Beiträge von Skye

    Hallo Bergchen85,

    ich verbringe dieses Jahr das 4.Weihnachten ohne meine Mutter, ihr Todestag jährt sich bald zum 3. Mal. Im Grunde hatte ich schon vorher sehr viele Weihnachten ohne sie verbracht, aber da war sie zumindest noch körperlich anwesend und ich hatte die Hoffnung irgendwann einmal meine Mutter wieder zu bekommen. Es ist nicht leichter geworden für mich, sie fehlt mir nach wie vor und wird es immer tun. Es ist nur leichter geworden damit klar zu kommen.

    Mein Vater ist heute noch der Überzeugung wenn wir, er und ich, uns nur genug ins Zeug gelegt hätten, dann würde sie noch leben und wäre trocken geworden. Jeder macht sich eben vor, was ihm am besten hilft, wenn man mit der Wahrheit nicht klarkommt oder klarkommen will. Da ist die Sicht Deines Vaters für ihn noch wesentlich gesünder, als die meines Vaters für ihn.

    Ich betrachte mich heute in keine Weise als verantwortlich für das Trinken meiner Mutter oder Ihre Trockenheit. Da kann mein Vater reden wie er will, er bekommt die passenden Antworten von mir. Mit dem Ergebnis, ich höre keine Vorwürfe mehr. Warum auch, ich ziehe die Schuhe die er hinstellt schon lange nicht mehr an, also spart er sich die Mühe.

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    Denn um ehrlich zu sein, hat er sie nie unterstützt, damit sie dem Alkohol fernbleibt. Außerdem finde ich es schon extrem, dass mein Vater nicht einmal über seinen Beitrag zum Tod meiner Mutter nachgedacht hat...

    Es gibt in diesem Land haufenweise Hilfen für Alkoholiker die Hilfe wollen. Es war nicht Aufgabe Deines Vaters dafür zu sorgen, dass Deine Mutter trocken wird, das war Ihre. Er hat an dem Tod Deiner Mutter ebenso wenig einen Anteil, wie meiner am Tod meiner Mutter.

    Mein Vater hat meine Mutter unterstützt, durch diverse Entgiftungen, 2 LZT, div. SHG's, einige Gesprächstherapien usw. Was mit Sicherheit nicht immer einfach war, denn u. a. eine Begleiterscheinung war bei allem, das sie extreme Stimmungsschwankungen hatte. Sie war kein einfacher Mensch und der Alkohol bzw. seine zeitweise Abwesenheit hat das nicht unbedingt verbessert.

    Neben den offiziellen Hilfen, gab es da dann noch kalte Entzüge zu Hause, die natürlich nicht erfolgreich waren. Einer endete auf der Intensivstation. Eine ganz tolle Idee der beiden war, meiner Mutter den Alkohol zuzuteilen. Es ist ganz toll, wenn man die eigene Mutter den Vater um Alkohol anbetteln hört. Egal ob man 15 oder wie ich damals 35 Jahre alt ist. Vollkommen sinnlos war auch die Aktion, ihr alles Geld zu nehmen. Sie ist trotzdem an Alkohol gekommen und hat noch mehr gesoffen als sonst. Vermutlich aus lauter Angst jederzeit von der Quelle abgeschnitten zu werden.

    Mein Vater hat sie unterstützt, wenn man das denn so nennen will. Ich nenne es blinden Aktionismus aus Hilflosigkeit. Tot gesoffen hat sie sich trotzdem. Mir könnte da höchstens die Frage bleiben, hat er nicht zu viel getan bzw. das falsche? Die stellt sich mir aber nicht, da man als Angehöriger machtlos ist. Der einzige der etwas tun kann ist der Alkoholiker selbst. Wenn jemand Schuld ist, dass meine Mutter sich tot gesoffen hat, dann meine Mutter.

    Ich frage mich ernsthaft, was Du eigentlich von Deinem Vater erwartest bzw. erwartet hast. Fakt ist, er hat Deiner Mutter die Flasche nicht an den Hals gehalten, ebenso wenig mein Vater meiner Mutter. Keiner kann einen Alkoholiker vom trinken abhalten wenn er trinken will und es gibt für jeden Alkoholiker in diesem Land Hilfe sofern er welche will. Nasse Alkoholiker wollen ganz offensichtlich keine. Man kann sie nicht trocken zwingen und man kann sie nicht trocken lieben.

    Was hätte er Deiner Meinung nach tun sollen? Vor allem wenn Du solche Aussagen tätigst:

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    Das macht er aber nicht, weil Angst davor hat, dass sein Leben sonst zerfallen würde sondern, weil er kein Schuldbewusstsein hat und sehr infantil ist.

    Wer oder was gibt Dir das Recht, das Verhalten Deines Vaters zu ver- und beurteilen. Wenn er so klar kommt, ist das seine Sache und nicht Deine und selbst wenn er nicht klarkommt, ist es immer noch seine Sache. Es ist sein Leben, damit kann er machen was er will.
    Ich würde mir für meinen Vater auch etwas anderes wünschen, aber er macht weiter wie bisher, obwohl es noch mehr für ihn gäbe. Ich finde es schade, aber er ist erwachsen und kann selbst entscheiden wie er leben möchte. Für mich klingst Du sehr selbstgerecht. Bist Du über jeden Zweifel erhaben, stehst Du über jeder Kritik?

    Was ich verstehen könnte wäre, wenn Du ihm Vorwürfe machen würdest, Dich nicht vor Deiner trinkenden Mutter geschützt zu haben, indem er Dich genommen hat und gegangen wäre. Wenn Du ihm vorwerfen würde, Dir als Kind nicht genug zur Seite gestanden zu haben. Auch wenn das jetzt wenig bringen würde, wo Du erwachsen bist. Das jedoch könnte ich nachvollziehen. Alles andere ist allein seine Sache, jetzt wo Du erwachsen bist.

    Ich bin heute erwachsen, fähig und in der Lage mich um mich selbst zu kümmern und das tue ich inzwischen. Ich habe viel zu viel Lebenszeit damit verschwendet meine Mutter retten zu wollen. Heute weiß ich, nur sie konnte das, ebenso wie ich weiß, nur mein Vater kann sein Leben ändern. Denn nur ich konnte meines ändern.

    Lass Deinen Vater sein Leben leben, wenn er so zufrieden ist und wenn er es nicht ist, dann muss er etwas ändern. Lebe Du Dein Leben, Du hast nur das eine.

    Gruß
    Skye

    Hallo Hartmut,

    Co-Abhängige waren für mich „die“, die Alkohol besorgt haben. Alles andere, was ich heute unter Co-Abhängigkeit begreife, übernehmen, abnehmen, einmischen waren für mich normale Verhaltensweisen. Wenn jemand mir zu verstehen gab, dass da bei mir etwas im Argen ist, dann hatte der einfach keine Ahnung und gut war's. Ein Hoch auf die Verdrängung, bis das eben nicht mehr funktionierte.

    Gruß
    Skye

    Hallo Insecure,

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    Ich weiß ja dass ihr recht habt... aber ich kann das einfach NOCH nicht

    Das habe ich schon verstanden, wie gesagt ich weiß wie das ist und das der Schritt sich zu lösen Zeit brauchen kann, manchmal sehr viel Zeit. Das ist auch vollkommen normal, Dein Vater ist Dir schließlich nicht gleichgültig. Alles andere wäre vor dem Hintergrund auch eher ungewöhnlich.

    Deshalb auch meine Fragen:

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    Was glaubst Du könnte Dir helfen mit der Situation klar zu kommen so wie sie ist? Was denkst Du, kannst Du für Dich tun? Mal einfach so aus dem Bauch heraus, ohne groß nachzudenken ob Du Dir das wirklich vorstellen kannst oder nicht.

    Versuche mal die Gedanken an Auszug und Deinen Vater vom trinken abzubringen außen vor zu lassen. Was bleibt dann? Was ist da? Man kann sich auch in ganz kleinen Schritten vorwärst bewegen. Es muss nicht immer gleich ein riesen großer sein oder gleich ein Schnitt.

    Gruß
    Skye

    Hallo Insecure,

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    Nun, ich glaube weil ich gehofft habe dass es einen Weg gibt, wie ich ihm helfen kann das Trinken aufzugeben...

    Das habe ich, wie jeder andere Angehörige hier, auch lange gehofft. Wir alle mussten früher oder später einsehen, dass uns die Hände gebunden sind und man einen Alkoholiker nicht trocken lieben, trocken zwingen oder reden kann. Wenn es einen Weg gegeben hätte, meine Mutter vom trinken abzubringen, ich wäre ihn gegangen, egal wie schwer er gewesen wäre. Ich musste jedoch einsehen, gegen den Alkohol bin ich machtlos, es gibt keinen Weg. Ich denke, diese Einsicht reift auch so langsam in Dir.

    Was glaubst Du könnte Dir helfen mit der Situation klar zu kommen so wie sie ist? Was denkst Du, kannst Du für Dich tun? Mal einfach so aus dem Bauch heraus, ohne groß nachzudenken ob Du Dir das wirklich vorstellen kannst oder nicht.

    Gruß
    Skye

    Hallo insecure,

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    Wenn ich gehe, dann hat er bald niemanden mehr.

    Das ist vollkommen normal bei einem Alkoholiker, denn das wichtigste im seinem Leben ist der Alkohol. Da gehen dann automatisch nach und nach die Menschen die nicht hinter dem Alkohol rangieren wollen und das sind die meisten, irgendwann dann alle.

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    ... und dann wird es nur noch schlimmer werden!

    Ganz ehrlich? Das wird es auch wenn Du bleibst. Ob Du gehst oder bleibst ändert nichts daran. Es wird erst besser werden, wenn er es will. Alkoholismus ist eine Krankheit die ohne Eingriff des Süchtigen immer schlimmer wird. Die Anwesenheit von Angehörigen ändert da herzlich wenig dran. Es wird so oder so schlimmer werden.

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    Das kann ich ihm doch nicht antun!

    Aber Dir selbst kannst Du das antun?

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    Ich will ihn nicht allein lassen...

    Gut, ich kann das verstehen, mir ging das mit meiner Mutter lange Zeit genauso. Ich wollte auch nicht, bis es mir so dreckig ging, das es bei mir ums nackte Überleben ging und ich 20 Jahre meines Leben mehr oder weniger verschenkt hatte.

    Du bist der einzige Mensch auf der ganzen großen Welt der dafür sorgen kann, dass es Dir besser geht. Ganz einfach, weil das bei jedem Menschen so ist.

    Jetzt aber mal ganz ehrlich, Du willst nichts ändern, gut dann jammer auch nicht und nimm es hin wie es ist. Er säuft, Du willst nicht ausziehen und weiter versuchen ihn zu retten. Das Du das nicht kannst, willst Du uns scheinbar nicht glauben, also mach so weiter, aber jammer nicht. Du könntest etwas ändern, wenn Du wolltest.

    Gruß
    Skye

    Hallo Insecure,

    ich kann verstehen, dass Du Angst vor der Veränderung hast und im Moment nichts ändern möchtest. Ich kenne das von mir, es hat bei mir auch lange gedauert, bis der Knoten geplatzt ist.

    Es ist Dein Leben und Du entscheidest, ob Du etwas ändern möchtest. Andersherum entscheiden aber auch Dein Vater und Deine Stiefmutter ob sie etwas bei sich ändern möchten. Wenn Du für Dich in Anspruch nimmst ersteinmal abzuwarten und zu sortieren, solltest das auch ihnen zu gestehen.

    Gruß
    Skye

    Hallo insecure,

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    Ich bin am verzweifeln...

    Was Dich angeht, brauchst Du nicht zu verzweifeln. Du wirst es schaffen auf eigenen Füssen zu stehen.

    Was Deinen Vater angeht, nun diese Gefühle kann ich nachvollziehen. Aber ob Du nun mit ihm zusammen lebst oder nicht, Du kannst ihn nicht vom trinken abhalten und Du kannst ihn nicht vor sich selbst beschützen. Wenn er trinken will, wird er es tun, ob Du ihn nun beaufsichtigst oder nicht. Wenn er aufhören will wird er das tun, ob Du nun mit ihm zusammen wohnst oder nicht.

    Ob er trinkt oder nicht hat überhaupt nichts mit Dir zu tun. Ob Du nun da bist oder nicht, ob Du nun auf ihn aufpasst oder nicht. Du bist vollkommen machtlos und hast in der Beziehung keinerlei Handhabe.

    Nimm Dein Leben in die Hand und lebe.

    Gruß
    Skye

    Hallo insecure,

    ich kann verstehen wie es Dir geht. Meine Mutter war auch immer für mich da, es gab Zeiten die für sie nicht einfach waren und doch stand ich für sie immer an erster Stelle (nach dem Alkohol, das habe ich aber erst später begriffen). Es tat mir unendlich weh zu sehen was sie sich antat. Ich wusste was sie für ein wunderbarer Mensch gewesen ist, warmherzig, liebevoll, tröstend, beschützend, intelligent und noch so viel mehr. Zu sehen was sie mit sich selbst machte, war manchmal unerträglich für mich. Sie hat mich geliebt und ich habe sie geliebt. Wenn ich irgendwie gekonnt hätte, ich hätte sie vom trinken abgebracht. Doch das lag nicht in meiner Macht. So weh, wie diese Erkenntnis auch getan hat, sie hat mich gerettet.

    Ich hatte auch lange damit zu kämpfen und Schwierigkeiten mich zu distanzieren. Ich hatte das Gefühl ich würde sie alleine lassen. Ich hatte den Glauben, ich könnte etwas tun. Wie soll man jedoch jemandem helfen, der keine Hilfe will? Das geht nicht, da bleibt nur noch loslassen, will man nicht untergehen. Jemanden loslassen heißt nicht, dass man ihn nicht liebt. Man kann gehen und trotzdem lieben. Lieben heißt nicht, sich selbst zu opfern.

    Hilfe heißt Unterstützung eigener Bemühungen und nicht abnehmen von etwas. Man kann nur helfen und damit unterstützen wenn jemand selbst den ersten Schritt tut. Du kannst jemandem der auf dem Sofa sitzt so oft hoch ziehen und versuchen ihn zum stehen zu bringen wie Du willst, solange er nicht mithilft, wird er immer wieder zurück auf das Sofa fallen. Ebenso ist es mit einem Alkoholiker, solange er nicht selbst stehen möchte, wirst Du ihn nicht dazu bringen.

    Zu gehen, heißt nicht ihm nicht zu helfen, zu gehen heißt, ihn sitzen zu lassen, er will nicht stehen. Wenn er stehen will, dann kannst Du ja für ihn da sein, wenn Du das möchtest.

    Gruß
    Skye

    Hallo Kernkraft,

    schau mal in der Bücherei nach, die haben nicht nur Romane, Krimis etc. Die Jahresgebühr für öffentliche Büchereien ist in der Regel auch überschaubar. Internethändler für Bücher haben meistens auch einen Bereich in dem Kunden ihre gelesenen Bücher anbieten können. Da gibts die gleichen Buchstaben für weniger Geld.

    Gruß
    Skye

    Hallo Stupsi,

    ich habe das mal aus einem anderen Thread rauskopiert, weil meine Antwort dort nicht zum Thema passt.

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    du hast in einem thread geschrieben, du würdest dir wünschen das deine mutter tot sei, damit hast du jenes ausgesprochen, was ich mir im kopf ganz hinten leise denke, aber nie hätte zu artikulieren getraut. des öfteren hatte ich schon diesen gedanken, dass wir eben dann alle unsere ruhe hätten,

    Sei mir nicht böse, aber Du machst es Dir sehr einfach. Wenn Deine Mutter nicht mehr ist, dann musst Du bei Dir ja nichts mehr ändern. Die Lösung Deiner Probleme liegt nicht bei Deiner Mutter, sondern bei Dir. Deine Mutter ist nicht Schuld an Deinen Problemen, sondern Du selbst. Wie Du mit ihrer Sucht umgehst, wie Du mit Dir selbst umgehst, wie Du Deinen Wert definierst. Wenn Du die Nabelschnur nicht durchschneidest und die Verantwortung für Ihr Leben Deiner Mutter zurückgibst, dann wird sich nichts ändern. Keiner behauptet das, dass einfach ist, es ist sogar alles andere als einfach. Da ist der Tod Deiner Mutter natürlich, die scheinbar leichteste Lösung. Das scheinbare Problem ist weg. Das eigentliche Problem bist jedoch Du selbst. Du bist diejenige die tut und macht, dass musst Du nicht, nichts und niemand zwingt Dich, außer Dir selbst. Deine Mutter hat ein Problem, sie ist aber nicht Deines.

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    aber jetzt wo es eventuell bald sein könnte, sieht meine emotion hier gänzlich anders aus und leider überwiegt wieder einmal die sorge um meine mutter.

    Solange Du nichts für Dich tust, solange Du weiter meinst für sie und für Deinen Vater verantwortlich zu sein, zwei erwachsene und mündige Menschen, wird dieser Zwiespalt immer bleiben. Du wirst aus dem Gefühlsjojo nicht raus kommen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Stupsi,

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    denn wenn er ausziehen würde, würde sie mit Sicherheit in der Gosse enden bzw. wäre es an mir sie davor zu bewahren.

    Du kannst Deine Mutter nicht vor sich selbst beschützen. Die Spirale eines Alkoholikers dreht sich stetig nach unten, erst langsamer, dann immer schneller wenn er nicht aussteigt. Du kannst ihren Abstieg höchstens verlangsamen, aber nicht verhindern.

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    Wenn ich deine Zeilen richtig interpretiere, dann war aber deine Mutter trotz des Alkohols wenigstens nicht böse zu dir.

    Meine Mutter war, wenn sie getrunken hatte, alles zu mir, die gesamte Palette an Emotionen. Fast immer vollkommen willkürlich und ohne Zusammenhang. Die meiste Zeit hat sie aber an mein schlechtes Gewissen appelliert, damit ich funktionierte und ich habe funktioniert, ich habe ihr das saufen einfach gemacht. Oder sie hat einen Streit vom Zaun gebrochen, weil sie gerade einen „Grund“ zum saufen brauchte. Aber sie hat mir auch diverse Nettigkeiten vor den Latz geknallt. Die Sache mit dem Ausplaudern von Vertraulichkeiten kommt mir auch sehr bekannt vor. Meine Mutter wusste sehr genau, welchen Knopf sie drücken musste damit ich funktionierte. Sie hat mit mir und meinen Gefühlen gespielt, wie ein Pianist auf dem Klavier.

    Um nicht vor die Hunde zu gehen, habe ich gelernt zu unterscheiden zwischen dem was meine besoffene Mutter getan und gesagt hat und dem was meine nüchterne Mutter gesagt oder getan hat. Der besoffene Zustand ist irgendwann an mir abgeprallt und ich habe sie auflaufen lassen bzw. mich einfach kommentarlos zurück gezogen. Ich habe mich auf ihre Spielchen nicht mehr eingelassen und meine Knöpfe abgebaut. Es hieß ja nicht, dass sie mir egal war und sie nicht mehr geliebt habe, ich habe „nur“ nicht mehr mit mir spielen und mich missbrauchen lassen.

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    Was mache ich wenn sie ob ihrer Sauferei zum Pflegefall wird (ich glaube nämlich, dass es so nicht mehr lange gehen kann)

    Den Gedanken hatte ich auch oft genug. Das Schicksal wollte es anders. Noch ist es nicht so. Wenn es so kommen sollte, dann gibt es staatliche Stellen, die helfen. Du musst gar nichts, Du kannst wenn Du willst, aber Du musst gar nichts. Wenn es so kommen soll, wirst Du auch das nicht verhindern können. Es liegt allein in den Händen Deiner Mutter ob es soweit kommt oder nicht, zumindest was den Alkohol angeht.

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    aber wie du selbst schreibst, es war ihre Entscheidung.

    Es war ihre Entscheidung zu trinken, so wie es die Entscheidung Deiner Mutter ist zu trinken. Für einen Alkoholiker der wirklich trocken werden will, gibt es haufenweise Hilfen in diesem Land. Er muss sich nur auf den Weg zu ihnen machen. War meine Mutter trocken? Nein! Ist Deine Mutter trocken? Nein!

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    Du machst einen unheimlichen starken Eindruck auf mich

    Ich bin so stark oder schwach wie jeder andere auch.Vor gut 5 Jahren war ich da, wo Du jetzt bist, getrieben und gelähmt von der Angst um meine Mutter. Ich hatte sogar noch weniger als Du, ich hatte niemanden mehr. Die Sorge um meine Mutter hat mich derart vereinnahmt, dass in meinem Leben kein wirklicher Platz mehr für andere war.
    Es ist eine Frage der Motivation und meine war, dass ich leben wollte. Das ging nicht alles von heute auf morgen, das war ein jahrelanger Prozess und ich bin den Weg auch nicht allein gegangen. Ich hatte Hilfe durch diese Forum, eine reale SHG, durch eine Therapie und habe mich mit andern erwachsenen Kindern ausgetauscht. Alleine hätte ich das nicht geschafft. Ohne Hilfe wäre ich heute nicht da wo ich bin. Ohne Hilfe hätte ich heute immer noch kein eigenes Leben, ich bezweifle, dass ich überhaupt noch eines hätte.

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    Sorry, weil ich so viel geschrieben habe.

    Schreib hier soviel Du willst, solange es Dir hilft, ist es gut. Dafür ist dieses Forum da.

    Gruß
    Skye

    Hallo Sabiha,

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    Mir stellt sich jetzt die Frage da mein Onkel das Sozialamt einschalten möchte ob so eine Entmündigung und evt.einweisung überhaupt der richtige Schritt ist wenn sie vielleicht nicht aufhören will

    Lass Deinen Onkel machen und warte ab, was dabei raus kommt. Dann ist immer noch Zeit sich Gedanken zu machen um das wenn, wie oder warum. Lass seine Unterstützung zu.

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    Ich meine aber das sie es will aber nicht kann sie hat ja zwischen zeitig mal 6 Monate mal drei Monate nicht getrunken nur ihr Seelischer zustand macht ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung ich bin selber durch einige Erfahrungen Traumatisiert Sie ist alleine in dem Haus in dem sie viele schlechte Erfahrungen gemacht hat und kommt aus diesem Kreislauf nicht raus

    Solange sie trinkt, will sie das auch, niemand zwingt ihr die Flasche an den Hals. Deine Mutter ist kein hilfloses Kind, sie weiß, wo sie Hilfe bekommt. Was Du schreibst macht das Leben sicherlich nicht einfach, aber all das ist kein Grund zu trinken. Kein Alkoholiker kommt allein aus diesem Kreislauf, deshalb gibt es Suchtberatungen und Selbsthilfegruppen. Dort kann sie jede Hilfe bekommen, die sie braucht, sie muss es nur sagen.

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    ich möchte doch nur das mir jemand sagt wenn du das und das tust hilfst du deiner Mutter und sie kann es leichter schaffen.

    So leid es mir tut, es gibt überhaupt nichts was Du tun kannst. Deine Mutter wird erst aufhören zu trinken, wenn sie es will und nicht wenn Du irgendetwas tust oder sagst.

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    das man sagt ach sie säuft sich eh irgendwann tot ich kann ihr nicht helfen

    Das ist sehr leider sehr häufig die Realität, ebenso wie es die Realität ist nicht helfen zu können.

    Gruß
    Skye

    Hallo Stupsi,

    wir haben ähnliches erlebt, was aber bei Kindern von Alkoholikern keine Seltenheit ist. Leider ähnelt und gleicht sich sehr vieles. Genauso wie Du habe ich mich für die Trockenheit meiner Mutter verantwortlich gefühlt. Ich sah mich verantwortlich dafür wie viel sie trinkt, dafür dass sie nicht abstürzt, dafür dass sie sich nicht tot säuft. Ebenso habe ich mich für meinen Vater verantwortlich gefühlt, für das was er mitmacht. Gleichzeitig war ich ebenso der Meinung, dass es auch zu seinen Aufgaben gehört, dafür zu sorgen, dass sie nichts oder zumindest nicht so viel trinkt, dass sie sich nicht abschießt.

    Nichts davon war meine Aufgabe, nichts davon ist Deine Aufgabe. Deine Eltern sind erwachsen. Es gibt ein Sprichwort: „So wie man sich bettet, so liegt man auch“. Das trifft auf jeden von Euch dreien zu.

    Ich für meinen Teil hatte zudem die Angst, wenn mein Vater geht, habe ich meine Mutter an der Backe. Dann muss ich ganz allein auf sie aufpassen. Das letzte was ich wollte, obwohl ich mir Sorgen um ihn gemacht habe, war dass er geht. Es wäre das Beste für ihn gewesen, aber aus meiner damaligen Sicht das schlechteste für mich. Dann wäre ja der „Aufpasser“ vor Ort ausgefallen. Ich habe damals nicht gesehen, dass es nicht zu meinen Aufgaben gehört auf meine erwachsene, mündige Mutter aufzupassen.

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    aber nicht wegen mir, sondern wegen meines Sohnes und meines Vaters

    Dein Vater ist ein erwachsener Mann, wenn er es nicht mehr aushält, dann soll er gehen. Wenn er möchte, dass es ihm gut geht, dann ist es an ihm dafür zu sorgen und nicht an Deiner Mutter das saufen aufzuhören, damit es ihm eventuell gut geht. Die Verantwortung für sein Leben hat er selbst.

    Ich weiß nicht wie alt Dein Sohn ist, aber ich habe schon mit 4 Jahren verstanden, dass ich meinen Opa, den ich abgöttisch geliebt habe, nicht immer sehen konnte, weil er schwer krank war und nicht immer Besuch haben durfte. (Kleine Kinder sind nun mal Bakterienschleudern) Ich denke Dein Sohn würde das auch verstehen. Wie oft ist Deine Mutter denn nüchtern genug, um ihren Enkel zu sehen?
    Das sie versucht bei ihm gut zu machen, was sie an Dir falsch gemacht hat, mag Balsam für Dich sein, ob das für Deinen Sohn so gut ist, frage ich mich. Man kann nicht „wieder gut machen“, vorbei ist vorbei und schon gar nicht an Menschen die es nicht betroffen hat.

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    Ich denke halt, die einzige Lösung, damit ich das ganze aus meinem Kopf bringe, wäre eben den Kontakt gänzlich abzubrechen,

    Das kann eine Lösung sein, muss es aber nicht, dass hängt von jedem selbst ab. Ein räumliche Trennung heißt nicht automatisch, dass man den Kopf frei hat, Abstand gewinnt und loslassen kann. Das funktioniert ebenso wenig, wie bei einem Alkoholiker nur nichts trinken. Wenn er nicht an sich arbeitet, wird er über kurz oder lang wieder saufen. Keinen Kontakt zu Deiner Mutter muss ja nicht heißen, dass Du keinen Kontakt zu Deinem Vater hast.

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    ich komme mir vor die Mutter meiner Mutter und defacto bin ich das seit mittlerweile sicher 25 Jahren.

    Du bist aber nicht die Mutter Deiner Mutter, Du bist die Tochter. Du hast diese Rolle gewählt, wenn auch nicht bewusst. Du kannst sie aber bewusst wieder abwählen. Das liegt allein an Dir und nicht daran, ob Deine Mutter säuft oder nicht.

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    Allerdings bin ich in der Hinsicht weniger naiv wie mein Vater und ich weiß aus leidvoller Erfahrung, wenn sie ihre Zeit liegend verbringt, dann säuft sie, was ja auch in einem All-inklusive Club ein Leichtes ist.

    Es ist ihre Entscheidung ob sie ihren Urlaub zugedröhnt im Bett und mit einem Schädel verbringen oder nüchtern etwas davon haben will. Wenn Dein Vater das nicht möchte, muss er alleine fahren. Ob all-inklusive oder nicht, ein Alkoholiker der trinken will kommt immer an seinen Stoff.

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    Hier kämpfe ich auch seit Jahren mit der Naivität meines Vaters, weil ich immer wieder vor ihm erkenne, dass sie wieder einmal rückfällig geworden ist.

    Ich war auch immer der Meinung, dass ich vor meinem Vater gemerkt habe, dass sie wieder trinkt. Er hat das auch gemerkt, aber er hat es verdrängt bis es nicht mehr zu übersehen war. Was ändert es auch, wenn es jemand merkt, nichts. Der einzige Mensch der etwas ändern kann ist Deine Mutter. Entweder sie will trocken werden oder nicht. Du kannst sie nicht trocken zwingen. Sie will saufen, sie ist alt genug um zu saufen, sie kann die Konsequenzen tragen.

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    Es sollte mir völlig egal sein, was Sache ist, sie ist ja Gott sei Dank weit weg, aber trotzdem kreisen die Gedanken. Hätte ich erfahren, dass es ihr gut geht und alles normal ist, wäre dies nicht der Fall und dies ist es, was ich mit meinem ersten Beitrag auch gemeint habe, ein Leben in Angst.

    Diese Gedankengänge kenne ich nur zu gut, damit habe ich sehr viel Zeit meines Lebens verschenkt, mich selbst gelähmt und mir viel genommen. Mir war es auch nicht egal, wie es meiner Mutter ging, meine Gedanken waren von der Angst sie zu verlieren beherrscht.
    Dabei habe ich eines übersehen, ob Angst oder nicht es lag nicht in meiner Macht ob sie lebt oder nicht. Es lag nicht in meiner Macht sie dazu zu bringen, ihr Leben zu wollen. Diese Macht hatte nur sie allein. Ich konnte überhaupt nichts tun. Nichts was ich getan oder auch nicht getan habe hatte etwas mit ihrer Entscheidung zu saufen zu tun, mit ihrem Willen ihr Leben zu leben so wie es war und nicht so wie sie es sich „schön“ gesoffen hat. Sie hatte jede Möglichkeit zur Hilfe, wenn sie wollte würde sie sie annehmen. Sie wusste, ebenso wie Deine Mutter, wo diese Hilfe zu finden ist.

    Nachdem ich das begriffen hatte ging es mir besser. Ich konnte sie loslassen, ich konnte sie ihr Leben leben lassen, wie sie es gewählt hat. Meine Sorgen um sie sind geblieben, aber ich habe mein Leben wieder gelebt. Mehr noch, ich konnte entspannter mit ihr umgehen. Dadurch habe ich heute Erinnerungen, die mir sehr viel wert sind, die ich garantiert nicht gehabt hätte, hätte ich weiter gemacht wie vorher.

    Ich habe akzeptiert, dass sie den Alkohol gewählt hat mit allen schrecklichen Konsequenzen. Ich konnte meine Mutter nicht vor sich selbst beschützen. Es ist mir schwer gefallen, ich habe sie geliebt, wie keinen anderen Menschen und die Lücke die ihr Tod hinterlassen hat ist nicht kleiner gewordne, aber es war besser, für uns beide.

    Gruß
    Skye

    @ Frozen Tears off topic eine Bitte:
    Könntest Du bitte vor dem abschicken, Deine Beträge noch einmal auf Tippfehler prüfen. Die Buchstabendreher in Wörtern, Tippfehler und Leerzeichen an Stellen wo sie nicht hingehören macht das lesen Deiner Beiträge sehr anstrengend. Danke!
    Gruß
    Skye

    Hallo Stupsi,

    willkommen im Forum. Beim lesen Deiner Zeilen kamen viele Erinnerungen hoch, was ich mit meiner Mutter so alles mitgemacht habe. Meine Mutter hatte mich, bis ich angefangen habe etwas für mich zu tun, genauso perfekt im Griff wie Deine Mutter Dich. Unser krankes Verhältnis hat mich damals ans Ende meiner Kräfte gebracht.

    Deinem Vater kann ich nur zu seiner Entscheidung gratulieren, er macht das einzig richtige, er lässt sich nicht erpressen und tut sich selbst etwas gutes und fährt in Urlaub. Kann es sein, dass Deine Wut auf ihn ein Stück weit damit zu tun hat, dass er sich etwas nimmt, was Du Dich nicht traust Dir zu nehmen? Das er etwas tut, was Du selbst gerne machen würdest und Dich nicht traust? Nun, wenn Du nichts für Dich tust, dann tut es auch kein anderer.

    Deine Mutter war schon zur Entgiftung also weiß sie auch wo sie Hilfe bekommt, wenn sie welche möchte. Sie säuft weiter, also will sie keine Hilfe. Deine Mutter ist eine erwachsene Frau und kein hilfloses Kind. Sie ist alt genug die Konsequenzen ihres Handelns zu tragen, Du musst sie nicht wie bei einem kleinen Kind davor bewahren.

    Wenn Du keine Grenze ziehst, wird es keiner tun, sie erst recht nicht. Sie wird sich weiter auf Dir ausruhen und ausnutzen, dass Du nicht nein sagst. Warum sollte Deine Mutter denn etwas tun? Für sie läuft doch alles bestens. Du tust und machst, um sie vor den schlimmsten Folgen ihres Handelns zu bewahren. Warum sollte sie denn etwas ändern? Läuft doch alles bestens für sie. Sie kann saufen und andere kümmern sich. Dein Vater hat sich ausgeklinkt, macht nichts Du bist ja noch da, um alles für sie zu regeln. Perfekter geht’s nicht mehr. Wenn Du nichts änderst, wird sich gar nichts ändern, im Gegenteil es wird immer schlimmer werden, für Dich!

    Wenn jemand in die Psychiatrie eingewiesen wird, dann ist es Deine Mutter und nicht Du, sie muss damit leben. Sie hat gesoffen, nicht Du. Wenn man säuft passieren schon einmal Dinge, die weniger angenehm sind. Du bist die Tochter nicht die Mutter, Du musst Deine Mutter nicht abholen, wenn sie besoffen irgendwo rumliegt. Mein Rat, wenn Dich das nächste mal jemand anruft, sag er soll Dich in Ruhe lassen und die Polizei rufen. Wenn sie vor Deiner Tür liegt, mach das gleiche. Du lässt sie dann nicht im Stich, Du kümmerst Dich zwar nicht selbst, aber Du sorgst dafür, dass sich gekümmert wird. Wenn das nicht das ist, was Deine Mutter will, dann soll sie selbst dafür sorgen, dass sie bekommt was sie will. Das ist nicht Deine Aufgabe.

    Wenn Du weiter versuchst Deine Mutter vor den Konsequenzen ihres Tuns zu bewahren, wird sich nichts ändern, weder für sie und was noch wichtiger ist für Dich erst recht nicht. Ich habe auch immer gesagt, ich kann nicht. Ehrlicher wäre gewesen zu sagen, ich will nicht. Ich wollte nicht, weil ich Angst vor den Konsequenzen für mich hatte. Irgendwann war ich so fertig, da konnte und da wollte ich lernen, denn ich wollte und will leben.

    Das einzige was ich heute bedauere ist die Lebenszeit, die ich mir selbst genommen habe weil ich so lange nicht wollte. Meine Mutter hat irgendwann mal gesagt, ich wäre so rigoros geworden. Da wusste ich, ich bin auf dem richtigen Weg. Auch wenn es nicht als Kompliment gemeint war, für mich war es eines.

    Was die nächsten beiden Wochen auf Dich zukommt ist Deine Entscheidung, dass hast Du in der Hand. Möchtest Du Dein Leben weiter von Deiner Mutter bestimmen lassen oder möchtest Du selbst darüber bestimmen?

    Gruß
    Skye

    Hallo Sabiha,

    herzlich willkommen im Forum. Keine leichte Situation für Dich. Ein Vorsorgevollmacht greift nur dann, wenn derjenige der sie ausgestellt hat selbst nicht mehr in der Lage ist, sich zu kümmern und zu äußern und/oder selbstständig zu handeln. Ob jemand dazu nicht mehr in der Lage ist, bestimmen Ärzte und in letzter und entscheidender Instanz ein Richter. Sie verhindert nur langwierige Prozesse und ein Entscheidungsvakuum wenn der Fall wie o. g. eintritt und jemand nicht mehr für sich selbst bestimmen kann.

    Durch die Vollmacht muss kein Betreuer mehr durch das Gericht bestimmt werden, Du kannst das übernehmen, da Deine Mutter Dich bestimmt hat, musst Du aber nicht. Auch wenn Du eine Vollmacht hast kannst Du eine Betreuung ablehnen. Dann bestimmt das Gericht jemand anderen.

    Ob ein Grund für eine Betreuung vorliegt, muss ebenfalls ein Richter entscheiden. Du kannst einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht stellen, diese werden ihn den prüfen und sehen ob Gründe vorliegen, Deine Mutter unter Betreuung zu stellen. Dazu gehört auch das Deine Mutter befragt wird und ihre Lebensumstände geprüft werden. Einfach einweisen lassen kannst Du Deine Mutter auch nicht, dass kann kann auch nur ein Richter. Alkoholismus an sich ist jedoch kein Grund jemanden unter Betreuung zu stellen. So einfach kann man in diesem Land, zum Glück, niemanden einweisen.

    Wenn ich Deine Hilflosigkeit auch sehr gut nachvollziehen kann und Deine Ängste, weil jetzt ihr „Aufpasser“ ausgezogen ist, überlege Dir gut, ob Du diesen Schritt gehen willst. So schwer das für Angehörige auch ist, in diesem Land hat jeder das Recht sich tot zu saufen. Meine Mutter hat es getan.
    Du kannst Deine Mutter nicht vor sich selbst beschützen, wenn sie trinken will, wird sie das tun und einen Weg finden an Alkohol zu kommen. Wenn sie Dir das nächste Mal mit Selbstmord droht, ruf die Polizei, die ist auch dazu da, sich um so etwas zu kümmern. Sie haben auch die Möglichkeit, wenn sie die Notwendigkeit sehen, Deine Mutter ins Krankenhaus zur Überwachung zu bringen, auch gegen Ihren Willen, zumindest kurzfristig.

    Lade Dir das nicht alles auf Deine Schultern, dass ist keine Last die Du zu tragen hast.

    Gruß
    Skye

    Hallo Merlin,

    ich habe vor einigen Jahren am gleichen Punkt gestanden und bin nicht mehr klar gekommen. Mir hat damals und bis heute geholfen mich mit anderen Betroffenen auszutauschen, hier als auch in einer realen SHG, außerdem habe ich noch eine Therapie gemacht.

    Man kann lernen damit klar zu kommen, dass ein Elternteil säuft. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es geht. Für mich habe ich festgestellt, es geht nicht allein.

    Wer nicht damit zu tun hat, kann die Problematik die mit alkoholabhängigen Eltern entsteht und besteht nicht nachvollziehen. Für mich war der Austausch mit anderen vor allem in sofern eine Hilfe, als das ich andere Sichtweisen und Möglichkeiten meines Problems bekommen habe. Ich war so in meiner Spirale gefangen, dass ich die Auswege nicht mehr gesehen habe. Durch den Austausch habe ich Türen gesehen, an denen ich sonst immer vorbei gewirbelt bin.

    Du kannst Dich gerne hier austauschen, schreib auf, was Dir auf der Seele brennt. Allein das schreiben, alles einfach mal loswerden kann eine Hilfe sein. Vielleicht liest Du auch mal den einen oder anderen Thread, auch da kannst Du Antworten für Dich finden, auch wenn sie nicht direkt an Dich gerichtet sind. Wenn Du feststellst, dass Du ein Gesicht gegenüber brauchst, wende Dich an die Suchtberatung bei Dir in der Nähe, die haben Adressen für SHG's. Wichtig ist darüber zu reden und nicht es tot zu schweigen.

    Ich habe meine Mutter dazu bringen können Entgiftungen zu machen und eine erneute LZT. Allerdings hat sie es genau deshalb getan, weil ich es ihr immer und immer wieder nahe gelegt habe. Das Ergebnis war immer das gleiche, kaum zu Hause, hat sie wieder getrunken. Ein Alkoholiker muss für sich trocken werden wollen, sonst nutzt alles nichts.
    Wie es mir scheint, will Dein Vater trinken, dann lass ihn, behalte Deine Kräfte für Dich. Ich weiß es tut weh zu schauen zu müssen und nichts tun zu können, aber auch damit kann man leben lernen.

    Was die Fragen von Bekannten und Freunden angeht, Du bist die Tochter und nicht die Mutter. Wenn sie etwas wissen wollen, sollen sie Deinen Vater selbst fragen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Bookfriend,

    ich liebe es, wenn jemand Antworten einfordert. Entweder ihr schreibt mir jetzt etwas oder ich bin weg. Ich habe mich jahrelang von meiner Mutter erpressen lassen, das brauche ich nicht mehr. Entweder Du bist für Dich hier oder nicht.
    Was berechtigt Dich eigentlich zu dieser Anspruchshaltung? Von Deinen 113 Beiträgen hast Du 2 in Threads von anderen geschrieben. Du schreibst bei anderen so gut wie gar nicht, aber bei Dir soll etwas kommen. Du hast eine seltsame Sicht der Dinge.

    Ich habe Dir vor knapp einem Jahr etwas zum Thema Entscheidungen geschrieben. Schade, dass Du damit so gar nichts anfangen konntest. Mehr kann ich zu Deiner Frage nicht beitragen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Merlin,

    willkommen im Forum. Schön, dass Du her gefunden hast. Für wen suchst Du denn einen Rat, für für Deinen Vater oder für Dich?

    Deinem Vater können wir nicht helfen, dass kann nur er selbst. Wie das geht wird er vermutlich wissen, wenn er schon einmal 10 Jahre trocken war oder hat er das ganz ohne Hilfe, z. B. Therapie, SHG o. ä. geschaft? Außerdem ist er nicht hier, sondern Du.

    Dir können wir helfen, wenn Du magst. Erzähl doch mal ein bisschen von Dir. Was machst Du so? Wie geht es Dir?

    Gruß
    Skye