Beiträge von Sonnenstrahl

    Hallo Marina,

    ich dachte früher auch, Direkteinweisung sei so etwas wie in die Psychiatrie kommen. Aber das stimmt gar nicht.

    Der einzige Unterschied zu einer psychotherapeutischen Reha ist, dass Du bei einer Direkteinweisung länger behandelt werden kannst als die 3-6 Wochen bei der Reha und somit mehr Zeit bleibt, um die Probleme mal richtig anzugehen und dann neue Verhaltensweisen auch einzuüben.

    Klar, man ist länger raus aus dem Beruf und hat auch finanzielle Einbussen durch das Krankengeld, aber ich habe mich die ganzen Jahre immer durchgeschleppt, war immer wieder mal einige Wochen krank, dann wieder berappelt, dann wieder krank. Lieber mal richtig durchziehen und dann eine Grundlage für ein erfülltes Leben haben, an dem ich dann besser arbeiten kann.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Sonnenblume,

    fühle Dich mal ganz herzlich umarmt :)

    Ich weiß, wie das ist, wenn alles schwarz ist und es keinen Ausweg zu geben scheint.

    Habe keine Scheu, Deine Therapeutin nach einem Präparat zu fragen und, für Soforthilfe, in der Apotheke nach einem pflanzlichen Präparat zu fragen. Ich nehme in so einem Fall immer Tropfen, die Baldrian, Johanniskraut und noch eine andere Pflanze enthalten und die einen ohne Nebenwirkungen beruhigen. Frage einfach mal in der Apotheke.

    Was auch gut tut, ist Wärme. In der letzten Zeit habe ich meine Wärmflasche sehr lieb gewonnen und ich nutze sie jeden Tag, lege sie auf den Bauch, in den Rücken oder an die Füße. Das ist tröstlich.

    Hier im Forum bist Du auch nicht alleine. Du kannst Deinen Schmerz und Deine Angst rauslassen und wir verstehen und fühlen mit Dir!

    Ich wünsche Dir, dass es Dir schnell wieder bessergeht!

    Herzliche Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Sonnenblume,

    bei uns regnet es heute Bindfäden und der Schnee schmilzt langsam weg. Heute morgen war ich draußen zum Gottesdienst, aber ich denke, das Walken fällt heute leider flach. Naja, das Wetter wird auch wieder besser.

    Vorbereitend nehme ich noch keine Antidepressiva. Der Psychologe hat gesagt, ich werde in den ersten 2-3 Wochen in der Klinik eingestellt. Es gibt wohl viele verschiedene Präparate und man muss sehen, welche ich vertrage und welche nicht. Das ist auch ok. Es ist vielleicht von Vorteil, wenn ich noch etwas zuhause bin.

    Mir geht es gut, obwohl ich jetzt am Wochenende alleine war/bin. Gerade habe ich mir einen Auflauf fertiggemacht, der jetzt im Ofen bruzzelt Hmm, ich habe Hunger ;) Als ich vorhin so nachgedacht habe, über meine Situation und die letzten Wochen, habe ich plötzlich total die Dankbarkeit gespürt, dass ich jetzt die Hilfe bekomme, mein zukünftiges Leben in einer gesunden Art und Weise zu leben. Ich glaube, wenn ich den Schritt nicht gegangen wäre, wäre ich irgendwann an Herzinfarkt oder Krebs gestorben vor lauter Stress, Verbiegerei und innerer Traurigkeit.

    Im Gegensatz zu früher, passiert es mir immer wieder, dass ich einen Moment lang richtig glücklich bin. Es folgt zwar meist sofort ein Gegengedanke, dass das ja doch nicht hält und es bestimmt wieder schlecht wird :twisted: Aber ich weiß, dass das vorübergeht und ich mit der Zeit Vertrauen in mich und mein Leben entwickeln werde.

    Auch in punkto Partnerschaft will ich mich nicht mehr verbiegen und nicht mehr alles machen, um den Partner zufriedenzustellen, damit er nicht geht. Ich will lieber erst gesund werden und dann, wenn ICH auch ICH ausstrahle, wird der richtige Partner in mein Leben kommen, der auch zu mir passt. Daran glaube ich jetzt immer mehr.

    Das klingt vielleicht heute etwas euphorisch ;) und es wird bestimmt auch nochmal andere, schwere Tage geben, aber ich geniesse den jetzigen Augenblick und da fühle ich mich wohl und freue mich auf meinen Gemüseauflauf mit gemischtem Salat :)

    Dir lieber Sonnenblumen und euch allen wünsche ich noch einen erholsamen Sonntag und einen schönen Wochenstart!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Marina,

    das ist wirklich ein gutes Zeichen, dass die Rentenversicherung die Reha nach dem Widerspruch nicht gleich nochmal abgelehnt hat.

    Ich hatte selber vor ein paar Jahren eine Reha und da musste ich auch nach dem Widerspruch nochmal zum Arzt. Das waren damals Vertragsärzte der Rentenversicherung. Du musst zu Deinem Haus-Neurologen? Ich würde mal ganz entspannt zu dem Arzt gehen. Du weißt, warum Du die Reha möchtest. Vielleicht schreibst Du Deine Gründe/Beschwerden einfach nochmal alle auf, damit Du beim Arzttermin, wenn Du vielleicht nervös bist, alles parat hast. Und sag dem Arzt ruhig, dass Du Abstand zum Alltag/Wohnort brauchst und es Deiner Meinung nach wichtig für Dich ist, damit es Dir besser geht. Der Arzt kann nicht in Dich reinschauen. Lass ihn wissen, was Du brauchst.

    Ich habe Dir doch schon von der Direkteinweisung erzählt. Die Möglichkeit bleibt Dir doch immer noch, wenn die Reha ablehnen sollte.

    Es ist wirklich mal gut, ein paar Wochen aus dem Alltag rauszukommen und mit kompetenter Hilfe wieder Boden unter die Füsse zu bekommen. Davon bin ich jetzt auch überzeugt, nachdem ich heute Morgen das ambulante Vorgespräch zu meinem Klinikaufenthalt hatte. Ich denke, das ist eine Zeitinvestition in die Zukunft.

    Alles Gute, Marina! Ich drücke Dir die Daumen!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe CoLibri,

    herzlichen Glückwunsch zur bestandenen praktischen Prüfung :):)

    Da kannst Du wirklich seeeehr stolz auf Dich sein!!! Du hast an Dich geglaubt und Deine Ängste überwunden. Das muss Dir doch auch Kraft für die theoretische Prüfung geben.

    Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg dabei und drücke die Daumen!!!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo ihr Lieben,

    heute Morgen war ich beim Vorgespräch in der Klinik. Ich war vorher ziemlich nervös und war alles Mögliche im Kopf durchgegangen, was ich sagen wollte. Und dann war alles ganz leicht. Der Psychologe war total nett und hat auch ziemlich systematisch und kompetent gefragt.

    Er meint, dass man mir in der Klinik gut helfen kann, aber die Voraussetzung wäre, dass ich einem leichten Antidepressivum zustimme. Er sagt, da ich schon so lange die Belastungssituationen hätte, sei einfach meine Grundstimmung schon sehr belastet. Durch das Antidepressivum würde ich wieder Boden unter den Füssen bekommen, was die Therapie erleichtern würde. Ich denke mal, das kann ich akzeptieren.

    Leider ist es wohl nicht möglich, meine Weiterbildung in der Klinik weiterzumachen. Die werde ich wohl verschieben müssen, was nicht so schön ist, aber meine Gesundheit und die Zukunft sind wichtiger.

    Jetzt habe ich aber noch eine Wartezeit, die durchaus 3-4 Wochen dauern kann. Ist auf der einen Seite ganz gut, da ich alleine noch einiges spüren kann und lernen kann, mit mir zurechtzukommen. Aber ich will schon, dass es endlich losgeht.

    Heute ist es ziemlich grau und ungemütlich draußen. Mal sehen, was ich noch mache. Gestern wurde ich ziemlich verwöhnt, weil ich mich mit zwei Freundinnen getroffen hatte, was toll war. Wir haben zusammen gekocht und viel geredet und ich fühlte mich unbeschwert und angenommen. Manchmal kann das Leben so leicht sein. Ich hoffe, in Zukunft wird es mehr solcher Tage geben.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo ihr Lieben,

    war heute Abend bei einem Al Anon EKA Meeting. Ich wollte ja schon seit Wochen hin, hatte aber vor mir immer eine andere Ausrede und heute bin ich einfach hingegangen und war sehr positiv überrascht.

    Es waren sehr nette Leute da und ich fühlte mich nach kurzer Zeit wohl. Ich konnte viel von dem Gesagten mitnehmen und selber auch einiges sagen.

    Es hat gut getan! :)

    Wünsche euch eine gute Nacht!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Linde, liebe Sonnenblume,

    ganz herzlichen Dank für eure liebe Worte.

    @Linde: Deine Umarmung hat sich sehr gut und tröstlich angefühlt :) Und eine Wärmflasche ist mein wichtigstes Utensil, benutzte ich jeden Tag :wink:

    Nachdem ich mich gestern richtig ausgeruht habe und viel im Bett lag, was auch mal gut tat, bin ich heute wieder zu normaler Zeit aufgestanden. Das musste ich sowieso, weil der Ablesedienst für Heizung/Wasser gekommen ist.

    Auf der einen Seite geht es mir besser, ich habe wieder mehr Kraft und schaue nach vorne. Auf der anderen Seite herrscht in mir immer noch ein Gefühls- und Gedankenchaos. Mir fehlt ein Ankerpunkt, an dem ich mein Leben festmachen kann und von dem ich sagen kann: Das ist ok, das ist nicht krank oder krankmachend.

    Das allmähliche Begreifen, co-abhängig zu sein und die letzten Jahrzehnte in eine Art "Schauspiel" agiert und gar nicht richtig gelebt zu haben ist irgendwie ein Schock für mich. Ich darf gar nicht richtig drüber nachdenken, weil dann alles wieder im Negativen versinkt und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit zurückkommt.

    Heute habe ich mir im Buchladen Literatur über Co-Abhängigkeit geholt. Schon in der Einleitung habe ich ganz starke Aha-Erlebnisse gehabt, was mir aber hilft, wieder etwas aus diesem Zustand der Anspannung rauszukommen.

    Ja, für diese seltsamen Geühle und Ängste gibt es einen Namen (Co-Abhängigkeit).

    JA, ich kann an mir arbeiten und mir helfen lassen, um ein normales Leben leben zu können.

    JA, ich will endlich leben und zwar in einem gesunden Rahmen und das tun, was ich mag und nicht, was die anderen von mir erwarten. Ich will lernen, mich gut zu versorgen und meine Bedürfnisse zu erkennen.

    JA, es wird etwas dauern, bis ich gesund bin, aber jeder Tag wird mich näher an meine persönliche Freiheit bringen

    JA, es ist so gut, sich hier mit anderen Menschen auszutauschen, die Ähnliches durchmachen und uns gegenseitig durch die schwere Zeit zu helfen. Gemeinsam sind wir stark!!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo zusammen,

    nach gestern habe ich wirklich begriffen, dass ich Hilfe brauche. Ich habe nicht gedacht, dass ich so sehr co-abhängig bin und bin sehr erschrocken darüber.

    Ende letzter Woche war ich eigentlich ganz zuversichtlich, dass es einen grossen Schritt weitergekommen bin. Dann habe ich gestern einen riesigen Fehler gemacht, der mich total zurückgeworfen hat.

    Als ich gestern aus der Kirche zurückkam, war eine AB-Nachricht meines Freundes auf dem AB. Er schlug vor, dass wir uns am Nachmittag treffen könnten. Obwohl ich kein gutes Gefühl dabei hatte, dachte ich, die Gelegenheit, mal mit ihm zu reden sei günstig. Er kam dann und wir machten uns auf zu einem langen Spaziergang. Ich machte einen Vorstoss und erklärte, warum ich mich letzte Woche so verletzt gefühlt hatte. Tja, er hatte keine Ahnung, wovon ich redete, zog alles ins Lächerliche oder schwieg. Es ging einfach nicht.

    Daheim angekommen, wollte er wieder zärtlich werden, aber ich ging darauf nicht ein und machte stattdessen Abendessen. Ich hatte Würstchen gekauft. Nach dem Essen fing er dann an, Zeitung zu lesen, was mich wieder total ärgerte. Dann schaute er Fernsehen.

    Ich tippelte hinterher und setzte mich schön brav neben ihn auf die Couch (ich glaub's nicht :evil: ). Dabei überlegte ich mir hin und her, wie ich einen Schlussstrich ziehe, aber immer kam dieses sentimentale Gefühl wieder, dass wir doch soviel Schönes zusammen gemacht haben bla bla bla. Na und dann kam, was kommen musste. Mir wurde übel, wie schon lange nicht mehr. Die nächsten Stunden kam ich nicht mehr von der Toilette runter. Er fragte, ob er gehen sollte, aber ich war ja froh, dass jemand da war, weil ich so elend dran war.

    Zu Zärtlichkeiten kam es nicht mehr und er fuhr dann heute Morgen wieder, ohne dass ich offiziell Schluß gemacht habe.

    Ich bin wie betäubt, wie im falschen Film, fühle mich leer und durcheinander. Wieso kann ich eine Entscheidung, von der ich weiß, dass sie richtig ist, nicht durchziehen? Wieso muss mir mein Körper immer das Heft aus der Hand nehmen, weil ich handlungsunfähig bin?

    Manchmal habe ich das Gefühl, überhaupt nicht richtig lebensfähig zu sein. Diese Scheinwelt, in der ich lebte, ist weg und jetzt ist da nichts. Ich habe einfach nur Angst. An meine Hausarbeit gehe ich nicht ran, sitze noch im Schlafanzug hier und fühle mich einfach krank.

    Zum Glück hat heute morgen die Klinik angerufen und einen Termin für Freitag angeboten. Ich glaube, ich gehe in die Klinik. Das hat so keinen Sinn mehr ohne gezielte Therapie. Ich komme nicht weiter.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo Lavandula,

    ich empfand es gerade als sehr schön, Deinen Text zu lesen. Er hat auf mich einen sehr klaren, entspannten und positiv in die Zukunft schauenden Eindruck gemacht. :)

    Du schaust Dir die Dinge an, ohne weiter an ihnen festzukleben. Du erkennst Muster im Verhalten Deiner Eltern und erkennst, wie diese Muster Dich geprägt haben, aber wie Du sie auch loswerden kannst.

    Du hast die Möglichkeit, es Dir gut gehen zu lassen. Die Familie ist da, aber sie hat selber eine Verantwortung, wie Du eine für Dich hast.

    Gerade heute habe ich fast die gleichen Gedanken gehabt wie die, die Du aufgeschrieben hast.

    Es gibt eine Haltung als "Opfer" und es gibt die Haltung des "achtsamen Voranschreitens". Diese zweite Haltung habe ich für mich jetzt auch gewählt und gerade heute herausgefunden, wie ein einziger Gedanke, eine andere Bewertung eines Zustandes ausreicht, um sich glücklich oder schlecht zu fühlen. Diese Entdeckung fand ich für mich bahnbrechend.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende wie Du Dir es für Dich wünscht.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Guten Morgen ihr Lieben,

    über Nacht hat es zu Schneien angefangen - wie bei euch sicher auch - und alles ist wieder weiß geworden. Werde sicher später mal rausgehen und im Schnee stapfen. Das ist ein schönes Gefühl.

    Es ist wieder Wochenende und ich bin alleine. Mein Freund hat sich seit Mittwoch nicht mehr gemeldet. Ich mich auch nicht bei ihm. Irgendwie denke ich, wenn er an mir Interesse hat, dann soll er anrufen. Ich habe einfach das Gefühl, seit ich in dem Prozess des Aufwachsens bin und immer mehr Begreife, was bei mir los ist, bin ich für ihn unbequem geworden, weil ich nicht mehr alles so hinnehme, sondern hinterfrage. Es ist gut so, obwohl es natürlich schon wehtut. Es ist wieder mal ein Verlust, aber auch ein Gewinn für mich.

    Die letzten zwei Tage habe ich ein Buch gelesen, das auch wieder ziemlich auf mein altes Leben reflektiert hat. Irgendwie finden mich die passenden Bücher immer :lol:

    Darin ging es um einen Geschäftsmann, der sich nie auf eine Sache konzentrierte, sondern immer in Hektik und Stress war. Daheim bei seiner Familie war er schon in Gedanken im Büro. Beim Laufen schaute er auf sein Handy und nahm gar nichts mehr wahr. Er bekam eine Chance von einem Engel, umzudenken, und das wirklich Wichtige wahrzunehmen. Leider hatte die Geschichte am Schluß ein trauriges Happy End. :?

    Ganz so krass war das bei mir nicht, aber ich bin meistens auch durchs Leben gehastet, immer schnellen Schrittes, im Kopf schon wieder 4-5 andere Sachen, die ich machen wollte. Ich habe mir nie die Zeit genommen, mal in Ruhe was zu machen oder auch für mich, meinen Körper, meine Seele dazusein. Mein Motor brauchte diese Reize von außen, dieses sich Wichtigfühlen, sich Gebrauchtfühlen.

    Damit konnte ich es meinem Alk-Vater und seinen Eltern zeigen, die mich (und meinen Bruder) immer ablehnten und offen sagten, dass ich es im Leben sowieso zu nichts bringen würde. Ist es nicht Wahnsinn, wie viel solche Worte ausrichten können.

    Ich bin so dankbar, dass ich jetzt diese Chance in meinem Leben bekomme, mal in Ruhe nachzudenken, zu spüren, wieder authentisch zu leben und nicht mit einem stets künstlich aufgesetzten Lächeln. Es ist nicht so einfach. Vorgestern habe ich in der Bahn ein Gespräch zwischen zwei Frauen gehört, die wohl in der gleichen Branche arbeiteten wie ich und für kurze Zeit war das alte "Fieber" wieder da. Aber ich habe es gleich gemerkt. :wink:

    Es tut viel weh, ich habe wieder mehr Schmerzen die letzten Tage, aber ich heisse sie als Hinweise willkommen, dass da noch einiges geradegerückt werden will.

    Wünsche euch ein schönes, warmes und sicheres Wochenende!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Lavandula,

    vielen Dank für Deine ausführliche Antwort unter meinem Thread. Das ist genau der Weg, den ich jetzt auch gehe und es macht mir Mut, dass Du so gute Erfahrungen damit gemacht hast.

    Die Zeit zuhause ist wirklich sehr heilsam, wenngleich auch manchmal schwierig. Aber ich finde auch, es lohnt sich total, diese Zeit für sich zu verwenden.

    Ich wünsche Dir alles Gute für die neue Stelle, dass Du Dich gut einlebst und alles so wird, wie Du es Dir wünscht.

    Ganz liebe Grüße und feier noch schön!

    Sonnenstrahl

    Liebe Marina, liebe EKAs,

    da ist sicher etwas Wahres dran. Ich habe schon Angst vor dem, was mich erwartete in der Klinik. Nicht so sehr, dass es ans "Eingemachte" gehen könnte. Es ging die ganzen letzten Wochen schon ans "Eingemachte". Aber ich möchte mich nicht mehr so krank und abhängig fühlen. Bin doch gerade dabei, das abzulegen. Aber ich warte erstmal auf das Vorgespräch, bevor ich mir da umsonst Sorgen mache.

    Und doch bin ich ein bisschen stolz auf mich, dass ich gerade all die Gefühle zulasse und nicht mehr betäube. Naja, wenn ich meinen (leider) immer noch erhöhten Fernsehkonsum mal außer Acht lasse. :oops:

    Gestern Abend habe ich mit meiner Mutter telefoniert und zufällig kam mein Bruder auch gerade ins Zimmer und meine Mutter hat ihm den Hörer in die Hand gedrückt. Ich hatte die letzen Wochen keinen Kontakt mit ihm, nur mal eine einsilbige SMS von ihm bekommen. Ihm gehts wohl ziemlich schlecht im Moment und er will das nicht vor mir zugeben.

    Auf jeden Fall habe ich ihm dann einfach so erzählt, was gerade so in meinem Leben passiert und auch vom Forum hier und den letzten Wochen und er wurde immer interessierter. Ich hatte das Gefühl, er hat so jede Hoffnung auf Besserung in seinem Leben aufgegeben und hat vielleicht durch mich wieder einen Funken Mut bekommen. Das Gespräch war sehr schön und ich habe gemerkt, wie sehr ich meinen Bruder liebe. Ich möchte mehr Kontakt mit ihm. Aber das muss er auch wollen.

    Sitze gerade auf dem Sofa und schau aus dem Fenster. "Leise rieselt der Schnee". Draußen ist es leider etwas zu kalt und zu glatt zum Walken, aber ich habe mich heute morgen schon warmgetanzt. Habe ich lange nicht mehr gemacht und plötzlich hat es mich überkommen. :o Tanze doch so gerne!

    Also kann ich jetzt auch was tun und mit diesen Hausarbeiten weiterkommen.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo Marina,

    das, was Du beschreibst, kenne ich nur zu gut.

    Seit ich denken kann, habe ich immer nur für Leistung gelebt. Liebling der Lehrer in der Schule, super Leistungen im Studium, super Leistungen im Beruf. Habe auch nebenbei viel gemacht, gelesen, gelernt, um noch besser zu werden.

    Fand es klasse, von Vorgesetzten gelobt und von Kunden angelächelt zu werden. Da war es mir am Anfang vor 9 Jahren, als ich dann eine chronische Darmerkrankung bekam, fast lästig. Hielt sie mich doch vom Leisten ab, furchtbar :shock:

    Im letzten Jahr kam dann die Erkenntnis, ich kann und will diese Leistungn nicht mehr bringen. Die Situation im Büro ähnelte dann mehr dem Nahkampf "Jeder gegen Jeden". Misstrauen. Kollegen machten Kunden abspenstig und guter Kundenservice wurde gegen Verkaufsdruck ausgetauscht.

    Hatte dann am Schluß 24 Stunden stärkste Bauchschmerzen und, nachdem ich auch noch meinen Fuss verletzt hatte, fasste ich die Entscheidung auszusteigen.

    Bin jetzt seit 10 Wochen krankgeschrieben und warte auf stationäre Psychotherapie. Diese Wartezeit ist bisher die wertvollste Zeit meines Lebens. Ich war und bin viel alleine zuhause und da kommt allerhand nach oben. Ich begreife immer mehr, dass dieses Streben einfach Ersatz war für das fehlende elterliche Nest, dem ich heute noch mit einem ungeheueren Hunger nachtrauere.

    Ohne Aufmerksamkeit, Anerkennung, Leistung fühle ich mich wie ein Motor ohne Benzin, leer und antriebslos. Jetzt geht es darum, daran zu arbeiten, mir selbst genug zu sein und mich auch ohne Leistung zu mögen bzw. Menschen zu finden, die mich so mögen, wie ich bin.

    Ich gehe auch nicht mehr in den Beruf zurück, den ich gemacht habe. Das ist dann aber mein nächster Schritt.

    Was ich damit sagen will, liebe Marina, vielleicht arbeitest Du mal nicht weiter, wenn Du heimkommst, sondern hörst in Dich rein, was Deine Seele, Dein Körper Dir sagen. Es sind leise Stimmen und wir überhören sie oft. Irgendwann aber verlieren sie die Geduld mit uns und es kommt der Burnout. Lass es nicht mehr soweit kommen.

    Du bist auch ohne Leistung ein wertvoller Mensch. Wer das Gegenteil sagt, ist nicht Dein Freund!!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo Linde,

    das schätze ich so an Dir, dass Du direkt auf den Punkt kommst. :) Danke!

    Zitat von Linde66

    Das Kind-Ich fühlt sich dann erst richtig, wenn Mama kommt und es füttert und satt macht. Das ist ja auch völlig in Ordnung so, für ein Kind.

    Suchst du das heute noch in einer Partnerschaft? Eine Mama statt eines Mannes? Einen Versorger?

    Nein, eigentlich suche ich das nicht. Aber ich falle immer wieder auf das Schema rein. Außerdem habe ich noch nicht herausgefunden, wie ich dieses Leeregefühl bewältigen kann. Ich übe ja dran, indem ich bewusst nicht dauernd am Telefon hänge, aber ich schaue noch zuviel Fernsehen :oops: Diese Stille kann ich nicht immer ertragen.

    Wie hast Du das geschafft, dieses Erwachsenen-Gefühl zu entwickeln? Und was machst Du, wenn das Kindergefühl wiederkommt?

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo Dani,

    ja, ist wirklich etwas viel derzeit.

    Heute bin ich zur Klinik hingefahren, die nicht weit von meinem Wohnort entfernt liegt. Ich habe mir das Gelände angesehen, das ruhig gelegen in einem Naturschutzgebiet liegt. Der Pförtner wollte mich zwar abwimmeln, von wegen, die Kollegen in der Anmeldung hätten keine Zeit, aber ich bin trotzdem hingegangen.

    Das Gespräch in der Anmeldung war positiv. Die Dame, mit der ich immer am Telefon gesprochen hatte, war wahrscheinlich noch etwas unerfahren, aber auch nett. Ihre ältere Kollegin hat sich der Sache dann angenommen und wenn alles gut geht habe ich in den nächsten Tagen das Vorgespräch mit dem Arzt.

    Was mich noch etwas beschäftigt, ist die Frage, ob ich mir mit dem Klinikaufenthalt wirklich etwas Gutes tue. Ich bin gerade dabei, wieder ganz langsam handlungsfähig zu werden und die Klinik ist ja eine psychiatrische bzw. psychotherapeutische. Ich bin ja in dem Sinn nicht "krank", sondern brauche Unterstützung, den ganzen Wirrwarr um Job, Familie, Beziehung, Leben irgendwie geregelt zu bekommen und mein "Selbst" aufzubauen.

    In den letzten 9 Wochen, seit ich zuhause bin, ist mir so vieles wie Schuppen vor die Augen gefallen, so dass das in einer Therapie gar nicht mehr rausgeholt werden muss.

    Naja, das Vorgespräch wirds zeigen und ich kann mich ja wegen ambulanter Therapien auch noch befragen. Hauptsache nicht mehr in den krankmachenden Job zurück.

    Wegen meinem Freund fühle ich mich schon traurig und finde die Aussicht, die Wochenenden wieder alleine zu verbringen, einfach schlimm. Ich weiß noch nicht, was ich am kommenden Wochenende mit ihm mache. Soll ich ihn kommen lassen oder nicht. Da bin ich Hin- und Hergerissen.

    Habe vorhin auch mal über das starke Gefühl des Alleinseins bei mir nachgedacht, weil das immer schon ein wichtiges Thema für mich war. Irgendwie fühle ich mich erst richtig, wenn jemand mich von außen "füttert", mit Aufmerksamkeit, Geborgenheit, Liebe, Lob usw. Wenn ich alleine bin, fühle ich mich irgendwie nicht richtig lebendig und leer. Das macht mir Angst.

    Aber ich traue mich, endlich zu fühlen und mir das, was ich fühle, bewusst zu machen. Das ist wahrscheinlich ein guter Ansatzpunkt, weiter an mir zu arbeiten.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Marina,

    danke für Deine Antwort. Ja, Du hast Recht. Es bringt ja auch nichts, den Kopf hängen zu lassen. Macht auch nichts besser.

    Vorhin hat er angerufen und ich habe ihm auch gesagt, was mich an unserem Gespräch am Freitag belastet hat. Er hat nicht wirklich was dazu gesagt, was dies wieder relativieren würde oder dass er mich liebt. Ich kann meinem Gefühl schon trauen, das ist mir klar geworden.

    Mit der Klinik werde ich morgen mal einen Vorstoß machen - persönlich nochmal nachfragen oder auch nach Alternativen suchen. Meine Krankenkassen hat da auch so eine Beratungstelefonnummer. Da könnte ich nach Alternativen fragen.

    Ach ja, ich habe ja den Namen Sonnenstrahl gewählt, weil die Sonne immer wieder durchkommt, auch nach dem stärksten und dunkelsten Sturm.

    Herzliche Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo,

    ich fühle mich heute ziemlich verzweifelt. Zum einen macht mich die Sache mit meinem Freund und wie ich mich jetzt verhalten soll (Trennung/keine Trennung) total fertig. Heute Abend wird er bestimmt anrufen und wie soll ich mich da verhalten?

    Außerdem wird die Sache mit der Klinik immer ungereimter. Heute morgen habe ich angerufen, wann ich denn
    Aufnahmetermin hätte und erst nach drängenderem Nachfragen sagte die Dame was von nächster oder übernächster Woche. Als ich nach dem Vorgespräch fragte, sagte sie, es gäbe keines. Wenn ich eines sollte, verzögere sich die Aufnahme um weitere vier Wochen. Wie bitte?

    Ich war erstaunt. Meine Psychologin, die schon mehrere Patienten dorthin geschickt hat, hat mir erzählt, dass es immer ein Vorgespräch gäbe. Leider ist sie bis nächste Woche in Urlaub und nicht zu erreichen.

    Ohne Vorgespräch möchte ich da nicht hin. Ich muss doch einiges abklären, ob ich z.B. meine Weiterbildung weiterführen kann. Das möchte ich unbedingt. Auch möchte ich sicher sein, dass das Essen für meine vielfältigen Nahrungsmittelallergien passt. Das ist doch wichtig. Nicht dass ich dann in der Klinik hocke und alles ist schrecklich.

    Am liebsten möchte ich mittlerweile ambulant weitermachen, wenn die Krankenkasse das mitmacht. Aber wie und wo? Gerade fühle ich mich ziemlich hilflos und allein und weiß nicht, wo ich anfangen soll.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl