Beiträge von Weißbär

    Hallo Spiegel,

    ich finde doro hat recht, man sollte nicht zu seiner Trockenarbeit noch andere Baustellen wie z.b. Gewichtsabnahme oder Raucherentwöhnung machen. Der Körper hat mit dem fehlenden Alkohol bereits genug arbeit. Wenn du Süßkram nicht so magst, wie wäre es mit Obst, Fruchtzucker kann doch nicht so verkehrt sein. Dein Arzt kann dir bestimmt heiße Tipps geben.
    Ich gehöre übrigens zu den Menschen, die trotz Sauferei und Raucherei ein Blutdruck wie gemalt hatten. Es gibt also nicht zwangsläufig einen Zusammenhang.
    Die Erfahrung, dass in einer Therapiegruppe der eine oder andere nicht wirklich aus freien Stücken da ist, habe ich auch gemacht. Wir hatten etliche die vom Arbeitgeber gedrängt wurden und auch welche, die für die MTU einen Nachweis brauchten. Einige haben das deutlich gesagt und andere haben ihre Zeit abgesessen. Ist schade um die Gruppe. Aber was soll’s, ich wusste warum ich da war und das ist doch wohl das Wichtigste.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Mieken,

    Zeitdruck, so wie ich das Wort verstehe hatte ich nicht. Die Bange vor dem - nie wieder – hat mich Anfangs schon in leichte Panik versetzt. In solchen Fällen habe ich den Blick vor mich und nicht in die weite Zukunft gerichtet. Dieses Gefühl der Panik kenne ich auch aus anderen Lebensbereichen und verfahre da genauso.

    Ich habe während der Anfangszeit der Abstinenz darauf gewartet das eine gewisse Zufriedenheit und Ausgeglichenheit kommt, die Unruhe weggeht. Diese innere Unruhe und Rastlosigkeit hat mir schon zu schaffen gemacht, nicht das ich trinken wollte oder meinte trinken zu müssen. Kann das nicht richtig erklären, war aber für mich die schwierigste Phase.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo

    Also Werbung für Alkohol macht mich nicht (mehr) an. Ich finde Werbung an sich von Übel. Aus meiner Erfahrung als Verbraucher (Konsument) weiß ich, dass die Darstellung in der Werbung nicht mit der Realität übereinstimmt. Ich schwebe nie elfengleich durch meine Bude, putze mit dem angepriesenen Reiniger und alles Blink und Blitz, meine Frisur sitz und mein Make Up und die Klamotten sind wie neu.
    Bei Alkohol läuft es ja ähnlich - jung, gutaussehend, erfolgreich, entspannt, beliebt, lustig und schlagfertig -. Mit tollen Bildern, Musik usw. wird einem gezeigt wie einfach und schön doch das Leben ist.
    Doch ab und an ärgert mich die Werbung schon. Wenn dann in irgendeiner Talkshow über den Schaden diskutiert wird, den der Alkohol in der Volkswirtschaft anrichtet und wie man gegensteuern könnte, sollte usw., kommt mir ab und an schon die Galle hoch.

    Was mich allerdings besonders ärgert sind die Kochsendungen. Ich sehe gerne Kochsendungen. Wen Spitzenköche mit Alkohol Kochen und der Moderator nach alkoholfreien Alternativen fragt kommt meist die Antwort - der verkocht, können sogar Kinder essen -. Warum wird bei der Redaktion nicht auf solche Aussagen geachtet? Wollen mir die Köche erklären, gut kochen heißt mit Alkohol kochen?

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Melisse

    Meinst du die leichten immerwährenden Bauschschmerzen? Im Rückblick meine ich, ich hätte sie die gesamte Kindheit gehabt.
    Habe mich mal auf die angesprochene Internetseite geklickt und nur kurz die Startseite angelesen. Ja, dass mit der Kindheit kommt bei mir auch in etwa hin.
    Mir ist dabei eingefallen, dass ich in der Anfangszeit meine Abstinenz ab und an Meditationskassetten gehört habe, hatte ich ganz vergessen. Ob sie was geholfen haben? Keine Ahnung. Ich weiß nur, danach habe ich mich meist wie ausgewrungen aber ausgeglichen und zufrieden gefühlt.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Nachtschwund,

    prima, dass du deinen Thread angenommen hast. Ich kann deine Lebenssituation und dein
    Verhältnis zu dir gut verstehen und nachvollziehen.

    Bei mir ist es so, ich bin ein vollkommener Einzelgänger. Hatte die längste Zeit meines Lebens, besonders während meiner Alkhohlzeit, meist Probleme damit. Erst seit dem ich das akzeptiert habe geht es mir viel besser. Ich stamme aus einer Familie, in der es weder Freunde, Bekannte oder Verwandte gab. Selbst mit den Nachbarn wurde so gut wie nicht gesprochen. Freundinnen in meiner Kindheit gab es so gut wie nicht, wurden in meinem Elternhaus auch nicht gern gesehen. Ich habe mit 19 Jahren mein Elternhaus verlassen und hatte danach massive Schwierigkeiten mit der Situation ohne Kontakte und Ansprechpartner meine Leben zu gestalten. So das nach Außen hin funktionierte gut aber Privat war ich Orientierungslos. Richtig, dann kam der Alkohol. Leider habe ich dann auch noch den für mich falschen Mann erwischt. Wir passten so gar nicht zusammen und die Ehe war für mich eine Katastrophe, mit Erniedrigungen, Schlägen und so.

    Für mich habe ich nüchtern ein Leben mit mir aufgebaut, dass ich so wie es ist gern lebe. Habe vor Jahren gebaut und meine Hausgenossin ist eine Katze und wenn ich nicht mehr arbeite wird wohl ein Hund dazukommen.

    So, dass war ein sehr verkürzte Darstellung von mir.

    Wenn du was damit anfangen kannst, gut, sonst nimm es als Info.

    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Monabu,

    auch ich frage mich, warum du die Entscheidung vor der Therapie treffen willst.
    Warum wartest du die Therapie nicht ab? Wahrend der Therapie bekommt den Freund das Rüstzeug für die Zukunft und die Vergangenheit wird so gut es geht be-/aufgearbeitet. Es ist wahrscheinlich, dass dein Freund sich verändern wird. Ihr werdet euch also nochmals neu kennenlernen.
    Ich habe festgestellt, dass gerade in den Anfängen der Trockenheit sich der Alkoholiker in einer emotionalen Achterbahn befindet und wie er im ‚echten Leben’ ist/wird man nur erahnen kann.

    Soll nur ein Denkanstoß sein.

    Weißbär

    Hallo Mieken,

    ich habe mit dem Vorschlag eines eigenen Thread für Nachschwund gezögert, weil ich selbst keinen eigenen Thread am laufen habe. Ich tue mich da etwas schwer mit. Meine Lebensumstände weichen doch erheblich von anderen ab und ich bin daher mit meiner Erfahrungsweitergabe vorsichtig (nicht halbherzig).
    Dieses Forum habe ich durch Zufall und Neugierde gefunden. War ganz fasziniert und aufgewühlt beim lesen der Beiträge. Hat mich an ‚alte Zeiten’ erinnert und es sind eine Menge Gefühle aufgewühlt worden. Dadurch ist mir wieder klar geworden, wie unendlich Dankbar ich sein kann, dieser zerstörerischen Sucht entkommen zu sein.
    Deshalb meine ich für mich, dass ich vielleicht mit dem einen oder anderen Tipp oder Denkanstoss den ‚Neuen’ helfen kann. Und die Neuen mich auf dem Teppich halten.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Mieken, hallo Nachschwund,

    Mieken
    Auch ich wollte Nachtschwund zu einem eignen Thread raten, du warst schneller.

    Nachschwund,
    ich kann deine Ängste wegen der Unendlichkeit unserer Krankheit nachvollziehen.
    Bei mir war der Schrecken – nie wieder – auch groß. Mochte gar nicht in die Zukunft schauen. Daraufhin habe ich den Blick etwas runtergenommen und bin die momentanen Probleme angegangen. Es heißt ja oft - die nächsten 24 Stunden -, genauso ist es.

    Bei mir ist es nicht so, dass mein Leben total auf meine Abstinenz ausgerichtet ist. Ich hole nicht jeden morgen meine Trockenbausteine aus der Krabbelkiste und baue sie neu auf. Bei mir hat sich mein Verhalten ohne Alkohol in mein Leben etabliert. Ich gehe auch nicht morgens bei Minusgraden im Blüschen aus dem Haus oder stürze mich ohne Rücksicht in den Straßenverkehr. Ich will damit nicht sagen, dass meine Trockenheit ein Selbstläufer ist, es gibt gewiss Situationen wo ich besonders achtsam bin aber die gibt es in allen Bereichen des Lebens. Meine Lebensqualität hat sich um zig % verbessert, es hat sich mehr als gelohnt den Weg aus der Sucht zu gehen, ich wäre auch mit weniger % zufrieden gewesen.

    Also Nachtschwund, du meist du hast nichts Neues zu sagen, glaube ich nicht. Für mich alten Hasen (ich bin weder alt noch Hase) sind die Anfänge aus eurer Sucht wichtig, um mich an meine Anfänge zu erinnern und mich nicht aus dem Blick zu verlieren. Ich finde in so einem Forum hat jeder was mitzuteilen auf welchen Weg er sich auch gerade befindet. Es heißt ja nicht umsonst – Hilfe zur Selbsthilfe -.

    Besonders liebe Grüße
    Weißbär

    Hallo Twisted_Heart,

    ich bin auch trockener Alkoholiker und muss Eric zum Teil recht geben.
    Dein Mann will jetzt alles, Hilfe wegen der Sauferei, Therapie wegen Partnerprobleme und und, nachmöglich gleich und sofort und alles auf einmal. Ich weiß nicht ob es wirklich sinnvoll ist alles auf einmal in angriff zu nehmen.
    Warum fängt er nicht mit seinem Alkoholproblem an und bringt das erstmal halbwegs auf die Reihe, kostet eine menge Kraft und Energie, nur nicht trinken reicht nicht um eine stabile und zufriedene Trockenheit zu erreichen.
    Sind so meine Gedanken, nachdem ich deinen letzten Eintrag gelesen habe.

    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Mieken, hallo espoir,

    es sollte von meiner Seite nicht so rüberkommen, als wenn meine Urlaub nur aus Strahlen wegen nicht Trinken besteht. Natürlich beschleicht mich bei einem Blick ins Straßencafe, Strandpromenade und und Wehmut und Verzichtsgedanken. Nicht weil ich auch will, sondern weil ich nicht darf. Meine mir zugeteilte Ration (und darüber hinaus) musste ich ja unbedingt auf einmal trinken.
    Aber ganz klar, die Trockenheit hat mir persönlich fast nur Gewinn gebracht und ob ich das was ich verloren habe mit der Sauferei behalten hätte sei mal dahin gestellt,

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Mieken,

    bei Verzichtgedanken, gerade während des Urlaubs und besonders im 1. Urlaub nach dem Alk, habe ich mich daran erinnerst wie sehr ich den klaren Blick auf alles Schöne genieße.
    - Was schön – war wohl einer meiner häufigsten Gedanken. Mir war klar, dass ich mit Alkohol den Urlaub mit allem drum und dran so nicht hätte erleben und genießen können.

    Vielleicht solltest du den Blick darauf richten was du gewonnen und nicht was du verloren hast. Half/hilft mir meist sehr.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Mone,

    dein Mann verhält sich wie meine Mutter mir gegenüber. Sie hat meine Alkoholsucht zwar bemerkt aber sie immer beiseite geschoben und ignoriert. Es war für sie kein Thema. Genauso war es später mit meiner Trockenheit. Alkoholiker, doch nicht in unserer Familie, nicht ihre Tochter. Ich hatte manchmal das Gefühl, sie meint, ich trinke nur um sie zu ärgern.

    Meint dein Mann der Entzug, die Therapie und die Nachsorge bei seiner Mutter war nur Beschäftigungstherapie? Dein Mann hat sie doch selbst erwischt beim alkoholisiert Autofahren wollen. Hat er sich mit der Problematik der Suchterkrankung nicht beschäftigt?

    Besonders schlimm finde ich, dass du den Unmut abbekommst und dein Mann die Augen vor der Realität verschließt.

    Weißbär

    Hallo Susanne,

    ich kann mich den Ausführungen von Papi anschließen. Es ist schon ein geben und nehmen. Wenn sich Neulinge nicht ausschließlich um ihren eignen Thread kümmern finde ich das OK.
    Mir geht es häufig auch so, ich lese eine Antwort und bin neugierig auf die Person und schaue mir ihren Thread genauer an.

    Was mir allerdings manchmal aufstößt ist, wenn jemand noch in der Findungsphase ist. Z.b. bei euch Co’s - Partner verlassen, Partner helfen, wenn verlassen aber eigentlich ist es doch gar nicht so schlimm, lieber Kerl wenn nüchtern, Kinder, finanzielle Sicherheit und und - . In einem anderen Thread der gleiche Neuling einem anderen Neuling in einer ähnlichen Position fasst befehlsartig schreibt – Lauf was du laufen kannst -. Da habe schon Verständnisschwierigkeiten, hoffe liegt nicht am Alter.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Macs,

    nimm die Zufriedenheit der Langzeittrockenen doch als Anreiz. Ich konnte mir in der Anfangszeit auch keine Zufriedenheit vorstellen, da herrschte die Panik vor dem - nie weiter – vor. Allerdings habe ich die Zufrieden in unser SHG gesehen und gehört und mir gedacht, scheint es zu geben und das waren keine Spinner oder Überflieger, sondern ganz normale Menschen.
    Es braucht alles seine Zeit.

    Gute 24 Stunden

    Weißbär

    Hallo Lefty,

    stimmt, ich habe keinen eigenen Thread. Ich habe meine Trockenheit nicht mit Hilfe des Forums erreicht und bin aus der Findungsphase raus. Ich finde das Forum prima aber zu meiner Zeit gab es Forum noch nicht und ich bin meinen Weg über Selbsthilfegruppe und einer Art ambulanten Therapie gegangen.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Lefty,

    glaubst du wenn du viel änderst würdest du dich mit ändern. Ich glaube das ist ein Trugschluss. Meinst du mit einer neuen Wohnung würden deine Unruhe bzw. deine Ängste sich in Luft auflösen. Du wärst eine Weile gut beschäftigt und dann.
    Du hast wahrscheinlich gehofft, dass mit dem nicht trinken alles andere von allein geht.
    Hier in deinem Thread haben dir eine ganze Menge Leute Denkanstösse gegeben. War tatsächlich für dich nichts dabei, mit dem du dich mal etwas näher beschäftigen kannst??

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Macs,

    ich habe Alkohol nur wegen der Wirkung getrunken. Mag den Geschmack nicht. Vor meiner Saufkarriere habe ich mich an einem Glas Bier oder Wein den ganzen Abend aufgehalten.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Mario, Hallo Macs,

    ich glaube seine Strategie muss jeder für sich selbst finden. Ich bin nun ein Einzelgänger und damit fallen Gespräche mit Freunden schon mal weg. Familie ist so gut wie nicht existent.
    Bei nassen Gedanken schalte ich meine Erinnerungen und meine Fantasie ein. Wie war das mit saufen, wie hat es sich angefühlt und was hat es mir letztendlich gebracht. Bin allerdings reiner Wirkungstrinker gewesen. Dann male ich mir aus was es bedeutet jetzt wieder anfangen und was kommt danach. Ich weiß es wird nicht beim einmaligen Trinken bleiben, sondern es wird zum Selbstläufer. Dieses was wäre wenn, bringt mich immer ganz schnell auf den Teppich zurück
    Das ist meine Strategie und immerhin funktioniert es bei mir bereits seit Jahren.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Mario,

    auch mir kam/kommt nach Streitigkeiten, Niederlagen, Enttäuschungen der Gedanke – sich jetzt wegsaufen -. Ich frage mich dann meistens, wenn will ich bestrafen, mich oder den andern. Damit hat sich das Thema Saufen meist erledigt.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Zwetschke, Hallo FrozenTtears,,

    der Beitrag von Frozen Tears spricht mir aus meinem Herzen. Ich stamme zwar nicht aus einer Alkoholikerfamilie aber die Ehe meiner Eltern bestand nur aus Auseinandersetzungen.
    Ich habe darunter sehr gelitten. Rückblickend hatte ich während meiner Kindheit und meiner Jugend immer leichtes Bauchweh. In meinen schönen Erinnerungen spielen meine Eltern keine Rolle. Kinder merken wenn etwas nicht stimmt auch wenn sie es noch nicht benennen können.

    Gruß

    Weißbär