe DesperateS EIN Ultimatium wäre für mich ein fixer Termin/Geschehen ect. an dem dann ein Ergebnis erzielt wird.

    Aber auch dann diktiert einer und der andere hat zu springen: in diese oder jene Richtung. Es ist keine gemeinsame Lösung sondern eine Entscheidung muss getroffen werden, die Veränderungen nach sich ziehen würde.

    Nun, wenn aber ein Ultimatum ohne Konsequenz verstreicht, dann werden es die anderen 312 wohl auch tun weil derjenige, der es gestellt hat unglaubwürdig wurde.

    Und jetzt kommt Chance für Chance - oder ein sinnloser Anfang nach dem nächsten....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Dagmar,
    damit beschreibst Du wohl den Werdegang der allermeisten hier.
    Ich zähle selbstredend auch dazu.
    Allerdings möchte ich gerne noch etwas ergänzen.

    Mein Ex hat dieses Ultimatum-Spiel perfekt mitgespielt.
    Er hat immer Einsicht geheuchelt. Nach dem Motto: "Du hast ja Recht, ich will das doch auch alles nicht mehr! Ich will bei Dir bleiben, zusammen schaffen wir das."
    Anfangs habe ich all das geglaubt.

    Jetzt könnte man sagen, dass das naiv war. War es vielleicht auch. Ich mache mir deswegen trotzdem keinen Vorwurf. Ich habe nicht gewusst, wie ein Alkoholiker tickt. Mir war nicht bekannt, dass das alles ein Muster ist, ein perfektes Zusammenspiel von Alki und Co.
    Ich habe anfangs wirklich daran geglaubt, dass er genau das selbe will wie ich. Weil er es mir ja auch immer wieder versichert hat (und anfangs war er ja auch trocken...).
    Ich habe anfangs wirklich geglaubt, er sieht die selbe Chance wie ich:
    Nicht die Beziehung, sondern das trockene Leben.
    Spätestens Anfang dieses Jahres hätte ich es aber besser wissen müssen und einen Schlusstrich ziehen sollen, denn da war klar, dass er mir nur Honig um den Bart schmiert.
    Trotzdem habe ich immer noch an ihm festgehalten. Und das kreide ich mir an, weil ich MEINE Chance erst so spät wahrgenommen habe.

    Liebe Welia,

    ich bin auch ganz groß im Lösen von Problemen, die gar nicht meine sind.
    Auch, was meine Freundschaften angeht.
    Wir beide haben darüber ja schon in einem anderen Thread geredet.

    Ich habe Angst, dass ich dieses Verhalten niemals ablegen werde. Dass ich meinem Partner immer seine "Arbeit" abnehmen werde.

    Dabei möchte ich doch eigentlich auch mal eine Schulter zum Anlehnen finden. Mal nicht die "Starke" sein und mich fallenlassen können.
    Sowas hatte ich noch nie.
    Und es fällt mir auch grundsätzlich schwer, Hilfe von anderen anzunehmen, weil ich immer der Meinung bin, dass ich das doch auch alles alleine schaffen müsste.
    Und irgendwie stimmt es ja auch:
    Wenn ich anderer Leuts Probleme lösen kann, dann gilt das doch auch für meine?!

    Vielleicht ist dieses Bedürfnis nach der starken Schulter ja auch deshalb da, weil ich bisher immer für zwei gedacht habe und nie zur Ruhe gekommen bin.
    Quasi eine Stress-Reaktion?

    Hallo Joanne!

    Zitat von Joanne

    Hallo Susanne
    Uns geht es soweit ganz gut :)

    Susanne hatte aber gefragt, wie es Dir geht. :wink:

    Ich schildere mal den Eindruck, den ich im Moment bei Dir habe. Das soll nicht bedeuten, dass ich Recht damit habe. Ich möchte Dir nur schreiben, was bei mir so ankommt.

    Ich habe den Eindruck, dass Du zur Zeit wieder einknickst. Ich finde, es klingt ein bißchen so, als wäre es im Moment für Dich die bequemste Lösung, nochmal das "Hoffnungs-Schild" hochzuhalten und Dich daran festzuhalten.
    Du sagst immer wieder, Du glaubst sowieso nicht daran, dass er es schafft (und ehrlich gesagt sehe ich das wie Du...), verharrst aber jetzt schon ziemlich lange in Deiner Position und gehst nicht mehr weiter.

    Du schreibst eigentlich mehr über Deinen Partner als über Dich. Auch auf die Frage, wie es Dir geht, antwortest Du in der Wir-Form und erwähnst, dass es IHM gut geht.

    Aus Deinen Beiträgen liest man viel Verachtung und auch streckenweise sowas wie Hass auf Deinen XY.
    Glaubst Du, dass diese Gefühle, selbst wenn er tatsächlich trocken werden würde, wieder komplett verschwinden?
    Und hättest Du eigentlich noch die Kraft, an ihrem Verschwinden zu arbeiten, wenn er es geschafft hätte?
    (So wirklich schaffen tut es ein Alkoholiker ja eigentlich nie. Die Krankheit ist ja da, und sie wird auch ewig anhalten. Der Unterschied liegt ja "nur" in der Trockenheit.)

    Ich bin ganz ehrlich zu Dir, und ich hoffe, Du nimmst mir das nicht übel, denn es ist auf keinen Fall böse gemeint.
    Ich glaube, dass Du Dir zur Zeit selbst was in die Tasche lügst, vermutlich dadurch ausgelöst, dass Dein XY dir die Verantwortung zuschiebt, in dem er sagt: Ich tue doch jetzt, was Du verlangst, also hast Du gefälligst auch zu bleiben.
    Du lässt Dich vielleicht manipulieren, weil Du so gern glauben würdest, dass alles gut wird, aber tief im Inneren ahnst Du wahrscheinlich, dass es niemals dazu kommen wird.

    Das sind wie gesagt nur meine Eindrücke, und ich kann mich auch irren. :wink:

    Ich glaube, hier werden die Begriffe "Chance" und "Ultimatum" verwechselt.

    Was ist denn, wenn der alkoholkranke Partner "um eine Chance" bittet?
    Den Satz habe ich von XY 200 mal gehört.

    Im Prinzip bedeutet es doch tatsächlich nur: Wir versuchen es nochmal miteinander, und wenn es nicht klappt, wissen wir, dass es zusammen eben nicht geht. (Das habe ich übrigens auch 200 mal herausgefunden.)

    Ich hatte nie das Bedürfnis, über meinen Ex Kontrolle oder Macht auszuüben.
    Wenn ich ihm ein Ultimatum gesetzt habe, dann nur, weil ich wollte, dass ICH glücklich werde.
    Natürlich ist das Co-Verhalten.
    Aber im Prinzip ist an dem Gedanken ja nichts Falsches,
    "Ich möchte glücklich werden.".

    Falsch war nur, meinem Ex die Verantwortung für mein Glück zu geben.
    Was wäre denn nicht Co gewesen?
    Vermutlich wäre es nicht co, wenn man dem Partner ein einziges Ultimatum setzt, und wenn dieses nicht eingehalten wird, sofort das Weite sucht, oder?

    Ach, es ist ein schwieriges Thema, und ich verknote mich wieder.

    Hallo Andrea!

    Ich finde, Feelis Ausführungen treffen es schon sehr gut.
    Wenn ich hier bei Dir lese, schreie ich im Innern immer: Wieso sieht sie das nicht?!
    Und das Interessante daran ist: Ich hab den selben Mist ganz genauso durchgemacht.
    Man kann einfach nicht anders.
    Es ist wie ein Zwang.

    Mein XY hätte mir sagen können (und das hat er am Ende ja auch):
    Alkohol ist mir das allerwichtigste im Leben.
    Du wirst niemals an ihn herankommen.
    Wenn ich mich entscheiden muss zwischen Euch, dann entscheide ich mich für den Alkohol.

    Ich wäre trotzdem geblieben (und bin es auch eine lange Zeit).
    Und ich weiß bis heute noch nicht, weshalb.
    Was wollte ich denn NOCH hören???

    Dein XY hat dir genau das alles zu verstehen gegeben.
    Du weißt, es wird sich niemals was ändern.
    Und dennoch: Loslassen kannst Du auch noch nicht.

    Liebe Andrea,
    ich kann dir nur weiterhin Mut zusprechen.
    Du bist schon so weit gegangen auf dem Weg zu Dir, bitte kehr jetzt nicht um.
    Der Schmerz wird weniger werden, und nur dadurch, dass Du loslässt, kannst Du Dir selbst die Chance auf ein glückliches Leben geben.
    Mir hat es oft geholfen, wenn ich mir gesagt habe:
    Irgendwo hier auf diesem Planeten läuft ein Mensch herum, der perfekt zu mir passt. Und dem muss ich die Chance geben, mich zu finden. Und mir die Chance, IHN zu finden.
    Das ist vielleicht sehr co-abhängig, aber für den Anfang war es als Motivation nicht schlecht. ;)

    Hallo Empty!

    Zitat von empty

    ....wenn man so bei anderen Paaren sieht wie sie miteinander leben und und lieben und alles irgendwie passt dann.....schnief. Da macht sich doch tatsächlich wieder ein WARUM geht das mit ihm nicht breit. Genau das hätte ich gewollt.


    Wer sagt denn, dass Du sowas nie erleben wirst?
    Es kommt da ja auch immer darauf an, den richtigen Partner zu haben, und den hattest Du nun mal nicht. Aber das bedeutet nicht, dass Du ihn nie finden wirst.
    Mittlerweile bin ich allerdings der Meinung, dass das Glück aus jedem selbst kommen muss.
    Eine Beziehung, in der ich immer erwarte, dass der andere mich glücklich macht, kann nicht funktionieren.
    Ich muss mich selbst glücklich machen, dann bin ich es auch wirklich.

    Ich würde auch keinen Partner wollen, der von mir verlangt, dass ich ihn glücklich mache, oder vervollständige.
    Zwei Hälften ergeben noch lange kein Ganzes.

    Ein Ganzes plus ein weiteres Ganzes, das könnte was werden.
    Weil dann niemand abhängig ist vom anderen. Weil beide von sich aus glücklich sind mit SICH.
    Ein Partner vervollständigt uns nicht. Er ist eine schöne Zugabe (wenn er denn der richtige ist), aber was wirklich zählt, ist doch jeweils der einzelne.

    Find ich. :wink:

    Hallo Matthias,

    so wie Du es beschrieben hast, sehe ich es auch.
    Und ja, es ist wirklich ein sehr schwieriges Thema.
    Ich merke das daran, dass ich gerade noch wusste, was ich schreiben soll, und jetzt hab ich einen Knoten im Hirn. :D

    Ich denke, die Chancen, die der Co dem Alkoholiker gibt, ist ja eigentlich nicht im direkten Sinne die Chance auf ein nüchternes Leben, sondern die Chance, die Beziehung weiterzuführen.
    Im Grunde ist es nur ein "Bedingung erfüllen, damit man was bekommt/behält".
    Eben so wie beim Arbeitsplatz.

    Die Chance auf das nüchterne Leben kann aber der Co nicht geben, denn der Co hat ja nicht das geringste damit zu tun.
    Der Alkoholiker hat diese Chance, ob mit oder ohne Partner.
    Und nur er kann sie dann auch nutzen.

    Meine Güte, ich höre lieber auf, bevor sich noch mehr verknotet... :D

    Hallo Welia, hallo Feeli und Lavendel!

    Vielen Dank für Eure Anregungen. Es tut schon gut, sich nur Gedanken darüber zu machen, was man unternehmen könnte. :D

    Fotografieren mag ich sehr gern. Ich hätte sogar die Chance, eine recht ordentliche Kamera zu bekommen.
    Ist auf jeden Fall eine Überlegung wert.

    Feeli,
    wandern... :oops: ich bin einfach zu lauffaul für sowas.
    Erstrecht bei dem Wetter.
    Und ich glaube auch, dass ich viel zu viel dabei Grübeln müsste.
    Du schreibst zwar, dass das nach 2-3 km vorbeigeht, aber mal im Ernst:
    SOWEIT WÜRD ICH DOCH GAR NICHT KOMMEN! :lol:

    Ich bin früher, als ich noch in der Beziehung war, oft mit seinem Hund gelaufen, und auch mal weiter als 2-3 km :D. Das tat auch gut, aber Gegrübelt habe ich da immer, und zwar ohne Pause.

    Ich finde, das ist das Schlimmste. Dieses Grübeln, wenn die Gedanken Karrussel fahren. Man fängt immer wieder am selben Punkt an, und am Ende landet man dann wieder am Anfang.
    Ich kann dieses Grübeln nie zu einem produktiven Abschluss bringen, es sei denn, ich schreibe meine Gedanken auf, oder ich bin im Halbschlaf.
    Da bin ich dann wohl offenbar so relaxt, dass die langersehnte Lösung oder was auch immer von alleine kommt.

    Für das Frühjahr habe ich mir schon mal vorgenommen, einen Pilates-Kurs oder sowas in der Art zu machen.
    Habe auch schon eine Freundin, die da mitmachen möchte.
    Es ist ja sowas wie Sport und Entspannung zugleich, und das gefällt mir ganz gut (in der Theorie! Sport ist für mich was ganz ganz schlimmes... :oops: Aber vielleicht passt es ja.)

    XY hat jetzt einen Termin bei der Suchtberatung.
    Ich schreibe das nur der Vollständigkeit halber, denn erstens glaube ich nicht, dass er dann tatsächlich hingeht (und wenn doch, dann nur einmal...), und zweitens fällt mir dazu auch gar nicht viel ein.
    Früher hätte ich seitenweise zu dieser Tatsache Stellung nehmen können.
    Heute fällt mir dazu nicht mehr viel ein, außer eben, dass ich nicht glaube, dass sich dadurch was ändert.

    Ich habe natürlich drüber nachgedacht, wie es wäre, wenn er wirklich trocken wäre. Ob diese Beziehung dann wieder eine Chance hätte.
    So wirklich weit gekommen bin ich dabei nicht.
    Vermutlich, weil es sowieso nur eine hypothetische Frage ist. Und ich glaube auch, dass ich gar nicht mehr will.
    Irgendwie erleichternd, wenn man es aufschreibt.
    Aber ich will den Tag nicht vor dem Abend loben.
    Ich glaube, in mir liegt noch eine sehr hohe Gefahr, doch rückfällig zu werden.
    Ständig bin ich auf der Hut vor Co-Knöpfen aller Art.
    Aber das ist ja eigentlich ein Fortschritt, oder?
    Ich achte viel mehr auf diese Co-Fallen, damit ich nicht wieder hineintappe.

    Im Moment beschäftigt mich ganz häufig der Gedanke, dass die nächste Beziehung wieder so aussehen könnte.
    Weil ich mir immer den selben Typ Mann aussuche. Wenn mir auf der Straße jemand begegnet, den ich attraktiv finde, denke ich sofort Sachen wie: "Na, was der wohl für ein Suchtproblem hat?" oder "Welche psychischen Probleme der wohl mit sich führt...."

    Das macht mir ein bißchen Angst.
    Ich habe Angst, dass ich aus Angst nie mehr eine Beziehung aufbauen kann.
    Dass ich den Glauben an die Liebe - so geschwollen das auch klingen mag- verloren habe.
    Vielleicht nicht direkt an die Liebe, sondern an die Ehrlichkeit und das Vertrauen.
    Manchmal erwische ich mich nämlich dabei, dass ich denke, wirkliche Treue/Ehrlichkeit/Liebe, wie ich sie mir immer ausgemalt habe, gibt es gar nicht.
    Und das finde ich dann traurig.
    Vielleicht muss ich aber auch einfach mal an meinen Vorstellungen feilen?! :?:

    Hallo Andrea!

    mach Dir keine Sorgen. An diesem Punkt war ich schon ca. 30 mal.
    Ich sehe Euch beide bildlich vor mir, wir ihr da sitzt und weint.
    Das hab ich auch schon so oft durchgemacht.

    Ich habe damals geweint, weil er mir leid tat. Weil ich wusste, es hat sowieso keinen Sinn. Und, weil ich wusste, dass ich wieder gescheitert bin an mir selbst. Dass ich wieder weiter mitspielen würde, obwohl es aussichtslos ist.

    Auch Deine sms könnte von mir stammen. Die letzte, die ich an meinen Ex geschrieben habe, lautete in etwa genauso.
    Der Alkohol steht über mir, und er ist der einzige, der das ändern kann.
    Er sagt, er liebt Dich. Vielleicht stimmt das auch.
    Aber liebt er Dich genug, um den Alkohol dafür vor die Tür zu setzen?
    Und falls nicht: Willst Du ewig auf dem 2. Platz in seiner Hitparade stehen?
    Wenn der Alkohol ruft, wirst Du ihm egal sein, egal, was er vorher beteuert hat.
    Das ist eine Erfahrung, die ich 1000 mal gemacht habe, und Du wahrscheinlich auch.

    Geh mal ganz tief in Dich. Willst du so weitermachen?
    Ist ein Leben ohne ihn tatsächlich so schrecklich?

    Hallo Joanne!

    Zitat

    war aber auch erschrocken,weil ich minutenlang da gesessen habe und mir einfach nichts einfiel

    Das kommt mir bekannt vor. Man sitzt dann da und wartet drauf, dass einem was einfällt, und wenn dann nichts kommt, fragt man sich, wozu man das ganze Theater eigentlich noch mitspielt. Ist doch so, oder? ;)

    Zitat

    Wenn er nichts oder nicht viel getrunken hatdann hat er auch gute Seiten


    Damit schränkst Du das ja alles schon sehr ein. Wie oft ist denn das? Wieviel ist denn "wenig"?
    Nervt Dich eigentlich auch die ständige Fahne? Also, mich hat das am Ende nur noch genervt.
    Es ging so weit, dass ich, wenn mir jemand mit einer Fahne begegnet ist oder ich im Getränkemarkt diese abgestandenen Bierpullen gerochen habe, immer dachte: "oh, hier riecht jemand wie XY".
    Ist das nicht traurig???

    Zitat

    wir hatten immer schönen S....


    Interessanter Weise sagen das viele hier, und mir ging es genauso mit meinem Ex.
    Aber bei uns wurde das immer seltener. Und wenn, dann nie abends, denn dann hatte er ja seine Flasche im Arm. Selbst wenn ich gewollt hätte (was ich nicht tat!), wäre da niemals was gelaufen. Saufen ging vor. Der Pegel musste schnell erreicht werden.

    Code
    er kann super gut kochen(leider nicht spülen)


    Ich kenne Dich zwar nicht persönlich, aber auf mich machst Du den Eindruck, als könntest du gut kochen UND spülen! ;)
    Dazu brauchst Du ihn also schon mal ganz und gar nicht.

    Zitat

    meckert nicht (wenn bei uns wieder mal etwas chaos herrscht)


    Wer verursacht denn das Chaos? Und: Meckert er wirklich nicht? Ich habe nämlich schon viel von seinem Gemecker hier gelesen. ;)

    Zitat

    ist hilfsbereit ( jedem)


    Auch dir gegenüber? Glaube ich fast nicht...

    Zitat

    Ist treu (hoffe ich zumindestens)


    Ja, stimmt. Wie lange trinkt er jetzt? Und hat die Flasche nie aufgegeben. Das nennt man wahre Treue. ;)
    Wie sieht es bei Dir aus? Bist Du treu? ....
    Siehste, dazu brauchst Du ihn auch nicht. (Fast wäre mir ein "ja, leider" rausgerutscht :twisted: )

    Zitat

    nimmt jeden Arbeitsplatz an um Geld zu verdienen


    Das ist schön, aber doch auch irgendwie selbstverständlich, oder?
    Er hat doch schließlich ein Kind zu ernähren.
    Aber dennoch: Beeindruckend, dass er trotz Sauferei noch arbeiten gehen kann.

    (Man möge mir bitte den Sarkasmus verzeihen :oops: )

    Zitat

    Mir fehlt die Wärme,den Spass etwas zusammen zu unternehmen
    Ich würde mich freuen wenn ich zu Hause bei meinem Mann Kraft tanken könnte,miteinander reden,füreinander dasein,
    aber er sitzt in der Küche und ich im Wohnzimmen


    Ich mag falsch liegen (was ich aber nicht glaube...), aber ich denke, das wird sich auch nicht ändern.

    Zitat

    Was mich bei ihm hält
    die Hoffnung.........immer wieder die Hoffnung,obwohl ich genau weiß er schafft es nicht


    Das ist eigentlich gar keine Hoffnung mehr. Die hast Du schon längst davonschwimmen sehen.
    Ich glaube, was Dich noch hält ist Angst. Mehr nicht. Kann das sein?

    Wo wir grad dabei sind:
    Gibt es diese Liste auch mit den negativen Punkten? Ich bin sicher, da kommt mehr zusammen.
    Die Erwartungen, die Du an einen Partner stellst, erfüllt er nicht.
    Wenn er nicht trinken würde, sonder einfach "nur so" so zu Dir wäre, wärst Du dann noch da?